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Modjo und Mütze

Über den Autor

Markus Majowski, geb. 1964 in Berlin, wurde nach Erfolgen am Theater fürs Fernsehen entdeckt. Seither ist er als Schauspieler und Comedian, u.a. in der Sketch Comedyserie »Die dreisten Drei«, bekannt geworden und erhielt 2005 den Deutschen Comedypreis. Dies ist sein erstes Kinderbuch. Mit szenischen Lesungen zu »Modjo und Mütze« ist er auch als Geschichtenerzähler auf den Bühnen unterwegs. Majowski ist Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerkes und lebt mit seiner Familie in Berlin.

www.majowski.com

Markus Majowski

MODJO & MÜTZE

Der Glücksdrache

Mit Illustrationen von
Stephan Pricken

BASTEI ENTERTAINMENT

Vorwort

Es gibt Kinder, die sind einfach anders. Manche werden anders geboren, manche verändern sich plötzlich oder im Laufe der Zeit. Doch eines ist klar: Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Ob arm oder reich, klein oder groß. Waisenkind oder Familienkind. Große Klappe oder still und verträumt. Stark oder schwach: Die Chance auf unser persönliches Glück haben wir alle. Und wenn es mal eng wird, gibt es eigentlich keinen Grund zur Panik. Wir brauchen nur jemanden um etwas Hilfe zu bitten. Manche Leute beten sogar.

Rocco Modjovich ist so ein Junge, der etwas anders ist. Er lebt mit seinem Vater auf einem echten Fischerboot, und er hat den richtigen Dreh raus, nicht nur, wenn es darum geht, um Hilfe zu bitten.

Das Sonntagsabenteuer beginnt

Es ist ein wunderschöner Sonntagmorgen. Der Fischer Modjo sitzt an Deck seines Schiffes gemütlich im Lehnstuhl und schmökt seine dicke fette Pfeife.

»Ha! Lecker, mein Pfeifchen. Schmeckt nach Affenbrotbaum und Bananenblättern! Kein Wunder bei dem Wetter heute!«

Der Fischer ist ein kräftiger Mann mit rotem Haar und lustigen Knopfaugen, ein alter Seebär, gerade mal fünfzig, der ordentlich was aushalten kann. Was er über sich selbst denkt, weiß kein Mensch so genau.

Der Fischer Modjo wird in letzter Zeit häufig ziemlich traurig, weil er seine Frau vermisst, die erst vor Kurzem verstorben ist. Aber über das Traurigsein kann man ja mit guten Freunden reden.

»Reden hilft immer!«, meint Modjo selbstbewusst. »Rauslassen!« Modjos Mutter meinte immer: »Wenn man sagt, was einem fehlt, ist die Chance, sein persönliches Glück zu finden, viel größer!« Sie nannte ihn einfach immer »Modjo der Glückliche«.

Modjo hat den Blick in die Ferne gerichtet. Die Planken unter ihm knarren, und während der Wind sanft in die Takelage bläst, schlagen die Leinen einen aufgeregten Rhythmus gegen die Masten. Modjos Schiff ist gut in Schuss und liegt sicher im Hamburger Hafen. Jetzt geht ein Ruck durch Modjos Körper, er schüttelt die Traurigkeit ab.

»Was für eine hervorragende Aussicht! Da kann man ja bis zu den Pyramiden in Mexiko sehen. Und bis dahin ist es ein echt weiter Weg, ein verdammt weiter Weg! Wenn’s nicht grad so gemütlich wär, würde ich da glatt rüberschippern. Ha, so wahr ich Modjo heiße!«

Modjo nimmt wieder einen tiefen Zug aus seiner Pfeife, hellblaue Rauchschwaden steigen hoch in den Himmel hinauf. Er sieht ihnen nach.

»Ich könnt euch so knuddeln, ihr lustigen Bauschewölkchen …«

Gerade ist Modjo zurück an Bord gekommen, denn jeden Sonntag zündet er in der Kirche um die Ecke drei Kerzen an, spricht ein stilles Gebet und nimmt den Weihrauchgeruch in sich auf.

»Hat noch niemandem geschadet, dem lieben Gott etwas Dampf unter dem Hintern zu machen! Der muss doch schließlich Bescheid wissen, was hier unten auf Erden vor sich geht.«

Plötzlich klatscht es.

»He, was soll das …?«

Volltreffer! Modjo fasst sich oben auf den Kopf. Igitt, eine Möwe hat einen fetten Fladen abgelassen.

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»O-oh! Das hab ich jetzt davon. Da war ich wohl wieder mal zu vorlaut! Wie sagt man so schön: Hab eine dicke Lippe riskiert! Da hilft nur …«

Modjo schnappt sich einen Eimer mit Wasser, der auf Deck steht, und schüttet es sich über den Kopf.

»Ah! Herrlich! Das tut gut. Macht sauber und härtet ab!« Modjo nimmt so etwas lässig.

Puh, stinken tut dieser Vogelmist schon. Er schüttelt sich und putzt mit einem alten Taschentuch den Rest vom Fladen vom Kopf. Dann gießt er noch einen Schwall Wasser aus dem Eimer hinterher.

»So haben das schon die alten Wikinger gemacht!«

Jetzt schüttelt sich Modjo wie ein nasser Hund, reckt sich ausgiebig, zieht in tiefen Zügen die Hafenluft ein und schaut liebevoll auf seinem Schiff umher. Es ist ein alter Lotsen-Schoner, den er zärtlich »Meine Gina« nennt. Gina, das war der Name seiner Frau. Modjo ist stolz und dankbar. Das Leben ist rau und unnachgiebig mit ihm umgegangen, doch er steht aufrecht da, gesund und voller Hoffnung.

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»So! Erst mal schauen, was die Fische heute so treiben. Diese Feiglinge haben sich wahrscheinlich wieder im Schlamm versteckt und blubbern Schlammblasen oder spielen Hai-Quartett! Hai, Herr Hai! Spielen Sie Hai-Quartett?«

Modjo lacht über seinen eigenen Wortwitz.

»Ein lustiger Morgen ist das heute. Allerdings!«

Jetzt ist er richtig etwas albern, wie häufig, wenn die Sonne scheint und er den ganzen Tag barfuß und kurzärmelig herumlaufen kann. Barfuß und kurzärmelig herumlaufen, das ist sein Allerfeinstes. Und ab und zu Blödsinn machen. Das hat sich Modjo von seinem Sohn Rocco abgeguckt! Bei Rocco scheint die Sonne allerdings immer, denn er trägt sie im Herzen. Das macht den Jungen so stark. Modjo atmet noch ein paarmal tief durch.

»Ah! Ich hab ein gutes Gefühl heute. Ein sehr gutes Gefühl!«

Alle Traurigkeit ist verflogen, seine Augen leuchten fröhlich, als er zum Achterdeck schlurft, um dort sein spezielles Super-Schmuddel-Hafenbecken-Fischernetz einzuholen. Und wer sagt‘s denn! Er hat tatsächlich etwas gefangen! Ein Seepferdchen, ein Prachtexemplar von einem Seepferdchen!

»Na, du hübsches kleines Ding! Wo stecke ich dich denn hin? Ich glaube, du machst dich ganz gut im Ausguck!«

Modjo lässt das Seepferdchen vorsichtig in ein großes rundes Fischglas plumpsen, das am Mast in einem Körbchen hängt. Von da aus hat das Seepferdchen einen genialen Ausblick über den ganzen Hafen.

»Hast du Hunger? Hier hast du einen Brotwurm, für alle Fälle!«

Er bröselt etwas Seltsames in das Fischwasser und wartet darauf, dass sein überraschender Besucher davon frisst.

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»Du bist heute unser Ehrengast, unser heißer Draht zu Mama Gina. Mach deine Sache gut. Ich bitte dich von Herzen!«

Modjo und sein achtjähriger Sohn Rocco leben alleine. Roccos Mutter Gina ist bei einem schlimmen Eisenbahnunglück ums Leben gekommen. Trauer, Sehnsucht und viele Tränen haben für lange Zeit einen großen Raum im Leben der beiden Männer eingenommen.

Rocco sagt immer: »Da, wo Mama jetzt ist, geht es ihr gut! Und wenn ich mal ihre Hilfe brauche oder Sehnsucht nach ihr habe, dann spricht sie mit mir!«

Modjo hat das Schlimmste hinter sich. Tagsüber geht er sogar wieder fischen, draußen auf der Nordsee. Außer sonntags, denn der Sonntag ist Vater-Sohn-Tag. Und zu jedem Sonntag gehört unbedingt ein kleines, aber feines Abenteuer. Heute ist Sonntag, und Modjo kribbelt es schon in den Fingern.

»Heute möchte ich etwas richtig Fetziges erleben.«

Eine Veränderung oben am Himmel reißt Modjo aus seinen Gedanken. Plötzlich sind da Wolken in der Ferne, Wolken in ganz ungewöhnlichen Farben und Formen. Sie quellen auf, nehmen Gestalt an, sind voller Bewegung und ziehen erstaunlich schnell heran.

»Ach, du fette Lotte! Was ist denn das? Mich laust der Affe!«

Die herannahenden Wolkenbänke sehen wirklich alles andere als gewöhnlich aus. Wie die zuckenden Augenbrauen eines wilden Riesen, denkt Modjo, und jetzt, auf den zweiten Blick, wie ein Vulkan! Sie sind drohend dunkel, fast schwarz, und von innen schimmert Glut in Orange und Rot heraus. Ja, das könnte die Lava eines riesigen Vulkans sein!

»Beim heiligen Spökenkieker! Entweder bricht da oben wirklich gerade ein Vulkan aus oder meine Augen spielen mir einen Streich!«

»

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