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Mittendrin

Dank

Vorwort

Vorwort

Einleitung

22 Porträts

L’œil extérieur

Reflexionen – Berufsfeldbezug an Pädagogischen Hochschulen

Literatur

Abkürzungen

Dank

Das Buch «Mittendrin ist vielerorts – 22 Porträts» ist Teil des Projekts «Doppeltes Kompetenzprofil der Pädagogischen Hochschulen: Institutionelle und individuelle Anforderungen an den Berufsfeldbezug» (2017–2020). Der Begriff «doppeltes Kompetenzprofil» steht für den hohen Stellenwert der Wissenschaftlichkeit in der Arbeit an den Pädagogischen Hochschulen und ihre Orientierung an Situationen, Fragen und Anforderungen des Berufsfelds. Dieser Topos ist dabei gleichzeitig Referenz und Erkenntnisgegenstand, der hinsichtlich seiner Bedeutung für die Pädagogische Hochschule als Institution sowie für deren Mitarbeitende und Teams hinterfragt wird. Wofür steht er konkret, wenn besonders das Verhältnis der Pädagogischen Hochschulen zum Schul- und Berufsfeld in den Blick genommen wird? Worüber sollen Mitarbeitende an Pädagogischen Hochschulen verfügen, wenn sie für sich oder andere (z. B. Studierende) Zugänge zum Schul- und Berufsfeld schaffen, um Erkenntnis, Lernen und Entwicklung zu fördern?

Die Weiterentwicklung des institutionellen und individuellen Verständnisses des doppelten Kompetenzprofils innerhalb und zwischen den Pädagogischen Hochschulen sowie in der Scientific Community und im Berufsfeld ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von den unterschiedlichen Erfahrungen, Argumenten, Überzeugungen und Referenzen der Beteiligten lebt. Zu den Stärken des Projekts gehört, dass sich Angehörige von neun Pädagogischen Hochschulen der Schweiz zusammengefunden haben, um diese individuell sowie (inter-)institutionell profilbildenden Auseinandersetzungen zu führen. Das genaue Hinschauen macht die identitätsbildenden und legitimierenden Anteile des «doppelten Kompetenzprofils» sichtbar und lässt die Bezüge in der Vielfalt der Aufgabenbearbeitung erkennen. Dabei wird deutlich: Bei der Umsetzung des institutionellen Auftrags der Pädagogischen Hochschulen sind deren Mitarbeitende vielerorts mittendrin.

Das Buch soll Einblick geben in die aktuelle Situation an den Hochschulen und Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und Entwicklungen sein. Es lebt von den Porträtierten, die einen Teil ihrer Arbeit für die Öffentlichkeit sichtbar machen. Die Herausgebenden danken ihnen für ihre Mitwirkung am Buch und das damit verbundene Engagement im Dienst der Hochschulentwicklung. Die Fotografin Monique Wittwer und der Wissenschaftsjournalist Urs Hafner stellen die Porträtierten und ihre Arbeit im Umfeld ihrer Pädagogischen Hochschule in Bild und Text dar. Das in ihren Beiträgen erkennbare Interesse an den porträtierten Personen und ihrer Arbeit trägt zum Anregungsgehalt des Buches bei, wofür ihnen die Herausgebenden herzlich danken.

Die Schriftstellerin Tabea Steiner hat sich auf das Ergründen der Frage eingelassen, inwiefern der «Weltenbezug» auch ein genuines Merkmal ihres Literaturschaffens ist. Ihr vielschichtiger Text, der die Welt des Unfassbaren mit dem Pädagogischen in Bezug bringt, bildet im Buch einen Akzent, der zum Nachdenken einlädt. Ihr gebührt ein wertschätzender Dank für diesen Aussenblick auf die Thematik.

Weiter danken die Herausgebenden dem hep Verlag und ganz besonders Tatjana Straka (Projektleiterin) sowie Alexander Elsässer (Grafiker von opak – grafik & illustration). Ihr Interesse und ihre Freude am Buchprojekt sowie ihre umsichtige und kompetente Arbeit waren während des ganzen Arbeitsprozesses stärkend.

Einen grossen Dank richten die Herausgebenden auch an diejenigen, die mit dem Vorwort das Buch eröffnen: Heinz Rhyn, Präsident der Kammer Pädagogische Hochschulen von swissuniversities, und Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). Ihre Beiträge und Anliegen stehen in besonderem Mass für die institutionelle Dimension des Berufsfeldbezugs.

Für die Durchführung des Projekts «Doppeltes Kompetenzprofil der Pädagogischen Hochschulen: Institutionelle und individuelle Anforderungen an den Berufsfeldbezug» (2017–2020) mandatierten die Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, der Pädagogischen Hochschule Graubünden, der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik, der Pädagogischen Hochschulen, Luzern, Schwyz, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich die Pädagogischen Hochschulen Zug und Zürich als Co-Leading-Houses mit den Co-Projektleiterinnen Christa Scherrer und Simone Heller-Andrist sowie dem wissenschaftlichen Projektmitarbeiter Markus Fischer. Susanne Amft und Anna Cornelius (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik), Kathrin Krammer und Jürg Arpagaus (PH Luzern) sowie Clemens Diesbergen (PH Zug) und Elisabeth Hardegger (PH Zürich) verantworteten das Projekt als Kerngruppenmitglieder mit. Für ihre grosse Unterstützung und die aufmerksame Begleitung des Buchprojekts «Mittendrin ist vielerorts – 22 Porträts» sprechen die Herausgebenden ihnen ihren herzlichsten Dank aus.

Danken möchten die Herausgeberinnen und der Herausgeber auch Eliane Künzli (PH FHNW), Men Gustin (PH Graubünden), Hanne Bestvater (HfH), Dorothee Lauper (PH Luzern), Kathrin Futter (PH Schwyz), Katrin Graber (PH St. Gallen), Christoph Suter (PH Thurgau), Christine Hofer (PH Zug) sowie Geri Thomann (PH Zürich). Sie engagierten sich für das Projekt und das Buch als Projektmitglieder in der Begleitgruppe. In ihrer Rolle als Bindeglied zwischen dem Projekt und ihrer Hochschule unterstützten sie die Realisierung des Buches bei der Auswahl und Kontaktaufnahme mit den Porträtierten.

Brigit Eriksson-Hotz (Rektorin em. PH Zug), Erika Stäuble (pens. Leiterin akademisches Personalmanagement PH Zürich) sowie Hans-Rudolf Schärer (Rektor em. PH Luzern) und Heinz Rhyn (Rektor PH Zürich) haben mit ihren Grundlagenarbeiten und ihrer Überzeugungskraft das Gesamtprojekt und damit auch das vorliegende Buch erst möglich gemacht. Für diesen bedeutenden initialen Beitrag sprechen ihnen die Herausgebenden ihre Anerkennung und ihren grossen Dank aus.

Mit der Aufnahme in das von swissuniversities geförderte «Pilotprogramm zur Stärkung des doppelten Kompetenzprofils beim FH- und PH-Nachwuchs» erhielt das Projekt «Doppeltes Kompetenzprofil der Pädagogischen Hochschulen: Institutionelle und individuelle Anforderungen an den Berufsfeldbezug» die Anerkennung als Hochschulentwicklungsprojekt von gesamtschweizerischer hochschulpolitischer Bedeutung (siehe www.dkp-ph.ch). Es ist je zur Hälfte durch den Bund und die beteiligten Hochschulen finanziert.

Das Projekt lebt vom Spannungsfeld, das sich zwischen den spezifischen Interessen, Praxen und Kulturen der einzelnen Hochschulen einerseits sowie dem interinstitutionell erteilten Mandat andererseits ergibt. Die Herausgeberinnen und der Herausgeber danken den Rektorinnen und Rektoren für das mit dem Projektauftrag entgegengebrachte Vertrauen und den Kolleginnen und Kollegen im Projekt für den aufschlussreichen, anregenden fachlichen Austausch.

Zug, Zürich und Luzern im Oktober 2020

Die Herausgeberinnen, der Herausgeber

Christa Scherrer, Simone Heller-Andrist, Susanne Amft, Jürg Arpagaus

Vorwort
Heinz Rhyn

Vorwort
Dagmar Rösler

Einleitung
Jürg Arpagaus, Christa Scherrer

Vorwort

Die Bedeutung des Berufsfeldbezugs für die Arbeit an Pädagogischen Hochschulen steht sowohl im Zentrum der vorliegenden Publikation als auch im Fokus der Personalentwicklung Pädagogischer Hochschulen. Zudem legt die Kammer Pädagogische Hochschulen (Kammer PH) von swissuniversities einen strategischen Schwerpunkt in diesem Bereich. Der Berufsfeldbezug bezeichnet einen Kernaspekt des doppelten Kompetenzprofils von Dozierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden an Pädagogischen Hochschulen. Er meint demnach ein vertieftes Verständnis derjenigen Tätigkeiten im Berufsfeld, die für die eigene Tätigkeit an der Pädagogischen Hochschule von Bedeutung sind. Das Verhältnis von Hochschule und Berufsfeld ist in beide Richtungen relevant.

In seinem Essay «Wie wir die Welt im Geist ordnen» erfasst Peter von Matt (2014) einen solchen Bezug als das Verhältnis zwischen Welt und Geist. Das Erzählen dieser Welt – oder ein beschreibender Einblick – ist, so von Matt, «die Übersetzung eines verworrenen Ganzen in ein Modell». Und als «Modell ist die Erzählung die ältere Schwester der Theorie». Ein erzählender Bezug zur Welt dient also deren induktiver Erfassung in Modell und Theorie. Die Erzählungen im vorliegenden Band ermöglichen eben dies – sie geben Einblicke, erschaffen so Welten im Geist und dienen der modellhaften Erfassung solch gegenwärtiger Bezüge.

Diese Gegenwart allerdings ist steter Veränderung ausgesetzt. So hat sich beispielsweise gerade der Lehrberuf in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Die Gegenwart, in der künftige Lehrpersonen ausgebildet werden, hat nicht dieselben Rahmenbedingungen wie die künftige Gegenwart, in der sie als Lehrpersonen tätig sein oder in der sie in einer möglichen Laufbahn als Dozierende an Hochschulen wiederum künftige Lehrpersonen ausbilden werden. Sowohl die Berufspraxis als auch die Wissenschaftspraxis entwickeln sich konstant weiter.

Das doppelte Kompetenzprofil orientiert sich an diesen beiden Referenzsystemen: Bildungswissenschaften einerseits und Berufsfeldbezug andererseits. Es umfasst sowohl eine wissenschaftliche Qualifikation als auch die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld. Der Begriff «doppeltes Kompetenzprofil» und die Anliegen im Kontext zu dessen Förderung scheinen ab 2017 gleich in mehreren von der Kammer PH verabschiedeten Dokumenten prominent auf. Das doppelte Kompetenzprofil knüpft so eng an die Anliegen zur Nachwuchsförderung an und ist damit den Dynamiken gesellschaftlicher Entwicklungen ausgesetzt.

Die Strategie der Kammer PH für die Periode 2021 bis 2024 strebt die Etablierung von Laufbahnen im Sinne des doppelten Kompetenzprofils an (7. Strategieziel), fordert also Bemühungen um «hochqualifizierten Nachwuchs für Lehre, Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung». Es geht darum, diesen Nachwuchs nicht nur zu gewinnen, sondern auch «zu fördern und im Hochschulsystem zu halten». Die Zielsetzung zeigt klar auf, dass die Förderung und Qualifizierung des eigenen Nachwuchses eine Notwendigkeit für die Hochschulentwicklung darstellen.

Grundlage für diese dringliche Forderung ist der 2018 von der Kammer PH verabschiedete Bericht «Laufbahnen an Pädagogischen Hochschulen: Personalstrategische Leitlinien zur Nachwuchsförderung». Darin ist der Anspruch an ein erweitertes Kompetenzprofil des wissenschaftlichen Personals formuliert, also ein um beispielsweise hochschuldidaktische Kompetenzen erweitertes doppeltes Kompetenzprofil, als logische Folge der Vielseitigkeit der Aufgaben, die dem wissenschaftlichen Personal übertragen werden. Ein solches Profil ist individuell und aufgabenbezogen weiterzuentwickeln, damit dem Anspruch möglichst gezielt nachgekommen werden kann.

Die Bemühungen um den Nachwuchs im doppelten Kompetenzprofil wurden durch «Pilotprogramme zur Stärkung des doppelten Kompetenzprofils beim FH-und PH-Nachwuchs» (Programm P-11) inhaltlich und mit projektgebundenen Beiträgen auch finanziell unterstützt. Unter die Projekte der ersten Förderperiode (2017–2020) reiht sich das Projekt «Doppeltes Kompetenzprofil der Pädagogischen Hochschulen: Institutionelle und individuelle Anforderungen an den Berufsfeldbezug» ein, in dem in einem gemeinsamen Effort von neun Pädagogischen Hochschulen ein Angebot zur Nachwuchsförderung im Sinne einer Stärkung des Berufsfeldbezugs entwickelt wurde. Dieses Angebot wurde von einigen der im Folgenden porträtierten Personen absolviert. Im Projekt wurde das Verständnis des doppelten Kompetenzprofils weiterentwickelt. Die vorliegende Publikation leistet ihren Beitrag dazu. Der Herausgeberschaft, der Projektleitung und den Mitgliedern der Projektorganisation gebührt an dieser Stelle ein grosses Dankeschön für ihr Engagement.

Um zu verstehen, muss einem Einblick gewährt werden. Diese Einblicke in die Vielfalt an Persönlichkeiten an Pädagogischen Hochschulen und die Vielseitigkeit der ihnen übertragenen Aufgaben sowie die damit einhergehenden Bezüge zum Berufsfeld werden in der vorliegenden Publikation ermöglicht. Vielseitig bedeutet, dass diese Bezüge auch vielerorts hergestellt und gepflegt werden. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen bei der folgenden Lektüre eine inspirierende Reise durch dieses Vielerorts!

Heinz Rhyn

Präsident Kammer Pädagogische Hochschulen von swissuniversities

Rektor der Pädagogischen Hochschule Zürich

Vorwort

Wer sich heute für das Studium an einer Pädagogischen Hochschule einschreibt, hat sich für einen äusserst interessanten, aber auch anspruchsvollen künftigen Beruf entschieden. Die grosse Vielfältigkeit und das breite Aktionsspektrum des Unterrichtens sind von aussen oft gar nicht ersichtlich. Neben professioneller Klassenführung, dem Umgang mit grosser Heterogenität, der Vor- und Nachbereitung eines effektiven Unterrichts, stetiger Weiterbildung (sowohl schulintern als auch individuell), teils sehr anspruchsvoller Elternarbeit und vielem mehr wird auch eine ausgesprochen hohe Sozialkompetenz – sowohl gegenüber der eigenen Klasse als auch gegenüber dem eigenen Team – gefordert. Oftmals wird erst während des tatsächlichen Berufseinstiegs realisiert, was für breite Kompetenzprofile der Beruf verlangt.

Wie vielschichtig der Lehrberuf ist, zeigen die lebensnahen Porträts von Dozierenden in diesem Band, die neben ihrer Lehrtätigkeit an einer Pädagogischen Hochschule auch einen direkten und aktiven Bezug zum Berufsfeld von Lehrerinnen und Lehrern haben.

Da leitet beispielsweise eine Primarlehrerin an einer PH einen CAS-Lehrgang zur integrativen Begabten- und Begabungsförderung. Dieser soll befähigen, bei Schülern und Schülerinnen Talente zu erkennen, bevor die Kinder Verhaltensauffälligkeiten entwickeln und statt Thema für die Begabtenförderung eines für die Heilpädagogin werden. Was die Dozentin an der PH lehrt, setzt sie täglich im Klassenzimmer um. Und umgekehrt: Was sie in der Klasse praktiziert, kommt ihrer Lehre an der PH zugute.

Dort schreibt eine Institutsleiterin in Kooperation mit Lehrpersonen und Theaterpädagogen ein Buch über Migration und Ungleichheit in der Schule, sodass sich Praxis und Wissenschaft erkenntnisgewinnend verzahnen.

Im Volleyballunterricht mit Kindern während eines berufspraktischen Moduls erfährt ein Dozent der Fachdidaktik Bewegung und Sport die Bedeutung von Emotionen im Sport und reflektiert deren Auswirkungen auf das Lernen. Seither schenkt er dem Umgang mit Emotionen an der PH mehr Beachtung.

Eine Dozentin für Geschichte und Geschichtsdidaktik arbeitet zusätzlich als Sek-I-Lehrerin, erprobt dabei digitale Unterrichtsmethoden im Geschichtsunterricht und gewinnt für die Arbeit an der PH wichtige Erkenntnisse, wie man geschichtliche Fenster für Jugendliche öffnen kann.

In jedem dieser Porträts wird klar, wie erkenntnisreich es für PH-Mitarbeitende ist, den Puls der Praxis zu spüren und das theoretische Wissen auch real erproben und kritisch reflektieren zu können. Umgekehrt profitieren Lehrpersonen aus der Praxis vom wissenschaftlichen Wissen, das ermöglicht, ihre pädagogische und methodische Arbeitsweise evidenzbasiert zu untermauern und zu spiegeln.

Der spannende Einblick in die Arbeit von 22 Mitarbeitenden Pädagogischer Hochschulen zeigt somit die enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Praxis, die ein gegenseitiges Profitieren ermöglicht.

Dem gegenüber steht die Meldung, dass es anscheinend zunehmend schwierig wird, an den Pädagogischen Hochschulen Personal zu finden, das neben den akademischen Qualifikationen auch über einen ausgewiesenen Berufsfeldbezug verfügt.

Gemäss einer Studie der Wirtschaftshochschule und der Pädagogischen Hochschule Luzern verfügen rund zehn Prozent der Dozentinnen und Dozenten an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen über keine relevante Praxiserfahrung, und weitere knapp fünf Prozent haben nur ein oder zwei Jahre in einem relevanten Praxisfeld gearbeitet.

Genau hier knüpft das Projekt «Doppeltes Kompetenzprofil der Pädagogischen Hochschulen» an, in dessen Rahmen die vorliegende Publikation entstanden ist: Als eine individuelle Personalentwicklungsmassnahme wird das «Problem» an der Wurzel gepackt. Das Projekt gibt Anstoss dazu, die Pädagogischen Hochschulen und die Schulen vor Ort noch besser zusammenzubringen und den Wissensaustausch als gemeinsamen Lernprozess zu gestalten. Dabei ist wichtig, dass nicht nur der Nachwuchs an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen berücksichtigt wird, sondern auch jene Dozentinnen und Dozenten, die schon lange an den Hochschulen tätig sind.

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) begrüsst und unterstützt die Bestrebungen, den Berufsfeldbezug von PH-Mitarbeitenden zu stärken. Damit kann der Puls vor Ort noch besser gefühlt und können die Erfahrungen und Herausforderungen des praktischen Unterrichtens für Lehrpersonen und Schülerschaft noch besser erfasst werden. In der engeren Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis sieht der LCH viele Vorteile, insbesondere lassen sich so wichtige Erkenntnisse gewinnen, die zurück in die Hochschulen und Schulen fliessen und somit letztlich besonders auch den PH-Studierenden und den Schülerinnen und Schülern zugutekommen.

Dagmar Rösler

Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, LCH

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Jürg Arpagaus, Christa Scherrer

Einleitung

Dieses Buch porträtiert Menschen an Pädagogischen Hochschulen (PH), die sich in ihrer Arbeit in sehr unterschiedlicher Weise mit dem Berufsfeld von Lehrpersonen, Berufsbildungsverantwortlichen, schulischen Heilpädagoginnen, Logopäden, Psychomotoriktherapeutinnen oder Schulleitenden auseinandersetzen, um als Forschende, als Lehrende, als wissenschaftliche Mitarbeitende oder als Führungspersonen einen Beitrag für eine gute Bildung in der Schweiz zu leisten. Der an den Pädagogischen Hochschulen allgegenwärtige Bezug zu den Schülerinnen und Schülern oder Lernenden und den Schulen als Ort des Lehrens und Lernens ist ein wesentliches Merkmal der Pädagogischen Hochschulen. Gleichzeitig fordert gerade dieser Bezug das wissenschaftliche Personal an Pädagogischen Hochschulen in vielerlei Hinsicht heraus.

Mittendrin ist vielerorts – die Porträtierten sind, wie auch die Herausgeberinnen und der Herausgeber des Buches, auf sehr unterschiedlichen Wegen zu den Aufgaben an der PH, ihren Arbeitsmittelpunkten, gekommen. Das geht aus den Porträts hervor. Die im Folgenden eingefügten Berichte geben kurze Einblicke in die Wege des Herausgebers Jürg Arpagaus und der Herausgeberin Christa Scherrer. Sie verweisen damit auch auf die fragende Haltung, die die Entstehung des Buches leitete und die auch im Projekt «Doppeltes Kompetenzprofil» (PgB-Projekt) gepflegt wurden.

Als Quereinsteiger an der Pädagogischen Hochschule ist mir als Bildungssoziologen aufgefallen, dass nicht nur viele ehemalige Volksschullehrpersonen an den Pädagogischen Hochschulen arbeiten, sondern auch, dass sie sich zum Beispiel als Dozierende in Weiterbildungen oder in der Forschung sofort als ehemalige Lehrpersonen zu erkennen geben, so Jürg Arpagaus. Ich habe in der Auseinandersetzung mit dem «doppelten Kompetenzprofil» im Rahmen des PgB-Projekts aus dem Programm P-11 «Doppeltes Kompetenzprofil der Pädagogischen Hochschulen: Institutionelle und individuelle Anforderungen an den Berufsfeldbezug» zu verstehen gelernt: Dieses Bekenntnis ist einerseits Ausdruck dafür, dass PH-Dozierende ihr Handeln an der Hochschule auf das Berufsfeld der Lehrpersonen ausrichten wollen, und anderseits dafür, dass ihnen das selbst Erlebte wichtig für ihr Selbstverständnis als Mitarbeitende an einer Pädagogischen Hochschule ist.

Die akademisch – und praktisch – interessante Frage für mich persönlich war, ob Mitarbeitende der Pädagogischen Hochschule das Handwerk von Lehrpersonen beherrschen und über diese Primärerfahrungen im Schulzimmer verfügen müssen, um ihre Tätigkeiten an der Pädagogischen Hochschule – sei es in der Lehre oder in der Forschung – ausüben und ihre Arbeit effektiv auf das Berufsfeld ausrichten zu können. Oder anders gefragt: Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Ausbildung und der Berufserfahrung als Lehrperson und der Qualität der Arbeit und Produktivität von Dozierenden an Pädagogischen Hochschulen?

Diese Fragen konnten wir im Projekt nicht abschliessend beantworten. Es war auch nicht unsere Aufgabe, diese Frage zu beantworten. Wir haben uns jedoch auf die Spurensuche gemacht und uns im Rahmen des Projekts gefragt, wie diese Norm eines «doppelten Kompetenzprofils» der Dozierenden in der Ausbildung künftiger Lehrpersonen gestaltet wird und wie sich Dissertation und Lehrdiplom als formale Anforderung an Dozierende begründen lässt. Weiter interessierte uns, über welche formalen Kompetenzen die Dozierenden in der Ausbildung künftiger Lehrpersonen beziehungsweise an den Pädagogischen Hochschulen heute verfügen. Und wir konnten nach den Erwartungen fragen, die Studierende und Dozierende selbst an ein Kompetenzprofil von Dozierenden an Pädagogischen Hochschulen und an deren Berufsfeldbezug haben. Besonders interessierte uns die Art und Weise, wie die Menschen an den Pädagogischen Hochschulen arbeiten. Welches Wissen und welche Erfahrungen beziehen sie ein, wenn sie den vielfältigen und allgegenwärtigen Bezug zu den Schülerinnen und Schüler, den Lernenden und den für sie zuständigen Bildungsfachleuten gestalten? Welchen Herausforderungen begegnen sie, und wie gehen sie in ihrer Professionalität damit um? Das vorliegende Buch gibt Einblicke in diese Spurensuche.

Mein Zugang als ehemalige Primarlehrerin zur Professionalität an Pädagogischen Hochschulen unterscheidet sich wesentlich von demjenigen meines Kollegen, macht Christa Scherrer deutlich. Als ich Dozentin an der PH wurde, war ich zeitgleich noch an der Uni Studentin der Erziehungswissenschaft.

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