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Mitarbeitertypen

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweis zum Urheberrecht
  2. Impressum
  3. Vorwort
  4. Unterschiede managen – eine Führungsaufgabe
    1. Das Erfolgsrezept der Menschheit: Vielfalt
    2. Die große Herausforderung heute
      1. Gleiche Anforderungen – unterschiedliche Wege
    3. Was Ihnen typgerechte Führung bringt
  5. Vom Individuum zum Typ
    1. Was ist individuell – was ist gleich?
      1. Einmalig und trotzdem ähnlich!
    2. Können wir Mitarbeiter ändern?
    3. Typische Charakterzüge: Big Five
      1. Fünf Persönlichkeitsdimensionen
      2. Ein Persönlichkeitsprofil erstellen
        1. Ein Schema für die Dimension „Neurotizismus – emotionale Stabilität“
      3. Praxistauglichkeit der Tests
    4. Seelische Heimatgebiete: das Riemann-Thomann-Kreuz
      1. Achse Nähe – Distanz
        1. Der Nähe-Typ
        2. Der Distanz-Typ
      2. Achse Dauer/Ordnung – Wechsel/Dynamik
        1. Der Dauer-/Ordnung-Typ
        2. Der Wechsel-Typ
      3. Seelische Heimatgebiete
      4. Herausforderung für Führungskräfte
        1. Selbsteinschätzung
        2. Übung: Selbsteinschätzung
  6. Mitarbeitertypen erkennen und führen
    1. 11 Typen in Ihrem Arbeitsumfeld
      1. Der Bürokratische: Alles geht seinen geregelten Gang
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      2. Die Ängstliche: Ob ich das wohl kann?
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      3. Der Pragmatische: Hauptsache, das Ergebnis stimmt
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      4. Die Kreative: Es gibt für alles viele tolle Lösungen!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      5. Die Perfektionistin: Alles muss hundertprozentig sein. Immer!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      6. Der Einzelkämpfer: Wenn ich’s nicht mache, geht’s in die Hose
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      7. Die Warmherzige: Ich helfe gern!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      8. Der Gemütliche: Nur kein Stress!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      9. Der Star: Keiner ist so gut wie ich!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      10. Der Spezialist: Alles Knifflige interessiert mich!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
      11. Die Abenteurerin: Neues? Risiko? Ich bin dabei!
        1. Mögliche Problematik im Job
        2. Hinweise für Führungskräfte
    2. So führen Sie richtig: variabel fordern und unterstützen
      1. Das Typische im Individuellen sehen
      2. Den Kommunikationsstil variieren
      3. Die Wahrnehmung überprüfen
      4. Ganzheitlich betrachten: Wo Licht ist, ist auch Schatten
        1. Übung: Licht und Schatten erkennen
      5. Die ressourcenorientierte Perspektive
        1. Übung: Ressourcenorientierte Perspektive
        2. Mögliche Lösungen:
      6. Entwicklungsfelder eröffnen
        1. Übung: Wertequadrat
        2. Mögliche Lösung:
      7. Typgerechte Anforderungen und Aufgaben stellen
      8. Klima der Toleranz und Kooperation
  7. Gesprächsführung mit unterschiedlichen Typen
    1. Gespräche typgerecht vorbereiten
    2. Wichtige Gesprächstechniken
    3. Überzeugen
      1. Zahlen und Fakten
      2. Werte und Normen
      3. Folgen
      4. Nutzen
      5. Ziele
      6. Anliegen
    4. Motivieren
      1. Grundformen der Motivation
        1. Intrinsische Motivation
        2. Extrinsische Motivation
        3. Aufgabenorientierte Motivation
        4. Kontextorientierte Motivation
      2. Motivationstypen
        1. Der ergebnisorientierte Motivationstyp
        2. Der entwicklungsorientierte Motivationstyp
        3. Der wirkungsorientierte Motivationstyp
        4. Der integrative Motivationstyp
    5. Delegieren
    6. Feedback geben und kritisieren
      1. Wer Feedback braucht
      2. Wer gern auf Feedback verzichtet
      3. Wer Probleme mit Kritik hat
    7. Meetings moderieren
      1. Blitzlicht
      2. Kartenabfrage
      3. Punktabfragen
      4. Strukturierte Diskussionsleitung
    8. Mit schwierigen Typen umgehen
      1. Narzissten
        1. Was tun mit Narzissten im Team?
      2. Jammerer
        1. Was tun mit Jammerern?
      3. Die Negativen und Bedenkenträger
        1. Was tun mit Negativen und Bedenkenträgern?
      4. Launische, Motzige und Cholerische
        1. Was tun mit Launischen und Motzigen?
  8. Literatur
  9. Die Autorin
  10. Weitere Literatur
  11. Stichwortverzeichnis
  12. Arbeitshilfen online

[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Abbildung

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Vorwort

Als Privatpersonen umgeben wir uns vorzugsweise mit Menschen, mit denen wir uns gut verstehen. Warum sollten wir unsere Freizeit mit jemandem verbringen, der uns mit seiner Pedanterie oder seiner Empfindlichkeit auf die Nerven geht? Im Arbeitsleben können wir das weniger frei entscheiden. Da haben wir zwangsläufig auch mit Leuten zu tun, deren Verhalten uns befremdet. Hier gibt es jedoch einen Trick: Man beschränkt sich im Kontakt mit ihnen einfach aufs Allernötigste.[2]

Nur als Führungskraft können Sie sich es nicht mehr erlauben, anderen gezielt aus dem Weg zu gehen und sie einfach machen zu lassen. Sie müssen mit den Menschen arbeiten, die Sie in Ihrem Team vorfinden – so wie sie sind. Von Konrad Adenauer ist der Rat überliefert: „Nehmen Sie die Menschen wie sie sind – andere gibt’s nicht.“ Menschen zu führen, die einem nicht liegen, die ganz anders ticken als man selbst oder die einem vielleicht sogar richtig unsympathisch sind – das ist allerdings eine echte Herausforderung!

In diesem TaschenGuide erfahren Sie, warum Menschen so verschieden sind und wie Sie mit diesen Unterschieden umgehen können. Verstehen Sie, wie andere Typen „ticken“, können Sie Ihren Führungsstil typgerecht anpassen. Ihre Nerven werden dadurch geschont und Ihre Zusammenarbeit wird sich deutlich verbessern!

Anja von Kanitz

Unterschiede managen – eine Führungsaufgabe

Vielfältige Begabungen, Interessen und Fähigkeiten sind das Erfolgsrezept der Menschheit – auch heute in einer eng getakteten und stark regulierten Arbeitswelt.

In diesem Kapitel erfahren Sie,

  • welche Vorteile es hat, dass viele unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten,[3]

  • welche Herausforderungen das an Sie als Führungskraft stellt und

  • was Sie gewinnen, wenn Sie diese Unterschiede in Ihrer Führung berücksichtigen.

Das Erfolgsrezept der Menschheit: Vielfalt

Die Menschheit hat sich in den letzten 200.000 Jahren rasant entwickelt: vom affenähnlichen Säugetier hin zu einer Spezies, die sich ihre Nahrung selbst anbaut, Krankheiten bekämpft und Flugzeuge entwickelt. Wie war dies möglich? Eine Antwort darauf ist die stark ausgeprägte Fähigkeit verschiedener Menschen zu kooperieren. Man teilt seine Erfahrungen und seine Erfolge. Man gibt sie weiter. Aufgaben, die man alleine nicht lösen kann, löst man gemeinsam. Man ergänzt sich. Der eine ist stark, die andere schlau, der nächste ausdauernd. Im Zusammenspiel sind die Menschen stärker geworden als alle anderen Lebewesen; stärker als die Widerstände, denen sie begegneten, und clever genug, um selbst für die vertracktesten Probleme Lösungen zu finden. Einer hat eine Idee, die nächste entwickelt sie weiter, jemand anderes experimentiert damit und wieder andere konstruieren darauf aufbauend eine nie da gewesene Lösung. Das Erfolgsrezept lautet: Unterschiedlichkeit, Austausch von Wissen und Kooperation.

Wären wir Menschen alle gleich, wäre diese Entwicklung unmöglich (gewesen). Sie beruht darauf, dass wir unterschiedliche Begabungen, Temperamente, Fähigkeiten, Interessen und Ideen haben. Und darauf, dass wir uns darüber austauschen und von anderen lernen können. Bronzewerkzeuge aus Palästina, Zahlen aus Arabien, Papier aus China, landwirtschaftliche Bewässerungssysteme aus Ägypten und Rom, Sportwettkämpfe und Demokratie aus Athen – schon früher fand dieser inspirierende Austausch weltweit statt. Und auch damals sind die Menschen arbeitsteilig vorgegangen. Nicht jede konnte alles und nicht jeder machte alles. Aber jeder machte irgendetwas, das der Gemeinschaft und dem Überleben der Gemeinschaft zugutekam.[4]

Wichtig

Ein Erfolgsrezept: Akzeptieren Sie, dass Menschen unterschiedlich sind. Lassen Sie sie das tun, was sie am besten können. Sorgen Sie dafür, dass sie mit vereinten Kräften auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten.

Dass es unterschiedliche Persönlichkeiten gibt, ist menschheitsgeschichtlich ein Vorteil. Wären alle Menschen scheu, ängstlich und introvertiert, hätten sie nichts getan und entdeckt, was Selbstbewusstsein und Risikobereitschaft erfordert. Australien wäre nicht besiedelt, Amerika nicht von den Europäern entdeckt worden. Wären hingegen alle selbstbewusst und risikofreudig, gäbe es die Menschheit sehr wahrscheinlich nicht mehr. Die Vorsichtigen sicherten den Fortbestand der Menschheit, indem sie Risiken vermieden, während viele Wagemutige ihre Neugier und Experimentierfreude mit dem Leben bezahlten. Wir verdanken unser Leben und Überleben auch dem Umstand, dass wir als Typen sehr verschieden und trotzdem in der Lage sind zusammenzuarbeiten.

Heute ist auch der Erfolg eines Unternehmens abhängig davon, dass sich verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Kenntnissen, Erfahrungen, Begabungen für die gemeinsame Sache einsetzen. Verlangt man vom Controller systematisches, analytisches, penibles Arbeiten, so sollte die Vertriebschefin ein gutes Gefühl für die Kunden, aber auch für die unterschiedlichen Charaktere ihres Teams haben. Sie muss strategisch denken, gut motivieren und netzwerken können und auch mit Produktentwicklern und Marketing-Fachleuten gut kooperieren. Penibel muss sie dafür nicht sein. Ein modernes Unternehmen braucht für verschiedene Aufgabenprofile verschiedene Persönlichkeitstypen. Allen gemein ist, dass sie mit anderen, die anders sind, kooperieren und kommunizieren können müssen – das Erfolgsrezept der Menschheit seit vielen tausend Jahren. Trotzdem ist es heute anders – schwieriger.[5]

Die große Herausforderung heute

Früher musste eine kleine, überschaubare Zahl von Menschen in einem Clan, einem landwirtschaftlichen oder handwerklichen Betrieb miteinander klarkommen. Vertraute Menschen, die sich überwiegend von Kind an kannten, kooperierten miteinander. Man lebte naturnah und war räumlicher Enge nur in der Kälte oder in der Nacht ausgesetzt. Die Zeit war durch den Lauf der Sonne und die Jahreszeiten rhythmisiert. So war für ausreichend Schlaf und Müßiggang gesorgt.

Heute sind die Gruppen, mit denen wir im Job zu tun haben, deutlich größer. Sie sind bunt zusammengewürfelt: Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts, die sich vorher nie gesehen haben. Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungen, Gewohnheiten und Persönlichkeiten und aus zahlreichen Herkunftsländern müssen an den gleichen Aufgaben auf das gleiche Ziel hin arbeiten. Sie verbringen viele Stunden des Tages dicht gedrängt in Büros und Besprechungsräumen. Sie müssen unter Zeitdruck komplexe Probleme diskutieren und gemeinsam entscheiden. Früher entschied einer alleine und die anderen folgten. Heute reicht das Wissen einer einzelnen Person nicht mehr aus, um in der global vernetzten und hoch technisierten Wirtschaftswelt den nötigen Überblick für Entscheidungen zu haben.[6]

In modernen Unternehmen und Institutionen finden wir uns statt in überschaubaren, vertrauten Gemeinschaften in großen, unübersichtlichen, dicht bevölkerten Systemen wieder. Unterschiedliche Typen gab es schon immer. Aber dass diese so eng zusammenleben und in wechselnden Gruppen kooperieren müssen, ist neu.

Wichtig

Die große Zahl der Kontakte, wechselnde Gruppen, die räumliche Enge in Büros, zeitliche Taktung und der Zwang zur Kooperation sehr unterschiedlicher Typen stellen eine ganz neue Herausforderung für jeden einzelnen Menschen und speziell für Führungskräfte dar. Das erfordert mehr als je zuvor die Fähigkeiten, andere zu verstehen und Toleranz zu üben.

Gleiche Anforderungen – unterschiedliche Wege

In großen Systemen wie Unternehmen, Verwaltungen und Institutionen herrschen vereinheitlichte Regeln und Anforderungen. Die Menschen sind aber so verschieden wie eh und je. Als Führungskraft sind Sie mittendrin: Auf der einen Seite stehen die fest definierten Ansprüche, Aufgaben und Ziele Ihres Unternehmens, auf der anderen die unterschiedlichen Menschen mit ihrer sehr eigenen Art, Dinge wahrzunehmen und sich den Aufgaben und Anforderungen zu stellen. Was tun? Alle gleich behandeln? Man hat das lange versucht und schließlich gemerkt, dass es nicht funktioniert. Nicht nur im Profifußball hat man umgestellt auf individualisierte, typgerechte Führung. Ein guter Trainer holt durch personenspezifisches Training und individuelle Ansprache das Beste aus jedem Einzelnen heraus. Doch trotz ihrer Unterschiedlichkeit müssen die Spieler auf dem Platz als Team funktionieren, sich ergänzen. Die Schwächen des einen werden durch die Stärken des anderen ausgeglichen und umgekehrt. Nur wenn das gelingt, können sie als Mannschaft überzeugen.[7]

Gleiches gilt für gute Führungskräfte. Sie schauen genau hin: Was ist das für ein Typ? Was braucht er, um seine Sache gut zu machen? Was liegt ihr? Was mag sie nicht? Auf welche Ansprache reagiert er? Was lähmt ihn? Was motiviert sie? Auch wenn die Ansprüche im Unternehmen an alle gleich sind, Leistungen gemessen und verglichen werden, so sind die Menschen doch offensichtlich sehr verschieden. Die Anforderungen mögen gleich sein. Aber die Wege, die die Menschen gehen, um ans Ziel zu kommen, sind verschieden. Manchmal müssen auch die Ziele verschieden sein. Vorgesetzte müssen also je nach Typ unterschiedlich begleiten und führen, wenn sie erfolgreich sein wollen.

Wichtig

Typgerechte Führung ermöglicht es Ihnen als Führungskraft, den Spagat zwischen Anforderungen des Unternehmens und der Realität der Menschen so gut wie möglich hinzubekommen.[8]

Was Ihnen typgerechte Führung bringt

Wenn Sie sich mit Persönlichkeitstypen auseinandersetzen, versuchen Sie einen Überblick über das soziale Gefüge in Ihrer Umgebung zu bekommen. Sie sehen nicht nur eine Menge verschiedener Menschen, sondern Menschen, die in groben Zügen Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben, Menschen, die Gemeinsamkeiten mit Ihnen aufweisen und solche, die sehr anders „funktionieren“. Dieser Überblick hilft Ihnen, besser zu begreifen, was sich zwischen Ihnen und den anderen abspielt:

  • Sie können schneller Problemfelder erkennen, die auf der Unterschiedlichkeit von Persönlichkeiten beruhen, und besser realitätstaugliche Lösungen finden.

  • Es wird Ihnen besser gelingen, in Gesprächen auf Einzelne einzugehen, weil Sie verstehen, wie sie „ticken“ und wie Sie etwas bei ihnen erreichen.

  • Sie können die Arbeit im Team so organisieren, dass Sie die unterschiedlichen Stärken der Teammitglieder gezielt nutzen. Die Arbeit aller wird auf diese Weise effizienter und freudvoller.

  • Es wird Ihnen leichter fallen, gelassener und bewusster mit Menschen umzugehen, die anders sind als Sie. Dadurch schonen Sie Ihre Nerven.

  • Sie wissen genauer, was Sie von Einzelnen fordern und verlangen können und wo es besser ist, es sein zu lassen und die Energien sinnbringender einzusetzen.

  • Sie können Ihr Team gezielt typgerecht ergänzen und so für Ausgeglichenheit sorgen.[9]

  • Sie sind durch Ihr Verhalten Vorbild für den Umgang mit Unterschiedlichkeit – der sog. Diversity – und können die Atmosphäre im Team hin zu Toleranz und Kooperation prägen.

Auf einen Blick: Unterschiede managen

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