Logo weiterlesen.de
Minutenwissen für den Mann von Welt

Über dieses Buch

Was muss der moderne Mann von Welt wissen, wie darf er sich verhalten, wie verschafft er sich die Pole Position im Kampf um die besten sozialen Futterstellen? Darf er sich die Beine rasieren, nach Mallorca reisen, Kompromisse in Beziehungen machen? Welches Auto ist wirklich cool, und wie steht er eigentlich zu operierten Brüsten? So viele Fragen, so wenig Möglichkeiten, das richtige Kreuzchen zu machen ... Dieses Buch hilft dabei, nicht die Orientierung zu verlieren- mit Tricks und Fakten, aber vor allem mit saukomischen Weisheiten.

Über den Autor

Harald Braun, geboren 1960, lebt als Fußballprofi in Hamburg. Da kein Verein bereit ist, ihn für seine Künste angemessen zu entlohnen, spielt er unentgeltlich für den SV Rugenbergen, die Ü33, den FC Freischütz München, zudem für die Betriebssporttruppen von Gruner & Jahr und der Hamburger Landesbank. Nach siebzehnjähriger Fron als fest angestellter Redakteur diverser Magazine lebt er nun als Buchautor sowie Reise- und Kulturjournalist in Horst bei Hamburg. Er steht spät auf, spielt viel Fußball, sitzt in der verbleibenden Zeit im Garten und grinst.

INHALT

  1. VORWORT: Der Mann von Welt
  2. RESPEKT: Werden Sie erwachsen!
    Wie man leben sollte, wenn man nicht mehr jung ist – und wie nicht
  3. ABENTEUER: Mimikry, Karneval und ein Paar Cojones
    Fünf Möglichkeiten, sich in eine gefährliche Situation zu begeben
  4. ALKOHOL: Dein Retter in der Nacht?
    Eine Menge Ansichten, eine Sicherheit – Alkohol ist keine Lösung
  5. AUTO: Vermeiden Sie um Himmels willen den Idiotentest
    Wie man sich im Straßenverkehr verhält, ohne ein Honk zu sein
  6. IMAGE I: Wer war noch mal dieser Robert Zimmermann?
    Ob Künstler- oder Deckname – nicht immer ist er eine gute Idee
  7. IMAGE II: Wer war doch gleich der Brioni-Kanzler?
    Eine Auswahl der amüsantesten Spitznamen für Promis unserer Zeit
  8. BETT: Spiel nie das ganze Lied in der ersten Nacht
    Wie man prima Oralsex hat – und gleichzeitig ein gutes Gewissen
  9. MOBIL: Mit der Luxusvilla auf die Straße
    Wie man Campen kann, ohne zu verwahrlosen – die Werbepause
  10. CHAMPAGNER: Das prickelnde Aphrodisiakum
    Wie man mit Haltung trinkt – ein Freund mit Benefits
  11. HEIMATKUNDE: Deutsche Ortsnamen
    Zwischen Frankenstein und Fucking – so bizarr heißt Deutschland
  12. ETIKETTE: Ist der Ruf erst ruiniert ...
    Wie man sich daneben- und wie man sich goldrichtig benimmt
  13. PLASTISCHE CHIRURGIE: Falscher Hase
    Was man sieht, wenn man sehen kann – die Wahrheit über Doppel-D(ösig)
  14. FUSSBALL: Winning Ugly
    Wie man das Spiel entehrt – und damit überall durchkommt
  15. HAARE: Mit kahler Würde
    Wie die Glatze nicht zum sozialen Exitus wird
  16. HOTEL: Das Ungeheuer von Loch Ness
    Jeder kennt’s, keiner hat’s gesehen: das Upgrade
  17. KÜCHE: Fünf Freunde und das Geheimnis des guten Gerichts
    Wie Sie in Zukunft in der Küche kein Vollversager mehr sind
  18. FITNESS: Die Stockstolperer
    Was Sie über Nordic Walking wissen sollten
  19. OLDTIMER: Plädoyer für einen Hausfrauen-Porsche
    Achtung: Dies ist nur ein stellvertretender Blindtext
  20. OUTBACK: Die Trostlosigkeit in Tüten
    Wie man Australien nicht bereisen sollte – und warum
  21. SMALLTALK: Geschmunzelt, nicht gebrüllt
    Fakten & Anekdoten für den schnellen Party-Smalltalk
  22. KOSMETIK: Nur die Gene? Von wegen!
    Warum Männern Kosmetik immer noch ein wenig peinlich ist
  23. FRAUEN: Drei Buchstaben, ein Kriegszustand
    Wie PMS das Leben zur Hölle macht – Frauen und Männern
  24. POESIE: Ein Gedicht, zwei oder drei ...
    Warum man ein wenig Poesie im Alltag braucht – und welche
  25. POLITIK: Von Witwenmachern und Hammelsprüngen
    Ein Grundkurs für die bunte, weite Welt der Politik
  26. REISE I: So werden Sie Reiseweltmeister
    Wie ein exklusiver Klub die Welt neu aufteilt
  27. REISE II: Die Black Box trägt neuerdings Orange
    … und andere unverzichtbare Informationenüber das Reisen
  28. MORAL: Die Puff-Lüge
    Warum Männer nicht ins Bordell gehen (Und wer zahlt die Millionen?)
  29. GOURMET: Essen im Abenteuerland
    Zehn ungewöhnliche Vorschläge für den perfekten Abend im Restaurant
  30. LIEBE: Was Frauen wollen
    Wie man eine Partnerin findet, und zwar möglichst die richtige
  31. SEX: Haben Sportler den besseren?
    Einige Bemerkungen zu einem fatalen Missverständnis
  32. ENERGIE: Die Superfresser
    Fünf Autos, die kein anständiger Mensch mehr fahren darf
  33. PROMISKUITÄT: Alles muss, nichts geht
    Gibt es eine elegante Art, im Swingerklub zu verkehren?
  34. FERNSEHEN: Vierzig Jahre Mord zum Sonntag
    Warum der Tatort so gut ist – es hat mit den Frauen zu tun ...
  35. FREITOD: Alle 47 Minuten ein Selbstmord – in Deutschland
    Verbrechen? Menschenrecht? Männerdisziplin?
  36. TIERWELT: Friedliches Miteinander?
    Wie Sex bei Tieren geht – ziemlich abgefahren
  37. MYTHEN: Über den Wolken
    Warum bloß trinken Fluggäste freiwillig Tomatensaft?
  38. WEIN: Die edelsten Tropfen der Welt?
    Wo der beste Wein angebaut wird – und wer sein größter Kritiker ist
  39. WILDLIFE: Die fünf unangenehmsten Tiere Australiens
    Wo sie (besser nicht) zu finden sind und was man gegen sie unternehmen kann
  40. ZAHLENSPIELE: Nutzlos, aber amüsant
    Ziffern, die beeindrucken – und garantiert nicht verhandelbar sind
  41. MUNDHYGIENE: Elektrisch oder Old School?
    Von der Qual, alle drei Monate die perfekte Zahnbürste zu finden

VORWORT

DER MANN VON WELT

ALS ICH BEKANNT GAB, dass ich dieses Buch schreibe, wurde mir hin und wieder die Frage gestellt (meist milde lächelnd): »Was genau macht einen Mann von Welt aus?« Der Unterton dieser Frage war nicht schwer zu entschlüsseln. Im Prinzip nämlich fragten all diese Menschen: »Was weißt du schon davon?«

Gut, da mag ein Fünkchen Wahrheit dran sein. Ehrlich gesagt steckt in mir nicht so wahnsinnig viel »Mann von Welt«, ich finde den Begriff ja selbst ein wenig merkwürdig. Das Problem ist, dass auch kein anderer Begriff, keine andere Marke dem Typ Mann gerecht werden würde, den ich mit diesem Buch gerne ansprechen möchte. Oder würden Sie gern ein smarter Mann sein, ein moderner oder gar ein ernsthafter? Hilfe. Dann schon lieber einer von Welt – möglichst auch noch von dieser. (Vergessen Sie einmal für ein paar Minuten den Klubsessel, die Zigarre und den Billardsalon, der Ihnen sofort zum Begriff »Mann von Welt« einfällt.)

Faktisch beziehe ich aus nicht viel mehr als der Zugehörigkeit zu einer gewissen Geschlechter- und Altersgruppe meine Legitimation, hier als Autor anzutreten – als der naseweise Schlaumeier eben, der hier ungefragt gut gemeinte Ratschläge erteilt. Zu irgendwas muss mein fortgeschrittenes Alter doch gut sein! Ich mache schon seit mehr oder weniger dreißig Jahren bei dieser Veranstaltung mit, die »Mann« heißt und sich, wie jeder weiß, in den schillerndsten Erscheinungsformen präsentiert. Und ich habe sie alle durchgemacht. Ernsthaft: Ich weiß ziemlich genau, wie man sich als Mann in den besten Jahren verhalten sollte – theoretisch. Ich verfüge auch deshalb über eine gewisse Expertise, weil es bei mir so selten geklappt hat.

Möglicherweise reicht das als Rechtfertigung für Sie nicht aus, um mich als glaubwürdigen Ratgeber zu akzeptieren. Ich finde das verständlich, keine Sorge. Zumal ja auch die zweite Schwachstelle dieses Buches ziemlich offensichtlich ist: Benötigen echte »Männer von Welt« überhaupt irgendwen, der ihnen sagt, wo es langgeht? Ist es nicht ein Zeichen von Alter, Reife und solidem Selbstbewusstsein, sich auf seinen inneren Kompass verlassen zu können? Lesen nicht nur Loser Ratgeber?

Tja, da ist natürlich auch was dran. Möglicherweise ist dieses Buch komplett überflüssig. Ich bin jedoch geneigt, zu widersprechen, zumal ich ja nicht nur hübsch verpackte Schwänke aus meinem Leben zum Besten gebe und dabei höchst strittige Ansichten über den richtigen Umgang mit Frauen, Fußball und Verkehrsmitteln zum Vortrag bringe. Nein, bei mir lernen Sie auch was, ganz objektiv und so kompakt aufbereitet, dass Sie in Minutenschnelle Neues lernen. Wann die Keilerei bei Issos war zum Beispiel, oder was ein Hammelsprung ist, oder warum ein Blowjob ein semantisches Problem impliziert.

Klar, Sie können auch in Zukunft auf derartiges Wissen verzichten und sich beim Party-Smalltalk weiterhin aus den Ressourcen des Wetterberichtes bedienen. Kein Problem. Bleiben Sie eben ein verstockter Langweiler. Aber beschweren Sie sich nicht bei mir.

Ein bisschen buntes Wissen steht jedem Mann von Welt. Denken Sie an die Weisheit Marie von Ebner-Eschenbachs, die Folgendes gesagt hat (ich paraphrasiere): Man sollte schon was wissen, um verbergen zu können, dass man im Grunde nichts weiß. Oder so ähnlich.

RESPEKT

WERDEN SIE ERWACHSEN!

Glauben Sie nicht alles, was als weiser Spruch daherkommt: Kein Mensch ist nur so alt, wie er sich fühlt. Schauen Sie sich Dieter Bohlen oder Flavio Briatore an, und Sie wissen, was ich meine.

»Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, dass man nicht mehr dazugehört.«

SALVADOR DALÍ

SICHER, MAN KANN IN WÜRDE ALTERN. Man darf sich nur nicht an Bauernweisheiten klammern. »Man ist nur so alt, wie man sich fühlt« zum Beispiel ist ausgemachter Humbug. Jeder über vierzig, der glaubt, er könne sich erlauben, ein Hip-Hop-Festival zu besuchen, eine orangene Trainingsjacke zu tragen oder Skateboard zu fahren, verdient es, als tragische Figur auf dem Marktplatz ausgestellt zu werden. Und sein Facebook-Account gehört auch geschlossen.

Nein, jetzt mal ernsthaft: Warum wollen so viele Männer nicht wahrhaben, dass ihre Jugend vorbei ist? Warum können sie sich nicht zurücklehnen, ein gutes Buch lesen, Weinkenner werden und anfangen, Bayern München Respekt zu zollen? Und warum zum Teufel können Männer nicht aufhören, jeder Frau nachzuschauen? Okay, ich formuliere es anders: Warum belassen wir es nicht dabei, leise zu seufzen, wenn wir schon schauen müssen? Das hätte immerhin ein wenig Klasse. Wenn ich mich so umhöre, bringen viele von uns das partout nicht fertig. Feiste Politiker »verlieben« sich in Siebzehnjährige, die sie in einem Sozialen Netzwerk kennengelernt haben: »Es war Liebe!« Ergraute Schauspieler ehelichen aufgespritzte It-Girls. Beim Promi-Boxen hauen sich geriatrische Alphamännchen auf den Köbes, um beiwohnende Nachwuchsmoderatorinnen von RTL2 zu beeindrucken.

Schön ist das nicht. Es wirkt sogar ein wenig verzweifelt, wenn Sie mich fragen. Was ist dagegen einzuwenden, mit rund vierzig Jahren das Fußballspielen aufzugeben, mit fünfzig den Tennisplatz zu vergessen und mit 65 auf dem Golfplatz zu enden – es gibt schließlich Leute, die glaubwürdig versichern, dass es sich dabei doch auch um Sport handelt.

Natürlich kostet es ein wenig Überwindung, sich hinzustellen und öffentlich zu erklären: »Ich trete jetzt etwas kürzer«, oder: »Ich verstehe diese jungen Leute einfach nicht mehr!« Aber es ist immer noch besser, als um jeden Preis dazugehören zu wollen. Denn das tut man schlicht und ergreifend nicht. Auch wenn man, wie der über fünfzigjährige Rainald Götz, einen Literaturpreis erhält und dies damit begründet, dass »der unbedingte Wille zur Zeitgenossenschaft« im eigenen Werk immer noch stark erkennbar sei. Okay, Götz kann nichts für diesen Satz, vielleicht treibt er sich immer noch gerne in Technoschuppen herum. Aber dass er dafür gefeiert wird, das ist das Problem. Offenbar geht es uns sogar im fortgeschrittenen Stadium des Verfalls darum, immer noch mitzumischen, nicht abgemeldet zu sein, jung zu erscheinen, koste es was es wolle – und wenn es die eigene Würde ist.

Es gibt einige prominente Vorreiter mit dieser Attitüde, sie verdienen den Peter-Pan-Preis am Bande: Rudi Assauer. Otto Waalkes. Roberto Blanco. Dieter Bohlen. Lothar Matthäus. Sascha Lobo. Klaus Wowereit. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Nicht jeder ist dabei jedoch so konsequent geschmacklos wie Flavio Briatore, einer der Könige in dieser Disziplin. Ich sah Flavio Briatore neulich in der Zeitung. Mit seiner etwa dreißig Jahre jüngeren Gespielin. (Ich scheue davor zurück, sie seine Gattin zu nennen.) Falls Sie nicht wissen, wer Flavio Briatore ist (was ich bezweifle), dann stellen Sie sich einen Spielhallenbetreiber mit Doppelkinn in einem bunten Blouson vor, multiplizieren das mit Goldkettchen, Glamour und viel Geld, und Sie sind nah dran. Oder Sie hören einfach mal bei den Zottelrockern von Jethro Tull rein, die in selbstironischer Larmoyanz schon 1976 in Too Old To Rock’n’ Roll: To Young To Die sangen: »Seine Haare waren einfach einen Tick zu lang. Und die Hosen einen Tick zu eng. Und das Bier einen Tick zu schal. Halt einfach einen Tick zu alt, der ganze Typ.«

Das klingt nicht sonderlich respektvoll, zumal nicht einmal Flavio Briatore zum Vorwurf gemacht werden darf, dass er älter wird. Aber darum geht es nicht. Älter werden ist keine Schande, das sagte ich ja bereits. Man muss es nur zulassen. Flavio Briatore hingegen wirkt meistens wie ein Mann, der auf Teufel komm raus nur genau so alt sein möchte, wie er sich fühlt. Siehe oben. Man könnte ihn auch als den Schutzpatron der Midlife-Crisis bezeichnen. Vielleicht ist Flavio Briatore – Jahrgang 1950 – mit sich im Reinen und ein glücklicher Mensch, es sei ihm gegönnt. Von Weitem aber wirkt sein juveniles Auftreten immer ein bisschen tragisch und ein bisschen unwürdig, zu gleichen Teilen. Und das ist leider kein Problem, das nur Flavio Briatore hätte.

Reden wir einen Moment lang über mich. Vor Kurzem betrat ich nach geraumer Zeit mal wieder eine Diskothek. Vielleicht war es auch ein »Club« oder eine »Tanzhalle«, bei diesen Dingen habe ich ein wenig den Überblick verloren. Jedenfalls handelte es sich um einen Ort, an dem ich mich schon nach fünf Minuten fühlte wie Rainer Calmund im Klubhaus der Taubstummen Vegetarier.

Ich hatte mich zwar in weiser Voraussicht schon leicht angetrunken und gebremst modisch verkleidet, wähnte mich also perfekt ausgestattet für einen amüsanten Abend in solch einem Etablissement. Doch eines hatte ich nicht bedacht: Nach den Maßstäben der meisten Gäste gehörte ich zu den Fossilien! Das konnte man sogar im Neondunkel sehen. In den Augen der Tänzerinnen, an die ich mich in alter Verbundenheit (oder sagen wir: nostalgischer Verblendung) herangepirscht hatte, blinkten Fragen auf: »Ist der vom Jugendamt?«, »Habe ich den bei Aktenzeichen XY schon mal gesehen?«, »Wird der gleich kollabieren?« Dabei hatte ich keineswegs die Absicht, mich diesen jungen Dingern ernsthaft zu nähern, sie vielleicht sogar auf ein Getränk einzuladen oder ihnen meine Telefonnummer aufzudrängen. Dazu bin ich jetzt doch schon zu lange etwas älter. Es war allein der Kontext der ganzen Situation, der mich zu einem verdächtigen Subjekt machte. Allerhöchstens als Mitglied der Rolling Stones hätte ich an Ort und Stelle mit Nachsicht rechnen dürfen. Vermutlich wurden die jungen Tänzerinnen durch mein Erscheinen an ihre eigene Sterblichkeit erinnert. Und wer will das schon, an einem warmen Juniabend, bei Tanzmusik, mit 21 Jahren?

Ich bin dann schnell geflüchtet. An eine Theke, an der hauptsächlich Menschen verkehren, die hin und wieder bei ARD und ZDF reinzappen. An einen Ort also, an dem man auch nach abgeschlossener Berufsausbildung noch gern gesehen ist, sofern man die Drinks bezahlen kann. Nach einigen Minuten in stiller Depression beschloss ich schließlich, das Problem mit dem Barkeeper zu besprechen. Wann zum Teufel hat das angefangen, dass einen die Praktikantinnen im Büro siezen? Warum gibt es auf den Partys, zu denen ich eingeladen werde, ein Catering, aber keinen DJ mehr, und warum in Gottes Namen versteckt meine Frau meine Turnschuhe im Keller?

Der Getränkemann zuckte nur mit den Schultern. Kunststück. Er ist erst Mitte dreißig und gehört vermutlich auch noch zu denjenigen über-dreißigjährigen deutschen Männern, die sich im Schnitt 8,4 Jahre jünger fühlen, als sie laut Personalausweis tatsächlich sind. Diese Tatsache haben diverse Untersuchungen ergeben. Erschreckend, nicht wahr? Vor allem, wenn man in Rechnung stellt, dass sie sich alle auch so benehmen.

Vielleicht hätte ich keinen dusseligen Barkeeper, sondern gleich Herrn Schopenhauer zu diesem Thema befragen sollen: »Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die folgenden dreißig sind der Kommentar dazu«, hat er einst geschrieben, 1851 schon. Gut zu wissen, dass man dieses Problem zu dieser Zeit also auch schon kannte.

Wissenswertes zum Reifeprozess des menschlichen Wesens ist auch im Buch von Claudius Seidl, Schöne junge Welt, nachzulesen, in dem der Autor allerdings behauptet, dass »wir nicht mehr älter werden«. Ich finde das falsch ausgedrückt: Wir tun vielleicht so, als ob wir nicht mehr älter werden, aber ein Blick in den Spiegel genügt, um das als alberne Illusion zu enttarnen. Seidl ist selbst längst über vierzig und klingt für mich, als ob er im dunklen Wald ein fröhliches Liedchen pfeift. Mag sein, dass Kulturkonsum, Lifestyle-Guides und ein Gym-Abo uns Alten dabei helfen, sich länger jung zu fühlen – aber man muss nur in die Gesichter der jungen Jungen blicken, die uns auf Sylt auf dem Mountainbike, in Monte Carlo im offenen Porsche oder in einem Berliner Klub in Nike-Sneakers über den Weg laufen, um zu wissen, was sie denken: »Netter Versuch, Alter!«

ABENTEUER

MIMIKRY, KARNEVAL UND EIN PAAR COJONES

Fünf alberne Abenteuer, mithilfe derer sich die Spreu vom Weizen und der Mann vom Weichei trennt. Oder, um es mit den Worten des Titans zu sagen:

»Eier, wir brauchen Eier!«

OLIVER KAHN

MEIN ERSTER VORSCHLAG klingt sicher auf den ersten Blick ein wenig ungewöhnlich. Aber ich versichere Ihnen: Sie werden Spaß haben, selbst wenn Sie scheitern.

Schleichen Sie sich doch einmal unbefugt auf eine Promi-Party oder auf ein feierliches Politiker-Bankett. Sie müssen es ja nicht gleich wie Hape Kerkeling machen, der 1991 als Königin Beatrix verkleidet vor dem Schloss Bellevue zum Staatsbesuch vorgefahren ist. Eine Nummer kleiner tut es auch. Inoffizieller Weltmeister in dieser international beliebten Freibier-Disziplin ist Carl Power, ein Spaßvogel aus Manchester, der seit über einem Jahrzehnt ständig im Rampenlicht von großen Sportveranstaltungen auftaucht – selbstverständlich ohne eingeladen zu sein. Zu seinen größten Triumphen zählt das Mannschaftsfoto von Manchester United beim Champions-League-Spiel gegen Bayern München im April 2001: Da steht Power in voller Montur neben Andy Cole, irgendwie hat er es also aufs Spielfeld und vor die Linse des offiziellen UEFA-Fotografen geschafft. Doch das war nicht alles: Er spielte schon ein paar Bälle auf dem Centre Court in Wimbledon und begegnete Michael Schumacher auf dem Formel-1-Siegerpodest in Silverstone.

Der aktuellste »Einschleicher« kommt aus Irland, wo das ganze Land im November 2011 über Conor Cunningham lachte. Der Fan der irischen Nationalmannschaft war mit Freunden ohne Eintrittskarte zum entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Estland nach Tallin gereist und hatte sich dort Einlass ins Stadion verschafft. Zufällig fand er in den Katakomben des Stadions einen Trainingsanzug und ein volles Ballnetz und marschierte derart kostümiert auch noch kackfrech zu Spielbeginn an den Spielfeldrand und setzte sich neben den Nationaltrainer von Estland. Einen besseren Platz hat Cunningham in seinem ganzen Leben nicht gehabt. Nach der Partie feierte er auf dem Spielfeld ausgelassen mit »seinem« Team – begleitet von den Kameras der Weltpresse. In Dublin ist Cunningham jetzt berühmt, und er hat noch einiges vor.

EINE HERAUSFORDERUNG ganz anderer Natur wäre die Teilnahme am Karneval in Rio, der jedes Jahr aufs Neue Hunderttausende Brasilianer und Gäste aus aller Welt verzückt. Hier hat das Abenteuer viele Namen. Viele weibliche Namen.

Vorsorglich lässt die Regierung im Vorfeld des sinnlichen Tanzvergnügens Kondome verteilen. Laut Nachrichtensender n-tv waren das im letzten Jahr rund achtzig Millionen Lümmeltüten. Doch bevor Sie darüber nachdenken, wie Sie dieses Angebot zielführend einsetzen, hier noch eine kurze Warnung: Obwohl viele der Cariocas – die Einwohner Rios – aus der Stadt flüchten, um sich dem irren Trubel zu entziehen, dürfte es extrem schwer sein, ein Bett für die Nacht zu ergattern. Die Hotelpreise steigen auf ein absurdes Niveau – und darauf zu spekulieren, bei einer der hübschen Brasilianerinnen aus den berühmten Sambaschulen unterschlüpfen zu dürfen, hieße hoch zu pokern. Aber warum nicht, hier reden wir ja gerade über Abenteuer ...

Dazu passt auch der folgende Hinweis: Womöglich haben Sie schon einmal davon gehört, dass die ohnehin recht eindrucksvolle Kriminalitätsrate in Rio während der Karnevalstage noch einmal ansteigt – trotz der Rekordzahl von 50.000 einsatzbereiten Polizisten. Ein wenig Vorsicht wäre also auch in dieser Hinsicht geboten. Aber was soll’s – ein bisschen Risikobereitschaft sollten echte Männer schon mitbringen. Und wenn selbst Jude Law den Mut aufbrachte, nach Rio zu reisen ... Er wurde 2011 in einer VIP-Area beim Tanzen gesichtet.

Nächster Ortstermin im Samba-Brasil: 8.-13. Februar 2013.

NATÜRLICH IST ES BESCHEUERT. Übermütig. Wahnsinnig. Ihr Versicherungsmakler wird Ihnen dringend abraten. Ihr Vater wird Sie enterben. Ihre Mutter wird Sie anflehen. Falls Sie eine Frau haben: Sie dürfte mit dem Gang zum Scheidungsanwalt drohen. Und Ihr Arbeitnehmer wird Ihnen vorsorglich kündigen, wenn er zu früh von Ihrem Plan erfährt. Und doch – irgendwie ist es eine coole Geschichte. Ich verspreche Ihnen, wenn Sie nicht Mitglied im örtlichen Fight Club sind oder einer Beschäftigung wie Banken ausrauben nachgehen, dürfte kein anderes Erlebnis für größeren Thrill sorgen als der Encierro, der Stierlauf durch die Altstadt von Pamplona.

Jedes Jahr zwischen dem 7. und 14. Juli startet dort pünktlich um acht Uhr morgens der Lauf von sechs Stieren und einigen begleitenden, aber ungefährlichen Ochsen. In der Regel dauert es drei Minuten, bis die wild gewordenen Kolosse die Stierkampfarena im spanischen Pamplona erreicht haben. Für die so genannten »Teilnehmer« in ihren weißen Hemden und roten Halstüchern können diese drei Minuten ganz schön lang sein. Vor allem, wenn sie versuchen, so lange wie möglich neben oder vor den Stieren her zu rennen – die vor Kraft strotzenden Tiere werden bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell. Auch wenn dabei seit 1924 nur (nur?) 15 Personen ums Leben kamen. Dieses Spektakel ist gefährlich. Alljährlich werden rund fünfzig Personen verletzt, einige davon schwer. 2006 etwa bockte ein Stier einen amerikanischen Touristen mit den Hörnern auf und verletzte ihn am Rückenmark – Querschnittslähmung war die Folge. Wie gesagt: Es ist bescheuert, übermütig und wahnsinnig, bei diesem Rennen mitlaufen zu wollen. Das hat sich aber noch nicht herumgesprochen. Tatsächlich wird der Andrang in Pamplona jedes Jahr größer. Verrückt.

ZURÜCK ZU DEN EIERN VON OLI KAHN, dem Titan, und einer besonders pikanten Mutprobe: Ein Besuch bei dem Model Jasmine Mendez. Wer sich traut, bei ihr eine Sitzung zu buchen, braucht eine gut gepolsterte Drainage. Die Spezialität der erfolgreichen Unternehmerin – man darf sie auch Prostituierte nennen, ohne straffällig zu werden – ist der gezielte Tritt in den Unterleib ihrer männlichen Kunden. Jasmine Mendez ist eine professionelle Domina, und es scheinen tatsächlich einige unter uns zu sein, denen eine solche Behandlung umgerechnet knapp 200 Euro wert ist. In einigen Magazinen war zu lesen, wie so eine Sitzung vonstatten geht: »Schwungvoll holt sie aus und tritt mit großer Kraft zu, der Fuß landet mit voller Wucht im Schritt ihres Kunden.«

Die Dame selbst, laut eigener Aussage regelmäßig zwischen Florida und Los Angeles für Anwälte, Ärzte und erfolgreiche Unternehmer fußbereit, hat mit ihrem speziellen Angebot kein Problem: »Die Männer sind keine Perverslinge. Sie stehen einfach nur auf Schmerzen, dagegen ist doch nichts einzuwenden.«

Nun, wenn Sie jetzt neugierig geworden sind: Während ihrer vierjährigen Tätigkeit als Unterleibskanone hat Jasmine Mendez erst einen einzigen Kunden ins Krankenhaus getreten. Lustig, was man sich so alles in den Lebenslauf schreiben kann.

ICH PERSÖNLICH WÜRDE IHNEN RATEN: Vergessen Sie die Domina und die Stiere. Werden Sie lieber Mitglied im Mile High Club. Das ist auch gefährlich und kann ziemlich teuer werden, aber wenn Sie Glück haben, springt deutlich mehr Vergnügen dabei heraus.

Den Mile High Club kennen Sie nicht? Kein Wunder, die Mitgliedschaft gibt’s nicht im Internet zu gewinnen, und Vorsitzender können Sie dort ebenso wenig werden. Es handelt sich eher um einen virtuellen Klub, dem nur derjenige beitreten kann, der schon einmal über den Wolken Sex hatte. Nein, ein Berggipfel im Sauerland zählt nicht. Auch ein Solovergnügen ist ausgeschlossen. Der Thrill soll ja gerade darin bestehen, sich mit einer Partnerin (oder einem Partner) in die enge Toiletten-Kabine eines Flugzeugs zu drängeln und es sich dort nach allen Regeln der Kunst zu besorgen.

Nun, wer allein schon beim Gedanken an solch ein gymnastisches Kunststück Platzangst entwickelt, darf auf mein vollstes Verständnis zählen. Doch es soll ja Leute geben, die sich von Schwierigkeiten aller Art eher angezogen als abgeschreckt fühlen. Zumal wir hier über eine kriminelle Vereinigung sprechen: Sex in der Luft ist nicht erlaubt und wird – sofern man Sie dabei erwischt – als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet. Vor allem Schweden, Norweger und Holländer wagen den Hochseilakt trotzdem überdurchschnittlich häufig, zumindest, wenn man einer Umfrage der British Airways glaubt: Sieben Prozent der schwedischen Fluggäste behaupten, Mitglied im Mile High Club zu sein. Ausgerechnet die Deutschen, ansonsten für jede Vereinsmitgliedschaft zu haben, verweigern sich diesmal: Nur magere drei Prozent hatten schon Sex in der Höhe.

Wer ein wenig mehr über die Vorzüge der Luftnummer erfahren will, dem sei ein Blick auf die Homepage des Klubs empfohlen – und natürlich gibt’s dort auch T-Shirts und Aufkleber, damit sich die Mitglieder schon in der Airportlounge erkennen können: www.milehighclub.com

ALKOHOL

DEIN RETTER IN DER NACHT?

Ein Leben ohne Alkohol macht keinen Sinn – und wenig Spaß. Ein Leben im Dämmerzustand macht keinen Sinn – und einsam. Doch in Gefahr und höchster Not bringt der Mittelweg den Tod …

»Man muss dem Leben immer um mindestens einen Whisky voraus sein.«

HUMPHREY BOGART

DER RICHTIGE UMGANG MIT ALKOHOL gehört zu den Themen, die nie ausdiskutiert sein werden, da mache ich mir keine Illusionen. Wir sind uns aber hoffentlich im Grundsatz einig (sofern Sie kein gläubiger Moslem oder Quäker sind): Ohne Alkohol wäre das Leben eine Spur langweiliger – und Partys würden gar keinen Sinn machen. Andererseits richtet Alkohol eine Menge Unheil an. Denken Sie nur an Harald Juhnke, Mel Gibson und an alles, was nach einem Schluck Rotkäppchensekt mit Ihrer Bauchspeicheldrüse passiert. Aus diesem Grund möchte ich mich jetzt nicht hinstellen und Ihnen vorschreiben, wie Sie mit dem teuflischen Destillat umgehen sollen. (Alkohol ist nämlich keine Lösung, rein chemisch gesehen zumindest.) Stattdessen präsentiere ich Ihnen hier nur völlig wertfrei ein paar sehr… ähem ...unterschiedliche Aussagen über Alkohol und seine Wirkung. Entscheiden Sie einfach selbst, welchem der folgenden Ratgeber Sie in Zukunft vertrauen.

»Bier ist der Beweis,
dass Gott uns liebt und möchte,
dass wir glücklich sind!«

BENJAMIN FRANKLIN

»Durch Alkohol und Haschisch
bringt man sich auf Stufen der Kultur
zurück, die man überwunden hat.«

FRIEDRICH NIETZSCHE

»Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
der bleibt ein Narr sein Leben lang.«

DEUTSCHE VOLKSWEISHEIT

»Ein Männerabend mit Glotze,
Bier und Chips ist tausendmal besser als ein
nobles Abendessen mit einer Frau, die ja doch
immer nur Komplimente hören will.«

JOHN MCENROE

»Wenn ich breit bin, werde ich immer spitz.«

WOLFRAM WUTTKE

»Den Armen machet reich der Wein,
Drum sollt’ er allzeit trunken sein.«

DEUTSCHE VOLKSWEISHEIT

»Fett hocken sie auf dem Sofa, bei Nüsschen
und Bier, im Zigarettenrauch – und regen sich
über die jungen Haschischraucher auf.«

GERHARD KOCHER

»In Wein und Bier ertrinken mehr
denn im Wasser.«

ALTDEUTSCHES SPRICHWORT

»Abstinenzler sind Leute, die niemals
entdecken, was sie versäumen.«

MARCELLO MASTROIANNI

»Ich könnte dich schön saufen,
aber dann wäre ich zu besoffen für Sex!«

UNBEKANNTER DEUTSCHER JUGENDLICHER

»Eins habe ich: Charakter in meinem Gesicht.
Es hat mich eine Menge langer Nächte
und Drinks gekostet, das hinzukriegen.«

HUMPHREY BOGART

»Die erste Pflicht der Musensöhne ist,
dass man sich ans Bier gewöhne.«

WILHELM BUSCH

»Es hat keinen Sinn,
Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen,
denn Sorgen sind gute Schwimmer.«

ROBERT MUSIL

»Wo aber der Wein fehlt,
stirbt der Reiz des Lebens.«

EURIPIDES

»Alkohol konserviert alles,
ausgenommen Würde und Geheimnisse.«

ROBERT LEMBKE

»Wir alle wissen, dass ein mäßiger Genuss
von Alkohol nicht gesundheitsgefährdend ist.
Ähnlich verhält es sich mit der Radioaktivität.«

ERNST ALBRECHT

»Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol,
Weiber und schnelle Autos ausgegeben.
Den Rest habe ich einfach verprasst.«

GEORGE BEST

»Wo ist der Unterschied zwischen einem Glas
Absinth und einem Sonnenuntergang?«

OSCAR WILDE

»Ich traue keinem Mann, der keinen Alkohol trinkt.«

JOHN WAYNE

»Realität ist die Illusion,
die aus Mangel an Alkohol entsteht.«

IRISCHES SPRICHWORT

»Wenn man nach ein Uhr nachts trinkt,
sagt man Dinge, die sich herumsprechen
und die man später bereut.«

KONRAD ADENAUER

»Udo Lattek haben sie Blut abgenommen.
Ergebnis: Reiner Alkohol, verschmutzt durch
rote Blutkörperchen.«

MAX MERKEL

»Lüge ist das Gesetz unseres Lebens,
und es gibt zwei Auswege: Alkohol ist
der eine und Tod der andere.«

TENNESSEE WILLIAMS

»Schwierig wird’s im Restaurant.
Alle beugen sich über die Weinkarte, man selbst
hört sich ›Apfelschorle‹ sagen. Die Reaktionen
der Tischgenossen und des Personals sind
etwa so, als hätte man gesagt: ›Bitte räumen Sie
die Nebentische, ich habe offene TBC.‹«

HARALD SCHMIDT

»Ich trinke nie etwas Stärkeres als Gin
vor dem Frühstück.«

W. C. FIELDS

Bessie Braddock: »Sir, Sie sind betrunken.«
Winston Churchill: »Madam,
Sie sind hässlich. Ich hingegen werde
morgen früh nüchtern sein.«

»Ein guter Martini ist so, als ob
man mit Greta Garbo in
einem See hoch oben im Norden
nackt baden würde.«

BARNABY CONRAD

»Man liebt mich auch dann noch,
wenn ich voll bin wie eine Natter.«

HARALD JUHNKE

»Ich war der Harald Juhnke
des Fußballs.«

ULI BOROWSKI

»Hurerei, Wein und Most
nehmen den Verstand weg.«

HOSEA 4:11

»Noch ein Martini und ich
liege unterm Gastgeber.«

DOROTHY PARKER

UND ZUM SCHLUSS statt dem Zitat eines klugen Menschen noch etwas Wissenschaft. »Ist maßvoller Alkoholgenuss gesünder als Abstinenz?«, lautete die Ausgangsfrage einer aktuellen Studie. Und was soll man sagen: Diese steile These scheint zu stimmen! Eine neue, methodisch solide Studie belegt die Tatsache, dass demjenigen, der einen moderaten Alkoholkonsum pflegt, ein längeres Leben beschert ist als dem humorlosen Abstinenzler. Diese Annahme war zwar nicht vollkommen neu, dafür aber heftig umstritten. Bei den bisherigen Studien ist nämlich nicht ausreichend kontrolliert worden, ob die teilnehmenden Abstinenzler womöglich prinzipiell eine schlechtere Gesundheit hatten, durch einen ungesunden Lebensstil zum Beispiel, oder weil es sich bei ihnen vielleicht sogar um trockene Alkoholiker handelte.

Der Psychologe Charles Holahan von der University of Texas in Austin hat also mit seinen Kollegen 1142 Männer und 682 Frauen im Alter von 55 und 65 Jahren über einen Zeitraum von zwanzig Jahren beobachtet und dabei zum ersten Mal auch soziodemografische und gesundheitliche Hintergründe, soziale Verhaltensweisen sowie die persönlichen langjährigen Trinkmuster berücksichtigt. Es ließ sich trotz allem noch schlussfolgern, dass das Risiko, während des Studien-Zeitraums zu sterben, unter Abstinenzlern geringfügig höher war als bei mäßigen Alkoholtrinkern. Prost!

DREI FAKTEN ZUM THEMA ALKOHOL

1.  Die Bezeichnung »Kater« für dieses üble Gefühl am Tag nach einem anständigen Besäufnis stammt aus der studentischen Umgangssprache des 19. Jahrhunderts und leitet sich von »Katarrh« ab.

2.  Mythos Strohhalm: Wird man wirklich schneller betrunken, wenn man Alkohol mit einem Strohhalm trinkt? Antwort: jawohl! Alkohol tritt nicht nur über Magen und Darm sondern auch über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf ein. Das passiert umso schneller, je kleiner die Portionen sind, die nacheinander über den Mund aufgenommen werden. Grund: Die Kontaktoberfläche wird erhöht und die Verweildauer von Alkohol auf der Mundschleimhaut verlängert.

3.  Zum Schluss ein ungewöhnlicher Elchtest: Im schwedischen Malmö wurde 2005 ein Seniorenheim von einer Herde angetrunkener Elche belagert. Die aggressiven Suff-Elche hatten vergorenes Obst gefressen und mussten schließlich von bewaffneten Polizisten vertrieben werden. Das beweist: Alkohol sorgt selbst bei unseren Alten noch für eine Menge Aufregung!

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Minutenwissen für den Mann von Welt" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen