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Meine kleine Cityfarm

Über die Autorin

Novella Carpenter wuchs im ländlichen Idaho und im städtischen Washington State auf. Während sie studierte, hatte sie Jobs wie Kammerjäger-Assistentin und Filmvorführerin und arbeitete schließlich hauptberuflich als freie Journalistin. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Freund Bill auf ihrem eigenen Bauernhof mitten in der Stadt.

Novella Carpenter

Meine kleine
Cityfarm

Landlust
zwischen Beton und Asphalt

Aus dem amerikanischen Englisch von
Veronika Dünninger

Inhaltsverzeichnis

  1. Erster Teil

    TRUTHAHN

  2. Zweiter Teil

    KANINCHEN

  3. Dritter Teil

    SCHWEIN

  4. Bibliografie
  5. Danksagung

Kapitel 1

Ich habe eine Farm in einer Sackgasse im Ghetto.

Meine Hintertreppe ist übersät mit Hühnerscheiße. Auf dem Parkplatz neben meiner Wohnung lösen sich Strohballen auf. Ich ernte Kopfsalat auf einem verlassenen Grundstück. Ich wache morgens zu den Geräuschen von Farmtieren auf, die sich in das Dröhnen der Autoalarmanlage meines Nachbarn mischen.

Ich habe diesen Ort nicht schon immer eine Farm genannt. Das mache ich erst seit dem Frühjahr 2005, als mir ein sehr spezielles Paket in die Wohnung geliefert wurde, ein Paket, das alles veränderte. Ich weiß noch, wie ich auf meiner Terrasse stand und darauf wartete. Während ich den Horizont nach dem Postauto absuchte, schaute ich nach dem Zustand meiner Bienenkolonie. Honigbienen summten in den Stock und wieder hinaus, die Hinterbeine schwer beladen mit gelbem Pollen. Ich konnte den Honig, den sie machten, in der Brise riechen, vermengt mit den Abgasen des nahe gelegenen Freeways.Von der Terrasse aus konnte ich den viel befahrenen Highway sehen.

Mir fiel auf, dass drei Bienen in eine Gießkanne gefallen waren.Während sie mit den Flügeln verzweifelt kleine Wellen im Wasser schlugen, brach ich einen Zweig von einem eingetopften Sternjasmin ab und hielt ihn den ertrinkenden Insekten hin. Eine Biene kletterte auf den Zweig und klammerte sich daran fest, und dann setzte ich sie oben auf den Bienenstock. Die nächste Biene tat es ihr gleich – sie hielt sich an dem Zweig fest wie ein über Bord gegangener Passagier, der sich an einen Rettungsschwimmer klammert. Sicher auf dem Bienenstock angekommen, spreizten die beiden durchnässten Bienen die Flügel in der Morgensonne. Sobald sie trocken und warm waren, würden sie wieder fliegen können.

Nur um zu sehen, was passieren würde, setzte ich die dritte gerettete Biene an den Eingang des Stocks anstatt obendrauf. Eine Wächterbiene tastete sich aus den verborgenen Winkeln des Brutkastens. Eine hält immer Wache, falls es Probleme gibt, bewaffnet und bereit zu stechen.Während sich die Wächterbiene immer näher auf die nasse Biene zubewegte, machte ich mich auf eine brutale naturkundliche Lektion gefasst.

Die durchnässte Biene begann, sich aufzurichten und mit einem feuchten Fühler zu winken. Eine andere Wächterbiene gesellte sich zu der ersten, und gemeinsam musterten sie die nasse Biene. Eigentlich konnte sie nicht mehr den Geruch ihres Bienenstocks an sich haben, an dem die meisten Bienen einander erkennen. Dennoch begannen die Wächterbienen, sie trocken zu lecken.

»Hey! Hey!«, brüllte eine Stimme.

Ich spähte hinunter zum Ende unserer Sackgasse.

Ein neuer Wagen, ein silberner Toyota Corolla, war am Abend zuvor in der 28. Straße aufgetaucht, vermutlich das Opfer eines Joyride – Corollas sind bekannt dafür, dass sie sich mühelos ohne Schlüssel starten lassen. Jugendliche aus der Nachbarschaft klauen sie und kurven damit durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht. Ein Rad hatte der Wagen bereits verloren. Meine Prognose: Bis zum Einbruch der Nacht würde er restlos ausgeschlachtet sein.

Zwischen dem Durcheinander aus zurückgelassenen Autos und dem Müll und dem glänzenden Toyota Corolla konnte ich die Gestalt des brüllenden Mannes ausmachen. Er winkte lebhaft. Bobby.

»Morgen, Sir!«, rief ich und hob den Arm zum Gruß, und er tat das Gleiche.

Bobby lebte in einem ausrangierten Wagen. Er schaltete seinen Fernseher ein, der auf das Dach eines anderen aufgegebenen Autos montiert war. Ein orangefarbenes Verlängerungskabel schlängelte sich aus einem blaugrünen Haus am Ende des Blocks. Die fröhlichen Stimmen der Moderatoren Regis und Kathie Lee mischten sich in den nahen Verkehrslärm und das Rattern und Ruckeln der U-Bahn des Großraums San Francisco, BART, die überirdisch neben dem Highway verläuft.

In diesem Augenblick trat ein Mönch aus dem buddhistischen Kloster auf der anderen Straßenseite und brachte Bobby eine kleine Mahlzeit. Die Mönche geben jedem zu essen, der Hunger hat. Neben dem Brunnen in ihrem Innenhof steht eine riesige Alabasterstatue einer friedfertig blickenden Frau, die auf einem Drachen reitet: Kuan Yin, die Göttin des Mitgefühls. Meine Bienen tranken mit Vorliebe aus dem mit Lotusblumen gefüllten Brunnen. Ich sah ihnen oft dabei zu, wie ihre goldgelben Leiber über die 28. Straße schossen, auf einer Höhe mit den Stromkabeln, und dann hinter der roten Eisenpforte des Tempels hinabstießen.

Der Mönch, der Bobby einen Behälter mit Reis und Gemüse reichte, war in Wirklichkeit eine Frau in einem blasslila Gewand und mit kahl rasiertem Kopf. Bobby nahm das Essen entgegen und stellte es in die Mikrowelle neben dem Fernseher und wärmte sich sein Frühstück auf.

Ich hörte das Scheppern eines Einkaufswagens. Eine Dosenschnorrerin mit einem riesigen chinesischen Rattanhut und Gummihandschuhen. Mit einer Zange in der Hand klappte sie unsere Wertstofftonne auf. Dann begann sie, nach Dosen zu fischen, und dabei murmelte sie auf Chinesisch vor sich hin: »Ah-ja.«

Ich beobachtete, wie Bobby zu ihr hinübersprintete. Ich hatte ihn vorher noch nie rennen sehen. »Verschwinde hier«, knurrte er. Sein Revier. Sie schüttelte den Kopf, als wollte sie sagen, dass sie ihn nicht verstand, und fischte weiter in der Tonne. Bobby rempelte sie mit seinem Bauch an. »Verschwinde, habe ich gesagt!«, brüllte er. Daraufhin huschte sie davon, ihren Wagen hinter sich herzerrend. Bobby sah ihr nach, sah zu, wie sie den Rückzug antrat.

Dann, sie war schon fast um die Ecke, legte Bobby, als hätte sich auf einmal sein schlechtes Gewissen geregt, die Hände an den Mund und rief: »Wir sehen uns beim Wertstoffhof!« Nur ein paar Blocks weiter bezahlte der Wertstoffhof Bares für Metall nach dem Pfundpreis. Bobby kicherte vor sich hin, blickte zu mir auf der Terrasse hoch und schenkte mir ein hauptsächlich zahnloses Lächeln.

Dieser Ort, dieses Ghetto von Oakland, Kalifornien, bringt unsere besten und schlechtesten Seiten zum Vorschein.

Mir wurde es zu langweilig, noch weiter draußen zu warten, und ich ging wieder zurück in meine Wohnung. Ein Fliegenfänger hing von der Decke, und aufgerissene Futtersäcke türmten sich neben der Tür. Eine schwarze Velourscouch, die mein Freund und ich auf der Straße gefunden hatten, stand in der Ecke und hing durch.

Ich schätze, die Nachbarschaft bringt auch meine besten und schlechtesten Seiten zum Vorschein. Sicher, meine Hühner legen Eier – und die kleine Schar hat gelegentlich auch schon einen Hahn hervorgebracht, der von vier Uhr morgens an laut und oft krähte. Die Bienen liefern Honig und Wachs und sorgen für eine bessere Bestäubung – aber sie haben hin und wieder auch schon Leute gestochen. Der Garten: ein Füllhorn an Grün einerseits, ein Nährboden, der Nagetiere anlockt, andererseits.

Ich ließ mich auf die Couch fallen und studierte die Bestandsliste auf der Kreidetafel neben der Tür:

4 Hühner

30.000 Bienen (schätzungsweise)

59 Fliegen

2 Affen (ich und mein Freund Bill)

Diese Bestandsliste sollte sich bald verändern.

Einer bereits seit Langem entzauberten wissenschaftlichen Theorie zufolge ist »die Ontogenie eine Wiederholung der Phylogenie«. Das heißt im Wesentlichen, dass die Reihenfolge der Entwicklung eines Embryos seine evolutionäre Entwicklung widerspiegelt – beispielsweise sieht ein menschlicher Embryo anfangs wie ein Fisch aus, da wir uns aus den Fischen entwickelt haben. Als Bill und ich damals von Seattle nach Oakland zogen, musste ich an diese Theorie denken, denn irgendwie bauten wir uns unser Leben in genau derselben Reihenfolge neu auf, in der wir es schon in Seattle getan hatten. In unserem ersten Jahr in Oakland legten wir den Garten an; im zweiten schafften wir uns die Honigbienen und dann die Hühner an. In diesem, unserem dritten Entwicklungsjahr war es an der Zeit, ins nächste Stadium überzugehen und uns weiter zu entfalten.

Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster dabei zu, wie der Postwagen in unsere Straße einbog und vor unserem Haus zum Stehen kam. Ein Mann in wollenen Shorts sprang heraus, einen von Luftlöchern durchsiebten Karton in den Händen. Ich rannte die Treppe hinunter. Mein Nachbar, Mr. Nguyen, der eine Etage unter mir wohnte, saß draußen auf der Veranda. Rauch und Dampf von seiner Morgenzigarette und vietnamesischem Kaffee drifteten in der frischen Frühlingsluft nach oben. Mr. Nguyen war ein erstaunlich rüstiger Mann in den Sechzigern, der sich sein ergrauendes Haar schwarz gefärbt hatte und Anzughemden mit Button-down-Kragen trug. Er stellte seinen Kaffee ab, drückte seine Zigarette aus und ging mit mir hinaus auf die Straße, um das Paket entgegenzunehmen.

Der Postangestellte ließ mich ein offiziell aussehendes Blatt Papier unterzeichnen, bevor er mir das Paket aushändigte. Es piepste, als ich es öffnete.

Es war voller winziger, weicher Knäuel. Flaumige gelbe Entenküken schrien verzweifelt aus ihren orangefarbenen Schnäbeln. Langhalsige Gänseküken quakten, und flauschige mehrfarbige Hühnerküken piepsten. Drei seltsam aussehende Vogeljungen mit einem unansehnlichen Pickel aus Haut auf dem Kopf starrten still aus dem Karton zu mir hoch.

Der Kurier schüttelte ungläubig den Kopf. Ich konnte ihm ansehen, dass er Fragen hatte. Waren wir hier nicht in der Großstadt? War die Innenstadt von Oakland nicht nur zehn Blocks entfernt? Wer ist diese geistesgestörte Frau? Darf die das überhaupt? Aber seine jahrelange Tätigkeit im Staatsdienst hatte seine Neugier vermutlich gedämpft. Er schaute mir nicht in die Augen. Er gab keinen Ton von sich. Er sprang einfach zurück in seinen Postwagen und fuhr davon.

Mr. Nguyen kicherte. In den letzten Jahren hatte es ihm einige Freude bereitet, meine ländlich-großstädtischen Experimente zu beobachten – und sich an ihnen zu beteiligen. Mit Federvieh kannte er sich aus: Er war in Vietnam Farmer gewesen, bevor er sich im Krieg anwerben ließ, um den Amerikanern zu helfen. »O ja, Hühnerbabys«, sagte er. »Enten.« Er wies mit einem tabakgeschwärzten Finger auf jede einzelne Spezies. »Gans.« Sein Finger verharrte über den pickeligen Köpfen in der Schwebe. Er sah mich Rat suchend an.

»Truthahnbabys?«, tippte ich. Ich hatte selbst auch noch nie ein Truthahnbaby gesehen.

Mr. Nguyen zog die Augenbrauen hoch.

»Mampf, mampf.Thanksgiving?«

»Ach ja!«, fiel es ihm dann wieder ein. Er lächelte, und dann verzog er das Gesicht. »Meine Frau hat einmal machen.«

»Hat es gut geschmeckt?«, fragte ich. Ich wusste, dass seine Frau, Lee, Vegetarierin war; sie musste für Thanksgiving eine Ausnahme gemacht haben.

Mr. Nguyen schüttelte heftig den Kopf. »Nein, war zäh. Zu zäh. Sehr schlecht.« Ich dachte schon, er würde vielleicht gleich ausspucken.

Ich schloss den Deckel, und das Piepsen verstummte. Mr. Nguyen ging zurück in seine Wohnung, zu dem Dröhnen einer vietnamesischen Fernsehsendung.

Ich stand also mitten auf der 28. Straße und hielt einen Karton mit Geflügel und Wasservögeln in der Hand. Das heruntergekommene Ghetto, in dem wir lebten, hatte eindeutig einen Hauch von Wildwest – Schießereien am helllichten Tag, allgemein gesetzlose Zustände, und jetzt auch noch das: Kleinvieh.

Ich warf einen Blick auf die Rechnung, die an dem Karton befestigt war: »Geflügelzucht Murray McMurray« stand da. »Die Freuden des Farmlebens«. Damals dachte ich nicht darüber nach, aber rückblickend betrachtet muss ich zugeben, dass sich »Die Freuden des Farmlebens« tatsächlich etwas beunruhigend anhört.

Jede mittelmäßige Stadt hat einen Identitätskomplex. Oakland ist da keine Ausnahme. Es versucht ständig, mehr Kunst, mehr Hightech, mehr Sauberkeit aufzubieten, als möglich ist.

O-Town ist vor allem umgeben von Erfolgsgeschichten: Das bekanntermaßen liberale (und piekfeine) Berkeley liegt im Norden. Das Hightech-Mekka Silicon Valley schimmert im Süden. Nur acht Meilen weiter westlich, über der Bay Bridge, liegt San Francisco – so nah und doch das genaue Gegenteil von Oakland. SF ist voller erfolgreicher, durchgestylter Leute; Oakland ist schmuddelig, laut, ungepflegt.

Ich habe mir schon immer uncoole Orte zum Leben ausgesucht. Vermutlich liegt es daran, dass ich in Idaho geboren wurde, dem allenfalls Ohio seinen Ruf als schäbigster aller Bundesstaaten streitig macht. Danach habe ich in einer Holzfällerstadt im Bundesstaat Washington gelebt, die vor allem durch einen Satanskult traurige Berühmtheit erlangte. Als ich nach Seattle zog (in die einschläfernde Nachbarschaft Beacon Hill), war das Uncoole, Zwielichtige bereits zu meiner ganz persönlichen Nische geworden. Als ich auf Reisen ging und eine Frau – mit leiser Stimme und leicht gekräuselten Lippen – mich davor warnte, nach Kroatien oder Chiapas oder Brooklyn zu fahren, erweiterte ich meine Reiseroute augenblicklich um genau diese Orte.

»Was immer du tust, fahr bloß nicht nach Oakland«, erklärte mir ein Typ mit Wollmütze auf einer Grillparty in Seattle, als ich ihm gestand, ich würde mir auf einer längeren Erkundungstour quer durchs Land auch die Bay Area ansehen, um einen neuen Ort zum Leben zu finden. Ich nahm mir vor, der Sache auf den Grund zu gehen.

Bill und ich nahmen uns drei Monate Zeit, um uns die Kandidaten anzusehen. Auf sein Beharren hin nahmen wir unsere Katze mit. Bill sieht aus wie ein knallharter Typ mit seiner struppigen Mähne, und er hat diesen selbstgefälligen Gang, als hätte er zwei Wassermelonen unter den Armen. Seine Stimme ist vom jahrelangen Rauchen ungefähr so rau wie die von Tom Waits. Man könnte ihn leicht für einen Hells Angel halten, aber tatsächlich ist er ein total verschmuster Typ, der viel Zeit damit verbringt, mit unserer Katze zu kuscheln. Wir klapperten alle Großstädte ab, in denen wir uns grundsätzlich vorstellen konnten zu leben: Portland (zu perfekt). Austin (zu tief in der Mitte von Texas). New Orleans (zu heiß). Brooklyn (zu wenig Recycling). Philly und Chicago (zu kalt).

Aber Oakland – Oakland war goldrichtig. Das Wetter war wunderbar, ein ewiger Frühling. Es gab Recycling und eine Musikszene. Aber was mich und Bill wirklich aus dem gepflegten, aufgeräumten Seattle in die Arme von Oakland trieb, das war seine heruntergekommene Atmosphäre. Die verblichenen Art-déco-Gebäude. Die schmuddeligen Spelunken. Seine Bewohner, die Autos fuhren, die so alt und verbeult waren wie unser eigenes.

Aufgrund unserer Unerfahrenheit und des Wohnungsmangels landeten Bill und ich in einem baufälligen Haus in den Hügeln von Oakland bei einem Haufen überzeugter veganer Anarchisten. Sie trugen braun-schwarze Kleider, hatten erdverbundene Namen wie »Faulig« und spielten gern in großen Gruppen gewalttätige Computerspiele im Gemeinschaftsraum. Und zwar nüchtern.

Anfangs fand ich es beinahe rührend, dass diese Anarchisten Regeln hatten. Keinen Alkohol. Keine Milchprodukte. Kein Fleisch. Aber dann ging uns das Paradox allmählich auf den Geist.

Unter dem Druck der strengen Hausregeln mussten Bill und ich uns heimlich in unserem von vielen Reisen ramponierten Kleinbus treffen, um eine geschmuggelte Flasche Wein zu schlürfen, uns den Bauch mit verbotenen Käseprodukten vollzuschlagen und an die guten alten Zeiten zurückzudenken, als wir in unserem Garten in Seattle Hühner unterdrückt hatten. Und bald planten wir unsere Revolte.

Eines Abends stieß ich im Internet bei Craigslist auf ein Wohnungsangebot, das zu unserem Befreiungsschlag führen würde. Ich fand es bei uns zu Hause, umgeben von einem Haufen Anarchisten, die im Wohnzimmer Videospiele spielten. Während sie auf ihren Computerbildschirmen aus virtuellen Schusswaffen feuerten, überflog ich heimlich die Anzeige für die Wohnung. Sie war preiswert und lag in der Innenstadt von Oakland. Wie zwei subversive Elemente fuhren wir am nächsten Tag hin, um sie zu besichtigen.

Das Erste, was uns auffiel, als wir von den grünen Hügeln ins Flachland – auch bekannt als die Lower Bottoms – hinunterfuhren, war der Mangel an Bäumen. Grau war die vorherrschende Farbe. Bill saß am Steuer und musterte mit seinen kaffeebraunen Augen misstrauisch die Umgebung. Wir kamen an einer kleinen Grünfläche vorbei, versteckt zwischen einem Netz von Highwayauffahrten. Ein Basketballplatz, ein paar Büsche. Sie hieß Marcus Garvey Park. Niemand hielt sich dort auf, nicht einmal an einem Frühsommertag.

Was es gab, das waren Spirituosenläden. Captain Liquor. Brother’s Market. S and N. Einer neben dem anderen. Die umliegenden Restaurants waren hauptsächlich Fast-Food-Ketten: ein Taco Bell, Carl’s Jr., Church’s Chicken. Ein kleiner Kramladen sprang mir ins Auge. Sein selbst gemachtes Schild kam ohne Worte, nur mit Bildern aus: zwei Spielwürfel, Socken, Eier, Klopapier. Die Grundbedürfnisse des Lebens. Er erinnerte mich an die kleinen tiendas am Straßenrand in Mexiko. Es war die Dritte Welt, eingebettet in die Erste.

Die Häuser, so verwahrlost sie inzwischen auch waren, mussten einmal sehr schön gewesen sein: elegante viktorianische Gebäude neben Bungalows der Spanischen Mission, Handwerkerhütten und uralte Backsteinblocks. Sie waren bröckelig, verkohlt, abgeblättert, baufällig. Herrlich heruntergekommen.

Während wir durch das Viertel fuhren, nahmen wir unsere potenziellen Nachbarn in Augenschein. Ein Mann mit Kopftuch sang vor sich hin, während er den Abfall aus dem Rinnstein vor seinem Schnapsladen fegte. Eine Gruppe alter Männer saß auf Gartenstühlen vor ihrem Mietshaus. Eine blonde Frau mit einem verschorften Gesicht humpelte die Straße hinunter und blieb dann stehen, um die schwarzen Jugendlichen an der Ecke um etwas Kleingeld anzubetteln. Die Jugendlichen trugen riesige weiße T-Shirts und ausgebeulte Hosen; sie zählten ihre Geldscheine und standen mitten im Verkehr, während sie vor potenziellen Kunden kleine Plastiktüten schwenkten. Ganz offensichtlich ein ziemlich übler Haufen.

All diese Leute hier auf der Straße – das waren Typen, denen ich in Seattle oder in unserem eher vorstädtischen Haus in den Hügeln von Oakland noch nie begegnet war. Meine Neugier war geweckt, und doch musste ich zugeben: Sie machten mir Angst. Könnte ich hier wirklich leben? Durch die Straßen laufen, ohne mit einem Raubüberfall rechnen zu müssen?

Die Gegend war ein Inbegriff des innerstädtischen Verfalls, dachte ich, als wir in die 28. Straße einbogen. Chipstüten tänzelten vom Wind getrieben über die Straße. Ein achtstöckiges Backsteingebäude an der Ecke stand offenbar leer und war mit Graffiti tätowiert. Hier zu leben würde mich auf jeden Fall aus meiner kleinen heilen Welt holen.

Vor einem grauen Queen-Anne-Bau aus dem Jahr 1905 hielten wir an. Wie fast jedes andere Haus in der Bay Area war es in Wohnungen aufgeteilt worden. Die zu vermietende Wohnung war der obere Teil des Doppelhauses. Bill und ich musterten das Haus. Die Farbe blätterte ab; in dem Hof an der Seite hing schlaff eine Bougainvillea. Es lag in einer Sackgasse und endete vor einem Platz, dem ehemaligen Rasenspielplatz einer Grundschule.

Bill wies mich darauf hin, dass eine Sackgasse immer eine ruhige Straße sei. Er hatte in Orlando in einer gelebt und dort all seine Nachbarn kennen gelernt. »Es sorgt für eine vertrauliche Atmosphäre«, sagte er. In diesem Augenblick steckte eine auffällig aussehende Frau mit einem platinblonden Kurzhaarschnitt und Plateaustiefeln den Kopf durch die Metalltür ihres Lagerhauses und winkte uns zu ihrem Ende der Straße herüber.

»Ich bin Lana«, sagte sie. »Anal, rückwärts buchstabiert.«

Bill und ich wechselten einen Blick. Sie stand hinter ihrem Maschendrahtzaun, eine bestimmt siebzig Kilo schwere Englische Dogge neben sich. Ein buddhistischer Mönch in einem langen Gewand tauchte aus dem Haus nebenan auf. Er und Lana winkten sich zu. Er schaltete seine Autoalarmanlage aus – die Gefährlichkeit der Gegend übertrumpft sogar das Karma – und fuhr davon. Lana starrte dem Wagen nach, während er sich entfernte, und sagte dann: »Der alte Mönch hat mir damals, als ich krank war, immer Bittermelonensuppe gemacht.«

Lana erzählte uns mit ihrer hohen, seltsamen Stimme, dass sie schon seit fünfzehn Jahren in der »2-8« lebte. »Inzwischen ist es gar nicht so schlecht hier«, versicherte sie uns. »Vor ein paar Jahren sind mir die Leute noch übers Dach gelaufen und haben aus Maschinenpistolen gefeuert. Jetzt ist es in etwa wie die Sesamstraße.« Sie schüttelte den Kopf.

Dann zeigte Lana nacheinander auf jedes einzelne Haus und beschrieb uns seine Bewohner: eine weiße Familie, die sie die Hinterwäldler nannte, in dem blaugrünen Haus, eine schwarze Mom mit zwei Kindern in dem Stuck-Doppelhaus, ein Mietshaus mit lauter vietnamesischen Familien, die in der Nähe des Tempels hatten wohnen wollen. Ein verlassenes Gebäude, in das gelegentlich Hausbesetzer einzogen. Ein leer stehendes Lagerhaus, über das niemand viel wusste. Als wir uns von Lana verabschiedeten, lud sie uns zum Blauen Mittwoch ein, einem Salon für Künstler und Performer, den sie jede Woche veranstaltete.

»Sie scheint interessant zu sein«, sagte ich, als wir zurückgingen, um die Wohnung zu besichtigen. Unsere Vermieter waren inzwischen in ihrem goldenen BMW vorgefahren.

»Wir sollten einziehen«, sagte Bill, und dabei fuhr er sich mit den Fingern durch sein struppiges dunkles Haar. Er musste sich die Wohnung gar nicht erst ansehen.

Unsere künftigen Vermieter waren ein afrikanisches Paar mit einem Hang zum Sozialismus. Sie gingen mit uns nach oben, um uns die helle, kleine Wohnung zu zeigen. Hartholzböden. Ein gekachelter Kamin. Ein Garten hinter dem Haus. Ein Wohnzimmer mit Blick auf ein viertausend Quadratmeter großes Grundstück, das mit knapp eineinhalb Meter hohem Gestrüpp zugewuchert war. Die Vermieter wussten nicht, wem das Grundstück gehörte, aber sie nahmen an, wer immer es war, er würde sicher nichts dagegen haben, wenn wir dort gärtnerten. Wir starrten auf die riesige Fläche. Sie war so gelegen, dass sie den ganzen Tag über Sonne hatte. In Seattle hatten wir einen, wie wir dachten, großen Gemüsegarten hinter dem Haus bestellt, aber dieses Grundstück hier – das war für unsere Verhältnisse riesig. Damit war die Sache entschieden.

Bill und ich grinsten auf dem Weg zurück zu unserer armseligen Hütte in den Hügeln bei den veganen Anarchisten, noch immer berauscht von zu viel kalifornischer Sonne und der Aussicht auf ein neues Zuhause.

Als wir ein paar Wochen später in unsere neue Wohnung zogen, stellten wir fest, dass unsere Gegend »GhostTown« genannt wurde, wegen der zahlreichen seit Langem aufgegebenen Geschäfte, der abbruchreifen Häuser und überwucherten Grundstücke. Das unbebaute Grundstück neben unserem Haus war keine Seltenheit: Davon gab es eines, manchmal sogar zwei in jedem Block. Und durch die leer gefegten Straßen tänzelten die Steppenläufer von GhostTown: die verlorenen Haarteile von Prostituierten.

An dem Tag, an dem wir nach GhostTown zogen, wurde ein paar Blocks weiter vor einem Carl’s-Jr.-Restaurant ein Mann erschossen. Wir fuhren am Tatort vorbei – gelbes Absperrband, ein weißes Tuch, unter dem ein Paar nackte Füße hervorschaute. Wir hörten im Radio, dass Oakland auf dem ersten Platz gelandet war – es hatte die höchste Mordrate des Landes. Als wir später noch einmal vorbeifuhren, war die Leiche verschwunden, und der Verkauf von Hamburgern und Limonade ging wieder weiter, als sei nichts gewesen. In dieser Nacht hielt mich das laute Knallen von Schüssen in nicht allzu weiter Ferne wach.

Aufgrund der Gewalt herrschte in der Gegend ein Hauch von Anarchie – echter Anarchie, nicht der theoretischen Welt meiner ehemaligen Mitbewohner. Im Flachland blieb es ganzen Vierteln selbst überlassen, ihre Probleme zu lösen. Solange es nicht um Mord ging, schritt die Polizei von Oakland nur selten ein. Je länger ich in GhostTown lebte, umso mehr stellte ich fest: In dieser Laisser-faire-Gegend war alles möglich. Spanisch sprechende Fußballspieler richteten spontane Turniere auf dem verlassenen Spielfeld aus. Jugendliche verkauften an den Straßenecken Tütchen mit Marihuana. Die buddhistischen Mönche kochten riesige Bottiche mit Reis auf dem Bürgersteig. Bill begann irgendwann, die Autos unserer Freunde so umzurüsten, dass sie mit pflanzlichem Öl liefen. Und ich begann, auf einem besetzten Grundstück, das mir nicht gehörte, zu gärtnern.

Während ich an der Tür zu unserer Wohnung herumfummelte, den neuen Karton mit Geflügel unter den Arm geklemmt, wurde mir bewusst, dass ich allmählich immer tiefer in das Reich der Schattenwirtschaft absank. Jetzt, da ich schon seit ein paar Jahren in Kalifornien lebte, fühlte ich mich bereit für den, wie mir schien, nächsten logischen Schritt, etwas, das ich im verregneten Nordwesten nie gewagt hatte.

Schlachtvögel.

Ich kam mir ein bisschen verrückt vor, das schon, aber auch großartig. Die Leute ziehen nach Kalifornien, um sich neu zu erfinden. Sie legen sich neue Namen zu. Sie machen Yoga.Wenig später fangen sie mit Surfen an. Oder Thai-Kickboxen. Oder Astralheilung. Oder Hexencamps. Es stimmt, was man sagt: Kalifornien, das Land, in dem es einfach alles gibt.

In Nordkalifornien wird man ermuntert, stolz und ständig zur Schau zu tragen, was für ein Freak man ist. Der Freak, der ich in Seattle eher heimlich gewesen war, hielt im Garten Hühner und Bienen und zog Gemüse. Es machte mir Spaß, mein Essen selbst anzubauen und aufzuziehen. Es war nicht nur schmackhaft und frisch; es war auch praktisch umsonst.

Jetzt würde ich die nächsthöhere Stufe anstreben. Manche würden vielleicht sagen, ich sei vom Mantra der Bay Area mitgerissen worden, das bis zum Erbrechen ständig wiederholte, man solle frisches, regionales Getier aus Freilandhaltung essen. Auf den hiesigen Bauernmärkten – und es gibt jeden Tag irgendwo einen – bekommt man immer wieder zu hören, wie die Bauern den Verbrauchern erklären, was der Ochse, von dem ihre Steaks stammen, zu fressen bekommen hatte, wo ihre Suppenhühner herumgelaufen waren und wie die Aussicht von dem Schafpferch war, in dem das Lamm gelebt hatte, das jetzt zerteilt auf einem mit Kresseblüten geschmückten Tisch lag. Die Preise entsprechen der Qualität des Fleischs, und Alice Waters versichert uns schließlich, dass man nur mit den besten Zutaten die besten Mahlzeiten zubereiten kann. Aber als armer Schlucker mit drei schlecht bezahlten Jobs und ohne Krankenversicherung konnte ich mir die guten Sachen meistens einfach nicht leisten.

Da ich gern Qualitätsfleisch aß und schon immer mehr Geschick als Geld hatte, entschied ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Eines Abends, als wir schon ein paar Jahre in unserer Wohnung in GhostTown lebten, klickte ich auf der Webseite von Murray McMurrays Geflügelzucht mit meiner Maus diverse Angebote für Schlachtvögel an. Murray McMurray verkaufte einen Tag alte Enten, Wachteln, Fasane, Truthähne und Gänse und lieferte sie auf dem Postweg. Und es gab gemischte Angebote zu einem besonders günstigen Preis: die Bauernhof-Combo, das Fröhliche-Enten-Paket, die Truthahn-Auslese.

Diese Pakete, dachte ich, boten mir vielleicht eine Möglichkeit, Qualitätsfleisch zu essen, ohne dabei die Bank zu sprengen. Allerdings hatte ich noch nie etwas getötet. Unbekümmert ignorierte ich dieses nebensächliche Detail und entschied mich für »Die Freuden des Farmlebens«: zwei Truthähne, zehn Hühner, zwei Gänse und zwei Enten für 42 Dollar.

Ich kaufte mein Geflügelpaket per Mausklick und bezahlte per Kreditkarte. Erst nachdem der Karton mit der Post eingetroffen war, begriff ich, dass es nicht das Gleiche ist, ob man ein Farmtier online kauft – oder ein Buch oder eine CD. Was ich jetzt in Händen hielt, würde verdammt viel harte Arbeit erfordern.

Meine erste Aufgabe bestand darin, die Vögel in einem Brutkasten unterzubringen, an einem warmen Ort, wo sie leben und aufwachsen konnten, ohne Angst vor einer Erkältung oder natürlichen Feinden haben zu müssen. Ich trug den Karton mit den Vögeln nach oben und stellte ihn neben den Brutkasten, den ich am Abend zuvor in aller Eile gebaut hatte. »Gebaut« ist vielleicht ein bisschen dick aufgetragen – mein Brutkasten war ein mit Papierschnipseln ausgekleideter Pappkarton unter einer Wärmelampe und mit einer selbst gebastelten Wassertränke darin.

McMurrays Geflügelzucht wies darauf hin, dass die Küken von ihrer vierundzwanzigstündigen Reise in einem Karton durstig sein würden. Daher bestand der erste Tagesordnungspunkt darin, die Vögel mit den Schnäbeln in eine Schale Wasser zu tauchen und ihnen beizubringen, selbst zu trinken.

Ich nahm mir mein erstes Opfer vor, ein kleines, mit weichem Flaum bedecktes gelbes Hühnerküken, und hielt seinen winzigen rosa Schnabel an die selbst gebastelte Wassertränke. Die Tränke bestand aus einem Einmachglas mit Deckel, in den winzige Löcher gebohrt waren; und wenn man das Glas verkehrt herum in eine flache Schale stellte, konnte aufgrund des Kapillareffekts immer nur ein bisschen Wasser auf einmal herauströpfeln und sich in der Schale sammeln. Verblüffenderweise wusste das Küken genau, was es zu tun hatte. Es schlürfte einen Schnabel voll Wasser auf und legte dann den Kopf zurück, um zu schlucken. Die Einmachglas-Tränke blubberte, und mehr Wasser sickerte heraus.

Ich setzte das Küken in den Pappkarton-Brutkasten, und es watschelte herüber, um noch einen Schluck Wasser zu nehmen. Dann begriff es, dass es allein war. Es piepste und stolperte durch die zerschredderte Zeitung, auf der Suche nach seinen Gefährten. Die Vögel, die noch in dem Postkarton saßen – seltsam still, seit ich sie auf dem Wohnzimmerboden abgestellt hatte –, flippten auf einmal aus, als sie sein Piepsen hörten.

Daher machte ich rasch weiter und nahm das nächste Hühnerküken aus dem Karton. Ausnahmslos jedes Opfer piepste verängstigt. Dann zwitscherten die anderen solidarisch. Als schließlich alle zehn untergebracht waren, beruhigten sich die Hühnerküken allmählich. Erschöpft von ihrer Reise und meiner Handhabung, kuschelten sie sich in dem warmen Lichtkreis der Lampe zu einem flauschigen Haufen aneinander und machten ein Nickerchen.

Bill stolperte aus unserem Schlafzimmer, in seinen Boxershorts und mit zerzaustem Haar. Er ist kein Morgenmensch, und er warf nur einen kurzen Blick auf die Vogelbabys, als seien sie Teil eines Traums, dann verschwand er ins Bad.

Während die Hühnerküken bereits schliefen, musste ich nun die ziemlich begriffsstutzigen kleinen Truthahnküken anlernen. Sie sahen aus wie die Hühnerküken, aber mit kräftigeren Knochen und diesem seltsam runzligen Stück Haut auf dem Kopf, aus dem sich, wie ich später erfahren sollte, der Teil des Truthahns entwickelt, der als Stirnzapfen bezeichnet wird. Ihr Verhalten erinnerte mich an Hühnerküken auf einer Überdosis Acid.

Das erste Truthahnküken musste ich dreimal kräftig untertauchen, bevor es den Dreh heraushatte. Es leistete Widerstand, als ich seinen Schnabel in die Schale drückte, reckte den Kopf zur Seite und wand sich in meiner Hand wie ein kleiner Teufel. Schließlich, erschöpft von den Kampfhandlungen, ließ es den Kopf schlaff herunterhängen, immer tiefer, bis er schließlich in die Wasserschale sackte, wo das Truthahnküken – Überraschung! – Wasser entdeckte und gierig trank. Die anderen beiden (die Geflügelzucht hatte mir ein Truthahn- und ein Entenküken extra geschickt, vermutlich als Versicherung im Falle eines Todes auf dem Postweg) taten es ihm gleich. Nachdem ich sie frei gelassen hatte, stöberten die Truthahnküken in dem Brutkasten herum, vorsichtig und behutsam. Schließlich watschelten sie hinüber und gesellten sich zu dem flauschigen Hühnerhükenhaufen.

Die flaumigen, fast gewichtslosen Enten- und Gänseküken tranken mit tiefen Schlucken, indem sie mit ihren Schnäbeln große Mengen Wasser aufschlürften. Als ich sie auch in den Brutkasten setzte, wateten sie mit ihren großen orangefarbenen Füßen in der Wasserschale und planschten darin herum. Wasser schlug seitlich gegen den Kasten und bespritzte die schlafenden Hühnerküken, die daraufhin aufwachten und protestierend zu piepsen begannen. Da ich spürte, dass sich hier womöglich ein katastrophaler Konflikt zwischen zwei Spezies anbahnte, zerrte ich eine Aluminium-Waschwanne herüber und richtete einen eigenen Brutkasten mit zusätzlichem Wasser, einem Handtuch und einem hellen, warmen Licht speziell für die Wasservögel ein.

Die Vogelbabys waren jetzt zu Hause, warm und geborgen. Die Hühnerküken scharrten in ihrem gelben Futter, genau wie unsere großen Hühner hinter dem Haus. Manchmal hielten sie mitten im Scharren inne und schliefen, wenn sie die Wärme der Lampe über dem Brutkasten spürten, im Stehen ein. Die flaumigen grauen Gänseküken reckten die Hälse um die schlafenden gelben Entenküken. Eine Hallmark-Grußkarte war in meinem Wohnzimmer zum Leben erwacht.

Ich rief meine Mom an. Ein Brutkasten voller Vogelbabys war etwas, das dieser Frau gefallen könnte. Sie war selbst früher einmal Hippie-Farmerin in Idaho gewesen.

»Hör dir das an«, sagte ich und hielt den Hörer an den Brutkasten. Einhundert kleine Piepser.

»O mein Gott«, sagte sie.

»Drei Truthähne, drei Enten, zwei Gänse und zehn Hühner«, krähte ich. Ich beobachtete, wie die Hühner- und Truthahnküken in dem Brutkasten herumliefen – und kackten, scharrten, kackten, pickten, kackten.

»Truthähne! Erinnerst du dich noch an Tommy, den Truthahn?«, fragte sie.

Ich erinnerte mich nicht, aber das Foto in unserem Familienalbum hatte ich noch immer deutlich vor Augen: meine ältere Schwester Riana in einer durchhängenden Stoffwindel, gejagt von der nahenden Gestalt eines riesigen weißen Truthahns. Tommy. Meine Mom erzählte uns jedes Mal von Tommy, wenn wir das alte Fotoalbum aus den Ranchtagen hervorholten.

»Na ja, er war höllisch gemein, und er hat euch beide immer gejagt …«

Ich sah aus dem Fenster, während meine Mom die Räucherei beschrieb, die sie und mein Dad gebaut hatten. Bill hatte es inzwischen nach unten geschafft und bastelte vor dem Haus an unserem Wagen herum. Seine Beine ragten unter dem ramponierten Mercedes hervor, während er zwischen den zahlreichen Swisher-Sweets-Zigarrenstummeln auf der Straße herumrollte. Ich hatte ihn gewarnt, dass ich Schlachtvögel anschaffen würde, und die Aussicht auf Fleisch aus eigener Schlachtung hatte ihm durchaus gefallen. Aber jetzt, da er die Vogelbabys sah – so zerbrechlich und winzig –, schien er etwas skeptisch zu sein.

Tommy sei zu einer stattlichen Größe herangewachsen, erinnerte sich meine Mom, und als Zurück-zur-Natur-Hippies hätten sie und mein Dad sich sehr darüber gefreut. In jenem Jahr hatte es keine Probleme mit natürlichen Feinden gegeben, und ihn zu schlachten war ein Kinderspiel gewesen. Aber dann schlug das Desaster zu: Die Räucherei brannte bis auf die Grundmauern ab, während sie den Truthahn räucherten.

»O nein«, stöhnte ich.

»So war eben das Leben«, sagte sie düster. Ich hatte Mitleid mit ihr. In den Geschichten meiner Mom geht es im Allgemeinen um irgendwelche heldenhaften Hippie-Aktionen auf der Farm. Diesen Teil der Geschichte hatte ich noch nie gehört, aber ich wusste, dass dort auch einige schlimme Dinge passiert waren. Die Ehe meiner Eltern scheiterte schließlich auf dieser Ranch in Idaho – mein Vater war zu sehr Bergbewohner, ein kompromissloser Nonkonformist; meine Mom einsam und gelangweilt.

Ihr Tonfall wurde wieder fröhlicher. »Aber obwohl die Räucherei abgebrannt ist, haben wir es trotzdem geschafft, den Truthahn zu retten.«

»Was meinst du damit?«, fragte ich.

»Wir haben in dem verkohlten Holz herumgestochert, und da war er, ein tadellos geräucherter Truthahn. Ich habe dann die ganze Asche abgebürstet und ihn zum Abendessen aufgetischt.« Sie hielt inne und machte ein schmatzendes Geräusch mit den Lippen, ein Geräusch, das mich als Jugendliche abgestoßen hatte, jetzt aber mit Hoffnung erfüllte. »Das war der beste Truthahn, den ich je gegessen habe«, erklärte sie. Wir verabschiedeten uns, und ich legte auf.

Ich warf einen Blick in den gemütlichen Brutkasten mit den Hühner- und Truthahnküken. Die Küken schliefen auf ihrer Matratze aus zerschredderten Seiten der New York Times. Ihre flauschigen Körper schlummerten auf Schnipseln aus bunten Werbeanzeigen für Armbanduhren, einer ernsten Reportage über Umweltverschmutzung in China, den Augenbrauen eines Politikers. Ich musste mir in Erinnerung rufen, dass diese Vogelbabys, so süß sie auch waren, eines Tages auf meinem Teller landen würden.Vor allem Thanksgiving würde zu einer Belastung werden. Ich stellte mir den Tatort vor: ein Schlachtblock, eine Axt, drei riesige Tommy-Truthähne, die ich gekannt hatte, seit sie Küken waren. Ich war mir nicht sicher, ob ich in der Lage sein würde, das über mich zu bringen.

Aber das Gespräch mit meiner Mom hatte mir Mut für mein Abenteuer mit dem Schlachten und den Verzehr von Tieren gemacht, die ich selbst aufgezogen hatte – dieser Trieb war eindeutig ein Teil meiner kulturellen DNA. Ich fragte mich, ob das wohl der Beweis dafür sein würde, dass ich beides haben konnte: die kulturellen Vergnügungen der Großstadt in vollen Zügen genießen, während ich gleichzeitig mein Essen selbst anbaute und aufzog. Rückblickend betrachtet frage ich mich allerdings, warum ich davon ausging, meine Erfahrungen würden weniger katastrophal ausfallen als die meiner Eltern.

Am nächsten Tag, auf die Ratschläge eines Farmerhandbuchs aus den Siebzigerjahren hin, tupfte ich die Popos meiner Vogelbabys mit Q-tips ab. Die lange Reise in einem Karton kann den Küken Verdauungsprobleme bereiten – verklebte Körperöffnungen, um genau zu sein. Was auch nur ein geschwollener Ausdruck für verstopfte Arschlöcher ist. Und so wischte ich sie alle gewissenhaft ab, zupfte angetrocknete Materie von ihren Hinterteilen und fühlte mich fürchterlich, als ich ihnen dabei ganze Büschel flaumiger Federn ausrupfen musste. Ich gab mich nicht zufrieden, bis alle Hinterteile hübsch rosig und gesund aussahen.

Nach dieser morgendlichen Kükenpopo-Putzaktion setzte ich mich in die Küche und sah hinaus in unseren besetzten Garten. Alle Ostfenster unserer Wohnung gehen auf das Grundstück, das wir binnen weniger Jahre in einen Obst- und Gemüsegarten verwandelt hatten. Ich konnte sehen, dass der Blattkohl groß wurde, und die Kopfsalaternte des Frühjahrs versprach gut zu werden. Selbst von hier aus konnte ich ein wenig Mehltau auf den Erbsenstauden erkennen.

Es würde ein bemerkenswertes Jahr werden; das spürte ich. War mein Leben in Oakland ein sich entwickelnder Embryo, dann war es, erweitert um diese Schlachtvögel, als seien einem fischartigen Lebewesen auf einmal Flügel gewachsen.

Kapitel 2

Der Garten – von uns in Beschlag genommen und mittlerweile üppig bewachsen – fing klein an und wuchs Stück für Stück. Als wir in die Wohnung in der 28. Straße zogen, strichen Bill und ich etwas halbherzig die Wände und hängten ein paar Vorhänge auf. Dann nahmen wir den Garten in Angriff – der ja der eigentliche Grund für uns gewesen war, sich überhaupt für diese Wohnung zu entscheiden.Tagelang hackten wir das eineinhalb Meter hohe Gestrüpp zurück, das das Grundstück überwucherte, bis schließlich ein rissiges Betonfundament zum Vorschein kam, wo einmal ein Haus gestanden hatte, und ein großes, rundes Fleckchen Erde.

Bevor wir irgendetwas pflanzten, ließ ich den Boden, nur um auf Nummer sicher zu gehen, im Umweltlabor eines Freundes untersuchen. Da das Grundstück so nah am Freeway lag, war es gut möglich, dass sich dort im Laufe der Jahre Blei aus Benzinabgasen abgelagert hatte. Oder es könnten andere Giftstoffe aus dem Haus ins Erdreich gesickert sein. Unser Freund meldete sich mit guten Nachrichten zurück: Der Boden war wie durch ein Wunder frei von Schwermetallen.

Am Tag nachdem wir grünes Licht bekommen hatten, stand ich auf dem Grundstück und versuchte, mir Mut zu machen, was den Garten betraf. Ich konnte mich nur schwer an den Gedanken gewöhnen, Land zu bestellen, das mir nicht gehörte. Gestrüpp zurückschneiden ist eine Sache, aber Pflanzen setzen?

Während ich reglos dastand, kam unsere neue Nachbarin, Lana, in Lackleder-Springerstiefeln und einem Minirock auf das inzwischen deutlich gelichtete Grundstück gestapft. Alles an Lana war dramatisch: ausdrucksvolle haselnussbraune Augen, ein zahnlückiges Lächeln und der platinblonde Bürstenschnitt, der farblich ungefähr dem abgehackten Gestrüpp entsprach. »Sieh mal hier!«, brüllte sie. Sie hielt zwei Schaufeln in ihren kräftigen Armen.

»Hier ist ein Fleckchen Erde«, sagte ich und zeigte ihr die Stelle, wo sich vielleicht einmal der zu dem Haus gehörende Garten befunden hatte. Obwohl sie noch nie gegärtnert hatte, machte sich Lara mit Begeisterung an die Arbeit, und ich folgte ihrem Beispiel nur zu gern. Ihr Hund, Oscar, schnüffelte an dem Haufen aus abgestorbenem Gestrüpp und grub selbst ein bisschen mit. Behutsam für einen so großen Hund. Wir gruben einen kleinen Teil des Grundstücks um, und dabei beförderten wir verrostete Spielzeugautos, versunkene Ziegelsteine und Glasflaschen zutage.

»Erinnerst du dich noch an He-Man?«, fragte Lana und fuchtelte mir mit einer Actionfigur vor der Nase herum. Die Spielzeugfigur hatte kräftige Muskeln und einen Topfhaarschnitt, aber alle Farbe war von ihrem Körper gewichen. Lana legte He-Man und alle anderen Spielsachen, die sie fand, im Garten zur Seite.

Ich las zu dieser Zeit ein Buch aus der Bibliothek mit dem Titel Gaia’s Garden. Es war ein Gartenhandbuch für Permakultur, das versprach, ich könnte einen pflegeleichten Lebensmittelwald anlegen, der kaum Arbeit machte, indem ich einfach den Anweisungen folgte. Das Buch enthielt unter anderem Pläne für einen, wie es die Autoren nannten, »Schlüsselloch-Garten«: eine Reihe von Wegen, die in einem Rundbeet angelegt wurden – genau das, was wir zufälligerweise zur Verfügung hatten. Und so machten Lana und ich uns an die Arbeit.

Nach ein paar Stunden Jäten hatten wir endlich ausreichend Platz geschaffen, um ein paar Pflanzen zu säen. Als ich gerade das Tütchen mit Maiskörnern aufreißen wollte, machte mich Lana auf ein Problem aufmerksam. »Äh, Novella«, sagte sie und wischte sich den Schweiß von der Stirn. »Die Form, die das hier haben soll, das ist doch nicht etwa …« Sie ließ den Satz unbeendet.

»Was denn?« Aus Lana wurde ich noch immer nicht richtig schlau. Meine Fingernägel waren erdverkrustet.

Lana lachte ein lautes, gackerndes Lachen. »Es sieht aus wie ein Kornkreis.«

Dann sah ich, was sie meinte: Ich hatte mich so streng an diesen albernen Plan gehalten, dass mir gar nicht aufgefallen war, dass wir einen Garten in Form eines riesigen Friedenszeichens angelegt hatten.Vom Himmel aus betrachtet hätte er eine Art Hippie-Signal für Außerirdische sein können.

Ich war entsetzt.

»O mein Gott«, sagte ich. »Ein Glück, dass du mir das gesagt hast.« Ich schaufelte einen der Wege mit Erde zu, bis das Friedenszeichen eher einem Mercedes-Benz-Stern glich. Soll das Friedenszeichen doch den Grateful-Dead-Fans und Trägern von Batikkleidern überlassen bleiben, der Generation meiner Hippie-Eltern. Obwohl Lana und ich im Begriff waren, einen Gemüsegarten anzulegen, wollten wir einander – vor allem in diesem Frühstadium unserer Freundschaft – klar zu verstehen geben, dass wir, nein, keine Hippies waren.

Während Lana mir dabei zusah, wie ich ein paar Maiskörner in den dunklen Lehmboden steckte, war ich seltsam eingeschüchtert: Die Rolle der Rebellin, die einen Garten besetzt, war mir nicht vertraut, auch wenn die Idee des Besetzens – etwas Ungenutztes in Besitz zu nehmen und mietfrei darin zu wohnen – aus intellektueller Sicht immer einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt hat. Auf dem College las ich über die »Buddler« (auch als die »wahren Gleichmacher« bezeichnet) im England des siebzehnten Jahrhunderts, die in besetzten Häusern lebten und auf öffentlichem Grund Gemüse zogen. Im Jahr 1649 kam eine Gruppe ärmlicher Männer in einer Kleinstadt südwestlich von London zusammen, um Mais und Weizen auf dem Gemeindegrund anzubauen. In der Erklärung, die sie abgaben – hauptsächlich Bibelgeschwafel –, nannten sie die Gründe dafür, »das Brachland von George Hill zu bestellen und zu düngen«, und brachten ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die Erde »eine gemeinsame Schatzkammer für jedermann ist, Arm und Reich, und dass jeder, der in diesem Lande geboren ist, von Mutter Erde genährt werden solle, die ihn hervorgebracht hat«. Fast 360 Jahre später ist die Idee, auf öffentlichem Grund Nahrungsmittel anzubauen, noch immer äußerst sinnvoll.

In Amerika geht die Idee des Besetzens auf die ersten weißen Siedler zurück. Auf der Suche nach religiöser Freiheit besetzten die Puritaner, seien wir mal ganz ehrlich, einfach Indianerland. Die Pioniere des neunzehnten Jahrhunderts führten diesen Prozess fort, indem sie im Verlauf der Ausdehnung nach Westen weiteres Indianerland einnahmen. In den Achtzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts setzte sich die Tradition fort, als leer stehende Häuser in New York City massenweise von Hausbesetzern übernommen wurden. 1995 freundete ich mich mit einem Hausbesetzer an, der in einem Gebäude in der Avenue B in New York lebte. Obwohl ich große Lust hatte, mitzumachen und dort einzuziehen, galt ich letztendlich als nicht punkrockig genug – vielleicht weil ich keine Tattoos auf der Haut und keine Nieten an meinen Klamotten hatte.

Und dann gab es da noch den berühmten Bohnenbauer Henry David Thoreau. Er besaß das Land um den Walden-See nicht, hatte es nicht einmal gepachtet. »Ich habe den Wert des Landes gesteigert, indem ich es besetzt habe«, schrieb er in Walden.

Genau das war auch mein Plan. Ich holte einmal tief Luft und drückte die kleinen gelben Saatkörner tief in den Boden, der mir nicht gehörte. Ich zerrte den Gartenschlauch von dem kleinen Garten hinter dem Haus herüber und besprengte das kahle Fleckchen Erde mit Wasser. Lana und ich standen da und sahen zu, wie das Wasser versickerte. Was ich tat, kam mir ein bisschen vor wie Ladendiebstahl, nur dass ich hier, statt etwas zu nehmen, etwas gab. Aber ich machte mir auch Sorgen. Könnten diese Pflanzen als Beweismittel gegen mich verwendet werden?

Binnen weniger Wochen nach dieser ersten Aussaat gewöhnte ich mich allmählich an den Gedanken, dass das Grundstück vorläufig mir gehörte. Ich setzte ein paar Tomaten- und Basilikumschösslinge um. Pflanzte die Kopfsalatsamen, die ich ganz pioniermäßig aus Seattle mitgebracht hatte. Fügte ein paar Gurkensamen hinzu.

Es dauerte nicht lange, bis das Gemüse in der sengenden, den ganzen Tag strahlenden Sonne wuchs und gedieh. Mein grüner Daumen hatte nichts mit diesem Erfolg zu tun – in Kalifornien muss man nur gießen, um zu gärtnern. Die Gurken schossen ins Kraut; der Mais reckte sich himmelwärts.

Lana erzählte mir, in den fünfzehn Jahren, die sie nun schon in der 28. Straße lebte, sei das Grundstück zuerst ein Parkplatz für die Mönche gewesen, dann ein Lagerplatz für eine Baufirma, randvoll mit Schiffscontainern und Bobcat-Kompaktladern, und schließlich, in den letzten fünf Jahren, die mit Unkraut überwucherte und mit Abfall übersäte Müllkippe, die wir vorfanden, als wir hier einzogen. Verglichen damit, fand ich, stellte der Garten doch durchaus eine Verbesserung dar.Aber insgeheim fragte ich mich doch, was der Eigentümer des Grundstücks von all diesen neuen Pflanzen halten würde.

Ein paar Tage nachdem die Küken eingetroffen waren, schenkte ich mir oben in der Küche eine Tasse Kaffee ein und ging dann zur Hintertreppe, um den großen Hühnern in dem Garten hinter dem Haus ein bisschen altes Brot hinzuwerfen. Die Hühner (ein Buff Orpington, ein Schwarzes Australorp und zwei Red Stars) hatten wir bereits ausgewachsen in einer nahe gelegenen Tierfutterhandlung bekommen.

Ein Wort zu dem kleinen Garten hinter dem Haus: Stellen Sie sich keine Idylle vor. In der Mitte stand Mrs. Nguyens Trimmrad auf einem kahlen Fleckchen Erde. Der Vermieter hatte ein paar Jahre zuvor einen rostigen Metallschuppen am Fuß der Treppe aufgestellt, in dem die Nguyens und wir alles verstauten, was wir eigentlich am liebsten losgeworden wären. Ein zersprungener Spiegel lag zwischen Zaun und Schuppen.

Am Ende des Gartens befand sich der Hühnerstall, den Bill in einem großen ehemaligen Hundeauslaufbereich aus Paletten errichtet hatte. Der Auslauf war von einem robusten Maschendrahtzaun umgrenzt und inzwischen von Gestrüpp und wilden Bäumen überwuchert. Nun war es ein Hühnergehege, und daran grenzte eine Art Autowerkstatt/Schrottplatz, wo zwei Hunde zu Hause waren: ein hellbrauner Pitbull und ein dunkeläugiger Rottweilermischling. Oft kurvte ein Gabelstapler über das Werkstattgelände, zwischen rostigen Getrieben und Fässern mit weiß Gott was, herum. Ein Stück hinter der Werkstatt konnte man die unscheinbare Skyline der Innenstadt von Oakland ausmachen. Also nicht wirklich eine ländliche Idylle.

Nachdem ich die Hühner im Garten gefüttert und (noch einmal) nach den Küken in ihren Brutkästen geschaut hatte, setzte ich mich hin, um Zeitung zu lesen. Als ich ein paar Minuten später aufblickte, sah ich einen Mann mit einer schwarzen Mütze und Lederjacke in den Garten kommen. Er schlenderte auf eines der Beete zu und zerrte an dem grünen Ende einer Karotte. Eine orangefarbene Wurzel kam zum Vorschein, mit Erde verschmiert. Die Karotte, das konnte ich sehen, war klein, aber bereits essbar. Ich schmiss meine Zeitung auf den Boden und stürzte in den Garten.

Dass sich Leute aus der Nachbarschaft in meinem Garten etwas ernten, ist keine Seltenheit. Da gibt es zum Beispiel Lou, einen gebeugt gehenden Mann, der sich im Winter gern ein bisschen frisches Grünzeug pflückt, und eine stumme Frau, die mit einer Plastiktüte in den Garten kommt und nicht aufhört, Kopfsalat zu ernten, bis diese Tüte prall gefüllt ist – oder ich das Fenster öffne und zu ihr hinunterrufe: »Okay! Das reicht jetzt! Lassen Sie den anderen auch noch was da!«

Manche dieser Leute sind ein Ärgernis. Einmal kam ein Unbekannter vorbei, um sich, wie er glaubte, ein paar Zwiebeln zu nehmen, aber stattdessen zog er etwas von meinem jungen Knoblauch aus der Erde und ließ dann die kleinen Knollen einfach auf dem Boden liegen. Daraufhin schrieb ich ein kleines Schild, auf dem KNOBLAUCH, KEINE ZWIEBELN. IM JULI FERTIG! stand, und noch eines neben einem Blattkohlbeet, auf dem BITTE NICHT ALLE BLÄTTER VON DER PFLANZE RUPFEN stand. Diese Schilder sind nicht unbedingt effektiv. Sie verblassen einfach und werden im Herbst unter einem Haufen Holzspäne begraben. Aber ich habe dennoch das Bedürfnis, einige Dinge aufzuklären.

Eine einfache Lösung wäre, das Gartentor mit einem Vorhängeschloss zu sichern. Andererseits bin ich hier selbst nur ein Eindringling – ich habe dieses grüne Stück Land weder gepachtet noch gemietet, daher käme es mir scheinheilig vor, anderen zu sagen, sie sollten sich davon fernhalten. Doch immerhin habe ich die Zustimmung zu dem Gartenprojekt vom Eigentümer des Grundstücks bekommen, einem Mann namens Jack Chan. Ich traf ihn, als in jenem ersten Jahr unsere erste Tomate auf dem Grundstück reifte. Eines Tages kam ein verhutzelter Chinese in den Garten. Ich sah sofort, dass er der Eigentümer des Grundstücks sein musste, an der Art, wie er durch das Gartentor trat und die Pflanzen betrachtete – mit einem fragenden Ausdruck, als seien sie ein Zaubertrick, den er nicht so recht durchschaute. Mein Herz hämmerte. Ich ging hinunter, um mit ihm zu sprechen. »Garten okay«, sagte er, nachdem wir uns bekannt gemacht hatten. Dann deutete er auf ein paar gartenuntypische Gegenstände, die irgendwie den Weg auf das Grundstück gefunden hatten, zum Beispiel ein paar alte Türen und ein Biodieselreaktor, den Bill gebaut hatte. »Nur Garten.« Ich nickte, und damit war unser Wortwechsel beendet.

Wenn ich versuchte, Thoreau zu sein, dann stellte ich mir Chan gern als moderne Version von Ralph Waldo Emerson vor, dem Eigentümer des Walden-Sees und der umliegenden Felder. Mein Landbesetzer-Kollege Thoreau hatte die Erlaubnis des Landbesitzers, aber er wollte das, was er tat – genau wie ich – dennoch weiterhin gern Besetzen nennen.

Nachdem ich also Jack Chans wortkarge Zustimmung erhalten hatte, begann ich, das Stück Land im großen Stil auf Vordermann zu bringen. Im Jahr darauf leuchteten überall auf dem Grundstück riesige orangefarbene Bischofsmützenkürbisse. Ich hatte einen Job im Kundendienst einer Gärtnerei und bekam Obstbäume zum Rabattpreis, und so kamen schon bald ein Apfelbaum, eine Ananasguave, ein Zitronen-, Feigen- und Orangenbaum hinzu. Ich kaufte die Bienen, um den uralten Pflaumenbaum zu bestäuben, der auf dem Grundstück Wache hielt. Ich schaffte mir unsere vier Eier legenden Hühner an und zog eigens für sie Palmkohl, eine krause, dunkelgrüne Sorte. Und ich baute Karotten an, die dieser Typ da drüben jetzt erntete.

Ich drückte das Gartentor auf und grüßte den Karottenpflücker. Er winkte, die Karotten in der Hand. Ich kenne das Vergnügen, Wurzelgemüse aus der Erde zu ziehen. Es ist wie ein lösbares Geheimnis. Ich habe einmal eine Karotte gezogen, die anders war als jede, die ich bis dahin gesehen hatte, eine dunkelviolette Sorte namens Dragon. Diese hatte sich um eine gewöhnliche orangefarbene Karotte gewunden, sodass die beiden zusammen aussahen wie ein schriller DNA-Strang.

Als ich dem Karottenpflücker gerade sagen wollte, er solle später wiederkommen, um die Karotten zu ernten, nämlich dann, wenn sie größer seien, begann er zu sprechen. »Dieser Ort erinnert mich an meine Großmutter.« Seine Augen füllten sich mit Tränen. »Alles wächst.«

In unserer Nachbarschaft gab es nur wenig Grün, und das hauptsächlich in Form von Unkraut. Aber wenn man durch das Gartentor in den, wie ich ihn inzwischen nannte, »Ghost-Town Garten« kam, dann war das, als würde man eine andere Welt betreten. In der Nähe des Zauns stand ein Limettenbaum, dessen dunkelgrüne Blätter einen zitrusartigen Geruch verströmten. Stängel von Salbei und Minze, Beifuß und Bartfaden. Distelartige Artischockenblätter schimmerten silbrig. Erdbeerausläufer schlängelten sich unter Himbeerzweigen hindurch. Die Beete strotzten nur so von Favabohnenreihen, deren erbsenartige Blüten dralle schwarze Hummeln zu ihrer Beute lockten.

Ein Apfelbaum sandte mädchenhafte rosa Blüten aus. Eine Passionsfruchtranke schlängelte sich an dem Maschendrahtzaun entlang, der den Garten umgab.

Ich konnte es mir zwar gerade noch verkneifen, den Karottenpflücker dafür zu umarmen, dass es ihm mit diesem Garten genauso ging wie mir, aber ein bisschen emotional wurde ich doch. Ich wollte den Mann beim Arm nehmen und ihn durch den Garten führen, wollte ihm zeigen, was essbar ist, was nächste Woche am besten gereift sein würde, welchen Teil der Minze man für den Tee abschneiden muss. Ein paar der Frühstücksradieschen aus der Erde ziehen. Erklären, dass Karotten in Afghanistan heimisch sind und früher hart und gelb waren, bevor die Holländer mit ihrem Hang zu Orange sie in die Hände bekamen. Dann würde ich ihn in den Garten hinter dem Haus führen und ihm meine vier wunderbaren Hühner zeigen, die mit Stroh ausgelegten Legeplätze, die vier Eier dieses Tages – braun und noch warm.Vielleicht würde ich ihn sogar mit nach oben nehmen, damit er die Brutkästen mit den Hühner-, Enten-, Gänse- und Truthahnküken bewundern konnte.

Das hier, wollte ich ihm sagen, ist auch dein Geburtsrecht. Deine Großmutter hat, genau wie meine, ihre eigenen Tomaten angebaut, ihre eigenen Hühner geschlachtet und eine echte Verbindung zu ihrem Essen gespürt. Nur weil wir in der Großstadt leben, müssen wir das nicht aufgeben.

Aber dann fiel mir wieder ein, dass die meisten Leute in unserer Nachbarschaft andere Dinge im Kopf hatten, als biologische Lebensmittel anzubauen und ein Revival zu initiieren. Das hatte ich herausfinden müssen, als wir mit dem Gartenprojekt anfingen. Damals klopfte ich an Türen, um andere Leute mit einzubeziehen, und erzählte ihnen mit überschwänglicher Begeisterung vom Gemüseanbau. Ich bekam Standardantworten: »Ich habe keine Zeit« oder »Ich kaufe mein Gemüse im Supermarkt«.

Daher freute ich mich einfach, bei dem Karottenpflücker eine Erinnerung hervorzurufen. Ich murmelte, er könne jederzeit vorbeikommen und sich etwas ernten. Er lächelte, entblößte ein golden glänzendes Gebiss.

»Hey, mein Garten ist dein Garten«, sagte ich und klopfte ihm auf den Rücken. Er hatte sich einen kleinen Bund Karotten in die Tasche seiner Lederjacke gestopft, als er ging. Ich sah ihn nie wieder.

Ich pflückte ein paar Palmkohlblätter für die Küken und ging nach oben. Ich schnitt sie in kleine Streifen und sah zu, wie das Chaos ausbrach, als ich das Gemüse in die Brutkästen warf. Ein rein gelbes Hühnerküken schnappte sich den größten Streifen und schleppte ihn mit sich herum, und dabei piepste es eindringlich. Ein paar andere jagten ihm nach, bis es ihn fallen ließ. Dann hob ein anderes Küken das Blatt auf und rannte piepsend damit herum. Es ging immer nur ums Haben, nicht ums Fressen. So ging es eine ganze Weile weiter, bis die Truthahnküken, die das Geschehen zunächst schläfrig beobachtet hatten, den Hühnerküken das Grünzeug entrissen und es verschlangen. Die Enten- und Gänseküken in ihrem eigenen Brutkasten machten sich, ohne zu zögern, sofort über den Palmkohl her. Unser besetzter Garten würde auch meine Schlachtvögel ernähren.

Kapitel 3

Bobby!«, riefen Bill und ich die dunkle Straße hinunter, nicht sicher, in welchem Wagen er in dieser Nacht schlief. »Wir brauchen deine Hilfe!« Es war Sonntag, spät, und wir waren unterwegs zu einer Mission in Sachen Garten.

Quietschend ging die Tür eines Chevy Colt ohne Räder auf, und Bobby kam seufzend herausgeklettert. Er schien etwas ungehalten, aber ich denke, er fühlte sich auch geschmeichelt, dass wir ihn brauchten. Zwei Leute reichten nicht, um eines von Bills Projektautos aus dem Weg zu räumen.

Mit ausgestreckten Armen stemmte ich mich gegen das Heck des gestrandeten roten Mercedes. Bill hielt das Lenkrad und schob vorne mit. Dann presste Bobby seinen Rücken gegen den Kofferraum und lehnte sich mit seinem ganzen Gewicht dagegen. Mehr brauchte es nicht.

»Du musst deine Beinmuskeln einsetzen«, sagte er, und dabei lehnte er sich lässig gegen den Wagen, als der ins Rollen kam. Aber es lag nicht nur an der Technik. Bobby war einfach unglaublich stark. Ich habe einmal gesehen, wie er das Getriebe eines Ford-Lasters vom Boden auf seine Schulter hob und scheinbar mühelos einen Häuserblock weit trug. Bobby wollte kein Geld für seine Hilfe annehmen. »Kommt mir doch nicht mit eurer Knete«, murmelte er nur, als wir ihm etwas anboten.

Wir lernten Bobby bei einem kleinen Aufruhr in der 2-8 kennen. Wir lebten damals schon seit über einem Jahr in unserer Wohnung, lange genug, um den Verkehr auf dem nahe gelegenen Highway gar nicht mehr zu hören. Die Sirenen brachten unsere Katze nicht mehr aus der Ruhe. Wir fanden Freunde und hatten die besten China-Imbisse ausfindig gemacht, die auch spätabends noch geöffnet hatten. Aus Seattle kommend, staunten und freuten wir uns über den sonnigen Frühlingsbeginn im Februar.

Und wir hatten angefangen, Krempel zu sammeln, eines unserer Lieblingshobbys. Unsere Schreib- und anderen Tische hatten wir uns an diversen Straßenecken in Berkeley und Oakland zusammengesucht. Die meisten Teile unseres Geschirrs stammten aus Kartons, die an irgendwelchen Ecken abgestellt worden waren. Es hatte etwas Faszinierendes, Dingen zu neuem Nutzen zu verhelfen – Weggeworfenes wiederzubeleben.

Daher waren wir in Oakland in unserem Element, mit seinen riesigen Bergen von Gerümpel am Straßenrand, dem ganzen Kram, der unter Überführungen und manchmal mitten auf der Straße abgeladen wurde. Die Gerümpelhaufen nahmen so überhand, dass die Leute schließlich auf Plakatwänden aufgefordert wurden: LASST FREUNDE FALLEN, NICHT EUREN HAUSRAT. Es war eine seltsame Kampagne – und es wurde noch seltsamer, als die halbe Beleuchtung der Plakatwand irgendwann ausfiel und nur noch die Aufforderung LASST FREUNDE FALLEN angestrahlt wurde.

Insbesondere GhostTown hatte ein paar riesige Gerümpelberge zu bieten. Die meisten entstanden zum Monatsanfang hin, wenn die Miete fällig war. Durchhängende Sofas, schwarze Lack-Nachttische, Matratzen – alles an der Straßenecke übereinandergestapelt. Ein verblüffend intimes, lebensgroßes Sammelalbum von irgendjemands Existenz. Irgendwann kamen dann die Typen von der Stadtreinigung, markierten den Haufen mit einem kräftigen Schwall Orange aus einer Farbspraydose und schafften ihn weg.Wenn sie nicht schnell durchgriffen, würde sich der Haufen bald über mehrere Häuser oder sogar Blocks erstrecken.

Diese Haufen waren wie eine Art Ökosystem – eine ganze Gemeinschaft lebender Organismen und der leblosen Materie ihrer Umgebung. Ein paar Individuen trugen zu der wachsenden Masse bei, Resteverwerter bedienten sich an dem Haufen, und manchmal zerfielen die Gegenstände auch ganz von selbst zu Staub. In diesem Ökosystem spielten Bill und ich die Rolle der Resteverwerter.

Eines Abends entdeckte Bill ein blaues Fahrrad in einem Gerümpelhaufen an der Ecke unserer Straße. Es war ein uraltes Teil mit drei Gängen und einer nur leicht beschädigten Rücktrittbremse. Er nahm es mit nach oben und bastelte den ganzen Abend daran herum.

Auf seiner Triumphfahrt am nächsten Morgen schallte es Bill plötzlich entgegen: »Das ist mein Rad!« Das ist ein Spruch, den man in den Seitenstraßen des Martin Luther King Jr. Way ständig hört. Aber der Mann, der auf den Stufen seines labyrinthartigen Wohnblocks stand und ihn rief, meinte es ernst. Er kam direkt auf Bill zu, ein noch nicht wirklich alter Schwarzer, nur leicht ergraut, dem die meisten Zähne fehlten. Name: Bobby.

Als ich sah, dass die Szene hässlich werden könnte, ging ich hinunter und schaltete mich ein: »Sir, Sie kennen die Regeln hier. Wenn es auf einem Haufen liegt, kann sich’s jeder nehmen.« Bobby sagte nichts. Es war offenbar eine Männersache, etwas zwischen Bill und Bobby.

»Ich habe es repariert«, argumentierte Bill flehend.

Bobby legte eine Hand auf die Lenkstange. »Oh-oh«, sagte er.Was ist das denn für ein Arschloch?, dachte ich.

Aber Bill würde sich nicht darum streiten. Ich konnte sehen, dass ihm etwas durch den Kopf ging. Er sah zu Boden, dann wieder auf. »Ich gebe dir zwanzig Dollar dafür«, sagte er, begeistert von seinem Lösungsvorschlag. Daraufhin nahm Bobby seine Hand von der Lenkstange und strahlte. Bill reichte ihm den Geldschein. Damit war die Angelegenheit erledigt, und Bill fuhr auf seinem Fahrrad davon. Eine wunderbare Freundschaft war – ja – aufgeblüht.

Und jetzt half uns Bobby bei solchen Dingen wie zum Beispiel Autos wegzuschieben.

»Okay, stopp«, rief Bill mir und Bobby zu. Wir ließen los. Bill sprang in den Mercedes und bremste – Bobby und ich hatten es mit dem Anschieben ein bisschen übertrieben. Der rote Mercedes verfehlte nur knapp den Honda unseres Nachbarn.

Bill schwang das Gartentor auf. Die Räder des F-250 drehten durch, als ich über die Bordsteinkante und dann rückwärts auf das Grundstück fuhr. Unser Freund Willy hatte uns übers Wochenende seinen Laster geliehen, und Bill und ich waren den ganzen Samstag und Sonntag immer wieder zu einem Pferdehof oben in den Hügeln gefahren, fünfzehn Meilen von hier. Der kostenlose verrottete Pferdemist war unser Ticket zum Erfolg mit dem Garten gewesen.

Da der Großteil des Grundstücks ungünstigerweise unter einer dreißig Zentimeter dicken Betonschicht lag, kam Bill auf die Idee, Hochbeete anzulegen. Das meiste Gemüse braucht nicht mehr als einen halben oder ganzen Meter Mutterboden, daher ist es durchaus möglich, Pflanzen in großen Behältern zu ziehen.

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