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Mein venezianischer Verführer

1. KAPITEL

„Lasst mich los!“

Panik stieg in Charlie auf, als einer der Männer ihr mit einer heftigen Bewegung den Skizzenblock entriss, während der zweite sie auf die Füße zerrte. Der dritte Mann, der, den sie gezeichnet hatte, verfolgte die Szene mit unbewegter Miene.

Es gab viele Künstler, die entlang der Kanäle saßen oder standen, um die pittoresken Szenen, die Venedig beinah überall bot, festzuhalten. Sie war nur einer von ihnen und konnte die brutale Reaktion der Männer überhaupt nicht nachvollziehen.

„Können Sie Ihr Verhalten erklären?“, fuhr der gut aussehende Italiener Charlie jetzt an, nachdem seine Leute sie gewaltsam zu ihm geführt hatten. Seine Stimme war kalt wie Eis und stand ganz im Gegensatz zu seinem südländisch feurigen Aussehen.

Charlie konnte ein Zittern nicht unterdrücken. „Es gibt nichts zu erklären. Wie kommen Sie dazu, Ihre Männer auf mich zu hetzen?“

„Sie haben meine Privatsphäre verletzt!“ Anklagend hielt er ihre Zeichnung hoch. Die Karikatur stellte seine markanten Gesichtszüge überzogen dar und ließ ihn hart und unnachgiebig erscheinen. „Nehmt sie mit!“ Mit diesem Befehl wandte er sich von ihr ab.

Verzweifelt versuchte sie, dem eisernen Griff der beiden Bodyguards zu entkommen. Ohne Erfolg. Ihre Freundin Nell Foster hatte in dieser zauberhaften Stadt den Mann ihres Lebens kennengelernt. Warum nur passiert mir so etwas nicht, fragte Charlie sich verzweifelt, während die Handlanger des Italieners sie abführten.

Nach einiger Zeit stellte sie überrascht fest, dass sie sich am Hintereingang ihres Hotels befanden. Sollte sie etwa entführt werden? Brachte man sie nur hierher, damit sie ihre Sachen zusammenpackte? Doch die Männer reagierten nicht auf ihre hysterisch gestellten Fragen, sondern blickten stumm vor sich hin. Kurz darauf wurde sie in einen Aufzug gelotst, dessen Türen sich lautlos hinter ihnen schlossen.

Als sie aus dem Lift trat, glaubte Charlie sich in einer anderen Welt zu befinden. Einer Welt, neben der ihr selbst das luxuriöse Hotel, in dem sie auf Einladung ihres Auftraggebers abgestiegen war, schäbig und geschmacklos erschien.

Plötzlich stieg ein fürchterlicher Verdacht in ihr auf. Dieses Apartment konnte nur einem Menschen gehören! Dem einzigen Menschen der Stadt, der so unverschämt reich war, dass er sich eine derartige Unterkunft leisten konnte. Und er erwartete sie schon.

Charlie hatte doch nichts Unrechtes getan! Sie hatte nur, ohne es zu wollen, Orlando Rossi herausgefordert, den Mann, mit dem sie bisher nur schriftlich oder über das Internet korrespondiert hatte. Ihm gehörte nicht nur das Gebäude, in dem sie sich befanden, sondern halb Venedig mit all seinen Kunstschätzen. Auf seinen Wunsch hin war sie in die Stadt in der Lagune gekommen!

Man konnte eine Geschäftsbeziehung wohl kaum auf unangenehmere Art beginnen! Charlie war eine anerkannte englische Kunstexpertin und Restauratorin. Mit dem Auftrag Orlando Rossis hatte sie die Hoffnung verbunden, ihre Karriere nun auch auf internationaler Ebene ausbauen zu können. Diesen Traum musste sie jetzt wohl begraben!

So verfahren die Situation auch war, als sie jetzt in Orlando Rossis dunkle Augen sah, fühlte Charlie nicht nur Wut und Enttäuschung, sondern auch eine eigenartige Erregung.

Glaubte diese junge Frau wirklich, sie könne einfach eine Karikatur von ihm anfertigen, um sie anschließend an die Klatschpresse zu verkaufen? Die Öffentlichkeit würde sich königlich darüber amüsieren, wenn man den milliardenschweren Immobilienbesitzer Orlando Rossi auf diese Weise zu einer Witzfigur machte!

Mit leichter Genugtuung bemerkte er, wie ein leichtes Zittern ihren schlanken Körper erfasste. Es gab jede Menge zwielichtige Gestalten, wie zum Beispiel geldgierige Künstler und Taschendiebe, in Venedig, denen täglich unvorsichtige Touristen zum Opfer fielen. Zumindest bot sich ihm jetzt die Gelegenheit, einen von ihnen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber bevor er über eine angemessene Strafe entschied, wollte er mehr über sie herausfinden. Schließlich war er kein Unmensch.

Eigenartigerweise wurde sein Zorn überlagert von dem Wunsch, dieses zierliche Wesen, das ihn kampflustig anfunkelte, zu beschützen.

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