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Mein Katastrophenpapa, meine neue Freundin und ich

Über den Autor

Wolfram Hänel, geb. 1956, lebt in Hannover, arbeitete unter anderem als Plakatmaler, Theaterfotograf und Dramaturg, bevor er 1987 zu schreiben anfing. Bislang sind über 100 Romane, Erzählungen und Bilderbücher von ihm erschienen, die insgesamt in 25 Sprachen übersetzt wurden. 2001 wurde er mit dem Kurt-Morawietz-Literaturpreis der Stadt Hannover und 2003 mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis ausgezeichnet.

Inhalt

  1. Cover
  2. Über den Autor
  3. Inhalt
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Kapitel 1
  7. Kapitel 2
  8. Kapitel 3
  9. Kapitel 3½
  10. Kapitel 4
  11. Kapitel 5
  12. Zum Grünen Esel – Die Rezepte
  13. Die Smileys bedeuten

Wolfram Hänel

Mein
Katastrophen-Papa,
meine neue Freundin
und ich

:-)))
Ziemlich schräger Roman
mit Rezepten
zum Selberkochen

1

=:-(

Heute ist so ziemlich das Schlimmste passiert, was überhaupt passieren konnte: Wir waren mit der ganzen Klasse im Theater und haben uns meinen Vater angeguckt. Und es war die absolute Katastrophe! Ich schätze, die nächsten Tage sollte ich mich in der Schule erst mal besser nicht blicken lassen, bis ein bisschen Gras über die Sache gewachsen ist …

Dabei kann ich ja eigentlich gar nichts dafür. Für meinen Vater, meine ich. Und dass er Schauspieler ist und ausgerechnet den Othello spielen musste. Der Othello ist eigentlich ein netter Schwarzer, der gerade nicht so gut drauf ist, weil Jago ihm erzählt hat, dass seine Frau was mit einem anderen hätte. Und Jago ist ein fieser Weißer, der so fies ist, dass die Zuschauer normalerweise schon »Buh!« brüllen, wenn er überhaupt nur auf die Bühne kommt. Aber in der Vorstellung mit meinem Vater war es genau umgekehrt: Die Leute haben meinen Vater ausgebuht und Jago hat jede Menge Beifall gekriegt.

Weshalb der Schubert hinterher auch voll sauer war. Der Schubert ist unser Deutschlehrer und eigentlich ganz nett. Ein bisschen nervös vielleicht, aber es gibt eindeutig Schlimmere als ihn. Kurz vor der Vorstellung hatte der Schubert uns jedenfalls extra noch mal das ganze Stück erklärt. Also dass Jago wirklich eine fiese Sau ist und dass Othello von seinen Gefühlen zerrissen wird. Genau so hat der Schubert es gesagt: »Othello wird von seinen Gefühlen zerrissen.« Und dass er einem wirklich leidtun müsste deshalb. Othello natürlich, nicht der Schubert.

Das Problem war allerdings, dass mein Vater dann überhaupt keinem leidgetan hat. Vor allem nicht, als er vorgemacht hat, wie er von seinen Gefühlen zerrissen wird: Erst hat er sich gekrümmt, als ob er gerade eine Blinddarmentzündung hätte, und dann ist er laut stöhnend quer über die Bühne zu einer weißen Säule getorkelt. An der ist er dann ohnmächtig nach unten gerutscht. Das Blöde war nur, dass er ja schwarz geschminkt war. Und als er endlich auf dem Boden angekommen war, konnte man an der ganzen Säule runter die Schminke sehen. Wie Bremsspuren!

Jedenfalls hat der Schubert mich zum Schluss noch nicht mal mehr angeguckt. Dabei hätte ich es ihm vorher sagen können. Ein Stück, in dem mein Vater mitspielt, wird unter Garantie nicht so, wie der Autor sich das vielleicht mal gedacht hat. Oder wie es im Programmheft steht. Ich erinnere mich noch mit Entsetzen daran, wie ich meinen Vater mal als Hamlet gesehen habe. Da fanden die Zuschauer sogar den Totenkopf noch besser als ihn!

Aber vielleicht sollte ich erst mal ein bisschen was über mich erzählen. Wer ich eigentlich bin und so. Damit überhaupt irgendjemand irgendwas kapiert. Also …

Ich

Ich heiße Willie. Ist wirklich wahr: Willie. Mit »ie«. Hinten, nicht vorne. W-i-l-l-i-e. Weil mein Vater irgendwann mal ein Buch gelesen hat, vor ewigen Zeiten schon, als er noch nicht mein Vater war. Einen Krimi. Und in dem Krimi kam einer vor, der hieß Willie und konnte mit seinem Messer eine Mücke in zwei Hälften schneiden. In der Luft natürlich. Außerdem war dieser Willie blond, hatte blaue Augen, jede Menge Geld und eine Freundin, die für den Geheimdienst gearbeitet hat oder so was. Na ja, und das muss meinem Vater alles sehr gut gefallen haben. Und als dann klar war, dass seine Freundin schwanger war (die Freundin von meinem Vater, nicht die von Willie), da hat mein Vater gesagt: »Wenn es ein Junge wird, dann muss er Willie heißen!«

Geholfen hat es gar nichts. Ich meine, ich habe fast schwarze Haare, null Geld und auch keine Freundin beim Geheimdienst (wenn ich ehrlich sein soll, habe ich überhaupt keine Freundin!). Und als mein Vater mir zu meinem fünften Geburtstag ein Taschenmesser geschenkt hat, habe ich mir gleich am ersten Tag den halben Daumen weggesäbelt.

Inzwischen ist nur noch eine ganz kleine Narbe zu sehen. Und das Taschenmesser habe ich gegen einen Kanarienvogelkäfig eingetauscht. Mit Spiegel und allem Drum und Dran, nur ohne Kanarienvogel. Weil meine M-Punkt keinen Kanarienvogel wollte. Und als sie dann ausgezogen ist, wollte ich keinen mehr.

Meine M-Punkt ist natürlich meine Mutter. Also die alte Freundin von meinem Vater, die damals mit mir schwanger gewesen war. Und meine M-Punkt ist ausgezogen, weil sie sich in einen Totengräber verliebt hat. Natürlich nicht in einen richtigen Totengräber, sondern nur in einen Schauspieler, der einen Totengräber gespielt hat. Im Hamlet! Da hat er erst jeden Abend den Totenkopf für meinen Vater ausgebuddelt, und während mein Vater sich dann auf der Bühne mit dem Schädel in seiner Hand rumprügeln musste, ist der Totengräber schon mal schön gemütlich in die Kantine gelatscht, hat Kaffee getrunken und meine M-Punkt angebaggert. Die war zu der Zeit nämlich gerade als Maskenbildnerin am Theater, also als Schminktante für die Schauspieler. Wobei sie bei dem Totengräber wirklich nicht allzu viel zu tun hatte mit Schminken, weil er schon ungeschminkt aussah wie eine halbe Leiche. Aber mein Vater meint, vielleicht wäre es genau das gewesen, was ihr so gut gefallen hat. Dass der Totengräber immer gleich hässlich war, egal ob mit Schminke oder ohne. Und dass meine M-Punkt eigentlich schon immer jemanden gewollt hätte, bei dem sie genau wusste, woran sie war. Weil sie Überraschungen auf den Tod nicht ausstehen konnte. Hat mein Vater gesagt. Woran man schon sieht, dass er auf meine M-Punkt nicht mehr besonders gut zu sprechen ist. Was aber eigentlich auch klar ist, nachdem sie tatsächlich mit dem Totengräber abgehauen ist.

Ich bin im Übrigen auch nicht besonders gut auf meine M-Punkt zu sprechen. Aus dem gleichen Grund. Und deshalb nenne ich sie auch nur noch M-Punkt. Was sie total nervt, wenn sie alle paar Wochen mal anruft, um zu fragen, wie es mir geht. Und ich dann sage: »Hallo, M-Punkt. Na, wieder mal ’ne neue Leiche ausgebuddelt?«

Jedenfalls schminkt sich mein Vater jetzt immer selber und in die Kantine geht er auch nicht mehr, sondern bringt sich seinen Kaffee von zu Hause mit. Umgezogen sind wir übrigens auch. Mussten wir, weil unsere alte Wohnung zu teuer war. Weil mein Vater jetzt nämlich auch noch jeden Monat meiner M-Punkt was abgeben muss. Weil sie nämlich nicht mehr arbeitet, sondern mit dem Totengräber »das Leben genießt«. Hat sie selber geschrieben. Auf einer Postkarte aus Ibiza: »Nachts hotten wir in der Disko einen ab und am Tag liegen wir faul in der Sonne und genießen das Leben.« Na ja, vielleicht kriegt der Totengräber da wenigstens mal ein bisschen Farbe …

Unsere neue Wohnung ist die absolute Bruchbude. Aber dafür wenigstens billig. Zwei Zimmer, Küche und Klo. Ganz oben unterm Dach. In einem Haus, das so vor hundert Jahren vielleicht mal ganz schön war. Aber seit damals hat eindeutig keiner mehr was dran gemacht. Weshalb unser Klo auch immer noch ein halbes Stockwerk tiefer ist, im Treppenhaus! Und eigentlich gehört es uns noch nicht mal alleine. Das Klo, meine ich. Weil es nämlich auch das Klo von der Wohnung neben uns ist. Aber seit die alte Oma, die da mit ihrem Dackel gewohnt hat, letzten Winter gestorben ist, steht die Wohnung leer. Und der Dackel ist im Tierheim und wir können so lange auf dem Klo sitzen, wie wir wollen.

Leider können wir aber trotzdem keine Party oder so was bei uns feiern. Weil jeder, den wir einladen würden, unter Garantie davon überzeugt wäre, er hätte sich in der Adresse geirrt. Oder wir wären schon wieder dabei auszuziehen. Was damit zu tun hat, dass wir noch gar nicht richtig eingezogen sind. Obwohl wir jetzt schon über zwei Jahre da wohnen. Aber weil meine M-Punkt fast alle Möbel behalten hat, haben wir auch unsere Umzugskartons gar nicht erst ganz ausgepackt. Weil wir ja sowieso nicht gewusst hätten, wohin mit dem ganzen Zeug. Die einzigen richtigen Möbelstücke, die wir haben, sind mein Bett und das Sofa, auf dem mein Vater schläft. Das Sofa ist aus »Biedermann und die Brandstifter«. In dem Stück müssen sie unheimlich viel geraucht haben, jedenfalls sind die Polster völlig durchlöchert mit Brandflecken! Aber meinen Vater stört es nicht weiter, und tagsüber legen wir einfach eine bunte Decke drüber und dann sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Ach ja, und in der Küche haben wir noch einen langen Tisch mit sechs Stühlen aus »Schneewittchen und die sieben Zwerge«, die anderen zwei Stühle stehen auf dem Treppenabsatz vorm Klo, falls mal besetzt ist und einer warten muss. Allerdings sind die Stühle von den Zwergen alle ziemlich klein, und den von Schneewittchen hat sich gleich mein Vater geschnappt. Aber weil der Tisch natürlich auch nicht besonders hoch ist, war das nicht unbedingt das Schlauste, was er tun konnte. Denn jetzt muss er sich beim Essen zusammenklappen wie mein altes Taschenmesser und kriegt jedes Mal Magenschmerzen!

Insgesamt kann man aber schon sagen, dass wir es eigentlich ganz gut hinkriegen. Wobei mein Vater ja sowieso kaum da ist, und wenn er da ist, bin ich nicht da. Meistens sehen wir uns also nur kurz zum Mittagessen. Da hauen wir uns dann schnell irgendeine Tiefkühlpizza rein oder den Rest Spaghetti vom Tag davor und dann muss mein Vater auch schon wieder zur Probe. Und wenn er abends Vorstellung hat, packe ich mich auf das Brandstiftersofa und gucke mir alles an, was im Fernsehen gerade so läuft. Es ist ja keiner da, der sagen könnte: »Mach das aus, das ist noch nichts für dich.« Dabei habe ich übrigens auch rausgekriegt, dass die besten Filme die sind, die erst ab sechzehn freigegeben sind. Weil es in denen immer viel Sex gibt! Während die, die man schon ab zwölf gucken darf, manchmal so brutal sind, dass ich die Kiste von ganz alleine wieder ausmache.

Klar, manchmal nervt es natürlich schon, mit meinem Vater und mir, meine ich. Und da fände ich es dann gar nicht so schlecht, wenn meine M-Punkt noch da wäre. Vor allem, wenn mein Vater und ich mal wieder vergessen haben, irgendwas zum Frühstück zu kaufen. Und wenn das Einzige, was ich morgens im Kühlschrank finden kann, ein Stück kalte Pizza mit Peperoni und matschigen Salamischeiben ist. Aber andererseits hätte es auch noch viel schlimmer kommen können. Ich habe gerade neulich erst was im Fernsehen gesehen, da ging es um einen, bei dem waren beide Eltern nur noch genervt und haben sich eines Tages einfach vom Acker gemacht. Nach Spanien. Echt. Abends waren sie noch da und am nächsten Morgen waren sie beide weg. Wahrscheinlich nach Ibiza! Und der Junge musste dann ins Heim. So gesehen habe ich also durchaus noch mal Glück gehabt …

Und es ist eben nun mal so, dass mein Vater wahrscheinlich so ziemlich der schlechteste Schauspieler ist, der jemals auf irgendeiner Bühne gestanden hat. Vielleicht war er früher ja mal gut. Kann sein. Aber das muss schon verdammt lange her sein. Und ich fürchte, die Sache mit meiner M-Punkt und dem Totengräber hat ihm endgültig den Rest gegeben. Das sieht man auch schon daran, wie er nachmittags zur Probe latscht. Oder abends zur Vorstellung. Mit seiner alten Aktentasche unter dem Arm und der Thermoskanne mit seinem Milchkaffee drin …

Mein Vater

Wenn man ihn so loslatschen sieht, könnte man glatt glauben, er würde in der Sparkasse arbeiten. Oder in einer Versicherung oder so. Und er würde überhaupt nur hingehen, weil er eben muss, und nicht, weil es ihm Spaß macht (also ungefähr so, wie ich, wenn ich morgens zur Schule muss!). Die Gehwegplatten bei uns vor der Haustür sind schon völlig abgeschrappt, weil mein Vater vor lauter Frust die Füße gar nicht mehr richtig hochkriegt beim Gehen.

Jetzt könnte man natürlich denken, er wäre auch auf der Bühne einfach nur langweilig. Was es im Übrigen für alle einfacher machen würde. Vor allem für seine Kollegen. Weil dann jeder wüsste, was auf ihn zukommt. Mein Vater würde oben auf der Bühne schnarchen und das Publikum unten im Zuschauerraum.

Aber das Problem ist, dass man meinen Vater nur in ein Kostüm zu stecken braucht, und schon geht es los. Schon lässt er die Sau raus. Nur dass es dann meistens nicht mehr besonders viel mit dem Stück zu tun hat. Wie bei der Blinddarmentzündung im Othello. Oder dass irgendwas völlig schiefgeht. Wie im Cyrano, als meinem Vater der Degen aus der Hand geflutscht ist und einen Zuschauer in der fünften Reihe am Kopf getroffen hat! Zum Glück nur mit dem Griff, aber der Zuschauer ist trotzdem ohnmächtig vom Sitz gekippt.

Na ja, und die, die in der ersten Reihe sitzen, haben sowieso Pech. Auch wenn mein Vater mal gerade nicht mit Degen um sich schmeißt. Wahrscheinlich könnte das Theater so ganz nebenbei noch ein Vermögen damit verdienen, wenn sie vor der Vorstellung Regenschirme an die Zuschauer verkaufen würden. Auf der Bühne ist mein Vater nämlich mit Abstand der größte Spucker, der frei rumläuft!

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass jetzt alle gesehen haben, was für eine Pfeife mein Vater als Schauspieler ist. Die aus meiner Klasse, meine ich. Vielleicht hören sie jetzt auch endlich auf, mich dauernd damit zu nerven, wieso man meinen Vater nie im Fernsehen sehen würde. Weil jetzt auch dem Döfsten klar geworden sein müsste, dass dann kein Mensch mehr Fernsehen gucken würde!

Nur der Zeitpunkt war einfach verdammt schlecht gewählt. Wegen der Neuen und so. Weil ich es natürlich schon besser gefunden hätte, wenn die Neue im Theater zum Beispiel gedacht hätte: Mann, wow, unglaublich! Bei so einem Vater muss Willie selber ja wohl auch der absolute Spitzentyp sein. Ich glaube, mit dem würde ich glatt an die Ostsee fahren! Oder so ähnlich jedenfalls. Aber das war ja nun wohl nichts. Und spätestens, nachdem mein Vater seine Bremsspuren auf die weiße Säule geschmiert hat, wird sich die Neue gedacht haben: Vorsicht! Wer so einen als Vater hat, dem ist alles zuzutrauen. Das ist so einer, der heimlich durch den Park schleicht, um Tauben zu vergiften …

Sie

Sie ist sitzen geblieben.

Sie ist jetzt bei mir in der Klasse.

Sie ist blond.

Sie hat grüne Augen.

Sie hat einen sehr großen Mund.

Sie hat eine Nase.

Sie hat schöne Ohren.

Sie ist kaum größer als ich.

Sie ist nur 241 Tage älter als ich.

Sie heißt Liane.

Na gut, ich gebe zu, das hätte nicht unbedingt sein müssen. Einfach Sandra oder so hätte es durchaus auch getan. Aber sie kann ja nichts dafür. Und wer weiß, was ihr Vater vielleicht früher mal für ein Buch gelesen hat, in dem zufällig irgendeine Liane vorkam. Außerdem klingt es auch gar nicht so schlecht:

Liane Müller.

Ich meine, das hat doch was. Der Name zergeht einem doch richtig auf der Zunge. Und klingt allemal aufregender als Sandra Pfannenkuch. So heißt nämlich die eine Sandra bei mir in der Klasse. Die andere heißt Sandra Nothnagel. Mit »th« zwar, aber das macht es auch nicht unbedingt besser …

Um halb sechs ist mir eingefallen, dass ich dran bin mit Klo Schrubben. Wenn mein Vater heute Nacht nach Hause kommt, muss wenigstens jede Menge Schaum in der Schüssel sein. Damit er denkt, ich hätte geschrubbt wie verrückt. Das ist nämlich mein Trick. Ich kippe das Klo einfach mit Reinigungsmittel voll und rühre mit der Bürste solange drin rum, bis der Schaum oben über die Brille quillt. Das Blöde ist nur, dass man dazu Unmengen von Reinigungsmittel braucht. Weshalb die Flasche auch schon wieder leer war. Ich musste also noch mal runter zum Supermarkt, es half alles nichts.

Der Erste, der mir zwischen den Regalen über den Weg gelaufen ist, war der dicke Felix. Und wo der dicke Felix ist, ist der dünne Karl normalerweise nicht weit weg. Und richtig, er stand an der Tiefkühltruhe und hatte sich gerade eine Packung Eis unter die Jacke geschoben.

Der dicke Felix und der dünne Karl sind auch bei mir in der Klasse. Und man wird sie ungefähr so schwer wieder los wie die Sammlung alter Kaugummis unter meinen Turnschuhen. Sie sind auch ungefähr genauso widerlich. Aber es war zu spät, um noch abzuhauen. Sie hatten mich schon entdeckt …

»He, Willie!«, hat der dicke Felix geschrien und glücklich zu mir rübergewinkt. Um gleich darauf die Augen zu verdrehen und stöhnend gegen das Regal mit dem Katzenfutter zu torkeln. Schon klar, er hatte gerade einen akuten Blinddarmdurchbruch. Sehr witzig, wirklich.

»Einen Arzt! Schnell!«, hat der dünne Karl natürlich sofort losgekreischt. »Mein Kumpel stirbt! Es zerreißt ihn!«

Na wunderbar, Dick und Doof in voller Aktion. Sie haben sich auch noch kreischend und gackernd über den Boden gewälzt. Ich hatte nicht übel Lust, mal eben so ungefähr zweihundert Dosen Katzenfutter auf sie draufzukippen, nur so, damit sie Grund zum Schreien hatten. Aber da ich weder Vin Diesel noch Bruce Willis bin, sondern nur Willie Buchmeier, habe ich lieber so getan, als hätte ich nichts gemerkt, und bin einfach weitergegangen.

»Oaaah!«, hat der dicke Felix hinter mir her gestöhnt. »Hilfe! Mich zerreißt’s!«

Wenn ich jetzt Reinigungsmittel fürs Klo kaufe, dachte ich, kriegen sie sich endgültig nicht mehr ein. Also steuerte ich erst mal das Regal mit dem Haarshampoo an. Und da stand sie!

:’-)

Sie war es wirklich. Und sie war immer noch blond. Und ihr Mund war eindeutig viel zu groß. Aber das störte mich nicht. Im Gegenteil. Ich meine …

»Hast du das hier schon mal probiert?«, hat sie gefragt und mir eine Flasche Shampoo entgegengestreckt.

»W… w… was?«

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