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Medical Accident

Einen Dank an

Luke, Sarah, Mama, Papa und Rafayel

„Ich wollte eine Geschichte erstellen, die berührt. Eine Geschichte, in der sich vielleicht der eine oder andere wiedererkennt. Eine Geschichte, die mitreißt und durch die man in eine Welt voller Romantik, Leidenschaft und Liebe eintaucht. Ich denke, genau das ist mir hiermit gelungen.“

- Christin-Louisa Pahn

Widmung

Viele würden es vielleicht bereuen, als Autor der Person zu danken, die sie lieben und durch die man unterstützt wird. Warum? Weil man sich nicht sicher sein kann, dass diese Person immer noch hinter einem steht, nachdem dieses Buch veröffentlicht wird. Aber Fakt ist, diese Zeit wird man nie vergessen und egal was noch kommt, man sollte immer dankbar sein. Danke an dich, Luke. Du warst immer für mich da, hast alles möglich gemacht. Du hast mir gezeigt, dass man auch mal aus dem normalen Leben ausbrechen muss und etwas wagen darf. Danke auch an dich, meine beste Freundin. Du bist mir gegenüber immer kritisch und ehrlich gewesen und ich kann dir nicht beschreiben, wie sehr du mir dadurch geholfen hast. Danke aber auch an meine Eltern. Ihr seid der Grundstein, der mich hält. Das Gefühl von Zuhause, welches ihr mir gebt, ist unbeschreiblich. Ihr habt mir inspirieret und durch euch habe ich gelernt, echte Träume sollte man erfüllen. „Geht nicht, gibt`s nicht“. Danke aber auch an meine restlichen Freunde. Ich werde euch dafür auf ewig dankbar sein. Danke auch an Rafayel. Ich werde die Stunden nie vergessen, wie dir zusammengesessen haben und an diesem Buch gearbeitet haben. Wie oft du mich wahrscheinlich rausgeschmissen hättest, weil ich wieder etwas ändern wollte möchte ich gar nicht wissen. Ich liebe euch alle.

Christin-Louisa Pahn

Medical Accident

Gefährliches Spiel der Liebe

Charaktere

Normalerweise werden die Charaktere der Geschichte unter anderen Umständen, in den Kapiteln vorgestellt. Aber ist normal, immer auch gleichzeitig gut?

„Ich bin Sam Winchester. Nein, Sam steht nicht für irgendeine Abkürzung. Sam ist mein voller Name und steht laut meiner Mum für den letzten hebräischen Ritter. Würdet ihr mich fragen, für was dieser Name steht, würde ich behaupten, er symbolisiert einen frechen Krieger, oder so etwas Ähnliches. Dann würde er wenigstens zu meinen Charakterzügen passen, denn ich sage, was ich denke. Normalerweise widerspricht mir kaum jemand. Ich habe gerade meine High-School beendet; nicht unbedingt mit den besten Noten. Feiern zu gehen, habe ich leider dem Lernen vorgezogen und bereue es wirklich. Zu gerne hätte ich Medizin studiert und muss mich jetzt aber als Krankenschwester bewerben, weil es der Beruf ist, der dem Studium am Nächsten kommt. Mein Bruder Jeckson hingegen hat die besten Noten und studiert Pharmazie. Er beschäftigt sich unter anderem auch mit Krebsstudien und ist deswegen ziemlich erfolgreich. Zum Glück haben meine Eltern wenigstens ein Kind, was Karriere macht. Dafür habe ich die Schönheit meiner Mutter in die Wiege gelegt bekommen; nicht, dass Jeckson nicht auch schön ist, aber er hat nicht so volle, gelockte Haare wie ich (die ich aber immer glätte), eine dünne Figur mit Rundungen an den perfekten Ecken und Kanten und ein mit Sommersprossen übersätes Gesicht. Jeckson ist das Gegenteil; groß und breit gebaut, jedoch hat er ebenfalls schwarze Haare. Während ich mich eher lässig kleide, bevorzugt Jeckson den klassischen Stil. Er kommt definitiv nach meinem Vater; Mathew Winchester. Mein Dad ist schon ergraut, was ihm aber zugegebener Weise sehr gut steht und ihn elegant wirken lässt. Er ist der typische Hollywood-Dad; charmant und gut aussehend. Kein Wunder, dass meine Mum Elena, ihn schon mit 16 geheiratet hat. Wenn man Mum und mich neben einander stellt, könnte man meinen, ich wäre ein perfektes Ebenbild ihrer. Die Haare, die Sommersprossen und das Lächeln gleichen sich auf den Millimeter genau. Sie ist mein Vorbild, auch wenn ich es in der letzten Zeit mit dem Feiern übertrieben habe, möchte ich später auch genauso erfolgreich sein, wie meine Mum. Nicht nur, dass sie ein schönes Haus am Meer besitzen, sondern auch eine eigene Marke für Babykleidung. Auch, wenn sie dadurch selten zuhause sind, bin ich stolz auf die Arbeit und Mühe, die sie dort hineinstecken. Genug über meine Familie erzählt, denn natürlich habe ich auch eine beste Freundin. Wer wäre schon glücklich, ohne einen blonden Zusatz? Stella. Sie ist einer der schönsten und liebevollsten Menschen, den ich kenne. Auch wenn sie etwas verrückt ist, weil sie seit ich denken kann, auf meinen Bruder Jeck steht; ich kann es ihr nicht verübeln, wäre er nicht mein Bruder, würde ich wahrscheinlich genauso über ihn denken. Stella war schon immer meine beste Freundin und wird es auch immer bleiben. Mit ihr gehe ich durch dick und dünn und jeden Liebeskummer, den sie schon erfahren musste. Ihr fragt euch sicherlich, warum ich nur ihre Tränen trocknen musste und sie nicht meine. Richtig, ich war noch nicht verliebt.“

Noch nie

Kapitel 1

Die Sonnenstrahlen, die durch mein großes Fenster schienen, weckten mich. Ich öffnete meine Augen und blickte in mein Zimmer. Ein Lächeln wich über meine Lippen. Ich hatte es zu meinem 18. Geburtstag neugestaltet bekommen. Meine Eltern hatten sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, denn vorher glich es einem kindlichen Paradies. Die Wände hatten sie in einem hellen braunen Ton gestrichen, an einer Wand zeigten sich kleine, niedliche Verwirbelungen, die meine Mum liebevoll aufgemalt hatte. Ein Himmelbett mitten im Raum war die Krönung des Zimmers. Es war in weiß gefärbt und lange Umhänge in einem grauen Ton umhüllten meinen Mittelpunkt und liebsten Ort. Die Schränke, die ebenfalls weiß waren, platzierten sie am anderen Ende des Raumes, wie auch den Schreibtisch und Stuhl. Ein großer brauner Teppich schmiegte sich auf den Boden, um das Bett. An der Decke war ein Hängesitz befestigt, der mir Ruhepausen geben sollte. Wobei ich diese in der letzten Zeit eher weniger einhielt. Die letzte Nacht hatte ich mir viele Gedanken gemacht und beschlossen ab heute mein Leben neu zu ordnen. Ich würde Bewerbungen schreiben, mich an verschiedenen Schulen vorstellen und endlich meine Ausbildung als Krankenschwester anfangen. Wenn mein Notendurchschnitt schon nicht für das Medizinstudium reichte, dann wenigstens für eine Ausbildung. Den Tag startete ich mit einem Kaffee, den meine Mum mir schon mit einem Lächeln entgegenhielt, als ich die Treppe herunterging und mich streckte. „Na Liebling, hast du gut geschlafen?", fragte sie mich, während sich ihre Mundwinkel zu einem Lächeln formten. Ich trank einen großen Schluck von dem Kaffee und antwortete ihr: „Ja, das habe ich wohl. Ich werde nun joggen gehen und mich dann an die Bewerbungen machen." Sie schien förmlich überrascht über mein neues ich und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Ich werde jetzt zur Arbeit fahren, dein Dad ist schon dort. Heute Abend brauchst du nicht auf uns warten, wir sind noch zu einem Geschäftsessen eingeladen", rief sie mir im Vorbeigehen zu. Als Antwort schnaufte ich laut. Meine Eltern versuchten zwar Zeit mit mir zu verbringen, aber sie waren zu sehr mit ihrem Unternehmen beschäftigt. Sie hatten mehrere kleine Boutiquen, die Kinderkleidung verkauften. Ich war stolz auf sie, doch erhoffe ich mir oft mehr Zeit. Mit diesem Gedanken ging ich nach oben in mein Zimmer und verließ dann unser Haus mit meiner Jogginguniform gekleidet. Ich trug einen Calvin Klein Sportanzug, dazu meine NMD Sneaker. Meine Haare band ich mir zu einem Zopf, steckte meine Kopfhörer in meine Ohren und begann, den Strand lang zu joggen. Unser Haus lag direkt am Meer und etwas abseits der Großstadt-Mitte. Ich liebte es. Es war klein, aber fein. Ich versuchte meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Neues Leben, neues ich. Mein Interesse sollte nur noch der Schule und der Ausbildung gelten. „Mum und Dad würden stolz auf mich sein“, dachte ich abschweifend. Gedankenversunken bemerkte ich erst spät, dass mein Handy klingelte. Erschrocken und aus den Gedanken gerissen sah ich auf das Display. „Mein Baby“ erschien als Name auf dem Handy. Ich grinste. Sie hatte sich selbst so eingespeichert. „Hey Boo, was gibt es?", sagte ich zu meiner besten Freundin am anderen Ende des Hörers. „Sam, es wird Zeit mal wieder auszugehen. Ich meine die letzte Party ist zwei Wochen her, das sollten wir diese Nacht ändern", versuchte meine beste Freundin mich zu ermutigen. Ich überlegte kurz und entgegnete dann: „Du weißt schon von meinem Plan, mich ab heute zu ändern, oder?" Ich hörte ein genervtes Schnaufen, bis sie ihre Sprache wiedererlangte: „Ich flehe dich an, nur noch dieses eine Mal. Deine Eltern sind doch bestimmt eh nicht zuhause und was willst du dann heute Abend ganz allein machen? Richtig, mit mir auf die Party. Sie ist nicht weit von dir entfernt, nämlich nur einen Strandabschnitt. Okay, keine Widerrede. Ich hole dich um 20 Uhr ab. Und übrigens, wir sollen eine nette Begleitung mitnehmen. Ich habe da an deinen Bruder gedacht, damit ich mich einem neuen Versuch widmen kann, ihn endlich für mich zu gewinnen.“ Ich kam gedanklich gar nicht hinterher, bevor sie schon aufgelegt hatte. Das Thema mit meinem Bruder schon wieder. Sie kannte ihn mittlerweile über Jahre und verstand immer noch nicht, dass er viel zu alt für sie war und einfach nicht interessiert an ihr. Über diese Erkenntnis hin, musste ich erneut lächeln. Er würde niemals mitkommen. Ich musste überlegen, wer heute Abend meine Begleitung sein könnte. Während ich den Strandabschnitt weiter joggte, stöberte ich meine WhatsApp Liste durch und überlegte, wer als potenzieller Begleiter in Frage kommen könnte. Während mein Gehirn ganz schön arbeiten musste, weil ich so ziemlich jeden Mann in meiner Liste gedanklich abhackte, fiel mir nicht auf, wie ich gegen etwas, oder besser gesagt gegen jemanden rannte. Es fühlte sich so an, als würde ich jeden Moment den Boden berühren, doch zwei starke Arme fingen mich davor ab und hielten mich fest. Entrüstet über den Zusammenstoß ordnete ich meinen Körper und blickte in das Gesicht des Unbekannten. Ich starrte in unfassbar schöne Augen. Sprachlos glitten meine Augen von seinen Augen, zu seinen unglaublich perfekten Lippen. Ein Lächeln legte sich auf diese, da er meine Sprachlosigkeit bemerkte. Am liebsten hätte ich seine Lippen gespürt, doch er ließ meinen Körper los und die Spannung entglitt. „Ich denke, es wäre zum Vorteil, wenn Sie nächstes Mal ihr Handy beim Joggen zuhause lassen Ms.", fing er an, die Stille zu brechen. Ich schüttelte mit dem Kopf, bevor ich das Wort zurückerlangte: „Tut mir leid, ich habe Sie wirklich nicht gesehen, obwohl Sie ja eigentlich nicht zu übersehen sind." Ich hatte meine Standhaftigkeit zurück. Glück gehabt, denn sonst wäre das auch ziemlich peinlich geworden. Er legte seinen Kopf schief, formte seine vollen Lippen zu einem Grinsen. „Entweder Sie haben sich eben den Kopf gestoßen, oder Sie sind immer so direkt", feixte er, während er meine Augen fixierte. „Am Kopf gestoßen habe ich mich nicht, davor haben Sie mich ja bestens beschützt", neckte ich zurück. „Sind Sie neu in der Gegend, oder gehen Sie sonst woanders joggen? Sie sind mir auf diesem Weg noch nie begegnet", sagte er nun freundlich und gelassen. Auch ich entspannte mich und versuchte meine Zunge zu zügeln, um nicht zu frech rüber zu kommen. „Nein, ich würde eher sagen, heute zum Club der Sportler beigetreten", antwortete ich, meinen Kopf senkend. Er stieß ein freundliches Lachen aus und wollte gerade zum Umdrehen ansetzen, als ich ihn am Arm hielt und sagte: „Haben Sie heute Abend schon etwas vor? Hier in der Nähe findet eine Strandparty statt. Eine gute Möglichkeit, mich bei Ihnen zu entschuldigen. Natürlich nur, wenn Sie möchten." Er drehte sich noch mal zu mir um, sodass er nun dicht vor mir stand. „Eigentlich gehe ich nicht mit Frauen aus, die mich am Strand umrennen. Aber ich kann es mir ja mal überlegen", sagte er amüsiert, während er meine Hand auf seinem Arm entfernte und den Rückweg antrat. „Ich wohne am Strand, direkt am Abschnitt 5. Wenn Sie es sich richtig überlegen, können Sie mich um 19: 45 Uhr abholen und wir gehen zusammen hin. Sie werden es sicher nicht bereuen", rief ich ihm noch hinterher. Er drehte sich nicht mehr um, sondern joggte davon. Ich lief den Weg zurück nach Hause und nahm ein heißes Bad, um erst mal auf andere Gedanken zu kommen. Meinen Vorsatz, eine Bewerbung zu schreiben, setzte ich direkt um und nahm mir ganze 3 Stunden Zeit, bis ich alle Unterlagen fertig hatte. Motivation hatte ich wenig, diese noch zur Post zu bringen, also legte ich sie auf den Tisch im Wohnzimmer. Um 17 Uhr begann ich ein Outfit rauszusuchen, stylte meine Haare und schminkte mich. Fertig angezogen, gehüllt in ein braunes langes Strandkleid, wartete ich auf meinen Begleiter. Meiner besten Freundin hatte ich noch nicht von ihm erzählt, sie sollte persönlich vor Staunen umkippen, dachte ich mir, während ich langsam nach draußen ging. Die kühle Abendluft streifte meine Haare und ich freute mich auf den Abend. Der Abend, der so einiges veränderte. Ich schaute auf mein Handy und las die Uhrzeit: 19: 55 Uhr. Er war schon ein paar Minuten zu spät. Ich hoffte, dass er noch kommen würde. „Ach was redete ich da und wenn er nicht kommt, ist es eben so! Ich kann auch ohne ihn, so toll war er nun auch wieder nicht. Gut, auf einer Skala von 1-10 war er mindestens eine 12. Mit Potenzial nach oben, da er einfach eine unglaubliche Ausstrahlung hatte“, dachte ich. Ich schüttelte den Kopf über meine Gedanken. Schließlich kannte ich ihn nicht. Er war irgendein Typ, der wahrscheinlich einfach zu haben war. Als ich ein Auto entdeckte, welches die Einfahrt entlang kam, fing mein Herz an, wie wild zu schlagen. Ob er es war? Als ich aber den roten Mini entdeckte, wusste ich, dass es sich bei dem Gast um Stella, meine beste Freundin, handelte. Sie stieg aus ihrem Auto aus und kam auf mich zu gelaufen. „Hey Baby, ich hoffe, ich bin nicht zu spät dran. Meine Begleitung wartet übrigens am Strand, ich konnte ihn nicht überreden, vorher mit zu dir zu kommen", sagte sie, während sie mit ihren Taschen an mir vorbeiging. „Schon okay, ehm ja also meine Begleitung kommt auch erst zum Strand. UND nein es handelt sich nicht um meinen Bruder, das muss ich dir später…", sagte ich, doch Stella war schon in meinem Haus verschwunden. Ich schüttelte lächelnd den Kopf. Mit dem „gespannt zuhören“ hatte sie es noch nie so wirklich. Sie war ein kleiner Wirbelwind, aber dafür liebte ich sie.

Nach ca. 10 Minuten kam sie in einem kurzen Schwarzen und weißen Sandalen auf die Veranda, auf der ich schon aufgeregt und sehnsüchtig auf sie wartete. Ihre Haare hatte sie zu einem lockeren Zopf gebunden. „Du siehst unglaublich gut aus, meine Liebe", sagte ich, während sie sich drehte, damit ich ihr Outfit begutachten könnte. Ihre blauen Augen hatte sie gut betont und ihre Lippen zierte ein roter Lippenstift. Als Antwort umarmte sie mich kurz und nahm dann meine Hand. Gemeinsam gingen wir zum Strand. Die Musik ertönte in unseren Ohren und meine Wangen färbten sich rot. Rot, weil ich gespannt auf den Abend war und hoffte, ich würde ihn nochmal wiedersehen.

Die Strandparty war wirklich schön aufgebaut. Es waren Strandkörbe zum Sitzen, ein großes Lagerfeuer und eine Bühne zum Tanzen, wie auch eine Cocktailbar im Sand platziert. Stella, die immer noch meine Hand hielt, zog mich hinter sich her zur Cocktailbar. „Hey Manuel, zwei Mal Sex on the beach bitte", rief sie dem Barkeeper zu. Der Barkeeper Manuel war ein guter Freund von uns. Wir hatten ihn vor ca. 2 Jahren, an genau diesem Strand kennengelernt. Die erste Zeit fand ich ihn großartig, merkte aber schnell, dass er viel zu nett für mich war. Ich stand nämlich echt auf die Sorte Mann, die mir Parole bieten konnten und mit meiner Standhaftigkeit etwas anzufangen wagten.

Nachdem wir unsere Getränke hatten, setzten wir uns mit an das Lagerfeuer. Die Menschen neben uns unterhielten sich, lachten und sangen zu der Lifeband, die im Hintergrund spielte. Es war noch sehr früh am Abend, weswegen noch nicht die optimale Partystimmung herrschte. Ich wollte dies ändern und trank meinen Cocktail schnell aus. „Magst du auch noch einen Cocktail haben Stella?", fragte ich sie. „Ich warte lieber noch auf Cody", bekam ich als Antwort. Ich lief zur Bar rüber und bestellte noch einen Drink. Den kippte ich dann schnell runter und bestellte mir direkt noch einen. Heute wollte ich das letzte Mal feiern. Ich hatte die Bewerbungen eh noch nicht abgeschickt und so lange, könnte ich auch noch Party machen. Meine Eltern würden von der Party nichts mitbekommen, da diese mir vorhin folgenden Text geschrieben hatten:

Hey Maus, Dad und ich bleiben hier noch eine Nacht im Hotel. Wir machen uns Morgen auf den Rückweg. Wir lieben dich, Kuss Mum und Dad

Als ich meinen vierten Drink bestellte, lächelte Manuel und sagte: „Die hübsche Lady versucht also wieder ihr Gehirn wegzutrinken, weswegen denn diesmal?" Ich legte meinen Kopf schief, um das eben Gesagte zu verarbeiten. Sollte ich ihm sagen, dass meine Begleitung mich weder abgeholt, noch hier auf der Party aufgetaucht war? Nein lieber nicht, denn das kam viel zu verzweifelt. Ich schnappte mir mein Glas, warf ihm einen netten Blick zu und machte mich auf den Weg zurück zu Stella. In mir drin wusste ich, dass ich jeden haben könnte, wenn ich wollen würde. Aber glaubt mir, irgendwann wird das ziemlich langweilig. Keine Herausforderung mehr zu haben ist echt öde und verdirbt den Spaß am Flirten. Ich weiß nicht mal, wann ich meinen letzten Freund, oder eher gesagt One-Night-Stand hatte, denn seit ca. einem halben Jahr war ich auf kein einziges Date mehr gegangen. Das hatte aber wie gesagt eher damit zu tun, dass keiner mehr eine Herausforderung bot, oder auch nur ansatzweise attraktiv wirkte.

Als ich Stella erblickte, sah ich auch Cody neben ihr, wie er den Arm um sie gelegt hatte. Cody war echt ein lieber Junge, für mich wahrscheinlich zu lieb. Er tat unermesslich viel für Stella: holte sie von jeder Party ab, ging überall mit ihr hin, erfüllte ihr jeden möglichen Wunsch. Sie spielte etwas mit ihm, wenn man die Situation richtig betrachtete. Innerlich wusste ich, dass sie eigentlich immer noch auf meinen Bruder stand. Diese Tatsache würde ich aber niemals aussprechen, denn ich wollte das Thema nicht anschneiden. Zu oft wurde Stella von meinem Bruder versetzt, weshalb sie schon an sich zweifelte. Nachdenklich nahm ich neben Stella Platz. Ich merkte allmählich den Alkohol; wie ein warmes Gefühl meine Kehle umschloss. „Hey Sam, du solltest vielleicht etwas langsamer trinken, vier Cocktails in 30 Minuten sind dann vielleicht doch zu viel", sagte Cody und schaute mich besorgt von der Seite an. „Ach Cody, nur, weil du den Beschützer bei Stella spielst, kann ich schon alleine auf mich aufpassen", fauchte ich ihn an. Es klang böser, als es eigentlich sollte. Cody schaute Stella fragend an, doch die zuckte nur mit den Schultern. „Sorry Cody, ich bin nicht so gut drauf. Glaube meine Begleitung kommt heute nicht mehr", sagte ich, während ich weiter an meinem Glas nippte. „Du weißt genauso wie ich auch, dass du dir auch hier eine Begleitung suchen könntest", mischte sich nun Stella ein. Sie war der Meinung, ich sollte niemals einem Jungen hinterherlaufen, da ich ihrer Ansicht nach viel zu schön war, um dies zu tun. Nun trank ich auch noch den letzten Rest des Glases. „Ich finde zur Abwechslung könnten wir einfach schwimmen gehen oder nicht? Das Meer ist unglaublich schön und ruhig heute Abend", flüsterte Cody kaum hörbar. Diese Idee fand ich gut. So konnte ich mich etwas ablenken und meine Gedanken ausschalten. Ich zog mir langsam mein Kleid aus und die Jungs am Lagerfeuer begannen daraufhin zu pfeifen; blöde Idioten. Dies ignorierte ich gekonnt und schlüpfte auch aus meinen Schuhen. Ich spürte den warmen Sand unter meinen Füßen. Auch Stella und Cody zogen sich aus und so gingen wir gemeinsam zum Strand runter. Cody und Stella tollten herum und Stella sprang lachend und glücklich auf Codys Rücken, während der ins Wasser lief. Zufrieden beobachtete ich die beiden, wie sie laut schrie, als Cody sie und sich selbst untertauchte. Ich ging langsam ins Wasser und fing an, mich gleichmäßig zu bewegen und weiter auf das Meer zu schwimmen. Ich ließ alles hinter mir, genoss die wohlige Kälte, die meinen Körper umgab. Irgendwann merkte ich, dass ich müde wurde. Ich blickte um mich herum und konnte nur noch kleine Menschen am Strand erblicken. Der Alkohol zeigte jetzt seinen vollen Einfluss und mir wurde schwindelig. Ich konnte Stella und Cody noch meinen Namen rufen hören, bis ich irgendwann ausschließlich schwarz vor meinen Augen sehen konnte. Mich hatte die Kraft verlassen. Ich merkte nur noch, wie mich zwei starke Arme aus dem Wasser zogen und wir uns wahrscheinlich in Richtung Strand bewegten.

Meine Erinnerung setzte wieder ein, als ich am Strand wach wurde. Gefühlt waren tausende von Stunden vergangen, bis ich mein Bewusstsein wiedererlangte. Ich blickte in wunderschöne Augen. „Oh hey, ein Déjà-vu“, dachte ich mir zunächst. Ich versuchte meine Gedanken wieder zu ordnen. „Holt mir eine Decke, Wasser und den Notfallkoffer bitte", hörte ich eine unbekannte Männerstimme. „Oh Gott Sam, wird sie wieder gesund? Ist alles okay mit ihr?", sagte eine weibliche Stimme. Diese konnte ich meiner besten Freundin Stella zuordnen. Mein Verstand kämpfte mit meinem Körper. Ich kam allmählich wieder zu mir. Ich sah benommen um mich herum. Ich konnte in große Augen schauen, die besorgt am Rand um mich herumstanden. Darunter auch Stella, die eine Hand vor den Mund hielt und verzweifelt zu Cody sah, der sie im Arm hielt. Die anderen Menschen kannte ich teilweise von früher aus der Schule. Mir wurde von der Seite eine Decke umgelegt. Ich drehte mich zu der Seite, von der die Decke kam und erschrak für einen kurzen Moment; ich hatte das Gefühl, mein Herz blieb stehen. Mein Kopf dröhnte ganz schön und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Da kniete er nun vor mir. Der Mann vom Strand, in den ich durch einen Zufall gerannt war. Der Mann, der eigentlich mein Date für heute abgeben sollte. Moment, er war also doch hier? Glücklich über diese Tatsache holte mich mein dumpfer Schmerz im Kopf wieder ein. Stella fiel mir um den Hals und rief: „Ich dachte, ich würde nie wieder mit dir sprechen können. Ich dachte du, du.." Jetzt fing sie an zu weinen. Die Tränen kullerten ihr über die Wangen. Perplex drückte ich sie von mir weg und erlangte meine Sprache wieder: „Bleib ruhig, ich bin doch hier. Ich weiß echt nicht, was da draußen passiert ist, aber anscheinend hat mich ja jemand gerettet." Sie setzte sich neben mich und hielt meine Hand, während ich mich in die um mich liegende Decke einkuschelte. „Wem darf ich also danken?", sagte ich, während ich versuchte, meinen Oberkörper weiter aufzurichten. „Ich denke dem heißen Typen neben dir ", flüsterte Stella mir zu. Nickend drehte ich meinen Kopf zur Seite und blickte ihm direkt ins Gesicht. Er sah immer noch genauso schön aus, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Er musterte mich besorgt. „Ehm Mr..", begann ich, bis er mir mit folgenden Worten meinen Satz unterbrach: „Ben, mein Name ist Ben Jenkins. Ich lächelte ihn an und versuchte dann weiter zu sprechen: „Ich bin.." Auch jetzt unterbrach er mich: „Sam, du bist Sam. Ich weiß, deine Freunde haben mir deinen Namen verraten. Sam hör zu, du bist alkoholisiert aufs offene Meer rausgeschwommen und kraftlos geworden, weswegen du das Bewusstsein verloren hast. Ich hoffe, du hast keine irreversible Amnesie. Ich würde dich gerne ins Krankenhaus fahren, wenn das für dich in Ordnung ist." Mein Herz begann wieder zu schlagen. Mir fielen wieder die Bewerbungen auf meinem Tisch ein. Wenn ich jetzt schon Patient im Krankenhaus bin, werden sie mich doch niemals annehmen. Jedenfalls nicht mit so einer Diagnose. Ich schüttelte den Kopf. „Das ist nicht nötig, ich fühle mich gut. Ich möchte bitte einfach nach Hause, in mein warmes Bett. Vielleicht kann einfach jemand auf mich aufpassen und mich dann, wenn es mir schlechter geht immer noch ins Krankenhaus fahren", sagte ich leise. Er blickte mir tief in die Augen und nahm mein Kinn in seine Hände, sodass ich gezwungen war, ihm auch in die Augen schauen zu müssen. Eine Gänsehaut breitete sich auf meiner eiskalten Haut aus. Er weckte irgendwas in mir und ich wollte seine Nähe. „Ich kann dich nach Hause bringen und solange warten, bis deine Eltern wieder da sind. Ich bin sowieso Rettungsschwimmer und in Notfällen ausgebildet. Deine Freundin hat mir schon erzählt, dass deine Eltern morgen wiederkommen sollten. Die Zeit werde ich dich beobachten und schauen, ob du irgendwelche Schäden davongetragen hast. Aber wenn, fahre ich dich direkt ins Krankenhaus", sagte er streng, während er mir half aufzustehen. Er hatte so etwas Bestimmendes in seiner Stimme, was ein Kribbeln in mir auslöste. Ich war noch sehr wackelig auf den Beinen. „Sam, Cody und ich würden euch noch begleiten und dann auch nach Hause fahren. Bitte melde dich alle 5 Minuten, ob es dir gut geht. Oh Gott, ich habe mir solche Sorgen gemacht", schniefte Stella, während auch sie mir aufstehen half. Ich konnte kaum stehen und hielt mich an beiden fest. Mittlerweile war die Party ziemlich leer geworden und auch die Gaffer um uns entfernten sich langsam. Ben sagte irgendwas zu Stella, was ich aber schon nicht mehr mitbekam, denn er fackelte nicht lange und nahm mich kurzerhand in seine zwei starken Hände und trug mich zu seinem Auto, das direkt am Strandabschnitt geparkt war. Für kurze Zeit verlor ich wieder das Bewusstsein und sog seinen Duft auf, der mich mit einer wohligen Wärme umgab. Ich merkte nur noch, wie wir fuhren und kurz darnach vor unserem Haus hielten.

Kapitel 2

Ich spürte zwei muskulöse Arme um mich herum, die mich aus dem Auto trugen und in eine mir bekannte Umgebung brachten. Ich blinzelte kurz und nahm wahr, dass wir uns bei mir zuhause befanden. Stella hatte ihm wohl den Schlüssel gegeben. Er legte mich behutsam auf dem Sofa im Wohnzimmer ab, da dies die nächste Möglichkeit zum Liegen war. Ich hörte wie er sich mit Stella und Cody unterhielt: „Ich werde ihr gleich ein Bad einlassen. Keine Sorge, ich kenne mich gut aus, ich kann auf sie aufpassen. Dennoch hätte ich gerne die Nummer von ihren Eltern, um sie, falls etwas passiert, zu informieren." Stella schien noch etwas mit Cody zu diskutieren, bis sie zu mir kam, mir einen Kuss auf die Stirn gab und flüsterte: „Na, von so einem hätte ich mich auch gerne retten lassen. Pass auf dich auf Süße, wenn was ist, oder er dir komisch vorkommt, ruf mich sofort an" Ich lächelte sie frech an, bevor mich wieder die Müdigkeit umschlang. Ich bemerkte, wie Cody und Stella unser Haus verließen. Nun waren wir also allein. Irgendwas sagte mir, dass das ein sowohl unfallreicher, als auch heißer Abend werden würde, obwohl ich noch mit meinem Kopf zu kämpfen hatte. „Sam, ich denke, es ist das Beste, wenn du dich erst mal etwas aufwärmst. Ich werde dir ein Bad einlassen", sagte er, während er selbstsicher nach oben ging. Ich hörte ein paar Türen; wahrscheinlich suchte er das Bad. Nach 10 Minuten kam er die Treppe runter, nahm mich in seine Arme und trug mich nach oben in mein Badezimmer. Ich wusste nicht so wirklich, was dann passierte. Wollte er mich ausziehen? Sollte das jetzt ein romantischer Sex in der Badewanne werden? Oder wollte er wirklich einfach nur nett und freundlich sein? Ich hatte so viele Fragen, die meinen Kopf zu belagern schienen. Er hatte Wasser eingelassen und gemütliche Sachen zusammengelegt, die er wahrscheinlich in meinem Zimmer fand. Er setzte mich auf den Badewannenrand ab und begann mein Bikini- Oberteil auszuziehen. Sein Blick verharrte dabei die ganze Zeit in meinen Augen. Er war so respektvoll, obwohl ich ihn so sehr wollte, in diesem Moment. Ein kleines Bisschen enttäuscht war ich schon, dass er mir nur in die Augen blickte. Er zog mir auch behutsam meine Hose aus, während er den Blick auf meine Füße richtete. Dann legte er eine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich zog scharf die Luft ein. Er richtete sich auf und legte mich behutsam in die Badewanne. Der Schaum bedeckte mich so, dass er nur mein Gesicht und meine Schultern sehen konnte. Zufrieden setzte er sich auf einen Stuhl neben der Badewanne und begann mir über die Haare zu streicheln. „Ich wäre so, oder so auf der Party gewesen Sam. Ich bin Rettungsschwimmer", sagte er und als ich antworten wollte, legte er einen Finger auf meine Lippen und deutete mir, kein Wort zu sagen. Ich versuchte, mich zu entspannen und die Müdigkeit überkam mich. Ich schloss die Augen und war kurze Zeit danach eingeschlafen. Ein paar Minuten später jedoch wurde ich wach, weil ich merkte, wie Ben mich die Treppen heruntertrug. Er legte mich behutsam auf das Sofa und deckte mich mit einer Decke zu. Ben hatte mir eine Shorts und ein T-Shirt angezogen. Ich versuchte erneut, meine Gedanken zu sammeln. Was machte ich hier eigentlich? Der heißeste Typ der Welt sitzt neben dir, zog dich eben aus, um dich in die Badewanne zu legen, und hat nicht mal versucht dich zu küssen oder anzumachen? Normalerweise hätte er mich schon längst vernaschen müssen. Enttäuscht über diese Gedanken, lehnte ich meinen Kopf zurück und atmete tief ein. „Ich mach dir etwas Warmes zu trinken, du musst unbedingt erwärmt bleiben, da du vorhin niedrige Temperaturen hattest, also ich meine du warst stark unterkühlt", flüsterte er leise, stand auf und ging in die Küche. Ich hörte, wie er nach Tee suchte und den Wasserkocher anstellte. Nach 5 Minuten kam er wieder. „Machst du das öfter, ich meine, Hausbesuche und eine anschließende Wache über den Gesundheitszustand?", fragte ich frech. Er schüttelte den Kopf und rutschte etwas näher. „Für gewöhnlich nicht. Aber, machst du das öfter, Alkohol zu trinken und dann schwimmen zu gehen?", entgegnete er ebenfalls frech. Meine Augen weiteten sich ein Stück und ich legte meinen Kopf schief. Aha, er will also spielen und nicht auf meine Andeutungen eingehen? Kann er haben. Ich schaute auf die Uhr. Es war 24 Uhr. Ich hatte noch 8 Stunden Zeit, um ihn rumzukriegen. Er schaltete den Fernseher ein, während er den Abstand zwischen uns vergrößerte und sich entspannt in das Sofa setzte. Aus seiner Tasche holte er eine Brille und setzte sie auf. „Um Gottes willen, dieser Mann und dann noch eine Brille“, dachte ich und biss mir auf die Lippe. Eine zu heiße Kombination, um nicht verrückt zu werden. Meine Kehle wurde trocken. Trockener als sie es ohnehin schon war. Ich schluckte schwer und wandte den Blick von ihm ab, um mir einen Plan zu überlegen. „Okay Sam, denk nach“, appellierte ich an mich selbst. Doch zuerst überkam mich der plötzliche Hunger, weswegen ich aufstehen und zum Kühlschrank stolzieren wollte. Nachdem ich die Decke weggestülpt hatte, setzte ich einen Fuß auf den Boden und wollte meinen Weg in Richtung des Kühlschranks antreten. Er räusperte sich, griff meinen Arm und deutete mir, sitzen zu bleiben. Ich nahm seinen Arm quälend langsam weg und hielt ihn fest, stand dabei aber auf, sodass er gezwungen war, meinen Körper zu betrachten. Nun ließ ich seinen Arm los und schritt zum Kühlschrank. Ich wusste, dass sein Blick auf mir lag. Mit Mühe hielt ich mich auf den Beinen, denn die waren durch den Unfall noch etwas unbeholfen. Ich öffnete das letzte Fach des Kühlschranks und bückte mich, wobei mir unglaublich schlecht wurde. Trotzdem holte ich mir etwas Obst heraus und schloss den Kühlschrank wieder. Anschließend ging ich zurück zum Sofa, auf dem auch Mr. „ich bin zu beschäftigt, um dich zu beobachten“, saß. Er hatte seinen Blick starr auf den Fernseher gerichtet. Ich merkte, wie er seinen Kiefer anspannte. Eine Reaktion, die ich mir erhofft hatte. Er kämpfte mit sich selbst. Ich legte mich, so erotisch wie möglich, auf das Sofa und begann mein Obst zu essen. So provozierend, wie es in meiner Natur lag natürlich. Er würdigte mich keines Blickes. Enttäuscht schmollte ich und drehte meinen Kopf wieder zum Fernseher. Irgendeine Krankenhausdokumentation. Er brach die Stille: „Ich habe gesehen, du willst dich im Fort Minor Hospital bewerben?" Genervt schaute ich ihn an und entgegnete: „Ja, ich meine ich kann so was gut, Menschen Aufmerksamkeit geben., findest du nicht auch? Aber die meisten erwarten ja auch eine Gegenleistung. Naja, nicht IMMER." Das letzte Wort betonte ich gespielt. Ich fuhr fort: „Eigentlich wollte ich Ärztin werden, aber mein Durchschnitt ist wohl zu schlecht für Medizin." Ich rückte ein Stück näher, bis ich in sein Ohr flüstern konnte: „Vielleicht hätte ich dich dann ja irgendwann retten und mich so bedanken können. Obwohl mir da auch etwas anderes einfällt." Er drehte sein Kopf in meine Richtung, sodass unsere Lippen keinen Zentimeter voneinander entfernt waren. Er legte seine Hand auf meine Wange, schaute in meine Augen und sagte: „Wenn du mit jedem Patienten so umgehst, wirst du ja zur beliebtesten Krankenschwester. Die Frage ist nur, für was." Dann ließ er seine Hand los und lehnte sich nach hinten. Seine Mimik war kalt. Enttäuscht und mittlerweile wütend lehnte auch ich mich zurück. Das konnte doch nicht sein; auf keine Anspielung ging er ein. Dann musste ich wohl härter durchgreifen. Mir bliebt nichts anderes übrig. Gekonnt schob ich die Decke weg und begann mich ihm wieder zu nähern. Eigentlich wusste ich jeden Mann den Kopf zu verdrehen, aber dieser hier war schwer. Sehr schwer. Ich fing an, meine Arme um seinen Hals zu schlingen und küsste die Stelle unter seinem Ohr, runter bis zu seinem Hals. Erschrocken drehte er seinen Kopf in meine Richtung und versuchte sich dagegen zu wehren, indem er meine Hände versuchte abzustreifen, doch dies gelang ihm nicht. „Ich bekomme immer das, was ich will", raunte ich ihm ins Ohr, weswegen er eine Gänsehaut bekam. Sein Kiefer verspannte sich noch mehr und sein Körper verkrampfte sich. „Ich weiß nicht, ob dass das Richtige ist", sagte er und versuchte gespielt gelassen zu wirken. „Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, es auszutesten", flüsterte ich. Er schüttelte den Kopf. Doch eigentlich wusste ich, dass er mir so nicht widerstehen konnte. Ich zog mein T-Shirt aus und entblößte so meinen Oberkörper. Er biss sich auf seine Lippe, als ich mich bewegte und mich genau auf seinen Schoß setzte. Ich hatte nur noch meine kurze Shorts an und blickte ihm jetzt direkt in die Augen. Er umfasste meinen Hintern, mit seinen Händen und ihm entwich ein Stöhnen. Ich konnte das nicht mehr aushalten, unterdrückte den Schmerz in meinem Kopf und presste meine Lippen auf seine. Wir küssten uns wild und schon bald fand seine Zunge Einlass in meinen Mund. Ich wollte ihn so sehr, dass mir jetzt alles egal war. Seine Hände fingen an, meine Brüste zu massieren, und ließen mich in den Kuss stöhnen. Er schmeckte so unglaublich gut. Ich griff nach seinen Haaren, strich durch sie hindurch und beugte seinen Hinterkopf ein wenig nach hinten. Mein Körper wollte ihn, nackt. Dann zog ich auch sein T-Shirt aus und es kam ein unglaubliches Sixpack zum Vorschein. Oh Gott, wenn sein Oberkörper schon so aussieht, wie sieht dann sein Unterkörper aus? Ich fing an, meine Hüften kreisen zu lassen, während er den Kuss unterbrach und seinen Kopf weiter nach hinten lehnte und stöhnte. Ich liebte sein Stöhnen, da es mich nur noch mehr antrieb, mich an ihm zu reiben. Schließlich konnte ich eine große Erektion spüren, die mich lächeln ließ. Für einen kurzen Moment verharrte er, bis er meinen Hintern nahm und mich hochhob. Er drehte mich auf den Bauch und zog mir meine Hose aus. Ich versuchte mich umzudrehen, doch er hielt mich in dieser Position. Auch er löste seinen Gürtel und zog sich gekonnt seine Hose, mit Boxershorts runter. Ich konnte seinen Penis nicht erkennen, nur spürte ich ihn, als er mein Becken hochhob und seinen Penis an meinem Eingang rieb. Ich war schon so feucht, dass er kurz entschlossen mit seinem Finger in mich glitt. Mir entwich ein lautes Stöhnen und er bewegte sich zuerst vorsichtig und dann schnell in mir. Ich hatte das Gefühl, jetzt schon zu kommen. Dann ließ er von mir ab und kurze Zeit später drang er mit seiner ganzen Länge in mich ein. Oh Gott, er füllte mich mehr als aus und beschleunigte sein Tempo. Wir beide stöhnten laut und er griff nach meinen Haaren, sodass ich mich nach hinten bog. Diese Position sollte meinen Orgasmus nur noch schneller ermöglichen. Ich merkte schon, wie sich meine Vagina zusammenzog. Er stieß immer wieder gegen meinen G-Punkt und massierte meine Schamlippen noch mit seiner anderen Hand. Wo war meine Kontrolle, die ich sonst immer besaß? Er stieß immer schneller in mich ein und dann kamen wir gleichzeitig. Wir beide stöhnten laut auf, als wir unseren Höhepunkt erreicht hatten. So gut, war ich lange nicht gekommen. Langsam zog er seinen Penis aus mir raus und ließ sich seufzend neben mir nieder. Ich drehte mich langsam um und mein Blick schweifte auf seine Mitte. Wow. Deswegen kam ich so schnell. Er war nicht länger als andere, aber dick. Ich leckte mir über die Zunge und wollte ihn erneut glücklich machen, da hielt er meine Hand fest, bevor ich ihn berühren konnte und sagte dann: „Einmal. Einmal habe ich meine Kontrolle verloren. Ich sollte auf dich aufpassen. Zieh dich an und leg dich schlafen, es wird Zeit dafür." Ich versuchte nicht, ihm zu widersprechen, da seine Worte eindringlich gewirkt hatten. Eigentlich gab ich nichts auf Ansagen, aber er wirkte schon fast böse und ich war mir sicher, dass es noch ein zweites Mal geben würde. Vielleicht nicht heute, aber irgendwann sicherlich. Ich ging ins Bad, machte mich frisch und kehrte zum Sofa zurück. Ich kuschelte mich in die Decke, schaute ihn nochmals an und schlief dann schließlich erschöpft ein.

Als ich wach wurde, vernahm ich zwei Stimmen, die sich zu streiten schienen. Mein Kopf brummte und ich versuchte, mich zu ordnen. Ich konnte mich nur noch erinnern, wie ich, nachdem ich ihn noch mal ansah, eingeschlafen war. Mein Herz fing bei diesem Gedanken an, zu pochen. Es war wunderschön. Verträumt und immer noch ziemlich schlapp, bewegte ich meinen Oberkörper, um die Situation, die sich direkt neben mir abspielte, mitzubekommen. Ich riss die Augen soweit auf, dass ich erkennen konnte, wer sich dort stritt; meine Eltern. „Ich habe dir doch gesagt, dass wir sie besser auf ein Internat geschickt hätten", hörte ich meinen Dad sagen. „Und du denkst, das wäre das Beste gewesen? Sie abzuschieben? Jetzt ist es eh zu spät. Vielleicht müssen wir sie einfach lassen", vernahm ich meine wütende Mum sagen. „Einfach lassen? Ich glaube es nicht. Das tun wir seit 2 Jahren", entgegnete mein Dad. Dieses Gespräch machte mich traurig und mir kamen die Bewerbungen in den Sinn, die ich noch nicht abgeschickt hatte. Party war mir mal wieder wichtiger gewesen. „Mum, Dad. Ich bin wach, ich kann euch hören", sagte ich, während ich dabei war aufzustehen. Ich fragte mich, ob sie von meiner nächtlichen Aktion im Meer wussten. Meine Mum kam wütend auf mich zu: „Und schon wieder warst du feiern. Meinst du nicht, dass es jetzt mal genug ist? Ich hoffe für dich, dass du die Bewerbungen abgeschickt hast." Ich lief zum Tisch, an dem ich sie hinterlegt hatte. Doch ich fand sie nicht. Grübelnd ging ich in die Küche, um dort nach ihnen zu suchen. Da ich meine Eltern aber nicht schon wieder enttäuschen wollte, sagte ich: „Ehm ja, die habe ich gestern Abend noch abgeschickt. In zwei Wochen werde ich sicherlich ein Ergebnis haben." Beruhigt ging mein Dad auf mich zu: „Sam es ist nicht so, dass wir nicht stolz auf dich sind, oder dich nicht unterstützen wollen. Wir haben einfach Angst, dass du deine Zukunft nicht regeln kannst. Jetzt warten wir erst mal ab.“ Ich nickte ihm lächelnd zu und ging hoch in mein Zimmer. Ich musste erst mal darüber nachdenken, was gestern passiert war. Ben. Er war echt der schönste Mann, der mir seit Langem begegnet war. Bei ihm fühlte ich mich so unglaublich sicher, aber doch herausgefordert. Ich legte mich in mein Bett, da die letzte Nacht nicht ohne Spuren an mir vorbei ging. Dann schaute ich auf mein Handy. Ganze Zehn Anrufe in Abwesenheit, die von Stella waren. Mist, ich hatte vergessen, mich bei Stella zu melden. Ich wählte ihre Nummer und nachdem es zweimal klingelte, hörte ich ihre Stimme: „Mein Gott Sam, erzähl mir alles! Und wie geht es dir überhaupt?" Ich lächelte und sagte dann: „Beruhig dich, mir geht es soweit gut, außer dass ich noch etwas müde bin. Du glaubst nicht, was gestern noch passiert ist. Erst hat er sich unglaublich liebevoll um mich gekümmert, hat sogar dabei zugesehen, wie ich ein Bad genommen habe. Doch trotzdem hat er mich erst nicht so angesehen, wie ich es gerne gehabt hätte, wenn du weißt, was ich meine. Ich brauchte schon gute Überredungskünste, um dann doch das zu kriegen, was ich wollte. Aber genau das, dass ich mal dafür kämpfen musste, hat ihn unglaublich interessant gemacht Stella. Jetzt habe ich aber leider keine Nummer oder Sonstiges von ihm." Ich hörte nur ein lautes Quicken an der anderen Seite, was typisch für sie war. „Wie wäre es, wenn wir heute wieder zurück an den Strand gehen. Ich meine, er hat erzählt, er wäre Rettungsschwimmer. Dann muss er doch auch heute da sein", sagte Stella aufgeregt. Ich hielt es für eine gute Idee und wir verabredeten uns für 18 Uhr. Es war 15 Uhr und somit hatte ich noch gute 3 Stunden Zeit, um mich fertigzumachen. Ich gab mein Bestes; duschte, zog mir ein schönes Kleid an und lockte meine dunklen Haare. Ich schminkte mich noch dezent und ging dann nach unten. Mein Dad saß am Küchentisch und tippte irgendwas in sein Handy. Als er hochblickte, verzog sich sein Mundwinkel nach unten. Bevor er etwas sagen konnte, fing ich an: „Dad, mach dir keine Sorgen. Ich gehe nicht auf eine Party, sondern nur ganz gemütlich an den Strand mit Stella." Sein Gesicht entspannte sich ein wenig und er nickte zur Antwort. „Sei aber bitte nicht allzu spät Zuhause, wir wollen morgen zusammen frühstücken gehen", sagte er monoton. Ich hoffte, dass ich ihn dieses Mal nicht enttäuschen würde, obwohl mir dann wieder die Bewerbungen in den Sinn kamen. Ich schob den Gedanken erst mal weg. Als ich nach draußen ging, fand ich Stella vor, die schon auf mich wartete. Gemeinsam gingen wir zu dem Strandabschnitt, wo die Party letzte Nacht stattfand. Wir steuerten direkt das Rettungshaus an und sahen schon die Rettungsschwimmer. Auf den ersten Blick konnte ich meinen Mr. „Schönheit“ nicht erkennen, doch trotzdem wollte ich einen Versuch wagen. An dem Haus angekommen, stand ein braun gebrannter blonder Mann auf der Treppe. Fragend blickte er uns in die Augen und sagte dann:" „Was führt euch denn zu uns?" Ich entgegnete: „Ich wurde gestern Abend von einem gewissen Ben gerettet und wollte mich heute einmal bedanken. Hat er gerade Dienst oder habt ihr vielleicht eine Nummer von ihm?" Der Mann blickte uns irritiert an und sagte dann: „Also einen Ben haben wir hier nicht." Enttäuscht versuchte ich ihm eine Beschreibung von Ben zu geben, doch er verneinte. Stella und ich gingen zu meinem Haus zurück. „Sam ich meine, komisch ist das schon. Hat er dir denn sonst nichts von sich erzählt, sodass du ihn so finden könntest?", fragte Stella aufmunternd. Ich schüttelte den Kopf. Normalerweise wären mir Männer jetzt egal, aber ihn wollte ich wiedertreffen und das unbedingt. Ich wollte die Nacht wiederholen, das stand fest. Stella verabschiedete sich von mir und ich ging ins Haus. Meine Eltern waren nicht zuhause, wahrscheinlich wieder bei einem Meeting. Ich fing also an, zu kochen und schrieb nebenbei meine Bewerbungen neu. Danach versuchte ich, Ben über Facebook zu finden, aber leider ohne Erfolg. Enttäuscht ging ich in mein Zimmer, zog mir meinen Pyjama an und legte mich ins Bett. Meine Augen fielen direkt zu und ich dämmerte ins Land der Träume.

Kapitel 3

Es vergingen zwei Wochen, in denen nichts Spannendes passierte. Ich widmete mich täglich dem Joggen, in der Hoffnung Ben nochmals zu begegnen. Doch leider sah ich ihn nicht wieder. Jede Minute musste ich an ihn denken und verfiel sogar in eine Art Depression, wie es Stella zu sagen pflegte. Auch Partys mied ich in den zwei Wochen, da ich meine Eltern nicht schon wieder enttäuschen wollte. Die Unterlagen hatte ich vor genau zwei Tagen losgeschickt und immer noch keine Antwort erhalten. Konnte das Leben eigentlich noch schlechter laufen? Hätte ich an diesem Tag gewusst, dass sich innerhalb der nächsten 24 Stunden mein gesamtes Leben ändern würde, hätte ich nicht so negativ gedacht.

Am nächsten Tag ging ich nach unten in die Küche, nachdem ich um 12 Uhr vormittags wach wurde. Am Küchentisch saß meine Mum, die irgendwas in ihren Rechner tippte. Als sie mich erblickte, lugte sie unter ihrer Brille vor und sagte dann: „Sam, da ist Post für dich, aus dem Fort Minor Hospital, oder besser gesagt aus der angrenzenden Universität, ich glaube die Fort Minor University" Meine Laune munterte sich schnell auf. „Ich habe ja vor 2 Wochen meine Bewerbungen hingeschickt, vielleicht haben sie endlich geantwortet", sagte ich aufgeregt, während meine Mum mir den Brief in die Hand gab. „Ich hoffe auch sehr, dass sie dich angenommen haben Liebling. Du musst endlich etwas mit dir anfangen, immer bis 12 Uhr auszuschlafen, geht nun wirklich nicht", sagte sie traurig. Ich riss den Brief auf und begann die ersten Zeilen zu lesen:

Sehr geehrte Mrs. Winchester,

hiermit bestätigen wir Ihnen die Aufnahme an der Fort Minor University für Medizin. Sie sind durch gute Aufnahmekriterien und ein Bewerbungsgespräch für das Medizinstudium zugelassen. Ihr Semester beginnt in einer Woche, da Sie unter denjenigen sind, die die Chance haben, verfrüht das Semester zu starten. Bitte befinden Sie sich in einer Woche um 8 Uhr im Hauptgebäude um den ersten Tag an der Universität von unseren Dozenten begleitet zu werden.

Mit freundlichen Grüßen,

der Senat für Medizin,

Dr. Manuel-Alexhander Jenkins

Schockiert las ich die Zeilen wieder und wieder. Mein Mund stand dabei offen, sodass meine Mum mir den Zettel aus der Hand riss und ebenfalls schockierend begann, den Brief immer und immer wieder zu lesen. Keiner von uns brachte auch nur ein Wort heraus. Es musste ein Fehler vorliegen, denn ich hatte mich niemals bei dieser Universität beworben. „Sam, ich weiß gar nicht was ich sagen soll, deine Noten sind doch viel zu schlecht?", schniefte meine Mum, während ihr Tränen in die Augen stiegen. Ich schüttelte fassungslos den Kopf. Ich wusste nicht, ob das ein schlechter Scherz war. „Sam? Kannst du mir bitte erklären, wie es dazu kommt?", fragte sie mich. Tränen liefen meine Wange herunter und meine Mum kam auf mich zu und umarmte mich. „Mum, ich weiß wirklich nicht, wie ich zu der Ehre komme. Weswegen die Universität mich angeschrieben hat, denn ich war nie bei einem Gespräch und ich habe auch keine Bewerbungen geschrieben", erlangte ich das Wort, unter schluchzen. „Sam, vielleicht hat dein Bruder seine Finger im Spiel. Ich weiß es nicht, aber du wirst zu der Uni in einer Woche hingehen und dir nichts anmerken lassen. Es ist eine riesen Chance für dich", antwortete meine Mutter. „Denkst du, ich kann das machen? Vielleicht ist es eine Verwechslung", sagte ich traurig. Meine Mutter schüttelte einfach den Kopf. „Ich werde jetzt einen Tisch bestellen und wir werden es heute Abend auch deinem Vater erzählen", redete sie aufgeregt. Ich nickte, nahm den Brief und ging nach oben in mein Zimmer. Ich legte mich auf mein Bett und starrte die Decke an. Mir kam wieder in den Sinn, dass meine Unterlagen verschwunden waren. Dann muss mein Bruder sie mitgenommen haben. Ich tippte eine SMS an Jeckson:

Hey mein aller liebster Lieblingsbruder,

wie kam ich zu der Ehre, an der Uni Medizin studieren zu dürfen?

Dann traten auch endlich die Glücksgefühle ein. Ich rief meine beste Freundin an und erzählte ihr alles. Sie wusste nichts darauf zu sagen und schrie einfach nur vor Freude in das Handy. Mein neues Leben konnte beginnen. Ich als Medizinstudentin. Von nun an wollte ich alles besser machen, das hieß, auf Partys verzichten. Nur konnte ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht erklären, wie das alles möglich war. Auch der Abend verlief harmonisch; wir gingen mit meinem Dad und meiner Mum bei einem schicken Italiener essen. Mein Dad wirkte so unglaublich stolz, dass ich wusste; es konnte nur eine großartige Chance sein, die ich definitiv nutzen wollte. Eine Woche verging ziemlich schnell. Ich besorgte mir am Montag, einen Tag vor dem Beginn des Semesters, alle Dinge, die ich brauchen könnte. Ich wollte gut vorbereitet sein und das neue Semester gut starten und hoffte, dass die Zeit dort, erfolgreich werden würde. Montagabend lag ich dann um 21 Uhr im Bett, um den nächsten Tag nicht zu verschlafen. Jeckson hatte am Sonntag angerufen und mir versichert, er hätte nichts mit der Aufnahme zu tun. Ich glaubte ihm das nicht. Er würde mich sicherlich nur anlügen, um mir ein gutes Gefühl zu geben. Aufgeregt schlief ich dann irgendwann gegen 22 Uhr ein.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 6 Uhr. Ich blickte auf mein Handydisplay. Dienstag. Heute war der Tag der Tage. Ich las noch schnell eine SMS von Stella, die mir viel Glück wünschte. Dann ging ich ins Bad, duschte und zog mich an. Ich entschied mich für einen lässigen, bequemen Look. In Gedanken versunken, ging ich nach meiner Morgenroutine in die Küche. Meine Mum hatte mir ein Lunchpaket zurechtgemacht und einen Zettel geschrieben auf dem Stand:

Hey Liebling,

wir sind so stolz auf dich. Viel Glück an deinem ersten Tag!

Mum und Dad

Ich lächelte und machte mir noch schnell mein Müsli und ging dann in unseren Flur, in dem die Jacken und Schuhe gelagert wurden. Dort zog ich mir meine Adidas Super Star Schuhe an und nahm mir eine schwarze Lederjacke. Hektisch schnappte ich mir noch das Lunchpaket und verstaute es in meiner braunen GGL Tasche. Draußen angekommen stieg ich ins Auto und fuhr los. Ich gab vorher noch die Adresse der Universität ein und begab mich dann schnell auf den Weg. Am ersten Tag wollte ich nicht zu spät kommen, sondern noch Zeit haben, um das Gelände zu inspizieren. Nach einer 20 Minuten Fahrt kam ich auf dem Parkplatz an und suchte mir schnell eine Parklücke. Ich war überwältigt von der Größe und Schönheit der Universität. Das Gebäude glich genau meinen Vorstellungen und war mit einem Springbrunnen in der Mitte sehr anschaulich. Es waren schon einige Studenten und sicherlich auch Dozenten zu sehen, die sich auf dem Grundstück unterhielten oder in das Gebäude gingen. Plötzlich kam ich mir ziemlich dämlich vor. Ich war ja nicht hier, weil ich so gute Leistungen erbracht hatte. Dennoch ging ich nach ein paar Überlegungen in die Universität und schaute auf meine Unterlagen. Der Raum sollte sich im zweiten Stock, Raum 6 befinden. Ich ging die großen Treppen hoch und stand dann nach einigen Schritten und suchenden Blicken vor dem Raum 6. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es zehn Minuten vor 8 Uhr war. Ich nickte, atmete noch mal tief ein und klopfte dann an der Tür, bevor ich den Raum betrat. Der Raum war genauso, wie ich mir einen Lehrsaal vorgestellte hatte. Er war groß und es waren Reihen von Sitzen aufgestellt, die nach unten gingen. Am Ende des Raumes angekommen, befand sich das Pult des Dozenten, der sich vor einer großen Tafel befand. Es saßen vereinzelt schon ein paar Menschen in dem Raum, jedoch war noch kein Dozent zu sehen. Ich setzte mich auf einen freien Platz, neben einem Mädchen. Das Mädchen sah nett aus und lächelte mich an, als ich Platz nahm. „Hey, ich bin Sam", stellte ich mich ihr vor. Sie nickte lächelnd und entgegnete dann: „Hey Sam, ich bin Charly, schön dich kennenzulernen." Nachdem wir uns vorgestellt hatten, schwiegen wir aber auch wieder, da die Tür erneut aufging und ein Mann, in einem Kittel den Raum betrat. Er war hübsch und ich musste kurz den Atem anhalten. Ich hatte vergessen, dass es auch attraktive Dozenten geben musste. „Liebe Studenten und Studentinnen, ich bin Dr. Salidos und bin euer neuer Dozent, der Sie in dem ersten Semester als Ansprechpartner begleiten wird. Das erste Semester nennt man den Vorkurs.

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