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McQuade, vier Banditen und ein Town Marshal

Pete Hackett

McQuade, vier Banditen und ein Town Marshal

Der Kopfgeldjäger #71





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der Kopfgeldjäger Band 71:

McQuade, vier Banditen und ein Town Marshal

Western von Pete Hackett

Pete Hackett Western - Deutschlands größte E-Book-Western-Reihe mit Pete Hackett's Stand-Alone-Western sowie den Pete Hackett Serien "Der Kopfgeldjäger", "Weg des Unheils", "Chiricahua" und "U.S. Marshal Bill Logan".

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

Der Umfang dieses Ebook entspricht 45 Taschenbuchseiten.

1

Vor einer Woche war McQuade in Tucson aufgebrochen, um Cash Jensen zu jagen und zu stellen. Jensen hatte in Tucson einen Spieler überfallen, ausgeraubt und mit dem Gewehrkolben erschlagen, nachdem er in einem der Saloons beobachtete, dass der Gambler einen satten Gewinn gemacht hatte.

Es gab zwei Augenzeugen, die Cash Jensen als Mörder erkannt hatten. Der County Sheriff hatte eine Belohnung von siebenhundert Dollar ausgesetzt, nachdem er mit seinem Aufgebot die Suche nach dem Verbrecher ergebnislos abbrechen musste. McQuade war in den Sattel gestiegen ...

Die Spur führte nach Chandler, einer kleinen Stadt, die fünfzehn Meilen nördlich des Gila River an einem Nebenfluss errichtet worden war, einer noch sehr jungen Stadt, deren Gründung noch keine fünf Jahre zurücklag. Das Holzschild am Stadtrand, auf das mit schwarzer Farbe der Name der Ortschaft gepinselt worden war, begann zu verwittern; die Buchstaben waren verwaschen und die Farbe begann abzublättern.

McQuade hatte den Falben pariert und nahm die Eindrücke, die sich ihm boten, auf. Es war Mittagszeit, die Sonne stand fast senkrecht über der Stadt, die unter einem flirrenden Hitzeschleier zu liegen schien. Die breite Main Street war staubig und fast menschenleer. Sie wurde von einfachen Häusern mit flachen Dächern aber auch von einigen Bauwerken gesäumt, die über ein Stockwerk und eine falsche Fassade verfügten. Das Baumaterial war zumeist Holz, hier und dort erhob sich aber auch ein Gebäude, das aus Bruchsteinen errichtet war. Vor den Häusern gab es Gehsteige. Am anderen Ende der Stadt überragte der spitze Glockenturm einer Kirche alle anderen Bauten.

Gray Wolf war zu einem Tränketrog gelaufen und löschte gierig seinen Durst. McQuade war verstaubt und verschwitzt. In dem verschlissenen braunen Staubmantel, dem abgegriffenen, schwarzen Stetson und mit den staubigen Stiefeln, deren Leder ausgetrocknet und brüchig war, sah er aus wie ein heruntergekommener Satteltramp. Eine feine Schicht aus Schweiß und Staub bedeckte die Haut in seinem Gesicht, seine Augen waren rotgerändert und entzündet, zwischen seinen Zähnen knirschte der Staub.

Hinter ihm lag ein Hundertfünfzig-Meilen-Ritt durch menschenfeindliche Wildnis, in der es nur Hitze, Steine, Staub und tausend Entbehrungen gab, in der nur Skorpione und Klapperschlangen ihr Unwesen trieben, in der der Tod allgegenwärtig war.

Nun hoffte der Kopfgeldjäger, am Ziel zu sein. Denn hinter dem Mann, dem er folgte, lagen dieselben Strapazen, und McQuade ging davon aus, dass er sich in Chandler einige Tage Erholung gönnte.

Mit einem Schenkeldruck trieb McQuade den Falben wieder an und lenkte ihn zu dem Tränketrog, dort angelangt ließ er sich aus dem alten Sattel mit dem brüchigen Leder gleiten und hängte seinen Hut an den Sattelknauf. Sofort senkte das Pferd die Nase in das Wasser, auf dem ein feiner Staubfilm schwamm. McQuade wusch sich Staub und Schweiß aus dem Gesicht, dann spülte er sich den Mund aus und trank schließlich etwas von der brackigen Brühe. Danach fühlte er sich etwas frischer.

Er entdeckte ein hohes Gebäude aus Holz, auf dessen Giebelseite mit riesigen Lettern ‚Livery Stable’ geschrieben stand, setzte sich den Hut auf, nahm den Falben, als dieser prustend die Nase aus dem Wasser zog, am Kopfgeschirr und führte ihn auf das hohe Galgentor zu, dessen Flügel geöffnet waren. Gray Wolf hatte seinen muskulösen Körper ausgiebig gestreckt, jetzt gähnte er, dann bellte er zweimal, und dann trottete er hinter seinem Herrn her; die Zunge hing dem Wolfshund aus dem Maul, er hechelte. Die vergangenen Tage hatten auch dem treuen Begleiter des Kopfgeldjägers zugesetzt.

Dieser überschritt die Lichtgrenze unter dem Tor des Stalles. Der Geruch von Heu, Stroh, Leder und Pferdeausdünstung schlug ihm entgegen. In den Lichtbahnen, die durch die Ritzen zwischen den Brettern der Wände in den Stall fielen, schwebten winzige Staubpartikel, in den Ecken spannten sich verstaubte Spinnennetze. Es handelte sich um eine typische Stallatmosphäre.

Knarrend wurde die Tür zu einem abgetrennten Raum geöffnet - wahrscheinlich diente er dem Stallmann als Büro und Aufenthaltsraum -, ein mittelgroßer, bärtiger Bursche zeigte sich dem Texaner, er hob die Hand und rief einen Gruß. McQuade erwiderte ihn mit verstaubter, heiserer Stimme, dann sagte er: „Ich weiß nicht, wie lange ich in der Stadt bleibe. Aber ich sehe eine Reihe leerer Boxen, also dürfte es bezüglich der Versorgung meines Vierbeiners keine Probleme geben.“

„Das einzige Problem könnte sein, dass Sie für die Versorgung nicht bezahlen können, Fremder“, versetzte der Stallbursche und fixierte dabei den Kopfgeldjäger skeptisch. „Sie sehen nämlich nicht aus wie einer, der Reichtümer mit sich herumschleppt“, fügte er dann grollend hinzu. Dann wies er mit der linken Hand auf Gray Wolf, der seinen Körper gegen die Beine McQuades drängte. „Der sieht ziemlich gefährlich aus. Ist er so gefährlich, wie er aussieht?“

„Er ist harmlos, solange man ihn in Ruhe lässt. - Keine Sorge, ich kann zahlen.“ McQuade holte seine Brieftasche aus der Innentasche des Mantels, entnahm ihr eine Zehn-Dollar-Note und hielt sie dem Stallmann hin. „Ich denke, das reicht als Anzahlung. Sobald ich das Pferd abhole, um weiterzureiten, rechnen wir ab. Eine Frage, Hombre. Ist in den vergangenen sechsunddreißig Stunden ein Reiter in dem Ort angekommen, an dem ebenso wie an mir der Staub der Felswildnis klebte?“

Der Stallmann nickte. „Sind Sie hinter ihm her?“

„Ja.“

„Dann will ich Sie warnen, Fremder. In Chandler gibt es einen Town Marshal, und der lässt sich nicht gerne in die Suppe spucken. Ich meine damit, dass er Probleme jedweder Art innerhalb der Stadtgrenzen selbst regeln möchte. Er kann höllisch ungemütlich werden, wenn jemand in Chandler versucht, das Gesetz selbst in die Hände zu nehmen.“

„Ich verstehe“, knurrte McQuade, schnallte die Satteltaschen los, hängte sie sich über die Schulter, zog die Henry Rifle aus dem Scabbard und wandte sich dem Tor zu. Über die Schulter fragte er: „Wie nennt sich der Bursche hier?“

„Meinen Sie den Marshal oder ...“

„Ich spreche von dem Mann, der vor mir in der Stadt angekommen ist.“

„John Lewis.“

„Danke.“

Auf sattelsteifen Beinen verließ der Kopfgeldjäger, begleitet von Gray Wolf, den Mietstall.

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