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McQuade und die Claimwölfe (Der Kopfgeldjäger, Band 64)

Pete Hackett

McQuade und die Claimwölfe (Der Kopfgeldjäger, Band 64)

Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der Kopfgeldjäger Band 64

McQuade und die Claimwölfe

Western von Pete Hackett

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

Nathan Pattens Spur führte in die Wildnis der Chiricahua Mountains. Patten hatte drei Männer ermordet, auf seinen Kopf war eine Belohnung von tausend Dollar ausgesetzt. Auf dem Steckbrief stand tot oder lebendig.

Seit über zwei Wochen war McQuade hinter dem Mörder her. Es war, als würde er ein Phantom jagen. Aber der Kopfgeldjäger gab nicht auf. Vor ihm buckelten die zerklüfteten Berge. Er hatte den Falben angehalten und ließ seinen Blick schweifen. In der Ödnis war die tödliche Gefahr, die von Cochises aufrührerischen Chiricahuas ausging, allgegenwärtig.

Das Land schien der Satan persönlich geschaffen zu haben. Felsen, Geröll, Staub und Hitze, Klapperschlangen, Eidechsen und Skorpione trieben hier ihr Unwesen, die Vegetation war dürftig; dornige Comas, ungenießbares Büschelgras, Mesquites und Ocotillos.

Gray Wolf hatte sich auf die Hinterläufe niedergelassen und die Nase erhoben.

Über den Bergen spannte sich von einem Horizont zum anderen der ungetrübte, blaue Himmel. Die Sonne stand fast senkrecht über dem Texaner und brachte die flirrende Luft regelrecht zum Kochen. Kein Windhauch regte sich. Das Gebiet vor McQuade mutete an wie leergefegt, wie ausgestorben. Doch der Kopfgeldjäger gab sich keinen Illusionen hin. Ruhe und Frieden waren trügerisch.

McQuade ruckte im Sattel und schnalzte mit der Zunge. Der Falbe setzte sich in Bewegung. Gray Wolf erhob sich, streckte den muskulösen Körper, gähnte und folgte schließlich dem Pferd. Dumpf pochten die Hufe, kleine Staubfahnen wirbeln um sie herum.

Der Kopfgeldjäger ließ keinen Moment in seiner Aufmerksamkeit nach. Seit Jahren führte Cochise mit seinen Kriegern einen regelrechten Guerillakrieg gegen die Armee. Die Apachen überfielen Wagenzüge, Postkutschen, Postreiter und Farmen. Die Apacheria war getränkt mit dem Blut seiner Bewohner, ob rot oder weiß. Es gab weder Gnade noch Erbarmen, und es gab kein Verständnis und kein Entgegenkommen. Der Hass saß tief, und er fand immer wieder neue Nahrung.

Stunde um Stunde zog McQuade zwischen Felsen und Hügeln dahin. Gray Wolf, der Nathan Pattens Spur bei Benson aufgenommen hatte und ihr seitdem folgte, lief immer einige Yards vor dem Kopfgeldjäger, die Nase dicht über dem Boden, unbeirrbar und mit untrüglichem Instinkt.

Die Sonne stand weit im Westen, die Schatten waren lang, die Hitze war lähmend und unerträglich und sogar das Atmen bereitete Mühe. Über einen Hügel sah McQuade mehrere Rauchsäulen steigen. Sie wurden nicht unterbrochen und dem Kopfgeldjäger wurde sehr schnell klar, dass es sich nicht um irgendwelche Rauchsignale handelte, die von Apachen zum Himmel geschickt wurden, sondern dass sich auf der anderen Seite des Hügels ein Camp befinden musste, in dem einige Lagerfeuer brannten.

Der Abhang war nicht besonders steil. Dennoch musste der Falbe die Hinterbeine wie Säulen gegen das Zurückgleiten stemmen. Der Untergrund bestand aus Sand und Geröll und war ziemlich lose. Das Pferd schnaubte und prustete.

McQuade hatte keine Ahnung, was ihn erwartete. War er auf einen Schlupfwinkel der Apachen gestoßen? Er schloss aber auch nicht aus, dass es sich um ein Goldgräbercamp handelte. Viele Jahre hatte Cochise die Goldgräber in der Apacheria geduldet. Schließlich aber hatte er den Bleichgesichtern ewige Feindschaft geschworen und das Kriegsbeil ausgegraben. Seitdem waren auch die Prospektoren und Digger nicht mehr sicher. Aber oftmals überwog die Habgier die Angst.

Auf dem Hügelrücken saß McQuade ab. Einige haushohe Felsen schützten ihn vor Blicken von unten. Er ließ den Falben zurück und pirschte soweit vor, bis er in die Senke blicken konnte, aus der die Rauchsäulen in die Höhe stiegen. Der Kopfgeldjäger sah mehr als zwei Dutzend Zelte und Zweighütten. In einigen Seilcorrals standen Pferde. Bärtige Männer in grober Kleidung hockten an den Lagerfeuern, von eisernen Dreibeinen hingen Töpfe in die Flammen.

McQuade vermutete, dass es sich um Goldsucher handelte. Er holte sein Pferd, saß auf und ritt hinunter. Auf halber Höhe des Abhanges wurde er angerufen: „Stopp, Hombre! Wer bist du und wohin willst du?“

Ein Gewehr wurde durchgeladen und unterstrich den Befehl, anzuhalten, mit einem metallischen Knacken.

Der Kopfgeldjäger zerrte den Falben in den Stand. Gray Wolfs Nackenhaare sträubten sich und aus seiner Kehle stieg ein drohendes Knurren. „Ruhig, Partner“, gebot der Texaner und legte die Hände übereinander auf das Sattelhorn, dann rief er: „Mein Name ist McQuade. Ich reite auf der Fährte eines Mannes, der in der Gegend von Tucson drei Männer ermordet hat.“

„Ich sehe keinen Stern an deiner Brust.“

„Weil ich keinen Stern trage. Der Bursche, den ich suche, ist dunkelhaarig, Mitte dreißig, mittelgroß und hager. Sein Name ist Nathan Patten.“

„Alleine durch die Chiricahua Mountains zu reiten ist Selbstmord, McQuade. Hat man dir das nicht gesagt? Oder gibt es einen besonderen Grund, der dich veranlasst, dein Leben in die Waagschale zu werfen und diesen Patten zu jagen?“

„Er ist ein Mörder und muss für seine Taten sühnen. Ist Patten hier aufgetaucht? Befindet er sich vielleicht sogar in dem Camp da unten?“

„In den Bergen hier gibt es verschiedene Camps“, antwortete der Wachposten. „Ich gehöre zu einer Gruppe von Freiwilligen, die die Digger gegen eventuelle Übergriffe der Apachen sichern. An die Camps, in denen sich dreißig oder vierzig Männer aufhalten, wagen sich die verdammten Rothäute nicht ran.“

Der Mann zeigte sich. Er hielt ein Gewehr an der Seite, hatte sich den Kolben unter die Achsel geklemmt und sein gekrümmter Zeigefinger lag locker um den Abzug der Waffe. Ein schiefes, aufgesetzt anmutendes Grinsen zog seinen Mund in die Breite. „Da du keinen Stern trägst, ist es sicher eine persönliche Rechnung, die dich hinter diesem Patten hergetrieben hat.“ Der Bursche zuckte mit den Schultern. „Ich hab nichts von dem Kerl gesehen, McQuade. Aber das muss nichts heißen. Reite hinunter und erkundige dich bei den Männern. Wenn Patten hier aufgetaucht ist, dann hat ihn sicher jemand gesehen.“

McQuade tippte lässig mit dem Zeigefinger seiner Rechten an die Krempe des schwarzen, flachkronigen Stetsons, dann trieb er den Falben an. Der Vierbeiner trug ihn den Berg hinunter. Die Männer in dem Camp wurden auf ihn aufmerksam, einige erhoben sich und näherten sich ihm. Er wurde angestarrt, die Kerle erforschten ihn regelrecht mit ihren taxierenden Blicken und versuchten, sich ein Bild von dem verstaubten und verschwitzten Reiter zu machen, der von einem großen, grauen Wolfshund begleitet wurde. „He, Mister, bist du gekommen, um hier nach Gold zu suchen?“

„Ich suche einen Mann“, versetzte McQuade.

Weitere der Digger erhoben sich und kamen näher. Bald war der Kopfgeldjäger von ihnen eingekreist.

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