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Marshal Logans Wettlauf gegen die Zeit (U.S. Marshal Bill Logan, Band 113)

Pete Hackett

Marshal Logans Wettlauf gegen die Zeit (U.S. Marshal Bill Logan, Band 113)

Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Marshal Logans Wettlauf gegen die Zeit

U.S. Marshal Bill Logan

Band 113

 

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

 

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

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Earl Martin stand auf dem Vorbau des Horseman Saloon. In einem Schaukelstuhl saß Swift McIntire. Er hatte die Füße übereinandergeschlagen und auf das Geländer gelegt. Die beiden Kerle waren stoppelbärtig und verstaubt. Die Verkommenheit stand ihnen in die Gesichter geschrieben.

Earl Martin beobachtete den Mann, der auf der anderen Straßenseite ging. Er war hochgewachsen und schlank und trug einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd, das am Hals von einer weinroten Schnürsenkelkrawatte zusammengehalten wurde. Seine Haare waren silbergrau. Es handelte sich um Richter Jerome Frederick Humphrey, der auf dem Nachhauseweg war. Es war kurz nach 18 Uhr und der Richter hatte vor wenigen Minuten Feierabend gemacht.

Er spürte nicht den sengenden Blick, der sich an ihm festgesaugt hatte. Er hatte auch keine Ahnung, dass die Männer seinetwegen nach Amarillo gekommen waren.

Earl Martin nickte seinem Kumpan zu. Dieser erhob sich und folgte dem Richter. Martin ging in den Schankraum. An einem der runden Tische saßen drei weitere heruntergekommene Kerle; falkenäugig und gewiss ausgesprochen hartbeinig, zusammengesetzt aus kompromissloser Härte, Mitleidlosigkeit und skrupelloser Verworfenheit. Ihnen haftete der Geruch von Pulverdampf an. Es waren Sattelstrolche.

Martin setzte sich an den Tisch und sagte leise: »Swift folgt ihm. Wenn wir wissen, wo er wohnt, schlagen wir zu.«

Er griff nach einem Glas voll Brandy und trank es mit einem Ruck leer …

 

*

 

Joe Hawk und ich befanden uns in Canadian. Soeben hatten wir den Mietstall verlassen. Über unseren Schultern hingen die Satteltaschen, die Gewehre trugen wir am linken Arm. Die Sonne war untergegangen. Es war noch immer warm. Wolken hatten sich vor den glühenden Westhimmel geschoben. Die Schatten waren verblasst.

Nachdem wir seit einigen Tagen unterwegs waren, hatten wir uns vorgenommen, die Nacht über in der Stadt zu verbringen.

Wir passierten den Saloon. Am Holm standen drei verstaubte und verschwitzte Pferde. Die Tiere ließen die Köpfe hängen und peitschten mit den Schweifen nach den blutsaugenden Bremsen an ihren Flanken.

Die Main Street war – abgesehen von einem Mann, der eine zweirädrige Karre zog –, leer. Aus den Schornsteinen stieg Rauch. Die Frauen bereiteten das Abendessen für ihre Familien vor. Die Stadt war ruhig. Wir erreichten das Hotel und gingen hinein. Die Rezeption war verwaist. Ich schlug mit der flachen Hand auf die Glocke, die da stand. Neben der Treppe öffnete sich eine Tür und ein Mann kam heraus. Er ging hinter den Tresen. »Hallo, Marshals. Suchen Sie in unserer schönen Stadt Banditen?«

»Wir sind auf Patrouillenritt«, erwiderte ich.

»Aha. Nun, ich schätze, Sie möchten Zimmer mieten.«

»So ist es. Für eine Nacht. Morgen Früh reiten wir weiter.«

»Kein Problem.«

Der Owner schob mir das Gästebuch hin. Ich schrieb meinen Namen hinein und machte für Joe Platz, damit auch der sich verewigen konnte. Mein Partner nahm den Tintenstift und befeuchtete die Mine mit der Zungenspitze. Dann schrieb er mit steilen Buchstaben seinen Namen. Der Owner schlug das Buch zu. Wir erhielten die Zimmerschlüssel, trugen unsere Satteltaschen hinauf, ich wusch mir Staub und Schweiß aus dem Gesicht, trocknete mich ab und ging hinunter. Joe wartete schon in der Halle auf mich.

Wir gingen hinüber zum Saloon. Die drei Pferde standen nach wie vor am Holm. Im Vorbeigehen sah ich die Brandzeichen. Ich kannte sie nicht. Die drei Reiter waren also nicht aus der Gegend. Als wir den Vorbau überquerten, riefen unsere Absätze ein hallendes Echo wach. Unsere Sporen klirrten leise. Wir betraten den Schankraum, die Türflügel schlugen knarrend und quietschend hinter uns aus.

Der Keeper stand hinter dem Tresen und polierte Gläser. An einem Tisch saßen die drei Kerle, die zu den Pferden am Holm gehörten. Stechende Augen fixierten uns. Ich sah bärtige Gesichter, und mir entging nicht die jähe Unruhe in den Mienen, als sie unsere Sterne wahrnahmen.

Joe und ich setzten uns. »Zwei Bier!«, rief ich dem Keeper zu. Die drei Kerle am anderen Tisch steckten die Köpfe zusammen und tuschelten miteinander. Verstohlene Blicke trafen uns. Der Keeper brachte uns die vollen Krüge, und ich sagte: »Gegen ein saftiges Steak wäre nichts einzuwenden. Können Sie uns eins braten?«

»Natürlich«, erwiderte der Keeper. Er kehrte hinter den Schanktisch zurück und verschwand in der Küche.

Immer wieder streifte mein Blick die drei Kerle. Sie gefielen mir nicht. Sie besaßen den typisch unruhigen Blick der Gesetzlosen, der ständig Gejagten. Sie tranken ihre Gläser aus und legten einige Münzen auf den Tisch, erhoben sich und verließen den Schankraum. Bekleidet waren sie mit langen Staubmänteln. Über die Mäntel hatten sie die Revolvergurte geschnallt. Schwere, langläufige Eisen steckten in den Holstern. Das Trio verschwand nach draußen. Mir fiel auf, dass einer der Kerle leicht hinkte. Ein Pferd wieherte, dann war Hufestampfen zu hören, schließlich ritten die drei am großen Frontfenster vorbei und verschwanden wenig später aus unserem Blickfeld.

Ich stemmte mich am Tisch in die Höhe. »Ich bin mir nicht sicher«, murmelte ich, »aber der, der hinkte, könnte Bill Jameson gewesen sein. Ich sehe mir mal die Steckbriefe an.«

Zurück im Hotelzimmer, holte ich den Packen Fahndungsblätter aus der Satteltasche und begann, sie durchzublättern. Ich fand den Steckbrief von Bill Jameson. Ein Zweifel war ausgeschlossen. Es handelte sich um den Burschen aus dem Saloon. Ich suchte weiter und wurde fündig. Einer der anderen beiden Kerle hieß John Weston, der andere Brad Foster. Jameson war tausend Dollar wert, Weston und Foster jeweils fünfhundert.

Ich nahm die drei Steckbriefe, faltete sie zusammen und kehrte in den Saloon zurück. Dort präsentierte ich sie Joe. Der studierte sie kurz, nickte und sagte: »Die drei werden versuchen, so viele Meilen wie möglich zwischen sich und uns zu bringen. Wir sollten keine Zeit verlieren, Logan-Amigo.«

Der Keeper brachte die Steaks. Wir aßen, tranken unser Bier aus, verzichteten auf eine Zigarette und holten unsere Satteltaschen sowie die Gewehre aus dem Hotel. Im Stall half uns der Stallmann, unsere Pferde zu satteln und zu zäumen, wir zogen die Tiere in den Hof und saßen auf.

Jameson, Weston und Foster hatten Canadian in Richtung Westen verlassen. Wir benutzten den Reit- und Fahrweg, der am Fluss entlang führte. Es wurde finster. Am Himmel funkelten die Sterne. Der Mond schob sich über den Horizont im Osten. Sein kaltes Licht legte sich auf den Fluss und ließ das Wasser silbrig glitzern. Irgendwo schrie ein Kauz. Gespenstisch klang es durch die Nacht. Dumpf pochten die Hufe.

Der Weg war von Wagenrädern zerfurcht und von Hufen aufgewühlt. Zwischen den beiden Spuren wuchs ein halbyardbreiter Gras- und Unkrautstreifen. Leises Säuseln des Nachtwindes erfüllte die Luft. Im Gras zirpten die Grillen.

Und dann sah ich weit vor uns das Feuer. Ich machte Joe darauf aufmerksam, doch mein Partner hatte es ebenfalls schon bemerkt. Er sagte: »Das werden sie sein. Reiten wir noch ein Stück und lassen wir dann die Pferde zurück. Die Kerle sollen eine böse Überraschung erleben.«

Als uns noch etwa dreihundert Yards von dem Feuer trennten, saßen wir ab, banden die Pferde an einen Busch, zogen die Gewehre aus den Scabbards und gingen zu Fuß weiter. Fünfzig Yards vom Feuer entfernt trennten wir uns. Ich wollte mich den Kerlen von links nähern, während Joe von der anderen Seite kommen sollte. Im Schutz des Ufergebüsches schlich ich mich an. Joe sollte zuerst in Erscheinung treten. Die Burschen waren sicher gefährlich und durften nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie würden reagieren wie in die Enge getriebene Raubtiere.

Raubtiere waren sie – zweibeinige Raubtiere. Sie lebten nur in der Gegenwart. An die Zukunft verschwendeten sie keinen Gedanken. Sie lag im Dunkeln. Die Vergangenheit hatten sie hinter sich zurückgelassen. Was gestern war, interessierte nicht mehr.

Ich konnte die drei sehen. Sie saßen am Feuer und rauchten. Soeben setzte einer der Kerle eine Brandyflasche an seine Lippen und trank. Ihre Pferde hatten sie an Büschen festgebunden. Die Flammen züngelten, das Holz knackte in der Hitze. Licht- und Schattenreflexe zuckten über die bärtigen Gesichter hinweg und spiegelten sich in den Augen wider.

Die drei wähnten sich in Sicherheit. Dass sie ein Feuer angemacht hatten, war Beweis dafür. Wahrscheinlich gingen sie nicht davon aus, dass wir sie erkannt hatten. Ich hätte sie auch nicht erkannt, wenn nicht der hinkende Bill Jameson gewesen wäre. Sein linkes Bein war etwas kürzer als das rechte. Ein kaum zu übersehendes Merkmal, das den Banditen verriet.

Jetzt trat Joe, der einen etwas weiteren Weg zurückzulegen hatte als ich, in Erscheinung. Es knackte metallisch, als er repetierte, dann erklang seine klirrende Stimme: »Hände hoch und keine falsche Bewegung.«

Die Kerle erstarrten.

Ich trat hinter dem Gebüsch hervor, das mich deckte, und riegelte ebenfalls eine Patrone in den Lauf. »Ich rate keinem, zum Revolver zu greifen.«

Wie von Schnüren gezogen erhoben sie sich. Ihre Hände wanderten in die Höhe. Joe kam aus der Dunkelheit und hielt das Gewehr an der Hüfte im Anschlag. Das unwirkliche Licht ließ die Linien in seinem Gesicht dunkel erscheinen.

Ich näherte mich den Banditen von hinten.

»Was wollt ihr von uns?«, fragte einer. Seine Stimme klang heiser.

»Wir verhaften euch im Namen des Gesetzes«, versetzte Joe kalt. »Ihr habt wohl gedacht, wir erkennen euch nicht. Irrtum. Wir wissen, wer ihr seid.«

Joes letztes Wort stellte den Auftakt zu der Tragödie dar, die sich anbahnte. Die drei Banditen spritzten auseinander, als wäre eine Granate zwischen eingeschlagen. Und sie griffen nach den Revolvern. Die Waffen brüllten auf. Die Detonationen verschmolzen ineinander. Zwei der Banditen brachen zusammen. Der dritte warf seine Waffe fort und riss die Arme hoch. »Nicht schießen! Ich ergebe mich!«

Stöhnen war zu hören. Einer der Banditen am Boden setzte sich auf und drückte die Hand gegen seine zerschossene Schulter.

Joe fesselte den Burschen, der sich ergeben hatte. Es war Brad Foster. John Weston war tot. Bill Jameson verbanden wir, dann wurde auch er gefesselt …

 

*

 

Richter Humphrey saß in der Wohnstube und las die Zeitung. Seine Frau strickte. Es war kurz vor 22 Uhr. Der Richter sagte: »Zeit, um ins Bett zu gehen.«

Die Frau warf einen Blick auf das Ziffernblatt der Standuhr, die an der Wand stand. Das Ticken der Uhr war zu hören. Das Messingpendel schlug monoton hin und her.

»Ja«, sagte die Frau. »Legen wir uns nieder. Morgen früh ist die Nacht zu Ende …«

Da klopfte es.

Der Richter und seine Gattin schauten sich verblüfft an. Dann erhob sich der Richter und ging zur Tür. Es klopfte erneut. »Wer ist draußen?«, fragte Humphrey, als er die Tür erreichte.

»Mein Name ist Jack Callaghan. Ich muss Sie sprechen, Mister Humphrey. Es ist sehr wichtig.«

Im Gesicht des Richters arbeitete es. Seine Brauen hatten sich zusammengeschoben, über seiner Nasenwurzel hatten sich zwei steile Falten gebildet. »Kommen Sie morgen zum Gericht. Ich bin ab 8 Uhr anwesend.«

»Es ist wirklich sehr wichtig, Richter. Bitte, öffnen Sie.«

Humphrey zögerte noch einen Augenblick, dann schob er den Riegel zu Seite und öffnete die Tür einen Spaltbreit. Vages Licht fiel in ein stoppelbärtiges Gesicht. Und dann ging alles blitzschnell. Die Tür flog auf, der Richter erhielt einen Stoß, der ihn zurücktaumeln ließ, dann drängten zwei Kerle in den Raum. Sie hielten die Revolver in den Fäusten. »Keinen Laut, Richter!«, zischte einer der Männer und drückte die Tür hinter sich zu.

Ein Ruck durchfuhr Humphrey, seine Schultern reckten sich. »Wer sind Sie?«

»Mein Name ist Earl Martin. – Martin, Richter, sagt Ihnen der Name etwas? Dick Martin!«

Sekundenlang schaute Humphrey versonnen drein, dann nickte er und sagte: »Richtig. Ich habe ihn lebenslänglich in die Steinbrüche von Fort Davis geschickt.«

»Ja, Richter, das war vor drei Monaten. Mein Bruder ist dort unten lebendig begraben. Aber ich habe mir was einfallen lassen. – Jack, fessle und kneble die Lady. Und dann gehen wir, Richter. Bin gespannt, ob man meinen Bruder laufen lässt, wenn Ihr Leben auf dem Spiel steht.«

Jack Callaghan zog eine dünne Lederschnur aus der Tasche und fesselte der Frau des Richters die Hände auf den Rücken. Dann knebelte er sie mit seinem Halstuch. Er nahm eine Kordel, mit der der Vorhang zusammengebunden war, und fesselte ihr auch die Füße. Hilflos lag die Frau auf dem Sofa.

Earl Martin trat vor sie hin: »Man wird Sie finden und befreien. Sprechen Sie morgen mit dem Distrikt-Ankläger, Lady, und bestellen Sie ihm, dass wir ihm drei Tage Zeit geben, die Freilassung meines Bruders zu verfügen. Nach Ablauf des Ultimatums werden wir dem Richter den Hals durchschneiden. Das Ultimatum läuft von jetzt an.« Martin wandte sich dem Richter zu. »Gehen wir.«

Sie bugsierten Humphrey aus dem Haus. In einer Gasse warteten ihre Kumpane. Sie hatten auch ein Pferd für den Richter dabei. Er musste aufsitzen, dann ritten sie nach Norden …

 

*

 

Wir kamen nach Amarillo. Vor dem Sheriff's Office saßen wir ab. Duncan O'Leary, der County Sheriff, kam ins Freie. Sein grauer Wolfshund begleitete ihn. Das Tier wich nicht von der Seite O'Learys. Es fiepte leise. Der Sheriff fixierte die beiden Banditen und fragte: »Wen bringt ihr denn da?«

»Bill Jameson und Brad Foster«, antwortete ich. »Beide werden steckbrieflich gesucht. John Weston mussten wir leider begraben.«

O'Leary verzog das Gesicht. »Schlechte Nachrichten, Freunde.«

»Spann uns nicht auf die Folter«, knurrte Joe.

»Der Richter wurde entführt.«

Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Das Entsetzen stieg wie ein Schrei in mir hoch. »Was sagst du da?«

»Du hast richtig gehört, Logan. Es waren fünf Kerle. Sie wollen die Freilassung eines Mörders erpressen, den der Richter für den Rest seines Lebens nach Fort Davis geschickt hat. Sein Name ist Dick Martin.«

Das musste ich zuerst einmal verdauen. Die Worte hallten in mir nach. Ich wechselte mit Joe einen schnellen Blick, und jeder Zug seines Gesichts drückte die Stimmung aus, in der er sich befand.

O'Leary fuhr fort: »Sie haben Donald Rafferty drei Tage Zeit gegeben, die Freilassung Martins zu veranlassen. Zwei Tage des Ultimatums sind bereits abgelaufen.«

»Und, wie stellt sich Rafferty dazu?«

»Er vertritt in diesem Fall den Justizminister. Die Zeit ist zu kurz, um das Ministerium in Austin zu informieren. Rafferty meint, dass der Staat nicht erpressbar werden dürfe.«

Ich hatte das Gefühl, einen Schlag in die Magengrube zu bekommen. »Er weigert sich also, die Freilassung Martins zu verfügen.«

»Ja.«

»Wann läuft das Ultimatum ab?«, wollte ich wissen.

»Morgen Abend zum 22 Uhr.«

»Okay, Duncan«, sagte ich. »Übernimm die beiden Banditen und bring sie hinter Schloss und Riegel. Wir sprechen mit Rafferty.«

Joe und ich brachten unsere Pferde in den Stall, versorgten die Tiere, dann begaben wir uns ins Gesichtsgebäude, um mit Donald Rafferty, dem District Attorney, zu reden. Wir trafen Rafferty in seinem Büro an. Er war dem Generalstaatsanwalt in Austin direkt unterstellt. Rafferty war ein Mann Mitte der vierzig, etwas sechs Fuß groß und hager. Er saß hinter seinem Schreibtisch. Fragend schaute er uns an. Ich sagte:

»O'Leary hat uns soeben erzählt, was vorgefallen ist. Wollen Sie tatsächlich das Leben des Richters aufs Spiel setzen?«

Rafferty verzog den Mund. Er fühlte sich offensichtlich unbehaglich in seiner Haut. Schließlich entrang es sich ihm: »Wo kämen wir hin, wenn jeder Bandit nur einen Richter entführen müsste, um die Freilassung irgendeines Verbrechers zu erzwingen?«

»Aber …«

Rafferty unterbrach mich. »Ich weiß, ich trage in diesem Fall eine große Verantwortung. Ich vertrete gewissermaßen den Justizminister. Um ihn einzuschalten ist das Ultimatum zu kurz bemessen. Also muss ich mich an seine Stelle versetzen.« Die Stimme des Anklägers senkte sich.

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