Logo weiterlesen.de
Marshal Logan und die unerbittliche Jagd (U.S.Marshal Bill Logan, Band 95)

Pete Hackett

Marshal Logan und die unerbittliche Jagd (U.S.Marshal Bill Logan, Band 95)

Western-Roman





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Marshal Logan und die unerbittliche Jagd

U.S. Marshal Bill Logan

Band 95

Marshal Logan und die unerbittliche Jagd

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

 

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

Carry Donovan trug das Abendessen auf. Draußen war es schon dunkel. Am Tisch saßen John Belknap, ihr Vater, Lorne Allister, der einzige Cowboy, den sie auf der Ranch beschäftigten, und Matty, Carrys fünfjähriger Sohn. Es gab Gemüse, in das Carry Würfel mageren Rindfleisches geschnitten hatte. In der Küche roch es appetitlich.

Carry füllte die Teller. Das Essen dampfte. John Belknap, der dreiundfünfzigjährige Rancher, sprach ein kurzes Tischgebet. Nachdem alle Amen gesagt hatten, griffen sie nach den Löffeln.

In diesem Moment flog krachend die Tür auf. Ein Mann trat in die Küche. Er war groß und schwarzhaarig, und in seinen Händen lagen schwere Revolver, mit denen er sofort zu feuern begann. Die Waffen bäumten sich auf in seinen Fäusten, die Detonationen drohten das Ranchhaus aus allen Fugen zu sprengen. Pulverdampf wölkte.

Der Tod war wieder einmal unersättlich in seiner Gier …

Als Matt Donovan kurz vor Mitternacht auf der Ranch eintraf, waren vom Haupthaus nur noch schwelende Trümmer übrig. Im Hof lag Lorne Allister. Matt Donovan war schockiert. Eine eisige Hand griff nach seinem Herzen. Eine unsichtbare Faust schien ihn zu würgen. Wenn der Nachtwind in den Brandschutthaufen fuhr, flackerte hier und dort das Feuer wieder auf. Aschefetzen wirbelten über den Boden. Brenzliger Geruch erfüllte die Nachtluft. Matt Donovans Kehle war wie ausgetrocknet.

Er saß ab. Seine Beine wollten ihn kaum tragen. Tausend Gedanken stürmten auf ihn ein, tausend Fragen. Er ging mit weichen Knien zu Lorne Allister hin. Der Cowboy atmete rasselnd. Seine Brust hob und senkte sich unter den keuchenden Atemzügen. Matt ging neben dem Cowboy auf das linke Knie nieder. »Was ist geschehen, Lorne?« Seine eigene Stimme kam ihm fremd vor. Seine Kehle war wie zugeschnürt. Die Angst vor dem Dunklen, Unheilvollen, das am Ende seiner Gedanken stand, lastete wie mit tonnenschweren Gewichten auf ihm und drohte ihn zu erdrücken.

»Madlock und seine Banditen«, keuchte Allister. »Sie waren plötzlich da und begannen zu schießen. John und Matty sind tot. Ich habe mich aus dem brennenden Haus schleppen können. Carry haben die Schufte mitgenommen. Es – es war schrecklich.«

Lorne Allister bäumte sich auf, fiel zurück, sein Blick wurde starr. Er war gestorben.

Matt Donovan richtete sich auf. Er nahm den Hut ab. Der Wind spielte in seinen dunklen Haaren. Staubwirbel glitten über den Hof. Irgendwo in der Dunkelheit knarrte eine Tür. Leises Säuseln erfüllte die Nacht.

Es überstieg Matt Donovans Verstand. Seine Gedanken wirbelten. Sein Schwiegervater und sein Sohn waren tot, ebenfalls Lorne Allister. Carry hatten die Banditen verschleppt. Heiß stieg es in dem Mann auf. Das Herz drohte ihm in der Brust zu zerspringen. Er war fassungslos, und es gelang ihm nicht, den Aufruhr seiner Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Seine Augen füllten sich mit Tränen.

»Madlock«, murmelte er. Seine Zähne knirschten übereinander. »Dafür wirst du büßen. Ich werde nicht ruhen, bis du tot vor mir liegst. Das schwöre ich.«

Am Mittag des folgenden Tages kam Matt Donovan nach Lincoln. Er saß vor dem Sheriff's Office ab und schlang den Zügel lose um den Hitchrack. Dann ging er hinein. Seine Schritte riefen ein hallendes Echo auf den Bohlen des Vorbaus wach. Seine Sporen klirrten leise. Ein verbitterter Zug hatte sich in Matt Donovans Mundwinkeln festgesetzt. Dunkle Ringe lagen unter seinen Augen. Er schien über Nacht um Jahre gealtert zu sein.

Der Sheriff saß hinter seinem Schreibtisch. Es war ein Mann um die vierzig mit einem mächtigen Schnurrbart, der seinen Mund fast verdeckte. »Du warst doch gestern Abend erst in der Stadt, Matt«, sagte der Sheriff. Er kniff plötzlich die Augen zusammen, sein Blick wurde stechend. »Verdammt, Matt, du hast dich verändert. Was ist los?«

Mit untrüglichem Instinkt hatte der Gesetzeshüter bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Er schien in Matt Donovans Zügen zu lesen wie in einem Buch.

»Die Ranch wurde überfallen. Mein Schwiegervater, Matty und Lorne Allister wurden ermordet. Carry haben die Banditen verschleppt. Ich habe die Toten heute Morgen begraben.«

Wie von einer Tarantel gestochen war der Sheriff in die Höhe gefahren. Er stemmte beide Arme auf den Schreibtisch und beugte seinen Oberkörper weit nach vorn. »Sag, dass das nicht wahr ist, Matt!«, stieß er erregt hervor.

»Es ist so.« Donovan ging zu einem Stuhl vor dem Schreibtisch und setzte sich. Ein Laut, der an ein trockenes Schluchzen erinnerte, stieg aus seiner Kehle. »Es ist so, Kelly. Es will mir selbst nicht in den Kopf und es kommt mir alles vor wie ein schlechter Traum. Aber es ist die Wahrheit. John, Matty und Lorne sind tot. Carry haben die Banditen mitgenommen. Das weiß ich von Lorne. Er starb, nachdem er es mir berichtete.«

»Wir müssen sofort ein Aufgebot bilden und versuchen, die Spur der Bande aufzunehmen!«, entfuhr es dem Sheriff. Er eilte um den Schreibtisch herum zur Tür.

»Es war Bob Madlock mit seiner Bande«, presste Matt Donovan hervor.

Der Sheriff hielt an, als wäre er gegen eine unsichtbare Wand gelaufen. »Dieses dreckige Halbblut«, knirschte er. »Bist du sicher?«

»Lorne behauptete es.«

»Wir jagen diese Schufte, bis ihnen die Zungen zu den Hälsen heraushängen.«

Der Sheriff stürmte aus dem Office.

Matt Donovan folgte ihm langsam. Auf dem Vorbau wandte er sich der Holztafel zu, an der einige städtische Bekanntmachungen und Steckbriefe befestigt waren. Da war auch der Steckbrief von Bob Madlock. Der Bandit war tausend Dollar wert – tot oder lebendig. Matt Donovan riss ihn von der Anschlagtafel herunter, faltete ihn zusammen und schob ihn in die Innentasche seiner Weste.

Innerhalb der nächsten halben Stunde sammelten sich fast ein Dutzend Reiter auf der Main Street vor dem Sheriff's Office. Einige der Männer drückten Matt Donovan gegenüber ihr Mitgefühl aus. Auf der Straße sammelten sich Männer und Frauen, sie standen in kleinen Gruppen beisammen, debattierten und gestikulierten. Tagesgespräch war der Überfall auf die Donovan Ranch. Scheue Blicke trafen Matt Donovan.

Das Aufgebot folgte dem Rio Bonito zur Ranch. Das Haupthaus war nur noch ein Haufen kreuz und quer liegender verkohlter Bretter und Balken, aus dem der gemauerte Kamin ragte. Drei frische Grabhügel zeugten davon, wo die Toten ihre letzte Ruhe gefunden hatten. Matt Donovan hatte primitive Kreuze aus Latten gefertigt und sie in die Hügel gerammt. Auf den Kreuzen standen keine Namen. Der Wind würde die namenlosen Gräber im Laufe der Zeit einebnen und nichts mehr würde daran erinnern, dass hier die sterblichen Überreste zweier Männer und eines kleinen Jungen ruhten.

Das Aufgebot nahm eine Spur auf. Sie führte nach Osten. Irgendwann, die Sonne stand im Südwesten, sagte der Sheriff: »Hier verläuft die Countygrenze. Damit endet meine Zuständigkeit. Sieht aus, als wären die Schufte nach Roswell geritten. Wir müssen leider umkehren, Matt. Wirst du den Mördern folgen?«

»Kehrt nur um«, murmelte Matt Donovan und nickte. »Sicher, Kelly. Ich folge Madlock. Ich habe nämlich einen Schwur geleistet. Außerdem nehme ich an, dass dieser Schuft Carry mit sich schleppt. Soll ich sie diesem Ungeheuer überlassen?«

Der Sheriff verzog das Gesicht. »Es ist ein tödliches Rudel, Matt, und du wirst verdammt allein sein.«

»Reitet nur zurück«, murmelte Donovan. »Ihr braucht euch deswegen keine Gedanken zu machen.«

»Hals- und Beinbruch, Matt.«

Donovan hob die rechte Hand.

Das Aufgebot ritt zurück. Matt Donovan blickte den Reitern hinterher, bis sie über einer Bodenwelle aus seinem Blickfeld verschwanden. Der aufgewirbelte Staub legte sich. Donovan nahm sein Halstuch ab und wischte sich Schweiß und Staub aus dem Gesicht. Dann ruckte er im Sattel und schnalzte mit der Zunge. Sein Pferd setzte sich in Bewegung. Dumpf pochten die Hufe. Das Tier prustete. Die Hitze setzte ihm zu. Die Konturen der Hügel ringsum verschwammen in der flirrenden Luft. Vögel zwitscherten. Meile um Meile schmolz unter den Hufen des Braunen. Dann verschwand die Sonne hinter dem bizarren Horizont im Westen. Der Himmel färbte sich purpurn. Es waren die Grate und Gipfel der Sierra Blanca, die im letzten Licht des Tages zu bluten schienen. Rötlicher Schein lag auf dem Land.

Matt Donovan ritt unverdrossen.

Die Dunkelheit kam. Die ersten Sterne traten am Abendhimmel hervor. Die Natur hatte ihre Farben verloren. Es gab nur noch schwarz und grau. Schließlich zügelte Donovan auf dem Kamm einer Anhöhe sein Pferd. Vor ihm glitzerten die Lichter von Roswell durch die Dunkelheit. Das Pferd stampfte auf der Stelle. Die Gebisskette klirrte leise. Donovan hielt die Zügel straff. In seinem Gesicht arbeitete es. In seiner Seele brannte das Feuer eines grenzenlosen Hasses.

Mit einem Schenkeldruck trieb er sein Pferd an. Wenige Minuten später passierte er die ersten Häuser von Roswell. Ein Hund bellte, als er an ihm vorbeiritt. Zwei Männer gingen nebeneinander die Straße hinunter. Matt Donovan holte sie ein und erkundigte sich nach dem Mietstall. Einer der beiden erklärte ihm den Weg. Er lag in einer Seitenstraße. Ein hohes Galgentor führte in den Wagen- und Abstellhof. Donovan ritt hinein. Unter den Hufen knirschte knöcheltiefer Staub. Das Stalltor stand offen, im Stall brannten zwei Laternen. Matt Donovan saß ab. Er spürte Steifheit in seinen Beinen. Aus der Dunkelheit im Hintergrund des Stalles schälte sich der Stallmann. Er trat ins Licht und seine Gestalt warf einen langen Schatten auf den Mittelgang.

Als er Donovan erreichte, sagte er näselnd: »An Ihnen und Ihrem Pferd klebt der Staub der Felswüste. Sie kommen von Westen, nicht wahr?«

»Lincoln«, versetzte Matt Donovan staubheiser. Er schnallte seine Satteltaschen los und zog die Winchester aus dem Scabbard. »Ich folge Bob Madlock und seiner Bande. Die Schufte könnten gestern Nacht nach Roswell gekommen sein. Es sind ungefähr ein halbes Dutzend. Bei ihnen befindet sich eine Frau.«

Der Stallmann kratzte sich hinter dem Ohr. »Bei mir war nur ein einzelner Reiter. Sein Pferd hatte ein Hufeisen verloren. Der Bursche schielte. Die Verkommenheit stand ihm ins Gesicht geschrieben. Auch an ihm klebte der Staub der Felswüste. Vielleicht gehört er zu den Reitern, die Sie suchen.«

»Wo kann man hier billig übernachten?«

»Wenn Sie wollen, können Sie auf dem Zwischenboden im Heu schlafen. Das ist im Preis für das Unterstellen des Pferdes inbegriffen.«

Matt Donovan lächelte. »Ich nehme Ihr Angebot an. Hat der Bursche die Stadt in der Zwischenzeit wieder verlassen?«

»Er ist heute Vormittag weitergeritten. Mir erzählte er, dass er nach Texas wollte. Er sprach von einem Job auf einer Ranch, ich glaube, er sagte, Circle-M.«

»Ich gehe etwas essen«, sagte Donovan. »Dann komme ich wieder.«

»Ich werde nicht mehr da sein. Aber das Tor ist unversperrt. Eine Laterne stelle ich gleich beim Eingang ab. Passen Sie auf, dass Sie mir nicht den ganzen Stall niederbrennen.«

»Keine Sorge«, murmelte Matt Donovan.

 

*

 

Eine Woche später kam Matt Donovan nach Amarillo. Er erfuhr, dass sich die Circle-M Ranch am North Fork Red River befand und er etwa hundert Meilen ostwärts reiten müsse, um zu der Ranch zu kommen. Die Fährte der Bande hatte er längst verloren. Er klammerte sich an die Hoffnung, dass der schielende Bursche, von dem ihm der Stallmann in Roswell berichtet hatte, zu Bob Madlocks Bande gehörte.

Er setzte sich noch einmal in den Sattel. Nach zweieinhalb Tagen erreichte er die kleine Stadt Shamrock im Wheeler County. Sie lag etwa fünf Meilen südlich des North Fort Red River an der Poststraße, die von Wellington heraufkam und weiter nach Wheeler, der Countyhauptstadt, führte.

Wieder war es der Stallmann, mit dem Matt Donovan sprach. Er erzählte Donovan, dass es zwischen der Circle-M und den Siedlern am North Fork Probleme gab. Der alte Bursche nickte grimmig. »Ich kann es mir schon vorstellen, dass Cole Wyler ein paar Revolverhelden ins Land holt, damit sie den Siedlern die heilige Mannesfurcht einjagen. Je skrupelloser diese Kerle sind, umso besser eigenen sie sich wahrscheinlich für diesen Job.«

Donovan zeigte dem Stallburschen den Steckbrief von Bob Madlock. Der Oldtimer studierte das Konterfei auf dem vergilbten Blatt Papier ausgiebig, dann schüttelte er den Kopf. »Nein, der war nicht in der Stadt. Allerdings gibt es ein paar neue Gesichter, die den Sattel der Circle-M drücken.«

»Ist ein Bursche darunter, der stark schielt?«

»Nicht, dass ich wüsste.«

Nach einer Stunde Pause, in der er etwas aß, brach Matt Donovan wieder auf. Zwei Stunden später erreichte er die Circle-M Ranch. Helle Hammerschläge verkündeten, dass der Schmied der Ranch ein heißes Eisen bearbeitete. Es war eine große Ranch, in deren Corrals wohl hundertfünfzig Pferde standen. Die Mannschaftsunterkunft bot an die fünfzig Reitern Platz. Das Ranchhaus war stöckig, das Vorbaudach diente zugleich als Balkon, eine Außentreppe führte an der Giebelseite des Hauses in den Hof. Einige Ranchhelfer hielten in der Arbeit inne, als Matt Donovan den Hof überquerte und vor dem Haupthaus anhielt. Einer der Helfer rief: »Wenn du mit dem Vormann sprechen willst, musst du ins Ranch Office gehen. Das befindet sich dort drin.« Der Mann deutete auf einen flachen Bau, der ein wenig abseits errichtet war. Da trat auch schon ein hochgewachsener Mann aus der Tür dieses Gebäudes. Er war mit einer schwarzen Hose und einem hellgrünen Hemd bekleidet, seine Weste war braun.

Matt Donovan saß ab und wandte sich dem großen Mann zu. »Mein Name ist Matt Donovan. Ich komme aus der Gegend von Lincoln.«

»Aaah, New Mexico. Nicht gerade der nächste Weg. Ich bin Stan Douglas. Was führt Sie auf die Circle-M?«

»Ich folge den Mördern meiner Familie und Entführern meiner Frau«, antwortete Donovan. »Anführer der Bande ist Bob Madlock. Ich schließe nicht aus, dass die Bande hierher geritten ist, um einen Job anzutreten.«

Das Gesicht des Vormannes hatte sich verschlossen. »Sie suchen auf der Circle-M die Mörder Ihrer Familie?«

»Es gibt nur einen vagen Hinweis, dass sich die Bande hierher gewandt hat. Die Spur habe ich verloren. Sagen Sie es mir, Mr. Douglas: Sind in den vergangenen vierundzwanzig Stunden etwa ein halbes Dutzend Reiter in den Sattel der Circle-M gestiegen. Einer der Kerle schielt.«

»Ich beschäftige keine Mörder!«, stieß Douglas mit schneidender Stimme hervor. »Der Name Bob Madlock sagt mir nichts.«

Donovan holte den Steckbrief aus der Tasche und ging damit zu dem Vormann hin, reichte ihm den zusammengefalteten Bogen und Douglas nahm ihn, faltete ihn auseinander und starrte auf das Bild. In seinem Gesicht zuckte kein Muskel. Schließlich schüttelte er den Kopf und gab Donovan den Steckbrief zurück. »Ich kenne den Mann nicht.«

»Nichts für ungut«, murmelte Matt Donovan, faltete den Steckbrief wieder zusammen und steckte ihn ein, schwang herum und ging zu seinem Pferd. Er verspürte Enttäuschung, denn er musste sich eingestehen, dass er die Spur wohl verloren hatte. Müde stieg er in den Sattel und zog das Pferd um die linke Hand. »Hüh!« Er gab dem Tier den Kopf frei und es setzte sich in Bewegung. Im Schritttempo ritt er vom Ranchhof.

»Geht wieder an die Arbeit, Männer!«, rief Stan Douglas, dann ging er in den Stall. »Sattle mir ein Pferd, Monty«, sagte der Vormann zu dem Burschen, der mit einem Rechen Stroh und Pferdemist aus einer Box zog. Auf dem Gang stand eine halb mit Mist gefüllte Schubkarre. An der Boxwand lehnte eine Forke.

Eine Viertelstunde später ritt Stan Douglas von der Ranch. Er hatte sich einen Revolvergurt umgelegt, im Holster an seiner linken Seite steckte ein schwerer, langläufiger Coltrevolver.

Er folgte dem Fluss etwa drei Meilen, dann lag vor ihm eine alte Hütte. In einem Corral standen sechs Pferde. Die Sättel lagen vor dem Corral im Gras. Auf einer Bank neben der Hüttentür saßen zwei Kerle und rauchten. Ein dritter trat in die Tür und beschattete seine Augen mit der flachen Hand.

Zwei Pferdelängen vor der Hütte parierte Douglas sein Pferd. Er legte beide Hände auf das Sattelhorn. Das Tier peitschte mit dem Schweif und spielte mit den Ohren.

Der Bursche, der in der Hüttentür gestanden hatte, kam ins Freie und hakte seine Daumen in den Revolvergurt. Drei weitere Kerle drängten aus der Hütte. Es waren heruntergekommene Gestalten mit tagealten Bartstoppeln auf Kinn und Wangen. Ein unstetes Leben hatte unübersehbare Spuren in den Gesichtern hinterlassen. In den Augen glitzerten Misstrauen und Verschlagenheit.

Einer von ihnen war ein Halbblut. Lange, schwarze Haare hingen ihm über die Ohren und bis auf die Schultern. Sein Gesicht war pockennarbig. Ein brutaler Zug saß in seinen Mundwinkeln.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Marshal Logan und die unerbittliche Jagd (U.S.Marshal Bill Logan, Band 95)" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen