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Marshal Logan und der Verräter von Canadian (U.S. Marshal Bill Logan - Neue Abenteuer 4)

Pete Hackett

Marshal Logan und der Verräter von Canadian (U.S. Marshal Bill Logan - Neue Abenteuer 4)

Cassiopeiapress Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

U.S. Marshal Bill Logan – Neue Abenteuer

Band 4

Marshal Logan und der Verräter von Canadian

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

County Sheriff James Shelton hatte die vier Postkutschenräuber gestellt und kaltblütig zusammengeknallt. Die erbeuteten fünfundzwanzigtausend Dollar wollte er sich unter den Nagel reißen. Doch sein Plan, mit der schönen Frau des Bankiers zu fliehen und irgendwo ein neues Leben zu beginnen, ging nicht auf. Er war an mir gescheitert.

Mein Name ist Bill Logan und ich arbeite als U.S. Deputy Marshal beim District Court for the Northern District of Texas. Ich denke aber, ich muss mich nicht groß vorstellen.

Shelton saß im Gefängnis des Bezirksgerichts in Amarillo. Doch mein Job war noch nicht beendet. Es galt noch aufzuklären, wer den Geldtransport nach Canadian an die vier Banditen verpfiffen hatte, die mit einer Brutalität sondergleichen den Coup verübten. Der Kutscher und dessen Begleitmann wurden eiskalt erschossen.

Ich hatte mit Richter Jerome F. Humphrey darüber gesprochen, und ich ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass für mich nur zwei Männer in Frage kamen, und zwar Charly Wingard, der Bankier in Canadian, und Lane Rodgers, der Bankclerk. Die beiden und der Sheriff wussten von dem Transport. Und die Verantwortlichen in Amarillo natürlich. Aber der Direktor der Bank of Texas und sein erster Kassier waren über jeden Zweifel erhaben, ebenso der Leiter der Wells Fargo-Niederlassung, der nichts dagegen einzuwenden gehabt hatte, dass das Geld mit der Postkutsche befördert wurde.

Der Richter und ich waren uns einig: Derjenige, der den Transport verraten hatte, musste zur Rechenschaft gezogen werden. Also machte ich mich noch einmal auf den Weg nach Canadian …

Der Satan griff nach dem Würfelbecher …

 

*

 

Es war gegen Abend, als ich Canadian erreichte. Ich hatte die alte Poststraße benutzt, die von Amarillo herauf über Pampa führte und ab Pampa dem Red Deer Creek folgte. Die Sonne war hinter dem hügeligen Horizont im Westen versunken, ihr Widerschein färbte den Himmel rot, rötlicher Schein lag auf dem Land, einige Wolkenbänke vor dem purpurnen Hintergrund schienen zu glühen.

Canadian vermittelte Ruhe und Frieden. Aus einigen Schornsteinen stieg Rauch. Die Frauen bereiteten das Abendmahl für ihre Familien. In den Werkstätten ruhte die Arbeit. Die wenigen Geschäfte schlossen. Auf der Fahrbahn und den Gehsteigen war kaum jemand zu sehen.

Der Mietstall hatte noch geöffnet. Im Stall war es düster, der Geruch von Heu, Stroh und Pferdeausdünstung stieg mir in die Nase. In den Ecken spannten sich verstaubte Spinnennetze. Pferde schnaubten und prusteten. Durch einige Ritzen in den Stallwänden fiel in schräger Bahn das letzte Tageslicht und malte rötliche Muster auf den festgestampften Boden. Winzige Staubpartikel tanzten in den Lichtbahnen.

„Hallo, Marshal!“ Jorge Garrett, der Stallmann trat aus einer Box. Er hielt einen Striegel in der rechten Hand.

„Guten Tag, Jorge“, sagte ich. „Alles in Ordnung?“

„In Canadian ist wieder Ruhe eingekehrt“, antwortete er nickend. „Sie haben ganz schön für Furore gesorgt hier.“

„Die Sache ist noch nicht erledigt“, gab ich zu verstehen und reichte dem Stallmann die Zügel. Dieser schaute mich fragend an, es war, als versuchte er in meinem Gesicht zu lesen und Antwort auf die Frage zu erhalten, die ihn beschäftigte. „James Shelton war nicht der Mann, der den Banditen den Tipp gegeben hat, dass mit der Stagecoach fünfundzwanzigtausend Dollar unterwegs waren. Er hat lediglich versucht, das Geld zu unterschlagen, nachdem er die Banditen stellte und tötete.“

„Ist das definitiv?“, fragte Jorge Garrett.

Ich nickte. „Bei Shelton trifft das Sprichwort zu: Gelegenheit macht Diebe. Der Verräter jedoch war ein anderer. Um ihn zu entlarven bin ich noch einmal nach Canadian gekommen.“

„Vor einigen Tagen hat Jane Wingard die Stadt verlassen. Charly Wingard hat sie vor die Tür gesetzt, nachdem ihr Verhältnis mit dem Sheriff publik geworden ist. Sie hat ihm prophezeit, dass er dafür bezahlen werde.“

„Sie hat ihm gedroht?“

„Ja. Das ist unverschämt, nicht wahr? Statt ihren Fehler einzusehen und zu bereuen hat sie die Offensive ergriffen. Sie meinte, Charly Wingard werde es noch bitter bereuen, dass er sie wie einen räudigen Köter zum Teufel jage.“

„Ehe ich vorgestern losgeritten bin, habe ich mich noch einmal mit James Shelton unterhalten“, berichtete ich. „Er war der Mann, der die schriftliche Drohung in meinem Hotelzimmer hinterlegte, und er hat bei der verlassenen Weidehütte mein Pferd erschossen. Wer immer es auch war, der den Banditen von dem Geldtransport erzählte – er hält sich absolut im Hintergrund.“

„Es ist ein offenes Geheimnis, dass nur drei Leute infrage kommen“, murmelte der Stallmann. „Nachdem James Shelton ausscheidet, werden Sie Ihre Ermittlungen sicher auf Charly Wingard und Lane Rodgers konzentrieren.“

„Ja, mit den beiden werde ich mich wohl noch einmal eingehend unterhalten“, versicherte ich, dann schnallte ich meine Satteltaschen los, warf sie mir über die Schulter, zog die Winchester aus dem Scabbard und verließ den Stall.

 

*

 

Am folgenden Morgen ging ich in die Bank. Lane Rodgers saß hinter dem Schalter. Er starrte mich an wie eine außerirdische Erscheinung, stieß scharf die Luft durch die Nase aus und schnappte geradezu entsetzt: „Sie!“

Warum ihn mein Erscheinen in der Bank derart aus der Fassung brachte, war mir nicht klar. „Habe ich Sie erschreckt?“ Ich ließ ihn nicht aus den Augen. Nervös fuhr er sich mit der Zungenspitze über die Lippen, sein Blick irrte ab, er murmelte:

„Ich – ich dachte, die Sache sei erledigt, nachdem Sie den County Sheriff festgenommen haben, Marshal. In der Bank herrscht dicke Luft. Seit bekannt wurde, dass Jane Wingard ihren Mann betrogen hat, ist mein Boss wie ein wandelndes Pulverfass. Beim geringsten Anlass explodiert er regelrecht.“ Der Clerk begann unruhig seine Hände zu kneten, Rastlosigkeit drückte sich auch in jedem Zug seines weichen Gesichts aus. „Mister Wingard verdächtigt mich, nicht dicht gehalten zu haben. Aber ich – ich …“

Rodgers brach ab und verschluckte sich fast, denn die Tür zum Büro des Bankiers flog krachend auf, Charly Wingard stürmte in die Schalterhalle, über seine Lippen brach es: „Ich habe noch einmal über alles nachgedacht, Rodgers!

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