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Marshal Logan und der Menschenjäger (U.S.Marshal Bill Logan, Band 103)

Pete Hackett

Marshal Logan und der Menschenjäger (U.S.Marshal Bill Logan, Band 103)





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Marshal Logan und die Menschenjäger

U.S. Marshal Bill Logan

Band 103

Marshal Logan und der Menschenjäger

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

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www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

Die acht Reiter jagten durch die Main Street von Hartley. Sie stießen schrille Schreie aus und feuerten in die Luft. Die Stadt war voll von dem Lärm, den sie veranstalteten. Die wirbelnden Hufe der Pferde rissen Staubwolken in die klare Abendluft. Das Hufgetrappel vermischte sich mit dem Geschrei und dem Krachen der Schüsse.

Es war Samstag und die Reiter der Bar-H Ranch stürmten wieder einmal die Stadt. Es war jede Woche dasselbe. In Rudeln brachen die Reiter der großen Ranch in die Stadt ein wie Wölfe in einen Schafspferch. Die Kugeln, die sie verschossen, durchschlugen die dünnen Holzwände der Häuser. Die Herzen der Stadtbewohner erbebten. Sie hatten dem Terror durch die wilden Kerle nicht entgegenzusetzen.

 

Der Reiter war verstaubt und stoppelbärtig. Er trug einen braunen Staubmantel, auf seinem Kopf saß ein flachkroniger, schwarzer Stetson mit breiter Krempe. Nach vorne gekrümmt saß der Mann im Sattel. Müde zog das Pferd die Hufe durch den knöcheltiefen Staub auf der Main Street.

Wüster Lärm trieb aus dem Saloon auf die Straße. Johlen, Grölen, Lachen und Geschrei vermischten sich zu einer verworrenen Geräuschkulisse, die zwischen die Häuser und in die Gassen sickerte und den ansonsten friedlichen Ort in einen summenden Hexenkessel verwandelte. Lasterhaftigkeit und Sünde waren wie jeden Sonnabend zum Leben erwacht.

Aus einigen Fenstern fiel Licht. Irgendwo hinter den Häusern bellte ein Hund. Am Haltebalken vor dem Saloon standen in einer Reihe die Pferde der Bar-H-Reiter. Die Tiere ließen die Köpfe hängen und peitschten mit den Schweifen.

Der Reiter lenkte sein Pferd zum Saloon und saß ab. Licht fiel in sein hohlwangiges Gesicht und ließ die Augen glitzern. Unter dem Stetson hervor fielen sandfarbene Haare auf seine Schultern. Er stellte sein Pferd in die Reihe der anderen Tiere, zog seine Winchester aus dem Scabbard und ging in den Saloon. Knarrend schlugen die Türpendel hinter ihm aus.

Sämtliche Tische waren besetzt. An der Bar drängten sich die Männer. Die Luft war rauchgeschwängert. Betrunkene torkelten zwischen den Tischreihen herum.

Sporenklirrend ging der Fremde zum Tresen. Er fand einen Platz. Wenn er sich bewegte, rieselte Staub von seinen Schultern. Er lehnte das Gewehr gegen den Schanktisch. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich ihm der Keeper zuwandte. »Was darf es denn sein?«

»Ein Bier.«

Der Mann bekam es. Er nahm es in die linke Hand und drehte sich zum. Sein suchender Blick glitt über die Gesichter der Männer an den Tischen. Am Rücken eines Mannes saugte er sich fest. In den Augen des Fremden blitzte es auf. Er trank einen Schluck von dem Bier, dann stellte er mit einem harten Ruck den Krug auf den Tresen, nahm sein Gewehr und setzte sich in Bewegung.

Der Mann, dem sein Interesse galt, war dunkelhaarig. Die Linien und Furchen in seinem Gesicht deuteten auf einen unsteten Lebenswandel hin. Auch er war stoppelbärtig. Er mochte um die vierzig sein.

Der Fremde blieb hinter ihm stehen. Einige andere Männer am Tisch wurden auf ihn aufmerksam, die Unterhaltungen erstarben. Der Dunkelhaarige setzte sich gerade. Er fühlte, dass etwas nicht stimmte, und seine Rechte tastete sich zum Revolver. Ein lauernder Ausdruck war in seine Augen getreten.

»Milton Bradley!«, stieß der Fremde mit schneidender Stimme hervor.

Es wurde still im Saloon. Die Atmosphäre war plötzlich mit Spannung geladen und schien zu knistern wie vor einem schweren Gewitter. Ein Hauch von Gefahr machte sich im Schankraum breit. Plötzlich scharrten Stuhlbeine. Schritte erklangen. Die Gäste flohen aus der Schussbahn.

Und dann kehrte wieder Stille ein. Die Menschen im Raum schienen die Luft anzuhalten.

Der Dunkelhaarige ließ die verbrauchte Luft aus seinen Lungen. Fast schwerfällig stemmte er sich am Tisch in die Höhe. Dann reckte er die Schultern und drehte sich langsam um. Der Fremde mit den sandfarbenen Haaren stand einen Schritt vor ihm.

»Was willst du?«, fragte Bradley. Seine Brauen hatten sich zusammengeschoben und über seiner Nasenwurzel hatten sich zwei senkrechte Falten gebildet. In seinen Augen war ein unruhiges Flackern wahrzunehmen.

Der Fremde griff mit der Linken in die Innentasche seiner Weste und zog einen zusammengefalteten Bogen Papier hervor. Er hielt ihn Bradley hin. »Dein Steckbrief, Bradley. Tausend Dollar, tot oder lebendig. Du kannst nun wählen …«

Bradley griff zum Revolver.

Aber der Fremde war schneller. Er schlug mit dem Gewehr zu. Bradley bekam den Lauf schräg über das Gesicht und brüllte auf, wankte zurück und seine Rechte umklammerte den Griff des Revolvers. Blut sickerte aus einer Platzwunde an seinem Jochbein.

Der Fremde schlug noch einmal zu. Und jetzt brach Bradley auf das linke Knie nieder. Er bekam den Sechsschüsser aus dem Holster und schwang ihn hoch. Zum Schuss jedoch kam er nicht. Der dritte Schlag des Fremden fällte Bradley.

Der Fremde nahm ihm den Revolver weg, schob das Eisen hinter seinen Hosenbund und fesselte Bradleys Hände mit Handschellen. Dann nahm er einen Bierkrug vom Tisch und goss den Inhalt über Bradleys Gesicht aus. Die Lider des steckbrieflich gesuchten Banditen zuckten, schließlich öffnete er die Augen. Der Fremde packte ihn am Kragen und zerrte ihn auf die Beine. »Vorwärts, Bradley, du wirst die Nacht im Mietstall verbringen. Und morgen bringe ich dich nach Amarillo.«

Bradley knirschte mit den Zähnen.

 

*

 

Der Fremde kettete den Banditen an das Rad eines Wagens im Hof des Mietstalles. »Du wirst es nicht sehr bequem haben heute Nacht, Bradley«, sagte er. »Aber das hast du dir selber zuzuschreiben.«

»Wer bist du?«

»Mein Name ist Hondo Starbuck.«

»Du bist ein verdammter Kopfgeldjäger.«

»Ich vertrete auf meine Art das Gesetz«, versetzte Starbuck kalt. »Die Steckbriefe legitimieren mich.«

»Geh zur Hölle.«

»Dort wirst du vor mir ankommen, Bradley, und zwar mit einem Strick um den Hals.«

Starbuck ließ den Banditen allein. Der Kopfgeldjäger ging in den Saloon zurück. Scheue Blicke trafen ihn. Einer der Cowboys von der Bar-H rief: »He, Fremder, ich sehe keinen Stern an deiner Brust.«

»Den brauche ich nicht«, antwortete Starbuck.

»Dann trägst du also gar keinen Stern.«

Starbuck gab keine Antwort.

»Du bist ein Menschenjäger!«

Starbuck trank von seinem Bier.

Jemand sagte laut: »Lass den Mann in Ruhe, Flint. Jeder muss selber wissen, auf welche Art und Weise er sein Geld verdient. In unserem Land steht das Gesetz auf schwachen Beinen …«

Der angetrunkene Cowboy aber war uneinsichtig. »Einer, der für Geld Menschen jagt und erschießt, ist nicht viel besser als jene Kerle, hinter denen er her ist. He, Mister, wie viele Männer hast du schon umgelegt, um die Fangprämie für sie zu kassieren?«

»Halt jetzt endlich den Mund, Flint!«, rief wieder der andere Mann.

»Ich rede, wenn es mir passt, Curly. Hast du was dagegen? Dann komm her, damit ich dir das Maul stopfe.«

Starbuck stellte seinen Bierkrug ab und setzte sich in Bewegung. Langsam, mit wiegenden Schritten ging er zu dem Tisch, an dem Flint saß. Der Cowboys erhob sich langsam. Er war noch jung, seine Augen waren vom genossenen Alkohol gerötet. Starbuck hielt an. »Was willst du von mir, Junge?«

»Du bist ein großmäuliger Revolverheld«, knurrte Flint. Ihm entging das gefährliche Flirren in Starbucks Augen. »Deine Sorte ist die Luft nicht wert, die sie atmet. Ich rate dir, zu verschwinden. Wir halten nichts von Männern, die für Geld töten.«

Curly erhob wieder das Wort. Er saß am Nebentisch. »Nehmen Sie's ihm nicht krumm, Mister. Er ist betrunken. Immer, wenn er zu viel getrunken hat …«

Flint war herumgewirbelt. »Halt die Schnauze, Curly!«, fauchte er. »Du musst dich nicht für mich entschuldigen. Halt endlich das Maul. Oder ich wische mit dir den Fußboden auf.«

Im Saloon war es still geworden.

»Er meint es nur gut mit dir, Junge«, murmelte Starbuck. »Setz dich und sei friedlich. Bradley ist ein Mörder. Auf seinem Steckbrief steht tot oder lebendig. Im Allgemeinen liefere ich die Kerle lebend ab. Es ist ein Job wie jeder andere. Nimm es als gegeben hin und lass mich in Ruhe.«

Starbuck wollte sich abwenden.

Flint packte ihn an der Schulter und riss ihn herum. Seine Rechte stieß auf Starbucks Gesicht zu. Blitzschnell ging der Kopfgeldjäger in die Hocke. Die Faust zischte über seinen Kopf hinweg. Flint wurde von seinem Schlag nach vorn gerissen. Aus seiner kauernden Haltung donnerte ihm Starbuck die Faust in den Magen. Flint krümmte sich, Starbuck richtete sich auf. Er schlug Flint von der Seite die Faust gegen den Kopf und der Cowboy brach auf das linke Knie nieder. Ein Ächzen entrang sich ihm, sein Kopf wackelte vor Benommenheit.

Starbuck war zurückgetreten. »Ich denke, das reicht. Nimm Vernunft an, Junge.« Erneut wollte er sich abwenden. Da griff Flint nach dem Revolver. Starbuck nahm es aus den Augenwinkeln wahr und zog. Es war eine fließende Bewegung von Hand, Arm und Schulter, der die Anwesenden mit den Augen kaum zu folgen vermochten. Flint hatte seinen Sechsschüsser erst halb aus dem Holster, als er in Starbucks Mündung blickte. »Wenn ich der wäre, für den du mich hältst, Junge, dann wärst du jetzt tot.«

Flint ließ das Eisen fahren. Es rutschte ins Holster zurück. Zwei seiner Gefährten traten hinzu und halfen ihm, sich aufzurichten. Seine Kiefer mahlten. Sie führten ihn hinaus. Starbuck ging zurück zum Tresen. Es dauerte nicht lange, dann trat ein Mann mittleren Alters zu ihm und sagte: »Mein Name ist Wilson. Ich bin Bürgermeister von Hartley. Kann ich Sie sprechen?«

»Wollen Sie mir Ihre Stadt verbieten?«, fragte Starbuck grollend.

»Nein. Ich möchte Ihnen ein Angebot machen.«

Fragend musterte Starbuck den Town Mayor.

»Die Stadt sucht einen Gesetzeshüter«, sagte Wilson. »Einen Mann, der es versteht, sich durchzusetzen.«

Starbuck zog die Unterlippe zwischen die Zähne und nagte daran. »Sie haben den Job eines Town Marshal zu besetzen?«

»Ja.« Die Stimme des Town Mayors sank herab. »An den Wochenenden verwandelt sich Hartley in eine wilde Town. Die Bürger müssen um ihr Leben fürchten. Wir brauchen einen Mann, der diesen untragbaren Zustand beendet.«

»Und Sie denken, ich wäre der richtige Mann für diesen Job.«

»Ja. Wir zahlen hundert Dollar im Monat, dazu haben Sie drei Mahlzeiten am Tag frei und freie Unterkunft.«

»Ich werde über das Angebot nachdenken. Sie erhalten von mir in einer Woche Bescheid, Bürgermeister. Erst muss ich Bradley in Amarillo abliefern. Ist das in Ordnung?«

»Ich hoffe, Sie entscheiden sich für Hartley, Mister – äh …«

»Starbuck – Hondo Starbuck.«

 

*

 

Joe Hawk und ich kamen nach Hartley. Wir ritten auf der Fährte zweier Banditen, die in Tascosa erkannt worden waren und die wahrscheinlich hinauf wollten nach Dalhart, das sich in eine wilde Stadt an der Eisenbahnlinie entwickelt hatte. Ihre Namen waren Lester Cassidy und Lorne Weston. Zwei üble Figuren, die eine blutige Fährte durch Texas gezogen hatten und denen wir das Handwerk legen sollten.

Es war die Zeit des Sonnenuntergangs. Im Westen glühte der Himmel rot. Wolkenbänke hatten sich vor diese Kulisse geschoben. Von Osten her näherte sich grau die Abenddämmerung. Wir beschlossen, die Nacht in der Stadt zu verbringen.

Im Wagen- und Abstellhof des Mietstalles stiegen wir von den Pferden. Der Stallmann zeigte sich unter dem Tor. Er kannte uns. Wir nahmen die Pferde an den Zaumzeugen und führten sie zu ihm hin. »Hallo, Logan, hallo, Hawk«, sagte der Stallbursche. »Mal wieder auf Banditenjagd, wie?«

Er übernahm die Pferde. Wir folgten ihm in den Stall. Der Geruch von Heu, Stroh und Pferdeausdünstung empfing uns. Wir schnallten die Satteltaschen los und nahmen unsere Gewehre.

»Ja«, sagte ich und holte die beiden Steckbriefe aus der Innentasche meiner Jacke, faltete sie auseinander und hielt sie dem Stallmann hin. »Sind diese beiden Kerle in Hartley aufgetaucht?«

Der Stallbursche schaute sich die Bilder an und las die Beschreibungen, dann schüttelte er den Kopf und sagte: »Seit wir einen Town Marshal haben, machen die Banditen einen weiten Bogen um die Stadt.«

Er gab mir die Steckbriefe zurück, ich faltete sie zusammen und steckte sie wieder ein. »In Hartley gibt es einen Town Marshal?«, fragte ich überrascht.

»Ja. Ein harter Brocken. Sein Name ist Hondo Starbuck. Er trägt seit drei Wochen den Stern in Hartley. Kam als Kopfgeldjäger in die Stadt und hat hier Milton Bradley gestellt. Starbuck hat in den drei Wochen mit eisernem Besen gekehrt. Einige Kerle der Bar-H, die hier jeden Samstag den Teufel aus dem Sack lassen, hat er ganz schön zurechtgestutzt.«

»Das ist ja interessant«, knurrte Joe. »Ich glaube, ich habe schon von Starbuck gehört.«

»In der Stadt haben sich zwei Lager gebildet«, fuhr der Stallmann fort. »Die eine Partei steht hinter Starbuck. Die andere will keinen Revolvermarshal. Sogar im Bürgerrat ist man unterschiedlicher Meinung, nachdem Starbuck zweimal zum Revolver gegriffen hat und zwei Cowboys verletzte.«

»Aber zunächst muss man sich um Bürgerrat doch einig gewesen sein«, wandte ich ein. »Andernfalls wäre es wohl kaum zu einer Anstellung gekommen.«

»Ja«, sagte der Stallbursche nickend, »zunächst war man sich einer Meinung. Aber die Stimmung ist umgeschlagen. Allerdings ist die Mehrheit im Bürgerrat dafür, dass Starbuck weiterhin das Gesetz in der Stadt vertritt. Darum ist er auch noch im Amt. Diejenigen, die gegen Starbuck sind, haben einen Boten nach Amarillo zum Sheriff geschickt. Sie wollen, dass er einen Burschen namens John Calhoun zum Deputy Sheriff in Hartley ernennt. Und dann wollten sie dafür sorgen, dass Starbuck den Stern zurückgeben muss.«

»Was ist dieser Calhoun für ein Mann?«

»Er war mal Cowboy auf der Bar-H. Jetzt lebt er in der Stadt und handelt mit Pferden. Er ist knapp dreißig und ein aufrechter Bursche. Ob er jedoch der Mann ist, der die wilden Jungs von der Bar-H bändigen kann, lasse ich mal dahingestellt.«

Wir gingen zum Hotel und mieteten uns Zimmer, dann suchten wir das Marshal's Office auf. Man hatte ein leerstehendes Haus umfunktioniert. Ein nagelneues Schild über der Tür wies uns den Weg. Die Dunkelheit hatte zugenommen und aus dem einen oder anderen Fenster fiel bereits Licht. Die Stadt mutete ruhig und friedlich an. Die Kinder waren von der Straße verschwunden. Die Menschen saßen beim Abendessen. Die Main Street war wie ausgestorben. Ein lauer Wind kam von Süden.

Wir trafen Starbuck im Office an. Das Licht einer Laterne, die über dem Schreibtisch von der Decke hing, fiel in sein Gesicht. Es war ein ausdrucksstarkes, schmales Gesicht mit einem breiten Kinn, das Willenskraft und Durchsetzungsvermögen verriet. Graue Augen musterten uns.

Ich übernahm es, uns vorzustellen. Starbuck forderte uns auf, Platz zu nehmen. Wir setzten uns auf die beiden Stühle, die vor dem Schreibtisch standen.

»Was führt Sie nach Hartley?«, fragte Starbuck.

»Wir reiten auf der Spur von zwei Banditen«, erwiderte ich. »Ihre Namen sind Cassidy und Weston. Vom Stallmann wissen wir, dass die beiden nicht nach Hartley gekommen sind. Wir hoffen, sie in Dalhart zu stellen.«

»Viel Glück.«

»Danke. Im Mietstall haben wir erfahren, dass Sie nicht unumstritten sind in der Stadt.«

Starbuck lachte auf. Es war ein galliger Laut. Dann stieß er hervor: »Ich musste zweimal zum Revolver greifen. Einige Gentlemen wollten einfach nicht begreifen, dass in Hartley ein anderer Wind weht. Es ist Blut geflossen. Sofort hatte ich den Ruf weg, ein Revolvermarshal zu sein. Meine Vergangenheit hat dazu beigetragen. Ich arbeitete als Kopfgeldjäger.« Starbuck zuckte mit den Schultern. »Mal sehen, wer sich durchsetzt. Bis jetzt habe ich den Town Mayor und die Mehrzahl der Bürgerräte auf meiner Seite. Aber die Stimmung kann schnell umschlagen.«

Wir unterhielten uns noch kurze Zeit, dann verabschiedeten wir uns. Nachdem wir im Saloon gegessen hatten, begaben wir uns ins Hotel, um zu schlafen. Wir wollten am folgenden Tag vor Tagesanbruch aufbrechen.

Als wir weiterritten, schlief die Stadt noch. Dumpf pochten die Hufe. Die Gebissketten klirrten, das Sattelleder knarrte. Im Osten verfärbte sich der Himmel über den Hügeln gelb. Die Natur erwachte zum Leben.

D

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