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Marshal Logan und der Henker von Tascosa (U.S. Marshal Bill Logan - Neue Abenteuer 5)

Pete Hackett

Marshal Logan und der Henker von Tascosa (U.S. Marshal Bill Logan - Neue Abenteuer 5)

Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

U.S. Marshal Bill Logan – Neue Abenteuer

Band 5

Marshal Logan und der Henker von Tascosa

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

Richter Humphrey ließ mir durch seinen Sekretär bestellen, dass ich unverzüglich in sein Büro kommen sollte. Ich war in der Nacht zuvor von einem Einsatz an der Grenze zum Indianer-Territorium zurückgekehrt, hinter mir lagen tausend Strapazen und Gefahren, und ich fühlte mich wie gerädert.

Eine Viertelstunde später saß ich dem Richter gegenüber. Er war oberster Richter des ‚District Court of the Northern District of Texas’, seine Urteile waren unanfechtbar, er war das personifizierte Recht im Panhandle von Texas.

„Mir ist gestern ein Brief des Deputy Sheriffs von Tascosa auf den Tisch geflattert, Marshal“, sagte der Richter, nachdem ich ihm mit knappen Worten von meinem letzten Einsatz berichtet hatte. „Es hat dort oben einen Lynchmord gegeben. Jemand hat in der Nacht den Besitzer des Mietstalls aus seinem Haus geholt und an einem Baum am Stadtrand aufgeknüpft.“

„Jemand …“, echote ich. „Weiß man denn nicht, wer den Mann hängte?“

Der Richter schüttelte den Kopf. „Nein. Sicher ist nur, dass es kein Selbstmord war. Man hat dem Gehängten die Hände auf den Rücken gefesselt. An seiner Hemdbrust war ein Zettel befestigt, auf dem stand, dass die Hinrichtung Baxters – das ist der Name des Mietstallinhabers -, erst der Anfang sei.“

„Ein Grund war nicht angegeben?“

„Lesen Sie selbst, Marshal.“

Der Richter hielt mir den Brief aus Tascosa hin, ich nahm ihn und heftete meinen Blick darauf. Nachdem ich ihn gelesen hatte, schaute ich den Richter an und sagte: „Es ist sehr wenig, was der Deputy in seinem Brief mitteilt. Daher vermute ich, Sir, dass ich der Sache auf den Grund gehen soll. Nun, wenn ich gleich losreite, kann ich am Abend in Tascosa sein.“

„Ja, Marshal, kümmern Sie sich drum. Ein Lynchmord ist zwar kein Vergehen nach Bundesgesetz, aber der Gesetzeshüter dort oben scheint mir absolut überfordert zu sein, und daher habe ich mich entschlossen, einen Deputy Marshal nach Tascosa zu schicken. Meine Wahl ist auf Sie gefallen, Logan.“

„Ich reite noch in dieser Stunde los“, versicherte ich, dann verabschiedete ich mich von Jerome F. Humphrey, und eine halbe Stunde später saß ich im Sattel. Ich ritt einen Grullahengst. Ein gutes Tier, das über Schnelligkeit und Ausdauer verfügte.

Es gab eine staubige Poststraße von Amarillo nach Tascosa. In dem Gebiet östlich des Alamocito Creeks bis weit ins Potter County hinein besaß die Hackknife Ranch riesige Weidegebiete. Die Hackknife gehörte zur Panhandle Cattle Company. Mit den Ranches der PCC hatte ich schon eine Menge Ärger. Dies jedoch nur am Rande …

Es war ein regnerischer Tag im Mai. Graue Wolken, die den Himmel von einem Horizont bis zum anderen bedeckten, wurden von einem frischen Wind nach Osten getrieben. Es war kühl. Der Staub der Straße war vom letzten Regen noch feucht. Hin und wieder begegneten mir Reiter oder Fuhrwerke, gegen Mittag die Postkutsche, die in Richtung Amarillo unterwegs war. Der Kutscher stemmte sich gegen die Zügel und brachte das Gespann zum Stehen. Das Rumpeln und Poltern endete, ein Pferd wieherte hell, dann rief der Kutscher: „Hi, Marshal. Schätzungsweise sind Sie auf dem Weg nach Tascosa. Dort oben ist die Kacke ganz schön am Dampfen. In der vergangenen Nacht hat es den zweiten Lynchmord gegeben. Dieses Mal war es der Futtermittelhändler, der heute Morgen tot an dem Baum am Stadtrand hing. In Tascosa geht die Angst um. Die Menschen sind geradezu starr vor Furcht.“

Ich war betroffen. Aber derjenige, der den Mietstallbesitzer auf dem Gewissen hatte, kündigte ja weitere ‚Hinrichtungen’ an. „Hing auch an seiner Brust ein Zettel?“, fragte ich, nachdem ich die Mitteilung verarbeitet hatte.

Der bewaffnete Postkutschenbegleiter nickte und sagte: „Ja. Auf dem Blatt Papier standen lediglich zwei Worte: Nummer zwei. Der Deputy Sheriff ist davon überzeugt, dass das Morden weitergeht. Er hat eine Bürgerwehr aufgestellt. Jetzt patrouillieren Bewaffnete durch Tascosa.“

„Es muss doch einen Grund für die beiden Morde geben“, knurrte ich.

Jetzt war es wieder der Kutscher, der antwortete: „Man hüllt sich in Tascosa in Schweigen. Die Leute, die ich nach einem möglichen Grund für die Lynchmorde befragt habe, zuckten lediglich mit den Schultern und beeilten sich weiterzukommen, als befürchteten sie weitere Fragen.“

„Seltsam, nicht wahr?“, fragte der Postkutschenbegleiter.

„Ja, das kann man wohl sagen“, erwiderte ich, dann setzte ich meinen Weg fort. Meine Gedanken arbeiteten. Es gab eine Reihe von Fragen, auf die ich in Tascosa die Antwort zu finden hoffte. Hinter den Morden steckte System. Wenn zwei rechtschaffene, integere Männer in einer Stadt in einer Nacht- und Nebelaktion aus ihren Häusern geholt und gehängt werden, hatte das einen Grund. Wenn ich ihn herausfand, würde ich dem Mörder ein gehöriges Stück näher sein.

 

*

 

Als ich in Tascosa ankam, nieselte es. Ich hatte mir den imprägnierten Regenumhang übergezogen. Von meinem Stetson tropfte das Wasser. Auch meine Hosenbeine waren nass und mich fröstelte es. Die Hauptstraße der Stadt am Canadian River war morastig, von den Vorbau- und Hausdächern schoss das Regenwasser in kleinen Rinnsalen. Tascosa mutete an wie ausgestorben. Es war ein Wetter, bei dem die Bewohner in ihren Behausungen blieben, bei dem man nicht mal einen Hund vor die Tür jagte.

Alles wirkte irgendwie grau in grau. Unter den Vorbauten und an den Gehsteigen hatten sich Tumbleweeds verfangen. Hier und dort stieg Rauch aus einem Schornstein. Es begann bereits düster zu werden und aus dem einen oder anderen Fenster fiel schon Lichtschein. Irgendwo hinter den Häusern begann ein Hund zu bellen, ein zweiter stimmte ein, dann war das kreischende Weinen eines Kindes zu hören.

Die Stadt mutete trostlos und ärmlich an.

Ich ritt durch das Hoftor des Mietstalls, überquerte den schlammigen Hof und saß beim Stalltor ab. Im Stallinnern blakte eine Laterne. Heimelige Wärme und er Geruch von Pferdeausdünstung sowie von Heu und Stroh empfing mich. Pferde schnaubten und prusteten, ab und zu stampfte eines der Tiere mit dem Huf. Der Stallmann kam aus einer der Boxen, er trug einen Ledereimer. Er sah mich, blieb stehen, starrte zu mir her – und erkannte mich. „Ah, Marshal Logan. Kommen Sie wegen des Briefes, den der Deputy an das Bezirksgericht gesandt hat.

Chuck kannte mich. Schließlich war ich nicht zum ersten Mal in Tascosa.

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