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Marshal Logan in tödlicher Mission (U.S. Marshal Bill Logan, Band 104)

Pete Hackett

Marshal Logan in tödlicher Mission (U.S. Marshal Bill Logan, Band 104)

Cassiopeiapress Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Marshal Logan in tödlicher Mission

U.S. Marshal Bill Logan

Band 104

Marshal Logan in tödlicher Mission

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

 

 

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

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Es war eine finstere Nacht. Tiefziehende Wolken verdunkelten Mond und Sterne. Die Menschen auf der Milton-Ranch schliefen. Das Windrad beim Brunnen drehte sich langsam im lauen Nachtwind und knarrte leise.

Der Tod kam auf pochenden Hufen. Es waren über ein Dutzend Reiter. In ihren Herzen brannte der Hass, in ihren Gemütern das Feuer einer tödlichen Leidenschaft.

Vor dem Ufergebüsch verhielten sie. Die Pferde prusteten und stampften. Die Reiter hielten die Rohlederzügel straff. Plötzlich begann auf der Ranch ein Hund zu bellen. Die Kette, die ihn hielt, rasselte.

Ein scharfer Befehl ertönte. Und dann begannen die Hufe zu trappeln …

 

Der Hund gebärdete sich wie verrückt und zerrte an seiner Kette. Auf der Ranch flogen die Fensterläden auf. Schüsse peitschten, der Lärm steigerte sich zu einem höllischen Stakkato. Dicht wallte der Staub. Die Reiter stoben um das Ranchhaus herum. Einige von ihnen sprangen ab und drangen ins Haus ein. Es gab keine Gnade und kein Erbarmen. Die Bewohner der Ranch wurden niedergemacht und skalpiert. Bald schlugen Flammen aus dem Haus, aus Schuppen und Scheunen. Eine Kuh muhte, Ziegen meckerten. Die Wolkendecke riss auf und silbriges Licht ergoss sich auf die Erde. Der Tod war wieder einmal unersättlich gewesen in seiner Gier …

 

*

 

Amos Dexter stand unter der Tür des Ranchhauses. Soeben kletterte sein Sohn Jesse auf den Wagenbock. Matt saß schon oben. Die beiden Brüder unterschieden sich wie Tag und Nacht. Jesse war blond und blauäugig, Matt dunkel und indianerhaft. Es waren Stiefbrüder. Jesse stammte aus Amos' Ehe mit einer Weißen. Nachdem sie gestorben war, hatte Matt eine Comanchensquaw geheiratet. Ihr Name war Simeona. Sie war Matts Mutter.

»Ihr könnt bis Mittag zurück sein«, sagte Amos Dexter. »Am Nachmittag reiten wir in die Hügel und sammeln verirrte Longhorns ein. Und morgen beginnen wir mit dem Bränden der Mavericks. Wir werden in einem Monat mit einer Herde von fünfhundert Tieren nach Norden ziehen. Wenn die Jungtiere gebrändet sind, stellen wir die Herde zusammen. Uns steht also einiges bevor.«

»Die Ranch ist längst groß genug, um einen oder zwei Cowboys zu beschäftigen«, knurrte Jesse. »Wir kommen bald mit der Arbeit nicht mehr nach.«

Matt hielt die Zügel straff. Am Fenster stand seine Mutter und winkte ihm zu. Der Fünfundzwanzigjährige lächelte und winkte zurück. Jesse saß jetzt neben ihm. Jesse war zwei Jahre älter. Matt sagte: »Wir schaffen das schon, Jesse. Ein Cowboy kostet Geld – Geld, das Dad nicht hat.« Grinsend endete Matt: »Es dauert noch eine Weile, bis du hier den Sohn des Bosses spielen kannst.«

Jesse verzog das Gesicht.

»Noch etwas, Jesse«, rief Amos Dexter.

»Was ist, Dad?«

»Keinen Streit in der Stadt! Sollten Reiter der Triangle-S in Miami sein, dann geht ihnen aus dem Weg. Ich will keinen Streit mit Silas Smith.«

»Ich habe noch nie Streit angefangen, Dad«, verteidigte sich Jesse.

»Du bist ihm aber auch noch nie ausgewichen«, konterte sein Vater. »Also geht den Triangle-S-Leuten aus dem Weg, sollten welche in der Stadt sein.«

»Ist schon in Ordnung, Dad«, sagte Matt. Und grinsend fügte er hinzu: »Ich werde auf Jesse Obacht geben.«

Mit dem letzten Wort ließ Matt die Zügel auf den Rücken des Gespannpferdes klatschen. Das Tier zog an, die Räder des leichten Schlutter-Wagens begannen sich zu drehen.

Die Dexter-Ranch lag am Saint Clair Creek. Bis Miami waren es fünf Meilen. Die Stadt lag am Red Deer Creek. Das Fuhrwerk rumpelte und holperte. Sand knirschte unter den eisenumreiften Rädern, die Achsen quietschten in den Naben.

Matt Dexter blickte seinen Söhnen nach, bis sie über einer Bodenwelle aus seinem Blickfeld verschwanden. Dann ging er in die Küche. Simeona stand am Herd. Ihre langen, schwarzen Haare hingen offen auf ihren Rücken und über ihre Schultern. Ihr Gesicht war dunkel, ihre Augen waren fast schwarz. Gekleidet war die Indianerin wie eine Weiße.

Ihr Bruder war Häuptling der Comanchen, die in der Nähe von Fort Supply im Reservat lebten. Einige Male hatte sie ihn in den vergangenen Jahren zusammen mit Amos, ihrem Mann, besucht. Der letzte Besuch lag allerdings schon mehr als ein Jahr zurück. Es war ein weiter und beschwerlicher Weg.

»Vielleicht sollte ich wirklich einen oder zwei Cowboys einstellen«, murmelte Amos. »Kann es sein, dass ich zu viel von den Jungs verlange?«

»Sie sind gute Söhne, die sich deinen Anordnungen ohne Widerrede fügen«, sagte Simeona. Sie sprach akzentfreies Englisch. Ein Lächeln spielte um ihre Lippen.

»Ja«, murmelte Amos, »es sind gute Jungs. Beide. Bessere Söhne kann sich ein Mann gar nicht wünschen.«

Währenddessen fuhren Matt und Jesse auf dem Reit- und Fahrweg in Richtung Miami. Der Weg war von Wagenrädern zerfurcht und von Hufen aufgewühlt. Die beiden Burschen wurden auf dem Bock durch und durch geschüttelt. Um sie herum war Weideland. Hier und dort grasten kleine Longhornherden.

Nach über einer Stunde tauchte der Ort vor ihnen auf. Miami war eine noch junge Stadt. Zu beiden Seiten der breiten, staubigen Main Street reihten sich die Häuser mit ihren falschen Fassaden wie die Perlen an einer Schnur nebeneinander. Vor den Häusern hatten die Bewohner Gehsteige errichtet. Es gab eine kleine Kirche, einen Saloon und einen Mietstall.

Auf der Straße standen die Bürger in Gruppen zusammen. Die beiden Brüder wurden angestarrt. Die Blicke waren düster, fast feindselig. Irgendetwas ging von den Menschen aus, das die beiden berührte, und sie begannen Unbehagen zu verspüren. Sie wussten die Impulse nicht zu deuten, doch sie ahnten, dass etwas vorgefallen sein musste, das die Bürgerschaft aus ihrer Beschaulichkeit gerissen hatte. Vor dem Store hielten sie an und sprangen vom Bock. Sie gingen hinein. Die Türglocke bimmelte. Durch eine Tür trat der Storeinhaber. Sein Gesicht mutete an wie versteinert. Er heftete seinen Blick auf Matt Dexter und sagte mit schmalen Lippen: »In der vergangenen Nacht haben deine Brüder auf der Milton-Ranch zugeschlagen. Josh Milton und seine ganze Familie wurden umgebracht, die Ranch wurde niedergebrannt.«

»Ich verstehe nicht«, murmelte Matt Dexter.

»Habe ich mich so undeutlich ausgedrückt?«, blaffte der Storebesitzer. »Die Milton-Ranch wurde von Rothäuten überfallen. Alle Bewohner wurden massakriert. Es waren deine Brüder und Vettern, Matt. O verdammt! Was haben diese Leute ihnen getan?«

Die beiden Brüder zeigten Betroffenheit. Matt schluckte würgend. Jesse kratzte sich am Hals. »Großer Gott!«, entrang es sich ihm. »Haben sie auch Mildred …«

»Alle! Männer, Frauen und Kinder.« Wieder schaute der Storebesitzer Matt an. »Die Bürgerwehr ist den dreckigen Schuften gefolgt. Auch eine Mannschaft von der Triangle-S versucht, die Mörderbande zu stellen. Ich – ich kann deine indianische Visage nicht mehr sehen, Matt Dexter. Verschwinde aus meinem Laden. Ich glaube, es wäre besser für dich, wenn du dich so schnell nicht wieder in der Stadt blicken ließest.«

»Aber …«

»Verschwinde!«, knirschte der Storeinhaber.

»Du kannst Matt doch nicht verantwortlich machen, dass …«

»Er ist ein verdammter Indianer!«, so unterbrach der Storeinhaber Jesse Dexter. »In seinen Adern fließt Comanchenblut. Seine Mutter ist eine dreckige Rothaut. Er soll aus meinem Laden verschwinden!«

Matt Dexters Hände öffneten und schlossen sich. Seine Kiefer mahlten. Unter zusammengeschobenen Brauen hervor starrte er auf den Storeinhaber. Sein Gesicht spiegelte wider, was hinter seiner Stirn vorging.

Plötzlich schwang Matt herum und ging hinaus. Die Tür fiel hinter ihm zu. Wieder bimmelte die Türglocke.

»Verdammt, Sloane, das ist nicht fair!«, presste Jesse hervor.

»Es war auch nicht fair, als die verdammten Rothäute die Miltons abschlachteten. Ich will deinen Bruder niemals mehr in meinem Laden sehen.«

Währenddessen schritt Matt schräg über die Straße. Er schaute weder nach links noch nach rechts, spürte aber die finsteren Blicke, die sich an ihm verkrallt hatten. Sein dunkles Gesicht zeigte keine Regung. Er fühlte sich als Weißer. Er war unter Weißen aufgewachsen, hatte die Schule der Weißen besucht, in seinen Adern floss neben indianischem auch weißes Blut.

Er stieg die vier Stufen zum Vorbau des Saloons hoch. Seine Stiefelabsätze tackten und riefen ein dumpfes Echo auf den dicken Bohlen wach. Die Türflügel knarrten und quietschten, als Matt sie aufstieß und sie hinter ihm ausschlugen. Er ging zum Tresen, legte die Hände darauf und sagte: »Gib mir einen Whisky, Danner.«

Der Keeper presste sekundenlang die Lippen zusammen, sodass sie nur noch einen dünnen, blutleeren Strich bildeten. Dann schüttelte er den Kopf: »Nein, Matt, du bekommst von mir keinen Whisky. An Indianer schenke ich keinen Schnaps aus. Rothäuten ist es überdies verboten, meinen Saloon zu betreten. Also hau ab.«

»Ich bin ein Weißer!«, grollte Matt. Zorn stieg in ihm hoch, aber auch Verbitterung. Bisher war er ihnen egal gewesen. Heute aber ließen sie ihn spüren, dass er nicht dazu gehörte. Er war ein Außenseiter. Er begriff es und es traf ihn.

»Nein, du bist kein Weißer. Du bist aber auch kein Roter. Du bist ein Bastard, Matt Dexter. Und jetzt zieh Leine. Dieser Saloon ist für dich ab heute tabu.«

Einen Moment sah es so aus, als wollte sich Matt Dexter auf den Keeper stürzen. Plötzlich aber entspannte er sich, seine Schultern sanken nach unten, er schwang herum und ging nach draußen. Soeben kam Jesse über die Fahrbahn.

»Sloane hat sich geweigert, mir Waren zu verkaufen«, sagte Jesse, als sie zusammentrafen. »Er sagte, der Squawman und seine Brut sollen vom Saint Clair Creek verschwinden. Hier sei kein Platz für Rothäute.«

»Zur Hölle mit ihnen …«

»Schau dich um, Bruder. Spürst du die Feindschaft, die von ihnen ausgeht? O verdammt! Sie suchen nach einem Ventil für ihren Zorn. Verschwinden wir aus der Stadt, ehe die Sache eskaliert. Ihre Gemüter sind erhitzt. Sie brauchen etwas, um sich abzureagieren. Und wie mir scheint, sind wir – bist du ihnen gerade recht gekommen.«

»Ich laufe nicht vor ihnen davon.«

»Es ist keine Flucht, Bruder. Wir folgen lediglich der Vernunft.« Jesse packte Matt an der Schulter und zog ihn mit sanfter Gewalt in Richtung des Fuhrwerkes. Und wieder spürten die beiden Brüder die unheilvollen Impulse, die von den Bürgern ausgingen und gegen sie prallten wie eine böse Verheißung.

Sie verließen die Stadt. Jesse Dexter atmete auf, nachdem sie die letzten Häuser passiert hatten und sie die freie Weide aufnahm.

 

*

 

Joe Hawk und ich waren auf dem Weg nach Miami. Ein Bote aus der Stadt hatte von den Überfällen durch eine Horde Comanchen berichtet, und der Richter hatte Joe und mich losgeschickt, um der Mörderbande das Handwerk zu legen.

Wir benutzten die Poststraße, die von Amarillo nach Pampa und vorn dort nach Canadian führte. Die Straße bestand aus zwei Spurrinnen, zwischen denen sich ein etwa ein Yard breiter Grasstreifen zog. Büsche säumten sie.

Es war zu insgesamt drei Überfällen gekommen. Die Bewohner zweier Ranches und einer Farm waren getötet worden, die Anwesen wurden niedergebrannt.

Wir brauchten zwei Tage, um die Strecke nach Miami zurückzulegen. Es war gegen Abend, als wir die Stadt erreichten. Die Sonne war halb hinter den Hügeln im Westen versunken. Die Schatten waren lang. Wolkenbänke, deren Ränder zu erglühen schienen, hatten sich vor den Sonnenuntergang geschoben.

Wir ritten den Mietstall an. Im Hof saßen wir ab. Der Stallmann schritt über die Schattengrenze unter dem Tor und kam ins Licht. Es war ein bärtiger Oldtimer, dessen Kiefer sich bewegten. Als er uns erreichte, spuckte er einen Strahl braunen Tabaksaft aus, dann sagte er: »Ihr kommt sicher wegen der roten Halunken, die den Landstrich unsicher machen. Es ist eine verdammte Schweinerei. Die Männer der Bürgerwehr und eine Mannschaft der Triangle-S haben die Sättel heißgeritten. Aber die verdammten Rothäute sind wie der Wind …«

»Wer führte die Bürgerwehr?«

»John Saddler, der Schreiner. Nachdem die Donegan-Farm überfallen wurde, folgten sie den roten Banditen bis ins Indianerland hinein. Am Washita River verloren sie die Spur. Ich möchte wissen, was auf einmal in diese roten Burschen gefahren ist. Sie waren doch all die Jahre friedlich.«

Der Stallmann übernahm unsere Pferde, wir schnallten die Satteltaschen los, nahmen unsere Gewehre und gingen zum Hotel, wo wir zwei Zimmer mieteten. Nachdem wir unsere Satteltaschen hinaufgebracht hatten, begaben wir uns zur Schreinerei. Saddler befand sich noch in seiner Werkstatt.

»Sie fallen ins Land ein, töten und brandschatzen, und verschwinden wieder über die Grenze ins Indianerterritorium«, erklärte der Schreiner. »Wir sind ihnen bis zum Washita gefolgt. Dort haben wir ihre Spur verloren. Also mussten wir unverrichteter Dinge umkehren.«

Er machte eine kleine Pause, dann ergriff er wieder das Wort: »Es begann mit dem Überfall auf die Milton-Ranch. Josh Milton, seine Frau, seine beiden Kinder und die beiden Cowboys kamen ums Leben. Einige Tage später wurde die Warwick-Ranch überfallen. Tex Warwick, Lydia, deren Vater und ebenfalls zwei Cowboys kamen ums Leben. Wieder einige Tage danach kamen die Mörder zu den Donegans …«

»Wo finden wir die Donegan-Farm?«, fragte ich.

»An der Quelle des Washita.«

Wir ritten am folgenden Morgen los. Von den Gebäuden der Farm waren nur noch einige Brandschutthaufen übrig. Der Wind wirbelte Asche in die Höhe und trieb sie vor sich her. Es roch brenzlig. Vier Grabhügel zeugten davon, dass hier die Bewohner der Farm ihre letzte Ruhe gefunden hatten.

Wir nahmen die Spur der Horde auf. Sie führte nach Osten, am Fluss entlang. Meile um Meile ritten wir. Weideland zog sich zu beiden Seiten des Washita. Am späten Nachmittag verloren wir die Spur. Die Indianer waren in den Fluss geritten und das Wasser hatte ihre Fährte zerstört. Wir folgten dem Fluss noch einige Meilen nach Osten, bis er nach Süden abknickte. An diesem Knick beschlossen wir zu übernachten. Am Morgen wandten wir uns nach Norden. Unser Ziel war Fort Supply. Bis zum Fort lagen etwa achtzig Meilen vor uns.

 

*

 

Es war Abend. Die Sonne war untergegangen und ihr Widerschein ließ den Himmel im Westen rot erglühen. Schwarz und scharf wie ein Scherenschnitt zeichneten sich vor dieser purpurnen Kulisse die Hügel ab. Rötlicher Schein lag auf dem Land.

Simeona fütterte die Hühner. Sie war alleine auf der Ranch. Ihr Mann und ihre Söhne befanden sich noch auf der Weide, wo sie Mavericks brändeten. Die Hühner pickten nach den Körnern, die ihnen die Indianerin hinwarf. Ein Hahn krähte. In einem Pferch standen Ziegen und Schafe. Auf einer Koppel weideten zwei Milchkühe.

Die Indianerin wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ferne Hufschläge ihr Gehör erreichten. Sie hielt inne, hob den Kopf, und lauschte. Die Reiter kamen schnell, und es musste sich um ein ganzes Rudel handeln. Lauter und lauter quoll der Hufschlag heran, und dann erschienen die Reiter auf dem Kamm eines Hügels im Osten der Ranch. Sie zerrten ihre Pferde in den Stand. Das letzte Licht des Tages brach sich auf den Stahlteilen ihrer Gewehre. Die Pferde stampften auf der Stelle.

Simeonas Herz schlug höher. Es waren Indianer. Die Frau stellte die Schwinge mit dem Hühnerfutter ab und ging schnell ins Haus. Aus dem Pulk löste sich einer der Reiter. In seinem Haarschopf steckten drei Federn. Er lenkte sein Pferd den Abhang hinunter und ritt auf den Ranchhof.

Aus dem Haus erklang Simeonas Stimme: »Was willst du, Little Elk?« Sie sprach im Dialekt der Comanchen.

Der Indianer war etwa fünfundzwanzig Jahre alt. Er trug eine Leinenhose und ein Hemd aus Rehleder. Die Winchester lag vor ihm quer über dem Mähnenkamm des Pferdes. Er hielt sie am Kolbenhals fest. »Ich will mit Matt sprechen.«

»Was willst du von ihm?«

»Er gehört zu uns. In seinen Adern fließt Comanchenblut. Ich habe den Weißen den Krieg erklärt. Das Land hier, das sie für sich beanspruchen, gehört den Comanchen. Sie haben es uns weggenommen und uns in Reservationen gepfercht.«

»Du wirst es nicht ändern können. In Ordnung, Little Elk. In Matts Adern fließt Comanchenblut. Was ziehst du daraus für Konsequenzen?«

»Ich will, dass er mit mir reitet und Krieg gegen die weißen Eindringlinge führt. Wir werden das Land von den Bleichgesichtern befreien und es wird wieder den Comanchen gehören.«

»Du hast drei Anwesen überfallen und die Menschen getötet, Little Elk.

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