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Marcus 2 1.2

Inhalt

 

Was in „Marcus – Geliebter Afrikaner“ geschah

Niemandsland

Wiedersehen in Köpenick

Unter Hochspannung

Zweifel

Marcus‘ Antwort

Tour de Berlin, nackt

Paradies

Szenen einer Ehe

 

 

 

Was in „Marcus – Geliebter Afrikaner“ geschah

 

Nach der Scheidung von einem gefühlskalten Millionär stand ich, Barbara, mit Anfang 30 vor der Aufgabe, mein Leben neu zu ordnen - einen neuen Partner zu finden und endlich glücklich zu werden. Aber ich bekam nichts auf die Reihe und wusste nur, dass ich nicht bereit war, mich noch einmal mit einem Mann abzugeben, der mich nicht glücklich machen konnte. Dann schon lieber alleine leben.

Meine erste Begegnung mit Marcus hatte ich spät nachts in einer U-Bahn-Station. Eine Gruppe Jugendlicher wollte mich überfallen, und dieser junge Schwarze rettete mich, indem er sie alle drei zusammenschlug. So erschreckend dieser Gewaltakt war, so aufregend war die Sache auch. Ich glaube, ich wusste damals schon, dass ich den Mann meines Lebens gefunden hatte. Aber wir alle kennen das: Bevor man seine Gefühle überhaupt erst richtig erkannt hat, ist das Objekt der Begierde bereits wieder entschwunden. So passierte es mir mit Marcus. Ich dachte, ich würde ihn nie wiedersehen, und fand mich allmählich damit ab, nie die wahre Liebe und Leidenschaft kennenzulernen, nach der ich mich immer gesehnt hatte.

Aber wie durch ein Wunder bekam ich meine zweite Chance. Wir trafen uns wieder, und wir wussten instinktiv, was das bedeutete. Wir fraßen uns gegenseitig auf in einem animalischen Liebesrausch. Sein unglaublich großer und unbeschreiblich schöner Penis wurde mein Fetisch, und auch er feierte meinen molligen, üppigen Körper mit einer Begeisterung, die nie zuvor ein Mann bei mir gezeigt hatte. Wir verfielen einander.

Aber dann war auf einmal wieder alles aus. Ich erfuhr, dass Marcus von der Ausländerbehörde geschnappt worden war. Er war illegal in Deutschland, ein nicht anerkannter Flüchtling aus Liberia. Ich stand unter Schock, aber ich war nicht bereit, das Schicksal einfach so gewähren zu lassen. Nicht dieses Mal!

 

Niemandsland

 

Ich brauchte einen ganzen Tag, um mich von dem Schock zu erholen. Ich kam von dem italienischen Restaurant in Spandau, in dem Marcus zuletzt gearbeitet hatte, weit nach Mitternacht nach Hause. In meinem Kopf rasten die Gedanken wie Ratten in einem Labyrinth.

Als ich in der Diele stand und mich aus der Jacke schälte, fiel mein Blick auf den Boden. Dort lag ein Knopf. Ich erkannte ihn sofort: Es war der Knopf von Marcus‘ Jeans, der ihm abgesprungen war, als seine Hose einfach zu eng geworden war für seine gewaltige Erektion. Nicht einmal 48 Stunden war das her, und doch schien es mir wie in längst vergangener Zeit.

Ich hob den Knopf auf und küsste ihn liebevoll. Diesen Knopf würde ich niemals wieder hergeben, sollte er das einzige sein, das mir von Marcus blieb. Dann sah ich etwas an der Wand, einen seltsamen Fleck. Ich wusste sofort, was es war. Marcus hatte einen starken Orgasmus gehabt, als ich ihn gleich hier im Eingang „vernascht“ hatte, und der erste Strahl seines heißen Samens hatte die Wand getroffen. Marcus ejakulierte enorme Mengen, und ich hatte die ganze Nacht in seinem Nektar geschwelgt.

Jetzt lehnte ich mein Gesicht gegen den Flecken an der Wand, der zwar schon getrocknet war, aber immer noch das ungeheuer männliche Aroma hatte, nach dem ich so süchtig geworden war. Ich leckte daran, und es schmeckte immer noch so salzig und cremig, als wäre es frisch. Ich stöhnte und merkte, wie ich langsam feucht wurde.

Die Bilder der vorvergangenen Nacht zischten durch mein Hirn. Ich knie vor Marcus und ziehe ihm die Jeans langsam runter. Sein göttlicher Phallus trifft mich im Gesicht. Ich huldige ihm mit Körper und Seele. Er trägt mich hinauf ins Schlafzimmer, und wir lieben uns so intensiv, dass ich das Bewusstsein verliere. Die ganze Nacht hindurch beglücken wir uns gegenseitig und verlieben uns dabei unsterblich.

Ich kam nicht mehr klar mit dem Gefühlchaos aus Erinnerung, Herzschmerz und Lust. Ich griff mir eine Flasche Wein aus meinem kleinen Regal im Wohnzimmer und leerte sie innerhalb einer halben Stunde. Betäubt und ausgelaugt schlief ich auf der Couch ein, auf der Marcus und ich uns ebenfalls noch vor einigen Stunden wie verrückt gegenseitig aufgefressen hatten.

Ich wachte erst am späten Nachmittag auf. Die Kopfschmerzen waren brutal, obwohl ich Alkohol eigentlich gewöhnt war. Vermutlich war es nicht nur der Alkohol. Mein Hirn war leer, und so zog ich mich erst mal aus und schleppte mich ins Bad, wo ich mich in die Wanne legte und langsam im warmen Wasser versank.

Dabei kam mir natürlich wieder Marcus in den Sinn, der sich bei unserer ersten Begegnung verletzt hatte, als er ein paar Jugendliche vermöbelt hatte, die mich angegriffen hatten. Ich hatte ihn verarztet und ihn in die Wanne gesetzt. Dabei war mir zum ersten Mal aufgefallen, was sich Göttliches zwischen seinen Beinen abspielte, auch wenn ich es damals noch für eine optische Täuschung gehalten hatte.

Jetzt wusste ich es besser. Ich spürte ihn plötzlich wieder. Dieses unbeschreibliche Gefühl, innerlich ausgedehnt zu werden von Marcus‘ unendlich großem Schwanz. Wie sich das harte Teil allmählich vorarbeitete und Stellen erreichte, die bislang noch nie berührt worden waren. Wie sich der Innenraum vergrößerte, um Platz zu schaffen für den mächtigen Eroberer, für den neuen Gebieter. Wie ich mich um ihn schmiegte, ihn willkommen hieß in meinem Innersten.

Ich spielte ein wenig herum und verschaffte mir schnell einen kleinen Orgasmus. Methadon für eine Marcus-Süchtige. Ich brauchte lange, um einen klaren Kopf zu bekommen. Mein Verstand lief seit letzter Nacht im Leerlauf. Mir war klar, dass ich etwas unternehmen musste, aber der Gefühlswirbel und der Alkohol hatten mich vorübergehend kampfunfähig gemacht. So war ich tatsächlich erst am Abend so weit, mir einen Schlachtplan zu überlegen.

Erstens: Herausfinden, wo Marcus ist.

Zweitens: Ihn finden.

Drittens: Ihn retten.

Er hatte mich gerettet, nun brauchte er meine Hilfe. Ich wusste, dass er sonst niemanden hatte, der ihm beistehen konnte, auch wenn ich keine Ahnung hatte, ob ich ihm überhaupt helfen konnte. Ich kannte mich mit dem Ausländerrecht in Deutschland nicht aus. Innerlich war ich aber durchaus schon darauf eingestellt, Marcus notfalls nach Liberia zu folgen. Von mir aus auch in die Hölle.

Ich setzte mich an meinen Computer und machte mich schlau. Die Ausländerbehörde war im Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten. Vermutlich hatte es einen Wettbewerb gegeben, um den am bürokratischsten und unmenschlichsten klingenden Namen für diesen Laden zu finden, der überhaupt nur vorstellbar war. Das war kein gutes Zeichen.

Das Amt war am Friedrich-Krause-Ufer, von dem ich noch nie gehört hatte. Wie sich herausstellte, war es ein gottverlassener Flecken zwischen Moabit und Wedding, eingezwängt zwischen Eisenbahnschienen und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal.

Es war ein düsterer Morgen, als ich am nächsten Tag dort vorfuhr. Ich musste mit dem Auto kommen, denn das Gelände war mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen. Was für ein Gedanke wohl dahinter steckte, ein Amt so unzugänglich wie möglich zu machen? Vermutlich zumindest der Gedanke, eventuelle Anwohner nicht mit all zu vielen Ausländern zu belästigen, also platzierte man die Ausländerbehörde nicht etwa irgendwo zentral und gut erreichbar, sondern in diesem deprimierenden Gewerbegebiet. Ein weiterer Hintergedanke mochte sein, dass man eventuelle Asylbewerber im Vorfeld darauf hinweisen wollte, dass Deutschland eigentlich ziemlich hässlich und es in ihren sonnigen Heimatparadiesen doch viel schöner war. Die ganze Trostlosigkeit der Operation „Zur Ausländerbehörde gehen“ sollte so stark wie möglich betont werden, um von vornherein jede Hoffnung zunichte zu machen, Deutschland könnte die neue Heimat derjenigen werden, die hier um Hilfe ersuchten.

Bei mir funktionierte das jedenfalls bestens. Wenn ich bislang zumindest vorsichtig optimistisch gewesen war, die Dinge zum Besseren wenden zu können, so war ich jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Ich würde mich mit deutschen Beamten auseinandersetzen müssen. Die eine Sache, die wir Deutschen stets zu vermeiden suchen.

Ich erkundigte mich beim Empfang nach der richtigen Stelle für mein Anliegen und fand mich kurz darauf in einem kleinen Wartebereich wieder, zusammen mit einem Dutzend Menschen aus aller Herren Länder, deren Stimmung zwischen stoischem Gleichmut und Beinahe-Hysterie schwankte.

Ein Syrer erzählte mir in ziemlich gutem Deutsch, dass sein Asylverfahren recht zufriedenstellend verlief. Aufgrund des Bürgerkriegs wurde zur Zeit niemand dorthin abgeschoben. Er wünschte sich sogar, bald nach Hause zurückkehren zu können, denn er war Universitätsprofessor. Nur hatte er sich leider mit dem Assad-Regime angelegt und es nur ganz knapp geschafft, das Land zu verlassen.

Das erinnerte mich daran, warum Marcus in Deutschland war. Als Kindersoldat im liberianischen Bürgerkrieg hatte er sich mächtige Feinde geschaffen, die ihn auch in Friedenszeiten noch verfolgen und töten würden. Leider hatte das die Behörde, in der ich mich nun aufhielt, nicht für überzeugend genug gehalten, und seinen Asylantrag schon vor Jahren abgelehnt. Seitdem war Marcus illegal in Deutschland.

Das war dann auch das erste, was mir die Beamtin sagte, als ich ihr den Fall schilderte. Sie war eine korpulente, verbraucht wirkende Frau, die auf die sechzig zuging und vermutlich den Ruhestand herbeisehnte. Das stets am Rande der Pleite schwankende Berlin hatte die Pensionsgrenzen freilich angehoben, was ihre Laune offenbar nicht besserte.

„Marcus Wright“, las sie mir aus einer Akte vor, die sie sich hatte kommen lassen. „geboren 1989 in Liberia, Familie verstorben oder vermisst. Teilnahme am Bürgerkrieg auf Seiten der Rebellen. Antrag auf Bleiberecht nach eingehender Prüfung abgelehnt. Seitdem flüchtig. Und seit gestern im Abschiebegewahrsam. Das war’s. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

Ich versuchte, mich zu beherrschen. Vermutlich war ich auf die Freundlichkeit dieses Drachens angewiesen.

„Was bedeutet das überhaupt, Abschiebegewahrsam?“ fragte ich. „Ist er im Gefängnis?“

„Er ist in der Abschiebehaftanstalt Köpenick. Ja, das ist ein Gefängnis.“

„Er ist kein Verbrecher!“ protestierte ich.

„Wenn Sie das sagen“, gab die Frau unbeeindruckt zurück. „Aber er hat sich den Behörden über Jahre entzogen, also darf man davon ausgehen, dass er das wieder tun würde, wenn wir ihn frei rumlaufen ließen. Deshalb wird er bis zum Zeitpunkt seiner Abschiebung in Köpenick rumlungern.“

Ich merkte schon, dass ich hier keine Fortschritte machen würde. Aber ich musste wissen, woran ich war.

„Kann er Besuch empfangen? Ich würde ihn gern sehen.“

„In welcher Beziehung stehen Sie denn zu Herrn... äh...“ Sie suchte den Namen in der Akte. „Wright?“

„Ich bin... eine Freundin“, sagte ich eine Spur zu kleinlaut.

„Kennen Sie ihn schon lange?“ fragte die Frau mit einem leicht gehässigen Unterton.

„Nein, eigentlich nicht“, antwortete ich und staunte selbst, wie klein und schwach meine Stimme klang.

„Wenn Sie ihm Unterschlupf gewährt haben, könnte das ein juristisches Nachspiel haben. Sie sollten sich sehr genau überlegen, ob Sie wirklich nochmal mit dem Mann in Kontakt treten wollen.“

Ich schluckte meine Verachtung für die Dame runter. Als ob es in Frage kam, darauf zu verzichten, Marcus noch einmal zu sehen!

„Kann ich ihn nun besuchen oder nicht?“

„Sicher, die haben ziemlich lockere Besuchszeiten. Ich geb Ihnen mal die Karte.“

Sie holte aus einer Schublade eine Geschäftskarte mit Adresse und Telefonnummer der Anstalt heraus und gab sie mir. Aber ich wusste immer noch zu wenig.

„Ich hab im Internet recherchiert“, erklärte ich, „aber das Asylrecht ist sehr kompliziert. Was kann man tun, um seine Abschiebung noch zu verhindern?“

Die Frau grunzte nur geringschätzig.

„Das ist vorbei. Einer, der sich so lange der Justiz entzieht, kann nicht auf Entgegenkommen hoffen. Hinzu kommt, dass der Bürgerkrieg in Liberia lange vorbei ist und das Land als sicher gilt. Das Amtsgericht hat die Abschiebehaft angeordnet, und wenn Sie dagegen vorgehen wollen, brauchen Sie einen Anwalt, der Herrn Wright vertritt. Aber wie gesagt, das ist Zeitverschwendung. Der juristische Weg ist verbaut.“

„Aber irgendwas muss ich doch tun können?“ beharrte ich. „Ich... ich muss ihm helfen...“

„Na klar, Sie könnten ihn zum Beispiel aus dem Gefängnis befreien, indem Sie sich den Weg nach drinnen freisprengen und jeden Wärter abknallen, der sich Ihnen in den Weg stellt.“

Ein unerwarteter Anflug von Humor, der mich überraschte. Vielleicht hatte ich die Dame falsch eingeschätzt. Ich sah ihr in die Augen und erkannte, dass sie mich plötzlich verständnisvoll anlächelte.

„Es gibt da schon noch etwas, dass Sie tun könnten“, sagte sie ruhig. „Das kommt ab und zu vor, allerdings in der Regel eher bei weiblichen Asylbewerbern. Die finden irgendjemanden, einen deutschen Staatsbürger, und der verhilft ihnen zu einem ständigen Bleiberecht.“

„Wie? Durch einen Job?“

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