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Mafia Princess

Inhalt

  1. Cover
  2. Inhalt
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Widmung
  6. Vorwort
  7. 1 Gucci Gucci Gu
  8. 2 Wunderland
  9. 3 Die Marlboro-Frau
  10. 4 Zimmerservice
  11. 5 Gewehrkugeln und Rosen
  12. 6 Graf Marco und der elegante Pate
  13. 7 Das gute Leben
  14. 8 Romeo
  15. 9 Straßen der Gewalt
  16. 10 Verwandlung durch die Mafia
  17. 11 Katz und Maus
  18. 12 In guten wie in schlechten Tagen
  19. 13 Die Signora Marisa
  20. 14 Regnerische Tage in Blackpool
  21. 15 Stellt mal einer den Regen ab?
  22. 16 La Dolce Vita
  23. 17 Straßen der Gewalt
  24. 18 Neugeboren
  25. 19. Familienwerte
  26. 20. Traumland
  27. Nachschrift: Das Recht des Stärkeren
  28. Danksagung

Marisa Merico
mit Douglas Thompson

Mafia Princess

Ich war skrupellos. Ich brach Gesetze.
Ich gehörte zur Familie

Für Lara und Frank

Die Familie – diese geliebte Krake,

von deren Tentakeln wir uns nie ganz befreien

und uns auch, tief in unserem Innern,

gar nicht befreien wollen.

Dodie Smith, I Capture the Castle, 1948

»Aber ich will doch nicht unter

Verrückte gehen!«, widersprach Alice.

»Ach, dagegen lässt sich nichts machen«, sagte die Katze,

»hier sind alle verrückt. Ich bin verrückt. Du bist verrückt.«

»Woher weißt du denn, dass ich verrückt bin?«, fragte Alice.

»Musst du ja sein«, sagte die Katze,

»sonst wärst du doch gar nicht hier.«

Lewis Carroll, Alice im Wunderland, 1865

Vorwort

»Träume, als würdest du ewig leben,

lebe, als würdest du heute sterben.«

James Dean, 1954

Mit einer Pistole Kaliber 7.63 erschossen sie meinen Patenonkel, als er auf einem Stuhl bei seinem Lieblingsfriseur auf eine Nassrasur wartete.

Ein Sprenggeschoss aus einem Präzisionsgewehr zerfetzte den Kopf vom Cousin meines Vaters, als er das Haus verließ, in diesem gehetzten Augenblick zwischen seiner Haustür und seinem kugelsicheren Wagen.

Einer meiner Onkel wurde mit einer Automatikwaffe niedergeschossen, als er eines Mittags in seinem Café-Restaurant Wein servierte.

Der Mann, der diese Morde in Auftrag gegeben hatte, wurde bald darauf getötet, während er sich in Schutzhaft befand, und zwar bei seinem Ausgang im Gefängnishof an einem Sonntagmorgen. Ein Schütze, der von einem Gebäude außerhalb der Gefängnismauern zielte, traf ihn mit einem spiralförmig gefurchten Sprenggeschoss mitten in die Stirn.

Nachdem nun bereits siebenhundert Beteiligte und Unschuldige tot waren, eskalierte die Gewalt mit jedem Tag, und meine Familie litt immer mehr. Deshalb erklärte ich mich im Alter von neunzehn Jahren bereit, in den Süden zu fahren, und zwar mit einer Ladung Kriegswaffen in Geheimfächern des Citroën der Familie, eines speziell angefertigten Wagens, mit dem normalerweise Heroin transportiert wurde. Darunter waren Maschinenpistolen, Handfeuerwaffen und Gewehre, Patronengürtel, kugelsichere Westen, Kalaschnikows vom Typ AK-47, mit denen man 650-mal die Minute feuern kann. Dazu Bazookas, die gepanzerte Fahrzeuge zerfetzen.

Es war, als packten wir die Koffer für die Ferien, Pullover und Röcke zuerst, damit die ganzen gebügelten Sachen glatt liegen, und dann Kulturtasche und Schuhe in den Ecken verstaut.

Ich war zu jung, um das Ausmaß von dem zu begreifen, was da geschah, und zu wahnsinnig verliebt in den jungen Mann, der mitkam, und so hatte ich keine Angst – nicht einmal, als die Carabinieri zu einem kleinen Plausch neben unserem Wagen hielten, in dem wir genug Waffen verstaut hatten, um den dritten Weltkrieg anzufangen.

Wir fürchteten uns vor nichts und niemandem auf der Welt. Wir kamen uns vor wie auf einer Urlaubsfahrt mit der Familie.

Nachdem wir alles abgeliefert hatten, wurden die Kämpfe noch heftiger. Die Familien auf der Gegenseite hatten nicht unsere Kontakte, um sich Kriegswaffen wie jugoslawische Bazookas zu besorgen. Überfallkommandos operierten als Vier-Mann-Teams: ein Fahrer, ein Schütze mit einer Benelli Automatik Kaliber 12, die berühmt war in den Tötungstaktiken urbaner Kriegsführung, dazu noch zwei Männer mit Maschinenpistolen. Es gab russische RPG 7, Rutschnoi Protiwotankowy Granatomjot, Panzerabwehrgranatenwerfer mit optischem Visier. Es gab Teams mit Brandspezialisten, deren Aufgabe es war, diejenigen Gegner auszuräuchern, die vom Gewehrfeuer getroffen waren, aber vor den Flammen fliehen konnten.

Doch das Ganze war keineswegs einseitig. Onkel Domenico – ein liebenswerter Mensch voller Humor und immer zu Späßen aufgelegt, der Bruder meiner Großmutter und einer meiner Lieblingsonkel – wurde erschossen, als er auf den Balkon vor seinem Schlafzimmer trat, um eine Zigarre zu rauchen.

Wer hat Verwandte, die einfach so erschossen oder sonst wie getötet werden? Ich bin damit aufgewachsen.

Es war der reinste Irrsinn.

Gewalt wurde mit Gewalt beantwortet, und schon früh war mir klar, gewinnen würde der, der über die bessere Ausrüstung zum Morden verfügte. Und den stärkeren Willen zum Morden hatte.

All das habe ich gelernt, denn noch vor meiner Geburt spielte Gewalt in meinem Leben eine entscheidende Rolle.

Gewalt half bei meiner Geburt.

1 Gucci Gucci Gu

Fidarsi è bene, non fidarsi è meglio.

[Vertrauen ist gut, nicht vertrauen ist besser.]

Ich kam auf dem Küchentisch meiner Großmutter zur Welt. Meine Ankunft gestaltete sich zögerlich, doch gerade rechtzeitig zum Frühstück, in dem mittleren Zimmer ihres Hauses auf der Piazza Prealpi in Mailand.

Auf demselben Tisch hatte meine Großmutter ihre zwölf Kinder zur Welt gebracht, darunter auch Angela, ihre Jüngste, deren Geburt gerade einmal vier Wochen zurücklag.

Meine Mutter hatte keine Wehen. Sie ließ sich Zeit mit der Niederkunft, und an so etwas war der Haushalt meiner Großmutter nicht gewöhnt.

»Pressen! Pressen, pressen!«, schrie Großmutters Freundin Francesca, die Hebamme, sie an.

Mum presste nicht, nicht ein bisschen. Sie wusste gar nicht, wie ihr geschah. Sie war wie in Trance. Sie hatte einfach keine Kraft mehr. Seit gut zwölf Stunden dauerte die Geburt.

»Na mach schon, du musst pressen!«

Großmutter hatte kein Verständnis für die Verzögerung. Als sie im Monat zuvor Angela zur Welt gebracht hatte, verlief die Fabrikation wie am Fließband, problemlos wie eh und je. Meine Mum dagegen, dieses dumme englische Mädchen auf dem Küchentisch, hatte einfach keine Ahnung, wie man Babys auf die Welt brachte. Die Familie war den größten Teil der Nacht auf gewesen; alle wanderten herum, gähnten und versuchten wach zu bleiben, aber schon Stunden zuvor hatte der Kaffee seine Wirkung verweigert.

Jetzt, um acht Uhr morgens, Donnerstag, den 19. Februar 1970, hatten sie genug. Jedenfalls hatte mein Großvater Rosario Di Giovine genug. Er wollte sein Frühstück.

»Da passiert nichts, da passiert rein gar nichts«, sagte Großmutter.

Großvater rollte sich die Ärmel hoch: »Na schön, mach schon! Mach schon, Mädchen … Vai! Vai!«

Er gab Mum einen regelrechten Schlag. Dann noch einen, fester diesmal: »Komm schon – jetzt aber los!«

Mum presste.

Ich kam um 8.09 Uhr.

Großvater ging frühstücken, als sei nichts passiert. Meine Großmutter ging zu einem Schrank an der Wand hinten im Zimmer. Die Hebamme wickelte mich in Baumwolltücher, und Großmutter kam mit einer violetten Kaschmirdecke von Gucci zurück, dem Geschenk eines Geschäftsfreundes. Darin hüllte sie mich ein.

Das passte. Ich war in die Mafia hineingeboren worden. Ich war die Mafia-Prinzessin.

Viel Milch hatte meine Mutter nicht, also stillte mich Großmutter einige Male. Ich liebte meine Großmutter. Und ich war auch immer ihr Liebling. Doch die Gucci-Decke war kein gläserner Pantoffel. Meine Kindheit verlief eher wie bei Aschenputtel, und zwar vor Erscheinen des Prinzen.

Während ich aufwuchs, ging die Familie verbissen ihrem Geschäft nach. Dabei ging es vor allem um Waffen, Drogen, Tod. So war es in der Familie meines Vaters immer gewesen.

Großmutter war eine waschechte Serraino, geboren in Reggio di Calabria, mitten hinein in einen der berühmt-berüchtigten ’Ndrangheta-Clans, der kalabrischen Variante der Mafia. Wörtlich bedeutet ’Ndrangheta Ehre und Loyalität. Die loyale Haltung zur Familie (’ndrina) liegt ihr im Blut.

Großmutter kann nicht lesen und schreiben – Dokumente unterzeichnet sie mit einem X –, und sie ist eine der bemerkenswertesten Mafia-Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte, weithin bekannt als La Signora Maria.

Die Behörden sparen nicht mit Komplimenten. Ich sah juristische Schriftstücke in Italien, die sie als gefährlichste Frau im Land bezeichnen.

Nach ihr wurde ich benannt – Maria Elena Marisa (Di Giovine) –, doch wurde ich von jeher Marisa genannt. Um Verwechslungen auszuschließen, heißt es. Verwechslungen? Kein guter Witz. La Signora Maria ist einzigartig.

Der ’Ndrangheta tritt man nicht bei; Mitglied ist man ab der Geburt – oder nie. Großmutters Kinder verinnerlichten von Anfang an die Gesetze einer Mafia-Familie. Die meisten Leute glauben ja, dass in der Mafia nur die Männer das Sagen haben, während das Frauchen die Pastasauce umrührt. So ist es eine halbe Stunde mit dem Schiff entfernt, in Sizilien, der Heimat der Cosa Nostra. Doch in Kalabriens ’Ndrangheta, über einhundertfünfzig Jahre auf dem Fundament der Blutsfamilien aufgebaut, sind die Frauen äußerst aktiv – in der Küche wie in der Kriminalität. In der Omertà – dem Schweigegesetz der Mafia – gibt es sogar eine Schwesternschaft. Man erzählt sich Geschichten über Initiationszeremonien für Frauen, die nicht in die Familie hineingeboren wurden, sondern aufgenommen werden mussten. Kein Wunder, dass Familienfeierlichkeiten wie Hochzeiten, Kommunion, Taufe und Beerdigungen das Herzstück des Lebens und des Sterbens sind. Und meine Großmutter war der Boss, das oberste Gesetz.

Und sie war die Schwiegermutter von Pat Riley aus Blackpool.

Meine Mum war eine Wucht – blond, mit einer tollen Figur. Mit ihr hatte man immer viel Spaß. Sie wuchs in einer Vorstadt im Nordwesten Englands auf und wurde dazu erzogen, praktisch und vernünftig zu sein. Doch hatte sie ihren eigenen Kopf. Die beleuchtete Strandpromenade von Blackpool sollte nicht die einzigen strahlenden Lichter in ihrem Leben liefern.

Patricia Carol Riley gehört zur Generation der Baby-Boomer und kam am 17. Januar 1946 zur Welt, gut ein Jahr, nachdem ihr Vater Jack Riley vom Kriegsdienst beim Sanitärkorps zurückgekehrt war. Er und Großmutter Dorothy hatten zwei weitere Töchter, Gillian und Sharon. Jack Riley war Obst- und Gemüsehändler, und Dorothy hatte gleich zwei Jobs, in einem Lebensmittelgeschäft und einer Konzerthalle. Die harte Arbeit ermöglichte ihnen, die Sozialwohnung zu verlassen und sich für dreitausend Pfund ihr eigenes Häuschen zu kaufen. Sie lebten ein ruhiges, einfaches Leben, ohne Überraschungen. Klar, dass sich ein intelligenter Teenager wie meine Mum langweilte. In Kunst hatte sie beste Noten, und sie hätte unterrichten können, aber Großvater Jack wollte sie nicht auf die Kunsthochschule lassen. So etwas hielt er für Zeitverschwendung. Mum fühlte sich mehr und mehr gefangen. Sie hatte einen wirklich netten Freund: Alan, hochgewachsen und gut aussehend, jemand, den man zum Abendessen und den üblichen Fischstäbchen mit nach Hause bringen konnte. Glühende Leidenschaft war es bestimmt nicht. Als Alan anfing, von Hochzeit zu reden, schrillten bei Mum die Alarmglocken. Da musste es doch noch etwas anderes geben, oder? Ihre beste Freundin Brenda hatte dieses andere bereits gefunden; sie arbeitete als Aupair in Amerika und schwärmte in ihren Luftpostbriefen von wilden Nächten.

»Amerika? Kommt nicht in Frage!«, protestierte Großmutter Dorothy. »Was stimmt nicht mit dem Leben hier? Für uns ist es auch gut genug.«

Aber für Mum war es das nicht. Sie fühlte sich nicht zugehörig. Sie war auf der Suche nach etwas, von dem sie nicht wusste, was es war. Doch sie hatte genug Respekt vor ihren Eltern, dass sie einen Kompromiss einging. In der Lancashire Evening Post entdeckte sie die Annonce einer italienischen Firma, die englische Aupairmädchen suchte. Nur zögerlich gaben ihre Eltern den Segen – Italien war immerhin nicht so weit weg wie Amerika –, und nach langen Wochen hatte sie das Geld für die Reise nach Mailand beisammen. Mit dreißig Pfund in der Tasche und ohne ein Wort Italienisch zu sprechen, kam sie am Flughafen Malpensa an.

Sie war eine Sensation. Blondinen aus England waren 1967 etwas Neues. Sie fand sofort eine Freundin, Ada Omodie, achtzehn Jahre alt und das älteste von vier Kindern, um die sich Mum kümmern sollte. Sie half Ada beim Englischlernen, und Ada bracht ihr im Gegenzug Italienisch bei.

Es war La Dolce Vita. Die beiden gingen zusammen einkaufen, und Pat fuhr mit ihrer Familie in den Urlaub nach Rimini. Dort besaßen die Omodies eine Villa. Zu den Gästen gehörte Giovanni »Gianni« Rivera, ein Star des AC Mailand und der italienischen Fußballnationalmannschaft. Bei den Pool-Partys zog Pat genauso viel Aufmerksamkeit auf sich wie die Prominenten. Allmählich gewöhnte sie sich daran. Die Omodies wohnten im Stadtzentrum von Mailand, und die Männer pfiffen ihr hinterher, wenn sie die Kinder morgens zur Schule brachte, und sie pfiffen noch mehr, wenn sie allein wieder nach Hause ging. Sie schaute geradeaus, beachtete niemanden.

Bis auf Alessandro.

Er war der Sechser im Lotto, der Mann mit dem gewissen Etwas, groß, dunkelhaarig und attraktiv; er hatte das Gesicht eines Engels, wie ein Renaissance-Gemälde aus ihren Kunstbildbänden. Pat verliebte sich Hals über Kopf, als sie ihn auf der Türschwelle des Friseurgeschäfts stehen sah, in dem er arbeitete. Sie sah ihn, und er beobachtete sie ebenfalls. Doch sprachen sie nicht miteinander, bis Pat eines Tages mit braunen Papiertüten voller Einkäufe kämpfte und Alessandro anbot, sie nach Hause zu begleiten.

Die Romanze begann, ihre erste große Liebe, ihr erster Liebhaber. Jede freie Minute verbrachte sie mit Alessandro, er füllte ihre Tage, ihre Gedanken, ihr Leben. Es war diese erste Liebe, die so intensiv ist, dass sie einem den Atem nimmt, so voller Energie, dass es verwunderlich ist, dass man nicht explodiert.

Die ganze Zeit sprachen sie Italienisch miteinander; Pat hatte ihre Hausaufgaben gemacht. Freie Tage und ihren Urlaub verbrachten sie mit Fahrten nach Rom, Neapel und zum nahe gelegenen Comer See, wo sie am Ufer picknickten und sich liebten.

Als die Omodies ankündigten, dass sie aus Mailand wegziehen würden, suchte sie verzweifelt eine Stellung in der Nähe ihres Geliebten. Die Kinder an ihrem neuen Arbeitsplatz waren ein Albtraum, doch sie waren nicht der Grund, warum ihr Traum zerplatzte. Das besorgte Alessandro ganz allein.

Es passierte an einem Sonntagnachmittag am Comer See. Sie lagen auf ihren Decken. Alessandro war still und nachdenklich. Pat nahm an, er wolle sie bitten, seine Frau zu werden. Stattdessen lief es ihr eiskalt den Rücken hinunter, als er sagte: »Ich liebe dich, Patti, aber heiraten kann ich dich nicht. Meine Familie hat alles arrangiert. Ich muss eine andere heiraten. Ich habe keine Wahl, ich habe einfach keine Wahl.«

Pat konnte es nicht fassen. Das war grotesk. Alessandro kam aus Süditalien, wo die kulturellen Bräuche so streng sein konnten wie im Islam. Aber eine arrangierte Ehe? Im Jahre des Herrn 1969? Das konnte und wollte sie nicht begreifen!

Alessandro erklärte, wie ernst die Angelegenheit war. Seine Eltern hatten herausgefunden, dass er sich mit einer Engländerin traf. Sein Vater war so empört, dass er ihm ein Messer an die Kehle hielt. Deshalb müssten sie ihre Affäre beenden. Es sei aus und vorbei: »Es tut mir so leid, Patti, aber es gibt keine andere Möglichkeit. Ich muss machen, was mein Vater verlangt.«

Sie flehte ihn an. Er könne doch mit ihr nach England kommen. Oder sie könnten sich in Italien verstecken. Nach Frankreich gehen. Nach Amerika.

Es half nichts. Beide weinten, als sie nach Mailand zurückfuhren. Alessandro gab ihr einen letzten Kuss. Er fühlte sich kalt an.

Wochenlang weinte Pat und schlief erst ein, wenn sie vollkommen erschöpft war. Eine Frage ging ihr nicht aus dem Kopf: Wieso? Noch hoffte sie, Alessandro würde zu ihr zurückkehren, und alles würde gut. Die Wirklichkeit war ganz anders. Freunde berichteten ihr, Alessandro habe seine zukünftige Frau getroffen und ein Hochzeitstermin sei festgelegt. Da zerbrach etwas in ihr. Sie ging zu Alessandros Friseurladen und forderte ihren Geliebten auf herauszukommen.

Alessandro reagierte panisch: »Wegen dir werde ich umgebracht, Patti! Geh weg, ehe uns jemand sieht!«

Er knallte ihr die Tür vor der Nase zu. Mit lautem Krachen schob er einen schweren Riegel vor. Das traf sie mitten ins Herz. Tränen strömten über ihr Gesicht, dass sie kaum die beiden jungen Männer sah, die sich erkundigten, ob alles mit ihr in Ordnung sei und ob sie sie nach Hause bringen sollten. Ohne lange darüber nachzudenken, stieg sie in den Fond des schicken Autos. Es war brandneu. Sie konnte das Leder riechen.

Der Fahrer stellte sich als Luca vor. Er sagte: »Momento!« Sie müssten auf einen Freund warten, nur ein paar Minuten, dann würden sie sie nach Hause bringen. Sie müsse sich keine Sorgen machen. Der andere, Franco, stieg zu ihr nach hinten in den Wagen.

Die Minuten vergingen, doch Pat achtete auf nichts. Gehüllt in ihren Schmerz und ihre Wut saß sie still da. Es war das Ende der Welt, das Ende ihres Lebens. Sie stand unter Schock. Sie fühlte sich innerlich wie tot.

Plötzlich setzte sich ein kleiner, drahtiger junger Mann mit weichem schwarzem Haar neben den Fahrer ins Auto. Er drehte sich um und starrte Pat frech grinsend an: »Ciao, bella! Ciao, tesora!« [»Hallo, meine Schöne! Hallo, Süße!«]

Das war Emilio. Emilio Di Giovine.

2 Wunderland

»Ehrlich sein heißt, wie es in dieser Welt hergeht, ein Auserwählter unter Zehntausenden sein.«

William Shakespeare, Hamlet

Luca, der Fahrer, lud Pat in einen Nachtklub ein, und Pat nahm die Einladung an. Sie wollte Alessandro vergessen. Sie zog ein gelbes Kleid an und verließ das Haus in der Absicht, einen harmlosen Spaß zu erleben.

An diesem Abend erschien Lucas bester Freund Emilio Di Giovine wieder. Er trug ein enges Hemd und noch engere Hosen. Ziemlich spät betrat er den Nachtklub und erklärte, er habe einen geliehenen Wagen zu Schrott gefahren und der Besitzer sei nicht gerade begeistert. Doch ihn kümmerte das wenig. Er zuckte mit den Schultern und sagte leichthin: »So was passiert.« Dabei sah er Pat beim Tanzen zu, und schon bald bahnte er sich seinen Weg durch die Menge auf die Tanzfläche. Dort sprach er sie an, als ob es Luca gar nicht gebe.

»Soll ich Sie nach Hause begleiten? Wieso gehen Sie nicht mal mit mir aus?« Er meinte, er wolle sie am folgenden Abend ausführen.

»Sie begleiten mich lieber nicht nach Hause«, antwortete Pat. »Ich bin mit Luca gekommen.«

Doch Emilio kam auch am nächsten Abend, und zusammen gingen sie beide auf einen Jahrmarkt. Von da an holte er sie ständig ab, und jedes Mal in einem anderen Auto. Alle Wagen waren brandneu, und als sie sich danach erkundigte, erklärte er: »Mein Vater hat eine Werkstatt.«

Als er sie zum ersten Mal küsste, meinte er: »Ach, Pat, du bist genau die Art Mädchen, die ich einmal heiraten möchte.«

Mum war dreiundzwanzig Jahre alt. Sie hatte mittlerweile eine ganze Reihe von Verehrern, also lachte sie und tat das Ganze als Unsinn ab. Das alberne Gerede eines italienischen Romeos, der gerade mal neunzehn Jahre alt war. Und doch tat es ihr gut, nachdem Alessandro ihr das Herz gebrochen hatte. Immer wieder staunte sie über die neuen Wagen: am Dienstag ein Porsche, am Donnerstag ein Mercedes und samstags ein spritziger Alfa Romeo. Sie stellte Fragen: »Was genau machst du eigentlich, Emilio?«

Mit charismatischem Lächeln und ohne Scham antwortete er: »Ich fahre Autorennen und arbeite als Mechaniker in der Werkstatt meines Vaters.«

Soweit es Pat anging, hätte er auch sagen können, ich fliege mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf den Mond. Und es wurde noch seltsamer. Ihre Ausflüge in die Stadt verwirrten sie. Emilio wirkte wie ein Magnet. Die Leute liefen auf ihn zu, um mit ihm zu reden, als wollten sie in seiner Nähe gesehen werden. Wohin er auch ging, was immer er sagte, es war so gut wie Bargeld. In vielen Bars und Restaurants dagegen schien sein Geld ohne Bedeutung; die Besitzer wollten es nicht nehmen. Sie erklärten, Mahlzeiten und Getränke gingen aufs Haus. Emilio trug Maßanzüge, seine Hemden und Krawatten stammten aus den Designerläden an der Via Montenapoleone, seine Schuhe mit Kappen waren aus England importiert. Er war immer makellos gekleidet und ließ sich jeden Tag rasieren und den Schnurrbart trimmen. Dort beim Friseur warteten immer schon ein doppelter Espresso und ein getoastetes Käse-Panini auf ihn, wenn er sich, wie eine Berühmtheit, auf den Stuhl in der Mitte setzte. Es war faszinierend. Pat schien ein Wunderland betreten zu haben.

Und Emilio war der Typ Mann, der Dinge anpackte. Wenn Pat Probleme in der Familie bekam, in der sie arbeitete, war er sofort zur Stelle und regelte alles.

Eines Abends, nachdem sie die Kinder zu Bett gebracht hatte, versuchte der Vater, sich an sie heranzumachen. Er war betrunken, und Pat forderte ihn auf, sie in Ruhe zu lassen. Sie legte sich ins Bett, im Zimmer, das sie sich mit einer Tochter teilte. Sie wurde wach, als er versuchte, sie zu befummeln. Sie floh aus dem Haus und rief Emilio an.

»Pack deine Sachen!«, wies er sie an. »Da bleibst du nicht. Wer weiß, was der als Nächstes macht.«

Sie ging zurück, um ihre Sachen zu holen, aber er wollte ihr nicht die Tür aufmachen. Als Emilio kam, war Pat schon fast einem Nervenzusammenbruch nahe und stand schluchzend vor dem Mietshaus. Emilio sagte, sie solle im Wagen warten. Kurze Zeit später kam er mit gepackten Koffern aus dem Haus. Er hatte das Problem »gelöst«. Der geile Bock würde sie nicht mehr belästigen. Sie fand nie heraus, was er gesagt – oder getan – hatte. Mühelos fand er eine Freundin, bei der Pat wohnen konnte, bis sie eine neue Arbeit gefunden hätte. Da waren sie bereits ein richtiges Paar. Und Pat stellte fest, dass sie mit mir schwanger war.

Erst sechzehn Tage zuvor hatten sie das erste Mal miteinander geschlafen.

Emilio war begeistert, und noch mehr waren es seine Eltern bei der Aussicht auf das erste Enkelkind. Emilio war ihr angebeteter ältester Sohn. Großmutter öffnete ihm und Pat das Haus.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte Großmutter zwei Schlafzimmer, ein riesiges Wohnzimmer, eine Küche und ein Bad, und dazu elf Kinder im Alter von neunzehn Jahren abwärts. Tante Angela hatte sich gerade erst angekündigt. Meine Eltern bekamen Großmutters und Großvaters Schlafzimmer, die Großeltern zogen nach nebenan. Die anderen mussten sich einen Platz suchen. Es war die reinste Hölle. Überall Kinder, ständiges Weinen, Rufen und Schreien. Alle schienen ständig miteinander zu streiten. Ein Hexenkessel voller kleiner hysterischer Dämonen.

»Die sind ja alle verrückt hier«, dachte Pat, aber sie lachte innerlich.

Im Grunde ihres Herzens war sie nicht verliebt in Emilio. Sie liebte immer noch Alessandro. Emilio war nur der Mann, mit dem sie sich über den anderen hinweggetröstet hatte. Er hatte ihr geholfen. Er hatte sie geschwängert.

Als ihre Schwangerschaft ein paar Wochen alt war, fuhr sie nach Blackpool und erzählte alles ihren Eltern. Die waren außer sich. Wer war der Mann, der ihr Mädchen geschwängert hatte? Wer war dieser Emilio? Sie waren, auf ihre stille, zugeknöpfte englische Art, entsetzt darüber, wie sich alles entwickelt hatte. Sie hatten gehofft, Pat wäre nach ihrem italienischen Abenteuer schnell wieder zu Hause, doch sie war zurückgekommen, um ihnen zu erzählen, dass sie schwanger war und endgültig nach Italien wollte. Ihre immer wiederkehrende Frage war: »Wer ist dieser Emilio?«

Pat antwortete ihnen nicht, weil sie selbst nicht ganz sicher war. Stattdessen meinte sie: »Er ist ein guter Mann. Er kümmert sich um mich. Ich bin glücklich.«

Tief in ihrem Inneren hoffte Pat wirklich, sie würde glücklich werden.

Als sie wieder an die Piazza Prealpi zurückkehrte, gewann sie seine Eltern und all seine Geschwister allmählich wirklich lieb und lernte viel, wenn auch nicht alles, über die Familiengeschichte. Sie fühlte sich zwischen den beiden Kulturen hin- und hergerissen, aber sie wollte dazugehören, wollte, dass alles funktionierte mit dem jungen Emilio und mit dem Baby, das unterwegs war. Einem Mann wie ihm war sie noch nie begegnet.

So sagte er zum Beispiel immer: »Lieber einen einzigen Tag wie ein Löwe leben als hundert Jahre wie ein Schaf.«

Doch auch in der Mafia gab es so etwas wie Anstand. Großmutter drängte Emilio, »zu tun, was sich gehört«.

Nur achtzehn Tage nach meiner Geburt, am 9. März 1970, wurden sie auf einem Standesamt in der Nähe der Piazza Prealpi getraut. Emilio trug einen dunklen Anzug und Pat ein schlichtes braunes Kleid, das sie in Blackpool bei C & A gekauft hatte. Großvater Rosario, der Trauzeuge war, machte ein Gesicht wie bei einer Beerdigung. Pats Eltern waren nicht dabei. Als Hochzeitsessen gab es Pasta bei Großmutter.

Da hörte Pat, wie sich ihr Mann und ihr Schwiegervater in der Küche unterhielten: »Ich mache mir Sorgen wegen deiner Frau, Emilio. Sie wird zu viele Fragen stellen. Sie ist Engländerin – sie begreift nicht, wie es bei uns zugeht. Sie kann uns Schwierigkeiten machen.«

Großvater bekam zur Antwort, dass es keine Probleme geben werde. Niemand werde sich der Familie in den Weg stellen, am allerwenigsten Pat. Alles werde weiterlaufen wie bisher.

Wie um das zu beweisen, feierte Emilio seine Hochzeitsnacht, indem er ausging und mit seinen Freunden trank und spielte. Seine Braut verbrachte die Nacht allein, kümmerte sich um das Baby – mich – und machte sich Sorgen um die Zukunft.

Emilio war geistesgegenwärtig, hatte Nerven wie Drahtseile und beherrschte fließend die Sprache der Gewalt und des Verbrechens. Er hatte all das geerbt. Denn er war genau wie seine Mutter.

Großmutter war am 14. November 1931 in San Sperato zur Welt gekommen, genau an der Spitze Kalabriens, an der Straße von Messina, gegenüber dem Ätna auf Sizilien, so weit ab von aller Zivilisation, wie man sich das nur vorstellen kann. Im Zweiten Weltkrieg hatten ihre Verwandten als Partisanen im Gebirge gekämpft, und »Partisan« in ihrer Welt bedeutete, dass sie füreinander, für sich selbst kämpften.

Sie waren berüchtigt. Verbissen kämpften sie gegen die Deutschen, gegen Mussolini. Sie waren gegen alle und jeden. Dagegen mochten sie die amerikanischen Soldaten wegen des Schwarzmarkts. Zu ihrem eigenen Vorteil machten sie Schutz, Erpressung und Schmuggel zu ihrem Geschäft. Es ging rau zu.

Sie waren Traditionalisten, hielten die Überzeugungen der ’Ndrangheta lebendig, deren schlimme Geschäfte zurückgehen bis zur Einigung Italiens im Jahr 1861. Die ’Ndrangheta brauchte keinen Geheimcode, denn der kalabrische Dialekt ist unzugänglich. In der Anfangszeit verbündeten sich die armen, aber stolzen und zornigen Kalabresen gegen die reichen Landbesitzer, die übernommen hatten, was die Armen als ihr Land betrachteten. In San Sperato lebten etwa vierhundert Menschen, und den meisten Familien gelang es, ein Stückchen Land zu ergattern.

Viel hatte sich nicht geändert, als Großmutter mit elf Geschwistern aufwuchs, in einer Familie, der es praktisch in den Genen lag, Krieg in den Hügeln Kalabriens zu führen. Sie alle lebten dicht gedrängt in einem nur halb fertig gestellten Steinhaus mit zwei Schlafzimmern. Wie die anderen Bewohner bauten die Serrainos Oliven und Zitronen an, aber sie handelten auch mit Schmuggelware, mit Zigaretten und Alkohol, meist Cognac. Den stahl man in Kalabriens großem Hafen Gioia Tauro – Italiens »Tor zur Welt« –, der von der ’Ndrangheta beherrscht wurde. Im Schatten von Melonenständen auf unbefestigten Pfaden überall im Land wurde schwunghafter Handel mit dem illegalen Alkohol und Tabak getrieben. Am Freitagnachmittag kassierte die Polizei ihre Bestechungsgelder in Naturalien, Flaschen mit Branntwein und Wein, ein paar Stangen Zigaretten,

»Schönes Wochenende«, wünschte man den Polizisten.

Das war Tradition in der Familie, das übliche Geschäft, korrupt, aber wirkungsvoll: Kontrolliere den Handel, befriedige die Nachfrage und fürchte niemanden, auch nicht die Beamten. Im Gegenteil, binde sie eng an dich, schmiere sie, besteche sie oder bring sie um. Mafia-Gesetz: Halte deine Freunde nah bei dir, deine Feinde noch näher. Das Ideal: Alle stehen auf deiner Gehaltsliste.

So funktionierte es nicht immer. Manche Polizisten, wenn auch nicht viele, waren ehrlich, unterstanden einer Art Kontrolle durch die regionale Behörde oder waren gezwungen, gelegentlich eine Verhaftung vorzunehmen. Das hieß, dass viele in und um San Sperato – denn alle hatten irgendeine Verbindung zur »schwarzen« Wirtschaft – wenigstens für kurze Zeit im Gefängnis landeten.

So erging es meinem Urgroßvater Domenico »Mico« Serraino, den man im Sommer 1947 wegen Raubüberfalls zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte. Seine anderen rund fünfzig Vergehen in diesem Jahr zog keiner in Betracht, weil sie nie in den polizeilichen Unterlagen registriert worden waren.

Domenico Serraino war bekannt als »der Fuchs«, denn List und Schläue besaß er im Übermaß. Seine Frau, meine Urgroßmutter Margherita Medora, stammte aus einer ähnlichen Familie. Sie waren Bauern, die kaum zur Schule gegangen waren, wenig Bildung hatten. Sein Horizont war eng: Söhne von Söhnen wurden auf ein Podest gehoben, Söhne von Töchtern waren der Aufmerksamkeit nicht wert. Enkel mit anderem Nachnamen durften nicht mit ihm am Tisch essen. Kamen sie in seine Nähe, verscheuchte er sie.

Die Aufgabe meiner Großmutter war, ihrem Vater Mico Lebensmittel, Zigaretten und Wein ins Gefängnis zu bringen. Während dieser Besuche erhielten die Wärter ihr »Taschengeld«. Von der äußeren Erscheinung her war sie die typische süße Sechzehnjährige, doch sie war bereits voller List und Schläue wie eine echte Kalabresin, wahrhaftig die Tochter des Fuchses. So verfügte sie über genug Selbstvertrauen, um sich mit einem jugendlich aussehenden zwanzigjährigen Gefängniswärter, der während ihrer Besuche mit ihr geflirtet hatte, auf eine Romanze einzulassen. Zwischen ihnen hatte es gefunkt. Rosario Di Giovine war neu im Gefängnis, neu in der Gegend, aber durch Blutsverwandtschaft mit dem Süden verbunden. Sein Vater arbeitete in Rom im Strafvollzugswesen. Es war kurz nach dem Krieg, und Arbeit war schwer zu finden, also hatte sein Vater ihm diesen Posten beim Staat besorgt. Berufen dazu fühlte er sich ganz gewiss nicht.

Trotzdem war ihm nicht klar, dass eine Beziehung zu Maria Serraino ihn das Leben kosten könnte. Dass schon ein kleiner Brief an sie gefährlich war.

Auf keinen Fall konnte Großmutter einen Gefängniswärter nach Hause bringen und ihn der Familie vorstellen. Da hätte sie ja gleich die Polizei mitbringen können. Doch sie fand einen Weg. Sie bot an, die Wäsche für die Gefängniswärter zu waschen, um sich ein wenig Geld dazuzuverdienen. Das benutzte sie als Ausrede, um auch nach der Entlassung ihres Vaters weiter ins Gefängnis zu gehen. Und Rosario Di Giovine lernte schnell und wusste bald, wie es in Kalabrien zugeht. Sie hielten ihre Affäre geheim, und kurze Zeit später verließ mein Großvater den Strafvollzugsdienst und mied die Cafés und Bars, in denen die anderen Beamten verkehrten. Seine Zeit im Staatsdienst blieb nicht in seinem Lebenslauf. Es war, als habe es sie nie gegeben. Stattdessen wurde er Lastwagenfahrer, eine sehr nützliche Fähigkeit in der Familie Serraino.

Rosarios Charme wurde auf eine harte Probe gestellt, denn Großmutters Vater und ihre Brüder beobachteten ihn genau. Damals wurde eine Frau nie mit einem Mann allein gelassen. Man brauchte immer eine Begleitperson. Wenn man zum Eisessen ausging, musste eine Anstandsdame dabei sein. Für Neuankömmlinge wie Großvater galt das erst recht. Als die beiden in die Berge ausrissen, merkte die Familie, was vor sich ging. Großmutter war schwanger. Es kam zu heftigen Wortgefechten zwischen Großvater und Großmutters Brüdern, doch die Umstände gewannen die Oberhand. Sie heirateten, und mein Vater Emilio kam zwanzig Tage vor Weihnachten im Jahr 1949 zur Welt. Die Dynastie Serraino/Di Giovine nahm ihren Anfang, und mit ihr die Fließbandproduktion von Babys.

In jenen Nachkriegsjahren, mit Verstecken und Heimlichtuerei, mit Diebstahl und Schmuggel, war der Überlebenskampf hart. Die Bräuche Kalabriens wurden immer respektiert. Großmutter war schnell diejenige, die alles zusammenhielt. Ständig nahm sie Streuner auf, Kinder wie Hunde. Sie war eine liebenswerte, wahrhaft freigebige Frau, aber sie konnte auch unbarmherzig sein. Wenn einer ihrer Familie etwas Schlimmes antat oder es allein an Respekt fehlen ließ, wurde er brutal zusammengeschlagen. Einfach so. Das war die Welt, in der sie von jeher gelebt hatte.

Als ihr Sohn Emilio vier Jahre alt war, nahm sein Großvater ihn mit auf eine Schlachtung. Vor Emilios Augen wurde dem Schwein die Kehle durchgeschnitten, und das Blut tropfte in einen Eimer. Nichts durfte verloren gehen, denn sie wollten Blutwürste machen. Emilio musste das Blut umrühren. Das sollte ihn abhärten. So wurden alle männlichen Nachkommen erzogen.

Im Jahr 1963 hatte Emilio schon sechs Geschwister. Da beschloss Großmutter, in Mailand müsse das Leben besser sein. Es war wie Auswandern, wie eine Übersiedlung nach Australien. Mailand war weit weg und für sie alle völlig fremd. Doch Großmutter packte ihre Koffer und ihre Kinder und zog nach Norden. Sie hatte etwas Geld gespart, und sie verfügte über List und wilde Entschlossenheit. Das Geld reichte für die Wohnung an der Piazza Prealpi, und dort startete La Signora ihre Verbrecherorganisation (die von Anfang an diese Bezeichnung verdiente).

Sie stellte Kontakt zur Unterwelt von Mailand her und verstärkte die Verbindungen ins heimatliche Kalabrien. Anfangs kamen von dort Zigaretten und Alkohol, die Währung ihres Unternehmens. Ihre Bande war ein junger wilder Haufen. Im Laufe der Zeit wurden alle Kinder einbezogen: Emilio und seine knallharten Brüder Domenico, Antonio, Franco, Alessandro, Filippo und Guglielmo. Auch seine Schwestern Rita, Mariella, Domenica und Natalina spielten gelegentlich Statistenrollen. Und die »Streuner« waren dankbar, wenn sie kleine Aufgaben erledigen durften.

Großmutter verfolgte bei allem ein Ziel; nichts geschah zufällig. Sie spricht mit einem deutlichen, schwierigen Dialekt. Er ist sehr schwer zu verstehen, wenn man nicht damit aufgewachsen ist. Und dennoch ist die Bedeutung dessen, was sie sagt, jedem immer gleich klar.

Die Piazza Prealpi, die bei schwachem Verkehr fünfzehn Minuten von Mailands Stadtzentrum entfernt liegt, war Dreh- und Angelpunkt ihres Imperiums. Der Platz beherbergte viele Marktstände mit flatternden Markisen und abblätternder Farbe, an denen man frische Grundnahrungsmittel für Frühstück, Mittag- und Abendessen kaufen konnte. An kleineren, aber geschäftigen Ständen ohne Abdeckung standen jüngere Männer und verhökerten Zeitungen, Zeitschriften, Alkohol und Zigaretten. Es war ein emsiger Markt für jeden mit Unternehmergeist, man brauchte bloß zuzupacken.

Sofort begriff Großmutter, wie viel Potenzial im Verkauf billiger Zigaretten und geschmuggelten Alkohols lag. Sie wusste, dass mit Schmuggelware ein immenser Profit zu erzielen war. Jeden Morgen hielt sie in ihrer Küche eine »Vorstandssitzung« ab. Sobald ihre Kinder ein brauchbares Alter erreicht hatten, wurden sie unterrichtet, was sie zu stehlen hatten, wo es zu stehlen war und zu wem sie das Gestohlene bringen mussten. Geh dahin. Hol dies. Tu jenes. Sprich mit dem. Komm zurück. Wenn eines der Kinder ein anderes verpfiff, wurde die Petze geprügelt. Die Regel lautete: Sag nichts, oder die Strafe wird hart sein. Das Gesetz des Schweigens, die omertà, war stärker als Blutsbande. Großmutters oberstes Prinzip lautete: »Du musst den Mund halten.«

Emilio und die anderen besuchten keine Schule. Großmutter war die Schuldirektorin, Disziplin bestand aus einem Schlag mit einem großen, fleckigen Suppenlöffel aus Holz. Ihr Erziehungsideal war: »Sorg dafür, dass sie Angst vor dir haben. Dann werden sie dich respektieren.«

Großmutter fürchtete kaum etwas. Gott vielleicht, und die katholische Kirche. Nachmittags beobachtete ich sie oft, wenn sie einen Stuhl auf die Straße stellte. Da saß sie dann ganz still mit dem Rosenkranz in der Hand, und ich bekam eine Gänsehaut, wenn ich sie beten hörte: »Gott, vergib mir, was ich heute getan habe.«

Dabei ging das Gerücht, dass sie manche Dinge noch vor Gott wusste. Auf jeden Fall zahlte sie ihm einen Anteil. Von der Familie und berufsbedingten Ausgaben abgesehen bekam nur die Kirche Geld von ihr. Tausende gab sie, vielleicht, um ihre Schuld abzutragen. Vielleicht war es auch Bestechung des Allmächtigen – vielleicht wollte sie sich einen Platz im Himmel erkaufen? Sie spendete den Nonnen und Priestern, die in Mailand für die Armen arbeiteten. Ich glaube, so fühlte sie sich besser, war überzeugt, die Dinge wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Keiner aus der Familie ging je zur Beichte, denn alle waren überzeugt, der Priester müsse dann bezahlt werden, damit er den Mund hielt. Ich weiß nicht, ob Großmutter mit Gott Handel trieb, mit allen anderen in ihrer Umgebung tat sie es jedenfalls.

Überall sonst wurden Geschäfte in aller Unbarmherzigkeit gemacht. Unvermittelt drängte Großmutter die Händler, die seit Jahrzehnten die Standbesitzer an der Piazza Prealpi belieferten. Es war ganz einfach. Großmutter war in der Lage, alles billiger zu verkaufen, und schließlich bezogen fast alle Ladenbesitzer und Markthändler an der Piazza tägliche Lieferungen zu Schleuderpreisen.

Offiziell arbeitete Großvater Rosario als grundanständiger Lastwagenfahrer. Das war eine ziemlich durchsichtige »Tarnung«, die beweisen sollte, dass die Familie ein ordentliches Einkommen hatte. Das einzig Ordentliche an diesem Leben waren die eigentlichen Fahrten – über die Grenze in die Schweiz, wo Zigaretten zu unschlagbar niedrigen Preisen zu haben waren.

Er und Emilio leiteten das Schmugglersyndikat. Emilio war erst fünfzehn, als er Chef einer Bande von zwei Dutzend Teenagern wurde, die immer wieder in die Schweiz fuhren, mit Geheimfächern unter den Rücksitzen ihres Fiat 500, die bei der Rückfahrt vollgestopft waren mit Kartons voller Schmuggelware. So wurden Tag für Tag gut zehntausend Schachteln Zigaretten bei Großmutter abgeliefert. Sie nahmen Brecheisen, um die Rücksitze nach vorn zu wuchten und an die versteckten Kartons zu kommen.

Die anderen Händler waren gehörig verärgert. Sie beschwerten sich bei der Polizei. Uniformierte Beamte wurden regelmäßige Gäste im Haus, wobei sie stets mit einem oder zwei Zwanzigerpacks Marlboros und einem Kuss von Großmutter auf beide Wangen wieder verabschiedet wurden. Als sich das auf den Revieren herumsprach, wurden die Geschenke nach und nach üppiger: Schmuck, Champagner, eine Stereoanlage. Großmutters Talent, an billige Zigaretten zu kommen und sie ohne Einmischung der Polizei weiterzugeben, brachte ihr einen gewissen Ruf in Mailand ein. Bald war sie einer der wichtigsten Hehler und handelte auch mit anderer gestohlener Ware, ob es ein Autoradio oder eine goldene Rolex war, ein Kaschmirpullover oder ein gebrauchtes Videogerät. Hatte jemand irgendwo irgendetwas geklaut, brachte er es zu meiner Großmutter. Sie hatte als Erste das Recht der Ablehnung. Brachte ihr jemand eine gestohlene Ziege, zuckte sie nicht mal mit der Wimper; sie band sie fest, fütterte sie kugelrund und verkaufte sie zehn Tage später. Es gab nichts, was Großmutter nicht kaufte, und nichts, was sie nicht mit Profit weiterverkaufte.

Und sie hatte etwas gegen Konkurrenz. Regte sich Opposition, regelte sie das auf kalabrische Art und beseitigte das Problem. Sie baute sich, in manchen Fällen mit Gewalt, einen Furcht erregenden Ruf auf. Da sie die Polizei in der Tasche hatte, drehte sich bald alles um die Di Giovines. Großmutter konnte zwar weder lesen noch schreiben, aber sie konnte Geld zählen. Sie war die Patin. Die Leute kamen zu ihr mit ihren Problemen, und sie half. Das schuf Loyalität und Kontakte.

Sie leitete ihre Organisation mit Präzision und beherrschte sie mit militärischen Regeln. Musste jemand bestraft werden, unterrichtete man Emilio. Wenn er den Abzug betätigte, hatte ihm Großmutter fünf Minuten vorher gesagt, wohin er mit der Waffe zielen sollte. Die Piazza gehörte den Di Giovines, und meine Großmutter war der Meinung, die Mistkerle sollten kapieren, wer hier der Boss war. Emilio war ihr Vollstrecker, er schlug und trat die Leute halbtot. Er war klein, nur knapp ein Meter dreiundsechzig groß, weil er als Baby allergisch auf Milch reagiert hatte. Sie hatten ihn stattdessen mit Tomaten gefüttert, und die Ärzte meinten, der Kalziummangel habe sein Größenwachstum gehemmt. Trotz seiner Statur zweifelte niemand daran, dass er tödlich sein könne. Er stand in dem Ruf, unten herum groß zu sein, gut von der Natur ausgestattet. Sein Spitzname in der Familie war Canna Lunga, langes Rohr. Seine Brüder machten Witze darüber. Er war sehr attraktiv, hatte viel Ausstrahlung. Er hatte einfach das gewisse Etwas.

Als Emilio noch jünger war, trug er Einlagen in den Schuhen, um größer zu erscheinen. Doch seine Großspurigkeit in den Straßen rührte von seinem Selbstbewusstsein her; ein kühner Napoleon war er, der niemanden fürchtete. Dummköpfe wurden einmal gewarnt, damit sie das Feld räumten, aber beim zweiten Mal mussten sie Prügel einstecken.

»Noch ein drittes Mal so eine Scheiße, und ich bring dich um.« Und so meinte er es auch.

Seine Art zeigte Wirkung, und seine furchtlose Entschlossenheit, die Gegend für die Familie zu schützen und zu kontrollieren, zog Geschäftsleute, Ladenbesitzer und Familien mit ihren jeweils eigenen Problemen an. Sie kamen zu Großmutter, ließen Geld da und warteten darauf, dass Emilio ihre Probleme löste. Damit hatte die Familie einen der einträglichsten Jobs in Mailand.

»Maria, diese Typen kommen immer wieder rein und klauen mir Sachen aus den Regalen.«

»La Signora, ein paar Kerle haben Sonntagnacht meine Bar kurz und klein geschlagen.«

»Maria, dieser Typ zwei Blocks weiter unten setzt seine Preise so niedrig an, dass ich noch pleitegehe, und dann kann ich nichts mehr von Ihnen kaufen.«

»Schicken Sie Emilio«, erklang der Chor. Zu Großmutter zu gehen hieß, die Dinge wurden effektiver und viel schneller geregelt, als wenn die Leute zur Polizei gingen – die von Großmutter sowieso dafür bezahlt wurde, dass sie sich aus allem heraushielt. Sie hatte alle Aufgabenbereiche in ihrem Königreich abgedeckt. Für Großmutter war die Gegend eine Goldgrube.

Das bedeutete allerdings, dass mein Kindergarten ein mit Waffen verteidigter Käfig war und meine Verbrecherkarriere ihren Anfang nahm, als ich erst wenige Monate alt war. Da ging ich nämlich auf meine erste Schmuggeltour. Die Polizei hat Fotos, die das beweisen.

3 Die Marlboro-Frau

»Ich habe gesagt, jagt die Scheißtüren in die Luft!«

Michael Caine als Charlie Croker,

The Italian Job – Charlie staubt Millionen ab, 1969

Als meine Mum in die Wohnung an der Piazza Prealpi zog, war dort schon alles auf Verbrechen eingestellt. Großmutter war überall in Mailand tätig. Trotz der Bestechungen drohten täglich Polizeirazzien. In der Küche gab es mindestens so viele Geheimverstecke wie Schränke und Schubladen. Unter anderem waren die Fußleisten eine einzige Aneinanderreihung von dahinterliegenden Leerräumen. Dort verwahrte Großmutter Waffen. Es gab noch weitere Verstecke – hinter Heizkörpern, in Zisternen, bei den Nachbarn – für Waffen und Bargeld. In viele dieser Verstecke passte nur der Arm eines kleinen Kindes. Meine Großmutter war der reinste Fagin – wie der Hehler und Chef einer Kinderbande in Oliver Twist kam sie mir vor.

Und die Wohnung, ihre Verbrecherhöhle, war ein summender Bienenstock. Alle wollten immer mehr – mehr Tabak, mehr Alkohol, mehr Diebesgut von Lastwagen und, immer und immer wieder, mehr Geld.

Mum war ganz benommen von dem chaotischen, verrückten Leben; oft blieben so viele Leute über Nacht, dass sie sie nicht mehr zählen konnte. Die Namen? Sie hatte immer noch Mühe mit den Namen von Dads Geschwistern. Von früh morgens bis Mitternacht tat sie kaum anderes, als zur Begrüßung zu nicken, wenn Dutzende von Fremden mit Kisten und Kartons in die Wohnung spazierten. Mum ahnte, was um sie herum vor sich ging, das Ausmaß des Ganzen konnte sie sich allerdings nicht vorstellen; auf all ihre Fragen gab es kaum je eine Antwort. Sie bedrängte meine Großeltern nicht; sie war dankbar für alles, was sie für sie und für mich taten.

Als Gegenleistung für diese Großzügigkeit half Mum im Haushalt, arbeitete mit Großmutter und mit Dads Schwestern, wenn die putzten, Wäsche wuschen, bügelten und kochten. Immer war jemand da, der auf mich aufpassen, mit mir spielen konnte. Ich bekam alle Liebe und Aufmerksamkeit der Welt.

Mum lernte Brot backen, Pasta machen und echtes italienisches Essen kochen, meist nach den Rezepten von Ada Boni, der berühmten italienischen Kochbuchautorin aus den 50er-Jahren. Am liebsten machte sie Eintopf- und Pfannengerichte wie Hühnchen Tetrazzini, eine Hähnchen-Spaghetti-Pfanne mit cremiger Käsesauce. Großmutter stand immer um sechs Uhr morgens auf und fing an zu kochen. Zwischen den Geschäften, die sie abwickelte, stand sie am Herd. Uns weckten die Essensgerüche. Dann kochte sie wieder Gerichte mit Kalb, Huhn, Fisch, und Kutteln. Sie hatte einen Gefrierschrank voll mit Fleisch und, versteckt hinter den Eiswürfeln, Plastiktüten mit Geld. In ihren Vorratsschränken lagerten Kartons voller Diebesgut. Sie kam mir oft vor wie die bekannte Fernsehköchin Delia Smith, nur dass sie einen Revolver Kaliber 38 im Gewürzregal hatte und ein paar weitere Waffen bei den getrockneten Nudeln; anstelle von Einkaufslisten gab es bei mir ganze Notizbücher voll von dubiosen Kontaktleuten für alle möglichen Aufgaben. Kochen war Therapie für Großmutter. Sie ging nie aus. Sie rauchte nicht, sie trank nicht. Ihre einzigen Interessen galten der Familie und dem Geschäft, auf kalabrische Art. Ich vergötterte sie. Immer fand sie Zeit für mich, egal welche Dramen sich gerade abspielten – und da wir eine italienische Familie waren, wussten alle bestens Bescheid über die jeweiligen Dramen. Sie waren nicht zu überhören! Es war alles sehr laut. Aber sogar der Lärm war tröstlich für mich. Er bedeutete, die Familie war um mich und ich war in Sicherheit. Dieser Lärm war meine Schmusedecke.

Großmutter machte das Mittagessen für alle, die zufällig da waren, und Mums Aufgabe war das Abendessen, zu dem sich immer mindestens zwanzig Leute einfanden. Mum bekam allmählich das Gefühl dazuzugehören. Sie sprach sehr gut Italienisch, wenn auch durchsetzt vom Dialekt der Familie, einer Mixtur der Dialekte Kalabriens und Siziliens; und wenn sie einkaufen ging, verzauberte sie die Marktleute, die sie »blonde Sizilianerin« nannten.

Doch ihr war klar, dass sie auf Dad nicht dieselbe Wirkung hatte. Sie hoffte inständig, sie würde dasselbe Herzklopfen fühlen, das Alessandro bei ihr ausgelöst hatte. Dass es zwischen ihr und Dad klappen würde. Dass er sich nicht mehr aufführen würde wie der Hansdampf in allen Gassen, der getrieben wurde von seiner Gier nach neuen Abenteuern, nach Mädchen und nach schnellen Autos. Doch was es wirklich bedeutete, das Blut der Familie Serraino/Di Giovine in sich zu haben, begriff sie nicht, und sie würde es auch nie begreifen. Die Worte Mafia oder ’Ndrangheta hörte sie zwar nie, denn die wurden nicht ausgesprochen. Es gab viel Geheimniskrämerei, aber wenn Emilio Geld mit dem Handel geschmuggelter Zigaretten verdiente, kam ihr das nicht ...

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