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Männer sind schmutzig

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Inhalt
  1. Cover
  2. Über die Autorin
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Widmung
  6. Anmerkungen der Autorin
  7. Einleitung
  8. 1. Ein weiblicher Single ist oft das ekligste Wesen der Welt
    1. Echte Frauen und Hygiene
    2. Wie die Single-Frau ihr Haus in Ordnung hält
    3. Die Single-Frau und ihre Hygiene-Gewohnheiten
  9. 2. Jeder pupst – sogar Gisèle Bündchen
    1. Girl Talk
    2. Hohe Gaskosten
  10. 3. Mehr brauchen wir zum Abendessen nicht
    1. Erdnussbutter vom Löffel
    2. Was wir vom Kochen halten
    3. Trinken und Essen
    4. Ernährungs-Sünden
    5. Die Angst vor Fett und Sport
    6. Kochen für den emanzipierten Mann
    7. Das Saubermachen nach dem Kochen ist noch ätzender als das Kochen selbst
    8. Der schmutzige Kühlschrank
  11. 4. Die Wahrheit über schmutzige Mädchen und ihre Freundinnen
    1. Ich habe ein Foto vom Penis vom Freund meiner besten Freundin gesehen
    2. Eine ehrliche Antwort
    3. Warum Mädchenhasserinnen ätzend sind
    4. Worüber Frauen und ihre Freundinnen reden
    5. Was ich über die Männer meiner Freundinnen weiß
    6. Let’s talk about sex
    7. Platonische Freundschaften
    8. Gute Freunde für Gelegenheitssex
  12. 5. Lügen, die wir den Männern auftischen
    1. Du bist der Beste, den ich je hatte, und ich habe nur mit neun Typen geschlafen
    2. Lüge Nummer eins, die wir unserem Partner präsentieren
    3. An die Lüge glauben
    4. Lügen, die wir im Bett erzählen
    5. Lügen, die wir unseren Freundinnen erzählen
    6. Lügen der Zurückweisung
  13. 6. Die Perle polieren
    1. Die Wahrheit über Frauen, Selbstbefriedigung und Pornos
    2. Frauen, die sich selbst befriedigen
    3. Die Hilfsmittel der Frauen
    4. Frauen und Pornos
    5. Die seltsamsten Plätze, an denen Frauen es treiben
  14. 7. Wie man schmutzige Mädchen aufreißt
    1. Wir sind viel komplizierter als Männer glauben
    2. Wenn Männer etwas falsch verstanden haben: Was man auf keinen Fall tun sollte, um eine Frau zu beeindrucken
    3. Wir sind oberflächlich: Kleider machen den Mann
    4. Wenn Männer mit unseren Freundinnen flirten, werden wir ärgerlich
    5. Sexy Talk
    6. Frauen und One-Night-Stands
    7. Erektile Dysfunktion (und andere peinliche Situationen bei One-Night-Stands)
  15. 8. Was Frauen im Bett wollen
    1. Leg das Kamasutra weg – den Großen Wagen mache ich mit dir heute Nacht bestimmt nicht
    2. Wie sehr sie es wollen
    3. Wie oft wollen wir es?
    4. Frauen und die gefürchtete Erektionsstörung
    5. Die Wahrheit über das Vorspiel
    6. Stellungen
    7. Dirty Talk
  16. 9. Wenn schmutzige Mädchen sich verlieben – und wieder entlieben
    1. Frauen (und Männer), die sich allzu leicht verlieben
    2. Die ewige Freundin: Frauen, die immer einen Freund haben, sind für gewöhnlich die heißesten Bräute
    3. Das wählerische Mädchen
    4. Die verbitterte Single-Frau
  17. 10. Das Endspiel
    1. Schmutzige Mädchen – glücklich bis ans Ende ihrer Tage
    2. Schmutzige Mädchen und das Heiraten
    3. Schmutzige Mädchen und Babys
    4. Der perfekte Beruf
    5. Die Realität akzeptieren und glücklich damit sein
  18. Danksagung

Über die Autorin

Gillian Telling ist Sex-Kolumnistin für die Zeitschrift Maxim, in der sie Männern erklärt, wie Frauen denken, und sie schreibt ebenfalls regelmäßig für thefrisky.com. Früher arbeitete sie für den Rolling Stone und für Details.

Gillian Telling

Männer sind schmutzig,
Frauen auch

Die nackte Wahrheit
über mein Leben als Frau

Aus dem amerikanischen Englisch von
Nicole Hölsken

Für meine vollkommen verdrehten Schwestern
Claire, Mary und Stephanie.

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Anmerkungen der Autorin

Achtung! Dieses Buch wurde von einer Frau geschrieben, die sich selbst als schmutziges Mädchen beschreibt, und sollte von anderen schmutzigen Mädchen gelesen werden – Mädchen, die es genießen, dass ihre bislang unentdeckten Geheimnisse nun schwarz auf weiß aufgedeckt werden. Es sollte eigentlich nicht von Männern gelesen werden, es sei denn, sie möchten sich sämtlicher Illusionen in Bezug auf Frauen berauben. Mädels, wenn Ihr wollt, dass Euer Partner Euch auch weiterhin für hübsch und vollkommen hält – und zwar in jeder Beziehung –, dann haltet dieses Buch unter allen Umständen von ihm fern. Wenn Ihr ihn aber über Eure ganz privaten Gewohnheiten aufklären wollt, dann könnt Ihr das Buch wie zufällig herumliegen lassen: Macht Eselsohren in die wichtigen Seiten, oder markiert bestimmte Abschnitte mit Klebezetteln. Nur denkt immer daran: Wenn er das hier liest, wird er Euch in Zukunft wahrscheinlich mit ganz anderen Augen sehen. Das kann gut sein oder auch schlecht, je nachdem, wie gern Ihr tatsächlich Sex habt. Ich hab Euch gewarnt! Und jetzt macht, was Ihr wollt.

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Einleitung

Also Mädels …

Wie Ihr wisst, sind Männer vom Mars und Frauen von der Venus. Diesen mittlerweile allseits bekannten Ausspruch hat sich vor vielen Jahren irgend so ein alter Furz ausgedacht, um Millionen von Büchern zu verkaufen, und, nun ja, er hatte einen Bombenerfolg damit. Hinzu kamen Schreibtischkalender. Und sogar diese Geschenkbücher, die keiner wirklich haben will, die man aber trotzdem jedes Jahr an Weihnachten unter dem Baum findet. Schön für den Autor. Aber noch wichtiger ist, dass er eine ganze Generation von Männern und Frauen dazu brachte, diesen einprägsamen Buchtitel für das Wort Gottes zu halten. Denn er erklärt einfach alles! Kein Wunder, dass Männer und Frauen so viele Probleme haben, wenn sie versuchen, miteinander auszukommen! Wie, zum Teufel, sollen wir Freunde oder Liebende sein, wenn wir doch offensichtlich von unterschiedlichen Planeten kommen? Männer gehören noch nicht mal zur gleichen Spezies wie wir. Sie sind Marsmenschen! Wenn wir Männer und Frauen bitten, als menschliche Wesen miteinander klarzukommen, dann ist das genauso abwegig wie einen gebürtigen Einwohner San Franciscos zu bitten, nicht mehr zu erwähnen, wie köstlich Burritos sind. Es ist einfach unnatürlich!

Aber ist es wirklich so einfach? Männer und Frauen können in der Tat sehr unterschiedlich sein, was ihre Ansichten und ihr Verhalten betrifft. Das wundert uns eigentlich nicht gerade. Aber eines habe ich in den vergangenen Jahren herausgefunden, in denen ich meine Sex-Kolumne für die Zeitschrift Maxim schrieb, für die ich unzählige Frauen über ihr Leben, ihre schmutzigen Geheimnisse und Zukunftsvisionen befragt habe: So sehr unterscheiden sich Frauen von Männern gar nicht. Sie scheinen eigentlich sogar das Gleiche zu wollen wie ihre männlichen Gegenüber: Erfolg, Gesundheit, Freundschaft, Geld, einen guten Beruf, eine intakte Familie, intakte Beziehungen, einen hübschen Körper und jede Menge tollen Sex. Frauen wollen ihren Spaß haben und sind witzig, und gleichzeitig können sie gemeine, geile und brutale kleine Ekelpakete sein.

Verstehen Sie mich nicht falsch – damit will ich nicht sagen, dass Frauen die neuen Männer sind. Wir wollen ja gar keine Männer sein. Warum sollten wir auch? Trotz eines niedrigeren Einkommens und erzwungener neunmonatiger Abstinenz während der Schwangerschaft ist es meist recht schön, eine Frau zu sein. Ich will damit sagen, dass wir den Männern ähnlicher sind, als bislang zugegeben wurde. Bis heute. Das Spiel ist aus, Schwestern. In diesem Buch entlarve ich uns als die dreckigen, witzigen, wählerischen, großzügigen, grausamen, gemeinen, schönen Biester, die wir tatsächlich sind.

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1

Ein weiblicher Single ist oft das ekligste Wesen der Welt

Eine grundlegende Wahrheit über Frauen – und wir verbringen schrecklich viel Zeit damit, dies hinter Lipgloss, tollen Frisuren und süßlich duftenden Parfümwolken zu verbergen – ist die Tatsache, dass wir häufig einfach nur widerlich sind. Damit meine ich nicht verrückt oder sexbesessen – ich meine damit, dass wir auf abscheuliche Weise eklig sind. Hier ein Beispiel: Wir besitzen doch alle eine Jeans, die wir zwar wochen- oder monatelang tragen, aber bislang nur ein- oder zweimal gewaschen haben, und wir alle nutzen unsere Bikini-Unterteile als Unterhöschen, wenn wir vergessen haben, die Wäsche zu waschen und uns die sauberen Slips ausgegangen sind (oder wir drehen die schmutzigen Unterhosen einfach auf links – oder tragen gleich überhaupt keine). Aber jahrelang haben wir derlei Fakten vor unseren Männern geheim gehalten, die denken, dass bei uns Frauen alles aufeinander abgestimmt ist und wir täglich in spitzenbesetzten BHs und Slips herumlaufen.

Sie können sich doch vorstellen, was einem naiven Mann durch den Kopf geht, wenn er so ein junges sexy Ding am anderen Ende der Bar entdeckt, das ihm verführerische Blicke zuwirft. Wahrscheinlich geht er davon aus, dass sie nach Vanille-Keksen duftet, dass ihre Lippen wie süße Torte schmecken und dass in ihrer perfekt dekorierten Wohnung jede Menge kunstvoll arrangierte Kissen auf dem Bett liegen und überall Vasen mit Tulpen herumstehen. Vielleicht hat sie sogar irgendwo selbst gemachten Zitronenkuchen für danach herumstehen.

In Wirklichkeit jedoch ist alles ganz anders. Wenn sie tatsächlich Single ist und ihn mit nach Hause nimmt, um dort mit ihm die köstlichen Freuden der Liebe zu genießen, dann sollte er auf das, was ihn in ihrer Wohnung erwartet, vorbereitet sein. Angefangen von dem leeren Kühlschrank, in dem nur zwei Flaschen Sauvignon Blanc und ein Stück Butter liegen, über den schwachen Gestank nach Katzenklo, obwohl sie anscheinend gar keine Katze hat, bis hin zu der Tür, die er nicht öffnen darf. In Wirklichkeit ist dieses Mädchen eben nicht vollkommen. Wahrscheinlich ist sie ziemlich eklig, und, offen gestanden, in vielerlei Hinsicht sogar noch viel ekliger als ihr Lover.

Das gilt zumindest für die meisten Frauen, die ich kenne.

Echte Frauen und Hygiene

Zunächst möchte ich Ihnen ein kleines Rätsel aufgeben: Können Sie sich vorstellen, dass Folgendes tatsächlich passiert, zumindest, solange niemand es mitbekommt? Eine Frau kommt um zwei Uhr morgens nach Hause, isst einen ganzen Teller Käsemakkaroni, stellt die schmutzige Pfanne ins Spülbecken und zieht sich bis auf die Socken komplett aus. Anschließend geht sie ins Bett, ohne sich die Zähne zu putzen. (Hinweis: Nö, natürlich können Sie es sich nicht vorstellen!)

Hier ist die erste Wahrheit über Frauen, die Männer nicht kennen. Wenn wir allein sind und für niemanden verantwortlich außer für uns selbst, und solange wir in der Privatsphäre unserer Wohnung sind, sind wir ziemliche Schlampen. Würde ein Mann eine Single-Frau in ihrer ganz privaten Umgebung ertappen – zum Beispiel sonntagmorgens faul auf dem Bett liegend, während sie sich im Fernsehen die neuesten Promi-News ansieht und die kalte, auf ihrer Brust liegende Pizza isst – dann würde er uns so sehen, wie wir wirklich sind: faul, und das auch noch aus Leidenschaft.

Männer vergessen das wilde Tier, das in uns schlummert, deshalb oft, weil eine Frau, die mit ihrem Freund oder ihrem Ehemann zusammenlebt, stets ihr Bestes gibt, damit das Haus in einem passablen Zustand ist und sie selbst ebenfalls einigermaßen ansehnlich wirkt: Zahnpasta, Lippenstift, frisierte Haare, gelegentliche Rasur der Beine, duschen – seufz. Am Wochenende steht sie vor neun Uhr morgens auf und kocht Kaffee, vielleicht macht sie sogar Frühstück. Sie liest die Zeitung und schlendert samstags mit ihrem Liebsten durch die Stadt, kauft mit ihm überteuerte Dinge in überteuerten Läden. Sie nimmt Worte wie »Dinner Party« und »Garderobe« in den Mund. Sie benimmt sich, als ob sie alles im Griff hätte, eine vernünftige Erwachsene mit einem durchdachten Terminplan, den sie einhalten muss. Und der Mann an ihrer Seite findet das beeindruckend und erfreulich, denn ihre Disziplin hält auch seinen inneren Schweinehund in Schach.

Die Frau, die jedoch nicht mit ihrer besseren Hälfte zusammenlebt, lässt ihrem inneren Erdferkel vollkommen freien Lauf, sobald keiner in der Nähe ist. Das sollten Sie als Mann immer bedenken, wenn Sie plötzlich beschließen, um elf Uhr an einem Sonntagmorgen vorbeizuschauen – in der Hand einen Korb mit frischen Brötchen. (Ja, uns ist schon klar, dass Ihr Männer niemals mit einem Korb frischer Brötchen an einem Sonntagmorgen vorbeikommen würdet, weshalb wir auch in Zukunft unsere Kontaktlinsen nicht einsetzen und keine Hose anziehen werden. Und seien wir ehrlich: Wenn Ihr es tätet, würden wir Euch vielleicht sogar für schwul halten.) Also, mal angenommen, Ihr würdet den besagten Brötchenkorb vorbeibringen. Wahrscheinlich würdet Ihr uns auf der Couch vorfinden: Mit der einen Hand stopfen wir uns die Fruit Loops direkt aus der Schachtel in den Mund, mit der anderen kratzen wir uns im Schritt. Kommt Euch das bekannt vor?

Wie die Single-Frau ihr Haus in Ordnung hält

Neulich fragte ich eine meiner Freundinnen, ob ich vorbeikommen und ein bisschen in ihrer Wohnung mit ihr abhängen könnte. Sie wohnt allein, und ich bringe in einem solchen Fall gern eine große Weinflasche mit. Dann sitzen wir an ihrem Küchentisch, rauchen Zigaretten und quasseln wie die Weltmeister über Arbeit, Familie, Liebe und manchmal über andere Leute, die wir kennen. Normalerweise ist ihr das immer recht, aber diesmal zögerte sie.

»Nein, du kannst nicht vorbeikommen«, sagte sie.

»Warum nicht, was machst du gerade?«, fragte ich.

»Oh, äh … ich mache sauber«, antwortete sie, was offensichtlich gelogen war.

»Abartig! Masturbierst du etwa?«, hakte ich nach.

»Nein, ich bin nur gerade sehr beschäftigt und musste ein paar Kisten kaufen und … na gut. Okay, na prima, also, in Wirklichkeit ist meine Wohnung einfach zu schmutzig für Gäste!«, gab sie zu. »Es ist widerwärtig. Ich habe etwa zwei Monate überhaupt nicht mehr sauber gemacht. Und ich glaube, ich habe die Motten.«

»Bist du sicher, dass es nicht einfach nur Käfer sind? Die hatte ich letztens in meinen Klamotten.«

»Nein, es sind eindeutig Motten«, seufzte sie. »Große, eklige, graue Motten – überall.«

»Na ja, mir machen die Viecher nichts aus, solange du dich nicht daran störst«, antwortete ich. »Ich hätte wirklich große Lust, mit dir zu quatschen.«

»Okay, na gut. Dann komm. Aber den hinteren Teil meiner Wohnung darfst du nicht betreten«, warnte sie mich.

»Kein Problem.«

»Und sag keinem, dass ich die Motten habe.«

»Schon klar, keine Sorge. Meine Lippen sind versiegelt.«

***

Meine Freundin ist nicht die einzige alleinstehende Frau auf der Welt, die ihr Haus oder ihre Wohnung so sehr verkommen lässt, dass sich dort Ungeziefer einnistet. Ich kenne zwei Lesben (ja, zwei Mädchen!), bei denen so dicke Schamhaar-Knäuel in der Ecke des Badezimmers liegen, dass selbst ein Burschenschaftler beeindruckt wäre. Wenn sie nicht gerade einen extra Kühlschrank für Wein ihr Eigen nennen und regelmäßig andere Freundinnen mit ihren Partnern einladen, sind die meisten Frauen häufig viel zu sehr damit beschäftigt, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sich mit Freunden zu treffen, im Fitnessstudio zu trainieren (okay, manchmal zu trainieren) und sich gelegentlich sogar einen Film oder etwas Kultur reinzuziehen, als dass sie noch Zeit hätten, so eine verdammte Wohnung in Ordnung zu halten. Kurz gesagt: Wir haben auch nicht mehr Zeit als jeder andere feine Manager-Fuzzi, um unser Haus wenigstens einigermaßen in Ordnung zu halten. Warum sollten wir auch, solange keiner in der Nähe ist, der unser inneres Erdferkel verurteilen könnte?

Also lassen wir es getrost bleiben!

Männern ist diese Wahrheit bislang gänzlich verborgen geblieben. Wir haben die Kunst organisierter Stapel perfektioniert und sind Meister darin, unsere Schmutzwäsche in die hintersten Winkel unserer Schränke zu stopfen, damit unser Lover sie nicht sieht, wenn er zufällig mal vorbeischaut. Außerdem wissen wir alles über die Wunder von Febrèze und Duftkerzen. (Diese wundervollen Errungenschaften wurden sicher allesamt von Mädchen wie mir und meinen Freundinnen erfunden!) Wir alle besitzen eine geheime, abstoßende Seite und sind sicher nicht alle dazu bestimmt, gute Hausfrauen zu sein. Das ist eine erlernte Fähigkeit und – ganz ehrlich – sie wurde uns manchmal erst während einer Partnerschaft aufgezwungen. Die wahre Frau ist einfach nicht in der Lage, spontan einen köstlichen Brunch aus ein paar Lebensmitteln zu zaubern, die sie zufällig noch in ihrem Kühlschrank und ihren Schränken findet. Sie hat keine Eier im Haus (höchstens ein paar alte, die sie sich nicht mehr traut aufzuschlagen), keine Milch und schon gar keinen Käse (zumindest keinen, der nicht schon Schimmel angesetzt hätte), deshalb kann sie kein Omelett zubereiten. Es existiert auch kein Paket Schinken – weder im Kühlschrank noch tiefgefroren –, das auf den aufregenden Tag wartet, da sie beschließt, den Inhalt zu verarbeiten. Vielleicht ist irgendwo noch etwas Brot zu finden, denn ein Erdnussbutter-Toast ist immer ein gutes Frühstück (oder Mittag- oder Abendessen). Ein Mann, der das große Glück hat, bei dieser Frau übernachten zu dürfen, sollte sich also darauf vorbereiten, jede Menge Geld für ein gutes Frühstück am nächsten Morgen ausgeben zu müssen.

Die Single-Frau und ihre Hygiene-Gewohnheiten

Für Single-Frauen sind die Wochenenden deshalb so außerordentlich vergnüglich, weil wir dann unsere regelmäßigen Badeorgien vergessen können. Eigentlich lieben wir nichts mehr als das. Wir sind stolz darauf, dass wir an faulen Wochenenden Seifen-Muffel sein können. Und uns nicht mit nassen Haaren herumschlagen müssen – was für ein Segen! Wenn wir unsere paar Strähnen nur zu einem fettigen Knoten oder Pferdeschwanz zusammenfassen können, sind wir glückliche Menschen. Wenn wir dann noch nicht mal Deo benutzen, unsere Achselhöhlen enthaaren, unsere Augenbrauen zupfen, unsere Ohren mit Wattestäbchen reinigen und weder Parfüm noch Make-up auftragen müssen, umso besser. Natürlich gilt dies nur, wenn wir allein oder mit Freundinnen innerhalb unserer eigenen vier Wände herumlungern. Sobald wir uns in die Öffentlichkeit begeben, bringen wir uns ganz bestimmt erst einmal wieder auf Hochglanz. Tief im Innersten sind wir vielleicht faul und regelrecht unhygienisch, aber wir sind auch eitel, und Eitelkeit schlägt Faulheit. Aber wenn niemand anwesend ist, den unser Aussehen interessieren könnte, dann ist es uns ganz bestimmt egal.

Tatsächlich bat meine Mutter mich immer darum, erst einmal zu duschen, wenn ich sie an Weihnachten in Florida besuchte. »Aber ich war gerade am Strand und habe im Meer gebadet!«, pflegte ich dann zu protestieren, und das, obwohl ich fünfundzwanzig Jahre alt war und damit alt genug, um zu wissen, dass ein regelmäßiges Bad in diesem Alter der Norm entspricht. Aber so bin ich nun einmal. Um mich davon zu überzeugen, dass ich nicht das einzige Mädel war, dem es gefiel, sich in ihrem eigenen Dreck zu suhlen, solange ich für mich war und mich nicht für ein männliches Wesen aufbrezeln musste, beschloss ich, meine makellosesten Freundinnen zu fragen, wie es um ihre Hygienegewohnheiten am Wochenende stand.

Die achtundzwanzigjährige Bianca ist eine der erfolgreichsten Frauen, die ich kenne. Sie ist klug, stark, witzig und in ihrem Job eine Koryphäe. Sie ist immer tadellos und nach der neuesten Mode gekleidet, und ihr Haar sieht stets aus wie glatt gebügelt, wobei seidige Strähnen ihr Gesicht umrahmen. Kurz gesagt: Sie ist eines dieser real existierenden Mädchen, die geradewegs einer Modezeitschrift entstiegen zu sein scheinen. Doch weil sie so witzig und nett ist, kann man ihr deswegen noch nicht einmal böse sein. Jedenfalls kenne ich Bianca schon seit Ewigkeiten und weiß, dass sie manchmal zu Medikamentenmissbrauch neigt und einmal eine Halsentzündung bekam, nachdem sie einem meiner Freunde seinen dreckigen Schwanz geblasen hatte. Kurz: In meiner Gegenwart kann sie einfach nicht so tun, als sei sie perfekt.

Deshalb gab Bianca es auch sofort zu: »Ich dusche weder samstags noch sonntags«, bekannte sie. »Es sei denn, ich habe ein Date oder will ausgehen, aber sogar dann begnüge ich mich oft mit meinem guten alten Deo und dem Ausbürsten meiner Haare. Duschen geht mir total auf den Zeiger, und nasse Haare hasse ich sowieso.«

Na bitte! Ich habe es einmal vier ganze Tage ohne Dusche ausgehalten. Wussten Sie, dass fettiges Haar sich nach drei Tagen wieder einkriegt und tatsächlich wieder einigermaßen sauber aussieht?

Aber nicht nur das regelmäßige Duschen mied ich über einen längeren Zeitraum, wenn ich das Gefühl hatte, dass es sowieso keinen gab, der sich für mein Aussehen auch nur im Geringsten interessierte. Ich rasierte mich auch nicht mehr. Das geschah keinesfalls mit Absicht oder mit dem Gedanken »Uaaahh! Ich werde mich jetzt nicht rasieren, denn es sieht ja keiner, dass ich behaart wie ein Affe bin!« Ich habe nur einfach nicht daran gedacht. Vielleicht lag auch gerade kein Rasierer herum, und ich war zu vergesslich, um einen neuen zu kaufen oder zu faul, um aus der Dusche zu treten und unter dem Waschbecken nach Ersatzklingen zu fahnden. Ich bin also ziemlich lange mit neuem Achselhöhlen-Pelz und behaarten Beinen sowie einem Busch, der geradewegs aus einem Siebzigerjahre-Porno hätte stammen können, herumgelaufen. Wir rasieren uns doch nur deshalb, weil wir flachgelegt werden wollen. Nicht weil wir uns als Frau damit besser fühlen.

Wo ich gerade beim Thema Flachlegen bin: Heutzutage reicht es nicht mehr aus, der eigenen Haarpracht von Zeit zu Zeit den Rasierer zu zeigen. Wir müssen uns regelmäßiger Fellpflege unterziehen. Puh! Für die meisten Frauen ist das ein heikles Thema. Es macht uns unwillkürlich etwas verlegen. Es ist saumäßig nervig, immer schick auszusehen. Doch wir wollen eben schön sein, seidige Beine und glänzende Haare haben und ein winziges Haardreieck in der unteren Region aufweisen, mit dem wir unsere potentiellen Sexualpartner beeindrucken können. Leider erfordert das jede Menge Arbeit, ganz zu schweigen vom Geld und von den vielen unnötigen Schmerzen. An dieser Stelle werde ich also näher auf die Prozedur des Brasilian Waxing eingehen, nur damit Ihr Mann weiß, was Sie dafür durchmachen müssen. Vielleicht wird er in Zukunft besonderen Wert darauf legen, Ihre ordentlichen, sauberen weiblichen Teile zu bewundern, ebenso wie Ihren rundherum gut gepflegten Körper. Bitte machen Sie an dieser Stelle ein Eselsohr ins Buch, und legen Sie es Ihrem Geliebten heute Abend aufs Kissen.

Kleine Pflichtlektüre für den Mann an Ihrer Seite:
Die Wahrheit über Brasilian Waxing

Rein in den Kosmetiksalon. Der Frau am Tresen sagen, dass wir zum Enthaaren der Bikinizone hier sind. Dann in jenen winzigen Raum mit dem Untersuchungstisch gehen, auf dem dieses krause Hygienepapier liegt. Hose und Slip ausziehen, während man Socken und T-Shirt anlässt (sieht peinlich aus, ist aber besser, als vollkommen nackt zu sein). Die Frau anlächeln, wenn sie hereinkommt, ihr Gesicht fünf Zentimeter über die intimsten Regionen beugt und anfängt, einen mit behandschuhten Fingern abzutasten, um das haarige Chaos richtig einzuschätzen. Sich Sorgen machen, ob man unangenehm riecht oder ihr mit der monatealten Schambehaarung das Entsetzen in die Augen treibt. Wie peinlich! So langsam werden wir nervös, denn plötzlich wird heißes (und ich meine heißes) Wachs bis wenige Millimeter vor die Schamlippen verteilt. Übelkeit, als wir merken, dass ein Tuch auf das Wachs gedrückt wird, was bedeutet, dass gleich der Schmerz kommen wird. Dann die bloße brennende Qual von den Zehen bis zu den Augäpfeln, als die Frau fünfhundert harte, lockige Haare mit einem heftigen Ruck herauszieht. Sterne sehen. Schritt umklammern. Wir wollen kotzen. Stöhnen. Bitten darum, nicht weiterzumachen. Hören sie vor sich hin gackern, als sie sagt, dass es so schlimm doch nun auch wieder nicht sei und dass da noch viele Haare entfernt werden müssten. Wiederholung der Prozedur – noch zehn Mal. Nach jedem brutalen Herausreißen, wobei wir jedes Mal sicher sind, dass uns die Haut ebenfalls abgezogen wurde, müssen wir die Demütigung ertragen, dass die Frau uns zeigt, wie viele Haare sie entfernt hat. (»Sehen Sie? Ganz viele Haare!«) Dann unglaubliche Erleichterung, wenn es endlich vorbei ist, jedoch gefolgt von absoluter Schockstarre, wenn wir erkennen, dass sie nun einzelne widerspenstige Haare von unserem Anus zupft – mit einer Pinzette. Wir versuchen, nicht zu weinen. Wir denken daran, wie gut sich der Sex anfühlen wird und wie sehr wir unserem Mann damit gefallen werden. Wir betrachten ihre Arbeit und … Oh mein Gott, ist das Blut? Plötzlich hassen wir unseren Mann und die männerdominierte Gesellschaft, in der wir leben, die uns diktiert, dass wir wie vorpubertäre Pornostars aussehen müssen. Wir verfluchen ihn und den Urwald, den er im Schambereich aufweist. Bastard. Wir werden ihn verlassen! Bezahlen fünfundvierzig Euro. Humpeln nach Hause. Versuchen die Unterwäsche von der klebrigen Vagina zu entfernen. Haben in den nächsten Wochen mit eingewachsenen Haaren zu kämpfen und dem unansehnlichen Anblick nachwachsender stoppeliger Haarpracht. Im Stillen kommen uns die Tränen, als wir erkennen, dass es mal wieder Zeit für einen weiteren Besuch bei der gemeinen Scham-Enthaarungs-Tussi ist.

***

So, jetzt wisst Ihr Männer Bescheid. Das ist für uns kein Spaß. Und es ist auch kein billiges Vergnügen. Und ja, wir geben zu, dass der Sex danach besser ist, aber vornehmlich deshalb, weil Ihr dann erheblich eher dazu bereit seid, uns längere Zeit da unten zu bearbeiten, und das finden wir wirklich toll. Aber wenn wir es nicht tun müssten, würden wir darauf verzichten. Okay, natürlich muss es niemand wirklich tun. Aber es ist mittlerweile einfach üblich, und wenn wir uns da unten nicht in irgendeiner Form zurechtstutzen lassen, fühlen wir uns wie ein Gorilla und finden den wuscheligen Naturlook nur peinlich. Wenn Ihr die Beziehung zu Eurer Partnerin also aufrechterhalten wollt, dann lobt sie am besten über den grünen Klee, sobald sie von einer solchen Prozedur nach Hause kommt. Sinkt auf die Knie und betet ihren haarlosen Altar an – bis sie es Euch gestattet, Euch wieder zu erheben, um Luft zu holen.

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Jeder pupst – sogar Gisèle Bündchen

Wir alle kennen doch irgendwelche Kinderbücher über das Pupsen. In Puuuh! Warst du das, Berti? zum Beispiel geht es um einen kleinen Jungen, der es liebt zu pupsen, und zwar wo er geht und steht. Seiner Mutter ist das peinlich, seine Schwester macht es wütend, und auch sein Vater und seine Oma reagieren entsetzt. Aber irgendwann stellt Berti fest, dass alle pupsen – wenn auch meistens heimlich. Zum Beispiel bei den Mahlzeiten: Alle sitzen und pupsen dort, wo der seinerseits ebenfalls pupsende Hund sitzt – unterm Tisch. Und sogar die kleine Schwester beteiligt sich fröhlich an diesem Spiel – ein Mädchen! Haben Sie verstanden? Sogar wunderschöne, makellose Frauen wie Gisèle Bündchen müssen ein eklig stinkendes Ei legen, nachdem sie am Abend zuvor eine ordentliche Portion Chili verputzt haben. Aber Männer wollen partout nicht glauben, dass das stimmt. Und Frauen verbringen lächerlich viel Zeit ihres Lebens mit dem Versuch, dieses Machwerk der Natur vor den Männern geheim zu halten. Ich selbst bin da keine Ausnahme.

Im ersten Jahr einer meiner Beziehungen gelang es mir, den kleinen Teufel nie in der Wohnung meines Freundes herauszulassen, nicht ein einziges Mal. Infolgedessen ertrug ich ungeheure Unterleibskrämpfe, wenn ich am Morgen zur Arbeit eilte, wo ich in aller Ruhe die Bürotoilette benutzen konnte. Gelegentlich, wenn es mich, ähm, ganz besonders zwackte, behauptete ich, Durst auf Limonade zu haben und rannte in den dritten Stock seines Wohnhauses, wo es ein Fitnessstudio, einen Getränke-Automaten und eine Toilette gab. Ich weiß nicht, ob ihn meine Menschlichkeit und mein Bedürfnis, zu scheißen, nicht sogar weniger gestört hätte als die Tatsache, dass ich um halb acht Uhr morgens Coca-Cola trinken wollte. Aber ich wollte mein Geheimnis unter allen Umständen bewahren und nahm große Mühen auf mich, damit er nicht erkannte, dass ich auch nur ein ganz normaler Mensch war und gelegentlich kacken musste. Unglücklicherweise blieb es aber doch nicht lange geheim. Ich hatte mein Dilemma, dass ich in seinen Augen hübsch und perfekt bleiben wollte, aber dennoch morgens verfluchte Bauchkrämpfe hatte, ein paar Freundinnen geschildert: »Das ist ein richtiges Problem, sag ich euch.«

»Oh bitte, warum scheißt du nicht einfach bei ihm? Jeder muss schließlich kacken!«, riefen sie. Ja, ich weiß. Aber wissen Sie, ich pupse nicht einfach nur. Ich entspanne auf dem Klo. Ich bleibe da geschlagene zwanzig Minuten sitzen und lese die Rückseiten von Shampoo-Flaschen und alte Comics. Manchmal – und das ist nun wirklich eklig – schicke ich vom Klo aus SMS oder spiele ein Spiel auf meinem Handy, wenn ich noch etwas Zeit totschlagen muss. Ich bin nicht von der Rein-Raus-Fraktion. Das war ich noch nie und werde es auch mein Lebtag nicht sein – daher meine mangelnde Bereitschaft, mein gemächliches Geschäft in seiner Wohnung zu verrichten. Außerdem geht man in der Regel nicht davon aus, dass hübsche und wohl erzogene Frauen derlei abscheuliche Dinge tun!

Ich hatte das Glück, dass einer meiner besten (und, wie sich herausstellte, grausamsten) Freunde beschloss, dass es an der Zeit war, diese Hübsch-und-perfekt-Scharade zu beenden. Eines Tages also, als wir alle gemeinsam über Neujahr eine Woche in einem Ferienhaus in Vermont verbrachten, flüsterte ich ihm zu, dass ich mich jetzt aufs Klo im Erdgeschoss zurückziehen würde, um dort im Bad etwas Zeit für mich zu verbringen. Dabei hatte ich die Cosmopolitan unter meinem T-Shirt versteckt, wie ein Junge, der sich mit einem Pornokatalog einen runterholen will.

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