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Maddrax - Folge 385

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hilfreiche Links
  4. Was bisher geschah
  5. Manege der Freaks
  6. Leserseite
  7. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer, der Daa’muren. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese für ihn so fremde Erde.

In einem „zeitlosen Raum“, der Schnittstelle vieler Paralleluniversen, kollabiert ein Tor und schleudert gefährliche Artefakte in unsere Welt. Mit einem Scanner spürt Matt die ersten davon auf und macht sie unschädlich. Doch dann verlieren er und Aruula nach einer Reise durch den Zeitstrahl ganze 16 Jahre – und treffen auf Robot-Nachbildungen historischer Führer, die „Schwarze Philosophen“ (SP) als Statthalter einsetzen. In Glasgow rettet eine junge Frau Matts Leben. Er weiß nicht, dass Xaana seine Tochter aus der Zukunft ist, mit der seine im zeitlosen Raum verschollene Ex-Freundin Xij schwanger war.

In Schottland wurde die Burg ihres Freundes Rulfan zerstört! Die SP wollen die Artefakte im Hort des Wissens rauben. Rulfan vernichtet alle und sein Sohn Juefaan schließt sich Matt und Aruula an. Er besitzt einen wandelbaren Symbionten, der sich von Blut ernährt. In der Schweiz werden sie Zeuge, wie sich im CERN-Forschungszentrum ein Wurmloch öffnet. Während Xaana zum neuen Hort des Wissens reist, treffen sie in Marseille erstmals auf die SP und erfahren von einem weiteren Statthalter, der Washington übernehmen soll: die Robot-Version von Professor Dr. Smythe, Matts totem Erzfeind! Matt und Aruula brechen nach Meeraka auf, während Juefaan die Basis des Feindes aufspüren will.

In Waashton plant Smythe bereits die Übernahme. Matt und Aruula stoßen zu den Rebellen, um Smythes Plan zu vereiteln und General Crow zu stürzen. Es kommt zur Entscheidungsschlacht, bei der auch Jacob Smythe, der mit seinem Hass auf Matt die Programmierung der SP überwunden hat, mitmischt. Am Ende ist Crow tot und von Smythe und Matt fehlt jede Spur. Letzteren findet Aruula nach sechs Tagen an Bord eines Trawlers. Was mit ihm passiert ist, weiß Matt nicht. Vergeblich versucht Aruula ihm zu helfen, seine verlorenen Erinnerungen wiederzufinden. Sie suchen nach weiteren Artefakten und stoßen auf einen Strahler, der Menschen zu Berserkern macht, aber verloren geht.

In Nepal stößt Juefaan auf das fliegende Kloster der SP, wird von ihnen entdeckt und gefangen genommen. Und nicht nur das – ihnen fällt der Meng-âmok in die Hände, die Berserker-Waffe!

Derweil holt Jacob Smythe Matt und Aruula ein und greift sie an. Dabei wird Matt vom Blitz eines hydritischen Schockstabs getroffen, was dramatische Folgen hat: Etwas in seinem Nacken brennt durch, schädigt sein Gehirn und lässt ihn kopflos fliehen. Er sucht Hilfe bei den SP und erfährt eine erschreckende Wahrheit: Er ist ein Klon, der im Auftrag der Feinde handelte – und dem Tod geweiht! Als letzte Tat verhilft er seinem Original und Aruula zur Flucht.

Manege der Freaks

von Claudia Kern

Hoch flogen die Messer in die Luft. Ihre scharfen Klingen blitzten im Sonnenlicht. Die Jongleurin fing sie geschickt auf und verneigte sich.

Der Mann auf dem Thron wuchtete seinen massigen Körper in die Höhe. „Fantastisch! Was für eine Darbietung!“ Er stieg die Stufen herab und umarmte die Jongleurin herzlich. „Großartig.“ Dabei zog er mit einer plumpen, aber geübt wirkenden Bewegung ein Messer aus den Falten seiner Toga und rammte es ihr ins Genick. Die junge Frau sackte lautlos in seinen Armen zusammen.

„Wundervoll“, flüsterte der Mann, während er sie sanft zu Boden sinken ließ. „Ganz wundervoll.“

Ende Oktober 2545

Come as you are, as you were …“ Matthew Drax sang leise vor sich hin. Aruula saß mit geschlossenen Augen neben ihm und döste. Im Rückspiegel hing eine blassgelbe Sonne tief über dem Horizont. Schneeflocken wirbelten durch die Luft. Am Morgen hatte es angefangen zu schneien. Die grauen Wolken, die dem Tag das Licht raubten, kündigten noch mehr Schnee an.

Willkommen in Washington State, dachte Matt. Dem Regenloch Amerikas.

Sein Großvater hatte eine Jagdhütte in den Regenwäldern südlich von Seattle besessen. Die Hütte gab es wohl seit Jahrhunderten nicht mehr und auch die Wälder waren verschwunden. Matt steuerte PROTO durch eine hügelige, karge Landschaft: gelbes hartes Gras, grauer Fels und Nadelbäume. An einigen geschützten Stellen lag Schnee.

Sie fuhren nach Norden, Richtung Kanada. Von den Schwarzen Philosophen hatten sie seit Hunderten von Kilometern nichts mehr gesehen. Sie durften also hoffen, dass ihr Täuschungsmanöver mit dem Klon funktioniert hatte und sie ihn für tot hielten.1) Jetzt ging es darum, möglichst rasch über die Land- und Eisbrücke von Alaska nach Russland zu gelangen und dann weiter nach Nepal. Dort hatten sie sich mit Juefaan verabredet, Rulfans Sohn, der nach dem Hauptquartier der Philosophen forschen wollte. Anhand des Symbionten, den er stets bei sich trug, würden sie ihn punktgenau lokalisieren können. Denn das lebende, formbare Gewebe war als Artefakt gekennzeichnet und wurde vom Scanner angezeigt.

Ob er inzwischen erfolgreich gewesen war? Immerhin lag es schon ein halbes Jahr zurück, dass sie sich in Marseille getrennt hatten. Hoffentlich nicht zu erfolgreich; Matt wusste um Juefaans ungestümen Charakter und hoffte, dass der Junge sich nicht zu weit vorgewagt hatte, sondern – wie versprochen – beobachtete und abwartete, bis er und Aruula zu ihm stießen.

Das Wetter war während der letzten Tage beständig schlechter geworden, die Siedlungen seltener. Doch nun sah Matthew Anzeichen einer größeren Stadt. Sie rollten ab und zu an Menschen vorbei, die Karren hinter sich herzogen oder erlegtes Wild auf den Schultern trugen. Manche sprangen beim Anblick des Amphibienpanzers erschreckt zur Seite oder fielen auf die Knie, aber die meisten blieben nur kurz stehen und gingen dann weiter. Die Menschen lebten in einer seltsamen Welt und hatten sich an seltsame Dinge gewöhnt.

„Come as you are, as you were …“

PROTO fuhr einen steilen Hügel hinauf. Durch die Cockpitscheibe sah Matt einen Mann, der unter einem Felsvorsprung hockte und auf Dörrfleisch herumkaute. Er trug einen rotweiß gestreiften Plastikkegel auf dem Kopf, an dem kleine Glöckchen hingen. Als er PROTO sah, stand er auf, nahm den Kegel ab und verbeugte sich tief. Auf seine Glatze hatte er mit Asche einen Smiley gemalt. Matt schüttelte den Kopf. Leute gibt’s …

„Come as you are, as you were …“ Seit Stunden versuchte Matt, sich an die nächste Textzeile zu erinnern. Er war mit dem Song im Ohr aufgewacht; kein Wunder, wenn er daran dachte, welcher Stadt sie sich näherten. Umso unverzeihlicher war es, dass ihm die Zeile nicht einfiel.

Sie erreichten die Hügelkuppe. Matt bremste PROTO scharf ab und richtete sich im Fahrersitz auf. Vor ihm erstreckte sich ein Tal zwischen einem halb zugefrorenen See und dem grauen Meer. Hütten lehnten an den Ruinen ausgebrannter, moosüberzogener Hochhäuser. Rauch stieg von Hunderten Feuerstellen auf und verschwand im grauen Himmel.

Zwischen den Hütten erhob sich die Space Needle, das Wahrzeichen der Stadt. Der elegant geschwungene, fast schon filigran wirkende schmale Turm ragte fast zweihundert Meter hoch in den Himmel und endete in einer untertassenähnlichen Plattform, in der sich einmal ein Restaurant befunden hatte. Die Metallspitze, die auf ihr saß, war abgeknickt, aber sonst hatte die Space Needle die Jahrhunderte erstaunlich gut überdauert.

Schlingpflanzen und Moos wuchsen auf den Metallverstrebungen und der Rauch der Feuerstellen hatte den einst weißen Turm schmutzig grau gefärbt. Matts Blick blieb am unteren Teil der Space Needle hängen, der von einem riesigen Zelt verdeckt wurde. Bunte Fahnen flatterten im Wind. Matt war zu weit weg, um Menschen erkennen zu können, aber nach der Anzahl der Rauchsäulen zu urteilen, war dies das Zentrum der Stadt.

„Seattle“, sagte er leise. „Was haben sie nur mit dir gemacht?“

Aruula gähnte und öffnete die Augen. „Sind wir schon da?“

„Fast.“ Matt sah an der Stadt vorbei zu der Ursache seines Bremsmanövers. Ein gewaltiger Gletscher erhob sich hinter Seattle. Seine Ausläufer ragten weit ins Land hinein und er war so hoch, dass er mit den Wolken zu verschmelzen schien. Er musste Hunderte Kilometer breit sein. „Die Frage ist nur“, sagte Matt, „wie kommen wir hier weiter?“

Aruula betrachtete die Eiswand durch PROTOs Scheiben. Sie sah aus wie eine gewaltige Welle, die die Siedlung unter sich hatte begraben wollen, aber mitten in der Bewegung eingefroren worden war.

Vielleicht hat Wudan dafür gesorgt, dass die Stadt verschont blieb, dachte Aruula, ohne es auszusprechen. Sie wusste, dass Maddrax Probleme mit Göttern hatte. Er hätte ihr nur erklärt, wie ein Gletscher entstand.

„Seattle war eine der besten Städte Amerikas“, sagte er gerade, während PROTO langsam den Hügel herunterfuhr. „Ich habe damals versucht, mich hier stationieren zu lassen, aber es hat nicht geklappt.“

Aruula betrachtete die Ruinen und die kleinen ärmlichen Hütten, die sich an sie lehnten. Im Schneegestöber wirkte alles grau.

„Wieso wolltest du hierher?“

Maddrax hob die Schultern. „Es war eine Stadt, die neue Impulse hervorbrachte, in der viel passierte. Grunge, Kurt Cobain … ich weiß noch genau, wo ich war, als ich von seinem Tod erfuhr.“

„Wer war er?“, fragte Aruula. Sie ahnte, dass sie nach der Antwort nicht schlauer sein würde als vorher, aber sie bemühte sich auch nach all der Zeit noch, die Welt, die er hinter sich gelassen hatte, zu verstehen. Ihre Vorfahren hatten schließlich in ihr gelebt. Es war auch ihre Vergangenheit, irgendwie.

„Ein Sänger“, sagte Maddrax. Er lenkte PROTO auf die schmale Straße, die gerade wie ein Pfeil auf die Stadt zuführte. Karren hatten tiefe Spuren in den halbgefrorenen Lehm gegraben. „Er sang in einer Band … in einer Musikantentruppe namens Nirvana. Ihre Musik drückte das Lebensgefühl einer ganzen Generation aus.“

„Wie ist er gestorben?“ Aruula entdeckte einen großen, von einer Androne gezogenen Karren, der in einiger Entfernung neben der Straße stand. Einige Männer hielten sich in seiner Nähe auf.

„Er hat sich erschossen“, sagte Maddrax.

„Wenn er so gesungen hat wie du, kann ich das verstehen.“ Es war nicht als Scherz gemeint, nur als Feststellung, aber Maddrax lachte trotzdem leise.

„Nein, hat er nicht.“

Aruula hörte die Traurigkeit hinter dem Lachen. Er würde seine Welt immer vermissen, egal, wie lange er in ihrer lebte.

Schweigend fuhren sie weiter. Aruula strich sich über die Haare. Es war eine unbewusste Geste, die ihr erst bewusst wurde, als ihre Finger die Haut ihres Nackens berührten. Sie hatte sich noch nicht daran gewöhnt, wie kurz ihr Haar jetzt war. Ihr Kopf fühlte sich leichter an, seit sie es geopfert hatte, um Maddrax zu retten, und es kitzelte nicht mehr auf ihren nackten Schultern, wenn sie sich nachts zum Schlafen hinlegte.2)

Es wird nachwachsen, dachte sie. Der Gedanke tröstete sie.

„Was ist denn da los?“ Maddrax zeigte auf den Karren, dem sie nun deutlich näher gekommen waren. Aruula sah, wie hoch er beladen war, aber nicht, was sich unter der mit groben Stricken festgezurrten Plane befand. Vier Männer standen ein paar Schritte von dem Karren entfernt im Gras. Drei von ihnen umringten einen vierten. Der hatte die Hände erhoben.

„Der Typ scheint Ärger zu haben“, sagte Maddrax und stoppte PROTO.

Er hat Ärger, nicht wir.“ Aruula legte ihm die Hand auf den Arm. „Du weißt nicht, worum es geht. Die drei Männer könnten Gesetzeshüter sein, die einen Dieb gefangen haben.“

„Oder es sind Diebe, die einen Gesetzeshüter gefangen haben.“ Maddrax lächelte. „Das werden wir erst herausfinden, wenn wir mit ihnen reden.“

Er fuhr PROTO rückwärts in eine Senke neben dem Weg. Die Männer waren nun nicht mehr zu sehen, aber dafür konnten sie den Amphibienpanzer auch nicht sehen. Aruula glaubte nicht, dass sie ihn bereits bemerkt hatten. Das Schneegestöber war dicht, der Wind heulte und die Männer waren abgelenkt.

„Du willst dich ihnen stellen?“, fragte sie.

„Warum nicht?“ Maddrax klopfte auf den Griff seiner Laserpistole. „Ist ja nicht so, als wäre ich wehrlos.“ Er zuckte die Schultern und fügte hinzu: „Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, mehr über die Stadt und ihre Bewohner zu erfahren.“

Er ließ die Rampe herunter und stand auf, bevor Aruula einen weiteren Einwand vorbringen konnte. Seufzend nahm sie ihr Schwert, das wie immer neben ihrem Sitz lag, und folgte ihm nach draußen. Sie wusste, dass sie Maddrax nicht von seinem Plan abbringen würde. Er hatte ein für ihre Welt äußerst ungesundes Gerechtigkeitsempfinden, das ihn immer wieder in Schwierigkeiten brachte. Und sie mit ihm.

Ein Teil von ihr liebte ihn dafür, dass er nicht bereit war, sich der allgegenwärtigen Barbarei anzupassen, ein anderer wünschte sich, er würde wenigstens ab und zu einfach nur den Blick abwenden.

Es war kalt. Eiskristalle knirschten unter Aruulas Stiefelsohlen, als sie in das gelbe Gras trat. In der Luft hing eine unangenehme Feuchtigkeit, die ihre Kehle zum Husten reizte. Aruula zog sich den Umhang enger um ihren Körper.

„Das Wetter war hier schon vor fünfhundert Jahren scheiße“, sagte Maddrax. Aruula verzichtete darauf, ihm zu sagen, dass es nicht ihre Idee gewesen war, auszusteigen.

Mit gesenktem Kopf kletterte sie neben ihm die Senke hinauf. Der Wind klatschte ihr Schneeflocken ins Gesicht. Sie waren so feucht, dass sie an ihrer Haut kleben blieben. Sie spürte, wie die Kälte ihr vom Nacken über den Rücken kroch und vermisste ihr langes Haar noch mehr.

Als sie die Senke hinter sich ließen, konnte Aruula den Karren und die Männer wieder sehen. Die Szene hatte sich verändert. Der kleine Mann hockte nun am Boden. Er hatte stark gelocktes, braunes Haar, das seinen Kopf wie einen Helm umschloss, und trug einen dicken Pelzumhang. Die anderen drei Männer beugten sich einschüchternd über ihn. Zwei von ihnen trugen Kurzschwerter, der dritte – bei Wudan, ist der groß! – einen Kriegshammer mit langem Holzstiel.

Aruula konnte kaum den Blick von ihm nehmen, so imposant war seine Erscheinung. Selbst Maddrax stockte einen Moment, bevor er weiterging. Der Mann war einen Kopf größer als er und doppelt so breit. Der Kriegshammer wirkte in seinen Fäusten wie ein Spielzeug, die Männer neben ihm wie Kinder.

„Je größer, desto blöder, richtig?“, sagte Maddrax über das Heulen des Windes hinweg, aber er klang nicht mehr so selbstsicher wie zuvor.

Sie kamen bis auf einen Steinwurf heran, bevor die Männer sie bemerkten. Der Riese hob den Kopf und musterte sie aus blassblauen Augen. Aruula sah die Intelligenz darin funkeln. Er war nicht blöd, ganz und gar nicht. Und noch etwas anderes fiel ihr auf. Seine Hände waren zwar vernarbt, aber sein Gesicht und der rasierte Schädel waren makellos. Niemand hatte ihn je ernsthaft verletzt.

Im Gegensatz zu ihm sah man den anderen beiden Männern die Kämpfe an, die sie ausgefochten hatten. Der Schlankere von beiden hatte nur noch ein Auge und eine Handvoll Zähne. Die Nase des Dickeren, dessen Bauch unter einer schlecht sitzenden Brustplatte hervorquoll, war so oft gebrochen worden, dass sie wie ein roter Fleischklumpen in der Mitte seines Gesichts saß. Eine lange Narbe zog sich über Stirn und Wange.

Der am Boden hockende Mann drehte den Kopf, als er den Blick des Riesen bemerkte. Seine Augen waren sanft und freundlich, seine Haut glatt. Er war kein Mann der Gewalt, das sah Aruula sofort. Er würde sich gegen den Riesen und seine Begleiter nicht durchsetzen können.

„Oh, hallo“, sagte er mit einem gezwungenen Lächeln. Blut verklebte seinen Vollbart. Seine Unterlippe war aufgesprungen. Jemand hatte ihn geschlagen.

„Hallo.“ Maddrax erwiderte das Lächeln. „Gibt es hier irgendein Problem?“

Er sprach mit dem Mann am Boden, aber er ließ den Riesen nicht aus den Augen. Aruula schlug den Umhang zurück, damit sich ihre Arme nicht darin verfangen konnten, sollte sie ihr Schwert benutzen müssen.

„Nein, alles in Ordnung“, sagte der Mann am Boden. Aruula spürte seine Angst, auch wenn er sie nach außen hin gut verbarg. „Wir reden nur ein wenig.“

„Ja? Worüber denn?“

„Dies und das.“ Der Mann hob die Schultern. „Das Wetter ist scheiße, die Steuern sind zu hoch, so was in der Art.“

„Wäre es nicht angenehmer, darüber an einem Feuer zu reden?“, fragte Maddrax. Aruula verstand, weshalb er die Unterhaltung in die Länge zog. Er versuchte, den Riesen einzuschätzen. Die anderen beiden Männer spielten keine Rolle. Es ging nur um ihn. Aber der Hüne beobachtete gleichzeitig ihn und Aruula. Sie fragte sich, was er sah.

„Es ist schön, mal rauszukommen“, sagte der Mann am Boden. „Die frische Luft tut -“

„Verpisst euch!“ Nicht der Riese unterbrach ihn, sondern Einauge. Er hatte eine unangenehme Stimme, die wie Eisen klang, von dem man den Rost kratzte.

Er hob sein Kurzschwert. Narbengesicht trat neben ihn. Den Mann am Boden beachteten beide nicht mehr. Von ihm ging keine Gefahr aus.

Maddrax legte die Hand auf den Griff seiner Laserpistole. „Und wenn nicht?“

Einauge und Narbengesicht warfen einen Blick auf den Hünen, der ruhig hinter ihnen stand und sich nicht regte.

Sie wollen wissen, ob er dabei ist, dachte Aruula.

Der Riese nickte.

Einauge stieß einen wilden Schrei aus, riss sein Kurzschwert hoch und stürmte auf Maddrax zu. Aruula hob ihren Anderthalbhänder. Es ging los.

Einauge und Narbengesicht rannten los.

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