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Maddrax - Folge 384

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hilfreiche Links
  4. Was bisher geschah
  5. Auf der Jagd nach dem Ich
  6. Leserseite
  7. Cartoon
  8. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer, der Daa’muren. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese für ihn so fremde Erde.

In einem „zeitlosen Raum“, der Schnittstelle vieler Paralleluniversen, kollabiert ein Tor und schleudert gefährliche Artefakte in unsere Welt. Mit einem Scanner spürt Matt die ersten davon auf und macht sie unschädlich. Doch dann verlieren er und Aruula nach einer Reise durch den Zeitstrahl ganze 16 Jahre – und treffen auf Robot-Nachbildungen historischer Führer, die „Schwarze Philosophen“ (SP) als Statthalter einsetzen. In Glasgow rettet eine junge Frau Matts Leben. Er weiß nicht, dass Xaana seine Tochter aus der Zukunft ist, mit der seine im zeitlosen Raum verschollene Ex-Freundin Xij schwanger war.

In Schottland wurde die Burg ihres Freundes Rulfan zerstört! Die SP wollen die Artefakte im Hort des Wissens rauben. Rulfan zerstört sie alle und sein Sohn Juefaan schießt sich Matt und Aruula an. Er besitzt einen wandelbaren Symbionten, der sich von Blut ernährt.

In der Schweiz werden sie Zeuge, wie sich im CERN-Forschungszentrum ein winziges Wurmloch öffnet. Während Xaana zum neuen Hort des Wissens reist, treffen sie in Marseille erstmals auf die SP und erfahren von einem weiteren Statthalter, der Washington übernehmen soll: die Robot-Version von Professor Dr. Smythe, Matts totem Erzfeind! Matt und Aruula brechen nach Meeraka auf, während Juefaan die Basis des Feindes aufspüren will.

In Waashton plant Smythe bereits die Übernahme. Matt und Aruula stoßen zu den Rebellen, um Smythes Plan zu vereiteln und General Crow zu stürzen. Es kommt zur Entscheidungsschlacht, bei der auch Jacob Smythe, der mit seinem Hass auf Matt die Programmierung der SP überwunden hat, mitmischt. Am Ende ist Crow tot und von Smythe und Matt fehlt jede Spur. Letzteren findet Aruula nach sechs Tagen an Bord eines Trawlers – aber was mit ihm passiert ist, weiß Matt nicht. Als sie sich auf die Suche nach den nächsten Artefakten machen, versucht Aruula ihm zu helfen, seine verlorenen Erinnerungen wiederzufinden – vergeblich. Sie stoßen auf eine Strahlenpistole, die Menschen zu Berserkern macht, aber scheinbar in den Fluten des Mississippi verloren geht.

In Nepal stößt Juefaan unterdessen auf das fliegende Kloster der SP, wird aber von ihnen entdeckt und gefangen genommen. Und nicht nur das – ihnen fällt der Meng-âmok in die Hände, die Berserker-Waffe!

Derweil holt Jacob Smythe Matt und Aruula ein und greift sie an. Dabei wird Matt vom Blitz eines hydritischen Schockstabs getroffen, was dramatische Folgen hat: Etwas in seinem Nacken brennt durch, schädigt sein Gehirn und lässt ihn kopflos fliehen.

Auf der Jagd nach dem Ich

von Oliver Fröhlich

Ende Mai 2545

Dhasen Sham kontrollierte die Anzeigen des Tanks, in dem ein nackter männlicher Körper mit geschlossenen Augen schwamm. Reinheitsgrad der Nährflüssigkeit, Herzschlag des Vitalobjekts, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Stoffwechsel – alles lag im grünen Bereich. Nur die Hirnströme verliefen flach und zeigten an, was in dem Bewusstsein des Schlafenden vor sich ging: nichts.

Noch glich es einem fast leeren, nur mit vereinzelten Erinnerungen bestückten Blatt Papier. Doch schon bald würde Dhasen Sham es beschreiben, es füllen mit einer Bewusstseinskopie des Mannes, dem der Körper im Tank mit der unfreiwilligen Hilfe eines Hydriten nachgebildet worden war.

Der Schwarze Philosoph strich über das Glas. „So finden wir also doch noch eine Verwendung für dich. Wer hätte das gedacht?“

Jahrelang hatten die Schwarzen Philosophen den nachgebildeten Leib des Zeitenwanderers Matthew Drax in einem stationären Labor in ihrer Heimat Neepal aufbewahrt, weggesperrt in einem Kryotank. Von vielen vergessen als das gescheiterte Experiment, das er war. Andere wollten ihn gar vernichten. Nur Bruder Dshy hatte darauf beharrt, den komatösen Körper aufzubewahren.

„Vielleicht ergibt sich eines Tages die Möglichkeit, ihn einzusetzen“, hatte er stets gesagt – und den Rat und vor allem den Schwarzen Mond letztlich überzeugt.

Dhasen Sham musste sich eingestehen, dass er selbst nicht an Dshys Vision geglaubt hatte. Aber er war der Erste, der zugab, dass er sich geirrt hatte.

Und nun war es endlich so weit. Die Falle für den echten Matthew Drax würde demnächst zuschnappen. Jacob Smythe, der bald seine Rolle als Statthalter von Waashton einnehmen sollte, hatte ihn plangemäß angelockt. Er würde den Zeitenwanderer überwältigen, ihn den Schwarzen Philosophen übergeben und damit die letzte Phase des Plans einläuten. Bruder Dshys Plan. Wenn sie zum Schwarzen Kloster zurückkehrten, erwartete ihn dort gewiss eine Ehrung.

Dhasen umrundete den gläsernen Tank und fragte sich, ob der Drax-Klon etwas von dem bemerkte, was um ihn herum vorging. Das Koma, in das man ihn nach dem Umzug in die Nährlösung gelegt hatte, griff nicht so tief, als dass man ihn nicht schnell daraus erwecken konnte. Also schwamm sein unfertiges Bewusstsein womöglich nur knapp unter der Oberfläche, nahe genug am Wachzustand, sodass er Dhasens Schritte in dem winzigen, langgestreckten Labor durchaus hören mochte.

Ein durchdringendes Brummen riss den Mönch aus seinen philosophischen Gedanken. Es vergingen einige Augenblicke, bis er den Laut als Alarmton erkannte.

Über der Tür zur Kontrollzentrale blinkte hektisch ein rotes Licht.

Der Schwarze Philosoph schob sich an einem Operationstisch vorbei, stieß mit dem Schienbein gegen das Gehäuse des Memoraltransformators, ignorierte den Schmerz und eilte zu der Metalltür. Da flog auch schon die zweite Schleuse, der Eingang zum Labor, auf und Bruder Dshy stürmte herein.

„Was ist geschehen?“, fragte er.

„Ich weiß es nicht.“

„Der Drax-Klon?“ Dshys besorgter Blick ging zum Nährlösungstank.

„Nein, mit ihm ist alles in Ordnung.“

„Was ist es dann?“

Wie zur Antwort schwang ihnen die Tür zum Kontrollzentrum entgegen. Bruder Llamaloi stand im Türrahmen, die Augen weit aufgerissen, Schweiß auf der Stirn. Die Narbenwulste, die er anstelle des linken Ohrs trug, seit er es bei einem Ausbildungskampf verloren hatte, glühten rot vor Aufregung. „Wir haben ein Problem mit dem Roboter!“

Sie folgten Llamaloi in den beengten Raum, der mit Rechnern, Bildschirmen, Kontrollpaneelen und Energiezellen vollgestopft war. Llamaloi ließ sich auf einen Rollschemel sinken, bugsierte sich mit einem Tritt vor einen Monitor und deutete mit zittriger Hand darauf.

Dhasen und Dshy bauten sich hinter ihm auf und schauten ihm über die Schulter.

Der Bildschirm zeigte das Gesicht eines Mannes mit hervorquellenden Augen und grauweißem, zu einem Pferdeschwanz gebundenem Haar. Jacob Smythe, der künftige Statthalter von Waashton, wenn alles glattging. Aber das tat es offenbar nicht.

Im oberen rechten Monitoreck blinkte in knallroten Buchstaben der Satz: „Verbindung wird hergestellt. Bitte warten.“

„Was soll das heißen?“, fragte Dshy, obwohl er es genau wusste.

„Wir haben ihn verloren.“ Llamaloi klang kleinlaut, als träfe ihn eine Schuld an dem, was der Bildschirm anzeigte.

„Verloren?“

„Der Konditionierungskristall arbeitet nicht mehr.“

„Das ist unmöglich!“, rief Dshy, obwohl die Schrift auf dem Monitor etwas anderes behauptete.

„Es ist bisher nie passiert“, sagte Dhasen. „Das heißt nicht, dass es unmöglich ist.“

Dshys Kopf ruckte herum. „Willst du mich belehren?“

„Ich … ich …“ Dhasen senkte den Blick und schwieg. Wenn Bruder Dshy in Rage geriet – und die unheilvolle Glut in seinen schwarzen Augen zeigte, dass genau dies geschah –, widersprach man ihm besser nicht, wenn man keinen Wert auf einen rituellen Maßregelungszweikampf legte. Seit sie gemeinsam unterwegs waren, hatte Dhasen sich dreimal darauf eingelassen – und dreimal hatte er fürchterliche Prügel bezogen. Auf ein viertes Mal konnte er gut verzichten.

„Also“, wandte sich Dshy wieder Bruder Llamaloi zu. Mit einem Mal klang seine Stimme kalt und analytisch. „Was ist los? Eine Fehlfunktion des Konditionierungskristalls?“

Der Angesprochene öffnete eine Datei. Zahlenkolonnen ratterten über einen zweiten Bildschirm. „Das ist das Protokoll des Smythe-Kristalls. Es zeigt die Ortungsdaten, den Energieverbrauch der Konditionierungsimpulse und deren Häufigkeit, den Funktionsstatus und die voraussichtliche Restnutzungsdauer der Gesamteinheit. Anhand der Werte können wir erkennen, ob …“

„Bruder Llamaloi Goyna!“, sagte Dshy. Die Kälte in seiner Stimme hätte ausgereicht, die Matthew-Drax-Kopie für Monate im Kryoschlaf zu halten. „Ich will von dir keinen Vortrag darüber, wie das System funktioniert. Ich will wissen, warum es ausgerechnet diesmal eben nicht funktioniert!“

„Natürlich. Entschuldige. Restnutzungsdauer und Funktionsstatus lieferten bis zum Verbindungsabbruch die erwarteten Werte. Eine Funktionsstörung können wir deshalb ausschließen. Dafür sticht eine andere Sache ins Auge: In den letzten Stunden, bevor wir Smythe verloren haben, erfolgte der Konditionierungsimpuls ungewöhnlich oft und verbrauchte untypisch viel Energie.“

„Willst du mir damit sagen, dieses Ding ist leer?“

Llamaloi schüttelt den Kopf. „Der Kristall verfügt über keine eigene Energieversorgung, sondern bedient sich am System seines Trägers. Nein, die Werte deuten vielmehr darauf hin, dass sich die Konditionierungseinheit häufiger und stärker als üblich gegen etwas anstemmen musste, um ihre Aufgabe zu erfüllen.“

„Gegen etwas?

„Gegen das Bewusstsein von Jacob Smythe.“

Nun endlich begriff Dhasen Sham, was Bruder Llamaloi ihnen sagen wollte. Auch Dshy schien zu verstehen. „Du meinst, unsere Brüder in Nuu’oleens haben jemanden von den Toten zurückgeholt, der zu stark ist, um ihn zu konditionieren?“1)

„Der Kristall hat dagegen angekämpft. Als es ihm selbst unter Volllast nicht gelungen ist, hat er sich vermutlich abgeschaltet.“

„Kannst du ihn reaktivieren?“

„Die Konditionierungseinheiten senden lediglich Daten. Es ist nie gelungen, sie mit einem Empfänger zur Fernsteuerung auszustatten, weil die neuronale Vernetzung …“

„Kannst – du – ihn – reaktivieren?“

„Nein.“

„Ortungsdaten?“

„Nicht seit dem Verbindungsabbruch.“

Dhasen Sham spürte Hitze in sich aufsteigen. Bruder Llamalois Behauptung, sie hätten Smythe verloren, war nicht einfach so dahingesagt gewesen. Der Roboter folgte nicht nur seinen auf dem Kristall hinterlegten Zielen und Anweisungen nicht mehr, er war mit technischen Mitteln auch nicht mehr aufzuspüren. Es war schlimm genug, dass sie jemanden wie Smythe von den Toten zurückgeholt und ihn mit einem besseren, widerstandsfähigeren Körper ausgestattet hatten, den sie nicht mehr kontrollieren konnten. Noch schwerer wog jedoch, dass soeben – nur kurz vor dem Ziel – das Projekt Drax gescheitert war.

„Was sollen wir jetzt tun?“, fragte Dhasen und rechnete im nächsten Augenblick mit einer harschen Antwort von Bruder Dshy.

Die jedoch blieb aus. Stattdessen sagte Dshy: „Ich sehe nur eine Möglichkeit.“

„Welche?“, fragten Dhasen Sham und Llamaloi Goyna gleichzeitig.

Bruder Dshy erklärte es ihnen.

Waashton, Ende Mai 2545

Als Matthew die Arena betrat, offenbarte sich ihm ein Stillleben der Zerstörung. Überall schwelten kleine Brände im Grün, schwärende Löcher von Lasertreffern prangten an Säulen und im Boden. Steinbögen waren in sich zusammengestürzt, Bänke zersplittert.

Keine Frage, hier hatte ein verbissener Kampf stattgefunden. Nur von den beiden Antagonisten war nichts zu sehen. Crow und Smythe mussten sich noch bis vor kurzem beharkt haben, aber jetzt waren nur noch die Spuren ihrer Zerstörungswut auszumachen.2)

Matt schluckte und fasste den Vircator fester. Langsam stieg er die flachen Treppen zur Mitte des Theaters hinab, sah sich nach allen Seiten um. Er hielt es für unwahrscheinlich, dass sich die beiden Androiden allzu weit vom Kampfplatz entfernt hatten. Lagen sie irgendwo auf der Lauer und tappte er ihnen direkt vor die Läufe ihrer Waffen?

Aber dieses Risiko musste er auf sich nehmen, wenn er die beiden mit seiner EMP-Waffe aufhalten wollte: den despotischen Herrscher über Waashton genauso wie den unberechenbaren Statthalter der Schwarzen Philosophen, der am heutigen Tag eigene Ansprüche auf die Stadt geltend machen wollte.

Ihr werdet die Stadt beide nicht bekommen, dachte Matt grimmig. Sie gehört den Menschen, die hier leben.

Er erreichte die Mitte der Arena und drehte sich vorsichtig im Kreis. Die Rauchschwaden gaukelten ihm Bewegungen vor, wo keine waren. Büsche, die sich zwischen den noch aufrecht stehenden Säulen im Wind bewegten, waren genauso verdächtig wie Steinquader, hinter denen man Deckung suchen konnte. Matthews Aufmerksamkeit war bis aufs Äußerste hochgefahren.

Zuerst war es nur ein leises Lachen, das durch die Theaterruine hallte, kaum mehr als ein Kichern. Matt überlief es eiskalt. Dann schwoll es immer weiter an, bis es schließlich laut und deutlich hinter einem der Pfeiler hervordrang, die früher mal zum Bühnenaufbau des Theaters gehört hatten. Aus der staubigen Luft schälte sich die Silhouette von General Arthur Crow hervor, der aus dem Schatten ins trübe Licht trat.

Der Android sah mitgenommen aus. Hautschichten blätterten im Bereich des blanken Schädels ab. Seine Uniform war zerfetzt und hing ihm in Streifen vom Leib. Und trotzdem war er immer noch eine imposante und charismatische Erscheinung.

Er schien unbewaffnet, aber daran glaubte Matt nicht. Sicher waren gut getarnte Waffen in seinen Körper integriert. Crow hielt gebührenden Abstand zu ihm, um nicht in den Schussbereich des Vircators zu gelangen. Zweifellos hatte er inzwischen mitbekommen, wozu die Waffe diente und auf welche Distanz sie ihm gefährlich werden konnte.

„Commander Matthew Drax!“, rief der General laut und lachte erneut. „Da sind Sie ja endlich! Aber ich muss Sie enttäuschen – die Party ist bereits vorbei!“

Noch immer sah Matt sich nach allen Seiten um. „Wo ist er?“, fragte er. „Wo ist Smythe?“

„Faszinierend. Genau das hat auch er gesagt, fast wortwörtlich, nur mit Ihrem Namen, als ich vor ein paar Tagen das erste Mal auf ihn traf und er versuchte, gegen mich anzukommen“, gab Crow zurück. „Sie scheinen sich wirklich zu mögen, Sie beide.“

„Wo – ist – er?“, wiederholte Matt. Er hatte keine Lust, in einen Hinterhalt zu geraten. Wenn sich die Androiden gegen ihn verbündet hatten, hatte er mehr als schlechte Karten.

„Er ist geflohen, der feige Hund!“ Crow wagte sich ein paar Schritte weiter vor. Matt hob den Lauf des Vircators und der General hielt inne. Er schien den Abstand erneut zu berechnen und machte dann sicherheitshalber doch einen Schritt zurück. Abwehrend hob er die Hände. „Oh, wir hätten sicher noch stundenlang weitermachen können. Aber es gab keinen klaren Sieger und anscheinend besaß ich mehr Ausdauer als er. Ich wollte ihm gerade nachsetzen, da tauchten Sie hier auf. Und da dachte ich mir, dass ich mir die Chance, Sie ein für alle Mal zu beseitigen, nicht entgehen lassen darf. Obwohl der Tod ja heutzutage wirklich nicht mehr das ist, was er mal war, oder?“ Mit einem süffisanten Grinsen deutete er an sich hinab.

Matt dachte an die anderen Statthalter, auf die er im Laufe der letzten Monate getroffen war. Verbrecher, Okkultisten, Massenmörder, einer schlimmer als der andere. Aber auch an Ann musste er denken.

Nein, der Tod hatte eine ganze Menge seines ursprünglichen Schreckens für ihn eingebüßt und anderen Befürchtungen Platz gemacht. Befürchtungen, nicht sterben zu können oder zu dürfen, und dass es vielleicht gar nicht in seiner Hand lag, darüber zu entscheiden.

„Es ist schon fast eine Ironie des Schicksals, dass ich Sie am Memorial Day töten werde“, fuhr Crow unbeirrt fort. „Ein Tag, an dem man sich der Toten erinnert. Und so werden auch Sie, Commander Drax, in der Erinnerung weiterleben – als ein Mann aus ferner Vergangenheit, der in der dunklen Zukunft der Erde sein Ende fand!“

Matts Blick ruckte hoch. Wie aufs Stichwort war hinter dem General ein Gleiter am Himmel aufgetaucht! Es war ein kleineres Modell als das, mit dem die Rebellen unterwegs waren, schmaler und gedrungener. Steuerte Crow das Fluggerät mit seinen Systemen fern?

Matthew Drax hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. Ein leises Summen signalisierte ihm, dass die Lasergewehre an der Unterseite des Gleiters aktiviert wurden. Gleich darauf senkte das Fluggefährt den Bug, glitt langsam näher und richtete die Mündungen auf ihn aus.

Im nächsten Moment schlugen Lasersalven rechts und links von Matt ein. Gestein und Dreck spritzten in die Höhe. Mit einem Schrei wechselte Matt den Vircator in die Linke, riss die Laserpistole hoch und schoss blindlings und ohne Hoffnung, damit einen Effekt zu erzielen, auf die Triebwerkssektion des Gleiters. Sein Finger hielt den Abzug gedrückt. Er wusste, dass nur punktgenaues Dauerfeuer etwas ausrichten konnte.

Der Laserstrahl bohrte sich in die Außenhaut des Gleiters – und schien tatsächlich etwas zu bewirken!

Crow knurrte unwillig, als er die Kontrolle über die Maschine verlor. Der Gleiter geriet ins Trudeln, schoss dabei aber weiter. Der General musste ausweichen, um nicht selbst von einer Salve getroffen zu werden.

Der Gleiter schraubte sich erst in die Höhe, hörte dann auf zu feuern und stürzte in einer engen Abwärtsspirale außerhalb des Theaters ab. Die Explosion blieb aus, aber der Boden bebte, als das Fluggefährt herab krachte.

Matt hatte den Auslöser der Laserpistole gedrückt gehalten, bis ein Warnton verkündete, dass die Energie restlos aufgebraucht war. Er ließ sie fallen und hob die Mikrowellen-Waffe.

Keinen Augenblick zu früh! Crow feuerte wieder und verfehlte Matt, der zur Seite zuckte, nur haarscharf. Doch der General hatte sich, als er selbst vor dem Gleiter in Deckung gegangen war, in eine ungünstige Position gebracht: Er stand mit dem Rücken zu einem Pfeiler und konnte nicht zurückweichen, als Matt seine Chance erkannte und losstürmte.

Nach zwei Schritten brachte er den Vircator in Anschlag und schoss.

Doch auch Crow hatte begriffen, dass Angriff die beste Verteidigung darstellte. Er schnellte aus dem Stand vorwärts und vollführte eine Rolle die Stufen hinab.

Matt konnte den konzentrierten EMP-Strahl nicht sehen, doch es war klar, dass er den Androiden verfehlt hatte. Crow vollendete die Rolle, kam auf die Beine. Fünf Meter trennten sie voneinander – und Matt konnte den nächsten Schuss nicht auslösen, bevor der Vircator sich nicht wieder aufgeladen hatte!

Vier Meter, drei …

Matthew wich so schnell wie möglich zurück, drückte stakkatoartig auf den Auslöser der Waffe.

Zwei Meter, einer …

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