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Maddrax - Folge 383

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hilfreiche Links
  4. Was bisher geschah
  5. Der Mann, der nicht sterben konnte
  6. Teil I - Die Jagd
  7. Teil II - Der Mann, der nicht sterben konnte
  8. Leserseite
  9. Leserstory - Böses Erwachen
  10. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer, der Daa’muren. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese für ihn so fremde Erde.

In einem „zeitlosen Raum“, der Schnittstelle vieler Paralleluniversen, kollabiert ein Tor und schleudert gefährliche Artefakte in unsere Welt. Mit einem Scanner spürt Matt die ersten davon auf und macht sie unschädlich. Doch dann verlieren er und Aruula nach einer Reise durch den Zeitstrahl ganze 16 Jahre – und treffen auf Robot-Nachbildungen historischer Führer, die „Schwarze Philosophen“ (SP) als Statthalter einsetzen. In Glasgow rettet eine junge Frau Matts Leben. Er weiß nicht, dass Xaana seine Tochter aus der Zukunft ist, mit der seine im zeitlosen Raum verschollene Ex-Freundin Xij schwanger war.

In Schottland wurde die Burg ihres Freundes Rulfan zerstört! Die SP wollen die Artefakte im Hort des Wissens rauben. Rulfan zerstört sie alle und sein Sohn Juefaan schießt sich Matt und Aruula an. Er besitzt einen wandelbaren Symbionten, der sich von Blut ernährt.

In der Schweiz werden sie Zeuge, wie sich im CERN-Forschungszentrum ein winziges Wurmloch öffnet. Während Xaana zum neuen Hort des Wissens reist, treffen sie in Marseille erstmals auf die SP und erfahren von einem weiteren Statthalter, der Washington übernehmen soll: die Robot-Version von Professor Dr. Smythe, Matts totem Erzfeind! Matt und Aruula brechen nach Meeraka auf, während Juefaan die Basis des Feindes aufspüren will. In New Orleans versucht das Paar ein Artefakt an sich zu bringen, das den Kontakt zum Jenseits herstellen kann. Dabei entdecken sie, dass die SP ihre Roboter mit den Seelen der Toten bestücken!

In Waashton plant Smythe bereits die Übernahme. Matt und Aruula stoßen zu den Rebellen, um Smythes Plan zu vereiteln und General Crow zu stürzen. Es kommt zur Entscheidungsschlacht, bei der auch Jacob Smythe, der mit seinem Hass auf Matt die Programmierung der SP überwunden hat, mitmischt. Am Ende ist Crow tot und von Smythe und Matt fehlt jede Spur. Letzteren findet Aruula nach sechs Tagen an Bord eines Trawlers – aber was mit ihm passiert ist, weiß Matt nicht. Als sie sich auf die Suche nach den nächsten Artefakten machen, versucht Aruula ihm zu helfen, seine verlorenen Erinnerungen wiederzufinden – vergeblich. Sie stoßen auf eine Strahlenpistole, die Menschen zu Berserkern macht, aber scheinbar in den Fluten des Mississippi verloren geht.

In Nepal stößt Juefaan unterdessen auf das fliegende Kloster der SP, wird aber von ihnen entdeckt und gefangen genommen. Und nicht nur das – ihnen fällt der Meng-âmok in die Hände, die Berserker-Waffe!

Der Mann, der nicht sterben konnte

von Sascha Vennemann

Prolog

Memorial Day, 31. Mai 2545

Rauch und Staub wirbelten durch die Luft. Die Explosionen schickten ihm Wellen heißen Windes entgegen, aber Jacob Smythe spürte sie nicht, nahm sie lediglich mit seinen robotischen Sensoren wahr. Der ohrenbetäubende Lärm der Schlacht hinter ihm auf dem Arlington Memorial Cemetery war nicht mehr als ein Hintergrundrauschen. Dort, wo seine Guule gegen General Crows Truppen den Kürzeren zogen, konnte er nichts mehr ausrichten. Und dass der gegnerische Androide ihn trotz seiner Tarnkappe, die ihn eigentlich allen Blicken entzog, anvisiert und getroffen hatte, hatte das Ende für seinen Kampf markiert.

Von der Wucht des Treffers aus Crows Laserblaster zurückgeworfen, stürzte Jacob zwischen die Säulen des kleinen Amphitheaters, in das sich der Kampf zwischen ihnen verlagert hatte. Minutenlang waren sie sich auf Augenhöhe begegnet, hatten sich gegenseitig mit all ihren Waffen beharkt, Deckung gesucht und Taktiken ersonnen. Ihre künstlichen Körper und robotischen Denkroutinen hatten in Sekundenschnelle die nächsten Aktionen berechnet.

Jacob sah sich dadurch im Vorteil, die Tarnkappe einzusetzen, ein fortschrittliches technologisches Gerät, das er in einem von Matthew Drax erbeuteten Rucksack gefunden hatte. Es machte ihn für menschliche Augen quasi unsichtbar, aber Crow schien eine Möglichkeit gefunden zu haben, ihn trotz der fehlenden optischen Eindrücke orten zu können. Möglicherweise scannte er die Umgebung nach elektromagnetischer Aktivität. Die konnte Jacob trotz Tarnkappe nicht verbergen.

Verbissen versuchte er dennoch, Crow einen kritischen Treffer beizubringen. Der General war zwar nur ein Sekundärziel bei der Eroberung von Waashton, musste aber dennoch ausgeschaltet werden.

Ich muss an ihm vorbei, wenn ich Drax erwischen will!, interpretierte er die sekündlich aktualisierte Prioritätenliste seiner Aktionen.

Dass Crow und er sich aus dem Schlachtengetümmel auf dem Friedhof abgesetzt hatten, war einem einfachen Grund geschuldet: Matthew Drax und seine Mitstreiter benutzten im Kampf Mikrowellen-Strahler, die mit gezielt abgefeuerten EMPs jede elektrische Aktivität blockierten. Nur wenige gezielte Treffer würden sowohl ihn als auch Crow lahmlegen. Letzteres käme ihm gelegen – Ersteres hingegen überhaupt nicht.

Noch immer lag Jacob auf dem Boden zwischen den Säulen. Sein Staubmantel hing in Fetzen und schwelte an einigen Stellen vor sich hin, die potenziellen Brandherde erloschen aber bald wieder.

Crows Treffer mit dem hochenergetischen Blaster war nicht ohne Folgen geblieben, das meldeten Jacobs interne Sensoren. Die Lasersalve war in seinen unteren rechten Bauchraum eingedrungen und hatte sowohl die schützende künstliche Haut als auch die darunter liegenden Mechaniken und Schaltkreise beschädigt.

Der Anblick der aufgerissenen Bauchdecke musste auf jeden Nicht-Künstlichen gespenstisch wirken. Jacob war wieder einmal froh über seine Existenz als Roboter. Als Mensch wäre er längst tot, gestorben unter unendlichen Qualen, mit zerfetzten inneren Organen. Irreparabel geschädigt.

Das Diagnoseprogramm lieferte erste Ergebnisse. Die gute Nachricht war, dass sein Gedächtnis- und Bewusstseinsspeicher keinerlei Schaden genommen hatte. Auch die Tarnkappe war von dem Treffer verschont geblieben. Er war weiterhin unsichtbar.

Was seine motorischen Fähigkeiten anbelangte … da sah es etwas weniger rosig aus. Der Schuss hatte die Datenleitungen zu seinem rechten Bein verschmort, die Mikromotoren konnten nicht mehr angesteuert werden und es gab keine sensorischen Rückmeldungen aus diesem Bereich seines Systems. Auch die Torsionsmechanik, die ihm erlaubte, seinen Oberkörper unabhängig von seinem Unterleib nach links und rechts zu drehen, war nicht mehr in Funktion. Das waren gleich zwei wichtige Systeme, auf die er im Kampf keinesfalls verzichten konnte.

Mühsam versuchte Jacob, sich aufzurichten. Er sondierte die Umgebung, war jederzeit bereit, sich wieder fallen zu lassen, sollte Crow in sein Blick- und Schussfeld gelangen.

Eine Subroutine schlug vor, die Emotion Zorn in den aktiven Speicher zu laden, und Jacob stimmte mit einem stummen Befehl zu. Seine künstlichen Stimmbänder stießen ein Knurren aus, seine Kiefer mahlten in unregelmäßigen Bewegungen. Alle restliche Energie leitete er in die noch funktionierenden motorischen Systeme. Ruckhaft kam er in den Stand.

Ich muss hier weg!, erkannte er. Wenn Crow mich noch einmal erwischt, war’s das mit meinem zweiten Leben. Er orientierte sich und rief den von ihm selbst erstellten Plan der Kanalisation von Waashton auf. Der nächste Einstieg war ein paar hundert Meter entfernt, aber die konnte er humpelnd zurücklegen. Alles, was er brauchte, war ein bisschen Zeit und genügend Deckung.

Die Tunnel der Guule unter dem Friedhof waren ihm noch nicht zur Gänze bekannt. In seinem angeschlagenen Zustand wollte er den Leichenfressern ohnehin nicht begegnen. Was würden sie wohl sagen, wenn sich ihr Anführer aus der Schlacht zurückzog, während sie weiterkämpfen sollten, bis zum letzten Mann, wie er es ihnen befohlen hatte? Nein, er musste darauf hoffen, dass Crow ihn nicht verfolgte und die Tarnkappe so lange funktionierte, bis er in Sicherheit war.

Jacob humpelte, das steife Bein hinter sich herziehend, in Richtung des Kanaldeckels, der sich inmitten einer der geteerten Straßen des Friedhofs befand.

Im Schutz von Baumstämmen und Mausoleen erreichte er sein Ziel, von allen unbehelligt. Während er den Gullydeckel zur Seite hievte, ertönten weitere Explosionen aus der Richtung des Amphitheaters.

„Ich hoffe, Drax gibt dir den Rest, Crow!“, knurrte Jacob. Die Möglichkeit, dass Crow im Gegenzug Matthew Drax erledigte, konnte er zwar nicht ausschließen, aber er wünschte es sich nicht.

Die Rache an Drax war das, was auf seiner Prioritätenliste ganz oben stand. Egal, wie oft er sie auch mit einem Update versah.

Nicht heute, dachte Jacob, während er mühsam hinab in die Dunkelheit kletterte und den Deckel wieder an seine Position zog. Nicht heute. Aber bald! Und vielleicht schlage ich dich dann mit deinen eigenen Waffen.

Dabei fuhr er unbewusst mit der Hand über seine Manteltasche, in der der stabförmige Gegenstand steckte, den Drax während des Gefechts auf dem Friedhof verloren und den Jacob sich geholt hatte …

Den Weg zurück zum Weißen Haus, in dem sein Versteck lag, beschwerlich zu nennen, wäre die Untertreibung des 26. Jahrhunderts gewesen. Jacob schleppte sich durch brackiges Wasser in halb eingestürzten Kanälen und musste darauf achten, tunlichst keine Feuchtigkeit in seine offen liegenden Systeme eindringen zu lassen. Mit seinen Einschränkungen kam er ohnehin nicht besonders schnell voran.

Unterwegs musste er sich zweimal vor einer Gruppe Guule verstecken. Beim ersten Mal handelte es sich um einen Trupp, der offenbar vom Schlachtfeld beim Friedhof zurück zur Zisterne floh, wo Jacob vor wenigen Tagen die erste Sippe auf seine Seite gezogen hatte. Die Leichenfresser rannten panisch an ihm vorbei, während er sich trotz der Tarnkappe in eine Nische drückte.

Die zweite Begegnung fand statt, als Jacob schon fast die Kellerräume des Weißen Hauses erreicht hatte. Seit seiner Flucht vom Amphitheater waren inzwischen sechzehn Stunden vergangen. Die Guule ließen keinen Zweifel daran, weswegen sie hier waren.

Jacob wich zurück, als er die knochigen Leichenfresser die Treppe aus dem Erdgeschoss des aufgelassenen und baufälligen Präsidentensitzes herunterkommen hörte.

„Ich habe euch doch gesagt, dass er nicht da ist!“, keifte ein weibliches Exemplar. Mit hängenden Schultern schlurfte es voran in den Tunnel, wo Jacob sich an die Wand gedrückt hatte und keinen Mucks von sich gab. „Der Herr hat uns allein gelassen. Wahrscheinlich war seine Magie doch zu schwach!“

„Aber er konnte von einem Augenblick auf den anderen verschwinden!“, wandte ein anderer Guul ein. Er war kleiner und jünger. Ein männliches Exemplar. „Niemand sonst konnte das! Seine Macht war unbegrenzt!“

Die Guul-Frau drehte sich um und deutete mit ausgefahrenen Krallen auf den Jungen. „Und warum sind wir dann nicht siegreich gewesen? Er hat uns Fleisch und die Herrschaft über die Stadt versprochen! Was haben wir bekommen? Tod und Leid! Ja, über mangelndes Fleisch können wir uns nicht beklagen, aber viele von uns sind nicht mehr übrig, um es zu genießen!“ Sie stieß ein schleimiges Husten aus. „Es ist wie immer: Wir sind auf uns allein gestellt. Und in Zukunft können wir niemandem mehr vertrauen. Wir können nur hoffen, dass die neuen Herren der Stadt gnädig mit uns sind und uns nicht vollständig ausrotten. Aber wenn wir den Herrn in die Finger bekommen, werde ich ihn mit Freuden zerreißen. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!“

Sie wandte sich grummelnd um, stapfte an Jacob vorbei in den Kanal und wartete nicht auf ihre Artgenossen.

Inzwischen hatte ein dritter Guul den Zugang zum Tunnel erreicht und sah der Davoneilenden mit offenem Mund hinterher. „Was hat die denn jetzt?“, fragte er den Jüngeren.

„Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich sagen: Hunger. Aber das kann nicht sein. Sie hat sich an den unzähligen Opfern des Kampfes genauso satt gegessen wie jeder von uns.“

„Hunger ist unser geringstes Problem“, meinte der andere. „Soll ich blieben und darauf warten, dass der Herr hier vorbeikommt?“

Der Junge schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht, dass das etwas nützt“, meinte er traurig. „Der Herr ist nicht mehr da. Wir sind auf uns allein gestellt.“ Noch einmal sahen die beiden Guule zurück zur Treppe, ob sich nicht doch etwas über ihnen regte, dann folgten sie ihrer Anführerin.

Jacob wartete, bis sie außer Sichtweite waren, und schlich hinauf in das Obergeschoss, in dem er seine wenigen Habseligkeiten aufbewahrte. „Einfältige Biester!“, knurrte er leise. „Anstatt sich zurückzuziehen und ihre Wunden zu lecken, versuchen sie mich zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Für wen halten die sich?“

Kaum hatte er das Zimmer erreicht, ließ er sich zu Boden sinken. Seine Energiereserven waren fast vollständig aufgebraucht, er musste sich dringend regenerieren. Normalerweise luden sich seine Speicher durch seine eigene Bewegungsenergie wieder auf, aber er konnte auch auf externe Quellen zugreifen.

Jacob nahm eines der Lasergewehre von seiner Schulter, öffnete die Kammer mit der Energiezelle und schloss sie an seinen Energiekreislauf an. Das würde ihm über die nächsten Stunden helfen.

Der robotische Statthalter sammelte die feinmechanischen Werkzeuge zusammen, die er schon für die Reparatur der Tarnkappe benutzt hatte, lud seinen eigenen Bauplan aus dem Gedächtnisspeicher und begann mit der Wiederherstellung seiner selbst.

TEIL I – DIE JAGD

Waashton, 6. Juni 2545, ca. eine Woche später

Es war eine langwierige Prozedur gewesen. Stunde um Stunde hatte Jacob Smythe damit zugebracht, die defekten Systeme zu reparieren, verschmorte Kabelknäuel auseinanderzunehmen, abzuisolieren und erneut miteinander zu verbinden. Mit dem wenigen Material, das ihm zur Verfügung stand, war es ihm nicht gelungen, sich komplett in den Ursprungszustand zu versetzen, aber er konnte wieder gehen und, was noch wichtiger war, kämpfen!

Einen weiteren Tag hatte er sich Zeit genommen, den seltsamen Stab, den er Matthew Drax abgenommen hatte, genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein Unterfangen, das ihn vor unerwartete Probleme gestellt hatte, denn die Technik hinter dem Gerät, das augenscheinlich eine Waffe darstellte, war ihm völlig unbekannt.

Dass es sich um eine Waffe handelte, hatte er auf herkömmliche Weise herausgefunden: indem er sie aktivierte. Glücklicherweise hatte der Abstrahlpol des Stabs gerade von ihm fort in den Raum hinein gezeigt, als sich gelblich-grüne Blitze aus der Spitze lösten und durch die Luft zuckten, einen Geruch nach Ozon hinterlassend. Die registrierten Messwerte der Energieentladung waren enorm. Sie konnte einen Menschen nicht nur lähmen – der Schock der elektrischen Ladungen konnte auch zum Herzstillstand und damit zum Tod führen.

Jacob beschloss, die ungewöhnliche Waffe nur im Notfall einzusetzen und sich ansonsten auf seine Laser und seine Körperkraft zu verlassen. Solange er nicht wusste, woher oder wie die Waffe ihre Energie bezog, wollte er sie nicht voreilig leer schießen. Und sollte sich die Gelegenheit ergeben, Matthew Drax entgegen zu treten … Nun, dafür musste er ihn erst einmal finden.

Schon am frühen Morgen hatte Jacob das Weiße Haus verlassen, war über den Holzzaun geklettert, der die zum Teil abgebrannte Ruine umgab, und hatte sich Richtung Pentagon begeben, um sich einen Überblick zu verschaffen, was in den Tagen seiner Abwesenheit geschehen war. Erneut trug er die Tarnkappe und hoffte so ein paar Bürger der Stadt belauschen zu können.

Das Erste, was ihm auffiel, waren die fehlenden Patrouillen. Noch vor einer Woche hatte es in der Stadt vor Schatten gewimmelt, jenen chipgesteuerten Soldaten General Arthur Crows, die weder Erschöpfung noch Schmerz kannten. Sie rekrutierten sich aus der Bevölkerungsgruppe der Jellos, welche Crow und seine Wissenschaftlerin Angelica Ironside aus El’ay mitgebracht hatten, als sie vor nunmehr sechzehn Jahren die Macht über Waashton an sich rissen.

Jacob sah nur wenige Menschen auf den Straßen, die sich auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz befanden, aber eine durchgehende militärische Präsenz schien es nicht mehr zu geben. Jacob dachte sich seinen Teil: Er selbst war es gewesen, der per Signalgeber die Chips der Schatten deaktiviert und sie wieder anfällig für Schmerz und Erschöpfung gemacht hatte. Alle Ersatzgeräte hatten die Guule, die sich ins Pentagon geschlichen hatten, in die Luft gejagt. Er musste an seinen kurzzeitigen Guul-Adjutanten Gorn denken, den er mit seinen besten Freunden ohne deren Wissen auf diese Selbstmordmission geschickt hatte.

Er trauerte den Leichenfressern nicht nach, sondern gab sich künstlich generierter Schadenfreude hin, weil der perfide Plan aufgegangen war. Ironside war durch seine Hand gestorben, Crow dadurch möglicherweise emotional geschwächt gewesen – schließlich verfügte der Androide anders als Jacob über einen aktivierten Gefühlschip.

Jacob ging aufmerksam durch die Straßen und suchte sich einen Mann heraus, der sich mit geschulterten Waren anscheinend zu einem Marktplatz aufmachte. Wo mehrere Leute zusammenkamen, wurde getratscht und sich über Tagesgeschehen ausgetauscht, also folgte Jacob ihm. Das Pentagon konnte er danach auch noch aufsuchen, obwohl er nicht sicher war, ob das überhaupt Sinn machte.

Beim letzten Versuch war er trotz der Tarnkappe aufgrund seiner elektromagnetischen Ausstrahlung von Sensoren entdeckt worden.

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