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Maddrax - Folge 382

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hilfreiche Links
  4. Was bisher geschah
  5. Kriegspläne
  6. Leserseite
  7. Die MADDRAX-Galerie
  8. Cartoon
  9. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer, der Daa’muren. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese für ihn so fremde Erde.

In einem „zeitlosen Raum“, der Schnittstelle vieler Paralleluniversen, kollabiert ein Tor und schleudert gefährliche Artefakte in unsere Welt. Mit einem Scanner spürt Matt die ersten davon auf und macht sie unschädlich. Doch dann verlieren er und Aruula nach einer Reise durch den Zeitstrahl ganze 16 Jahre – und treffen auf Robot-Nachbildungen historischer Führer, die „Schwarze Philosophen“ (SP) als Statthalter einsetzen. In Glasgow rettet eine junge Frau Matts Leben. Er weiß nicht, dass Xaana seine Tochter aus der Zukunft ist, mit der seine im zeitlosen Raum verschollene Ex-Freundin Xij schwanger war.

In Schottland wurde die Burg ihres Freundes Rulfan zerstört! Die SP wollen die Artefakte im Hort des Wissens rauben. Rulfan zerstört sie alle und sein Sohn Juefaan schießt sich Matt und Aruula an. Er besitzt einen wandelbaren Symbionten, der sich von Blut ernährt.

In der Schweiz werden sie Zeuge, wie sich im CERN-Forschungszentrum ein winziges Wurmloch öffnet. Während Xaana zum neuen Hort des Wissens reist, treffen sie in Marseille erstmals auf die SP und erfahren von einem weiteren Statthalter, der Washington übernehmen soll: die Robot-Version von Professor Dr. Smythe, Matts totem Erzfeind! Matt und Aruula brechen nach Meeraka auf, während Juefaan die Basis des Feindes aufspüren will. In New Orleans versucht das Paar ein Artefakt an sich zu bringen, das den Kontakt zum Jenseits herstellen kann. Dabei entdecken sie, dass die SP ihre Roboter mit den Seelen der Toten bestücken!

In Waashton plant Smythe bereits die Übernahme. Matt und Aruula stoßen zu den Rebellen, um Smythes Plan zu vereiteln und General Crow zu stürzen. Es kommt zur Entscheidungsschlacht, bei der auch Jacob Smythe, der mit seinem Hass auf Matt die Programmierung der SP überwunden hat, mitmischt. Am Ende ist Crow tot und von Smythe und Matt fehlt jede Spur. Letzteren findet Aruula nach sechs Tagen an Bord eines Trawlers – aber was mit ihm passiert ist, weiß Matt nicht. Als sie sich auf die Suche nach den nächsten Artefakten machen, versucht Aruula ihm zu helfen, seine verlorenen Erinnerungen wiederzufinden – vergeblich. Sie stoßen auf eine Strahlenpistole, die Menschen zu Berserkern macht, aber scheinbar in den Fluten des Mississippi verloren geht.

In Nepal stößt Juefaan unterdessen auf das fliegende Kloster der Schwarzen Philosophen, wird aber von ihnen entdeckt und gejagt.

Kriegspläne

von Christian Schwarz

2545, Sindhupalchok-Tal, Neepal

Juefaan starrte mit zusammengekniffenen Augen auf die fünf schwarzen Luftschiffe. Sie hatten das fliegende Kloster verlassen und kamen schnell näher. „Die halten tatsächlich direkt auf uns zu“, murmelte Nadd und hielt die Schnellfeuerarmbrust schussbereit.

Eine hohle Lautsprecherstimme ertönte und hallte von den umliegenden Bergen wider. „Die schwarzen Dämonen wollen, dass wir uns nicht rühren“, übersetzte Ten-Zing mit zitternder Stimme.

„Das würde denen so passen“, erwiderte Nadd, legte die Armbrust an und schoss einen Bolzen ab. Er traf das vorderste Luftschiff. Die Antwort war ein gleißend heller Laserstrahl, der Ten-Zing aus dem Sattel seines Yakks holte.

„Meerdu!“, fluchte Juefaan in der Sprache der Wandernden Völker. Er hatte alle Mühe, sich auf dem Rücken seines sich aufbäumenden Yakks zu halten. Bevor es ausbrechen konnte, zog er an einem Hebel seitlich des Sattels. Damit aktivierte er den Zwingriemen, einen Teil des Geschirrs, der dem riesigen, zotteligen Tier mit dem breiten Schädel die Luft abdrehte. Es kam auf die Beine zurück und stand schlagartig still. Seine Flanken begannen zu zittern.

Juefaan, der noch immer das Zischen des Strahlschusses im Ohr hatte, löste den Zwingriemen und lenkte das Tier mit dem Zügel in eine Drehbewegung. Dabei nahm er mehrere Eindrücke gleichzeitig wahr. Auch Nadd und Haruun, seine beiden verbliebenen Begleiter, versuchten ihre Mauler unter Kontrolle zu bekommen. Sie stellten sich sehr geschickt an, dabei konnte Nadd nur eine Hand benutzen, weil er in der anderen die Armbrust hielt. Er stieß dabei beruhigende Laute aus.

Ten-Zings Yakk rannte derweil schnaubend über eine Geröllhalde davon. Dummerweise galoppierte das Transporttier mit den Vorräten, das Ten-Zing gehalten hatte, mit grotesken Ausschlagsprüngen hinterher.

Der Noorgai war tot, das sah Juefaan schon mit einem Blick. Ten-Zing lag auf dem Rücken. Dort, wo einmal sein Gesicht gewesen war, befand sich eine schwarze, rauchende Masse. Auch der Hals und ein Teil der Brust waren verbrannt.

Die Lautsprecherstimme quäkte weiterhin, während die Luftschiffe nun ausschwärmten und in breiter Phalanx näher kamen. Sie waren nicht mehr weiter als eine halbe Bolzenschussweite entfernt. Juefaan schätzte sie auf sechs Meter Länge. Jedes Schiff hatte drei Luftschrauben am Heck, eine größere und zwei kleinere. Die Piloten, die allesamt orangefarbene Gewänder trugen, saßen in kleinen Gondeln, die frontal und vorne seitlich durch Hartglas oder Plastik geschützt waren.

„Wir müssen fliehen!“, übertönte Juefaan die Lautsprecherstimme.

„Die sind verflucht schnell“, gab der hünenhafte Haruun zurück. „Ich fürchte, die kriegen uns am Arsch.“

Juefaan überlegte fieberhaft. Sollte er versuchen, seinen Symbionten einzusetzen? Aber damit hätte er nur einen der Zeppeline angreifen können, während ihn die restlichen garantiert unter Beschuss genommen hätten. Stünde ihm doch nur die Tarnkappe zur Verfügung, die er zusammen mit Maddrax und Aruula in Marseii gefunden …

Da traf ihn ein Geistesblitz. „Wir müssen versuchen, in die tiefhängende Wolke zu kommen!“, rief er seinen Begleitern zu. Sie hatten den nebligen Dunst erst vor wenigen Minuten hinter sich gelassen. „Das ist unsere beste Chance!“

Im nächsten Moment zog er sein Yakk herum. Er brauchte es nur noch in die richtige Richtung zu lenken, den Rest erledigte der natürliche Fluchtinstinkt des Tieres. Aus den Augenwinkeln sah er, dass Nadd und Haruun ihm folgten. Wie er selbst versuchten sie sich dabei eng an der linken Felswand zu halten, weil sie so wenigstens für einige Sekunden im toten Winkel waren.

Das Yakk kam etwas schwer in Fahrt, sodass die beiden Pakistaani an Juefaan vorbei zogen. Der beugte sich flach über den Rücken seines Reittiers und hatte nur noch die Felsnase im Blick, um die sie zuvor gebogen waren. Die mussten sie erreichen, dahinter gab es zerklüftetes Felsengelände, durch das sie es vielleicht bis zu der Wolke schaffen konnten.

Steine flogen unter den klappernden Hufen weg, die Tiere schnaubten, Juefaan trieb sein Yakk mit wilden Schreien an. Er schickte Stoßgebete zu Wudan, denn ihre Flucht war ein äußerst gefährliches Unternehmen und konnte abrupt in einem Lasertreffer enden.

Nadd und Haruun lenkten ihre Tiere bereits um die Felsnase, Juefaan hatte noch ein paar Meter vor sich. Er roch die starke Ausdünstung des Yakks, das zudem im Rhythmus des Laufens grunzte. Hinter ihm blitzte es sonnenhell. Mit einem Zischen schlug der Laserstrahl knapp neben ihm ein. Steinsplitter flogen, trafen ihn schmerzhaft an Oberkörper und Bein und ließen das Yakk zur Seite ausbrechen. Glücklicherweise zu der, auf der sich die Felsnase befand. So bekam es Juefaan mit Mühe und Not um die Ecke.

Hinter ihm schlug ein weiterer Laserstrahl ein, richtete aber keinen Schaden an.

Nadd und Haruun galoppierten halsbrecherisch und mit lauten Schreien über die zerklüftete Landschaft, zwängten ihre Mauler durch schmale Hohlwege und unter überhängenden Felsen hindurch. Juefaan hatte Mühe, an ihnen dranzubleiben. Als das Gelände es erlaubte, warf er einen Blick über die Schulter.

Und erschrak trotzdem, obwohl er mit einem solchen Anblick natürlich gerechnet hatte. Drei der schwarzen Zeppeline schoben sich soeben in breiter Front über den Bergrücken.

Die sehen mich noch …

Nadd und Haruun waren gerade hinter einer Steilwand verschwunden.

Wieder blitzte es auf. Der Laserstrahl ging weit über Juefaan hinweg und ließ eine kleine Felsnadel explodieren.

Schossen die Schwarzen Philosophen etwa ohne automatische Zielvorrichtung? Das erhöhte seine Chancen etwas. Der zweite Schuss musste aus einem anderen Luftschiff kommen, denn er schlug weit vor Juefaan ein.

Sie hatten noch etwa hundert Meter freies Gelände bis zu dem Nebelfeld zu überwinden. Seine Freunde galoppierten bereits über das Geröllfeld, Haruun voraus, Nadd dahinter; ihr Abstand zu Juefaan betrug sicher zwanzig Meter.

Rulfans Sohn biss die Zähne zusammen, als er erneut einen Blick über die Schulter warf. Die Luftschiffe waren höchstens noch hundert Meter hinter ihnen, holten aber rasch auf. Ein weiterer Schuss zischte über ihre Köpfe hinweg und ließ die Steine seitlich vor ihnen aufspritzen. Der nächste saß besser: Er traf Nadds Mauler an der Hinterflanke!

Das Tier rutschte hinten weg und knallte seitlich auf den Boden. Nadd hatte Glück und wurde vom Rücken heruntergeschleudert, sonst wäre er in die Reichweite der wirbelnden Hufe geraten. Noch selten hatte Juefaan ein Tier so grässlich schreien hören.

Nadd, der noch immer seine Armbrust hielt, lag mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden.

Juefaans Yakk preschte an dem sterbenden Mauler, dessen komplette Flanke schwarz verbrannt war, vorbei. So schnell hatte er nicht mehr reagieren können. Jetzt aber zog Juefaan das Tier in eine scharfe Kurve. Dabei kam es fast zum Stehen. „Reite weiter, Haruun, ich hole ihn!“, brüllte er nach vorne und trieb das Yakk wieder an.

Juefaan versuchte seine aufkommende Panik zu unterdrücken, als er auf Nadd zuritt. Die schwarzen Luftschiffe hingen wie ein dreifaches Verhängnis über dem Geröllfeld, und ein weiteres tauchte gerade hinter ihnen auf. Zumindest Nadd bot jetzt ein gutes Ziel.

Doch der Kleinwüchsige dachte gar nicht daran, ein gutes Ziel abzugeben. Als er nach mühsamem Hochrappeln stand, riss er seine Armbrust hoch, repetierte mit dem Handhebel den Bolzen in die Schiene, legte an und schoss auf eines der Schiffe. Er traf es in die Hülle, repetierte erneut, schoss, traf wieder und rannte dann geduckt zur Seite. Gerade noch rechtzeitig. Wo er eben gestanden hatte, schlug der nächste Laserstrahl ein.

Das Yakk stieg grunzend auf, dann hatte Juefaan es wieder unter Kontrolle. Wilder Triumph stieg in ihm hoch, als er das getroffene Luftschiff tatsächlich abschmieren sah. Er wusste ja, dass Nadds Geschosse eine enorme Durchschlagskraft hatten, dass die Bolzen aber ausreichen würden, um eine Ballonhülle ausreichend zu beschädigen, hatte er nicht vermutet. Vermutlich hatte er ein Kontrollgerät oder eine Leitung getroffen.

Nadd sah, was Juefaan vorhatte. Er blieb stehen, schoss erneut und verschaffte sich so Respekt. Die beiden unbeschädigten Luftschiffe drifteten nach links und rechts ab, um aus der Schussweite zu kommen, das dritte hielt sich immerhin knapp über dem Boden, ohne abzustürzen.

Juefaan trabte an Nadd vorbei, beugte sich nach unten und streckte ihm die Hand hin. Der Zwerg ergriff sie. Juefaan zog ihn mit einem Ruck hoch. Nadd machte das sehr geschickt. Er nutzte den Schwung, warf sein linkes Bein über den Yakkrücken und saß gleich darauf hinter Juefaan. Während er mit der Linken die Armbrust festhielt, umklammerte er mit der Rechten die Hüfte seines Retters.

Zwei Laserschüsse schlugen noch einmal gefährlich nahe ein, dann galoppierte Juefaan durch die ersten Wolkenfetzen. Schlagartig wurde es kälter, dann waren sie der Sicht der Piloten entzogen.

„Bei Allaa, das war ganz schön knapp“, sagte Haruun und klopfte sein schweißnasses, keuchendes Tier. Er erwartete sie an einem Felsvorsprung. „Ich danke dir, dass du Nadd gerettet hast, Juefaan. Ich hatte seinen Heldentod gedanklich bereits in Strophen gefasst.“ Damit hob er sein gitarrenähnliches Instrument.

„Sing nur, dann erlebst du, wie dir ein Held die Sarangi auf dem Schädel zertrümmert“, grollte Nadd und sprang ab. Er rieb sich seine überdimensionale Nase, an der er leicht blutete. „Falls ich nicht vorher an einem Gehörsturz krepiere.“

„Zu was hat man Freunde?“, erwiderte Juefaan lachend und stieg ebenfalls ab. „Aber was machen wir nun? Die wissen, dass wir irgendwann wieder aus der Wolkenbank rauskommen müssen. Unsere Chancen sind also nicht wirklich besser geworden. So und so werden uns die Schwarzen Philosophen erwarten. Ich glaube nicht, dass die uns so einfach ziehen lassen.“

„Stimmt“, sagte Haruun und kratzte sich am Kopf, „zumal wir unseren Führer verloren haben. Ohne Ten-Zing werden wir uns verlaufen.“

Nadd setzte sich auf einen Felsen und rieb sich die Hüfte. „Wir sind doch auf dem Herweg an einem Dorf vorbeigekommen, gar nicht weit von hier. Die Neepalis sind als gastfreundliches Volk bekannt; vielleicht sollten wir die Leute dort um Hilfe bitten. Wir sagen einfach, wir wären Tuuris, die sich verlaufen haben.“

Schwarzes Kloster, eine halbe Stunde zuvor

Wutentbrannt stürmte Trichen Tulku zu den Räumen des Ersten Philosophen. Sie hatte sich angemeldet, Thaye Repa erwartete sie bereits. Die sonst elektronisch verschlossene Tür stand offen.

Die hochgewachsene, fast dürre Frau, die ihren Schädel kahlrasiert und nur einen Zopf ihrer schwarzen Haare hatte stehen lassen, trat in die Klause der inneren Einkehr, wie Repa seine Zimmerflucht im Schwarzen Kloster nannte. Sie sah den Ersten Philosophen bereits jenseits des prunkvoll eingerichteten Wohnzimmers hinter den Panoramascheiben auf der Terrasse stehen.

Repa wandte ihr den Rücken zu. Und das mit voller Absicht. Seit Tulku vom Schwarzen Mond zur Zweiten Philosophin ernannt worden war, hasste er sie bis aufs Blut. Weil er genau wusste, dass sie die Bessere war.

Tulku öffnete eine Tür und trat auf die Terrasse. Eiskalte frische Luft schlug ihr entgegen. „Ich muss mit dir reden, Thaye“, stieß sie hervor.

Der Erste Philosoph starrte nach wie vor auf das atemberaubende Hochgebirgspanorama. Zwischen zwei Trageseilen hindurch hatte er freie Sicht auf die schneebedeckten Riesen des Sindhupalchok-Tals, deren schroffe, steilabfallende Wände von der Sonne beleuchtet wurden und zwischen denen das Schwarze Kloster hoch in der Luft schwebte. „Schau dir dieses Licht an, Trichen“, sagte er. „Ist es nicht großartig? Ich finde, dass es heute sehr geheimnisvoll …“

„Ich bin nicht gekommen, um mit dir über die Lichtverhältnisse zu reden“, unterbrach sie ihn nur mühsam beherrscht und trat neben ihn.

Repa stützte sich mit den Händen auf der Brüstung ab, drehte nun den Kopf und kniff die Augen zusammen. „Kann es sein, dass es dir am nötigen Respekt mangelt, Zweite Philosophin? Wenn du ein Anliegen hast, werde ich es mir anhören, aber im Moment überschreitest du deine Grenzen. Noch bin ich der Stellvertreter des Schwarzen Mondes auf Erden sowie der Kommandant des Schwarzen Klosters und verlange, dass du mir entsprechend gegenübertrittst.“

„Entschuldige, Erster Philosoph“, erwiderte Tulku zähneknirschend, trat zwei Schritte zurück und legte die zusammengefalteten Hände unters Kinn. „Natürlich erweise ich dir den Respekt, der dir gebührt.“

Thaye Repa, ein ebenfalls noch jüngerer Mann mit Glatze und wulstigen Lippen, grinste breit. „So ist es schon besser, Trichen. Was willst du also?“

„Es geht um die plötzlich ausgefallenen Sonden im Sikkim-Hohlweg. Ich habe gehört, dass du keine Untersuchung angeordnet hast, obwohl du von diesem Vorfall weißt.“

„Du hast richtig gehört. Und?“

„Ich finde, dass das leichtsinnig ist, Erster Philosoph. Wir müssen nachschauen, was den Ausfall der beiden Spähsonden bewirkt hat.“

Er musterte sie, als sei sie nur ein niederes Tier. In seinen Zügen konnte sie beginnenden Ärger feststellen. „Müssen wir das wirklich?“, fragte er scharf. „Spähsonden fallen immer wieder aus, das dürfte auch dir bekannt sein, Zweite Philosophin. Sie sind nicht besonders resistent gegen die eisigen Temperaturen. Vielleicht hat sie auch ein Eluu aus der Luft gefischt. Wir sollten uns vielmehr auf die wichtigen Dinge konzentrieren.“

„Und die wären?“ Auch Trichen Tulku war voller Wut, durfte sie aber nicht offen zur Schau tragen.

„Leidest du neuerdings unter Demenz, Trichen?“ Er lächelte höhnisch und herablassend. „Sollte dir tatsächlich entgangen sein, dass das Luftschiff mit der Superwaffe im Anflug ist, von der sich der Schwarze Mond so viel verspricht?“

Tulku versuchte mit einem gelassenen Lächeln zu kontern. „Natürlich weiß ich, dass der Meng-âmok demnächst hier eintrifft. Aber das sollte kein Grund sein, die Sicherheit des Schwarzen Klosters zu gefährden.“

„Bist du verrückt? Wer sollte uns hier schon gefährden? Die paar abergläubischen Bauern, die wir in der Sicherheitszone des Schwarzen Klosters dulden? Tuuris trauen sich ohnehin schon lange nicht mehr hierher, seit die Noorgais Angst vor fliegenden schwarzen Dämonen haben. Es bleibt also bei dem, was ich angeordnet habe.“

Trichen Tulku hielt seinen Blicken stand. „Ich verlange ein gemeinsames Gespräch mit dem Schwarzen Mond“, sagte sie mit fester Stimme. „Und zwar sofort.“

Der Erste Philosoph machte einen Schritt auf sie zu. Seine Arme zuckten ein wenig vor, als wolle er ihr an die Gurgel gehen. Aber er gab sich nicht die Blöße, die Beherrschung zu verlieren. „Also gut“, murmelte er. „Es ist dein Recht als Zweite Philosophin, das zu verlangen. Lassen wir den Schwarzen Mond die Dinge klären. Komm mit.“

Thaye Repa ging raschen Schrittes voraus durch das Zimmer. Tulku folgte ihm auf dem Fuß, wollte sich durch seine raumgreifenden Schritte nicht abschütteln lassen. Sie eilten durch einen langen Gang zum Treppenhaus, das auch hier, im Palast, sehr schmal und beengt wirkte.

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