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Maddrax - Folge 379

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Was bisher geschah
  5. Das Berserker-Gen
  6. Leserseite
  7. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer, der Daa’muren. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese für ihn so fremde Erde.

In einem „zeitlosen Raum“, der Schnittstelle vieler Paralleluniversen, kollabiert ein Tor und schleudert gefährliche Artefakte in unsere Welt. Mit einem Scanner spürt Matt die ersten davon auf und macht sie unschädlich. Doch dann verlieren er und Aruula nach einem unfreiwilligen Trip zum Mars auf dem Rückweg durch den Zeitstrahl ganze 16 Jahre! Auf der Erde treffen sie zunehmend auf Robot-Nachbildungen historischer Führer, die eine Gruppe, die sich „Schwarze Philosophen“ (SP) nennt, als Statthalter einsetzt. In Glasgow rettet eine junge Frau Matts Leben. Er weiß nicht, dass Xaana seine Tochter aus der Zukunft ist, mit der seine im zeitlosen Raum verschollene Ex-Freundin Xij schwanger war.

In Schottland wartet ein Schock auf sie: Die Burg ihres Freundes Rulfan ist zerstört! Die SP wollen die Artefakte im Hort des Wissens rauben. Rulfan zerstört sie alle und sein Sohn Juefaan schießt sich Matt und Aruula an. Er besitzt einen Symbionten, der sich von Blut ernährt und umformen kann.

In der Schweiz werden sie und Xaana Zeuge einer Katastrophe im CERN-Forschungszentrum: Dort öffnet sich ein Wurmloch, nur stecknadelgroß, doch von verheerender Kraft. Während Xaana zum neuen Hort des Wissens reist, treffen sie in Marseille erstmals auf die SP und können einen der Mönchsähnlichen als Geisel nehmen. In seinen Gedanken liest Aruula von einem weiteren Statthalter, der Washington übernehmen soll: die Robot-Version von Professor Dr. Smythe, Matts verstorbenem Erzfeind! Matt und Aruula brechen nach Meeraka auf, während Juefaan die Basis des Feindes in Nepal aufspüren will.

In New Orleans versucht das Paar den Transkommunikator an sich zu bringen, ein Artefakt, das den Kontakt zu Toten herstellen kann. Dabei entdecken sie, wie die SP ihre Roboter programmieren – nämlich mit den Seelen, die sie sich mit dem Transkommunikator holen! Matts tote Tochter Ann hilft ihnen, das Gerät unbrauchbar zu machen. In Waashton plant Smythe bereits die Übernahme und hat sich mit Guulen verbündet. Matt und Aruula stoßen zu den Rebellen, um einerseits Smythes Plan zu vereiteln, aber auch General Crow und den Androiden Miki Takeo zu stürzen. Es kommt zur Entscheidungsschlacht auf dem Arlington Friedhof, wo auch Jacob Smythe, der mit seinem Hass auf Matt die Programmierung der SP überwunden hat, mit seiner Guul-Armee mitmischt. Am Ende ist Crow tot, die Guule sind besiegt, und von Smythe und Matt fehlt jede Spur. Letzteren findet Aruula nach sechs Tagen als Gefangenen an Bord eines Trawlers – aber was mit ihm passiert ist, weiß er nicht …

Das Berserker-Gen

von Ansgar Back und Andreas Suchanek

Prolog

Es war eine tote Welt.

Mit jedem Schritt tauchte der Archivar tiefer ein in das Gerippe aus Vergänglichkeit, das Grab von Milliarden Menschen, die sich für die Krone der Schöpfung gehalten hatten. Glassplitter knirschten unter seinen Sohlen, irgendwo krächzte ein Vogel. Er lauschte dem Widerhall. Wenigstens ein letzter Rest Leben war geblieben.

Langsam ging er weiter. Ausgebrannte Gleiterwracks, teilweise in der Erde versunken. Von Unkraut überwucherte Ruinen. Skelette überall. Die Menschheit dieser Parallelwelt hatte sich über Generationen in Wissenschaft und Forschung weiterentwickelt, während Ethik und Moral auf der Strecke geblieben waren. So war ihr Ende unausweichlich gewesen.

Der Archivar zog einen ovalen Monitor aus seiner Transporttasche. Die üblichen Daten wurden auf dem Display angezeigt, verpackt in Skalen und Diagramme. Am aktuellen Standort sowie der näheren Umgebung gab es keinerlei Elemente – ob Gifte, Tiere oder Explosivstoffe –, die ihm gefährlich werden konnten. Das Gerät war über einen integrierten Neuronalchip mit seinen Gehirnströmen gekoppelt, daher kostete es ihn keinen Wimpernschlag, um die Anzeige mit einem Gedanken verschwinden zu lassen. Eine neue Datensammlung erschien. Der Bericht eines Reisenden aus ihrer Riege, der diese Welt erforscht und damit die jetzige Expedition vorbereitet hatte.

Der Sammler schüttelte den Kopf. Eine traurige Geschichte. Eine von vielen, die sich alle ähnelten, doch das machte es nicht besser. Im Gegenteil.

Ein Gedankenbefehl holte die Landkarte auf das Display.

Der Ort hieß Bethesda. Eine Stadt nahe der ehemaligen Metropole Washington. Das Ziel lag nur wenige Straßenschluchten entfernt, war zu Fuß in zwölf Minuten erreichbar.

Im Zwielicht der untergehenden Sonne ging er darauf zu. Eine Windböe fegte über den Asphalt, ließ Pflanzenreste, Staub und für die Ewigkeit geschaffene Verpackungsmaterialien vor sich her tanzen.

Wenn die Menschen nur ebenfalls unvergänglich wären. Möglicherweise besäßen sie dann die Chance, erwachsen zu werden.

Er erreichte sein Ziel, ein flaches Gebäude bestehend aus Glas und Stahl, das sich wie ein Pilzhut zwischen die anderen schmiegte. Über dem Eingang hing ein Schild, das es als Sitz des Rüstungsunternehmens Lockheed Martin auswies.

Es sind immer die Waffenschmieden und Kriegstreiber in der Führung, die den Untergang einleiten.

Zielstrebig strebte er auf die freiliegende Marmortreppe zu und stieg in den ersten Stock empor. Sein Neuralpad wies ihm den Weg. Die Schließmechanismen der Türen stellten kein Hindernis dar; der Archivar beseitigte sie im Vorbeigehen.

Der folgende Raum war rund und lichtdurchflutet. Die Decke bestand aus Glas, das von gebogenen Metallstreben gehalten wurde. Eine dünne Nanopolymer-Beschichtung sorgte je nach Intensität des Sonneneinfalls für eine leichte Tönung. Einzelteile uralter Geräte lagen am Boden verstreut: Gehäuse, Platinen, Datenkristalle. Tische waren umgeworfen und Stühle zerbrochen worden. Die intelligenten Wände zeigten nur noch zerfaserte Bildausschnitte oder Pixelstörungen, wo einstmals Gemälde projiziert worden waren.

Hauchdünne ePaper-Folien lagen überall; die elektronische Tinte war längst nicht mehr lesbar, da die einzelnen Farbpigmente zunehmend verblichen.

Der Archivar beschränkte sich auf einen prüfenden Blick, dann ging er zielstrebig zur gegenüberliegenden Wand. Risse bedeckten auch dort die Displays, eine Stelle flimmerte.

Ein Hologramm. Zweifellos dazu gedacht, Eindringlinge von etwas Wichtigem fernzuhalten. Mithilfe einer einfachen Störfunktion beseitigte er die Holoprojektion, die eine rechteckige schwarze Fläche verborgen hatte. Ein Touch-Display mit mehreren Icons darauf wurde sichtbar.

Der Sammler koppelte sein Neuralpad und die K.I. des Safes. Es dauerte tatsächlich einige Sekunden, bis der Verriegelungsmechanismus zu surren begann und der Tresor sich öffnete. In dem Fach dahinter lag nur ein einziger Gegenstand, eine klobige Handfeuerwaffe.

Er holte sie heraus.

Im gleichen Augenblick entstand ein Flimmern in der Luft, nur wenige Meter entfernt. Eine Silhouette nahm Gestalt an.

„Endlich“, sagte das grünlich schillernde Hologramm.

Sein Äußeres glich einem Menschen männlichen Geschlechts. Er war hager, hatte eine Halbglatze und trug einen Einteiler.

„Sie sind eine photonische Projektion“, sagte der Archivar. Das Artefakt erwärmte sich in seiner Hand. „Welchem Zweck dienen Sie?“

„Ich bin ein Berater“, erwiderte das Hologramm. Es schaute umher. „Das ist also alles, was übrig geblieben ist.“

„Sie sind das letzte Überbleibsel der Zivilisation auf dieser Welt.“

„Hm.“ War da der Hauch eines Lächelns auf dem Gesicht der photonischen Lebensform? „Das ist schrecklich. Die Invasion … meine Schöpfer haben tapfer gekämpft, doch der Übermacht waren sie nicht gewachsen.“

Der Sammler betrachtete das Hologramm interessiert. „Eine Invasion?“

„Aber ja. Sie kamen vom Mars.“

„Natürlich. Ich verstehe.“ Ein lügendes Hologramm? Faszinierend!

Sie sind nicht menschlich.“

Der Archivar schüttelte den Kopf; eine Geste, die auf vielen Erden identisch war. „Ich bin ein Mensch“, stellte er richtig. „Jedoch aus einer weit entfernten Zukunft.“

„Woher …“

„Ich bin über den wahren Ablauf der Katastrophe informiert“, fuhr der Archivar unbeirrt fort. „Diese Zivilisation hat sich selbst ausgelöscht. Und Sie waren dabei ein elementarer Bestandteil.“

Das Neuralpad hatte endlich die Codierung des Computerkerns der Waffe entschlüsselt, konnte auf alle höheren Funktionen zugreifen. Mit einem Gedankenbefehl deaktivierte der Archivar das Hologramm. Ein Wabern lief durch die photonische Form; was blieb, waren einzelne grüne Fragmente, die nach und nach verschwanden.

Er wandte sich dem Ausgang zu. Die Mission war erfolgreich abgeschlossen.

Seine Gedanken kehrten zurück zu dem Bericht, der von den Ereignissen auf dieser Welt erzählte. Es war eine Geschichte voller Verrat und enttäuschter Hoffnung, in der sich einzelne Menschen, die das Blatt hätten wenden können, immer wieder falsch entschieden hatten.

Parallelerde, 12. Juni 2569

Mit einem pneumatischen Zischen fuhr das Schott in die Wand. Doktor Jeanette Bidgen zog das Oberteil ihres Businesskostüms glatt, öffnete den Gurt und stand auf.

Die Magnetfelder hielten den Gleiter umklammert, während sie zügig auf den Ausgang zueilte. Sie musste sich bücken, um nicht mit dem Kopf am Türrahmen anzuschlagen.

„Doktor Bidgen?“ Ein dunkelhäutiger Private mit schwarzen Krauslöckchen und offenem Blick schaute ihr fragend entgegen.

„Die bin ich.“ Sie stieg die wenigen Stufen hinab, die auf das Dach des Gebäudes führten, wo der Gleiter gelandet war.

„Sie sind spät dran.“ Er hielt den mobilen Handabdrucksensor in die Höhe. „Sie wurden bereits auf Waffen, chemische Kampfstoffe und Nanoerreger gescannt. Bitte bestätigen Sie Ihre Identität.“

Jeanette kannte das Prozedere. Stecknadelkopfgroße Punkte leuchteten auf, umrandeten ihre Hand, als der Scanner sich aktivierte. Der Abgleich mit den gespeicherten Informationen in der zentralen Datenbank des Eurasischen Wissenschaftsrates dauerte nur Sekunden.

„In Ordnung.“ Der Private nickte und machte eine ausladende Armbewegung. Auf der linken Brustseite seiner Uniform war der Name Young eingestickt. „Folgen Sie mir, Doktor.“

Gemeinsam verließen sie das Dach durch eine schmale Schleuse. Weit über ihr flimmerte es kurz auf, als die Kraftfelder des Gebäudes wieder aktiviert wurden. Am heutigen Tag kamen an diesem Ort die führenden Köpfe von Wissenschaft und Militär zusammen, um eine Lösung für die andauernde Krise zu finden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm.

„Die Beratung läuft seit fünf Minuten“, sagte Young. „Man hat so lange wie möglich auf Sie gewartet.“

Sie musste schnelle, trippelnde Schritte machen, um mit ihm mitzuhalten. Die Absätze ihrer Stilettos klackten auf den blank polierten Marmorfliesen. „Wir hatten Probleme, eine Anflugerlaubnis zu bekommen. Die Flugsicherheit wollte eine redundante Bestätigung.“

„Will sie das nicht immer?“

„Unsere Übertragung wurde durch eine elektromagnetische Welle gestört.“

Er seufzte. „Die Themse?“

Jeanette nickte. „Mal wieder.“

Eine der Kriegsparteien, vermutlich Kanada, hatte vor Jahren ein Experiment durchgeführt, das furchtbar schief gegangen war. Man versuchte eine Einstein-Rosen-Brücke zu etablieren und an ihrer Ausgangsporta ein sich selbst erhaltendes elektromagnetisches Feld zu generieren. Eine solche Waffe trug das Potenzial in sich, alle Elektronik des Feindes im Zielgebiet auszuschalten – ein kontrollierbarer dauerhafter EMP, der durch die Energie des Portals versorgt wurde. Bedauerlicherweise war der experimentell erzeugte Ausgang über der Themse in London erschienen. Es würde noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Porta wieder zerfaserte.

Sie hielten auf eine doppelflügelige Tür zu.

„Noch irgendetwas, das ich wissen sollte?“, fragte Jeanette.

Young schenkte ihr ein kurzes Lachen. „Als ob die da oben einen einfachen Private in wichtige Entscheidungen einweihen würden.“ Er fuhr mit seiner Hand über eine kleine Sensorplatte neben der Tür. Der RFID-Chip unter der Haut übertrug das Freigabesignal.

„Viel Glück“, sagte Young.

„Danke.“

Jeanette betrat den Konferenzbereich.

Im Zentrum des Raumes befand sich eine kreisrunde Bodenplatte, auf der Hunderte von Emittern verteilt waren. Eine dreidimensionale Karte schwebte darüber, auf der kleine Punkte und großflächige Areale, Truppenbewegungen und Einsatzgebiete von Kriegswaffen dargestellt wurden.

Jeanette hatte derartige Vorträge schon Dutzende Male gehört, gerade in den vergangenen Wochen. Schwebende Rechtecke neben den Markierungen enthielten kurze Erklärungstexte.

Um die Projektionsfläche herum standen Pulte mit Sitzen dahinter, alle besetzt von gewichtig dreinschauenden Männern und Frauen. Einige waren persönlich anwesend, andere als Holoprojektion. Nur ein Platz war noch unbesetzt. Jeanette steuerte möglichst unauffällig darauf zu.

„… wird einmal mehr deutlich, wie wenig sich die Kriegsparteien um Kollateralschäden sorgen“, erklärte Admiral Byron gerade. Sein schlohweißes Haar war raspelkurz getrimmt. „Noch heute leidet die Bevölkerung von London unter den Auswirkungen des Themse-Desasters. Vor wenigen Stunden erhielten wir die Nachricht, dass eine Wolke aus Nanopartikeln, die von Südamerika in Richtung Russland gestartet wurde, aufgrund einer elektromagnetischen Interferenz den Kurs änderte.“ Die Projektion über der Bodenplatte waberte. Eine neue Landschaftsansicht entstand. Jeanette benötigte einen Moment, um die Charakteristika zuzuordnen. Deutschland. „Die Wolke landete nicht in Moskau, sondern der deutschen Stadt Köln.“

Zahlen materialisierten aus dem Nichts.

„Bisher haben uns die dortigen Behörden dreitausend Tote gemeldet, Tendenz steigend.“ Byron schlug mit der geballten Rechten auf seinen Tisch. „Es ist genug! Die Eurasische Union hat sich zu lange aus diesem Konflikt herausgehalten. Es wird Zeit, dass wir Partei ergreifen, Stellung beziehen und unsere eigenen Interessen verteidigen.“

Die Zuhörer klatschten, während das Redelicht auf seinem Schreibtisch erlosch und stattdessen auf dem Pult der Vorsitzenden aufleuchtete.

Jessica Berrington saß nicht nur diesem Gremium vor, sie würde auch die hier getroffenen Entscheidungen umgehend an alle wichtigen Stellen weitergeben und als zentrale Instanz koordinieren. Die Übereinkunft sollte dann in der gesamten Föderation umgesetzt werden. – Möglicherweise bedeutete das Krieg.

Das käme den Falken wie Byron sehr gelegen.

Der Mann atmete Aggression. Er wollte kämpfen. Zusammen mit den anderen Hardlinern wirkte er seit Monaten im Hintergrund, um die notwendigen Stimmen für einen Kriegseintritt zu bekommen, Budgets umzuleiten, die Truppen aufzustocken.

Ein Teil von ihr konnte es ihm nicht verdenken. Die Dominosteine auf dem Globus fielen mit einer Geschwindigkeit, die niemand für möglich gehalten hatte.

Der Erste wie der Zweite Weltkrieg lagen derart lange zurück, dass sie sich alle in falscher Sicherheit gewähnt hatten. Der globale Friede war zum Greifen nah gewesen. Ein Trugschluss.

Das Erwachen kam schließlich unerwartet.

Zehn Jahre zuvor hatte ein Krieg zwischen Nord- und Mittelamerika begonnen. Damals wollte ein Teil der Bundesstaaten ein Gesetz zur Begrenzung der Geburtenrate nicht anerkennen. Was als kleines Geplänkel anfing, wuchs rasch, wurde durch rechte Strömungen im Parlament sowie religiöse Interessensgruppen weiter angefacht. Hardliner sahen nach Jahren in der Mittelmäßigkeit des politischen Mainstreams ihre Chance gekommen.

Südamerika schloss sich kurz darauf an, um Mittelamerika zu unterstützten. Nordamerika erbat die Hilfe von Australien und Japan. Selbst Kanada wurde ins Boot geholt.

Mittelamerika koalierte mit Russland, das nur auf eine solche Chance gewartet hatte.

Wenn wir ebenfalls den Krieg erklären, sind alle Eigenschaften erfüllt, um es auszusprechen: Der Dritte Weltkrieg ist Realität.

Gab es keinen anderen Weg?

Sie schüttelte den Kopf. Ihr Glaube an den Frieden war bereits vor Jahren geschwunden, als ihr kleiner Pauly zu einem der berühmten Kollateralschäden geworden war. Sie wollte zwar keinen Krieg, hielt ihn aber für unausweichlich. Es lag an ihr, dass die Eurasische Union gerüstet war, wenn der Zeitpunkt kam.

„Danke für diese eindringlichen Worte, Admiral“, sagte die Vorsitzende. „Nicht, dass es derer noch bedurft hätte. Die Eurasische Union möchte nicht länger mit ansehen, wie die kriegstreibenden Parteien im Versuch, sich gegenseitig auszulöschen, weltweit unschuldige Opfer in Kauf nehmen. Früher oder später müssen wir aktiv werden. – Sie alle kennen Doktor Bidgen.“ Berrington deutete auf Jeanette. „Sie ist heute hier, um uns ihr neues Projekt vorzustellen. Der Verteidigungsrat setzt große Hoffnung darauf, weshalb in den nächsten Monaten Restrukturierungen im Budget des Verteidigungshaushalts stattfinden.“

Aufgeregtes Gemurmel brach unter den Anwesenden aus. „Ladys, Gentlemen.“ Die Vorsitzende pegelte die Leistung ihrer Lautsprecher in die Höhe. „Bitte beruhigen Sie sich. Ich denke, Sie werden alle begreifen, welche Chance das Projekt von Miss Bidgen bedeutet, wenn Sie ihr zuhören.“

Einige der Anwesenden verstummten, andere plapperten leise und warfen Jeanette böse Blicke zu.

Das kommt nicht unerwartet. Sie begann zu reden, sobald das Sprechlicht leuchtete. „Vielen Dank, Frau Vorsitzende.“ Sie berührte ein Icon auf ihrem Touch-Desk, worauf die Aufnahme eines Schlachtfeldes auf der Holoplatte erschien. Tote und Verletzte lagen überall, rauchende Gleiter steckten im Boden, Schreie hallten aus den Lautsprecherfeldern wider. „Es gibt wohl niemanden, der derartige Holos nicht kennt. Der Krieg verwandelt sich von einem Feuer in einen Flächenbrand. Vor wenigen Wochen trat ein Vertreter des Verteidigungsministeriums an mich heran. Dort wurde man auf meine Forschungen auf dem Gebiet der Angstsuppression aufmerksam. Mit dem Ausbruch des Krieges stieg die Zahl der depressiven, paranoiden und suizidgefährdeten Bewohner in den Grenzgebieten sprunghaft an, weshalb ich für den Heimatschutz einen Strahlenemitter entwickelte, der die Menschen beruhigt.“

„Ist das ethisch zulässig?“, rief eine Frau aus der Wissenschaftskommune D, Paris, in den Raum.

Warum setzt du dich nicht einfach in einen Bungalow in Sichtweite der Grenze? Das beantwortet dann deine Frage, dachte Jeanette. Laut sagte sie:Wir haben den Bürgern geholfen, ihnen die Angst genommen. Das ist alles, was zählt. Auf der Grundlage des Projekts bat mich das Verteidigungsministerium um die Entwicklung einer neuen Waffe.“

Die Hardliner der Runde, die gerade zu Zwischenrufen ansetzten, hielten inne. Das Wort „Waffe“ war für diese Halbaffen vermutlich gleichbedeutend mit „Weihnachten“.

Für Jeanette bedeutete es in diesem Fall „Frieden“. Damit nicht andere Mütter den gleichen Verlust erleiden mussten wie sie.

Sie ließ die schematische Zeichnung einer Handfeuerwaffe als Hologramm erscheinen. Sie war kantig. Drähte auf der Außenseite verbanden den kleinen Fusionsreaktor auf der Oberseite mit den funktionalen Modulen im Hauptelement und dem Lauf.

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