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Maddrax - Folge 347

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Letzte Hoffnung
  5. Leserseite
  6. Zeittafel
  7. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und schuld an der veränderten Flora und Fauna sind. Nach langen Kämpfen mit den gestaltwandlerischen Daa’muren und Matts Abstecher zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits die Spur zur Erde aufgenommen hat!

Als der Streiter ankommt, wollen die Gefährten einen Teil eines Steinflözes, der alles Lebendige versteinert, mit dem Flächenräumer in ihn versetzen. Diese uralte Waffe der Hydriten am Südpol produziert alle 1000 Jahre durch eine unkontrollierte Entladung der Energiespeicher eine Zeitblase. Das Team besteht aus Matt Drax, Xij Hamlet, die in sich die Geister unzähliger früherer Leben trägt, den Hydriten Gilam’esh und Quart’ol, dem Erfinder Meinhart Steintrieb und dem Android Miki Takeo. Dazu stößt noch der Daa’mure Grao. Er hatte auf den 13 Inseln die frisch gekrönte Königin Aruula festgesetzt und die Macht übernommen. Doch sie kommt frei und reist mit ihrem Freund Rulfan zum Südpol, um Matt zu warnen, obwohl die beiden entzweit sind, seit sie den Tod von Matts Tochter Ann verschuldete. Zunächst gelingt es nicht, den Streiter zu vernichten: Der Schuss krepiert und erschafft eine neue Zeitblase. Durch sie gelangen Matt, Xij und Grao in Parallelwelten – und einen zeitlosen Raum dazwischen, in dem Archivare technische Errungenschaften aller Epochen sammeln. Sie geben den Dreien das Magtron mit, das den Flächenräumer binnen Minuten aufladen kann, und schicken sie zu dem Zeitpunkt zurück, als die Zeitblase entstand. Diesmal gelingt es, den Streiter zu versteinern – doch im Todeskampf schleudert er Mondtrümmer in Richtung Erde.

Aruula will mit Grao abrechnen, aber Matt schickt ihn in die Eiswüste. Als eine Atomrakete aus Kourou einen Mondbrocken abfängt, reisen Matt, Takeo und Xij hin, während Aruula in Rulfans Burg Canduly Castle bleibt. Dort schlägt ein Meteor ein und Aruula wird beim Einsturz des Kellers beinahe gelähmt.

Eine Spur führt nach Campeche in Mexiko, wo Matt und Xij von Robotern geschnappt werden. Sie dienen einem Archivar, der 2521 hier strandete und Schlangengift zum Überleben braucht, obwohl es ihn negativ verändert. Durch einen Hirnscan erfährt er vom Magtron und fliegt mit dem Shuttle nach Schottland, wo Rulfan den Supermagneten aufbewahrt. Dort rettet er Aruula vor zwei Mörderinnen, die von der neuen Königin der 13 Inseln gedungen wurden. Sie hilft Samugaar, wie sie ihn nennt, das Magtron zu erbeuten – doch ihm fehlt noch der Schlüssel, den Matt um den Hals trägt. Während alle denken, Aruula wäre tot, schließt sie sich Samugaar an.

In der Zwischenzeit befreit Miki Takeo seine Gefährten und sie setzen sich getrennt ab, bevor der Archivar zurückkehrt. Miki geht nach Amarillo, um seinen Sohn Aiko mit einer Gedächtniskopie als Cyborg wieder zum Leben zu erwecken. Doch in dem Speicherkristall hat sich der Geist von General Arthur Crow eingenistet, der Takeo täuscht. Er begräbt Miki unter einem Schuttberg, aus dem der sich später mühsam befreien kann, und geht nach Los Angeles, um dort eine Armee gegen Washington auf die Beine zu stellen.

Während Matt und Xij nach Schottland reisen, warten der Archivar und Aruula vergeblich in Waashton auf sie. Aruula verfällt mehr und mehr dem Schlangengift und tötet Mr. Blacks Gefährtin Alexandra Cross! Sie erzählt Samugaar von dem lebenden Flöz in Ostdeutschland. Aber dort hat sich eine sich ständig wiederholende Zeitzone gebildet, die nur durch eine Sprengung aufgehalten werden kann. Der Archivar tut dies – und opfert dabei Aruula.

In Schottland erfahren Matt und Xij von Aruulas angeblichem Tod. Sie sind entschlossen, den Archivar auf sich aufmerksam zu machen. Beim Versuch, ihn anzulocken, begegnen sie Ira, einer außergewöhnlichen Daa’murin, die den Helden ihren Todesrochen im Austausch gegen deren Amphibienpanzer leiht. Damit haben sie bessere Chancen, den Archivar aufzuspüren. Doch ihr Plan, zur AKINA zu gelangen, dem verlassenen marsianischen Raumschiff im Erdorbit, schlägt erst einmal fehl.

Inzwischen taucht Aruula wieder auf – sie wurde eine Woche in die Zukunft versetzt. Als sie Samugaar anfunkt, infiziert sie sich in Steintriebs Labor mit Nanobots. Der Archivar bemerkt dies, schweigt aber, um selbst in deren Besitz zu gelangen. In Campeche entwickelt er eine Methode, ihr Wachstum zu hemmen. Er und Aruula erhoffen sich Hilfe in Agartha. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einer Begegnung mit Matt und Xij auf dem Rochen, die aber in den Atlantik abtauchen und dem Shuttle später unbemerkt folgen.

In Agartha will Samugaar an die agarthische Technik gelangen. Doch er macht die Rechnung ohne einen ehrgeizigen Warrior-Kämpfer, der ungewollt die Nanobots in Umlauf bringt, dabei aber auch Aruula von ihnen befreit. Als Matt und Xij eintreffen, gelingt es Samugaar, den Magtron-Schlüssel an sich zu bringen und zu fliehen. Die Verbreitung der Nanobots kann eingedämmt werden und sie fliegen Samugaar hinterher. Doch sie werden von Hydriten abgefangen, die sie nach Hykton bringen, wo ihnen der Prozess gemacht werden soll.

Auf der Parallel-Erde versucht Quart’ol derweil einen Weg in seine ursprüngliche Welt zu finden und ortet mit Hilfe einer Augure, einer Rechtssprecherin der Hydriten, die Zeitblase in Dapur. Doch die Hethiter werden auf ihn aufmerksam. Als sie ihn ergreifen wollen, holt ihn jemand durch das Portal hinüber …

Letzte Hoffnung

von Michelle Stern

Tor von Dapur, Vergangenheit

Eine Hand packte Quart’ol an der Schulter und riss ihn rücklings in die Zeitblase. Der Hydrit sah die Hethiter mit ihren Lanzen voran stürmen – und erstarren. Sah das Entsetzen, als er für ihre Augen wie ein Geist verschwand. Im letzten Aufflackern der Gegenwart erkannte er Mammo unter ihnen, den jungen Mann, der ihm geholfen hatte, nach Dapur zu kommen und die Zeitblase auszugraben.

Dann war alles fort. Rätselhafte Kräfte schienen seinen Körper in die Länge zu zerren. Diffuses Weiß umgab ihn. Quart’ol raste durch das Nichts – und durch die Zeit.

Die rasante Reise endete mit einem Aufprall. Quart’ol stieß ein hartes Klacken aus, als ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Als sich sein Blick fokussierte, ragte vor ihm eine Gestalt auf – ein Mann Mitte dreißig. An seinem rechten Handgelenk trug er eine Art wuchtige Armbanduhr, am linken einen ungewöhnlichen Armreif, der wie eine Mischung aus Handschelle und Schmuck wirkte. An seinem Gürtel hing technisches Gerät mit allerlei Skalen und Displays. Außerdem hielt der Mensch eine Art kleinen Koffer in der Linken.

Quart’ol wusste weder, wo er sich befand, noch wer der Fremde war. Im ersten Reflex wollte er nach seinem Blitzstab greifen, doch die Geste hätte ein falsches Signal gesetzt. Unwillkürlich sah er sich nach dem Dreizack um, doch der war ihm aus den Händen gefallen, als er zurückgerissen worden war, und in Dapur zurückgeblieben.

Er hatte eigentlich vorgehabt, durch die Sphäre in seine ursprüngliche Zeit und in den Flächenräumer zu reisen. Leider waren die Hethiter aus dem 13. Jahrhundert vor Christus früher eingetroffen als erwartet; Stunden, bevor sich das Tor zum nächsten Mal geöffnet hätte. Dass es lange vor der Zeit entstanden war, musste der Verdienst dieses Mannes sein, der ihn unter seinem Blondschopf kritisch musterte. So wie auch seine Rettung.

„Wer bist du?“, fragte Quart’ol auf Englisch. „Und wo bin ich hier?“

Der Mann mit dem Koffer antwortete mit Gegenfragen. „Was hast du bei der Zeitblase gemacht? Was weißt du über das Phänomen?“

Quart’ol schwieg. Bevor er nicht wusste, was hier ablief, wollte er keine Informationen über die Zeittore preisgeben – auch wenn der Mann offensichtlich wusste, mit was er es zu tun hatte.

„Du bist ein Hydrit“, stellte der Fremde fest.

Quart’ol war verblüfft. Woher kannte der Fremde seine Rasse? Die Bewohner der Meere hatten sich stets bemüht, unauffällig zu bleiben, seit sie vor Urzeiten vom Mars auf die Erde übergesiedelt waren. „Ja“, entgegnete er wortkarg.

„Du hast schon länger vor dieser Zeitblase herumgesessen, stimmt’s?“, fragte der Mann weiter. „Was hattest du vor?“

Quart’ol reichte es, keine Antworten zu bekommen. Er spreizte angriffslustig die Schwimmdornen. „Dort, wo ich herkomme, stellt man sich einander vor. Also: Ich bin Quart’ol und war auf der Suche nach einem Weg durch die Zeit zu einem bestimmten Ort. Und wie ist dein Name?“

„Quart’ol?“, wiederholte der Mann gedehnt. Er schien nachzudenken wie jemand, der angestrengt nach einer lange zurückliegenden Erinnerung sucht. „Ich kenne den Namen.“

„Hast du denn auch einen?“, versuchte es Quart’ol erneut. Er blickte sich in dem diffusen Licht um, das ihn umgab. Hin und wieder glaubte er, am Rande seiner Wahrnehmung dreibeinige Gestelle zu sehen, doch sie zerflossen mit der Umgebung wie flüssiges Mondlicht.

„Tom Ericson. Doktor Thomas Ericson, um genau zu sein. Archäologe. Nun ja, früher mal …“

Die Stimme des Mannes klang nicht aggressiv. Quart’ol wertete das als gutes Zeichen. Wer auch immer hinter diesem Namen steckte, er hatte ihn an einen unbestimmten Ort entführt – oder vielmehr gerettet –, und er schien über die Natur der Zeitportale informiert zu sein.

Sein Gegenüber sah ihn weiterhin misstrauisch an. „Du bist also schon durch die Zeit gereist? Wo wolltest du hin?“

Quart’ol beschloss, mit offenen Karten zu spielen. Die Umstände ihrer Begegnung ließen ihn annehmen, dass der Mann mit der Wahrheit umgehen konnte, ohne ihn für verrückt zu halten. Vermutlich gehörten Zeitreisen zu seinem alltäglichen Leben. „Ich suche nach einem Durchgang zurück in den Flächenräumer, einer Anlage meines Volkes am Südpol. Ich bin von dort vor langer Zeit – genauer gesagt, in der Zukunft – mit Freunden aufgebrochen, um die Ankunft des Streiters auf der Erde zu verhindern.“

Er hatte es absichtlich so undurchsichtig formuliert, um auszutesten, wie viel dieser Tom Ericson wusste. Eigentlich erwartete Quart’ol eine verständnislose Reaktion. Woher sollte Ericson den Streiter kennen, die kosmische Entität, die versucht hatte, die Erde zu vernichten? Doch der Mann blieb gefasst.

„Dann kennst du Matthew Drax?“, fragte er und überraschte damit Quart’ol.

„Besser als sonst jemand“, entgegnete er; und das stimmte sogar, denn ihre Geister hatten sich eine Zeitlang denselben Körper geteilt. Ewig lange war das her.1) „Du kennst ihn also auch?“

„Ich habe Matt Drax erst kürzlich getroffen. Und zwei seiner Freunde. Aber je weniger du darüber weißt, desto besser. Meine Auftraggeber bevorzugen Diskretion.“

Quart’ol war wie elektrisiert. „Du hast Matt und die anderen gesehen? Dann ist die Erde gerettet?“

Ericson zögerte, antwortete dann aber mit gedämpfter Stimme. „Ja. Die Zeit hat sich selbst repariert. Und deswegen werde dich zu meinen Auftraggebern bringen müssen, Quart’ol. Es ist wichtig, dass die Stabilität der Zeit erhalten bleibt, und du stellst eine Gefährdung dar. So wie das Tor nach Dapur. Es hat einen Kurzschluss, der es immer neu entstehen lässt. Deshalb sollte ich es schließen.“ Er hob den kleinen Koffer leicht an. Vermutlich befand sich darin ein Schließmechanismus. „Es war purer Zufall, dass ich dich auf der anderen Seite gesehen habe, und wie du angegriffen wurdest. Dich herüberzuholen war mehr ein Reflex als eine bewusste Handlung.“

„Ich will gar nichts gefährden“, sagte Quart’ol. „Ich will nur heim. Kannst du mir helfen, in meine Zeit zurückzukehren?“

Ericson wandte sich ab. Wollte er ihm nicht in die Augen blicken? „Nun, das ist ein Problem.“ Er gab sich einen Ruck. „Ich will ehrlich zu dir sein, Quart’ol. Man wird dich freundlich empfangen, aber vermutlich nicht wieder gehen lassen.“

„Was?“ Quart’ols Hoffnungen drohten jäh zu ersticken. Er hatte das Ziel so dicht vor Augen und nun sollte alles umsonst gewesen sein? „Ich … ich kehre doch in meine eigene Zeit zurück. Und ich werde sehr vorsichtig sein.“

Ericsons Blick war prüfend, aber nicht ablehnend. „Lass mich einen Augenblick darüber nachdenken. Die größte Schwierigkeit ist, dass bereits Matt und seine Begleiter durch eine Zeitblase zurück in den Flächenräumer gelangt sind. Dort kamen sie an, als die Blase entstand, also noch vor der Zerstörung der Erde durch den Streiter, und konnten es verhindern. Schicke ich dich durch dasselbe Portal, kommst du gleichzeitig mit ihnen dort an und könntest die Geschehnisse negativ beeinflussen.“ Er blickte Quart’ol zweifelnd an. „Äh … verstehst du eigentlich irgendwas von dem, was ich von mir gebe?“

Quart’ol verzog die Quastenlippen zu einem Grinsen. „Durchaus“, antwortete er. „Ich bin hydritischer Wissenschaftler und kenne die Natur der Zeit – und ihrer Manipulation.“

„Dann kannst du ja nachvollziehen, warum das Risiko zu groß ist“, sagte Tom Ericson. „Ich kann es nicht eingehen.“

Quart’ol schwieg. Tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Fieberhaft suchte er nach einer Lösung. „Es würde funktionieren, wenn die anderen mich nicht sehen könnten“, überlegte er laut.

In Tom Ericsons Blick schlich sich etwas wie ein Funke der Erkenntnis. Aber noch sagte er nichts. Stattdessen zog er eine Art Tablet-Computer von der Größe einer Flossenhand aus der Westentasche, strich darüber und las irgendwelche Daten.

Quart’ol begann ungeduldig zu werden, als er das Gerät wieder abschaltete. „Also gut. Wir gehen nicht zu den Archivaren“, verkündete Tom. „Ich glaube, ich habe eine Möglichkeit gefunden, dir zu helfen. Aber es wird ziemlich kompliziert, und du wirst dich exakt an meine Anweisungen halten müssen.“

„Daran soll es nicht scheitern“, sagte Quart’ol. „Ich weiß schließlich, was für mich auf dem Spiel steht.“

„O nein, das weißt du nicht“, brummte Ericson und fuhr dann laut fort: „Du kennst auch Steintrieb, richtig?“

„Meinhart Steintrieb?“ Quart’ol versuchte gar nicht erst, sein Erstaunen und seine Freude zu verbergen. „Hat er es auch geschafft?“

„Nun … in gewisser Weise schon. Sagen wir, er hat durch sein Wirken in der Vergangenheit erreicht, dass meine Auftraggeber ihm wohlgesonnen sind. Euch allen ist eins gemein: Ihr wolltet die Erde vor der Vernichtung bewahren, was letztlich auch das Ende der Archivare bedeutet hätte. Diese Tat damit zu honorieren, dich für den Rest deines Lebens wegzusperren, wäre nicht fair.“

„Gelinde gesprochen“, meinte Quart’ol. „Wie kannst du mir helfen?“

„Es gibt einen Weg, dich für eine gewisse Dauer unsichtbar zu machen“, erklärte Ericson. „Das ist sogar relativ einfach, durch eine Überdosis Tachyonen. Schwieriger wird es sein, dich in den Flächenräumer zu schaffen. Denn das geht nur durch eine der Zeitblasen.“

„Ich dachte, du hättest mich durch eine hergeholt.“

Tom Ericson dachte kurz nach. „Ich versuche es dir mit einfachen Worten zu erklären. Die Tore, die von diesem Raum aus in alle Zeiten führen, und die Zeitblasen, durch die du gereist bist, sind verschiedene Konzepte der Zeitreise. Ihr seid durch eine Blase vom Flächenräumer aus aufgebrochen, und daher kannst du nur durch eine solche zurückkehren. Auch Matt und die anderen mussten ihre Reise durch die Zeitblasen fortsetzen und darauf hoffen, irgendwann im Flächenräumer zu landen.“

„Augenblick“, unterbrach ihn Quart’ol. „So weit habe ich das verstanden. Aber wie konntest du mich dann aus Dapur abholen?“

„Weil die Blase dort eine Art Wackelkontakt hat, wie gesagt. Er stört das Zeitgefüge und verbindet sich immer wieder mit einem der Tore im zeitlosen Raum. Stell es dir wie einen Überladungsbogen vor, der von einem Pol zum anderen springt.“

Quart’ol nickte verstehend. „Darum solltest du das Tor schließen.“

„Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis jemand über Dapur in diesen Raum hier gelangen würde“, bestätigte Tom. „Ich werde den Durchgang schließen – aber erst, nachdem ich dich zurück nach Dapur geschickt und die Verbindung zum Flächenräumer etabliert habe.“

Wieder hob Quart’ol die Flossenhände. „Moment – du willst mich zurückschicken?“, fragte er. „Vor die Lanzen der Hethiter? Na, danke!“

Tom Ericson lächelte milde. „Du vergisst, dass du unsichtbar sein wirst. Außerdem bildet sich dieses Portal immer wieder neu. Wenn du hindurchgehst, wird dort einige Zeit vergangen sein. Die Krieger sind längst nicht mehr in der Kammer. Vermutlich haben sie sie verschlossen und verrammelt, weil sie ein Tor in die Unterwelt darin vermuten.“

Damit lag er alles andere als falsch, wie Quart’ol wusste. Man nannte das Zeitportal in Dapur nicht umsonst „Dämonentor“. Und ihn selbst hatte man für eine Kreatur der Hölle gehalten.

„Als Matt und seine Freunde durch die Zeiten und Parallelwelten gereist sind, haben die Archivare ihren Weg verfolgt und die Koordinaten jeder von ihnen benutzten Zeitblase bestimmt.“ Tom hielt sein Tablet in die Höhe. „Hier sind diese Daten gespeichert. Ich habe sie bekommen, um die Blase in Dapur anzuwählen, aber auch die des Flächenräumers sind in der Liste enthalten. Sobald du in Dapur bist, werde ich diese Koordinaten eingeben und das Tor schließen. Du kannst also schon nach wenigen Sekunden kehrtmachen und durch das Portal gehen. Wenn alles klappt, kommst du im Flächenräumer heraus.“

Nun begann die Informationsflut doch, Quart’ol leicht zu überfordern. „Wie auch immer“, sagte er. „Ich bin dir dankbar, dass du es für mich riskierst.“

„Ich muss mich auf dich verlassen können“, bestärkte Tom noch einmal. „Im Flächenräumer darfst du nichts berühren, niemanden beeinflussen. Jede kleinste Änderung der Geschichte könnte einen erneuten Riss in der Zeit verursachen, der das Gebäude der Realität zum Einsturz bringt. Dann sind wir alle verloren.“

Das waren beunruhigende, ja verstörende Worte. Quart’ol verspürte einen Anflug von Angst. Die Last der Verantwortung lastete auf seinen Schultern. Er begriff, was ein einziger falscher Schritt anrichten konnte. „Vielleicht … sollte ich es lieber lassen“, sagte er voller plötzlicher Zweifel. „Es wäre egoistisch, alles zu gefährden, was meine Freunde erreicht haben.“

Ericson legte eine Hand auf Quart’ols Schulter. „Deine Worte zeigen mir, dass du das Wagnis wert bist. Solange du achtsam bleibst, wird es gut gehen. Und nun schnell. Je mehr Zeit wir vertrödeln, desto größer die Gefahr, dass die Archivare aufmerksam werden. Das würde mich teuer zu stehen kommen.“

Ericson ging in den Raum hinein, und das umgebende diffuse Licht schien ihm zu folgen. Quart’ol hielt sich nahe bei ihm. Dieser zeitlose Raum, wie er ihn nannte, war ihm unheimlich. So wie die Geräte auf den Dreibein-Stativen, die links und rechts an ihnen vorbeizogen. Manche davon konnte er nicht einmal richtig wahrnehmen. Das machte ihn leicht schwindelig.

Er blickte wieder zu Ericson. „Warum hilfst du mir?“, fragte er.

„Weil du das Richtige getan hast.“

Matthew Drax konnte sich kaum bewegen. Bionetische Fesseln lagen um seine Hand- und Fußgelenke. Weiter als einen halben Meter konnte er die Füße nicht auseinander nehmen. Auch Xij Hamlet hatten die Hydriten auf ähnliche Weise verschnürt. Ihr Gesicht war verkniffen, die Lippen fest zusammengepresst. Sie sah blass aus hinter der Helmscheibe.

Je zwei Hydriten brachten ihn und Xij in Tauchanzügen zu einer Qualle, wo sie über eine Kontraktionsschleuse ins Innere gesaugt wurden. Niemand redete ein Wort mit ihnen. Auch Bel’ar sah er nicht; sie war wohl in einer anderen Qualle untergekommen. Sicher gestattete ihr der HydRat keinen näheren Kontakt mit den beiden Verbrechern. Er musste schon froh sein, dass man Bel’ar damit beauftragt hatte, ihn und Xij aufzuspüren.

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