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Maddrax - Folge 343

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Invasion der Nanobots
  5. Leserseite
  6. Zeittafel
  7. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und schuld an der veränderten Flora und Fauna sind. Nach langen Kämpfen mit den gestaltwandlerischen Daa’muren und Matts Abstecher zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits die Spur zur Erde aufgenommen hat!

Als der Streiter ankommt, versetzen die Gefährten einen Teil eines Steinflözes, der alles Lebendige versteinert, mit einer uralten Waffe der Hydriten in ihn. Dieser längst verlassene Flächenräumer am Südpol produzierte alle 1000 Jahre durch eine unkontrollierte Entladung der Energiespeicher eine Zeitblase.

Das Team nimmt den Kampf auf: Matt Drax, Xij Hamlet, die in sich die Geister unzähliger früherer Leben trägt, die Hydriten Gilam’esh und Quart’ol, der Erfinder Meinhart Steintrieb und der Android Miki Takeo. Dazu stößt noch der Daa’mure Grao’sil’aana. Er hatte auf den 13 Inseln die frisch gekrönte Königin Aruula festgesetzt und die Macht übernommen. Doch sie kommt frei und reist mit ihrem Freund Rulfan zum Südpol, um Matt zu warnen. Dabei sind die beiden entzweit, seit sie den Tod von Matts Tochter Ann verschuldete.

Zunächst gelingt es den Gefährten nicht, den Streiter zu vernichten: Der Flächenräumer ist nicht ganz aufgeladen. Der Schuss krepiert und erschafft eine neue Zeitblase! Durch sie gelangen Matt, Xij und Grao in Parallelwelten – und einen zeitlosen Raum dazwischen, in dem Archivare technische Errungenschaften aller Epochen sammeln. Sie geben ihnen das Magtron mit, das den Flächenräumer binnen Minuten aufladen kann, und schicken sie zu jenem Zeitpunkt zurück, als die Zeitblase entstand. Diesmal gelingt es, einen Teil des Flözes in den Streiter zu versetzen. Der versteinert – doch im Todeskampf schleudert er Mondtrümmer Richtung Erde.

Als Aruula und Rulfan eintreffen, will die Kriegerin mit Grao abrechnen, doch Matt schickt ihn in die Eiswüste. Als Drax und Takeo einen Mondbrocken abfangen wollen, zerlegt ihn eine Atomrakete, die aus Kourou kam. Mit Takeo und seiner neuen Liebe Xij Hamlet reist Matt dorthin, während die verbitterte Aruula in Rulfans Burg Canduly Castle bleibt. Dort schlägt ein weiteres Trümmerstück ein; Aruula wird beim Einsturz des Kellers beinahe gelähmt.

Eine Spur führt die Gefährten bis nach Campeche in Mexiko, wo Matt und Xij von den Robotern eines mysteriösen „Großen Herrn“ geschnappt werden. Er ist ein Archivar, der 2521 hier strandete und Schlangengift zum Überleben braucht, obwohl es ihn negativ verändert. Durch einen Hirnscan erfährt er vom Magtron und fliegt mit dem Shuttle nach Schottland, wo Rulfan den Supermagneten aufbewahrt. Dort rettet er Aruula vor zwei Mörderinnen, die von der neuen Königin der 13 Inseln gedungen wurden. Sie hilft Samugaar, wie sie ihn nennt, das Magtron zu erbeuten – doch ihm fehlt noch der Schlüssel, den Matt um den Hals trägt. Während alle denken, Aruula wäre tot, schließt sie sich Samugaar an.

In der Zwischenzeit befreit Miki Takeo seine Gefährten und sie setzen sich getrennt ab, bevor der „Große Herr“ zurückkehrt. Miki geht nach Amarillo, um seinen Sohn Aiko mit einer Gedächtniskopie in einem Androidenkörper wieder zum Leben zu erwecken. Doch in dem Speicherkristall hat sich der Geist von General Arthur Crow eingenistet, der Takeo täuscht.

Während Matt und Xij mit einer gestohlenen Transportqualle der Hydriten nach Schottland reisen, warten der Archivar und Aruula vergeblich in Waashton auf sie. Schließlich ziehen sie mit geraubten Datenbanken des Pentagon ab – wobei Aruula, die mehr und mehr dem Schlangengift verfällt, Mr. Blacks Gefährtin Alexandra Cross tötet! Sie erzählt Samugaar von dem Ursprung, dem lebenden Flöz in Ostdeutschland: das Material, aus dem das Torsiegel besteht! Aber dort hat sich durch das versetzte Streiter-Stück eine sich ständig wiederholende Zeitzone gebildet, die nur durch eine Sprengung aufgehalten werden kann. Der Archivar tut dies – und opfert dabei Aruula.

In Schottland erfahren Matt und Xij von Aruulas angeblichem Tod – und dass der „Große Herr“ ein Archivar ist. Sie sind entschlossen, ihn auf sich aufmerksam zu machen – mit einem Laser aus dem Bunker in Salisbury. Doch der ist von Insekten bevölkert. Rulfans Vater, Sir Leonard, verbündet sich mit deren Königin und opfert dabei sein Leben. Durch den Strahl wird aber nur eine Daa’murin angelockt, die so ganz anders ist als der Rest ihres Volkes und die den Helden ihren Todesrochen im Austausch gegen deren Amphibienpanzer leiht. Damit haben sie bessere Chancen, den Archivar aufzuspüren. In Canduly Castle lassen sie sich Raumanzüge schneidern, doch ihr Plan, zur AKINA zu gelangen, einem verlassenen marsianischen Raumschiff im Erdorbit, schlägt fehl: Boráan ist nicht für den luftleeren Raum geeignet.

In der Zwischenzeit taucht Aruula wieder auf – sie wurde eine Woche in die Zukunft versetzt. Bei dem Versuch, Samugaar anzufunken, infiziert sie sich in Steintriebs Labor mit Nanobots. Der Archivar bemerkt dies, schweigt aber, um selbst in den Besitz der Nanobots, die ihm nichts anhaben können, zu gelangen. In Campeche entwickelt er eine Methode, ihr Wachstum zu hemmen; entfernen kann er sie nicht. Er und Aruula erhoffen sich Hilfe in Agartha. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einer Begegnung mit Matt und Xij auf dem Rochen, die aber in den Atlantik abtauchen und dem Shuttle später unbemerkt folgen …

Invasion der Nanobots

von Christian Schwarz

Jülzels Erinnerungen

Er badete förmlich im Angstschweiß, während er gebannt auf die schroffe Felsformation starrte, die sich ein Stück vor ihm erhob. Wo versteckt er sich …?

Der silberne Warrior schob sich über den Kamm. Es sah aus, als würde er aus dem Felsen herauswachsen. Einen Moment lang stand die Kampfmaschine still. Dann ging sie in die Knie – und machte unvermittelt einen mächtigen Satz in Jülzels Richtung! Der junge Mann schrie entsetzt auf, als drei Tonnen Stahl und Hartplastik nach sechs Metern Flug hinter einem stahlblauen Warrior aufsetzten. Blau wollte sich drehen. Zu spät; Silber warf ihn bereits krachend um.

„Scheiße“, murmelte Jülzel.

Er senkte den Kopf, als der silberne Warrior zum Zeichen des Sieges seinen Fuß auf den Blauen setzte. Aus der atemlosen Stille, die für einen Moment die gesamte Kaverne erfüllte, erwuchs ein schlagartig einsetzender Orkan aus Brüllen, Toben und Schreien, der dem Jungen auf der Tribüne die Ohren klingeln ließ. Denn Jülzel war weitgehend an die Stille gewöhnt. So verzog er schmerzvoll das Gesicht, während er aus dem Tosen auf den Rängen um ihn her einzelne Sätze heraushörte.

„Unfassbar!“ – „Habt ihr das gesehen?“ – „Das gibt’s doch nicht! Kalzang hat getrickst, garantiert!“ – „Glaub ich nicht! So blöd ist der nicht!“ – „Wenn’s kein Beschiss ist, ist Tsering Kyi jetzt fällig! Ich kann den Mistkerl eh nicht ausstehen!“ – „Ein springender Warrior, wo gibt’s denn so was?“ – „Eben, das kann nicht sein!“ – „Die TIG wird Kalzang den Arsch aufreißen, das schwör ich euch!“

Jülzel kam sich vor wie in seinem eigenen Universum. Obwohl die Worte direkt um ihn her erklangen, schienen sie doch aus unendlicher Ferne zu kommen und erst noch eine dicke Barriere aus Watte durchdringen zu müssen.

Obwohl er eigentlich gar nicht hinschauen wollte, hob er den Kopf. Soeben löste sein Vater Kalzang die Sensorgurte und schwang sich geschmeidig aus der Kanzel des silbernen Warriors, den er Rabten nannte, den „Zuverlässigen“. Kalzang winkte zu den Tribünen hoch, als der Lärmpegel anschwoll und die ersten gelben Tücher zum Zeichen der Bewunderung geschwenkt wurden. Zuerst noch vereinzelt und zögerlich, als seien sich die Zuschauer nicht sicher, ob Kalzang dies tatsächlich verdiene. Doch andere schlossen sich an. Und plötzlich war die Kampfbahn ein wogendes Meer von Gelb.

Der dicke schwitzende Kerl neben Jülzel schwenkte sein Tuch ganz besonders eifrig. Wie fast alle Zuschauer hatte er sich erhoben. So weit Jülzel informiert war, geschah es nur ganz selten, dass sie aufstanden, um einem Sieger zu huldigen. Er hätte ob der außergewöhnlichen Auszeichnung für seinen Vater eigentlich stolz sein können – eigentlich …

Durch die flatternden Tücher sah Jülzel den Piloten des blauen Warriors. Chime, wenn er sich richtig erinnerte. Der ältere Mann zwängte sich zwischen zwei Sicherheitsbügeln unter dem Rumpf seiner Kampfmaschine hervor, richtete sich auf und schwankte dabei etwas, scheuchte aber die herbeieilenden Medicos trotz einer blutenden Kopfwunde mit unwilligen, fast zornig wirkenden Handbewegungen weg.

Schweren Schrittes ging Chime zu Kalzang, stellte sich vor ihn, hielt den vorgeschriebenen Moment der Ehre korrekt ein und gratulierte dem Sieger dann durch das Kreuzen seiner Arme vor der Brust und einer kurzen Verbeugung. Kalzang dankte mit der Geste des Respekts, indem er den rechten Arm hob und kurz die Hand zur Faust ballte.

Erst jetzt durfte der Geschlagene das Feld räumen. Chime humpelte auf eines der Tore zu, die unterhalb der Zuschauerränge in die Kampfbahnbegrenzung eingelassen waren. Das gelbe Signal über der Tür wurde blau, dann öffnete sie sich auch schon. Der Besiegte verschwand mit einem letzten zornigen Blick zurück im Tor der Schande, das alle Besiegten zu nehmen hatten, während Kalzang noch für einen Moment die Ovationen genoss. Seine Blicke wanderten dabei über die Tribünen. Jülzel war sicher, dass sein Vater nach ihm Ausschau hielt. Schließlich zog Kalzang gemessenen Schrittes durch das Tor des Triumphes an der gegenüberliegenden Seite ab.

Jülzel sah ihm nur kurz hinterher. Nachdem ihm die Tücher nicht mehr die Sicht versperrten, interessierte er sich für die Hauptloge, die erhöht in die Steilwand eingelassen war. Der weinrote Baldachin mit dem gelben Kreis und dem gelben Punkt in der Mitte, der heute aufgespannt war, signalisierte die Anwesenheit des Königs der Welt.

Aber der König, der inmitten seiner prachtvoll bunt gekleideten Vasallen auf einem wie ein Luftschiff geformten Thron saß und mit den Fingern der linken Hand nervös auf der Armlehne herumtrommelte, war Jülzel nur einen kurzen Blick wert. Stattdessen suchte er Tsering Kyi. Und fand ihn tatsächlich vor der goldenen Statue eines Löwen seitlich des Königs. Wie dieser hatte sich Tsering nicht erhoben. Bis hierher konnte Jülzel die finstere Miene des Ersten Strategischen Beraters des Königs wahrnehmen. In diesem Moment beugte sich der König zu ihm hinüber, wohl um etwas zu fragen. Ein Lächeln erschien auf Tserings Gesicht, während er antwortete.

Ein falsches Lächeln, durch und durch. Wenn es je eine menschliche Verkörperung zweier der drei Geistesgifte gegeben hatte, dann in ihn. Er waren die Gier und der Hass gleichzeitig, und damit war Tsering noch viele Existenzen vom Zustand der Erlöstheit entfernt. Sehr viele Existenzen …

Tsering stand auf und verschwand nach hinten. Auch in die übrigen Zuschauer kam nun Bewegung. Sie strebten langsam und diszipliniert auf die Ausgänge zu, während ein Kranarm über die Arena schwenkte und ein Stahlseil mit einem großen Magneten an der Spitze abließ. Zwei Techniker brachten es an der Kanzel des blauen Warriors an. Jülzel sah zu, wie er langsam wieder in die Senkrechte gezogen und mit einem Knirschen auf die mächtigen Füße gestellt wurde.

Bevor die Kämpfer wieder erschienen, um ihre Maschinen zurück in die Warrior-Ställe zu pilotieren, rechnete Jülzel mit dem Auftauchen der TIG. Es war fast zwingend, dass die Technische Inspektionsgruppe Rabten ganz genau untersuchte. Doch die Männer und Frauen in ihren dunkelblauen Uniformen ließen sich nicht sehen.

Jülzel nahm nur Chimes Techniker wahr, die anfingen, den sichtlich lädierten blauen Warrior mit allerlei Geräten zu bearbeiten. Jülzels Vater besaß ähnliche, aber der junge Mann wusste nicht mal, wie sie hießen, geschweige denn, welche Funktionen sie hatten. Es interessierte ihn einfach nicht.

Jülzel seufzte. Mit einem weichen hellblauen Seidentuch, das farblich zu seiner Robe passte, wischte er den kalt und klebrig gewordenen Schweiß von seinem kahl rasierten Kopf, säuberte auch Nacken und Hände und betrachtete noch einmal kurz die Kampfbahn, das Prunkstück von Agartha-Tiefental minus Zwei.

Als Kampfbahn wurde die gesamte riesige Felsenkaverne auf der zweiten Tiefenebene unter der Hauptebene bezeichnet. Die fast vierhundert Meter durchmessende und über vierzig Meter hohe Tropfsteinhöhle mit dem domartigen Gewölbe war über das geniale agarthische Spiegelsystem, mit dem Tageslicht weit unter die Erde transportiert werden konnte, bis in den letzten Winkel hell ausgeleuchtet. Die eigentliche Kampfbahn, die Arena, war unter Einbeziehung der steilen Kavernenwände mit rund zweihundert Metern Durchmesser in den linken Teil gebaut worden, mit dreiseitig umlaufenden Tribünen für rund zwanzigtausend Zuschauer, während die vierte Wand der Hauptloge vorbehalten war.

Die Mitte der Arena füllte der Kampfplatz, ein Gewirr aus schroffen hohen Felsen mit Rampen und Plateaus, engen Spalten sowie einigen Ebenen mit künstlichen Flussläufen und Sumpfgebieten. Die Arena-Doktoren sorgten dafür, dass die Kämpfer niemals dieselbe Szenerie vorfanden. Je raffinierter sie den Kampfplatz umbauten, desto höher wurden die Anforderungen an die Warrior-Meister.

„Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer“, ertönte plötzlich die Lautsprecherstimme des Arena-Sprechers, „ich bin immer noch so beeindruckt wie Sie selbst. Was für ein außergewöhnlicher, spannender Kampf! Kalzang hat sich den Sieg im letzten Moment doch noch gesichert, aber es war so knapp wie nie. Wahnsinn, dieser Sprung. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ich persönlich hoffe, dass der gewaltige Satz im Rahmen der Regeln war …“

War er …

„… und dass Kalzang nicht noch von der TIG aus dem Rennen genommen wird. Unter diesem Vorbehalt steht das morgige Finale nun fest. Wie schon in den beiden letzten Jahren treten Kalzang und Tsering Kyi gegeneinander an, die zweifellos besten Warrior-Meister der vergangenen Jahre. Aber Chime war so knapp dran wie noch nie. Wie gesagt: Möglicherweise sehen wir morgen ihn statt Kalzang im Finale gegen Tsering. Doch ich kenne Kalzang als fairen Sportsmann, der lieber zehnmal verlieren als einmal unsauber gewinnen würde.“

Genauso ist es …

Warten wir also das Urteil der TIG ab. Es wird morgen in aller Frühe im Agartha-TV übertragen. Ich hoffe, dass Sie uns trotzdem noch ein wenig erhalten bleiben. Genießen Sie unsere Kampfbahn-Gastronomie, platzieren Sie Ihre Wetten auf das morgige Finale. Besuchen Sie unsere Erlebniswelt, wo wir fünf Simulatoren mit jetzt verbesserten Neuronalen Netzen für Sie bereithalten. Sich einmal selbst fühlen wie ein Warrior-Meister! Und das zu einem Preis, den jeder bezahlen kann. Oder genießen Sie einen Becher saure Yakmilch, salzigen Buttertee oder ein Gläschen Reiswein. Lecker! Dazu passt wunderbar gebackener Fleischkuchen mit Daikoon-Rettich und …“

Die Worte des Arena-Sprechers waren immer undeutlicher bei Jülzel angekommen und wurden nun völlig dem Einheitsgemurmel einverleibt. Denn er konzentrierte sich wieder voll auf seine eigenen Gedanken. Dabei ließ er sich im Strom der anderen Besucher treiben, die Treppe hinunter und über den großen Platz der Unterhaltung mit seinen zahlreichen Hütten und Häusern, den allgegenwärtigen, grell blinkenden Leuchtreklamen und dem nicht abreißen wollenden Lachen und Kreischen.

Auf dem Weg zum Yakmilch-Stand – saure Yakmilch sah Jülzel als bestes Mittel gegen seinen nervösen Magen an – kam der junge Mann an den Wettbüros vorbei. Grüne Leuchtbänder liefen Aufmerksamkeit heischend um die sich ständig ändernden Wettquoten, die in grellroten digitalen Leuchtziffern eingeblendet wurden.

Jülzels Magendrücken verstärkte sich schlagartig, als er sah, dass Kalzang plötzlich 51:49-Wettfavorit im morgigen Finale war. Er bekam nicht mehr als einen Schluck der teuren Yakmilch hinunter und schüttete den Rest in einen Müllvernichter.

Nach einer Stunde begab er sich zu den großen, elektronisch gesicherten Toren in der Felswand neben der Arena. Vor dem mittleren Tor hielt er sein rechtes Handgelenk auf den davor stehenden Scanner, durch den blaue Lichtstreifen liefen. Die Elektronik erkannte den implantierten Chip der Klasse 1C – Aufenthaltsgenehmigung während der gängigen Besuchszeiten – sofort und öffnete Jülzel das Tor. Lautlos verschwanden die beiden Flügel links und rechts in der Felswand. Jülzel trat in einen Aufzug und fuhr zwei Stockwerke nach unten. Die Aufzugstür öffnete sich nur nach erneuter Chipkontrolle.

Vor dem Jungen erstreckte sich eine weitere riesige, beleuchtete Felsenhöhle, von deren Decke hunderte Stalaktiten hingen. Das eigentliche Wunder aber waren die großen Stalagmiten, die überall vom Boden hochwuchsen und zum Teil zwanzig Meter Durchmesser und zehn Meter Höhe aufwiesen. Jülzel wusste, dass es insgesamt dreiundzwanzig kreuz und quer stehende große Stalagmiten waren. Zwölf von ihnen waren mit Lasersteinbrechern ausgehöhlt und ausgemauert worden. Sie dienten als Warrior-Boxen, in denen die riesigen Roboter vor, während und nach den Kämpfen gewartet und notfalls repariert wurden. Dafür stand jede Menge Hightech zur Verfügung.

Die Tausende von kleinen Stalagmiten, die zwischen den großen wuchsen, waren zum größten Teil weggesprengt oder mit den großen Laserschleifern abgetragen worden. So schlängelten sich nun befestigte breite Wege zwischen den Warrior-Boxen hindurch. Auf diesen herrschte ein nicht unbeträchtliches Gedränge. Und der übliche Lärmmix aus Rufen, Maschinenkreischen und Motorengetacker.

Weitgehend unbeachtet drückte sich Jülzel auf dem Weg zu seinem Vater durch die Techniker und anderen Mitarbeiter der Warrior-Ställe. Doch Chime, an dessen Box er direkt vorbei musste, entdeckte ihn. Sein Gesicht verfinsterte sich sofort.

Ist dein Vater mit Yama, dem Teufel im Bunde?“, zischte er Jülzel an. Der murmelte etwas Unverständliches und machte, dass er weiter kam. Das „Wenn die TIG nichts findet, muss er es wohl sein“, bekam er nur noch halb mit. Er konzentrierte sich bereits auf eine möglicherweise gleich anstehende weitere unangenehme Begegnung …

Juni 2528

Samugaar saß am Steuer des Shuttles, das er in rund tausend Metern Höhe über Land lenkte. In der Ferne zog eine unendlich scheinende Kette mächtiger schneebedeckter Berge vorbei, von denen einige weit höher ...

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