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Maddrax - Folge 342

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Höhen und Tiefen
  5. Leserseite
  6. Zeittafel
  7. Cartoon
  8. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und schuld an der veränderten Flora und Fauna sind. Nach langen Kämpfen mit den gestaltwandlerischen Daa’muren und Matts Abstecher zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits die Spur zur Erde aufgenommen hat!

Als der Streiter ankommt, versetzen die Gefährten einen Teil eines Steinflözes, der alles Lebendige versteinert, mit einer uralten Waffe der Hydriten in die Masse des Streiters. Im Flächenräumer am Südpol entsteht alle 1000 Jahre durch die unkontrollierte Entladung der Energiespeicher eine Zeitblase.

Das Team nimmt den Kampf auf: Matt Drax, Xij Hamlet, die in sich die Geister unzähliger früherer Leben trägt, die Hydriten Gilam’esh und Quart’ol, der Erfinder Meinhart Steintrieb und der Android Miki Takeo. Dazu stößt noch der Daa’mure Grao’sil’aana. Er hatte auf den 13 Inseln die frisch gekrönte Königin Aruula festgesetzt und die Macht übernommen. Doch sie kommt frei und reist mit ihrem Freund Rulfan zum Südpol, um Matt zu warnen. Dabei sind die beiden entzweit, seit sie den Tod von Matts Tochter Ann verschuldete.

Zunächst gelingt es den Gefährten nicht, den Streiter zu vernichten: Der Flächenräumer ist nicht ganz aufgeladen. Der Schuss krepiert und erschafft eine neue Zeitblase! Durch die Schockwelle ist der Streiter für drei Stunden paralysiert, dann setzt er seinen Weg zur Erde fort. Als die kosmische Entität auf der Suche nach dem Wandler den Planeten verwüstet, bleibt Matt, Xij und Grao nur die Flucht durch die neue Zeitblase.

Sie stellen bald fest, dass sie durch Parallelwelten reisen. Dabei geraten sie in den zeitlosen Raum zwischen den Welten, in dem Archivare technische Errungenschaften aller Epochen sammeln. Sie geben ihnen das Magtron mit, das den Flächenräumer binnen Minuten aufladen kann, und schicken sie zu jenem Zeitpunkt zurück, als die Zeitblase entstand. Diesmal gelingt es, einen Teil des Flözes in den Streiter zu versetzen. Der versteinert – doch im Todeskampf schleudert er Mondtrümmer Richtung Erde.

Als Aruula und Rulfan eintreffen, will die Kriegerin mit Grao abrechnen, doch Matt schickt ihn in die Eiswüste. Als Drax und Takeo einen Mondbrocken abfangen wollen, zerlegt ihn eine Atomrakete, die aus Kourou kam. Mit Takeo und seiner neuen Liebe Xij Hamlet reist Matt dorthin, während die verbitterte Aruula in Rulfans Burg Canduly Castle bleibt. Dort schlägt ein weiteres Trümmerstück ein; Aruula wird beim Einsturz des Kellers beinahe gelähmt.

Gleichzeitig überfallen Indios mit Schlangen um den Hals Kourou, um Waffen zu erbeuten. Die Gefährten folgen ihnen bis nach Campeche in Mexiko, wo Matt und Xij von den Robotern eines mysteriösen „Großen Herrn“ geschnappt werden. Er ist ein Archivar, der 2521 hier strandete und das Schlangengift zum Überleben braucht, obwohl es ihn negativ verändert. Durch einen Hirnscan erfährt er vom Magtron, mit dem er das Tor in seine Dimension öffnen könnte. Mit dem Shuttle fliegt er nach Schottland, wo Rulfan den Supermagneten aufbewahrt – und rettet Aruula vor zwei Mörderinnen, die von der neuen Königin der 13 Inseln geschickt wurden. Sie hilft Samugaar, wie sie ihn nennt, das Magtron zu erbeuten – doch ihm fehlt noch der Schlüssel, den Matt um den Hals trägt. Während alle denken, Aruula wäre tot, schließt sie sich Samugaar an.

In der Zwischenzeit befreit Miki Takeo seine Gefährten und sie setzen sich getrennt ab, bevor der „Große Herr“ zurückkehrt. Miki geht nach Amarillo, um seinen Sohn Aiko mit einer Gedächtniskopie in einem Androidenkörper wieder zum Leben zu erwecken. Doch in dem Speicherkristall hat sich der Geist von General Arthur Crow eingenistet, der Takeo täuscht.

Während Matt und Xij mit einer gestohlenen Transportqualle der Hydriten nach Schottland reisen, warten der Archivar und Aruula vergeblich in Waashton auf sie. Schließlich ziehen sie mit geraubten Datenbanken des Pentagon ab – wobei Aruula, die mehr und mehr dem Schlangengift verfällt, Mr. Blacks Gefährtin Alexandra Cross tötet! Sie erzählt Samugaar von dem Ursprung, dem lebenden Stein in Ostdeutschland: das Material, aus dem das Torsiegel besteht! Aber dort hat sich durch das versetzte Streiter-Stück eine sich ständig wiederholende Zeitzone gebildet, die nur durch eine Sprengung aufgehalten werden kann. Der Archivar tut dies – und opfert dabei Aruula.

In Schottland erfahren Matt und Xij von Aruulas angeblichem Tod – und dass der „Große Herr“ ein Archivar ist. Sie sind entschlossen, ihn auf sich aufmerksam zu machen – mit einem Laser aus dem Bunker in Salisbury. Doch der ist von Insekten bevölkert. Rulfans Vater, Sir Leonard, verbündet sich mit deren Königin und opfert dabei sein Leben. Durch den Strahl wird aber nur eine Daa’murin angelockt, die so ganz anders ist als der Rest ihres Volkes und die den Helden ihren Todesrochen im Austausch gegen deren Amphibienpanzer leiht. Damit haben sie bessere Chancen, den Archivar aufzuspüren.

In der Zwischenzeit taucht Aruula wieder auf – sie wurde eine Woche in die Zukunft versetzt. Bei dem Versuch, Samugaar anzufunken, infizieren sich Retrologen, die ihr dabei helfen, in Steintriebs Labor mit Nanobots. Aruula und der Ballonfahrer Pofski sind die einzigen Überlebenden, als Samugaar mit dem Shuttle vor Ort eintrifft …

Höhen und Tiefen

von Sascha Vennemann

Irgendwo im Luftraum über England

Halt dich fest!“, schrie Matthew Drax und zerrte ruckhaft am Zügelgeschirr des Flugrochens, der sich unter ihm aufbäumte. Xij Hamlet zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen und versuchte mit den Fingern Halt an Boráans Körper zu finden.

Die plötzliche Bewegung ihres Flugtieres hatte sie beide überrascht. Während Matt noch an den Zügeln hing und versuchte, den Rochen wieder in die Waagerechte zu bekommen, war Xij mit den Unterschenkeln über den hinteren Rand der Schwinge gerutscht.

„Deine Hand!“, rief Matt alarmiert. Reflexartig streckte sie den rechten Arm aus, während sie sich mit dem linken abstützte. Da traf eine weitere Sturmböe den Flugrochen. Und Xijs Finger glitten aus Matthews Griff.

Für einen Moment hatte sie das Gefühl zu fallen. Matthew rutschte aus ihrem Gesichtsfeld. Er hatte die Augen weit aufgerissen und schrie etwas.

Xij nahm es wie in Zeitlupe wahr: die verzerrte Miene ihres Gefährten, den Speichel, der von seinem Mund flockte, die Hand, die er vergeblich nach ihr ausstreckte. Ihre eigene Hand löste sich von der Schwinge des Flugrochens, ihr Körper hatte keinen Kontakt mehr zu dessen kalter Haut.

Dann lief wieder alles in der richtigen Geschwindigkeit ab. Ihr Kopf kippte nach hinten, als etwas sie im Rücken traf und wieder nach vorn auf den breiten Rücken Boráans schleuderte. Der Aufprall trieb ihr die Luft aus den Lungen; ihr wurde schwarz vor Augen.

Xij spürte, wie Matt sie am Ärmel fasste und festhielt. Als sich ihr Blick wieder klärte, war es, als wäre nie etwas passiert. Sie lag bäuchlings auf Boráans halb künstlichem, halb organischen Rücken. Matthew hielt sie fest. Rechts und links bewegten sich die breiten Flossenschwingen des Rochens langsam auf und ab.

Das Tier glitt ruhig dahin. Der Wind rauschte in ihren Ohren.

Vorsichtig richtete sie sich auf, kam in die Knie. „Was zur Hölle …?“ Sie rieb sich die schmerzende Stelle in ihrem Rücken. Was hatte sie dort getroffen?

Ein plötzliches Fauchen links neben ihr und Boráans breites Schwanzende, das wie eine Peitsche seitlich an ihr vorbei schnellte, beantwortete ihre Frage: Als sie nach hinten gerutscht war und vom Rochen zu stürzen drohte, hatte Boráan seinen Schwanz nach vorn gerissen und sie damit abgefangen. Glücklicherweise mit der flachen Seite, nicht mit dem tödlichen Stachel, in dem sie auslief.

„Verdammt, das war richtig knapp!“, murmelte Matt und rieb sich das Kinn. Rote Striemen in seinen Handflächen zeugten davon, wie sehr er sich an den Zügeln hatte festklammern müssen. „Diese Daa’murin hat an alles gedacht, nur nicht an Sicherheitsgurte …“

„Was war das?“ Xij kroch hinüber zu dem Bedienfeld im Rücken des Tieres, mit dem sie sich schon den ganzen Flug über vertraut machte. Es war, so unglaublich das auch klang, gezüchtet worden wie der ganze Rochen – aus einem Kristall, der die halb organische Substanz produzierte. Wie die Daa’muren das Wachstum so genau regeln konnten, hatte sie noch nicht herausfinden können. Aber das Material hatte eine gewisse Ähnlichkeit zur Bionetik der Hydriten. Vielleicht hatten die Daa’muren sich deren Technik irgendwann angeeignet und verfeinert.

„Es hat sich angefühlt, als wären wir von einer Welle getroffen worden“, fuhr Xij fort. „Das kann doch unmöglich nur der Wind gewesen sein!“

„Boráan hat eine ziemlich breite Angriffsfläche für solche Böen“, gab Matt zurück. Er schien immer noch nicht herausgefunden zu haben, wie er sich am besten hinsetzen sollte. Im Schneidersitz? Auf die Knie gestützt? Oder wie ein Reiter in einem sehr breiten Sattel? In punkto Komfort war ihr Flugwesen nicht gerade mit einer Sonderausstattung gesegnet.

Das kommt davon, wenn man sich einen Jahresrochen zulegt, ging es Xij Hamlet durch den Kopf und sie musste trotz des gerade überstandenen Schreckens grinsen.

„Willst du damit sagen, unser Rochen wäre fett?“, witzelte sie und tätschelte den Rücken des Tieres. Sie studierte die Anzeigen der Tastfelder und versuchte so etwas wie einen Seitenlagenstabilisator zu finden. Es durfte doch nicht sein, dass Boráan sich von so ein bisschen Wind dermaßen aus dem Gleichgewicht bringen ließ.

Sie drückte auf ein paar halborganische Tasten und die Flossen des Rochens kräuselten sich in einer Wellenbewegung, während sie leicht auf und ab gingen. Vielleicht brachte das ein wenig mehr Sicherheit.

„Hast du was umgestellt?“ Matt lenkte ihr Flugtier in eine leichte Linkskurve, drehte dann nach rechts zurück, bis er wieder auf Kurs war. „Er fühlt sich irgendwie … schwammiger in der Steuerung an.“

Xij zuckte mit den Achseln. „Ich muss die Einstellungen alle mal durchprobieren, wenn ich daraus lernen will. Jetzt, wo uns Ira endlich auch alleine fliegen lässt.“

Matthew legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Du hast recht. Wir müssen Boráans Fähigkeiten in- und auswendig kennen, wenn wir mit seiner Hilfe das Mondshuttle und den Archivar ausfindig machen wollen. Wenn es zu einer Konfrontation kommen sollte …“ Er ließ den Rest seiner Befürchtung unausgesprochen. Natürlich würde es schwer sein, gegen ein Shuttle anzutreten.

Xij lächelte zärtlich und legte ihre Hand auf seine, strich sanft über seine Finger. „Eins nach dem anderen. Erst müssen wir Canduly Castle erreichen, und dann …“

„Ja“, unterbrach Matthew sie. Sein Blick ging in eine unbestimmte Ferne. „Sir Leonard …“ Er seufzte den Namen.

Xij wusste, was er damit meinte. Ihre Rückkehr zu Rulfans Burg und dem Hort des Wissens war diesmal keine, die mit Wiedersehensfreude einhergehen würde. Schließlich mussten sie einem alten Freund mitteilen, dass sein Vater nicht mehr unter den Lebenden weilte …

Der weitere Flug gestaltete sich weniger turbulent als erwartet. Xij probierte weitere Einstellungen an Boráan aus, die sich mal mehr, mal weniger auf die Flugstabilität des Rochens auswirkten. Obwohl die Daa’murin Gal’hal’ira, der Boráan gehörte, sie beide abwechselnd unterrichtet hatte, während jeweils der Dritte im Bunde den Amphibienpanzer am Boden lenkte, würde es sicher noch eine ganze Weile dauern, bis sie sich eingeprägt hatten, welche Parameter bei welcher Witterung und Flughöhe die jeweils richtigen waren.

Als sie Britana überflogen hatten und scootisches Territorium erreichten, dämmerte es bereits. Dichter Nebel wallte über dem Land, verlieh ihm einen gespenstischen Anstrich.

Matthew kniff die Augen zusammen, um weiter in die Ferne schauen zu können. Im schwindenden Licht war es gar nicht so einfach, bekannte Landmarken zu erkennen, die ihnen den Weg nach Canduly Castle weisen würden. Schließlich aber erblickte er eine Straßenkreuzung, an der ein charakteristisch geformter Findling stand, sodass er wusste, welche Richtung er einschlagen musste.

Unten versuchte Gal’hal’ira, die sie kurz „Ira“ nannten, an Bord von PROTO ihr Tempo mitzuhalten. Sie hatten mit der Daa’murin, die sie bei ihrem Abenteuer in Salisbury getroffen hatten, die Transportmittel getauscht.1)

Matt und Xij brauchten ein Fluggerät, um das marsianische Shuttle und damit den Archivar aufzuspüren, der in Mexiko ein versiegeltes Tor in den zeitlosen Raum öffnen wollte – das war es zumindest, was Matt anhand von Fakten, Erkenntnissen und Vermutungen zu wissen glaubte. Außerdem war der orangefarbene Mistkerl verantwortlich für Aruulas Tod bei Canduly Castle. Es nahm Matthew sehr mit, dass er sich mit der Barbarin und langjährigen Gefährtin nicht mehr hatte treffen können, um „reinen Tisch“ zu machen. So vieles war unausgesprochen geblieben. Und die Schuld, die er auf sich genommen hatte, als er Aruula in seiner Verzweiflung über Anns Tod verstieß, war nicht getilgt.

Boráan, der Todesrochen der extrovertierten Daa’murin, war bestens für die Suche aus großen Höhen geeignet. Im Gegenzug wollte Ira mit dem Amphibienpanzer zum Kratersee aufbrechen, um dort nach anderen Daa’muren zu fahnden, die nach dem Abflug des Wandlers vielleicht auf der Erde geblieben waren. Sie hatte mit Interesse von Grao’sil’aana gehört und wollte ihn unbedingt treffen. Der Kratersee – ein neues Meer, das der Komet im Jahr 2012 auf Höhe des Baikalsees in die Erde gestanzt hatte – schien ihr geeignet, mit der Suche zu beginnen.

Aber zuerst hatte sie Matt und Xij nach Scootland begleitet, um auf dem Weg dorthin ihr Wissen über die Handhabung Boráans mit ihnen zu teilen und selbst in die Bedienung PROTOs eingewiesen zu werden.

Vorgestern nun hatte Ira ihre beiden „Schüler“ erstmalig allein auf Boráan fliegen lassen. Sie kamen inzwischen so gut mit dem Todesrochen zurecht, dass die Daa’murin heute Morgen verlauten ließ, ihnen nichts mehr beibringen zu können.

Matt hielt das zwar für untertrieben – die letzten Feinheiten der Bedienelemente hatten weder er noch Xij im Griff –, aber er merkte auch, dass Ira aus einem anderen Grund den Abschied forcierte. Sie wollte sich anscheinend nicht auf Canduly Castle blicken lassen. Was ihn wunderte, denn normalerweise gab sich die Daa’murin nicht so kontaktscheu.

„Der Panzer hat neben dem Wegstein angehalten!“, rief Xij und holte ihn in die Wirklichkeit zurück. „Ich glaube, Ira will etwas von uns. Sie steht in der oberen Luke und winkt.“

Funkkontakt hatten sie nicht; Boráan verfügte zwar über eine Art organische Technik, doch ein Funkgerät gehörte nicht dazu. So mussten sie sich auf Sicht verständigen. Matt nickte und ging tiefer. Das ließ sich auch allein mit den Zügeln bewerkstelligen.

„Ich schätze mal, der Zeitpunkt ist gekommen, Lebwohl zu sagen“, fuhr Xij fort. „Ira scheint endlich zum Kratersee abdüsen zu wollen.“

Er landete Boráan etwas abseits des großen Wegsteins. Sie rutschten von seinem Rücken und schritten zu dem schweren Panzerwagen hinüber, mit dem man sich auch schwimmend und am Grund eines nicht allzu tiefen Meeres fortbewegen konnte. Die Nordsee sollte in dieser Hinsicht kein Problem darstellen.

In der Tat drängte Ira darauf, den weiteren Weg nun allein fortzusetzen. Sie beherrschte PROTO inzwischen fast perfekt; viel besser, als man es von Matt und Xij bei Boráan behaupten konnte.

Der Abschied verlief kurz und schmerzlos. Ira würde sich in den nächsten Monaten an der Westseite des Kratersees aufhalten und nach verbliebenen Daa’muren forschen. Sobald Matt und Xij den Todesrochen nicht mehr benötigten, sollten sie sie dort aufsuchen. Dann würden sie den Tausch ihrer Transportmittel rückgängig machen.

Mit diesem Versprechen sagten sie einander Lebewohl und wünschten sich gegenseitig viel Glück. Matt unterdrückte dabei seine Zweifel. Er traute den Daa’muren, die in ihm den Primärfeind gesehen hatten, prinzipiell nicht über den Weg; Grao hatte diese Aversion bestätigt. Aber Gal’hal’ira war … anders. Eher das genaue Gegenteil eines typischen Daa’muren.

Matt musste unwillkürlich grinsen, als er daran dachte, wie Grao’sil’aana wohl auf sie reagieren würde. Vermutlich würde sie ihn eher in den Wahnsinn treiben, als sich mit ihm zu paaren – falls sie das überhaupt vorhatte.

Sie sahen PROTO hinterher, der nun einen Ostkurs einschlug, hin zur Küste.

„Hoffen wir, dass wir die treue alte Karre nicht zum letzten Mal sehen“, sagte Xij Hamlet. „Ich hatte mich gerade an sie gewöhnt.“

„Hoffen wir, dass wir Boráan heil zu Ira zurückbringen, damit sie ihn überhaupt wieder herausrückt“, konterte Matt.

Als sie einige Stunden später auf Boráans Schwingen die Burg und den Hort des Wissens erreichten, war es bereits später Abend und das Gemäuer in hellen Fackelschein getaucht. Auf den Zinnen sah Matt Patrouillen marschieren und das Tor der Zugbrücke war geschlossen.

Um keinen Tumult auszulösen, landeten Xij und er mit dem Rochen in Sichtweite vor dem Tor und gaben sich zu erkennen.

Rufe von den Wehrgängen wurden laut und keine fünf Minuten später hoben sich die Stahllamellen vor dem Eingang. Das Innentor klappte um und gab den Weg frei.

Matt schluckte bedrückt, als er Rulfan mit einem Gefolge von rund einem Dutzend Retrologen und Marsianern auf sich zueilen sah. Bei seinem letzten Besuch hier hatte er von Aruulas Tod erfahren, die unter den Trümmern eines Kapellenturms ihr Grab gefunden hatte. Nun war es an ihm, eine Todesnachricht zu verkünden.

Xij hatte sich neben ihn gestellt. „Was wirst du ihm sagen?“, raunte sie. „Und wie?“

Matt seufzte. „Jedenfalls möglichst nicht hier, vor allen Leuten.“ Er sah sie traurig an. „Aber ich fürchte, er wird schon die richtigen Schlüsse ziehen, weil wir nur zu zweit sind.“ Er zuckte mit den Schultern. „Also lasse ich es einfach auf mich zukommen.“

Der Albino und seine Leute hatten sie nun fast erreicht. Erstauntes Gemurmel erhob sich, als die Wissenschaftler das riesige Flugtier aus der Nähe betrachten konnten. Matt nahm es ihnen nicht übel, dass sie sich erst einmal gar nicht um ihn und Xij kümmerten, sondern gleich damit begannen, Boráan zu untersuchen.

„Das ist ja fantastisch!“, rief Sebastian „Basti“ Eisenmann aus, eines der älteren Mitglieder des Hortes und einer seiner findigsten Köpfe. Der stämmige kleine Mann, auf dessen Quadratschädel nadelkopfkurzes Haupt- und Barthaar sprossen, womit er einem Marines-Veteranen früherer Zeiten glich, war flugs auf den Rücken des Rochens geklettert und hatte das Bedienfeld entdeckt. „Eine perfekte Symbiose zwischen organischer Masse und Biotechnologie! Man müsste unbedingt testen, ob …“

Matthew hob beschwichtigend die Hände. „Nicht so schnell!“, mahnte er.

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