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Maddrax - Folge 338

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Alpha = Omega
  5. Leserseite
  6. Zeittafel
  7. Cartoon
  8. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und schuld an der veränderten Flora und Fauna sind. Nach langen Kämpfen mit den gestaltwandlerischen Daa’muren und Matts Abstecher zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits die Spur zur Erde aufgenommen hat!

Als der Streiter ankommt, versetzen die Gefährten einen Teil eines Steinflözes, der alles Lebendige versteinert, mit einer uralten Waffe der Hydriten in die Masse des Streiters. Im Flächenräumer am Südpol entsteht alle 1000 Jahre durch die unkontrollierte Entladung der Energiespeicher eine Zeitblase.

Das Team nimmt den Kampf auf: Matt Drax, Xij Hamlet, die in sich die Geister unzähliger früherer Leben trägt, die Hydriten Gilam’esh und Quart’ol, der geniale Erfinder Meinhart Steintrieb und der Android Miki Takeo. Dazu stößt noch Grao’sil’aana, einer der letzten Daa’muren auf der Erde. Er hatte auf den 13 Inseln die Macht übernommen und die frisch gekrönte Königin Aruula in einer Höhle eingesperrt. Doch sie kommt frei und reist mit ihrem Freund Rulfan zum Südpol, um Matt zu warnen. Dabei sind die beiden entzweit: Im Kampf gegen Mutter, ein winziger Teil des lebenden Flözes, kam durch ihre Schuld Matts Tochter Ann ums Leben.

Zunächst gelingt es den Gefährten nicht, den Streiter zu vernichten: Der Flächenräumer ist nicht ganz aufgeladen. Der Schuss krepiert und erschafft eine neue Zeitblase! Durch die Schockwelle ist der Streiter für drei Stunden paralysiert, dann setzt er seinen Weg zur Erde fort. Als die kosmische Entität die Oberfläche des Planeten auf der Suche nach dem Wandler vernichtet, bleibt Matt, Xij und Grao nur die Flucht durch die neue Zeitblase.

Sie stellen bald fest, dass sie durch Parallelwelten reisen. Dabei geraten sie in den zeitlosen Raum zwischen den Welten, in dem Archivare technische Errungenschaften aller Epochen sammeln. Sie geben ihnen ein Gerät mit, das den Flächenräumer binnen Minuten aufladen kann: das Magtron. Sie kehren zu jenem Zeitpunkt zurück, als die Zeitblase entstand, und diesmal gelingt es, einen Teil des Flözes in den Streiter zu versetzen. Der versteinert – doch im Todeskampf schleudert er Mondtrümmer Richtung Erde.

Als Aruula und Rulfan im Flächenräumer ankommen, will die Kriegerin mit Grao abrechnen, doch Matt verbannt ihn nur und schickt ihn in die Eiswüste. Mit dem Shuttle fliegen Drax und Takeo einem riesigen Mondmeteoriten entgegen – und der AKINA, die führerlos auf die Erde zuhält. Matt will mit dem Raumschiff das Trümmerstück vom Erdkurs abbringen. Da rast eine Atomrakete heran und zerlegt den Brocken. Sie kam aus Kourou in Französisch-Guayana. Mit Takeo und seiner neuen Liebe Xij Hamlet reist Matt dorthin, während die verbitterte Aruula vorerst in Rulfans Burg Canduly Castle bleibt. In Kourou stoßen Matt, Xij und Miki Takeo auf eine Gesellschaft, die den Weltraumbahnhof der ESA in Schuss hält.

Ein weiteres Trümmerstück schlägt neben Canduly Castle ein. Aruula wird beim Einsturz des Kellers beinahe gelähmt. Gleichzeitig überfallen Indios mit Schlangen um den Hals Kourou, um Waffen zu erbeuten. Die Gefährten folgen ihnen bis nach Campeche in Mexiko, wo das Mondshuttle von einem EMP getroffen wird und abstürzt! Matt und Xij werden von den Robotern eines mysteriösen „Großen Herrn“ geschnappt. Er ist ein Archivar, der 2521 hier strandete und das Gift der Schlangen zum Überleben braucht, obwohl es ihn negativ verändert.

Durch einen Hirnscan erfährt der Archivar vom Magtron, mit dem er das Tor in seine Dimension öffnen könnte. Mit dem Shuttle fliegt er nach Schottland, wo Rulfan den Supermagneten für Matt aufbewahrt. Dort rettet er Aruula vor zwei gedungenen Mörderinnen, die von der neuen Königin der 13 Inseln ausgeschickt wurden. Zum Dank hilft sie Samugaar, wie sie ihn nennt, das Magtron zu erlangen – das ihm aber nichts nutzt ohne den Schlüssel, den Matt um den Hals trägt. Heimatlos geworden, schließt Aruula sich ihm an.

In der Zwischenzeit befreit Miki Takeo seine Gefährten und sie können sich getrennt absetzen, bevor der „Große Herr“ zurückkehrt. Miki geht nach Amarillo, um ein altes Vorhaben in die Tat umzusetzen: seinen Sohn Aiko dank einer Gedächtniskopie in einem Androidenkörper wieder zum Leben zu erwecken. Doch in dem Speicherkristall hat sich der Geist von General Arthur Crow eingenistet, der Takeo täuscht – und ihn vernichtet?

Matt und Xij, auf dem Weg nach Waashton, werden von Hydriten abgefangen, die Matt für ein angebliches Verbrechen verurteilen wollen. Ihnen gelingt mit Hilfe der Hydritin Bel’ar die Flucht – während der Archivar und Aruula in Waashton vergeblich auf die beiden warten und schließlich mit geraubten Datenbanken des Pentagon abziehen. Dabei wird Alexandra Cross, WCA-Präsidentin und Mr. Blacks Gefährtin, von Aruula, die mehr und mehr dem Schlangengiftserum verfällt, getötet. Sie erzählt Samugaar von dem Ursprung, dem lebenden Stein in Ostdeutschland: das Material, aus dem das Torsiegel besteht! Das soll sein nächstes Ziel sein.

Alpha = Omega

von Oliver Fröhlich

Ihre erste Empfindung war Schmerz. Der Boden unter ihr bebte und schüttelte sich, als leide auch er Qualen. Die Kriegerin schlug die Augen auf und verfluchte sich im nächsten Moment für diese Dummheit, denn das Sonnenlicht floss wie geschmolzenes Metall in ihren Schädel und drohte ihn von innen zu zerreißen. Lange Sekunden vergingen, bis sich ihre Sicht aufklarte und sie Einzelheiten erkannte. Sie lag auf dem Boden; schulterhohe Farnwedel, aber auch Bäume und Sträucher umgaben sie. Über ihr spannte sich ein Himmel von beängstigend strahlendem Blau. Aruula runzelte die Stirn, versuchte sich zu erinnern. Vergebens.

„Bei Wudan, wo bin ich?“

Weit über ihr zog ein Vogel seine Kreise. Nein, das war der falsche Ausdruck: Er flog ein Stück, wendete, flog zurück und änderte erneut die Richtung. Immer wieder stieß das Tier schrille Laute aus, die an das Weinen eines Kindes erinnerten. Es wirkte orientierungslos und verwirrt.

So wie ich!

Von der Seite her schoss ein größerer Vogel auf das kleine Exemplar zu, zielstrebiger – und tödlicher! Er packte es im Flug, stürzte mit ihm dem Boden entgegen, fing sich aber rechtzeitig und zog mit seiner Beute ab.

Gefesselt von dem Schauspiel vergaß Aruula für ein paar Sekunden ihre Kopfschmerzen. Doch als der Untergrund erneut erzitterte, kehrten auch die Stiche in ihrem Schädel zurück. Nicht so peinigend wie beim Erwachen; dennoch stiegen ihr Tränen in die Augen.

Sie stemmte sich in eine sitzende Position, was ihr mit den metallischen Verstrebungen des Exoskeletts, das sie trug, nicht gerade leichtfiel.

Verdammte Teknikk! Verdammt auch der Kerl, der es ihr angelegt hatte, dieser … dieser …

Sie erinnerte sich nicht mehr an den Namen. Sie wusste nur noch, dass sie bereits eine Zeitlang mit ihm unterwegs gewesen war. Egal: Sie hätte ihm in diesen Sekunden am liebsten ihr Schwert zwischen die Rippen gejagt.

Im nächsten Moment schüttelte sie den Kopf. Was waren das für Gedanken? Welcher Wahnsinn hielt sie im Griff? So kannte sie sich gar nicht.

Sie kämpfte dagegen an, und nach und nach beruhigte sich nicht nur ihr Innenleben, auch der Untergrund stellte sein Zittern ein. Die Kopfschmerzen ebbten zu einem dumpfen Pochen ab.

Aruula stemmte sich hoch. Erst auf die Knie, dann auf die Beine. Vorsichtig setzte sie einen Fuß nach vorne. Als die zittrigen Knie nicht unter ihr nachgaben – wohl auch, weil das Metallskelett sie stützte –, erlaubte sie sich ein erleichtertes Seufzen.

Sie musste herausfinden, wohin es sie verschlagen hatte. Und dazu musste sie erst einmal dieses Farnfeld verlassen. Sie sah sich um. In welche Richtung sollte sie gehen? Egal, eine war so gut wie die andere.

Es dauerte nicht lange, da entdeckte sie vor sich den Rand des Feldes. Sie beschleunigte ihren Schritt, trat zwischen den Farnwedeln hervor und blieb stehen. Aruula blickte auf eine hügelige Landschaft, die ihr vertraut vorkam, ihrer Erinnerung aber dennoch nicht auf die Sprünge half. Linker Hand erstreckte sich eine Reihe dichter Sträucher, rechts lag freies Grasland, vor ihr stieg das Gelände sanft an und führte zu einem Wäldchen.

Ein Schauder huschte ihr über die Haut. Nur weil es kühler war, als es hätte sein sollen? Oder weil der Anblick den Hauch einer unangenehmen Erinnerung in ihrem Hinterkopf erweckte?

Da fiel ihr etwas anderes auf: Woher wusste sie eigentlich, wie kühl es hätte sein sollen?

„Weil es noch vor Kurzem wärmer war“, murmelte sie.

Diese Erkenntnis, dieser dünne Faden einer Erinnerung nahm sie so gefangen, dass sie ihren Mörder erst im letzten Augenblick aus den Büschen hervorspringen sah.

„Dämonenbrut!“, brüllte er.

Aruula wirbelte herum. Im Bruchteil einer Sekunde nahm sie verschiedene Eindrücke wahr: die großporige Knollennase des Angreifers; die rote Narbe, die eine seiner Augenbrauen spaltete; der Gestank nach Zwiebeln und fauligem Fleisch aus dem zahnlosen Mund; die wässrig blauen Augen, in denen Irrsinn glühte. Und das schartige Metallstück in seiner rechten Hand. Kein Schwert, aber in eine Form gehämmert, die grob daran erinnerte.

Die Hand der Kriegerin flog nach oben und umklammerte den Griff ihres eigenen Schwerts, das in einer Rückenkralle steckte. Gleichzeitig machte sie einen Satz nach hinten.

Doch ihre Reaktion kam zu spät.

Sie konnte die Klinge nicht einmal zur Hälfte ziehen, da bohrte sich die Waffe des Angreifers in ihren Bauch.

Zuerst spürte sie keinen Schmerz, nur grenzenlose Überraschung und Wut darüber, dass sie sich hatte überrumpeln lassen. Sie wollte endlich ihr Schwert ziehen, doch die Finger brachten nicht mehr die Kraft dazu auf. Die Beine gaben unter ihr nach und sie fiel auf die Knie.

Der Kerl mit der Knollennase zog das Metallstück aus ihrem Leib. Ihr Inneres verkrampfte, dann entlud sich die Anspannung in einem blutigen Husten.

Jetzt erst kam der Schmerz, schlimmer als alles, was sie bisher gespürt hatte.

Aruula kippte nach vorn, prallte mit dem Gesicht auf die Erde. Mit letzter Kraft wälzte sie sich auf den Rücken. Wieder starrte sie in den Himmel. Der Raubvogel fiel ihr ein, der den anderen überrascht und im Flug getötet hatte – so wie der Kerl sie überrascht und getötet hatte, dieser Kerl mit dem widerlichen Gestank nach Zwiebeln und Fleisch, der selbst jetzt in ihre Nase stach wie seine Klinge in ihren Bauch, der ihr Übelkeit verursachte und ihr den Mund mit Blut füllte, mit Blut, Blut und noch mehr Blut, das ihr über die Lippen rann und aus ihrem Körper strömte, wie es auch das Leben tat, o diese Schmerzen, diese alles verzehrenden Schmer …

Ihre erste Empfindung war Schmerz. Der Boden unter ihr bebte und schüttelte sich, als leide auch er Qualen. Die Kriegerin schlug die Augen auf und verfluchte sich im nächsten Moment für diese Dummheit, denn das Sonnenlicht floss wie geschmolzenes Metall in ihren Schädel und drohte ihn von innen zu zerreißen. Lange Sekunden vergingen, bis sich ihre Sicht aufklarte und sie Einzelheiten erkannte. Sie lag auf dem Boden; schulterhohe Farnwedel und vereinzelte Bäume und Sträucher umgaben sie. Über ihr spannte sich ein Himmel von beängstigend strahlendem Blau. Aruula runzelte die Stirn, versuchte sich zu erinnern.

„Bei Wudan, wo bin ich?“

Weit über ihr zog ein Vogel seine Kreise. Nein, das war der falsche Ausdruck: Er flog ein Stück, wendete, flog zurück und änderte erneut die Richtung. Immer wieder stieß das Tier schrille Laute aus, die an das Weinen eines Kindes erinnerten. Es wirkte orientierungslos und verwirrt.

So wie ich!

Aber das stimmte nur zum Teil. Denn wenn auch sie keine Ahnung hatte, wo sie sich befand, wusste sie doch, was gleich geschehen würde. Aber das war unmöglich! Woher hätte sie das wissen sollen?

Von der Seite her schoss ein größerer Vogel auf das kleine Exemplar zu, zielstrebiger – und tödlicher! Er packte es im Flug, stürzte mit ihm dem Boden entgegen, fing sich aber rechtzeitig und zog mit seiner Beute ab.

Aber wie …?

Gefesselt von dem Schauspiel vergaß Aruula für ein paar Sekunden ihre Kopfschmerzen. Doch als der Untergrund erneut erzitterte, kehrten auch die Stiche in ihrem Schädel zurück. Nicht so peinigend wie beim Erwachen; dennoch stiegen ihr Tränen in die Augen.

Sie stemmte sich in eine sitzende Position, was ihr mit den metallischen Verstrebungen des Exoskeletts, das sie trug, nicht gerade leichtfiel.

Verdammte Teknikk! Verdammt auch der Kerl, der es ihr angelegt hatte, dieser … dieser …

Sie erinnerte sich nicht mehr an den Namen. Sie wusste nur noch, dass sie bereits eine Zeitlang mit ihm unterwegs gewesen war. Egal: Sie hätte ihm in diesen Sekunden am liebsten ihr Schwert zwischen die Rippen gejagt.

Im nächsten Moment schüttelte sie den Kopf. Was waren das für Gedanken? Welcher Wahnsinn hielt sie im Griff? So kannte sie sich gar nicht.

Sie wartete ab, bis das Zittern des Bodens nachließ, dann stand sie auf.

Du musst raus aus diesem Farnfeld und nachsehen, wohin es dich verschlagen hat.

Der Gedanke kam ihr vertraut vor. Natürlich, schließlich war er ihr im Traum gerade auch gekommen. Traum? Hatte sie geträumt?

In welche Richtung sollte sie gehen? Sie entschied sich für die, in der sie – aus welchem Grund auch immer – den Rand des Feldes wusste.

Nur kurz darauf erreichte sie ihn. Sie beschleunigte den Schritt, trat zwischen den Farnwedeln hervor ins Freie und blieb stehen.

Aruula blickte auf eine hügelige Landschaft, die ihr vertraut vorkam, ihrer Erinnerung aber dennoch nicht auf die Sprünge half. Linker Hand erstreckte sich eine Reihe dichter Sträucher, rechts lag freies Grasland, vor ihr stieg das Gelände sanft an und führte zu einem Wäldchen.

Ein Schauder huschte ihr über die Haut. Nur weil es kühler war, als es hätte sein sollen? Oder weil der Anblick den Hauch einer unangenehmen Erinnerung in ihrem Hinterkopf erweckte?

Da fiel ihr etwas anderes auf: Woher wusste sie eigentlich, wie kühl es hätte sein sollen?

Auch dieser Gedanke war ihr aus dem Traum vertraut. Er war ihr durch den Kopf geschossen, kurz bevor der Kerl mit der großporigen Knollennase und dem zu einer Klinge gehämmerten Metallstück …

Ihr stockte der Atem, als sie die Bedeutung des Traums erkannte. Wudan hatte ihn geschickt, um sie zu warnen!

In einer fließenden Bewegung zog sie das Schwert aus der Rückenkralle und wirbelte herum. Und tatsächlich! Da stand er vor ihr, der Kerl mit der Knollennase, das schartige Metallstück zum Zustoßen bereit.

„Dämonenbrut!“, schrie er.

Ein Gestank nach Zwiebeln und fauligem Fleisch fuhr Aruula in die Nase, als ihre Klinge die Waffe des Angreifers traf und zur Seite stieß. Das schartige Metallstück rutschte an ihrem Exoskelett ab, fetzte aber mit Graten und Kanten eine klaffende Wunde in Aruulas Taille.

Im ersten Augenblick spürte sie keinen Schmerz, sondern nur Wut darüber, dass sie den Traum nicht rechtzeitig als eine Warnung Wudans verstanden hatte.

Der Angreifer setzte nach. Wut, Hass und Wahnsinn glitzerten in seinem Blick und bestimmten sein Handeln. Schlag auf Schlag, Stich auf Stich setzte er. So schnell, so ungestüm, dass Aruula nur damit beschäftigt war, die Hiebe abzuwehren. Für einen eigenen Angriff blieb ihr keine Zeit.

Sie drehte sich, wich nach hinten aus. Dann kam der Schmerz in der Taille. Sie biss die Zähne zusammen und erwehrte sich weiter der brachial geführten Angriffe.

Zum Brennen der Wunde gesellte sich ein dumpfes Ziehen im Rücken, das ihre Beweglichkeit zunehmend einschränkte.

Wie kann das sein? Das Serum aus Schlangengift sollte mich davor schützen.

Ein weiterer Erinnerungsblitz, der sie für einen Sekundenbruchteil ablenkte. Die schartige Klinge des Knollennasigen durchdrang ihre Abwehr und fräste einen tiefen Riss ins Fleisch ihres Oberarms. Diesmal kamen die Schmerzen sofort.

„Ha!“, stieß der Angreifer triumphierend hervor. Obwohl ihn seine wütenden Attacken viel Kraft kosten mussten, wurde er nicht langsamer.

Du musst den Kampf schnell zu Ende bringen! Sonst wirst du unterliegen!

Aruula biss die Zähne zusammen – und wandte einen Trick an. Entgegen jeglicher Vernunft riss sie das Schwert mit beiden Händen hoch und machte einen Schritt auf Knollennase zu. Das triumphierende Leuchten in seinen Augen zeigte, dass er die Gelegenheit erkannte.

Als er die Klinge in Richtung ihres ungeschützten Bauchs stieß, drehte sie den Oberkörper zur Seite, gerade genug, um der Klinge zu entgehen. Gleichzeitig sauste ihr Schwert herab. Sie sah das Entsetzen in Knollennases Blick, als es diagonal durch seinen Körper schnitt.

Er röchelte, dann hauchte er mit dem Aroma von Zwiebeln und fauligem Fleisch sein Leben aus.

Aruula sank in die Knie. Sie presste die Hände auf die Wunde, konnte das Blut aber nicht aufhalten.

Die nächsten Minuten – oder waren es Stunden? – vergingen wie in Trance.

Als ihr Bewusstsein wieder einsetzte, fand sie sich in dem Wäldchen auf dem Hügel wieder, das sie vom Farnfeld aus gesehen hatte. Zwischen den Streben des Exoskeletts hingen blutgetränkte Fetzen. Aruula hatte sie aus der Kleidung des Knollennasigen herausgeschnitten, um die Blutung zu stoppen, konnte sich aber nicht daran erinnern. Genauso wenig wie daran, überhaupt zu dem Wäldchen gelaufen zu sein.

Schmerzen verspürte sie keine mehr. Weder im Rücken noch an der Taille. Sie wusste nicht, ob sie sich darüber freuen oder es als alarmierendes Zeichen ansehen sollte.

Die Kriegerin von den Dreizehn Inseln trat zwischen den Bäumen hervor und blickte auf der anderen Seite des Hügels hinab. Ihr bot sich ein Bild, das sie kannte, das sie vor einigen Monaten schon einmal gesehen hatte.

Sie schaute auf ein winziges Dorf, dessen Hütten aus einer abenteuerlichen Mischung aus Steinen, Holz und Schrott bestanden. Kein Gebäude glich dem anderen. Dazwischen klaffte ein Loch wie eine große Wunde. Dort, wo noch vor Monaten eine Halle gestanden hatte, erstreckte sich nackter Erdboden, teilweise von Gräsern und Unkraut bewachsen, zum größten Teil aber kahl.

Aruula stand auf einer Erhebung oberhalb des Ursprungs.

Dort unten war es zum Kampf zwischen dem ZERSTÖRER und Kroow gekommen.

Dort unten hatten die Steinjünger versucht, den Mutter genannten Brocken mit dem Flöz zu vereinen, dem er entstammte. Einst normale Menschen, kannten sie nach ihrer Versteinerung durch die Schatten und der späteren Rückverfleischlichung nur noch dieses eine Ziel.

Dort unten hatte Aruula die Welt davor bewahrt, dass Mutters willfährige Werkzeuge dieses Ziel erreichten und den Ursprung somit auf all die Menschen aufmerksam machten, die über ihm existierten. Wenn schon Mutter so einen starken Appetit nach Leben verspürt hatte, wie groß mochte erst der des gesamten Flözes sein?

Dort unten hatte die Kriegerin von den Dreizehn Inseln Maddrax’ Tochter getötet. Ein bedauerlicher Unfall im Bestreben, die Welt zu retten. Ein Ereignis, das zum Zerwürfnis mit ihrem langjährigen Lebens- und Weggefährten geführt hatte.1)

Der Gedanke an den Mann aus der Vergangenheit bescherte ihr einen Stich im Herzen. Kein Verlustschmerz, keine Trauer wegen der Trennung. Diese Zeiten waren vorbei. Nein, sie fühlte Wut auf Maddrax. Weil er sie ungerecht behandelt hatte.

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