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Maddrax - Folge 325

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Gefahr aus dem All
  5. Leserseite
  6. Die MADDRAX-Galerie
  7. Zeittafel
  8. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. In der Folge verschiebt sich die Erdachse und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und schuld an der veränderten Flora und Fauna sind. Nach langen Kämpfen mit den gestaltwandlerischen Daa’muren und Matts Abstecher zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits seine Spur zur Erde aufgenommen hat!

Die Marsianer entdecken den Streiter am Rand des Sonnensystems, als er aus einem Wurmloch auftaucht und den Neptun „verspeist“. Sie stellen nach Matts Vorgaben einen Magnetfeld-Konverter für die einzige Waffe fertig, die den Streiter vernichten könnte: den Flächenräumer am Südpol der Erde. Eine Waffe der Hydriten – Fischwesen, die unentdeckt in Meerestiefen leben und zu denen Matt bereits Kontakt hatte –, die eine fünf Kilometer durchmessende Sphäre in der Zeit versetzen kann. Der Flächenräumer lag lange brach, und alle tausend Jahre entstand in ihm durch die unkontrollierte Entladung der Energiespeicher eine Zeitblase, die heute noch in die jeweilige Epoche ihrer Entstehung führt.

Das Team nimmt den Kampf gegen die Zeit auf: Matthew Drax, die junge Xij, die in sich die Geister unzähliger früherer Leben trägt, die Hydriten Gilam’esh und Quart’ol, der geniale Erfinder Meinhart Steintrieb und der Android Miki Takeo. Dazu stößt noch Grao’sil’aana, einer der wenigen Daa’muren, die beim Abflug des Wandlers auf der Erde blieben. Er hatte auf den 13 Inseln, Aruulas Heimat, die Macht übernommen und die frisch gekrönte Königin Aruula in einer Höhle eingesperrt.

Doch Aruula kommt frei und überredet ihren alten Freund Rulfan, Matts Blutsbruder, sie mit seinem Luftschiff zum Südpol zu bringen, um Matt vor Grao zu warnen. Dabei hatte sie sich mit ihrem Gefährten entzweit: Im Kampf gegen Mutter, einen lebenden Stein, der alle Lebenden versteinerte, kam durch ihre Schuld Matts Tochter Ann ums Leben. Das hat er ihr nicht verziehen.

Zunächst ist Grao eine große Hilfe: Er schickt den Todesrochen Thgáan zum Mond mit dem Auftrag, den Streiter dorthin zu locken, damit man ihn mit der Zieloptik des Flächenräumers anpeilen kann. Doch dann erkennt der Streiter, der auf seinem Weg den Mars ins Chaos stürzt, Grao als Geschöpf des Wandlers und übernimmt ihn. Die Gefährten legen den Daa’muren auf Eis und machen die Waffe für den entscheidenden Schuss klar. Doch die Aufladung geht durch das verschobene Erdmagnetfeld nur schleppend voran.

Die Hydriten werden ebenfalls mental beeinflusst und Matt schickt sie durch eine der Zeitblasen in die Vergangenheit. Auch Steintrieb geht – nach Atlantis. Doch keinem von ihnen gelingt es, die Gegenwart zu ändern.

Inzwischen wirkt sich der Streiter auch auf Manil’bud aus, Xijs erste Existenz. Das Bewusstsein der hydritischen Geistwanderin beeinflusst Xij, Grao aufzutauen. Er greift an, doch Takeo schlägt ihn nieder.

Als sich der Streiter, von Thgáan angelockt, über den Mond senkt, muss Matt feuern, obwohl die Energieladung erst bei 70% steht … und der Schuss krepiert! Dafür werden alle Zeitblasen im Flächenräumer von einer neuen, größeren gelöscht, in der sich die Zeiten rasant abwechseln. Erst scheint der Streiter getroffen, doch es war nur eine Schockwelle, die ihn für drei Stunden paralysiert. Dann setzt er seinen Weg zur Erde fort. Unter seinem Einfluss regieren weltweit Tod und Wahnsinn, und die Telepathen sind am schlimmsten betroffen. Auch Aruula und Rulfan sterben, kurz bevor sie den Flächenräumer erreichen.

Als die kosmische Entität die Oberfläche des Planeten auf der Suche nach dem Wandler, dessen Essenz er wie ein Drogensüchtiger braucht, vernichtet, bleibt Matt, Xij und Grao nur die Flucht durch das neue Zeitportal. Von nun an sind sie Schiffbrüchige der Zeit.

Sie stellen bald fest, dass sie durch Parallelwelten reisen. Wann immer eine Zeitblase entstanden ist, hat sie eine neue Zeitlinie eröffnet, in der die Geschichte mit mal geringen, mal großen Unterschieden weiterlief. Sie geraten ins Venedig der Pestjahre, erleben den Untergang von Sodom, werden in einer alternativen Zukunft von einem amerikanischen Diktator gejagt, treffen auf Ramses III. und seine Gattin Nefertari, erfahren von einem Zeitlosen Raum zwischen den Welten, in dem Archivare technische Errungenschaften aller Epochen sammeln, landen bei den Wikingern des 13. Jahrhunderts und entgehen nur knapp dem Atombombenabwurf über Hiroshima. Als sie endlich wieder an ihrem Aufbruchsort landen – dem Flächenräumer – hilft ihnen ein Gerät aus dem Zeitlosen Raum, die Energiewaben in Minutenschnelle erneut aufzuladen. Denn auch hier kommen sie zu jenem Zeitpunkt an, in dem die Blase entstanden ist: drei Stunden, bevor sich der Streiter vom Mond löst!

Doch sie können zu ihren früheren Ichs keinen Kontakt aufnehmen und auch nichts berühren, da die Zeit selbst es verhindert. Matt Drax versucht es mit aller Macht – aber vielleicht ist es nur Zufall, dass der andere Matt auf die Ladestandanzeige des Flächenräumers aufmerksam wird. Er löst den Schuss erneut aus, und diesmal gelingt der Plan: Sie versetzen einen kugelförmigen Teil des lebenden Flözes, aus dem Mutter stammt, direkt in den Streiter hinein. Der versteinert und begräbt Thgáan unter sich – doch im Todeskampf reißt er den Mond auf und schleudert Hunderte von Trümmerstücken in Richtung Erde. Auch wenn die Freunde den Zeitablauf geändert und Millionen Menschen – darunter Aruula und Rulfan – gerettet haben: Die Gefahr ist noch nicht vorbei!

Gefahr aus dem All

von Christian Schwarz

Februar 2528, Flächenräumer, Südpol

Im Todeskampf hat der Streiter Tausende von Felsbrocken aus dem Mond herausgerissen. Hunderte davon kommen auf die Erde zu.“ Miki Takeos Worte klangen in Matts Ohren nach, als er wie paralysiert auf den Bildschirm der Zieloptik starrte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar der größeren Brocken stabil bleiben und die Oberfläche erreichen, liegt bei über neunzig Prozent.“

Sie alle sahen das riesige, sich langsam drehende Bruchstück in der Mitte des Bildschirms. Wenn dieser Mondmeteroit die Erde traf, kam es zur Katastrophe.

Wie durch Watte drang Aruulas Stimme an Matts Ohr. Was sie sagte, konnte er nur unterschreiben: „Wudan stehe uns bei.“ Egal, ob Gott, Allah oder Wudan – sie würden jede Hilfe brauchen können …

Matt Drax sah zu Miki Takeo, der sich mit bionetischen Strängen an den Flächenräumer angeschlossen hatte und so den längst toten Koordinator der Anlage ersetzte. Der Koordinator hatte einst als Zentralgehirn fungiert, das für den reibungslosen Betrieb der gewaltigen Waffe verantwortlich gewesen war. Matts Blicke wanderten von dem über zwei Meter großen Plysteroxkörper Takeos hin zu Aruula und Rulfan, die dicht beieinanderstanden. Xij wiederum hielt Distanz zu den beiden und stand in unmittelbarer Nähe zu ihm selbst.

Keiner von ihnen sagte etwas; das Grauen schien sie alle in seinen Bann zu schlagen. Kein Wunder: Eben noch hatten sie einen denkbar knappen Sieg über den Streiter errungen – und jetzt drohte der Erde die nächste Heimsuchung, diesmal durch ein tödliches Bombardement.

Matt fasste wieder den Bildschirm ins Auge. Miki Takeo hatte den Kontrast erhöht, sodass die Zieloptik jedes einzelne Objekt vor der Scheibe des Mondes als weiß leuchtenden Punkt gnadenlos deutlich sichtbar machte. Der Großteil des Meteoritenschauers bewegte sich durch die Finsternis des Weltalls frontal auf sie zu.

Um die kleineren Brocken machte sich Matt wenig Sorgen; die meisten davon würden in der Erdatmosphäre verglühen. Und selbst die mittelgroßen Trümmer, die auf der Oberfläche oder in den Ozeanen einschlugen, würden zwar die nähere Umgebung in Mitleidenschaft ziehen, aber keine weitreichenden Folgen haben. Das große Bruchstück hingegen …

Matt schauderte, als er nicht nur an die direkten Opfer und Schäden dachte, sondern auch an den nachfolgenden, jahrzehntelangen Winter, der bei einem Einschlag auf Land zwangsläufig eintreten musste, wenn der hochgewirbelte Staub die Atmosphäre eintrübte.

„Fünfhundertzweiundzwanzig Meter Durchmesser an der breitesten Stelle“, vermeldete Miki Takeo, und es gab keinen Zweifel, dass er den Killerbrocken meinte.

„Wenn das Ding die Erde trifft, wird es kaum besser sein als nach ‚Christopher-Floyd‘“, hauchte Xij an seiner Seite. Sie umfasste wie haltsuchend seinen linken Oberarm. Ihre Stimme zitterte leicht. Dabei hätte Matt erwartet, dass gerade Xij, in der die Geister Tausender früherer Existenzen schlummerten und die bereits ebenso viele Tode gestorben war, die Erkenntnis am besten wegstecken würde.

Er ließ die vertrauliche Berührung zu, auch wenn er ahnte, dass sie von anderer Stelle aus kritisch bewertet würde. Unwillkürlich sah er zu Aruula hin. Jede Regung in ihrem Gesicht war ihm vertraut; er konnte jede noch so kleine mimische Geste deuten. Was er sah, war geballter Unmut.

Rasch wandte er sich Takeo zu. „Konntest du schon einen Einschlagsort berechnen, Miki?“

Der Android lauschte kurz seinen internen Logarithmen. „Euree“, sagte er dann knapp. „In der Nähe von Breslaa.“

Von Rulfan kam ein leises Ächzen, von dem Matt nicht einordnen konnte, ob es Entsetzen oder Erleichterung ausdrückte. Britana würde also von einem direkten Treffer verschont bleiben – nicht aber von den globalen Folgen.

„Welche Optionen haben wir, es zu verhindern?“, hakte Matt nach. „Ein weiterer Schuss mit dem Flächenräumer?“ Mit dem Superior Magtron, einem Supermagneten, den die Archivare ihnen überlassen hatten und der die Energiebänke in Minutenschnelle aufladen konnte, wäre dies möglich gewesen. Aber Matt ahnte Takeos Antwort schon, bevor dieser sie aussprach.

„Der Flächenräumer entwickelt keine Sprengkraft, sondern tauscht lediglich ein kugelförmiges Gebiet gegen eines der Zukunft aus“, dozierte der Android. „Materie gegen Materie. Das würde uns nichts gegen das Bruchstück nutzen. Zumal die Zielerfassung eines bewegten Objekts ohnehin kaum möglich ist.“

„Könnte eine Rakete mit atomarem Sprengkopf das Ding vernichten?“, fragte Rulfan.

Takeo nickte einmal abgehackt. „Sie könnte das Trümmerstück zumindest in mehrere Teile sprengen. Das Problem ist: Wir besitzen weder eine Bombe noch eine Rakete …“

Er unterbrach sich, als Vogler um die Gangbiegung kam. Der hagere, über zwei Meter große marsianische Baumsprecher hatte in seinem Quartier geruht und wusste noch nichts von der sich anbahnenden Katastrophe.

Er sah auch nicht so aus, als würde es ihn sonderlich interessieren. Seine Schritte waren müde, er ließ Kopf und Schultern hängen. Mitleid stieg in Matt hoch. Kurz schweiften seine Gedanken in die Vergangenheit zurück.

Als sich der Streiter der Erde genähert hatte, waren dort vor allem Telepathen wie Vogler in den Wahnsinn getrieben worden. Der Marsianer war hinaus in die Eiswüste gelaufen, und seine Gefährtin Clarice, selbst nicht mental begabt, war ihm gefolgt, um ihn zu retten.

In seinem Wahn stieß Vogler sie in eine Eisspalte, bevor er auf Aruula und Rulfan traf. Auch die Barbarin und Lauscherin der Dreizehn Inseln war zu diesem Zeitpunkt schon dem Wahnsinn verfallen. Sie köpfte Vogler, bevor der Streiter die Erde erreichte und alles Leben von ihrer Oberfläche tilgte.

Nur Matt Drax, Xij Hamlet und der Daa’mure Grao’sil’aana entkamen, nachdem der Schuss auf den Streiter verreckt war, im letzten Moment durch das Zeitportal, das dabei entstand.

Alle anderen Zeitblasen in der Anlage wurden gelöscht; jene Portale, durch die Stunden zuvor die beiden Hydriten Gilam’esh und Quart’ol sowie der geniale Erfinder Meinhart Steintrieb in die Vergangenheit der Erde geflüchtet waren. Diese Sechs stellten die einzigen Überlebenden der Erde dar; der Rest der Menschheit starb in einem Inferno. Auch Miki Takeo, den die Zeitblase als anorganisches Material abgestoßen hatte.

In einer monatelangen Odyssee durch Raum und Zeit suchten Matt, Xij und Grao nach einer Möglichkeit, den Untergang der Erde doch noch abzuwenden. Dabei machten sie die Bekanntschaft mysteriöser Wesen, die sich „Archivare“ nannten – direkte Nachfahren der Agarther aus einer unvorstellbar weit entfernten Zukunft, die im so genannten „Zeitlosen Raum“ irdische Technik aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte horteten.

Das Wüten des Streiters bedrohte auch ihre Existenz, und so stellten sie den drei Besuchern das Magtron zur Verfügung, um den Flächenräumer nach dem ersten, missglückten Schuss neu und diesmal vollständig aufzuladen.

Das wurde letztlich möglich, weil die drei Gefährten im selben Moment in den Flächenräumer zurückkehrten, in dem die Zeitblase damals entstanden war: beim Abfeuern des Schusses und somit drei Stunden vor Antritt ihrer Reise. Diese Zeitspanne blieb ihnen nun, die Apokalypse ungeschehen zu machen.

Der Plan gelang, obwohl sie sich weder ihren früheren Ichs bemerkbar machen, noch eine der Gerätschaften berühren konnten: Die Zeit bewahrte sich so vor einem Paradoxon. Doch Xij bekam telepathischen Kontakt zu einem Geist in der vergangenen Xij und veränderte damit den Zeitablauf – und Matt konnte sein anderes Ich darauf aufmerksam machen, dass die Energiebänke neu aufgeladen waren.

Kurz bevor der Streiter vom Mond abhob, transferierten sie mit dem Flächenräumer einen lebenden Stein in seine Masse; eine von den Archivaren gezüchtete Substanz, die ihn versteinerte.

Für Vogler kam diese Änderung der Zeit zu spät: Er hatte Clarice Braxton bereits in den Spalt gestoßen, als der Einfluss des Streiters mit einem brachialen Todesschrei, der über die Distanz des luftleeren Raums herüberhallte, abrupt endete. Rulfan und Aruula – auch sie wieder normal – fanden Vogler und schafften ihn in die Anlage.1)

Die Menschheit war gerettet, doch Voglers Gefährtin lag nach wie vor draußen in einer Eisspalte, kalt und tot und zugeschneit. Sie würde nie wieder zurückkehren. Das machte ihn fertig.

Matt Drax war heilfroh über Voglers unverhoffte Rückkehr, traurig über Clarices Tod und verblüfft über Aruulas und Rulfans Auftauchen, die er beide in Euree wähnte.

Die Kriegerin von den Dreizehn Inseln ging augenblicklich mit dem Schwert auf Grao’sil’aana los, der sie in den Monaten zuvor eingesperrt, ihrer Identität beraubt und ihr Volk in einen mörderischen Krieg gegen die letzten Nordmänner geführt hatte.

Matt, der erst zu diesem Zeitpunkt davon erfuhr, hielt Aruula davon ab, Grao zu töten. Der Daa’mure hatte einen wesentlichen Anteil an der Rettung der Erde und sich damit eine zweite Chance erkauft. Er musste jedoch den Flächenräumer verlassen, und Aruula schwor, bei der nächsten Begegnung nachzuholen, was ihr hier und heute verwehrt blieb.

Doch nicht nur das schürte Aruulas Zorn. Sie hatte versucht, sich mit Maddrax zu versöhnen, weil es Wudans Wille war: Ihr Gott hatte von Anfang an diese Verbindung gewünscht, weil – so hatte es die alte Seherin „Wudans Auge“ verkündet – von ihr die Zukunft der Menschen abhing.

Doch Matt hatte sich Bedenkzeit erbeten. Erstens vermutete er, dass Aruula nur Wudan zuliebe ihre Beziehung retten wollte. Zweitens war er während der Reisen durch die Zeit Xij Hamlet näher gekommen; so nahe sich zwei Menschen nur kommen konnten. Aber auch ihrer Liebe war er nicht ganz sicher. War er für Xij, die schon so viele Leben gelebt hatte, nur ein Abenteuer – oder mehr?

Das alles schoss ihm durch den Kopf, als sie gemeinsam hier im Verbindungsgang zwischen der Koordinatormulde und der Zieloptik standen und Vogler sie mit unendlich müden, blutunterlaufenen Augen anstarrte.

Sein Gesicht war von tiefen Linien zerfurcht, das rotbraune, ansonsten straff zurückgekämmte und zu einem festen Zopf geflochtene Haar hing wirr herab. Seine Haut wirkte spröde, unter den Augen lagen dunkle Schatten. Die für Marsianer charakteristische Pigmentierung zeichnete sich schmutzig grau auf seiner Haut ab. Matt erschrak ein wenig, als er dem einst so ausgeglichenen Baumsprecher ins Gesicht sah. Es wirkte jetzt fast wie ein Totenkopf.

„Was ist passiert?“, fragte Vogler mit seiner angenehmen Stimme und bemühte sich um eine straffere Haltung.

„Wir haben ein neues Problem“, sagte Matt und wies mit dem Kopf auf die Zieloptik. „Ein Bruchstück des Mondes, das der Streiter aus der Oberfläche gerissen hat, nähert sich der Erde. Und wir haben bislang keinen Plan, wie wir es aufhalten könnten.“

Während er sprach, machte er sich von Xij los, die noch immer seinen Arm hielt. Dass ihr Blick kurz zu Aruula hinüberging, bewies ihm, dass sie aus Kalkül gehandelt hatte: Schau her, Aruula, er gehört jetzt mir!

Matt konnte nicht behaupten, dass ihm diese psychologische Kriegsführung gefiel. Vor allem, nachdem auch er zu seiner früheren Geliebten sah und den Schmerz in ihren Augen las. Ihr Anblick ließ Bilder aus glücklicheren Zeiten vor seinem geistigen Auge aufsteigen. Von gemeinsamen Kämpfen gegen unglaubliche Gefahren, von Liebe, Vertrautheit, Zärtlichkeiten, geflüsterten Liebesschwüren, Eifersucht und extremen Enttäuschungen.

Mehr als einmal hatten sie sich gegenseitig das Leben gerettet. Nie hatte Matt jemandem so nahe gestanden wie Aruula, auch seiner Ex-Frau Liz nicht. Ein schmerzhafter Stich ging durch sein Herz, als Aruula ihren Kopf schnell abwendete.

Vielleicht bin ich ja die gewissenlose Taratze, für die sie mich zu halten scheint …

Dieser verfluchte Streiter“, murmelte Vogler und starrte auf den Mond im Bildhintergrund, auf dem die kosmische Bestie versteinert lag und den Todesrochen Thgáan unter sich begraben hatte. „Der Rote Vater soll ihn noch im Tod quälen. Bis in alle Ewigkeit. Für alles, was er Clarice und mir angetan hat.“

Matt schwieg so betreten wie die anderen.

Miki Takeo beendete die bleierne Stille.

„Moment mal …“ Er trat an die Konsole der Zieloptik heran. „Ich orte ein weiteres größeres Objekt mit Kurs auf die Erde“, teilte seine emotionslose Stimme mit.

Alle Köpfe fuhren herum. „Noch ein Mondmeteroit?“, fragte Rulfan besorgt.

„Nein, dafür ist die Form zu regelmäßig. Es ist ein Raumschiff! Die AKINA.“

„Die AKINA“, flüsterte Matt. Takeo gelang es in diesem Moment, das Schiff auf die Zieloptik zu bringen. Es erschien halb so groß wie das Trümmerstück, was darauf schließen ließ, dass es sich weit vor diesem auf die Erde zu bewegte.

„Tatsächlich, es ist die AKINA“, bestätigte Vogler. „Ob wohl noch Überlebende an Bord sind? Bei meinem letzten Kontakt mit ihnen war bereits die halbe Besatzung tot oder dem Wahnsinn verfallen.“

„Nach dem Tod des Streiters müssten auch sie wieder normal geworden sein“, nickte Matt. „Das heißt …

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