Logo weiterlesen.de
Maddrax - Folge 299

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Das letze Duell
  5. Leserseite
  6. Checkliste aller Publikationen
  7. Zeittafel
  8. Vorschau

was-bisher-50.jpg

Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. In der Folge verschiebt sich die Erdachse und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und schuld an der veränderten Flora und Fauna sind. Nach langen Kämpfen mit den Daa’muren und Matts Abstecher zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits seine Spur zur Erde aufgenommen hat!

Ein mysteriöses Steinwesen („Mutter“) raubt die Lebensenergie von Menschen und lässt sie versteinern, so auch die Marsianer auf dem Mond und Matts Staffelkameradin Jenny. Dabei verschwindet ihre gemeinsame Tochter Ann. Matt und Aruula gelingt es, den Stein mit Tachyonen zu überladen. Das Leben kehrt in die Versteinerten zurück. Mutters Ziel ist es, zu ihrem Ursprung zurückzukehren, doch sie wird von den Hydriten unschädlich gemacht.

Am Südpol verbindet sich ein bionetisches Wesen mit General Arthur Crow, den Matt Drax hier nach einem Kampf zurückgelassen hat.

Die junge Xij schließt sich Matt und Aruula an. Sie finden Ann und bringen sie zu Jenny. Hier erfährt Matt, dass ein Raumschiff der Marsianer über Osteuropa abgestürzt ist. Bei der Absturzstelle stellen sie fest, dass die Entsteinerten eine große Halle erbaut haben und sich gegen jede Einmischung von außen wehren.

Da tauchen Rulfan und der Exekutor Alastar in einem Luftschiff auf und berichten von weiteren Versteinerten im Himalaja. In Wahrheit will Alastar nur die sagenhafte Schätze Agarthas an sich reißen. In der heiligen Stadt stößt Xij auf eine Gedankensphäre und erfährt, dass sie seit Jahrmillionen immer wieder neu geboren wurde – und dass ihre früheren Leben hier gespeichert sind! Als der enttarnte Alastar eine Kreatur namens ZERSTÖRER freilässt, die die Sphäre vernichtet, gehen diese Erinnerungen auf Xij über. Alastar stirbt und Matt „entsorgt“ den ZERSTÖRER in einer Lavaspalte, bevor sie zurückfliegen.

Währenddessen trifft Crow auf die Ex-Versteinerten und holt für sie Mutter aus der Hydritenstadt. Im Gegenzug verspricht Jenny ihm Ann als Druckmittel gegen Matt! Sie reisen nach Ostdeutschland. Als Crow Kontakt zu Mutter aufnimmt, erkennt er, dass die ganze Menschheit in Gefahr ist, wenn das Steinwesen zu seinem Ursprung gelangt. Im Dorf tauscht er Mutter daher gegen einen Stein aus – was Jenny jedoch schon zuvor getan hat.

Matt, Aruula, Rulfan und Xij ahnen davon nichts, als auch sie beim Dorf ankommen. Doch dann trifft Matthew bei dem missglückten Versuch, Ann zu befreien, auf Crow und kann nur mit knapper Not entkommen …

Das letzte Duell

von Jo Zybell

Ostseeküste, 21. Juni 2527, 7:13 Uhr

An der Abbruchkante der Steilwand verharrte das unglaubliche Wesen. Es drehte sich, streckte seine hinteren Beinpaare, knickte in den vorderen ein und schob seinen breiten Hammerkopfschädel über den Abgrund. Es blickte hinab in die Bucht, wo sich Trümmer über Trümmer verteilten.

Vor nicht allzu langer Zeit, bei seiner Ankunft hier an der Küste, hatten die Trümmer noch ein Ganzes gebildet: ein großes Luftfahrzeug der Zweibeiner. Doch der ZERSTÖRER hatte seinem Namen alle Ehre gemacht.

Der tote Körper der Zielentität lag nicht unter den Trümmerteilen. Die zur Zerstörung bestimmte Entität mit dem Namen Maddrax hatte sich von dem Luftgefährt entfernt.

Der ZERSTÖRER witterte, tastete mental nach der Spur, die die Gedankenstruktur seiner Jagdbeute hinterlassen hatte und die er mit seinen besonderen Sinnen wahrnehmen konnte. Sie war deutlich auszumachen, und er sah auch die halb verwehten Abdrücke ihrer Fußspuren. Sie führten nach Südwesten ins Landesinnere hinein.

Die Zielentität mit der Bezeichnung Maddrax war nicht allein diesen Weg gegangen, das sah er sofort. Doch ihn interessierte nicht, wer die Beute begleitete und wie viele es waren. Wenn sie sich ihm in den Weg stellten, würden auch sie sterben. Wie alle anderen, die bislang seinen Weg gekreuzt hatten.

Der ZERSTÖRER neigte den hammerartigen Schädel zur Seite, und seine rot leuchtenden Augen verfolgten die Fußspuren, die zwischen den Dünen verschwanden. Dann tat er, was er schon seit seinem Aufbruch aus Agartha tat: Er folgte dem Ziel.

Die bizarre Mischung aus Insekt und Reptil überquerte den Dünenkamm, sprang den Hang hinunter, pflügte den nächsten wieder hinauf, dann über die letzte Düne hinunter ins Marschland. Sie zog eine Staubwolke hinter sich her.

Schon bald näherten sich weitere Entitäten. Zweibeiner. Ein starkes Dutzend. Zu Fuß. Keine trug mentale Spuren seiner Jagdbeute an sich, keine interessierte ihn – doch sie alle marschierten ihm von Südwesten entgegen; auf jener Route, die nicht lange zuvor Maddrax genommen hatte.

Er war der ZERSTÖRER. Nichts und niemandem auszuweichen sein Prinzip, den direkten Weg zu nehmen seine Methode und seine Opfer zu vernichten sein Wesen.

Und so hielt er genau auf die Gruppe zu …

Sie saß auf Daddys Schultern. Matt Drax stand auf dem Gipfel eines hohen Berges. Wind zerwühlte seinen Blondschopf und peitschte ihr Strähnen ihres schwarzen Haares ins Gesicht. Ein Abgrund gähnte vor Dads Stiefelspitzen, Tausende Meter tief. Trotz des gewaltigen Abgrunds spürte sie keine Angst. Warum auch? Dad war ja bei ihr; sie saß ja auf seinen Schultern.

Dann breitete Matt die Arme aus und ging ein wenig in die Knie. Sie hielt den Atem an. Dad sprang ab, und im nächsten Augenblick schwebten sie über dem Abgrund. „Wir fliegen, Dad!“, jauchzte sie. „Wir fliegen, yippie!“

Ihr Bauch kitzelte, heiße Freude strömte ihr durch die Glieder, und tief unter ihr und ihrem Dad glitten Flüsse, Felder, Hänge, Wälder und Seen dahin.

Dann packte jemand sie im Nacken und riss sie von Dads Schultern. Sie stürzte, kniff die Augen zu, wollte schreien, konnte es aber nicht und stürzte und stürzte.

Erst als Ann die Augen aufriss, endete der Sturz. Sie hockte auf dem Boden. Keine Spur von Bergen, Flüssen, Wäldern und Seen; und keine Spur von Dad.

Sie saß am Rand des Dorfplatzes. Eine Menge Leute drängten sich ringsum – und jemand hielt sie tatsächlich im Nacken fest: der Kahlkopf, den Jenny-Mom „General Crow“ nannte. Ann atmete tief durch.

Er ragte neben ihr auf. Anns Blick wanderte an seinen Beinen hinauf bis zu seinem Arm: Ein schlangenartiger Tentakel ragte aus seinem Uniformärmel, schlängelte sich zu ihr herab und hatte sich in ihren Nacken gebohrt. Und hielt sie fest.

Von dem schlängelnden Ding aus wanderte ihr Blick weiter hinauf bis zum Schädel des Kahlkopfs. Seine Miene wirkte merkwürdig verstört. Er sah sie nicht an, unruhig irrten seine Augen auf dem Dorfplatz umher.

Ann erinnerte sich: Sie gehörte jetzt zu ihm; Jenny-Mom hatte ihr das gesagt. Den Grund dafür kannte Ann nicht, aber sie hätte heulen mögen. Aber dann hätte Crow ihr wieder einen dieser Befehle erteilt, die er nicht aussprach, sondern die plötzlich in ihrem Kopf waren und gegen die sie sich nicht wehren konnte.

Es war, als könnte er ihr durch diesen Tentakel seine Gedanken schicken – Befehle, Empfindungen, sogar Müdigkeit. Und was für eine Müdigkeit, bei allen Göttern! Bleiern war sie, diese Müdigkeit, und zweimal war sie davon schon überwältigt worden.

Jetzt war sie wach. Doch sie war Crow ausgeliefert. Alles Jenny-Moms Schuld.

Böse Jenny-Mom! Blöder Kahlkopf!

Hatte er sie einschlafen lassen und war dann ins Zelt am Rand des Dorfplatzes gegangen? So musste es gewesen sein! Und nun stand er wieder neben ihr. Und er schien niedergeschlagen und verwirrt zu sein. Das verwirrte sie, denn bisher hatte Crow niemals Schwäche gezeigt.

War der Grund dafür derselbe, weswegen auch all die Leute des Dorfes so unruhig und laut waren? Ann sah sich um. Plötzlich tauchte Jenny-Mom im Zelteingang auf. Sie trug Handschuhe aus dickem Leder. Und in den so geschützten Händen trug sie das Steinwesen.

Es zu sehen, steigerte Anns Verwunderung. Hatte sie nicht mit eigenen Augen beobachten können, wie der ekelhafte Kahlkopf das blöde Steinding vor ein paar Stunden in der Gießerei in den Hochofen geworfen hatte? Hatte sie nicht mit eigenen Ohren gehört, wie es in der Glut zersprungen war?1) 

Die Leute auf dem Dorfplatz brachen in Jubelgeschrei aus. Viele klatschten in die Hände, andere fielen einander in die Arme, einige begannen sogar zu tanzen. Sogar die sonst so kühle Lady Victoria und Sir Leonard, den Ann einst als klugen und besonnenen Mann kennengelernt hatte, weinten fast vor Rührung und Andacht.

Kein Zweifel: Das blöde Steinding lebte noch. Und es machte die Leute noch immer krank im Kopf.

Auf Jennys Gesicht lag ein verzückter Ausdruck, der Anns Beklemmung ins Maßlose steigerte: Sie sah aus, als ob auch sie jeden Moment in Freudentränen ausbrechen würde. Früher hatte Ann niemals einen derartigen Ausdruck auf dem Gesicht ihrer Mutter gesehen. Er machte sie wütend, weil er ihr endgültig bewies, dass dieses blöde Steinding noch immer Gewalt über Jenny-Mom und all die anderen Leute hier besaß.

Ann hatte gern geschrien. Doch noch größer als die Wut war ihre Angst, Crow könnte seine Aufmerksamkeit dann wieder auf sie richten, könnte ihr womöglich wieder bleierne Müdigkeit schicken. Nein – dann lieber nicht schreien.

Jetzt trat Jenny-Mom endgültig aus dem Zelt. Die jubelnde Menge bildete eine Gasse, durch die sie das Steinwesen zur Mitte des Dorfplatzes trug. Lady Victoria schloss sich ihr an, dann Sir Leonard, dann die Marsleute, dann die Frauen von den Dreizehn Inseln und schließlich Pieroo und alle anderen. Eine Menschenschlange umkreiste die weiße, wuchtige Steinsäule in der Mitte des Dorfplatzes, Jenny-Mom an der Spitze.

Wenn Ann alles richtig verstanden hatte, feierten sie den bevorstehenden Augenblick, in dem sie das Steinding – sie nannten es Mutter – ins Bohrloch werfen würden. Ann hat nicht die geringste Ahnung, was es dabei groß zu feiern gab.

Für sie gab es nur eine einzige Mutter auf dem Dorfplatz: Jenny. Und die behandelte ihre Tochter wie Luft; nein, schlimmer noch: wie eine Fremde! Als wäre ihr Herz genauso aus Stein wie das blöde Ding, das sie vor sich hertrug.

Alle hier waren verrückt geworden, ohne Ausnahme …

Ohne Ausnahme?

Nein, nicht ganz.

Ann hob den Blick und sah zu dem Glatzkopf hinauf, zu General Crow. Ihn schien das Steinwesen nicht krank im Kopf zu machen. Er war einfach nur böse. Und im Moment auch noch verstört, und furchtbar mies gelaunt, das sah Ann seiner Miene an. Aber sonst schien er klar im Kopf zu sein. Wie suchend spähte er nach allen Seiten. Wartete er auf etwas? Und wenn ja, auf was?

So durcheinander schien er zu sein, dass er sogar vergaß, seine Befehle in ihren Kopf strömen zu lassen. Ob sie den fleischigen Strang einfach packen und aus ihrem Nacken reißen konnte? Ann wagte es nicht.

Warum spähte der Kerl immerzu suchend um sich? Plötzlich kam ihr ein schlimmer Gedanke: Er wartete auf ihren Dad!

Ann zweifelt nicht daran, dass Matt kommen würde, um sie zu befreien. Und dann – das schwor sie sich – würde sie ihm im Kampf gegen das kahlköpfige Scheusal helfen! Sie würde Crow in die Hand beißen oder in den Tentakel oder sonst wohin.

Schließlich hatte sie gelernt zu kämpfen auf ihrer langen Wanderung von Corkaich hierher. Pieroo und Fletcher hatten ihr so manchen Trick beigebracht, mit dem man sich gegen gemeine Kerle zur Wehr setzen konnte.

In der Mitte des Dorfplatzes machte Jenny-Mom nun Halt vor der weißen Steinsäule und legte das Wesen in die Kuhle auf deren Spitze. Zu zwei Dritteln ragte es nun aus der Kuhle und sah aus wie der zu klein geratene Kopf der weißen Säule.

„Brüder und Schwestern!“, rief Sir Leonard. Irgendwie klang seine Stimme anders. Nicht so salbungsvoll wie sonst. Ann horchte auf – und spürte, wie auch Crow neben ihr sich straffte. „Wir hatten geplant, Mutter um Mitternacht feierlich ihrem Ursprung zu übergeben!“, fuhr der alte Techno fort. „Doch das Eindringen des Fremden heute Nacht bereitet uns Sorge“, – er wechselte einen kurzen Blick mit Jenny-Mom und Victoria –, „sodass wir uns entscheiden haben, kein Risiko einzugehen und den Höhepunkt des Festes vorzuverlegen. Schon zur Mittagsstunde werden wir die Vereinigung vollziehen!“

Für einen Augenblick blieb es atemlos ruhig, dann begannen die Steinjünger noch lauter zu jubeln. Die Aussicht schien sie zu begeistern.

Ann hörte nur mit halbem Ohr hin. Ihre Gedanken kreisten um etwas, das Sir Leonard erwähnt hatte: das Eindringen eines Fremden. Wen meinte er? Wann sollte das geschehen sein? Sie hatte nichts davon mitbekommen.

Dad?, schoss es ihr durch den Kopf. Ist Dad hiergewesen? Na klar, wer sonst?

Erst war es nur eine vage Hoffnung, doch dann hörte sie Crow leise fluchen und ihr Herz tat einen Sprung.

„Verdammt!“, zischte der Kahlkopf. „Dieser Mistkerl macht mir schon wieder Probleme. Es wird höchste Zeit, dass er das Zeitliche segnet!“

„Die hampeln herum wie unter Drogen“, sagte Matt.

„So hab ich nie herumgehampelt.“ Xij verzog das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass sie gerade zugegeben hatte, schon Drogen konsumiert zu haben. „In einem früheren Leben“, fügte sie hinzu.

„Sieht aber auch irgendwie lustig aus“, fand der Retrologe mit dem langen, zu tausend Zöpfchen geflochtenen Vollbart und dem fransigen, bis zum Hintern reichenden Haarschopf. „Und eigentlich recht harmlos.“

Sie standen etwas mehr als zwei Kilometer entfernt auf einem Hügelhang und wechselten sich am Feldstecher ab. Inzwischen waren sie sich ziemlich sicher, dass Matt Drax auf seiner Flucht aus dem Hüttendorf nicht verfolgt worden war; oder zumindest hatten die Verfolger seine Spur verloren.

„Harmlos?“ Rulfan schüttelte den Kopf und reichte das Glas an Matt weiter. „Ich würde das eher ‚enthemmt‘ nennen. Und enthemmte Menschen sollte man tunlichst meiden.“

„Keine Chance.“ Matt Drax spähte zum Dorf hinüber wie ein Mann, der zum Äußersten entschlossen war. Natürlich dachte er an seine Tochter Ann. „Wir müssen da rein, wir haben keine Wahl.“

„Ich würde mir keinen Kopf machen wegen der Verrückten.“ Der massige Retrologe winkte ab. „Die haben irgendwas eingeworfen – Tabletten, einen Pilz, oder einfach nur Alkohol.“ Meinhart Steintrieb nahm das Spektakel auf dem Dorfplatz nicht besonders ernst. „Wenn die Feier vorbei ist, kann man mit denen auch wieder was anfangen.“

„Ich fürchte, wenn diese Feier vorbei ist, geht es erst richtig los“, knurrte Matt. Ihm war inzwischen klar, dass die Steinjünger planten, Mutter ihrem Ursprung zuzuführen: dem Flöz, das seit Urzeiten oder noch länger dort irgendwo in der Tiefe lag – und wartete? Aber worauf?

Xij nahm Matt Drax das Fernglas ab. „Jetzt hat die blonde Frau in dem weißen Kleid den Stein auf der Säule abgesetzt“, kommentierte sie.

„Die Frau ist Jenny Jensen“, informierte Matt sie. „Sie war mal meine Staffelkameradin, und sie ist Anns Mutter.“ Ann, die jetzt in Crows Gewalt ist, schoss es ihm wie ein Schmerz durch den Kopf.

Meinhart Steintrieb blickte irritiert zwischen Matt und Aruula hin und her. „Hey, ich dachte, ihr beiden …“ Er verstummte, als ihm bewusst wurde, dass er gerade dabei war, in ein sehr tiefes Fettnäpfchen zu treten. „Ähm … ist ja nicht weiter wichtig“, schloss er.

„Es hat mit Mutter zu tun.“ Aruula klang ungewöhnlich ernst. „Mit Mutter und dem Bohrloch.“

Matt nahm Xij das Glas wieder ab und hielt es sich vor die Augen. „Und jetzt auch noch mit General Crow – oder vielmehr dem Monster, zu dem er mutiert ist. Ich habe ein verdammt mieses Gefühl, dass er dabei mitmischt.“

„Wollen die Dörfler am Ende freiwillig zu neuen Schatten werden?“ Rulfans Kaumuskeln bebten.

„Schatten?“ Der fettleibige Hüne schaute von einem zum anderen. „Ah – ihr meint diese Schattenwesen von der Karavelle, richtig?“

Sie hatten ihn grob über die Ereignisse des letzten Jahres informiert, aber es war zu wenig Zeit, um ins Detail zu gehen.

„Richtig“, bestätigte Aruula und erzählte dem Tekknikfreak mehr von dem alten spanischen Schiff aus dem Zeitstrahl und dessen schattenhafter Besatzung. Beide waren im gleichen Augenblick vergangen, als Maddrax und sie Mutter im Bug der Karavelle mit den Tachyonen überladen hatten, die sie wie einen Schutzschirm gegen die Zeit mit sich herumtrugen.

„Wahnsinn!“ Meinhart Steintrieb schüttelte den Kopf und kraulte sich den vielfach geflochtenen Bart. „Und du meinst, dass die Steinjünger jetzt alle zu neuen Schatten werden wollen? Heiliger Quantensprung – dann sollten wir gleich zu meinem Stützpunkt fahren, eine Bombe zusammenbasteln und das Dorf in Schutt und Asche legen!“

„Kommt nicht in Frage!“, platzte es aus Matt Drax heraus. „Meine Tochter hält sich dort unten auf. Und viele der Menschen da unten waren unsere Freunde, bevor Mutter sie okkupiert hat.“

Er korrigierte sich sofort im Stillen: Es waren nicht unsere Freunde – sie sind es immer noch. Sobald der Einfluss des Steinwesens erlischt, werden sie wieder normal. Hoffe ich …

Verstehe.“ Meinhart Steintrieb raufte sich die rotblonde Mähne. „Und was sollen wir jetzt unternehmen? Wir können ja schlecht da runter gehen und uns den Stein greifen. Wenn die Leute Fanatiker sind, werden sie uns die Haut bei lebendigem Leibe abziehen.“

„Vielleicht sollten wir die Bombe doch in Betracht ziehen“, sagte Xij. „Ich spür’s in allen Knochen, dass etwas Schreckliches geschehen wird.“ Sie sah sehr müde aus, beinahe krank. Rulfan betrachtete sie von der Seite und Sorgenfalten türmten sich auf seiner Stirn.

„Hörst du nicht zu?“, fauchte Matt sie an. Er deutete hinüber zu den Dächern des Dorfes. Noch waberte Morgendunst zwischen den Hütten. „Meine Tochter Ann hält sich dort auf! Du glaubst doch wohl nicht …“

„Ich glaube gar nichts!“, fauchte Xij zurück. „Ich seh’s nur realistisch. Wie sagte schon Spock, als er sich opferte? ‚Das Wohl von Vielen wiegt schwerer als das Wohl von Wenigen – oder von Einzelnen.‘“

„Wenn du schon Star-Trek-Zitate bringst“,

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Maddrax - Folge 299" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen