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Maddrax - Folge 251

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. Der Taratzenkönig
  5. Leserseite
  6. Zeittafel
  7. Roman im Roman
  8. Aus dem Archiv
  9. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ die Erde. Die Folgen sind verheerend. Die Erdachse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 gerät. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler – zur Erde gelangt sind und die Schuld an der veränderten Flora und Fauna tragen. Nach langen Kämpfen mit den Daa’muren und Matts „Abstecher“ zum Mars entpuppt sich der Wandler als lebendes Wesen, das jetzt erwacht, sein Dienervolk in die Schranken weist und weiterzieht. Es flieht vor einem kosmischen Jäger, dem Streiter, der bereits seine Spur zur Erde aufgenommen hat!

Matthew Dax’ Vorhaben, mit dem Flächenräumer der Hydriten – einer Rasse von Fischmenschen – eine Waffe gegen den nahenden Streiter zu finden, ist gescheitert. Und auch die Hoffnung, seinen und Aruulas Sohn Daa’tan, der von den Daa’muren aufgezogen wurde, zur Menschlichkeit zu bekehren, schlug fehl: Matt musste ihn auf einer Insel im Victoriasee in Notwehr töten. So verlassen Matt, Aruula und der Neo-Barbar Rulfan mit seiner Wölfin Chira Afrika und kehren mit einem Gleiter nach Europa zurück, wo sie nach den britischen Bunkergemeinschaften und Rulfans Vater Sir Leonard Gabriel sehen wollen.

Doch auch in London kommen sie nicht zur Ruhe: In einer Titanglaskuppel neben den Parlamentsgebäuden hausen Hunderte von Taratzen – mutierte Rattenbestien –, denen sie beinahe zum Opfer fallen. Während Barbaren vom Ufer der Themse Matt und Aruula retten, wird der Gleiter von einem fliegenden Panzer, einem EWAT zerstört und Rulfan entführt! Im Dorf der „Lords“ erfahren die Freunde, dass die Taratzen unter ihrem König Hrrney und der Barbaren-Hexe Traysi zu neuer Größe gefunden und zeitweise sogar mit den Technos kooperiert haben. Die wenigen jetzt noch in London lebenden Technos, die sich „Demokraten“ nennen, bezeichnen Sir Leonard als Tyrannen, der sich mit den restlichen Bunkermenschen auf die Kanalinsel Guernsey abgesetzt und sich dort mit Blut saufenden Nosfera verbündet hat. Um ihn in die Hände zu bekommen, haben sie Rulfan entführt. Sein Fluchtversuch schlägt fehl; dabei wird die Titanglaskuppel gesprengt und die meisten Taratzen finden den Tod.

Die Demokraten stellen Matt und Aruula das Ultimatum, Gabriel binnen hundert Tagen gegen Rulfan auszutauschen. Mit X-Quads machen sich bei beiden und Chira auf den Weg zur Südküste Englands – während Hrrney blutige Rache schwört.

Der Taratzenkönig

von Christian Schwarz

London, August 2525

Die moosüberwucherten Bodenplatten neben dem ausgebrannten Hubschrauberwrack begannen unmerklich zu vibrieren. Ein Mensch hätte es wohl nicht einmal gespürt, wenn er direkt darauf gestanden hätte. Den hoch empfindlichen Lasertastern, die das Northolt Airfield bestrichen, entging hingegen nicht die kleinste Erschütterung. Der Rechner meldete die Koordinaten an die Zielerfassungsmatrix. Die reagierte innerhalb einer viertel Sekunde. Leise sirrend drehte sich die Lafette mit dem schweren MG und peilte die Erschütterungszone ein. Am Rechner leuchtete eine rote Lampe auf.

Nun kam wirkliche Bewegung in die Platten. Irgendetwas im Boden drückte sie mit Urgewalt nach oben. Es knirschte und knackte, sie richteten sich steil auf – und wirbelten in einem Schwall von Dreck davon!

Etwas Schwarzes drückte sich aus der Erde und präsentierte sich als annähernd runder Berg von über drei Metern Größe. Die rote Lampe am Rechner begann wie verrückt zu blinken. Dann schaltete sie auf Grün. Das MG ratterte los.

Die Salve traf das Ungetüm, das der Rechner als Mol identifiziert hatte, in Höhe der Brust in den unförmigen Körper. Blut spritzte, Pelz- und Fleischfetzen flogen durch die Luft, während der Körper des mutierten Maulwurfs unter den Einschlägen einen bizarren Tanz aufzuführen schien. Ein hoher schriller Schrei ertönte, fast schon im Ultraschallbereich. Dann brach der Mol zusammen und rührte sich nicht mehr.

Lady Josephine Warrington war bei den ersten Schüssen zum Fenster geeilt. Mit einer gewissen Befriedigung beobachtete sie im heraufziehenden Abenddämmer das Sterben der schwarzbepelzten Mutation, die in ihren Augen zu den widerlichsten überhaupt zählte. Das hing in erster Linie damit zusammen, dass Mols, wie Taratzen auch, rudimentäre Intelligenz aufwiesen. Denn wenn die Warrington etwas auf den Tod nicht ausstehen konnte, dann waren es zwei Dinge: nicht als Lady angesprochen zu werden und intelligente Bestien. Davon hatte sie spätestens seit den Daa’muren die Nase gestrichen voll.

„Beim Himmel über London, das war ein gottverdammter Mol, Lady Warrington“, stellte Mars Hawkins überflüssigerweise fest. Der junge Mann hatte sich hinter ihr aufgepflanzt, traute sich aber trotz seines rücksichtslosen Wesens nicht, sich an ihrem fülligen Körper vorbei auf den zweiten Logenplatz direkt am Fenster zu schieben. Es war auch gar nicht nötig. Trotz der voluminösen weißen Perücke auf Lady Warringtons kantigem Schädel hatte er ganz gute Sicht über ihre schmalen Schultern hinweg.

Sie drehte sich um. Unverhohlener Spott blitzte in ihren Augen. „Wenn ich Sie nicht hätte, Mars. Ich dachte nämlich schon, der verdammte Bastard Leonard wühlt sich aus dem Boden, um uns seinen Sohn wieder abzunehmen.“

„Wenn er tatsächlich hier auftaucht, dann drehe ich ihm höchstpersönlich den dürren Hals um, Lady. Daran werden selbst Sie mich nicht hindern können. Wer die eigenen Leute kalt macht, hat nichts Besseres verdient.“ Hawkins grinste und ballte in schierer Vorfreude ein paar Mal die Fäuste. Dann schaute er über seine Schulter zurück.

Im hinteren Drittel des fast leeren Raums stand eine Liege, auf der ein weißblonder Mann lag, mit seitlich am Körper festgezurrten Armen und ohne Bewusstsein. Er sah aus wie einer der verfluchten barbarischen Socks, von denen leider immer noch viel zu viele das schöne Britana unsicher machten. Barbarenblut hatte Rulfan von Salisbury aber nur zur Hälfte in sich. Denn sein Vater war Sir Leonard Gabriel, einst Prime der Community Salisbury und in dieser Zeit ein hoch geachteter Mann, nun aber angeblich ein Despot, der einige der ihren ermordet hatte – und damit Feind Nummer eins der „Demokraten“ war, wie sich das Häuflein Technos um Lady Warrington nannte.

Bei Rulfans Anblick schweiften Hawkins’ Gedanken unwillkürlich in die nahe Vergangenheit zurück. Ein wohlmeinendes Schicksal hatte den Demokraten vor einigen Tagen unverhofft Gabriels Sohn in die Hände gespielt. Nun besaß Rulfan den Status einer Geisel, die Commander Drax und seiner Barbarenschlampe Aruula Beine machen sollte. Sie waren bereits auf dem Weg zur Kanalinsel Guernsey, um Gabriel zu suchen, gefangen zu nehmen und hierher nach London zu bringen. Schafften sie es nicht innerhalb von hundert Tagen, würde die Warrington den Barbarenbastard hinrichten lassen. Hawkins hoffte, dass er das übernehmen konnte, da ihm ja in diesem Fall die Exekution des Faschisten Gabriel vorenthalten wurde.

Damit endete sein kleiner Ausflug ins Gestern auch schon wieder. Denn Lady Warrington drehte sich um und zupfte das weite weiße Kleid zurecht. Es wirkte wie ein unförmiger Kartoffelsack und diente dazu, ihre Fettleibigkeit zu kaschieren. Dass es sie auf andere Weise entstellte, entging ihr dabei völlig. „Das ist jetzt der vierte Mol in fünf Tagen, der so nahe am Headquarter auftaucht. Hm. Ich weiß nicht, ob ich mir nicht so langsam Sorgen machen sollte. Was meinen Sie, Mars?“

Hawkins strich seine schulterlangen rötlichen Locken zurecht und holte sich dann mit einer schnellen Bewegung etwas Schmalz aus dem Ohr, das er provozierend auffällig an seiner Hose abwischte. „Ich hab mir auch schon Gedanken darüber gemacht, Lady. Es sieht so aus, als sei hier eine ganze Gruppe Mols aktiv, die ausgerechnet unter unserem HQ eines ihrer Gangsysteme buddelt. Schätze, wir müssen höllisch aufpassen, so nahe, wie sie bereits sind. Sonst bricht uns plötzlich der Boden unter dem Hintern weg. Wenn wir nicht schnellstens etwas unternehmen, enden wir noch als Molfutter. Das muss ich nicht haben.“

„Ich auch nicht.“

Vielleicht bekommen sie dich ja zuerst, altes Schrapnell. Dann haben sie so viel zu fressen, dass sie uns andere garantiert in Ruhe lassen. Und ich könnte die Demokraten ohnehin viel besser führen als du … Hawkins konnte nur mit Mühe ein neuerliches Grinsen unterdrücken.

„Lassen Sie das Biest beseitigen, Mars. Und besprechen Sie mit Merylbone, was wir gegen die drohende Gefahr unternehmen können. Informieren Sie mich dann über Ihre Vorschläge.“

„Natürlich, Lady.“ Hawkins verschwand aus dem Zimmer.

Josephine Warrington drehte sich zum Fenster zurück und sah erneut hinaus. Sie machte kein Licht, weil sie den Anblick noch ein wenig genießen wollte. Der Himmel wurde jetzt von einem leuchtenden Rot überzogen. Die beschienenen Wolken zogen auch über das Northolt Airfield und boten so der immer schneller hereinbrechenden Finsternis noch ein wenig Paroli.

Rechterhand präsentierten sich dreistöckig die lang gezogenen, einstigen Kasernengebäude aus rotem Ziegelstein als schwarzgrauer Schattenriss. Davor stand der EWAT1). Soeben ging die Innenbeleuchtung an. Durch zwei gebogene Öffnungen des ausgefahrenen Geschützturms im zweiten Segment drang das Licht ins Freie. Plötzlich konnte sie verstehen, dass der zwanzig Meter lange, viergliedrige Tank auf die Socks gelegentlich wie eine tückische, gefräßige, wenn auch etwas zu kurz geratene Schlange wirkte.

Schatten huschten durch die Beleuchtung. Lady Warrington lächelte unwillkürlich. Heath und Armadie waren wohl noch immer mit kleinen Instandsetzungsarbeiten beschäftigt.

Bis vor kurzem hatten sie noch über zwei Tanks verfügt, einen davon aber für die Zerstörung der Taratzenkuppel geopfert. Warrington Gesicht verdüsterte sich, als sie daran dachte, dass die beiden Idioten Hawkins und Merylbone dabei fast die wertvolle Geisel Rulfans entsorgt hätten. Der Sohn Gabriels war mit dem programmierten Kamikaze-EWAT geflohen und wäre mit in die Luft geflogen, hätte Matthew Drax ihn nicht im letzten Moment herausgeholt.2)

Commander Drax … der Mann aus der Vergangenheit, der nach Jahren urplötzlich wieder in London aufgetaucht war. Lady Warrington war sich nicht sicher, was sie von ihm halten sollte. Rulfan war sein Freund, daher würden er und Aruula alles tun, die Forderung der Demokraten zu erfüllen. Andererseits hatte er auch große Stücke auf Sir Leonard gehalten – damals.

Nun, erst einmal war es wichtig, dass er den Tyrannen hierher brachte. Wenn es jemand schaffen konnte, dann er. Der Rest würde sich ergeben …

Lady Warringtons Blicke wanderten weiter. Der ehemalige Tower erhob sich ein Stück links von ihr. Er enthielt die ganze Elektronik und einen Teil der Selbstschussanlagen. Das zentrale MG des Turms hatte soeben dem Mol das Lebenslicht ausgeblasen.

Zu gerne hätte sie die Selbstschussanlagen mit Laserkanonen bestückt, um sie noch effektiver zu machen. Aber dazu war keiner von ihnen mehr in der Lage, seit die Socks3) vergangenes Jahr Petz Middler hingerichtet hatten. Selbst Hawkins, der von ihnen allen die meiste Erfahrung im Umgang mit Rechnern besaß, hatte dieses Kunststück bisher nicht fertig bekommen. Immerhin hatte Middler den ersten EWAT noch einigermaßen in Form gebracht. Aber für längere Strecken war er nicht geeignet – und für einen Kanalüberflug schon gar nicht, da seine Elektronik hin und wieder mit kleinen Aussetzern aufwartete.

Es wird höchste Zeit, dass wir wieder jemanden bekommen, der unsere technischen Probleme lösen kann, dachte Lady Warrington. Schon deswegen müssen wir schauen, dass wir Leonard absägen und so die Anderen zur Rückkehr bewegen. Neuf-Deville, Fahka oder Kucholsky könnten die Laser problemlos anschließen …

Nach dem Einsetzen des dauerhaften EMP im Oktober 2521 waren die überlebenden Technos Sir Leonard Gabriel gefolgt, der eine neue Heimat außerhalb Britanas gesucht hatte. In der historischen Werft von Chatham hatte er mit seinem kleinen Häuflein Aufrechter ein Schiff gebaut, doch ein überaus harter Winter hatte sie gestoppt. Die Technos waren nach London zurückgekehrt und hatten schlimme Jahre dort verlebt. Sir Leonard hatte sein Vorhaben aber nie aufgegeben, das Schiff weiterbauen lassen und den offenen Widerstand von James Dubliner jr. mit dessen Exekution beantwortet.

Josephine Warrington, die als heimliche Anführerin der „Demokraten“ fungierte, hatte das Schiff kapern lassen, als sie Guernsey erreichten, und Leonard und dessen Getreue dort zurückgelassen. Zurück in London, wollte die ehemalige Prime ihren Plan in die Tat umsetzen, sich mit den Lords zu versöhnen und mit ihnen zusammen die Parlamentskuppel zurückzuerobern, die Leonard den Taratzen überlassen hatte. Denn der Community-Bunker war seit dem EMP nicht mehr bewohnbar.

Warringtons Strategie war jedoch gründlich in die Hosen gegangen, und nun mussten die Demokraten eine neue Bleibe suchen. Aber wo? Man war übereingekommen, es mit dem U-Bahnhof London Bridge zu versuchen. Als sich die Demokraten dort einigermaßen wohnlich eingerichtet hatten, hatte plötzlich der EMP geendet. Sie bemerkten es im Dezember 2523 durch einen Zufall und gingen daran, die restlichen Waffen und zwei verbliebene EWATs aus dem Bunker zu bergen – was die in der Parlamentskuppel darüber hausende Taratzen zur Weißglut gebracht hatte. Da sie ohnehin ein offenes Gelände benötigten, um die Tanks zu reparieren, gaben die Demokraten den Bahnhof auf und wichen auf das kurz zuvor entdeckte Northolt Airfield aus, einen Flugplatz im Westen Londons, den die Altvorderen bis kurz vor dem Kometeneinschlag für Evakuierungen benutzt hatten.

Aus gefundenen Unterlagen war hervorgegangen, dass Northolt als Zivil- und Gütertransportflugplatz, in erster Linie aber als Militärflugplatz gedient hatte. Denn dort waren einst die Hubschrauber und Flugzeuge der Royal Air Force stationiert gewesen, mit denen die damalige Queen und deren Familie transportiert wurden. Im Zuge der Religionskriege war Northolt dann befestigt und mit Zäunen und modernsten Selbstschussanlagen ausgestattet worden. Die oft panischen Bestrebungen ziviler Flugzeugbesitzer, vor dem Kometen in Richtung Südamerika zu fliehen, mochten der Grund für eine nochmalige Verstärkung der Sicherheitsanlagen Ende 2011 gewesen sein.

Wie auch immer. Die Sicherheitsanlagen hatten „Christopher-Floyd“ relativ gut überstanden. Die verrosteten Selbstschussanlagen wurden zu zwei Dritteln konnten aus konservierten Lagenbeständen wieder aufgeforstet werden, und auch die Stromgeneratoren für die Zäune ließen sich reaktivieren. Als die Demokraten das Northolt Airfield annektierten, besaßen sie praktisch von heute auf morgen die ideale Unterkunft. Und durch die beiden EWATs waren die Demokraten nun beinahe wieder unbesiegbar.

Lady Warrington seufzte. Draußen flammten die Scheinwerfer auf und tauchten die unter Hochspannung stehenden Zäune in kaltes gelbes Licht. Da – huschte nicht eine Taratze am Zaun entlang und verschwand gleich darauf in der Dunkelheit?

Möglich, dass ich mich getäuscht habe; meine Augen sind nicht mehr die besten. Und wenn schon – an den MGs und am Stromzaun kommen sie niemals vorbei. Aber warum sollten hier … Gott, sie haben den Mol noch immer nicht weggeschafft! Muss man alles selber machen? Der Kadaver lockt doch sämtliche Bestien der Umgebung an!

Sie schämte sich fast dafür, dass ihr bei diesem Gedanken Cinderella Loomer in den Sinn kam – auch sie nur noch totes Fleisch …

Die arme Cindy. Im Innersten war sie für uns. Ich verstehe bis heute nicht, warum sie damals bei Gabriel auf Guernsey geblieben ist. Und wie hat er es ihr gedankt? Auf der Flucht wurde sie schwer verletzt; ein Wunder, dass sie es noch bis hierher geschafft hat. Wie ein Stück heißes Eisen hat sie geglüht und am ganzen Körper gezittert, als wir sie fanden …

Und Cinderella Loomer hatte Sir Leonard für ihren Zustand verantwortlich gemacht! Er sei nun endgültig zu einem schlimmen Tyrannen geworden, der mit eiserner Hand an der Nordküste Guernseys herrsche. Viel mehr hatte sie nicht mehr sagen können, denn bald darauf war sie am Fieber gestorben. Nur eine Warnung hatte sie noch ausgestoßen: „Haltet euch fern! Die Nosfera … die Seuche …“

Noch einmal blickte Lady Warrington auf den toten Mol, der soeben von Valery Heath mit dem einzigen verbliebenen X-Quad weggezogen wurde. Langsam aber sicher überfiel sie die Müdigkeit. Zeit, ins Bett zu gehen. Doch zuvor trat sie noch einmal an die Liege auf der immer noch der bewusstlose, aber regelmäßig atmende Rulfan lag.

„Du kannst uns nicht mehr entkommen, Barbar“, sagte sie leise. „Und du weißt es nicht einmal …“

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Londoner Zoo, August 2525

Hrrney hatte es sich in einer Art Schneidersitz bequem gemacht, den mächtigen Rücken gegen die schimmelige Wand gelehnt. Ein Sammelsurium dumpfer Gefühle, aus denen Hass und Sorge wie zwei grelle Leuchtfeuer heraus stachen, ließen die Augen des Taratzenkönigs in der grauen Dämmerung des Raums in noch fanatischerem Rot erglühen als sonst. Sie waren unverwandt auf den menschlichen Körper gerichtet, den er schon seit Stunden in nahezu derselben Position festhielt.

Traysi lag rücklings auf Hrrneys leicht gebeugtem linken Unterarm, ihr Kopf verschwand fast in der Armbeuge des Monstrums. Die langen blonden Haare bildeten einen Kranz um ihr Gesicht und ließen die Frau wie eine schlafende Göttin erscheinen. Und nichts anderes war sie für Hrrney. Ihre Beine lagen schlaff auf den muskulösen Oberschenkeln des Taratzenkönigs, während ihr Gesäß in seiner linken Handfläche ruhte. So konnte er sie am besten stützen.

Hrrneys Ohren zuckten leicht, seine Barthaare fingen an zu zittern. Ruckartig fuhr sein Kopf eine Handbreit nach unten. Er fauchte die beiden Taratzen an, die damit beschäftigt waren, die Fenster des Raumes mit Holz, Stroh, Glasscherben und Unrat lichtdicht zu verstopfen und dann mit Speichel zu verkleben.

Sofort hielten die beiden inne, wagten nicht mehr die kleinste Bewegung. In der Stimmung, in der sich ihr König momentan befand, konnte die kleinste Missachtung eines Befehls tödlich enden. Erst gestern hatte er einem ihrer Brüder die Kehle zerfleischt. Hssarkk, einer von Hrrneys zahlreichen Nachkommen, hatte den Zustand des Königs als Schwäche missdeutet und ihn offen herausgefordert.

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