Logo weiterlesen.de
Knisterndes Begehren

Für Kay Johnson, hochgeschätzte Freundin, wundervolle Mutter und großzügiger Mensch, jemand, der für jede Menge Spaß sorgt – und dazu noch eine Leserin! Danke, Kay!

1

Drückend heiße Luft, feucht und stickig, wirbelte durch sein Haar und wehte über seine nackte Haut, als er das Auto auf fünfundsiebzig Meilen pro Stunde beschleunigte. Er hatte das Verdeck des Mustang offen gelassen – ihm war klar, dass er sich dem heißen Wind und dem blassblauen Himmel aussetzen musste, um seiner zunehmend explosiven Stimmung entgegenzuwirken.

Die Sonne war ein glühend heißer, weißer Ball, der sich auf den Motorhauben und Frontscheiben vorbeifahrender Autos spiegelte und den Asphalt vor Hitze flimmern und verschwimmen ließ. Nicht eine Wolke war in Sicht entlang der Interstate 75, die sich endlos vor ihm erstreckte und nur noch mehr brütende Hitze verhieß. Aber die Hitze des Tages war nichts im Vergleich zu dem Feuer, das unter seiner Haut brannte und nach Befreiung verlangte. Wut. Dringlichkeit. Lust.

Bram Giles biss die Zähne zusammen und hielt das Lenkrad so fest umklammert, dass seine Fingerknöchel weiß wurden. Er dachte daran, wie die Nacht enden würde – wie er sie zu Ende bringen würde –, und seine aufgewühlten Gedanken ließen sein Verlangen nur noch stärker werden. Komme, was da wolle, er würde nicht zulassen, dass sie ihm heute Nacht davonlief. Er war viel zu lange viel zu geduldig gewesen, und jetzt hatte sie diese behämmerte Idee, eine Sommerliebelei anzufangen. Mit einem anderen.

Mit quietschenden Reifen nahm Bram die Abfahrt vom Highway und bog links zum See ab – und zu der Frau, die ihn nun schon seit Jahren in den Wahnsinn trieb, länger, als das je ein Mann ertragen sollte. Bis er überhaupt begriffen hatte, was sie vorhatte, bis dieser sinnliche Blick in ihren Augen und die Haltung ihres geschmeidigen Körpers in sein Bewusstsein gedrungen waren, hatte sie schon zwei Stunden Vorsprung. Und danach hatte Bram noch eine weitere Stunde voller Frustration gebraucht, um ein paar Klamotten zusammenzupacken, Termine und andere Pläne umzudirigieren und sich auf den Weg zu machen.

Diese eine Stunde war ihm wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen.

Flirtete sie vielleicht jetzt schon mit irgendwem und versuchte, sich den erstbesten Bootsfahrer aufzureißen, der ihr über den Weg lief? Hatte sie jemanden in der Stadt getroffen oder auf dem Weg zum See? Vielleicht hatte sie sogar jemanden mitgenommen, um ihren Erfolg nicht dem Zufall zu überlassen.

Wer auch immer es war, er würde ihn schleunigst aus dem Weg räumen.

Bram drückte den Fuß kräftiger aufs Gaspedal und jagte den Wagen vorwärts, bis er zu der schmaleren Schotterstraße kam, die zu ihrem Sommerhaus führte. Sie war seit vier Jahren nicht mehr dort gewesen, seit sie ihren Ehemann David dort mit einer anderen Frau erwischt hatte. Bei dem Gedanken drehte sich Bram vor Pein der Magen um.

David war ein Idiot gewesen – inzwischen war er ein toter Idiot.

Bram vermisste ihn immer noch. Sie waren beste Freunde gewesen, fast wie Brüder.

Aber noch mehr als das, mehr als alles andere auf der Welt, wollte er Davids Witwe. Bram hatte sie schon immer gewollt. Er hatte gelernt, mit der nagenden Sehnsucht zu leben und sein Verlangen tief auf dem Grund seiner Seele wegzusperren, sodass nie jemand davon erfahren würde. Aber jetzt war sie frei und ganz offensichtlich über ihre Trauer hinweg. Jetzt war sie so weit.

Heute Nacht würde er sie sich holen.

Die Kurven der alten Landstraße zwangen Bram, den Mustang abzubremsen, aber seine Gedanken wurden dadurch nicht langsamer. Schweiß lief ihm über die Brust und ließ sein Haar am Nacken kleben. War sie vielleicht genau jetzt dabei, sich nach einem Kerl umzusehen? Hatte sie ihre Wahl bereits getroffen? Oder machte sie sogar schon eindeutige Angebote?

Bram wischte sich den Schweiß von der Stirn und fluchte. Sobald er im Sommerhaus war, würde er in das frische, kalte Wasser des Sees springen, um sich abzukühlen – nachdem er Lucy klargemacht hatte, wie es von jetzt an zwischen ihnen weitergehen würde.

Es würde ihr nicht gefallen.

Er hatte nicht vor, ihr eine Wahl zu lassen.

Als Bram den Mustang in die Auffahrt steuerte, die sich zum Haus hinaufschlängelte, hatte er sich beinahe wieder unter Kontrolle. Die Straße war der höchste Punkt auf ihrem Grundstück, das sich abwärts bis zum See hin erstreckte, und das Haus stand in der Mitte dazwischen. Terrassentüren und eine lange, breite Veranda gingen zum See hinaus, während der hintere Teil des Hauses an den Hang gebaut und von großen alten Bäumen umgeben war. Diesem höheren Blickwinkel von der Straße aus war es zu verdanken, dass Bram sie sofort sah.

Seine Gereiztheit legte augenblicklich ein paar Gänge zu, während das Verlangen ihn zugleich fast fertigmachte.

Immer wenn er in Lucys Nähe kam, stieg das Begehren in ihm auf. Bram fluchte leise, während er sie von Kopf bis Fuß musterte. Lucy war neununddreißig Jahre und sexy wie die Sünde, mit üppigen Kurven und reifen Rundungen. Und noch nie zuvor hatte er gesehen, dass sie ihre Vorzüge so zur Schau stellte.

Heute zeigte sie definitiv alles, was sie zu bieten hatte. Einem anderen Kerl.

Er holte tief Luft und konzentrierte sich darauf, sich nicht wie ein Rohling zu benehmen und nicht den Hügel hinunterzustürmen und Lucy und den Kerl, der sie da anglotzte, zu Tode zu erschrecken, indem er seinem Temperament freien Lauf ließ. Aber leicht war das nicht gerade, nicht bei ihrem Anblick.

Während sie zu Hause für gewöhnlich längere, seriösere Bermudahosen trug, schmiegten sich ein nun sexy abgeschnittene Jeans um ihren wohlgerundeten Hintern und ließen den zufälligen Betrachter lange, leicht gebräunte Beine sehen. Ihr seidiges dunkles Haar fiel offen über die Schultern, von einer sanften warmen Brise umweht, und ihre nackten Füße gruben sich ins dichte Sommergras.

Noch schlimmer – oder besser, je nach Standpunkt – war, dass sie ein cremefarbenes Neckholder-Top trug, das ihren Rücken frei ließ und den jungen Gärtner, mit dem sie gerade redete, ganz aus der Fassung brachte. So nervös, wie er war, während er ihr ständig auf die Oberweite starrte, hatte der Typ eindeutig Interesse an ihr, und Bram hatte den grässlichen Verdacht, dass sich durch den weichen Stoff ihre Nippel abzeichneten.

Bram sah rot, und um die beiden ganz bewusst auf seine Anwesenheit aufmerksam zu machen, knallte er die Autotür kräftig zu. Daraufhin drehten sich Lucy und der junge Mann um und schauten den Hügel hoch; bis zu diesem Augenblick hatten sie Brams Ankunft nicht bemerkt. Lucy hielt eine schlanke Hand über die Augen, aber der Gartenarbeiter wich zwei Schritte zurück – offensichtlich sah er die Wut in Brams Gesicht trotz der Sonnenbrille, die er immer noch aufhatte.

Gut.

Wenn der Knabe auch nur ein bisschen Verstand gehabt hätte, dann hätte er jetzt schon den Rasenmäher stehen lassen und wäre zu seinem Transporter gegangen.

Mit besorgt gerunzelter Stirn kam Lucy ihm entgegen. Bram sah, dass ihre Nippel tatsächlich gegen den Stoff drückten und ziemlich gut sichtbar waren. Jeder Muskel seines Körpers reagierte darauf.

»Bram? Was ist los?« Dann, mit einem Anflug von Panik: »Ist etwas mit den Kindern? Geht es ihnen gut?«

Ihre Angst traf ihn hart. Oh verdammt, er hatte nicht vorgehabt, ihr Angst zu machen; denn zuerst und vor allem war sie eine Mutter, was sie umso reizvoller machte. Bram ging auf sie zu, ignorierte den nervösen Gartenarbeiter und brummte: »Den Kindern geht’s gut, Lucy. Sie sind bei Marcy.«

Ihr Blick glitt über ihn, von seinen Sportschuhen über seine nackten Beine in zerknautschten Shorts bis zu seinem schweißfeuchten T-Shirt mit den abgeschnittenen Ärmeln. »Aber ich dachte, du wärst mit ihnen zum Camping gefahren.«

Das hatte Bram ursprünglich auch vorgehabt. David und Lucy hatten zwei Kinder im Teenageralter, und als Davids bester Freund war er eine Art Onkel ehrenhalber für sie, eine Aufgabe, die er bisher gut ausgefüllt hatte. Die Kinder liebten ihn, und er liebte sie – als wären sie seine eigenen. Als er ihnen erklärt hatte, dass ihm etwas wirklich Wichtiges dazwischengekommen sei, hatten sie bereitwillig akzeptiert, die nächste Woche bei Marcy zu verbringen. Mit ihren vierzehn und sechzehn Jahren brauchten sie eigentlich keinen Babysitter mehr, aber Lucy bestand darauf, dass im Notfall ein Erwachsener in der Nähe war.

Bram nahm seine Verantwortung gegenüber den Kindern ernst, und bevor er ging, hatte er sichergestellt, dass sie versorgt waren.

Er hatte weder Karyn noch Kent gesagt, warum er den Campingausflug absagen musste, aber an Marcys Gesichtsausdruck hatte er ablesen können, dass sie Bescheid wusste. Sie war Lucys beste Freundin und die Einzige, die während der Scheidung und der hässlichen Szenen, die David provoziert hatte, nicht über sie getratscht hatte. Oh ja, Marcy wusste, dass Bram verrückt nach Lucy war. Die Frau war nicht blind.

Nicht, dass es Bram etwas ausgemacht hätte. Bald würde jeder in Lucys und seiner Nachbarschaft wissen, dass er Ansprüche auf sie anmeldete, und all das Gerede, das dann vielleicht kommen mochte, war ihm egal.

Als Bram zu ihnen herunterkam, warf Lucy einen nervösen Blick auf den Gartenarbeiter. Brams Auftauchen verwirrte sie, und dass er damit ihr verbotenes Rendezvous unterbrochen hatte, entmutigte sie vielleicht auch. Das kleine Schätzchen war auf ein Abenteuer aus gewesen, und offenbar hatte sie sich schon ein Objekt der Begierde ausgesucht.

Bram hätte sich den jungen Kerl am liebsten vorgeknöpft, obwohl er ihm sein Interesse nicht wirklich zum Vorwurf machen konnte. Der Typ sah aus wie Mitte zwanzig, und Bram wusste, dass jeder in der Altersklasse wahrscheinlich ähnlich interessiert reagieren würde. Er konnte nicht einfach jeden Typen, der sie ansah, ungespitzt in den Boden rammen – schon gar nicht, wenn sie damit anfing, quasi Einladungen auszuteilen. Was er tun musste, war, Lucys erotische Neugier auf ein anderes Ziel zu lenken. Auf ihn selbst.

Bram marschierte auf Lucy zu, ohne langsamer zu werden, bis er nur noch ein paar Zentimeter entfernt vor ihr stand. Ihre langen dunklen Wimpern warfen zarte Schatten auf ihre glatten sonnengebräunten Wangen, und ihre vollen Lippen waren leicht geöffnet. Ihre Augen, von einem so klaren und strahlenden Blau, dass sie den Himmel vor Neid erblassen ließen, musterten ihn argwöhnisch.

Bram konnte den leicht salzigen Duft ihrer warmen Haut und ihres Haars wahrnehmen. Ein hauchdünner Schweißfilm glänzte auf ihrem Ausschnitt und dem Ansatz ihrer Brüste, den sie so großzügig zur Schau stellte. Auch ihre honigfarbenen Schultern schimmerten, ebenso wie ihre geschmeidigen Oberschenkel.

Bram merkte, wie auch sein Körper sich erhitzte und er zu schwitzen anfing, und das hatte eine Menge mehr mit der Nähe dieser Frau zu tun als mit der unbarmherzigen Sonne.

»Bram?« Ihre Stimme war ein atemloses Flüstern, unsicher und eine Spur ängstlich. Und, wenn er nicht ganz danebenlag, klang sie ganz leicht danach, als würde sie ihn urplötzlich als Mann wahrnehmen. »Warum bist du hier? Was ist los?«

Bram verzog die Lippen zu etwas, von dem er hoffte, dass es mehr ein Grinsen als eine Drohung war, und knurrte: »Weil ich dich vermisst habe, natürlich.« Und dann überrumpelte er sie vollkommen, indem er sie an den Oberarmen packte, auf die Zehenspitzen hob – und sie küsste, so wie er sie schon seit einer sehr langen Zeit hatte küssen wollen.

Ihre leicht geöffneten Lippen machten es ihm leicht, seine Zunge tief in ihren Mund gleiten zu lassen, um ihn zu erforschen und langsam über ihre Zunge zu streichen. Sein Verlangen nach ihr kochte hoch, wild und hungrig – dabei war es nur ein Kuss.

Bram konnte nur ahnen, wie intensiv das Gefühl erst sein würde, wenn sein Schwanz sich in ihren weichen Körper schob, wenn ihre Beine sich um seine Hüften schlangen und seine Hände ihre Brüste, ihren knackigen Hintern umfassten. Beinahe stöhnte er bei dem Gedanken, bei der Vorstellung, wie heiß und feucht sie war und wie eng sie sich anfühlen musste nach vier langen Jahren der Enthaltsamkeit … Seine Hoden zogen sich zusammen, und dann stöhnte er tatsächlich, tief und rau.

Lucy war offensichtlich fassungslos angesichts seiner Hemmungslosigkeit, aber der Gärtner verstand die Botschaft – genau wie Bram es beabsichtigt hatte.

Lucy hielt den Atem an, fasziniert und verlegen zugleich. Sie fühlte sich gefangen in einem Wirbelsturm, nackt und entblößt, und sie verstand nicht, was vor sich ging.

Bram war ein Freund, praktisch ein Mitglied der Familie. Er hatte sie noch nie zuvor sexuell berührt, aber, wow – jetzt tat er es!

Brams Kuss zu ignorieren war ein Ding der Unmöglichkeit. Es war nicht das erste Mal, dass er sie küsste, aber zuvor waren es immer nur flüchtige, brüderliche Küsse unter lachenden Freunden gewesen. Nie so wie jetzt. Nie so … sinnlich.

Das hier war ein Kuss, der sie besitzen wollte, ein Kuss von unglaublicher Leidenschaft. So etwas hatte sie noch nie erlebt, nicht einmal in den fünfzehn Jahren ihrer Ehe, und ihr Herz machte ein, zwei wilde Sprünge, bevor es anfing, wie wahnsinnig zu hämmern, vor Panik, Aufregung, und, erstaunlicherweise, einem Echo von Brams Leidenschaft.

Lucy legte eine Hand flach auf Brams Brustkorb; eigentlich wollte sie ihn wegstoßen, doch stattdessen hielt sie sich fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Der feuchte Baumwollstoff seines Shirts verbarg seine heißen, maskulinen Muskeln nicht. Er fühlte sich glühend heiß und wundervoll fest unter ihrer Hand an. Sie erkannte, dass er zum Zerreißen angespannt war, seine Muskeln waren eisenhart, und sein Herz hämmerte so schnell wie ihres.

Der junge Gärtner, den sie gerade deshalb angeheuert hatte, weil er mit ihr geflirtet hatte, räusperte sich hörbar. Bram ignorierte ihn, womit ihr keine andere Wahl blieb, als dasselbe zu tun.

Lucy war sich der Hitze von Brams Mund, seines köstlichen Geschmacks und der überwältigenden Kraft seines muskulösen Körpers nur zu sehr bewusst, trotzdem versuchte sie zu protestieren. Doch alles, was sie herausbrachte, war ein leiser Laut, kaum hörbar, ein bloßes Wimmern, das sich auf alle möglichen Arten interpretieren ließ.

Unvermittelt ließ Bram sie los. Ihre Lippen fühlten sich geschwollen und feucht an, ihr Körper angespannt und gleichzeitig kraftlos. Sie wäre den Hügel hinabgekullert und in den See gefallen, wenn Bram nicht nach ihr gegriffen, ihr einen nackten, muskelbepackten Arm um die Schultern gelegt und sie damit regelrecht an seiner Seite verankert hätte. So an seinen Körper gedrängt, fühlte Lucy sich klein und wehrlos, und komischerweise ließ dieses Gefühl noch andere, erregende Gefühle in ihr aufsteigen, mit denen sie sich schon viel zu lange nicht mehr abgegeben hatte. Weiblich an männlich, weich an hart.

Der Gedanke, mit einem Fremden zu flirten, war ein angenehmer Nervenkitzel gewesen. Brams Kuss war darüber weit hinausgegangen. Sie fühlte sich, als stünde sie in Flammen.

Ihr Verstand mochte sich in Brei verwandelt haben, aber ihr Körper war in Alarmbereitschaft.

Lucy schüttelte den Kopf und versuchte, ihre Fassung wiederzugewinnen, um sich darüber klar zu werden, was Bram eigentlich machte. Wieso hatte er sie geküsst? Hatte er vor, den Gärtner irgendwie auf Abstand zu halten, indem er eine gar nicht vorhandene Beziehung vortäuschte? Wollte er ihre Tugend verteidigen?

Ha! Bram konnte nicht wissen, dass sie ja sogar eine unüberlegte Affäre wollte. Sie wollte wieder spüren,

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Lust de LYX - Knisterndes Begehren" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen