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Lucky

Glück

Kapitel 1

 

Lucky trug seinen Namen zurecht - heute ganz besonders - denn nach drei Wochen Dauerkrieg mit seinem Vermieter hatte er endlich wieder warmes Wasser in seiner Wohnung. Das ließ er sich jetzt genüsslich in der Dusche über den schmalen Körper laufen. Im Radio dudelte gerade sein Lieblingssong ‚Happy’ von Pharrell Williams und ja, er war happy. Aus diesem Grund sang er lauthals mit und bewegte seinen kleinen Knackarsch im Rhythmus dazu.

Erleichtert griff er zum Duschgel und wusch sich die letzten drei Wochen von der Haut. Mehr als eine Katzenwäsche mit kaltem Wasser war ja nicht drin gewesen. Einmal die Woche hatte er das Bad seines besten Freundes Jeremy benutzt, doch da fühlte er sich unwohl, weil er einfach seine eigenen vier Wände brauchte.

Zufrieden und erfrischt stieg er aus der Dusche und trocknete sich ab. Eilig schlüpfte er in den kuscheligen, weißen Bademantel und in seine Häschenpantoffeln, die er heiß und innig liebte.

Sie hielten seine Füße schön warm und zauberten jedes Mal ein Lächeln auf seine Lippen, wenn er sie betrachtete.

Sich genüsslich streckend trat er vor den Spiegel und war soweit wieder zufrieden mit seinem Aussehen. Jetzt musste nur noch der Bart ab.

Nicht, dass er wirklich einen hatte, aber hier und dort sprießten einige Stoppeln, die sein Babyface verunzierten. Lucky strich seine nassen, blonden Haare nach hinten und schäumte sein Gesicht ein, wobei seine blauen Augen funkelten.

Ja, er war ein typischer Twink, nur benahm er sich nicht ganz so. Er liebte zwar Pink, jedoch nur dezent, und vor allem ließ er sich nicht jeden Abend von einem anderen Top den Arsch aufreißen. Nein, er wollte lieber etwas Festes und One-Night-Stands waren ihm zuwider. Bis jetzt hatte er zwar nur einen, aber der reichte ihm und er legte keinen Wert auf weitere Begegnungen dieser Art.

Geschafft! Sein Gesicht war wieder so weich, wie ein Babypopo, und die restlichen Spuren des Schaums spülte er mit warmem Wasser ab, um sich danach einzucremen.

Lucky musste gestehen, dass er überwiegend auf Tops stand. Gutaussehende Männer, die stattlich gebaut waren, nur ihre permanente Dominanz, die kotzte ihn an.

Na ja, er wollte schon mal fester angepackt werden, aber nicht die ganze Zeit und vor allem mochte er nicht, wie ein Stück Fleisch oder eine Puppe behandelt werden. Er lehnte sich auch gerne an und benötigte eigentlich einen Schmusebären. Außerdem verspürte er gelegentlich den Wunsch, auch einmal oben zu liegen.

Doch den meisten Tops war das zuwider oder besser gesagt, sie fühlten sich dann nicht mehr männlich genug, wenn sie von einem Twink genommen wurden.

Bis jetzt hatte Lucky, was das angeht, kein Glück gehabt. Jedenfalls bei keinem dieser typischen Tops. Zwei Twinks hatten sich von ihm flachlegen lassen, aber dabei fehlte ihm einfach etwas.

Ein Seufzer verließ seine Lippen. Wie gern hätte er jemanden an seiner Seite, doch in dieser Hinsicht verließ ihn sprichwörtlich die Bedeutung seines Namen.

Seine letzten Beziehungen endeten immer auf unschöne Weise. Robin und Marek, seine letzten Exfreunde, waren Tops gewesen. Robin, sogar noch mehr als Marek, und obwohl ihn sein Macho-Radar vor beiden gewarnt hatte, war er dem Charme der Kerle erlegen. Es passierte, was passieren musste. Als Lucky seinen Anspruch, auch einmal oben zu liegen, geltend machen wollte, wurde er ausgelacht und zog deshalb einen Schlussstrich unter beide Beziehungen.

Benjamin hingegen war durch und durch ein Twink gewesen, weshalb es eine Zeit lang gut zwischen ihnen beiden funktionierte, aber Benjamins Diva-Getue ging Lucky irgendwann an die Nieren. Immer der Starke zu sein, sich nie anlehnen zu können oder irgendwo Trost zu finden, war auf Dauer nichts für ihn. Darum war es für Lucky auch wenig schmerzlich, als er seinen Freund mit einem anderen im Darkroom erwischte. Ohne großes Aufsehen beschloss man, getrennte Wege zu gehen. Natürlich tat es weh, denn ohne Gefühle lief bei ihm nichts, aber die große Liebe - mit Schmetterlingen im Bauch und klopfendem Herzen - war nicht dabei gewesen. Es half nichts, in schlechten Erinnerungen zu schwelgen, er wollte nach vorne blicken und dafür musste seine alte Schönheit wieder hergestellt werden. Aufmerksam betrachtete er sich im Spiegel.

Oh, was war das? Eilig nahm Lucky eine Pinzette und zupfte sich zwei Haare aus den Augenbrauen, die sich dort verirrt hatten.

Gerade holte er seinen Föhn heraus, als die Türklingel ihn davon abhielt, diesen einzuschalten. Augenblicklich legte er ihn nieder und eilte zur Tür. Er griff nach dem Hörer der Gegensprechanlage und fragte: „Ja, wer ist da?“

Eine Männerstimme antwortete: „Paket für Lucky Vogel.“

Luckys Herz machte einen Satz, er drückte den Summer und öffnete die Tür. Das Glück verließ ihn heute also wirklich nicht.

Freudestrahlend huschte er über das Treppenpodest und schaute aufgeregt nach unten. Endlich kam der Postbote um die Ecke. In seinen Händen ein Paket von Zalando, was deutlich an der Aufschrift zu erkennen war. Am liebsten hätte Lucky genauso wie in der Werbung geschrien, schaffte es aber, sich zu beherrschen.

Der Bote fragte mit einem Lächeln: „Lucky Vogel?“

Zappelnd nickte er mit dem Kopf und bestätigte die Frage mit einem: „Ja.“

Der Mann überreichte ihm das Paket und ließ ihn dafür unterschreiben, dann verabschiedete sich der Bote und Lucky öffnete mit zitternden Fingern den Karton.

„Endlich“, schoss es ihm durch den Kopf. Das war schon das dritte Paar Sneakers, das geliefert wurde, denn damit hatte er in den letzten Wochen mehr als Pech gehabt.

Die ersten waren kaputt, die zweiten falsch gewesen, aber jetzt schienen es die richtigen Schuhe zu sein und es lag sogar noch ein zehn Euro-Gutschein dabei, wegen der Unannehmlichkeiten. Lucky strahlte, bis ihn ein lauter Knall zusammenfahren ließ.

Nein, das konnte jetzt nicht wahr sein.

Langsam blickte er sich um und sah, dass seine Glückssträhne ein abruptes Ende gefunden hatte.

Glück im Unglück

Kapitel 2

 

Nein, das konnte doch jetzt wirklich nicht wahr sein. Hastig eilte Lucky zu seiner geschlossenen Wohnungstür und rüttelte am Türknauf, obwohl er schon vorher wusste, dass das keinen Sinn haben würde und seine Vermutung bestätigte sich leider auch: Er hatte sich ausgesperrt!

Sauer auf sich selbst, überlegte er, was er jetzt tun sollte. Gut, sein bester Freund Jeremy hatte einen Schlüssel, aber der befand sich zurzeit in der Türkei und machte dort Urlaub. Er selbst hatte einen Schlüssel für dessen Wohnung, doch der befand sich hinter der verschlossenen Tür im Schlüsselkasten.

Verdammt, das war jetzt aber eine verzwickte Situation. Was machte er denn nun? Die einzige Lösung wäre, einen Schlüsseldienst zu rufen, aber wie, ohne Handy? Das verfluchte Mobiltelefon lag nämlich ebenfalls in der Wohnung, aus der er sich ausgesperrt hatte. Guter Rat war also teuer und wo bekam er jetzt ein Telefon her? Langsam drehte er sich um und sein Blick fiel auf die Tür seines Nachbarn.

 

Diesen Bewohner kannte er nicht wirklich. Das Wenige, was er wusste, war, dass sein Nachbar ziemlich groß und kräftig, definitiv männlich und scheinbar alleine in der Wohnung lebte. Jeden Tag ging er frühmorgens aus dem Haus und wenn sie sich zufälligerweise begegneten, hatte er meistens ein Basecap oder eine Kapuze auf, die er tief ins Gesicht gezogen hatte.

„Na gut, Lucky, reiß dich zusammen. So schwer kann das nicht sein“, redete er sich selber Mut zu. Kräftig atmete er ein und aus und lief auf die Tür zu.

Alexander Miller stand auf dem Namensschild über der Klingel. Mit zittrigem Finger betätigte er sie und wartete einige Minuten vergeblich.

„Komm, sei bitte zuhause. Ich habe dich doch vorhin im Treppenhaus gehört.“

Noch einmal klingelte er und zwar etwas länger, da hörte er plötzlich wie eine gereizte Männerstimme von drinnen rief: „Ja, ich komme ja schon.“

Die Tür wurde aufgerissen und Lucky zuckte erschrocken zusammen.

Sein Blick fiel auf zwei hellgrüne Augen, die ihn wütend anfunkelten.

Lucky schluckte, als er den Mann das erste Mal so nah vor sich sah, und ließ seinen Blick über dessen männliches Kinn, die vollen Lippen, die große, markante Nase sowie den gepflegten, kurzen Bart, der über die hohen Wangen bis zu den Koteletten verlief, wandern.

Weil der Mann nichts sagte, streiften seine Augen weiter zu dessen kräftigem Hals, an der wohlgeformten Brust entlang und blieben an den hellen Nippeln, um die sich ein paar dunkle Haare rankten, hängen. Da ihn immer noch niemand stoppte, glitt sein Blick tiefer, was seinen Atem beschleunigte. Zum Glück trug er einen weiten Bademantel, der seine Erektion erfolgreich verbarg, und das war auch nötig, denn diese wurde schnell härter, als Luckys Augen an dem Wahnsinns-Sixpack angelangten. Der Bauchnabel war ebenfalls verführerisch und diese schmale Linie von Haaren, die abwärts in dem Handtuch verschwanden, das sein Nachbar um seine schmalen Hüften trug. Ein sehr schmales Handtuch übrigens, aus dem zwei gut gebaute und braun gebrannte Beine herausschauten.

„Hat es einen Grund, warum du mich beim Duschen störst oder wolltest du mich einfach nur begaffen?“

Lucky zuckte zusammen und schaute zurück in die Augen von Alexander, der die Augenbrauen hochgezogen hatte, was ihn noch geiler aussehen und Lucky trocken ...

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