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Lotta Barfuß und das meschuggene Haus

1.

Drei Blödmänner und eine Schnecke

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Im Sauseschritt eilte ich zur Tür hinaus. Noch ein klitzekleines bisschen schneller, dann hebe ich ab, dachte ich und lachte. Mein Herz machte schon mal einen großen Jubelhüpfer. Beim Gartentor angekommen, riss ich die Klinke herunter und stemmte mich gegen den Zaun. Sesam, öffne dich! Ein dumpfes Quietschen erklang, das Tor bewegte sich. Ich zählte bis drei und machte einen großen Satz über die Pfütze. Olé!

Dann rannte ich quer über die Wiese bis zum Wäldchen und machte Zickzackslalom um die Bäume. Durchs Wäldchen ging es nur ungefähr fünfzig Meter, aber das war trotzdem das beste Stück meines Schulwegs. Wälder machen mich immer ganz fröhlich. Ich rannte, und mein neuer Rock wehte und rauschte und flatterte! Hellblau mit gelben Punkten war das hübsche Teil. Dazu glockig gefältelt, wie es nur ein echter Glockenrock sein kann. Darüber trug ich den weißen Pulli mit den Sternen. Und an den Füßen die neuen Ringelsocken von Oma, ist ja klar.

Ich hüpfte in großen, sehr großen, viel zu großen Schritten weiter. Passte natürlich überhaupt nicht zu der extra De-luxe-Aufmachung, aber es ging einfach nicht anders.

Ich konnte die Blicke der anderen Schüler kaum erwarten. Diesmal würde keiner auf dem Schulhof fiese Sprüche machen. Mein selbst genähter Glockenrock war einfach zu edel. Ich würde die Queen sein heute, die absolute Primadonna, die Super-Diva, oh ja, ich würde …

Da stellte sich plötzlich etwas sehr Schwabbliges breitbeinig vor mich hin und krächzte: „He, schaut mal, wen wir da haben, Leute! Lotta, unsere ulkige Lumpenhexe.“

„Oh, nein!“, wisperte ich.

Vor mir stand Henrik, der Oberblödmann unserer Klasse. Und direkt hinter ihm seine zwei Hilfsblödmänner Mohi und Sebi. In meinem Jubeltrubel über den neuen Glockenrock hatte ich nicht gemerkt, dass ich längst an der Schule angekommen war. Rechts der Fahrradunterstand, wo immer die Großmäuler von der Oberstufe herumlümmelten. Links die Weitsprunganlage, die von den Katzen der Gegend am liebsten als Klo benutzt wurde. Im Hintergrund das Schulhaus, klobig und grau.

Ich seufzte und dachte: wieder nichts gewesen mit Super-Diva. Stattdessen nur diese popelige Schule mit all den Dödels, hirnlosen Gruppenarbeiten und ähnlichem Quatsch. Als ob man nichts Gescheiteres zu tun hätte! Überhaupt, wofür ist so eine Schule eigentlich gut?

„Was ist denn das für ein Vorhang, den die da unten dranhat?“, rief Henrik seinen zwei Hilfsblödmännern Mohi und Sebi zu. „Dafür bekommt sie den Sonderpreis für außerordentliche Dämlichkeit. Hahaha!“

Wenn hier jemand dämlich aussieht, dann du mit deiner ollen Siebenachtelhose, dachte ich und schloss die Hände zu Fäusten. Henriks Hose hörte knapp oberhalb der Fußknöchel auf, deshalb Siebenachtel, und er sah darin aus wie ein zu groß geratenes Strampelbaby. Er hat nie etwas anderes an. Bestimmt hat seine Mutter eine Zehnerpackung davon gekauft, weil sie ihren Goldjungen darin so schnuckelig findet.

Henrik und seine Hilfsblödmänner konnten gar nicht mehr aufhören mit ihrem Gejohle. Es klang wie eine Mischung aus Pampas-Esel und nepalesischer Hochlandziege. Ich versuchte, sanft zu lächeln, und ging weiter. Einfach tun, als ob nichts wäre, dachte ich.

Doch das war leichter gedacht als getan. Denn nun begann Henrik, wie ein Affe herumzuhampeln und zu rufen: „Lotta, Lotta, huga, huga, haga!“

Mohi und Sebi quietschten vor guter Laune.

Um uns herum hatte sich bereits ein Ring von Gaffern gebildet. Viola und Steffi, die unangefochtenen Oberzicken des Schulhofs, schielten augenrollend auf meinen Glockenrock und zogen ihre extra auf cool zerrissenen Jeans hoch. Im Hintergrund stand der Laurilepp und biss sich nervös auf die Lippen. Ruhig bleiben, dachte ich, ganz ruhig bleiben. Die haben alle keine Ahnung. Ich gehe einfach weiter. Als ob nichts wäre.

Doch dann stellte sich Henrik erneut vor mich hin und sagte: „Dieser Fetzen, echt zum Schreien! Wohl zu viel Grimms Märchen gelesen, Aschenputtel und so. Kein Wunder, bei dem Vater!“

Ich funkelte ihn böse an.

Henrik drehte sich um und rief: „He, Leute, wisst ihr eigentlich, was Lottas Alter den ganzen Tag so macht?“

Die Gaffer gafften erwartungsvoll.

Pass auf, was du jetzt sagst!, dachte ich. Kannst über meine Kleider erzählen, was du willst, mir piepegal, aber ein falsches Wort über Papa, und ich sag dir auch ein paar Worte, und was für welche!

Henrik kicherte vor lauter Vorfreude wie ein Zirkusclown. Dann rief er: „Lottas Vater verkauft kleinen Hosenscheißern Hosenscheißer-Modelleisenbahnen, er ist nämlich ein Hosenscheißer-Modelleisenbahn-Verkäufer!“

Die Gaffer brüllten los.

Ich spürte, wie in meinem Hals ein dicker Klumpen Wut zu wachsen begann. „Sag das noch mal, Henrik!“, zischte ich.

„Hosenscheißer-Modelleisenbahn-Hosenscheißer-Verkäufer! Haha!“

Ich trat mit einem großen Schritt an Henrik heran und holte Luft, um ihn gehörig anzuraunzen. Doch ich kam nicht dazu. Denn Henrik hatte nicht mit meiner Gegenwehr gerechnet und machte vor lauter Schreck einen Schritt zurück. Dabei trat er auf eine braune Schnecke, die friedlich über den schlammigen Boden schneckelte, es machte Pffschrrrmpfff, Henrik machte einen halben Rückwärtssalto und landete mit seinem frisch gebügelten Siebenachtelhosenboden im Schlamm.

Ich senkte verdutzt die Hand. Ich hab nichts getan!, dachte ich. Ich hab diesen Meckerfritzen nicht einmal mit der Fingerspitze berührt, alle haben’s gesehen! Doch als ich die Blicke der anderen Schüler bemerkte, wusste ich, dass sie die Sache anders sahen.

Der Ring der Gaffer zog sich bereits enger um mich. Henrik erhob sich und spuckte sich in die dreckigen Hände. Dann stapfte er mit grimmiger Fratze auf mich zu. Er war nur ungefähr einen Zentimeter größer als ich. Trotzdem war mir ziemlich mulmig, als er sich vor mir aufbaute. Ich schaute mich verzweifelt um. Half mir denn keiner?

Doch! Die Pausenglocke! Genau in dem Augenblick, als Henrik wie ein spanischer Kampfstier im Kies zu scharren begann, läutete sie.

Blitzschnell rannte ich los. Zu schnell für Henrik, der mir mit offenem Mund hinterherschaute. Ich rannte die Treppe hoch, wuchtete die Tür auf und sauste weiter durch den Korridor. Schnell, schnell, schnell!, dachte ich. Im Klassenzimmer kann mir nichts passieren!

Dann ging hinter mir das Geschrei los. Aha, Henrik hatte also doch noch beschlossen, mich zu verfolgen. Dicht auf seinen Fersen folgten wahrscheinlich die Gaffer. Ich raffte meinen Rock zusammen und rannte noch schneller.

Als ich im Klassenzimmer ankam, stand da Herr Knobel und spielte Querflöte. Das tut unser Lehrer immer vor der ersten Stunde. Um sich „in eine harmonische Stimmung“ zu bringen, wie er sagt. Es funktioniert, denn Herr Knobel ist immer extrem harmonisch drauf. Wenn alle wären wie er, gäbe es keinen Krieg auf der Welt.

Ich murmelte ein „Guten Morgen!“ und setzte mich auf meinen Platz.

Herr Knobel strahlte mich an, putzte mit dem kleinen Finger die Spucke aus seiner Flöte und packte das Instrument ein. Dann kamen auch schon die anderen.

Die folgenden Schulstunden wären genauso sterbenslangweilig wie alle anderen Schulstunden gewesen – wenn da nicht in der hintersten Reihe ein stinkesaurer Henrik gesessen hätte. Jedes Mal, wenn ich nach hinten schielte, traf mich sein stechender Blick. In den Pausen schaffte ich es gerade noch, mich in die Mädchentoilette zu retten, aber was würde ich tun, wenn die Schule am Mittag aus war?

*

Unerbittlich kroch der kleine Zeiger der Wanduhr auf die Zwölf zu. Ich knabberte mir vor lauter Nervosität die Finger wund. Dass der Laurilepp neben mir ausgerechnet jetzt ein Mäusekonzert dirigieren musste, war auch keine große Hilfe.

Lauri Lepp war wie ich erst vor Kurzem neu in diese Schule gekommen. Er stammt angeblich aus Estland und hatte bis jetzt ungefähr zehn Wörter gesagt. Komischer Kerl. Komisch mal drei, mindestens! Wenn ich an dieser Schule eine Außerirdische bin, dann ist Lauri Lepp außeruniversisch. Mir haben die anderen Schüler alle möglichen fiesen Namen verpasst: Schrotti-Lotti, Lotta-Lumpotta oder einfach nur Lötterlein. Lauri Lepp aber ist so komisch, dass ihnen kein passender Name für ihn einfällt. Sie nennen ihn deshalb einfach nur den „Laurilepp“.

Während der Schulstunden lässt dieser Laurilepp immer seine Finger tanzen. Ich stelle mir vor, dass er vor sich ein Orchester von winzigen Mäusen sieht und sie durch ein Konzert dirigiert. Dideldum-dideldum, ramtam-pumpum. Anfangs habe ich mich ziemlich geschämt, neben ihm zu sitzen, doch mittlerweile ist es mir völlig egal.

Heute aber passierte etwas Erstaunliches. Mit einem Mal verschwanden Lauris Mäuse-Dirigierhände unter dem Tisch. Kurz darauf schlitterte ein zusammengefaltetes Stück Papier zu mir herüber. Ich starrte auf den Zettel. Dann schaute ich langsam hoch. Herr Knobel war gerade dabei, mit quietschender Kreide eine Rechnung an die Tafel zu schreiben. Es ging irgendwie um Äpfel und Birnen und zwei große Körbe, in die man die Äpfel und Birnen verteilen musste. Dabei grinste er unglaublich harmonisch vor sich hin. Ich runzelte die Stirn und faltete den Zettel auf.

Eine Minute, bevor die Schulglocke klingelt, rumpel ich extra laut auf den Boden. Alle Schüler glotzen tausendmäßig erschreckt und Herr Knobel dazu, es gibt eine Monster-Aufregung und viel Geschrei, und du machst dich aus dem Staub. Wenn du zu Hause ankommst, bin ich schon längst wieder munter.

Ich musste lächeln. Was für ein Kauz, dieser Laurilepp. Und was für eine geniale Idee! Ich hatte gar nicht gewusst, dass er so gut Deutsch konnte.

Okay, es klang schon ziemlich schräg, was er da hingekrakelt hatte. Aber als Este konnte er wohl nicht anders.

Ich blickte zur Uhr hoch. Noch fünf Minuten. Mit dem Fuß hob ich unauffällig meine Schultasche an und ließ meine Stifte, Hefte und Bücher hineinfallen. Dann drehte ich mich um. Zwei böse Augen funkelten mich aus der hintersten Reihe an. Sofort stellten sich meine Nackenhaare auf.

Und dann war es so weit: Neben mir ertönte ein Rumpeln, und der Laurilepp lag reglos auf dem Boden. Alles, was nun folgte, hielt sich genau an Lauris Drehbuch: von überallher erschreckte Blicke, viel Kreischen und „Uiuiui!“, dann die Glocke. Und schon machte ich mich aus dem Staub. Niemand sah mich.

2.

Nussknacker und Glatzenschädel

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Fünf Minuten später stand ich vor unserem Gartentor. Ich drehte mich um und lauschte. Das Einzige, was ich hören konnte, waren die Spatzen, die in der Hecke wohnen. Wie immer hatten sie ganz viel zu diskutieren. Offenbar war mir niemand gefolgt. Puh!, dachte ich. Laurilepp, ich kenne dich zwar kaum, aber heute bist du mein Held!

Dann fiel mein Blick auf den Rock. Ich wusste nicht mehr, was ich fühlen sollte. Vor vier Stunden war ich jauchzend hier vorbeigetänzelt, als Primadonna, als Super-Diva. Jetzt war nichts mehr übrig von dem Traum. Aber wenigstens war ich diesem Oberblödmann Henrik entkommen. Ich seufzte und stieß das Tor auf. Kurz darauf trat ich ins Haus und ließ die Tür hinter mir zuknallen.

Schepper – klonk – „Auuutsch!“

Schon wieder! Wann würde ich es endlich lernen? Über der Haustür ist eine Glocke angebracht, die bei jedem Eintreten laut scheppert. Doch wenn man die Tür zuknallen lässt, löst sich die Glocke und fliegt einem genau auf den Kopf. Grummelnd zog ich einen Schemel an die Tür und hängte die Glocke wieder auf.

Im Kühlschrank war noch Gemüseauflauf vom Vorabend. Ich lud mir einen extragroßen Teller voll. Dann setzte ich mich an den Küchentisch und schaufelte los. Ich bin eigentlich immer hungrig, aber an diesem Tag knurrte mir der Magen besonders laut. „Du isst wie ein Scheunendrescher“, sagt meine Oma immer, „das tut ein Mädchen nicht.“ Tja, ich tue es eben doch. Wer Hunger hat, isst nun mal wie ein Scheunendrescher! Dagegen kann man nichts machen.

Als der Teller drei Minuten später leer war, befühlte ich meine neue Türglockenbeule. Dann dachte ich an die Fiesheiten, die Henrik über meinen Vater erzählt hatte. Was für ein hundsgemeiner Lügenbold! Okay, es stimmt, Papa ist Modelleisenbahn-Verkäufer, und ab und zu kommen auch kleine Hosenscheißerjungs zu ihm in den Laden. Trotzdem hatte Henrik kein Recht, sich über Papa lustig zu machen.

Wenn man es genau nimmt, ist Papa sowieso kein echter Modelleisenbahn-Verkäufer. Sein richtiger Beruf ist nämlich Erfinder. Das weiß bislang zwar noch niemand, aber er ist kurz vor dem Durchbruch. Jedenfalls sagt er das ungefähr dreihundert Mal pro Tag. Und Erfinder vor dem Durchbruch ist immer noch besser als das, was Henriks Vater macht. Der sitzt nämlich irgendwo in einem grauen Hinterbüro und tippt Zahlen in einen grauen Computer.

Und dieser Knallkopf von Henrik war also jetzt hinter mir her. Nur weil er auf einer Schnecke ausgerutscht war. Wofür ich überhaupt nichts konnte. Bestimmt würde er seine Hilfsblödmänner und auch seine Eltern um sich versammeln, und bald stünden alle zusammen vor unserer Tür. Zum Glück gab es in dem Haus genügend Vorräte. Eine Woche konnten Papa und ich locker darin ausharren. Und groß genug ist das Haus sowieso.

Unser Haus! Es war ein pures Wunder gewesen, dass wir hier vor ein paar Wochen Unterschlupf gefunden hatten. Die Vermieter unserer kleinen Wohnung in der Stadtmitte hatten die Miete wieder mal erhöht. Diesmal war es zu viel für Papas Zwergenlohn gewesen. Wir mussten raus. Aber wohin?

Wir rechneten schon damit, mit unseren Siebensachen unter eine Brücke am Fluss zu ziehen. Doch dann erzählte ein Kunde im Modelleisenbahn-Laden Papa von dem Haus auf der anderen Seite der Stadt. Es gehöre einem reichen Schnösel, stehe leer und solle bald abgerissen werden.

Papa nahm noch am selben Tag allen Mut zusammen und schrieb dem Anwalt des Hausbesitzers einen Brief:

Sehr geehrter Herr Habertür,

ich bin gelernter Maschinenmechaniker mit Meisterprüfung, meine Tochter ist gelernte Schülerin und war letztes Jahr Klassenzweitbeste. Wir haben vernommen, dass das schöne Haus am Wiesenweg 18 bald abgerissen werden soll. Wir meinen: Auch ein todgeweihtes Haus braucht Pflege. Deshalb haben wir beschlossen, bis zum Abbruch im Wiesenweg-Haus zu wohnen und es in Schuss zu halten. Im beiliegenden Umschlag finden Sie Geld für Wasser und Strom.

Hochachtungsvoll,

Benjamin Barfuß

Tja, und am nächsten Tag packten wir unsere Siebensachen und zogen im Wiesenweg 18 ein. Ohne die Antwort des Anwalts abzuwarten. Um ehrlich zu sein, war mir ziemlich mulmig dabei.

Tatsächlich kreuzte dieser Habertür wenige Tage später persönlich auf. Es war um die Mittagszeit, Papa war natürlich nicht zu Hause. Ich futterte gerade mal wieder wie ein Scheunendrescher, als ich vom Küchenfenster aus einen Mann mit einem komischen Hut auf das Haus losstürmen sah. Ich dachte: Hui, der sieht aber stinkesauer aus! Und dann läutete der stinkesaure Hutträger auch schon wie ein Verrückter an unserer Tür. Ich verschanzte mich unter dem Küchentisch.

Als der Wutbold fünf Minuten später wieder verschwunden war, entdeckte ich unter der Haustür einen Zettel:

Herr Barfuß,

Sie sind ein frecher Kerl! Ohne zu fragen hier einzuziehen! Da könnte ja jeder kommen!
Sie können sich auf etwas gefasst machen!!
Das garantiere ich Ihnen!!!

Gezeichnet,

Habertür, Anwalt!!!!

Das Ausrufezeichen war offenbar sein Lieblingssatzzeichen. Ich warf den Zettel ins Klo, zog die Spülung und beschloss, bei Gelegenheit einen Plan gegen diesen Habertür auszuhecken.

Dummerweise hatte ich in den folgenden Tagen nie Zeit dafür. Wir mussten uns ja erst mal einrichten. Und das Haus entdecken. Ich liebte es vom ersten Augenblick an! Es steht in einem riesigen Garten voller Tümpel, aus denen es ständig quakt. Überall gibt es Hecken, in denen man sich verstecken kann, und auch riesige Brombeersträucher. In denen sollte man sich allerdings besser nicht verstecken. Es sei denn, man lässt sich gerne pieken. Außerdem hat das Haus eine große Veranda und einen Balkon, ein Türmchen mit Haube und ganz viele Erker. Ein regelrechtes Märchenschloss.

Und dann das Innere! Voller Nischen, Kammern und Zimmer, die man gar nicht alle bewohnen kann. Es sind ja so viele! Der Salon im Erdgeschoss zum Beispiel: Dort gibt es an den Wänden rote Tapeten mit einem lustigen Äffchenmuster, und über dem Kamin hängt ein riesiger Hirschkopf. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Hirschkopf noch lebt. Er schaut mich ständig so geheimnisvoll an. Ein bisschen gruselig ist das schon. Aber ich verbringe sowieso wenig Zeit in dem Salon, denn zum Wohnen ist er viel zu groß und ungemütlich. Ich habe mir mit Klebeband einen Fahrradparcours auf den Parkettboden geklebt und drehe bei schlechtem Wetter hier meine Runden. Unsere Abende verbringen wir meist in Papas Arbeitszimmer oder im Garten.

Das Arbeitszimmer ist ein langer Raum, der um zwei Ecken herumgeht. Ich traue mich fast nicht hinein, wenn ich allein zu Hause bin. Man weiß nie, ob auf der anderen Seite noch jemand ist. Überhaupt: Wenn irgendwo im Haus das Holz knarrt, erschrecke ich jedes Mal fast zu Tode. Und es knarrt sehr oft. Auch andere Geräusche gibt es im Haus. Zum Beispiel im WC,

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