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Die Scheinehe des Grafen

Die Scheinehe des Grafen

Der große Erfolgsroman um eine schicksalhafte Verbindung

Von Erika Sommer

Unter dramatischen Umständen lernt Karl Graf von Dorff die junge Ingrid Holst kennen. Mitten in der Nacht pocht sie an das Schlossportal, auf der Flucht vor den Häschern der Gestapo, weil sie einem Feind zur Flucht verhalf. Flehentlich bittet sie Karl um Schutz und Beistand. Was den Grafen dazu bewegt, dem fremden Geschöpf zu helfen, das weiß er sich selbst nicht zu erklären. Spontan schlägt er Ingrid vor, ihn zu heiraten, denn als seine Frau wird sie vor den Verfolgern sicher sein. Das Mädchen willigt verzweifelt ein, und noch im Morgengrauen wird die Trauung vollzogen. Drei Tage später muss Karl als Offizier zurück an die Kriegsfront, und Ingrid wird von seinem Diener in Sicherheit gebracht.

Das Schicksal will es, dass der Graf in Gefangenschaft gerät und erst nach Jahren heimkehrt. In all der Zeit hat er das fremde Mädchen fast vergessen, dem er damals, an jenem schicksalhaften Tag 1944, seinen Namen gab. Nun will er die Scheinehe auflösen, um Birgit Breitbach heiraten zu können. Doch Ingrid ist spurlos verschwunden …

Der Mond stand hoch über den Bäumen, als Karl Graf von Dorff in die kalte Winternacht hinaustrat. Er warf einen prüfenden Blick zum Himmel. Es roch nach Schnee, und die Kälte fraß sich durch seine Kleider.

Mit bedächtigen Schritten ging der Graf über den weiten Schlosshof. An dem Springbrunnen blieb er stehen. Wie in scheuer Liebkosung streichelten seine Hände das kalte Gestein, das von Moos und Unkraut bewachsen war.

Früher, ehe dieser unselige Krieg begonnen hatte, da versprühte der Springbrunnen silbrige Fontänen, die von rosa Sandsteinbassins aufgefangen wurden. Aber das war lange her – so lange, dass es dem Mann wie eine Ewigkeit erschien. Wo waren die Jahre geblieben? Ja – früher – da war alles so ganz anders gewesen auf dem reizenden Waldschloss.

Früher waren die von Dorffs nur in den Sommermonaten hier gewesen. Die Mutter liebte die Einsamkeit der Umgebung nicht. Karl von Dorff aber liebte das schöne Waldschlösschen. Er war fest entschlossen, für immer hier Wohnung zu nehmen, und sollte er einmal heiraten, dann sollten seine Kinder hier heranwachsen. Aber vorläufig musste er jeden Gedanken daran weit von sich weisen, bis wieder Frieden im Lande herrschte.

Nachdenklich wandte sich der einsame Mann sich ab und schritt auf den Park zu. Es war stockfinster, aber Graf Karl kannte jeden Weg und Steg. Er befand sich in einer wehmütigen Abschiedsstimmung. In drei Tagen war sein Urlaub abgelaufen.

Plötzlich blieb er wie angewurzelt stehen, er hatte ein leises Rascheln vernommen. Seine Augen versuchten, das Gebüsch zu durchdringen, aber er konnte nichts entdecken, so sehr er sich auch anstrengte. Schon war er im Begriff, weiterzugehen und sich selbst seiner Unsicherheit wegen zu verspotten, als dieses seltsame Geräusch wieder aufklang.

Ganz deutlich hörte er ein unterdrücktes Stöhnen, dann raschelte es dicht neben ihm. Die Büsche teilten sich, eine schlanke Gestalt, in einen dunklen Lodenmantel gekleidet, trat heraus und sah sich vorsichtig um.

Karl von Dorff stand wie gelähmt. Er sah nur ein totenbleiches Gesicht, das von einem dunklen Kopftuch halb verdeckt wurde.

Eine Frau – wie kam um diese Zeit eine fremde Frau hierher, durchfuhr es ihn wie ein Schlag. Unwillkürlich machte er einen Schritt vorwärts.

Die Frau fuhr herum – entsetzt aufgerissene Augen starrten ihn wild an –, dann brach ein dumpfes Röcheln aus dem blassen Mund. Abwehrend warf sie die Hände hoch und wich Schritt um Schritt zurück.

„Nein – nein – ich gehe nicht mit – ich gehe nicht mit – lieber sterbe ich“, wimmerte sie.

Verblüfft riss Karl die Augen auf.

Was redete die Fremde da?

„Halt – um Himmels willen – keinen Schritt weiter“, schrie er jäh erschrocken auf, als er erkannte, dass sie sich ganz dicht vor einem Berghang befand und jeder weitere Schritt Tod und Verderben bedeuten würde.

Sie standen sich gegenüber und sahen sich mit starren Augen an. Ein spannungsgeladenes, fürchterliches Schweigen stand zwischen ihnen. Das röchelnde Atmen der Frau, die am Ende ihrer Kräfte zu sein schien, war das einzige Geräusch in dieser Stille, in der Karl von Dorff glaubte, seinen eigenen Herzschlag zu hören.

„Ich weiß nicht, was Sie bewegt, so unvernünftig zu handeln“, brach er das Schweigen. Seine Stimme klang behutsam und trotz einer inneren Erregung sehr ruhig. „Ich weiß nur, dass es Unsinn ist, was Sie vorhaben. So leicht wirft man sein junges Leben nicht weg.“

Ein Zittern überlief ihre schmale Gestalt. Sie taumelte leicht, als drohe sie umzusinken.

Karl machte eine hastige Bewegung, als ob er ihr helfend beispringen wollte, doch ihre gellende Stimme bannte ihn an seinen Platz: „Bleiben Sie stehen, kommen Sie keinen Schritt näher.“

„Warum wollen Sie sich nicht helfen lassen, mein Fräulein – Sie sind doch am Ende Ihrer Kraft“, sagte er eindringlich.

Sie starrte ihn einen Augenblick an, als zweifelte sie an seinen Worten. Dann lachte sie verzweifelt auf.

Voller Hohn brach es über ihre Lippen: „Helfen – Sie – mir helfen? Wer sagt mir denn, dass Sie nicht zu meinem Häschern gehören, die mich seit Tagen wie Spürhunde hetzen und jagen?“ Aufstöhnend ballte sie die Hände, und es klang wie ein Schrei: „Ich kann nicht mehr – mein Gott, ich kann nicht mehr.“

Graf Karl sah, wie sie haltlos taumelte, wie sie versuchte, sich mit letzter Kraft zu halten. Mit einem gewaltigen Satz schnellte er vorwärts. Sie warf sich aufschreiend nach hinten – er sah die weit aufgerissenen Augen – sah das flackernde Flirren, das wie Irrsinn glänzte, und griff auch schon zu.

Er riss sie so hart zurück, dass sie beide ins Wanken gerieten. Nur mühsam konnte der Mann sich auf den Beinen halten.

„Herrgott – nun glauben Sie mir doch endlich, ich gehöre nicht zu den Männern, die Sie verfolgen“, keuchte er. „Ich bin Graf von Dorff, der Besitzer dieses Parkes.“

Jäh hatte ihr Widerstand nachgelassen. Sie sank in sich zusammen, als habe sie jede Kraft verlassen.

„Ich – ich –“, sie schlug die Hände vor das Gesicht. An dem Beben ihrer Schultern erkannte er, dass sie verzweifelt weinte.

„Ich will nicht in Sie dringen – aber vielleicht wäre es doch besser, wenn Sie mir sagen würden, wer diese Häscher sind, von denen Sie sprachen.“

Die Fremde zuckte erschauernd zusammen.

„Ich – ich muss fort – sie werden mich finden“, murmelte sie von Furcht geschüttelt.

Der Graf schüttelte ruhig den Kopf.

„Vorerst werden Sie mein Gast sein. Hier wird Sie so schnell keiner finden, denn der Weg hier herauf ist unzugänglich und schwierig, besonders um diese Zeit. Wie Sie hergefunden haben, ist mir ein Rätsel.“

Sie schien seine letzten Worte nicht gehört zu haben. Angestrengt lauschte sie in die Nacht hinaus, und noch nie sah der Mann in einem jungen Gesicht ein solches Grauen und solche Furcht.

„Sie kommen – sie kommen“, ächzte sie wie von Sinnen und wollte sich von ihm losreißen, um davonzustürzen.

Mit festem Griff hielt er sie zurück.

„Es ist der Wind, der in den Bäumen spielt“, versicherte er ruhig.

„Nein – nein – ich fühle es – sie sind mir dicht auf den Fersen.“ Plötzlich sank sie vor ihm in die Knie und hob die Hände flehend zu ihm auf. „Wer Sie auch sein mögen, üben Sie Barmherzigkeit, haben Sie Mitleid mit meiner Not. Liefern Sie mich nicht meinen Häschern aus. Stellen Sie sich vor, es wäre Ihre eigene Schwester, die hier vor Ihnen auf den Knien läge und um ihre Hilfe flehte.“

Erschüttert, bis ins Innerste aufgewühlt, hob er das am ganzen Leib zitternde Mädchen behutsam vom Boden auf und schüttelte ernst verweisend den Kopf.

„Nur vor Gott sollten Sie knien, nicht vor den Menschen. Kommen Sie, ich bringe Sie sicher unter, und dann werden wir weitersehen.“

Willenlos fügte sie sich ihm. Im Begriff, zu gehen, blieb Karl jäh lauschend stehen. Undeutliches Stimmengemurmel, vom Wind zu ihnen hingetragen, klang jetzt an ihre Ohren.

„Sie haben mich gefunden, nun ist alles vorbei“, hörte er das Mädchen neben sich leise ächzen.

Ruckartig wandte er sich ihr zu. Sein Gesicht hatte sich verhärtet.

„Noch ist nicht alles verloren. Bis diese Fremden, die Sie für Ihre Verfolger halten, hier oben sind, darüber vergeht noch eine ganze Weile. Kommen Sie, ich bringe Sie in ein sicheres Versteck, dort wird Sie keiner finden.“

Er nahm sie einfach bei der Hand und zog sie hinter sich her. Laufend erreichten sie beide das Schloss, das plötzlich wie eine tröstende Verheißung aus der Dunkelheit vor ihnen aufwuchs.

Der Mann machte ihr ein Zeichen, sich ganz still zu verhalten. Leise schlichen sie auf das dunkel liegende Portal zu. Er betrat als Erster die große Halle, und als er sah, dass sie leer und wie ausgestorben war, winkte er ihr, ihm zu folgen.

Lautlos huschte sie neben ihm her, der sie durch die große Halle führte. Rechts bog ein Gang ab, der unheimlich und drohend in seiner undurchsichtigen Finsternis vor ihnen lag. In diesen Gang bog der Mann dann plötzlich ab, das Mädchen hinter sich herziehend.

Schweigend hetzten sie weiter. Sie stellte keine Fragen. Endlich blieb der Mann stehen. Mit kundigen Händen fuhr er über die dicke Steinwand und schien einen unsichtbaren Mechanismus zu betätigen. Denn plötzlich öffnete sich vor den entsetzten Augen des Mädchens die Mauer und gab eine gähnende, dunkle Öffnung frei.

„Folgen Sie mir dicht auf den Fersen“, raunte die dunkle Männerstimme dicht neben ihrem Ohr. „Sie brauchen keine Furcht zu haben, es geschieht Ihnen nichts.“

Er kletterte eine schmale Steintreppe hinunter. Erst jetzt, als er die Mauer hinter sich wieder geschlossen hatte, wagte er es, ein kleines, spärliches Licht anzuzünden, das er von der Wand genommen haben musste.

Das Mädchen schloss einen Moment entsetzt die Augen, als es erkannte, dass es sich in einem unterirdischen Gewölbe befinden musste.

Schweigend nahm der Mann ihren Arm und führte sie weiter.

Endlich blieb er stehen und öffnete eine verborgene Tür. Wie erstarrt blieb das Mädchen einen Augenblick stehen, als sein Blick in einen kleinen Raum fiel. Geisterhaft tanzten die Lichtreflexe über die weißen Wände.

„So, hier werden Sie sicher sein, und niemand wird Sie hier finden“, erklärte der Graf und stellte die Lampe auf einen kleinen Tisch.

Verwundert stellte das Mädchen fest, dass der Raum wohnlich und anheimelnd eingerichtet war. Der Mann sah die Verblüffung auf ihren Zügen und lachte leise vor sich hin.

„Bisher hatte keiner außer mir eine Ahnung von diesem Gewölbe. Ich habe es einmal durch Zufall als Junge entdeckt und es mir nach meinem eigenen Geschmack eingerichtet. Immer, wenn ich einmal verschwinden wollte, ohne dass mich jemand finden sollte, habe ich mich hierher verkrochen. Sie sind die Erste, die hier in mein verschwiegenes Reich eindringen darf.“ Er trat tiefer ins Zimmer und machte ihr ein Zeichen, ihm zu folgen.

„Machen Sie es sich hier vorerst einmal bequem. Freilich, allzu gemütlich ist es hier nicht. Aber ich hoffe, es wird nicht allzu lange dauern, und ich kann Sie befreien. Zuerst muss ich einmal nach oben, um Ihre Verfolger, falls wirklich welche auftauchen sollten, wegzuschicken.“

Das Mädchen stand reglos und sah ihn aus großen flackernden Augen an.

„Warum tun Sie das für mich?“, würgte es mühsam hervor. „Sie wissen doch gar nicht, wer ich bin, und warum ich verfolgt werde.“

„Nein – das weiß ich nicht – aber ich denke, Sie werden es mir später schon sagen. Es kümmert mich im Augenblick herzlich wenig. Für mich sind Sie ein Mensch, der in Not ist.“

„Ich – ich …“, stammelte sie in fassungslosem Schluchzen und schlug die Hände vor das Gesicht.

Er war auf sie zugetreten und hatte seine Hände auf ihre Schultern gelegt.

„Versuchen Sie sich zu fassen. Ich werde nun gehen müssen, sonst könnte man Verdacht schöpfen, denn mein Diener weiß, dass ich in den Park gegangen bin. Ich werde, sobald es geht, zurückkommen, und dann werden wir alles besprechen.“

Er trat von ihr fort und nahm ein paar dicke Wolldecken, die er ihr entgegenhielt.

„Komfort kann ich Ihnen leider nicht bieten. Aber es wird im Augenblick auch so gehen. Das Licht lasse ich Ihnen hier. Hier kann Ihnen nichts geschehen.“

Sie hatte die Hände sinken lassen und sah nun mit einem seltsamen Blick zu ihm auf. Furcht und Vertrauen stritten in ihm.

Dann sagte sie leise: „Ich vertraue Ihnen.“

Er nickte eckig, wandte sich ab und verließ überhastet den kleinen Raum.

Das Mädchen stand eine ganze Weile völlig regungslos und schien angestrengt zu lauschen.

Erst als alles still blieb, überfiel sie ein lähmendes Gefühl grenzenloser Verlassenheit. Mit einem erstickten Laut presste sie die Hände in heißer Furcht gegen das wild hämmernde Herz, und sie hätte schreien mögen, damit ihre Stimme diese entsetzliche, grauenvolle Stille brach. Knirschend presste sie die Zähne aufeinander. Wild warf sie den Kopf zurück.

Hatte sie es bisher geschafft, so musste und würde es auch weiterhin einen Weg geben, durchzukommen. Gott konnte sie doch nicht so entsetzlich für etwas strafen, was sie aus Menschlichkeit getan hatte, was ihr mitfühlendes Herz ihr vorgeschrieben hatte. Das Mädchen kauerte sich in einen der kleinen altmodischen Sessel und versank in ein dumpfes Brüten.

Wie viel Zeit war vergangen, seitdem ihr Retter sie verlassen hatte, sie wusste es nicht. Erst als sie unweit der Tür ein Geräusch zu vernehmen glaubte, schrak sie auf und schnellte aus dem Sessel hoch. Angstvoll hingen ihre Blicke an der Tür, dumpf und schwer hämmerte ihr Herz.

Langsam ging die Tür auf. Wie eine schwere Last fiel es von ihrer Seele, als sie den Mann erkannte, der sie hierher gebracht hatte. Sie taumelte und sank mit einem stöhnenden Laut, aller Kraft beraubt, in sich zusammen.

Graf Karl ahnte, was sie befürchtet hatte, und schüttelte ernst den Kopf.

„Sie müssen mir schon vertrauen, nur so kann ich Ihnen helfen“, meinte er ernst.

In ihren Augen fieberte eine heiße Unruhe.

Eigentlich sah Graf Karl zum ersten Mal bewusst in diese voll zu ihm aufgeschlagenen Augen, die von einem seltsamen grünen Licht angefüllt zu sein schienen. Er glaubte, solche Augen noch nie gesehen zu haben.

„Was ist geschehen?“, fragte sie kaum hörbar, und er merkte deutlich, wie schwer es ihr fiel, diese Frage zu stellen.

Er winkte ruhig ab.

„Nichts von Bedeutung, es waren Waldarbeiter, die nach Hause gingen. Dabei müssen sie hier vorbei. Ich glaube bestimmt, dass Sie völlig beruhigt sein können. Man hat, wenn man Sie wirklich verfolgt hat, Ihre Spur verloren, denn hier wird man Sie nicht vermuten.“

Ein hoffnungsloser Ausdruck lag nun auf ihren Zügen. Bitter verzog sich ihr Mund.

„Haben Sie schon einmal mit der Gestapo zu tun gehabt?“, fragte sie bitter. Als er sie fast entsetzt ansah, lachte sie voller Hohn auf: „Sehen Sie, nun scheinen Sie nicht mehr so sicher zu sein.“

Er fuhr sich über die Augen, als wolle er etwas wegwischen. Seine Stimme klang rau, als er jetzt sagte: „Es wäre besser, Sie würden mir alles erzählen, nur so werde ich Ihnen vielleicht helfen können.“

„Erzählen?“, murmelte sie wie gebrochen. Sie war in den Sessel zurückgesunken und starrte trostlos vor sich hin. „Meine ganze Schuld ist, dass ich einem Feind zur Flucht verholfen habe.“

„Einem Feind?“, wiederholte er verständnislos.

Sie wandte ihm ihr bleiches, eingefallenes Gesicht zu, das von Leid und Entbehrung erzählte.

„Ja – ich war als Luftwaffenhelferin verpflichtet und sozusagen die rechte Hand des Majors. Eines Tages ging unweit von uns ein feindliches Flugzeug herunter. Der Pilot konnte sich mit dem Fallschirm retten. Er war nur leicht verwundet und wurde meinem Kommandanten vorgeführt. Da ich perfekt Englisch spreche, musste ich bei der Vernehmung als Dolmetscherin fungieren. Also wurde ich zu dem Major beordert.“ Das Mädchen atmete ein paarmal ganz tief, ehe es gepresst fortfuhr: „Ich hatte gehört, worum es sich handelte, aber als ich das Zimmer betrat, hatte ich Mühe, nicht entsetzt aufzuschreien, denn der gefangene feindliche Flieger war mein bester Freund, mein Jugendfreund Chris Morgan aus England.“

Der Graf riss weit die Augen auf und pfiff leise durch die Zähne. Aber er sagte nichts, sondern sah das Mädchen auffordernd an.

„Vielleicht können Sie sich ausmalen, wie entsetzlich mir zumute war. Wir beide waren schon als Kinder unzertrennlich gewesen. Chris hatte jedes Jahr seine Ferien in meinem Elternhaus verlebt, und auch ich war schon ein paarmal bei seinen Eltern zu Gast in England gewesen. Unsere Väter waren Geschäftsfreunde, und als er Chris zum ersten Mal mit zu uns brachte, da war er genau neun Jahre alt, während ich fünf war. Seit diesem Tag bestand unsere Freundschaft. Ich hatte lange nichts mehr von ihm gehört, nur einmal konnte ich erfahren, dass er Offizier bei der Luftwaffe war. Nun musste ich ihn so wiedersehen. Woher ich die Kraft gefunden hatte, nicht zu verraten, dass wir gute Bekannte waren, das weiß ich heute nicht. Auch Chris zuckte mit keiner Miene, als er meiner ansichtig wurde, nur an dem Aufblitzen seiner Augen erkannte ich, dass auch er überrascht war.

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