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Liebe oder Lüge?

1. KAPITEL

Sprachlos starrte Christian seine Schwägerin an, die nackt vor ihm stand und ihn verführerisch anlächelte.

„Komm zu mir … Hab keine Angst“, flüsterte Helen und strich ihm sanft über die Wange. „Tief drinnen willst du es auch. Das weiß ich.“

„Nein“, entgegnete er tonlos.

Aber sie war sich ihrer Sache noch immer ganz sicher. „Trau dich!“, forderte sie ihn auf. „Spring endlich über deinen Schatten.“ Sie nahm seine Hand und legte sie auf ihre Brust.

„Lass das. Bitte.“ Er war einen Schritt zurückgewichen.

„Warum?“, fragte sie lasziv.

„Zieh dir etwas an!“, bat er energisch. Das Lächeln in ihrem Gesicht erstarb. „Es … es ist so entwürdigend.“

„Das meinst du nicht ernst.“ Seine letzten Worte hatten sie so getroffen, dass sie sich an der Tischkante festhalten musste.

„Doch. Sehr ernst.“ Er ging zur Tür. „Ich weiß nicht, wie oft ich es dir noch sagen soll: Ich will nichts von dir. Begreif das endlich!“

Damit verließ er den Raum.

Helens Miene war wie versteinert. Diese Demütigung war kaum zu ertragen. In Windeseile zog sie sich wieder an.

„Bin schon weg“, murmelte sie, als sie im Flur an ihm vorbeiging.

„Warte!“, rief er.

„Was denn noch?“, erwiderte sie wütend. „Ich habe mich benommen wie eine blöde Kuh. Das habe ich schon begriffen.“

„Ich liebe dich nicht“, erklärte ihr Schwager eindringlich. „Und ich werde dich auch nie lieben. Verstehst du das?“

„Wie oft willst du mir das denn noch sagen?“, stieß sie verzweifelt hervor.

„So lange, bis du mit solchen Wahnsinnsaktionen aufhörst!“

Sie schluckte und senkte den Blick zu Boden.

„Ich bin dir wirklich dankbar für alles, was du für mich getan hast“, fuhr er ganz ruhig fort. „Und es tut mir leid, dass du dich so quälst mit deiner Liebe zu mir. Aber was soll ich machen? Ich kann deine Gefühle nun mal nicht erwidern.“

„Du liebst Laura.“ Helens Stimme klang bitter.

„Ja.“

„Aber du willst nicht, dass sie erfährt, wer du wirklich bist.“

Hilflos hob er die Hände. „Ich trage den Namen eines Toten. Wie soll ich ihr das erklären?“

Tränen traten in ihre Augen. „Warum nicht ich?“, flüsterte sie unglücklich. „Warum kannst du dich nicht in mich verlieben?“

„Ich weiß es nicht“, antwortete er leise. „Es ist eben so. Warum suchst du die Liebe nicht da, wo du sie vielleicht findest … Bei Alexander.“

Verletzt sah sie ihn an und bat ihn dann kühl, niemandem von dem peinlichen Vorfall zu erzählen. Er versprach es, ohne zu zögern.

Eva Bach war ausgesprochen gereizt. Immerhin hatte sie herausgefunden, dass der Haustechniker des „Fürstenhofs“ die Identität ihres ehemaligen Geliebten, Christian Deville, angenommen hatte. Und die Ehefrau des „echten“ Christians, die mit ihm in Mexiko lebte, hatte ihr kurz zuvor am Handy erklärt, dass sie ihn gefälligst in Ruhe lassen solle, sonst würde die Polizei von den krummen Geschäften erfahren, die Eva und Christian gemacht hatten. Eva Bach konnte nicht wissen, dass das Telefonat zu einem raffinierten Plan gehörte, den Helen geschmiedet hatte, um sie loszuwerden. Christians Schwägerin hatte sich am Telefon als Sophia ausgegeben, ihre verstorbene Schwester.

Und nun sprach auch noch Laura Mahler sie an. Laura hatten Evas rätselhafte Worte keine Ruhe gelassen: Eva Bach schien Christian von früher zu kennen und hatte zu Laura gesagt, dass es bei ihm noch vieles zu entdecken gäbe. Laura musste einfach wissen, was sie damit gemeint hatte.

„Fragen Sie ihn selbst!“, giftete Eva. „Warum tun Sie das nicht endlich?“ Laura druckste herum. „Ich sage Ihnen, warum“, fuhr Eva Bach fort und lächelte kalt. „Weil Sie Angst vor der Wahrheit haben. Und diese Angst ist durchaus berechtigt.“

Laura war so geschockt, dass sie sich erst einmal in den Park des „Fürstenhofs“ zurückzog und auf eine Bank sinken ließ.

Ihre Angst war berechtigt … Was sollte das heißen? Christian musste ihr etwas verschweigen. Und es musste etwas Schlimmes sein, sonst könnte er es ihr ja sagen. Und wenn diese Frau sie nun einfach anlog? Aus Eifersucht – wie Tanja glaubte? Aber darüber würde Christian doch mit Laura reden. Über die Geschichte mit Helen sprach er schließlich auch. Nein. Es musste etwas anderes sein. Sie holte tief Luft. Warum fragte sie ihn nicht einfach? Eva Bach hatte recht: Sie hatte Angst vor der Wahrheit. Doch Liebe vertrug keine Geheimnisse. Zumindest keine großen dunklen … Sie musste mit ihm reden. Sonst würde diese Geschichte immer zwischen ihnen stehen. Und das hielt keine Beziehung auf Dauer aus.

Barbara von Heidenberg telefonierte gerade mit dem Privatdetektiv, den sie auf Maxim angesetzt hatte. Zu ihrem großen Ärger hatte der junge Klinker-Emden sich bisher jedoch noch nichts Kompromittierendes zuschulden kommen lassen. Ungehalten verlangte sie, dass ein Lockvogel auf Maxim angesetzt würde, und legte wütend auf. Werner hatte das Gespräch mitangehört.

„Meiner Meinung nach ist diese Aktion rausgeschmissenes Geld“, erklärte er. „Dieser Schaumschläger Maxim ist weit weg, und er wird es bleiben.“ Seine Freundin hob zweifelnd die Augenbrauen. „Miriam wird ihn vergessen. Glaub mir.“

„Da wäre ich mir nicht so sicher“, wandte sie ein. „Er bombardiert sie mit Liebeserklärungen, wenn auch nur per SMS.

Der Kerl ist geschickt.“

„Wenn dem so ist, riecht er einen Privatdetektiv sowieso hundert Meter gegen den Wind“, entgegnete der Senior. „Dann fällt er auch nicht auf einen Lockvogel rein.“

„Ach …“ Barbara lächelte. „Wenn die Beine lang genug sind, klappt das bei euch Männern eigentlich immer …“

„Wenn die Beine so lang und so wunderbar sind wie deine…“, flirtete Werner und küsste sie voller Verlangen. „Willst du nicht endlich zu mir ziehen?“, fragte er unvermittelt. Sie löste sich aus seiner Umarmung und dachte nach. „Nichts gegen unsere Fürstensuite“, fuhr er fort. „Aber hier hättest du es doch viel bequemer.“

„Schon“, gab sie zu. „Nur, was wird aus Miriam? Ich muss auch an sie denken.“

„Bring sie mit“, erwiderte er. „Ich würde mich freuen.“

„Du hättest wirklich nichts dagegen?“

Er schüttelte den Kopf. „Die Wohnung ist schließlich groß genug. Und ich mag das Mädchen.“

Doch Miriam hatte nicht die Absicht, bei Werner Saalfeld einzuziehen, obwohl sie den Senior gern mochte.

„Ich suche mir was in München“, erklärte sie ihrer entgeisterten Stiefmutter. „Es wird höchste Zeit, dass ich mal von deinem Rockzipfel wegkomme.“

Und auch Werners Söhne waren alles andere als begeistert, als Werner ihnen erklärte, dass Barbara bei ihm einziehen wollte.

„War ja klar, dass so was kommen würde“, knurrte Robert. „Mich wundert nur, wie schnell das alles geht. Wir wissen noch nicht einmal, ob Mutter überhaupt tot ist …“

„Den Flugzeugabsturz hat niemand überlebt“, unterbrach ihn Alexander. „Da dürfen wir uns keine Hoffnungen machen.“

„Trotzdem … Das Ganze ist keine drei Monate her“, wandte Robert ein und sah Werner vorwurfsvoll an. „Und schon tust du so, als hätte es Mutter nie gegeben.“

„Nein, so ist es nicht“, widersprach der Senior. „Eure Mutter fehlt mir sehr. Aber das Leben geht weiter. Wir müssen nach vorn schauen.“

„Auf Kalendersprüche kann ich verzichten“, grollte der Küchenchef, machte auf dem Absatz kehrt und ließ die beiden stehen.

„Ich denke wirklich oft an sie“, beteuerte Werner.

„Ich verstehe dich schon“, erwiderte Alexander.

„Mit Barbara, das ist … irgendwie anders. Ganz neu. Und ich bin in einem Alter, wo man nicht mehr so viele Chancen bekommt.“

„Ich sage ja: Ich verstehe dich“, wiederholte der Juniorchef. „Aber versteh du bitte auch, dass es für uns nicht einfach ist.“

„Sicher“, nickte sein Vater.

Alexander lächelte ihm aufmunternd zu. „Ich bin sicher, dass es nicht in Mutters Sinn wäre, wenn du den Rest deines Lebens allein bleiben würdest“, erklärte er dann.

Dankbar und gerührt schloss Werner ihn in die Arme.

Kurze Zeit später klopfte Helen an Alexanders Wohnungstür. Der Juniorchef betrachtete gerade ein Foto von Charlotte.

„Störe ich?“, fragte sie.

„Was ist denn?“

„Ich … Ich wollte mich für heute Morgen entschuldigen“, stammelte sie. „Natürlich hast du das Recht zu fragen, warum ich mich hier einschließe.“

„Was war denn eigentlich los?“ Alexander war zwar noch immer ein bisschen verstimmt, aber seine Stimme klang schon wieder viel versöhnlicher.

„Mein Vater hat früher immer in meinen Sachen geschnüffelt“, behauptete sie. „Wahrscheinlich bin ich deshalb so empfindlich. Tut mir leid.“

„Verstehe.“

„Bist du mir noch böse?“

Alexander schüttelte den Kopf. „Du hast dich ja entschuldigt.“

„Danke.“ Sie lächelte ihn an. „Du bist lieb. So lieb.“ Sie trat zu ihm und schmiegte sich an ihn. Langsam streifte sie ihm die Jacke von den Schultern.

„Was wird das denn?“, fragte er überrascht.

„Wonach sieht es denn aus?“, erwiderte sie, sah ihn mit einem lasziven Augenaufschlag an und widmete sich seinem Hemd.

„Am helllichten Tag?“ Sein Ton verriet eine leise Abwehr.

„Hast du denn keine Lust?“, wollte sie erschrocken wissen.

„Doch. Natürlich“, gab er stockend zur Antwort.

„Findest du mich eigentlich schön?“

Die Heftigkeit, mit der Helen diese Frage stellte, verwunderte ihn.

„Ja. Sehr schön.“

Sie sah erleichtert aus und überschüttete ihn mit Zärtlichkeit. Zögerlich ließ Alexander sich darauf ein.

Freifrau Almuth von Thalheim hatte das Mittagessen im Hotelrestaurant eingenommen und fuhr nun mit einem Taxi zurück ins Sonnbichler’sche Haus. Hildegard hatte ihr versprochen, den Tee später dort zu servieren – die Portiersleute hatten die alte Dame bei sich aufgenommen, nachdem herausgekommen war, dass sie kein Geld hatte, um das Zimmer im „Fürstenhof“ zu bezahlen. Alfons mochte Almuth sehr und fühlte sich ihr außerdem verpflichtet: Er war auf ihrem Gut aufgewachsen, wo seine Eltern als Zofe und Chauffeur für die von Thalheims gearbeitet hatten. Und auch Hildegard musste zugeben, dass sie Freifrau von Thalheim mittlerweile ins Herz geschlossen hatte.

„Sie hat ein paar Macken“, erklärte sie lächelnd. „Und sie ist ein Snob. Aber letztlich hat sie das Herz dann doch auf dem rechten Fleck.“ Ihr Mann nickte. „Ich finde es unmöglich von ihrem Herrn Sohn, sie so im Stich zu lassen“, fügte sie hinzu.

„Vielleicht war es ja auch umgekehrt“, gab der Portier zu bedenken. „Und sie hat den Kontakt zu ihm abgebrochen.“

„Dann hätte er sich eben ein bisschen bemühen müssen“, fand sie.

„Das hat er bestimmt. Quirin ist ein guter Kerl. Für den lege ich meine Hand ins Feuer.“

„Und warum meldet er sich dann nicht?“, beharrte sie.

Er zuckte überfordert mit den Schultern. „Solange er es nicht tut …“, setzte er an.

„… kümmern wir uns um sie, keine Sorge“, ergänzte seine Frau und tätschelte ihm lächelnd die Hand.

Doch schon am selben Nachmittag trat ein schmächtiger Mann an die Rezeption.

Unvermittelt stieß er lautes Indianergeheul aus.

Alfons stockte beinahe der Atem. „Kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte er fassungslos.

„Erkennst du mich nicht mehr?“, entgegnete der Mann erstaunt. „Blutsbruder!“

Und endlich begriff der Portier. „Quirin!“, rief er. „Das ist ja eine Freude!“ Die beiden Männer umarmten sich herzlich. Lächelnd griff Alfons zum Telefon. „Deine Mutter wird sich freuen“, meinte er. „Ich sage ihr gleich Bescheid.“

Plötzlich wirkte Quirin von Thalheim jedoch sehr niedergeschlagen. „Vielleicht will sie mich gar nicht sehen“, murmelte er. „Wir hatten Streit.“

Langsam legte der Portier den Hörer wieder auf die Gabel. „Was ist denn eigentlich los?“, wollte er wissen. „Ihr wart doch immer ein Herz und eine Seele. Und jetzt lässt du sie einfach im Stich? Ohne einen Cent in der Tasche?“

„Das ist eine lange Geschichte“, seufzte Quirin. „Mama ist so störrisch. Sie will meine Hilfe nicht.“

„Warum denn bloß nicht? Und wie kommt es, dass euer Gut – dein Erbe – zwangsversteigert wird?“ Alfons verstand die Welt nicht mehr.

„Dem Gut ging es schon lange schlecht“, erläuterte sein Jugendfreund. „Es musste sich was ändern. Wir haben Mama alle möglichen Vorschläge gemacht. Ferien auf dem Gutshof und so weiter …“

„Und sie hat alle Ideen abgelehnt“, mutmaßte der Portier.

„Du kennst doch Mama“, bestätigte Quirin. „Störrisch wie ein Esel. Sie wollte, dass Margot, meine Frau, ihr Geld in das Gut steckt. Das war das Einzige, was sie akzeptiert hätte.“

„Aber das wollte deine Frau nicht?“

„Es hätte Gut Thalheim auch nicht saniert.“ Bedrückt sahen die beiden Männer sich an. „Und Margot hätte am Ende selbst mit leeren Händen dagestanden. Das wollte Mama jedoch nicht einsehen. Es gab Streit ohne Ende.“ Mitfühlend legte Alfons seinem Jugendfreund die Hand auf den Arm. „Schließlich hat Margot gesagt, sie zieht aus. Entweder mit mir oder allein.“

„Und da hast du dich für deine Frau entschieden“, ergänzte der Portier.

„Was sollte ich denn machen?“, verteidigte sich Quirin. „Sie hatte recht. Und Mama nicht. Ich hoffe, du kannst das verstehen.“ Alfons Sonnbichler nickte nachdenklich. „Von der Zwangsversteigerung habe ich erst vor ein paar Tagen erfahren“, fuhr Almuths Sohn fort. „Da bin ich natürlich sofort zum Gut gefahren.“ Er seufzte. „Aber Mama war weg.“

„Abgereist in den ‚Fürstenhof‘.“ Alfons rieb sich die Stirn. Die Situation war wirklich vertrackt. Doch er würde sich alle Mühe geben, Almuth von Thalheim davon zu überzeugen, Quirin wenigstens anzuhören.

Laura stand in der Küche und knetete eine Schokoladenmasse. Aber heute wollten ihr nicht einmal ihre Pralinen gelingen. Zu sehr war sie damit beschäftigt, über ihren Freund nachzudenken – und über das, was er vor ihr verbarg.

Wie aufs Stichwort kam Christian herein.

„Hast du meine Nachricht auf der Mailbox nicht gehört?“, fragte er unsicher.

„Doch.“

Er schluckte. „Aber du rufst nicht zurück.“

Verlegen wischte sie sich die Hände an der Schürze ab. „Ich … Ich muss dich was fragen“, begann sie zögerlich. „Ich habe mich bisher nicht getraut.“ Sie atmete tief durch. „Was ist zwischen dir und Eva Bach? Da geht es doch nicht nur um irgendwelche technischen Fragen wegen ihrer Veranstaltung hier im Hotel.“

„Nein“, gab er zu.

„Sondern?“ Er zögerte. „Bitte … Du musst mir die Wahrheit sagen. Du liebst mich doch?“

„Ja, sehr“, erwiderte er ernst.

„Dann mach das nicht kaputt“, bat sie. „Erzähl es mir. Was immer es ist … Es hängt über uns wie eine dunkle Wolke. Und das kann auf Dauer nicht gut gehen.“

Christian holte tief Luft. „Sie hat mich erpresst“, erklärte er und erzählte Laura dann einen Teil der Wahrheit: Dass Christian Deville in der Vergangenheit in krumme Geschäfte verwickelt gewesen sei – Investments, Aktien, Firmenbeteiligungen –, bei deren Durchführung Eva Bach mitgeholfen habe. „Es gibt eine ganze Reihe Anleger, die ziemlich sauer auf mich sind“, schloss er. „Und bei den Schadensersatzansprüchen will ich lieber nichts riskieren.“

„Klar.“ Laura nickte nachdenklich.

„Ich habe mich nicht gerade mit Ruhm bekleckert“, räumte er ein. „Ich wollte nicht, dass du es erfährst.“

„Aber wir lieben uns“, entgegnete sie und sah ihn eindringlich an. „Da darf man doch keine Geheimnisse haben.“

„Ich habe mich geschämt“, behauptete er und senkte den Blick.

„So sehr, dass du lieber Helen um Hilfe gebeten hast als mich?“

„Ich wollte eine Zeugin dabeihaben, wenn ich mit dieser Bach rede“, log er. „Keine große Sache für Helen, die wusste ja Bescheid.“

Er wirkte so niedergeschlagen, dass eine Welle von Mitleid Lauras Herz überschwemmte.

„Hast du gedacht, ich verlasse dich, wenn ich es weiß?“, fragte sie.

„Ich habe es zumindest befürchtet“, antwortete Christian. „Und ich sehe dir doch an, wie geschockt du bist.“

Sie nickte langsam. „Aber jetzt ist das vorbei? Solche Geschäfte machst du nicht mehr?“

„Würde ich sonst hier als Hausmeister arbeiten?“, gab er zurück.

„Okay …“ Sie sah ihrem Freund in die Augen. „Wenn das wirklich alles ist …“

„Das ist es, versprochen“, beteuerte er und hatte Mühe, sein schlechtes Gewissen zu überspielen.

„Und es gibt nie wieder Geheimnisse zwischen uns?“, beharrte sie.

„Nein. Nie wieder.“ Er lächelte gequält.

Sie zögerte noch einen Moment, dann schlang sie die Arme um Christians Nacken und küsste ihren Freund voller Leidenschaft.

Doch nur kurze Zeit nach dieser Versöhnung ließ Eva Bach Christian in ihr Hotelzimmer rufen.

„Ich werde Sie nicht verraten“, begann sie. „Und es geht mich auch nichts an. Aber wenn Sie schon die Identität wechseln – warum suchen Sie sich ausgerechnet einen Mistkerl wie Christian Deville aus?“

„Wie Sie so treffend sagten: Es geht Sie nichts an“, erwiderte er knapp.

„Trotzdem“, beharrte sie. „Er hockt mit seiner Gattin irgendwo in Mexiko und lässt sich die Sonne auf den Bauch brennen, und wir dürfen die Suppe auslöffeln, die er uns eingebrockt hat. Das ist doch nicht fair, oder?“

„Lassen Sie Sophia aus dem Spiel!“, brauste Christian auf. „Sie hat nichts damit zu tun.“

„Ach, ich verstehe …“ Eva grinste. „Wir sind verliebt. Was sagt denn Ihre kleine Freundin dazu? Die ist doch so eifersüchtig?“

Nur mit Mühe gelang es ihm, die Fassung zu wahren. „Machen Sie Ihre Veranstaltung und verschwinden Sie! Denken Sie an den Haftbefehl – ein Wort an die Behörden, und Sie landen im Knast!“, drohte er ihr.

Doch sie ließ sich nicht einschüchtern. „Genau wie Sie“, erwiderte sie schnippisch. „Es sei denn, Sie geben Ihre Tarnung auf.“

„Sehen Sie, so haben wir beide etwas davon, wenn wir uns so schnell wie möglich aus dem Weg gehen. Schönen Tag noch.“ Damit eilte Christian davon. Missmutig blickte Eva ihm hinterher.

Laura hatte derweil Tanja von Christians „Geständnis“ erzählt.

„Ich frage mich, ob man die Vergangenheit einfach so ablegen kann“, überlegte das Zimmermädchen laut.

„Sicher kann man das“, erwiderte Laura bestimmt.

„Du glaubst ihm, dass er sich geändert hat?“, hakte ihre Freundin nach.

„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich mich in ihm getäuscht habe“, entgegnete Laura. „Bis jetzt war er für mich der ehrlichste Mensch, den ich je getroffen habe.“ Langsam breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. „Er muss sich geändert haben!“, stellte sie überzeugt fest.

Aber schon die nächste Begegnung mit Eva Bach erschütterte ihr wiedergewonnenes Vertrauen. Eva zog die Augenbrauen hoch, als sie hörte, dass Laura mit Christian gesprochen hatte.

„Ach? Und er hat Ihnen die Wahrheit gesagt?“ In ihrer Stimme lag Skepsis. Laura nickte. „Die ganze Wahrheit?“, bohrte Eva Bach weiter. „Sind Sie sicher?“

„Ja. Warum denn nicht?“ Laura war nun endgültig verunsichert.

„Wissen Sie, Sie sind ein nettes Mädchen“, sagte Eva. „Aber vielleicht ein wenig leichtgläubig. Und ob das bei einem Mann wie Christian Deville das Richtige ist … Sie haben keine Ahnung, auf wen Sie sich da eingelassen haben.“

Was meinte diese Eva Bach? Laura fühlte sich vollkommen hilflos. Warum wollte diese Person unbedingt einen Keil zwischen sie und Christian treiben? Die Bach glaubte offenbar, dass er Laura noch immer etwas verschwieg. Aber was? Was? Sie würde noch einmal mit ihm sprechen müssen. So was Blödes … Und sie hatte gedacht, sie hätte alle Zweifel hinter sich.

Sie beschloss, als Erstes mit Helen zu reden. Die Masseurin begrüßte sie unfreundlich, als sie den Wellnessbereich betrat.

„Ich möchte mich bedanken“, begann Laura. „Christian hat mir alles erzählt. Dass diese Frau Bach ihn erpressen wollte. Und dass du ihm geholfen hast.“

Das hat er dir erzählt?“, fragte Helen alarmiert. Laura nickte. „Sonst noch was?“

„Ich weiß, es ist nicht einfach für dich. Aber ich … Ich wäre froh, wenn wir irgendwie einigermaßen miteinander auskommen könnten.“ Laura fiel es nicht leicht, dieses Versöhnungsangebot auszusprechen.

Doch Christians Schwägerin dachte gar nicht daran, es anzunehmen. „Ich aber nicht“, erklärte sie feindselig und ignorierte Lauras ausgestreckte Hand. „Merkst du nicht, wie du auf den Gefühlen anderer Leute rumtrampelst?“

„Entschuldige“, entgegnete Laura geschockt. „Ich will mich nicht aufdrängen.“

„Gut. Dann verzieh dich endlich“, fauchte Helen. „Und bestell Christian: Das nächste Mal, wenn die Schatten der Vergangenheit auftauchen, soll er sich jemand anders suchen. Ich helfe ihm nicht mehr.“

2. KAPITEL

Werner verstand nicht, warum Barbara so in Sorge war, nur weil Miriam nach München ziehen wollte. Aber da Barbara die Angelegenheit wirklich zuzusetzen schien, erklärte er sich dazu bereit, noch einmal mit Miriam zu sprechen. Vielleicht würde es ihm ja gelingen, sie umzustimmen.

Am nächsten Morgen verabredete er sich mit Barbaras Stieftochter zum Reiten. Miriam wollte wissen, ob er irgendetwas von Maxim gehört habe.

„Eigentlich gar nichts“, erwiderte er.

„Gar nichts? Weder Gutes noch Schlechtes?“, hakte sie nach.

„Nein. Dazu ist es aber auch noch zu früh“, erklärte der Senior. „Er ist ja gerade mal zwei Tage weg.“

„Stimmt“, murmelte sie enttäuscht.

Werner atmete einmal tief durch und wechselte das Thema. Ganz offen sprach er sie auf ihren Plan an, sich eine Wohnung in München zu suchen. Sie reagierte zunächst abwehrend, bemerkte dann jedoch überrascht, dass Werner ihr den Plan gar nicht ausreden wollte. Im Gegenteil.

„Es ist deine Entscheidung“, sagte er voller Überzeugung.

„Du bist erwachsen. Und die Vorteile hier – Reiten, Gewächshaus und so weiter –, die kennst du ja selbst.“

Miriam lauschte seinen Sätzen voller Genugtuung. „Und du?“, fragte sie. „Was denkst du?“

„Ich würde mich natürlich freuen, wenn du bleibst“, sagte er.

„Weil Barbara sich dann keine Sorgen machen muss.“

„Irgendwann begreift sie schon, dass ihre Ängste übertrieben sind“, entgegnete er. „Aber nein, ich fände es aus einem anderen Grund schade, wenn du wegziehst.“ Neugierig sah sie ihn an. „Ich mag dich. Sehr. Als Mensch. Du bist eine Bereicherung für mich. Und für uns alle hier im ‚Fürstenhof‘.“ Sie lächelte geschmeichelt. „Deshalb würde ich mich freuen, wenn du dir deine Entscheidung noch einmal überlegen würdest.“

„Ich denke noch mal drüber nach“, versprach Miriam.

Hildegard hatte sich von Alfons und Quirin von Thalheim dazu überreden lassen, Almuth von Thalheim auf das Treffen mit ihrem Sohn vorzubereiten.

„Im Grunde ist er es nicht wert, dass ich auch nur ein Wort mit ihm wechsle“, beklagte sich Almuth.

„Aber er ist doch sofort gekommen, als er erfahren hat, dass Sie hier sind“, entgegnete Hildegard besänftigend.

„Er hätte gar nicht erst weggehen dürfen.“ Die alte Dame wirkte auf einmal sehr verbittert.

„Sie müssen ihm ein kleines Stück entgegenkommen“, forderte Hildegard sie auf.

„Warum sollte ich?“, stieß Almuth hervor und schnaubte verächtlich.

„Sie vermissen ihn doch. Genau wie er Sie.“

In diesem Augenblick kam Alfons mit Quirin herein. Quirin begrüßte seine Mutter unsicher.

„Lässt du dich auch mal wieder blicken?“, herrschte sie ihn an.

„Du siehst gut aus, Mama“, sagte er hilflos. „Schön, dich zu sehen.“

Sie fuhr ihm über den Mund: „Erzähl hier keine Märchen! Du warst doch froh, mich los zu sein.“

„Das ist nicht wahr!“, widersprach ihr Sohn. „Margot und ich haben versucht …“

„Deine Frau ist an allem schuld“, unterbrach Almuth ihn wieder.

„Das stimmt nicht. Sie wollte dir …“

Almuth von Thalheim stand auf. „Ich habe ja gesagt, es hat keinen Zweck“, stellte sie erbost fest.

„Gnädige Frau, jetzt hören Sie ihn doch wenigstens an“, mahnte Hildegard. Die alte Dame blickte konsterniert auf. Derlei Einmischung war sie nicht gewohnt. Und Quirin nutzte das kurze Schweigen.

„Ich … Es tut mir so leid, dass alles so gekommen ist“, erklärte er aufrichtig.

„Mir auch“, erwiderte seine Mutter trocken. Doch sie spürte, dass er es wirklich ernst meinte, und langsam schmolz ihr Widerstand.

Und auch Hildegard und Alfons bemerkten, dass die alte Dame sich tief in ihrem Inneren freute, ihren Sohn zu sehen und nur nach außen hin die unnachgiebige Freifrau spielte.

„Was ist denn das für ein Wiedersehen zwischen Mutter und Sohn, wenn ihr euch noch nicht einmal umarmt?“, schaltete Alfons sich nun ein.

Quirin trat einen Schritt auf sie zu. Und Almuth zögerte nicht lange und schloss ihren Sohn schließlich innig in die Arme.

„Quirin, endlich“, flüsterte sie bewegt.

Alfons und Hildegard zogen sich zurück, um diese Versöhnung nicht zu stören.

Später kam Quirin zu Alfons und Hildegard ins Hotel.

„Ihr glaubt gar nicht, wie erleichtert ich bin“, erklärte er glücklich. „Danke für eure Hilfe. Ohne euch hätten wir nicht so bald wieder zueinandergefunden.“

„Nicht der Rede wert“, erwiderte Hildegard gerührt. „Jetzt können Sie sich endlich wieder selbst um Ihre Mutter kümmern.“

„Im Prinzip schon …“ Almuths Sohn zögerte.

Alfons musterte ihn kritisch. „Aber?“

„Die Versöhnung war ein guter Anfang“, sagte Quirin. „Aber ich weiß nicht, wie es jetzt weitergehen soll.“

„Wir packen die Koffer der gnädigen Frau, und dann fährst du mit ihr nach Hause“, schlug Alfons vor.

„Das ist nicht so einfach …“ Verständnislos betrachteten die Sonnbichlers Quirin, der verlegen herumdruckste. „Ihr wisst schon, meine Frau …“

„Ihre Frau kann doch zufrieden sein, dass Sie und Ihre Mutter sich wieder gut verstehen“, fiel Hildegard ihm ins Wort.

Er zuckte hilflos die Schultern. „Margot und Mama, die kommen miteinander nicht aus. Die streiten, dass die Wände wackeln.“

„Almuth ist eine gebrechliche alte Frau. Da muss deine Frau eben etwas toleranter sein“, fand Alfons.

Sein Jugendfreund schüttelte heftig den Kopf. „Es wäre besser, Mama bleibt noch eine Weile bei euch, und ich überlege mir in der Zwischenzeit, wie ich es Margot schonend beibringe“, sagte er kläglich.

„Und wie lange soll das dauern?“, fragte Hildegard skeptisch.

„Mal sehen … Ich muss auf Margot Rücksicht nehmen.“

Allmählich platzte Alfons der Kragen. „Du wirst doch nicht vor deiner Frau kuschen?“, rief er empört. „Wo gibt’ s denn so was?“

Quirin schluckte und stammelte schließlich, er wäre mit seiner Mutter zu einem Spaziergang verabredet. Nachdem er davongestapft war, schaute Hildegard ihren Mann schmunzelnd an.

„Dein Freund scheint sich vom Mamasöhnchen zum Pantoffelhelden entwickelt zu haben“, stellte sie fest.

„Nicht zu fassen“, knurrte Alfons.

„Ein Glück, dass du da anders bist.“ Hildegards Gesicht hatte nun einen schelmischen Ausdruck angenommen. „Du kuschst nicht vor deiner Frau, oder?“

„Hast du eigentlich nichts zu tun?“, entgegnete Alfons grantig und verschwand hinter der Rezeption.

Mit einem Lächeln ging nun auch Hildegard zurück an ihre Arbeit.

Laura und Christian waren am See zu einem Picknick verabredet. Aber es wollte einfach keine Stimmung aufkommen, zu spürbar war die Distanz, mit der Laura ihrem Freund begegnete.

„Was ist?“, fragte er schließlich.

„Wir müssen reden.“

Er flüchtete sich in einen Scherz. „Schon wieder? Oder immer noch? Ich dachte, wir machen jetzt was ganz anderes …“

Zärtlich wollte er an ihrem Ohrläppchen knabbern. Doch sie entzog sich seinen Liebkosungen.

„Warum warnt diese Bach mich immer noch vor dir?“, wollte sie wissen.

Fieberhaft suchte Christian nach einer glaubwürdigen Erklärung und behauptete schließlich: „Sie ist sauer, weil sie mit ihrer Erpressung nicht gelandet ist. Und versucht jetzt, sich zu rächen.“

„Und warum wird Helen so unfreundlich, wenn ich sie auf dich anspreche?“, bohrte seine Freundin weiter. „Die ist richtig ausgeflippt. Dabei wollte ich mich nur bedanken, weil sie dir geholfen hat.“

„Weiß ich auch nicht“, druckste er herum.

„Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass du mir nicht die ganze Wahrheit sagst?“

„Weil du übertrieben misstrauisch bist vielleicht?“, konterte er.

„Bin ich das?“ Sie musterte ihn prüfend.

Christian fühlte sich durchschaut und wurde plötzlich wütend. „Okay. Möglicherweise verschweige ich dir was“, erklärte er mit harter Stimme. „Aber nur, weil es keine Bedeutung hat für dich. Für uns.“

„Darf ich bitte selbst beurteilen, was Bedeutung für mich hat und was nicht?“, bemerkte sie gereizt.

„Du willst es also wissen?“ Sie nickte. „Helen wollte, dass ich mich bei ihr bedanke. Und zwar ziemlich handfest“, platzte er heraus. „Sie stand auf einmal splitternackt vor mir. Den Rest kannst du dir ja denken.“

„Das heißt, sie will immer noch dich. Nicht Alexander“, murmelte Laura geschockt. „Du hättest mir das sagen müssen. Sofort. Wir haben uns doch versprochen: keine Geheimnisse mehr.“

„Helen hat mich angefleht, nicht darüber zu reden“, verteidigte er sich. „Es ist ihr peinlich.“

„Kann es nicht sein, dass du irgendwas gesagt hast, irgendwas getan … Ihr irgendwie signalisiert hast, dass du es auch willst?“, argwöhnte sie.

„Ich?“ Verblüfft sah er sie an. „Nein.“

„Eine Frau stellt sich doch nicht einfach nackt vor einen Mann, wenn sie nicht glaubt … Wenn er sie nicht irgendwie ermutigt hat.“

„Ich habe sie aber nicht ermutigt“, protestierte er. Der Zweifel stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Du glaubst mir nicht“, stellte er resigniert fest.

„Ich weiß langsam nicht mehr, was für ein Spiel du spielst“, entgegnete sie.

„Wenn du glaubst, dass ich spiele“, brauste er zornig auf, „dann können wir es auch ganz lassen.“

„Was soll das heißen?“ Der Schreck war Laura in die Glieder gefahren.

„Entweder du vertraust mir, oder wir trennen uns.“

Langsam schüttelte sie den Kopf. „Was erwartest du? Dass ich dir nach all dem sage: Klar vertraue ich dir? Soll ich so tun, als ob nichts gewesen wäre?“

„Es ist doch nichts passiert“, wollte er besänftigen. „Ich habe meine Vergangenheit und du deine.“

„Der Unterschied ist aber, dass du alles über mich weißt“, hielt sie dagegen. „Ich kenne nur kleine Puzzlestücke aus deiner Vergangenheit.“

„Wollen wir das Ganze nicht einfach vergessen und den Vormittag genießen?“

Er ging auf sie zu und machte Anstalten, sie zu umarmen. Doch sie wich vor seiner Berührung zurück.

„Du hast von mir Vertrauen verlangt“, sagte sie leise. „Aber wie soll ich dir vertrauen, wenn dein Leben ein einziges Geheimnis ist?“

„Nicht mein ganzes Leben“, entgegnete er mit einem schwachen Lächeln. Doch Laura ließ nicht locker. „Was verbindet dich und Helen?“, hakte sie nach.

„Nur Sophia.“

„Und was noch? Was für ein Geheimnis habt ihr?“

„Helen bedeutet mir nichts“, beteuerte ihr Freund. „Am liebsten wäre mir, sie würde weggehen.“

„Aber trotz dieser Abneigung kommt ihr nicht voneinander los“, stellte Laura ungerührt fest. „Warum?“

Er senkte den Blick und schwieg.

„Du bist nicht ehrlich zu mir.“ Ihre Miene war traurig geworden. „Und jetzt sag mir: Wer vertraut hier wem nicht?“

Abrupt stand sie auf und ging davon. Christian hockte niedergeschlagen auf der Picknickdecke und blickte ihr hinterher.

Laura eilte durch den Park zurück zum Hotel und hatte keinen Blick für die Schönheit des Tages.

Sie spürte, dass Christian ihr etwas verheimlichte. Und dann tat er so, als ob alles in Ordnung sei. Das gab es doch einfach nicht! Wie sollte sie einen Mann lieben, der Geheimnisse vor ihr hatte und sie dazu noch mit dieser Helen teilte? Die war Laura schon immer suspekt gewesen … Und diese Verführung – das hatte Christian ihr auch nicht erzählen wollen. Ob Alexander ahnte, dass seine neue Freundin sich Christian in die Arme werfen wollte? Vielleicht sollte sie Alexander warnen … Aber er würde ihr sicher nicht glauben. Er würde meinen, sie sei eifersüchtig und würde ihm sein neues Glück nicht gönnen. Dabei war sie sich selbst nicht sicher, was sie empfand. War sie eifersüchtig auf Helen? Sie liebte doch Christian! Dieses ganze Hin und Her würde sie noch wahnsinnig machen!

Christian verstaute schlecht gelaunt die Picknickdecke in seinem Spind, als Helen in den Personalraum kam und die Situation mit einem Blick erfasste.

„Euer Picknick scheint ins Wasser gefallen zu sein“, stichelte sie. „Lag es am Wetter?“

„Nein.“ Mit einem Knall schlug er die Spindtür zu. „Es lag daran, dass du mich unbedingt ins Bett kriegen wolltest.

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