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Liebe ist keine Sünde

1. KAPITEL

Nils konnte es einfach nicht glauben: Elena hatte ihn verlassen? Und teilte ihm das in einem Brief mit? Hastig wählte er die Nummer ihres Handys. Die Mailbox meldete sich.

„Elena, das kannst du nicht machen, einfach abhauen“, sagte er. „Ich liebe dich, und du liebst mich. Wir schaffen das, ich verspreche es dir. Wenn nicht wir, wer dann?“ Er bat sie eindringlich, ihn zurückzurufen, dann legte er auf.

Kurz darauf klingelte es an Nils’ Tür. Aber seine Hoffnung, Elena wäre zurückgekommen, zerschlug sich sofort. Vor ihm stand Pfarrer Martin Windgassen, der neue Nachbar. Er hatte Xavers ehemalige Wohnung übernommen und war gerade mit der Renovierung beschäftigt.

„Hätten Sie vielleicht eine Zange für mich?“, fragte er freundlich.

„Moment …“ Überfordert schaute sich Nils nach der Werkzeugkiste um.

„Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich Martin, der natürlich bemerkte, wie aufgewühlt Herr Heinemann war.

„Meine Freundin hat mich Knall auf Fall verlassen“, sagte Nils leise.

„Wenn Sie möchten …“ Martins Blick war voller Wärme. „Man sagt mir nach, ich sei ein ganz guter Zuhörer. Nicht bloß als Priester, auch als Nachbar.“

„Das ist wirklich eine Tragödie“, stellte Martin fest, nachdem er die ganze Geschichte gehört hatte.

„Warum hat Gott mir zweimal meine große Liebe zerstört?“, klagte Nils. „Warum mussten Tanja und Elena unfruchtbar werden? Warum sind sie daran zerbrochen?“

„Manchmal begreifen wir erst viel später …“, setzte Martin vorsichtig an. Aber Nils wollte nicht hören, dass Gottes Wege unergründlich seien. „Wollen Sie denn überhaupt eine Antwort erhalten?“

„Haben Sie eine?“, entgegnete Nils gereizt.

„Ihre Frau, Tanja … Soweit ich Sie verstanden habe, ist Ihre Ehe unter anderem deshalb kaputtgegangen, weil Sie eine Affäre mit Frau Majoré hatten.“ Nils bekam das sofort in den falschen Hals und dachte, der Pfarrer meinte, dass Elena und er ihr Kind verloren hatten, sei die Strafe dafür, dass sie sich ineinander verliebt hatten. „Nein. Ich möchte Sie bloß auf eine spezielle Not aufmerksam machen, in der sich Ihre Freundin möglicherweise befindet. Vielleicht hatte sie Angst, dass Sie sich auf jeden Fall von ihr trennen werden und zu Ihrer Frau zurückkehren. Einfach, weil sie noch Ihre Ehefrau ist.“

Nils schüttelte den Kopf. „Elena hat Angst, dass ich mir irgendwann eine Frau suche, die mir doch noch ein Kind schenken kann. Aber das habe ich nicht vor!“ Und er wollte auch nicht länger mit Martin reden. Das alles half ihm nicht weiter.

André war sich sicher, dass Sabrina, nachdem sie Michael um fünftausend Euro geschröpft hatte, nicht mehr auftauchen würde. Und er stellte seinem Freund und Mitbewohner einen Scheck über die Summe aus, die der seiner Tochter „geliehen“ hatte. Eigentlich hätte er sich gefreut darüber, aus heiterem Himmel noch einmal Vater geworden zu sein. Aber Sabrina schien einfach vollkommen missraten zu sein. Und Xaver Steindle ging ihm ebenso auf die Nerven. Er hatte Sabrina geglaubt, als sie in Kanada behauptet hatte, André habe das Gold gestohlen. Deshalb bestand André darauf, dass sich Xaver auf der Stelle eine neue Bleibe suchte – in der Scheune wollte er ihn nicht mehr sehen.

Werner hatte beschlossen, den Schweizer Bankier Grosswihler direkt anzusprechen. Zumal der die Frechheit hatte, gemeinsam mit Doris im Restaurant zu sitzen und zu Abend zu essen.

„Tut mir leid, der Fürstenhof ist und bleibt unverkäuflich“, erklärte der Senior von oben herab. „Das müssten allmählich sogar Sie gemerkt haben.“

„Ich wollte mir hier bloß ein paar Urlaubstage gönnen“, behauptete Grosswihler mit einem feinen Lächeln. „Und war angenehm überrascht, die freie Wahl der Zimmer zu haben.“ In der Tat war er im Moment der einzige Gast im Fürstenhof. Die Geschichte mit dem Virus hatte für zahlreiche Stornierungen gesorgt. „Aber dank Ihrer bezaubernden Verlobten habe ich es nicht bereut, hier abgestiegen zu sein …“

„Bis übermorgen können Sie bleiben, danach müssen Sie gehen“, verfügte der Senior. „Bei uns findet eine Tagung statt, da sind alle Zimmer belegt.“

„Und die Suite?“, meldete sich Doris zu Wort. „Ein Upgrade geht doch immer.“

Aber Werner dachte gar nicht daran, seinen Feind noch länger im Hotel zu beherbergen. Da konnte Doris protestieren, so viel sie wollte.

„Wie kannst du zu diesem Kerl auch noch nett sein?“, beschwerte sich Werner, nachdem er und Doris in die Wohnung gegangen waren. „Das ist ein Aasgeier.“ Grosswihler tauchte immer auf, sobald er am Fürstenhof Schwierigkeiten witterte.

„Er hat klargemacht, dass er kein Interesse an deinem Hotel hat“, erwiderte Doris ungehalten.

„Reizend, dass du ‚dein Hotel‘ sagst.“ Werner lächelte grimmig. „Ohne mir gleich unter die Nase zu reiben, wem ich das zu verdanken habe.“

„Noch ist es eine Leihgabe …“, konterte sie.

„Und gehört mir erst ganz, wenn wir heiraten“, ergänzte er genervt. „Ich wollte ja gleich einen neuen Termin festsetzen, aber du …“

„Wie gesagt, wir überstürzen nichts“, unterbrach sie ihn kühl. „Du solltest dir deiner Gefühle sicher sein.“ Die beiden musterten einander kampfeslustig. „Im Gegensatz zu dir hat Herr Grosswihler übrigens Manieren“, erklärte sie nun spitz.

Der Senior stöhnte auf. Sie nahm ihm seine Münchenreise offenbar immer noch übel. „Das war ein reiner Geschäftstermin. Mit dem ich dich nicht behelligen wollte.“

„Aber deine Ex hättest du mitgenommen?“, fauchte sie. „Mich hast du nicht einmal informiert!“ Wie sehr er sie beleidigt hatte, war ihr deutlich anzusehen.

Am nächsten Morgen kam die nächste Provokation des Schweizer Bankiers: Er schickte Doris einen prächtigen Strauß roter Rosen.

„Herr Grosswihler weiß eben, wie man eine Frau behandelt“, stellte sie fest und hielt Werner die Blumen unter die Nase.

„Macht er dir den Hof?“ Abfällig lachte der Senior auf. „Wie dreist will dieser Wicht denn noch werden?“

„Er ist einfach ein guter Geschäftspartner, der sich für einen netten Abend bedankt“, meinte sie. „Und anders als du weiß er eben, was sich gehört …“ Damit rauschte sie aus der Wohnung.

Sie war mit Grosswihler zu einem Spaziergang verabredet. Und während die beiden an der Pferdekoppel vorbeischlenderten, machte er ihr ein interessantes Angebot. Anscheinend plante er wirklich nicht, den Fürstenhof zu übernehmen.

„Ich habe gerade in das Anthener-Gestüt investiert“, erklärte er.

Doris hatte davon schon gehört, es musste sich um eine erhebliche Summe handeln. „Was hat denn ein Bankier mit einem Gestüt vor?“

„Die richtigen Partner finden und Polopferde züchten“, gab er zur Antwort. „Oder vielmehr: die richtige Partnerin …“ Er warf Doris einen bedeutsamen Blick zu. „Ich kenne Sie. Sie sind nicht bloß eine passionierte Reiterin, sondern eine Expertin auf dem Gebiet des Polosports.“ Sie lächelte geschmeichelt. „Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Fürstenhof sich von der jüngsten Krise nicht erholt, würde ich Ihnen gerne eine Alternative bieten. Von der wir beide etwas hätten …“

Werner lachte nur, als Doris ihm von Grosswihlers neuestem Angebot berichtete. Natürlich war Doris eine ausgewiesene Expertin für Polopferde.

„Bloß: Keiner von uns hat das Kapital. Steckt alles in meinem Unglückshotel.“

Sie schwieg verärgert. Damit hatte er leider recht.

„Ehe Sie meiner zukünftigen Frau weiter Flausen in den Kopf setzen, möchte ich Ihnen Ihre nehmen.“ Werner hatte sich vor dem Schweizer Bankier aufgebaut. Er war noch immer davon überzeugt, dass Grosswihler nur eins im Sinn hatte: über Doris an den Fürstenhof zu kommen. „Aber verzeihen Sie den Kalauer: Sie setzen aufs falsche Pferd. Denn Doris müsste eine Hypothek aufnehmen, um bei Ihnen investieren zu können. Aber Sie hat gar nicht das Recht zu solchen riskanten Transaktionen.“

„Als Eigentümerin des Fürstenhofs hat sie das durchaus“, widersprach Grosswihler.

„Für einen Profi sind Sie schlecht informiert“, sagte der Senior gelassen. „Das Hotel gehört längst wieder mir. Hochzeitsgeschenk einer liebenden Frau.“ Dem Schweizer Bankier fiel beinahe die Kinnlade herunter. Werner weidete sich daran, dass sein Rivale offenbar mehr als überrascht war. Auch wenn er es mit der Wahrheit nicht so genau genommen hatte – noch gehörte der Fürstenhof ihm nicht …

Nur durch Zufall bekam Doris kurz darauf mit, dass Grosswihler abreisen wollte. Und zwar ohne sich von ihr zu verabschieden. Vorwurfsvoll stellte sie ihn zur Rede.

„Wann hätten Sie mir verraten, dass der Fürstenhof zwar nicht mehr Ihrer Hausbank gehört, aber auch nicht uneingeschränkt Ihnen?“ Er ging sofort in die Offensive.

Doris begriff. Werner hatte sich eingemischt. Und sie bloßgestellt. „Caramba!“, fluchte sie.

„Aber selbst, wenn Herr Saalfeld sich das Vergnügen verkniffen hätte, mir diese Information mitzuteilen – gegenseitiges Vertrauen ist die Basis aller menschlichen Beziehungen, auch im Geschäftlichen.“ Forschend sah er sie an.

Sie hatte sich inzwischen gefasst und straffte die Schultern. „Ich bin froh, dass ich noch rechtzeitig hinter Ihre wahren Motive gekommen bin“, sagte sie würdevoll. „Ich gebe es nur ungern zu, aber Werner hatte recht: Ihnen ging es nie um eine gemeinsame Pferdezucht oder gar um mich. Sondern nur um den Fürstenhof.“ Der Bankier verneinte energisch. „Warum sollten Sie sonst klammheimlich verschwinden?“, fügte sie hinzu. „Nur weil mein Ehemann in spe sich wieder wichtiggemacht hat? Davon würden Sie sich doch normalerweise nicht beirren lassen.“ Erhobenen Hauptes stolzierte sie davon und ließ ihn stehen.

Grosswihler war sichtlich betroffen.

Kira hatte die ersten Kapitel des Romans gelesen, an dem Julius schrieb, und ein vernichtendes Urteil gefällt. Ihm setzte das schwer zu. Charlotte versuchte, ihn zu trösten, und bot ihm an, den Text selbst zu lesen.

„Aber wehe, du findest ihn auch gefühlsduselig und langweilig.“ Genau das hatte Kira gesagt. Und Julius war so frustriert deswegen, dass er Charlottes Angebot, als Haustechniker am Fürstenhof anzufangen, nun doch ernsthaft in Betracht zog.

„Sag bloß, du lässt dich von einem einzigen kritischen Kommentar gleich ins Bockshorn jagen“, sagte Charlotte verwundert.

„Von irgendwas muss selbst ein armer Poet leben“, winkte er betont lässig ab.

Nachdem Charlotte die ersten Kapitel gelesen hatte, wandte sie sich hilflos an Alfons. Auch sie fand das, was Julius geschrieben hatte, nicht gut.

„Dabei versteht er definitiv etwas von Literatur.“ Sie seufzte. „Vielleicht liegt es auch am Thema – die Hauptpersonen sind eine Fürstin und ein armer Mälzer.“

„Er schreibt über euch?!“, fragte Alfons verblüfft.

„Und das in einem Stil, der nur so trieft“, bestätigte sie. Und sie wusste nicht, wie sie ihm das beibringen sollte. Oder ob sie ihm überhaupt sagen sollte, was sie von seinem Roman hielt.

Sie schaffte es nicht, Julius die Wahrheit zu sagen. Er war so nervös, als er sie fragte, wie ihr die ersten Kapitel gefallen hätten, da brachte sie es einfach nicht übers Herz.

„Ich finde es großartig“, log sie also. „Habe es regelrecht verschlungen.“

„Im Ernst?“ Ein Strahlen ging über sein Gesicht. Sie nickte. „Dass es überhaupt was wird, habe ich nur dir zu verdanken“, fuhr er erleichtert fort. „Hast du’s gemerkt? Ich habe mich von unserer Geschichte inspirieren lassen.“

„Das kann man, ehrlich gesagt, gar nicht überlesen“, erwiderte sie und lächelte verkrampft.

Michael staunte, als er vor der Scheune fünf Paletten mit Säcken voller Senfkörner entdeckte. Was hatte das denn zu bedeuten? André konnte sich die Sache auch nicht erklären, aber da bog plötzlich Sabrina um die Ecke.

„Hallo zusammen!“, begrüßte sie die beiden Männer unbekümmert.

„Was machst du denn hier?“, fragte André entgeistert.

„Alles klar, Papilein?“ Wie selbstverständlich küsste sie ihn auf die Wange. André wusste gar nicht, wie ihm geschah.

Sabrina wollte die Säcke mit den Senfkörnern in der Scheune zwischenlagern. Natürlich protestierte ihr Vater dagegen. Und wohnen lassen wollte er sie auch nicht bei sich.

„Was habe ich von einem Erzeuger wie dir auch zu erwarten?“, giftete Sabrina.

„Ich habe jedenfalls von einer Tochter, die ungebeten in meinem Leben auftaucht, etwas nicht erwartet“, entgegnete er. „Dass sie mich umgehend in die Pfanne haut und mich vor meinen Freunden verleumdet.“

„Xaver ist dein Freund?!“, spottete sie. „Und Kira und Martin alte Kumpels?“

„Du hast den dreien ihr Gold geklaut und es mir in die Schuhe geschoben!“, empörte er sich. „Ich schulde dir überhaupt nichts. Und jetzt verschwinde, mitsamt deinem Senf.“

„Das ist noch gar kein Senf“, wandte sie ein. „Und genau darum geht es.“ Sie setzte eine reumütige Miene auf. „Tut mir echt leid, wie ich dich in Kanada reingelegt habe“, behauptete sie. „Und letztlich hat keiner was von dem Gold, bloß die Kirche.“ Ihre Stimme wurde nun bittend. „Du bist ein Spitzenkoch. Du erfindest einen Spitzensenf, ich verticke ihn, zahle die fünftausend Euro zurück, die ich deinem Mitbewohner schulde, und …“

„Falsch“, knurrte er. „Mir.“

„Du hast meine Schulden bezahlt?“ Sie strahlte ihn an. „Du bist süß.“ Dann kam sie wieder zur Sache. „Du hilfst mir, eine erfolgreiche Senfproduktion zu starten. Und ich verschwinde aus deinem Leben. Endgültig.“

Aber André weigerte sich. Er wollte mit seiner missratenen Tochter nichts mehr zu tun haben. Und gab Sabrina nur ein paar Tage Zeit, um für sich und die Senfkörner eine neue Bleibe zu finden.

Hildegard hielt die Idee, im größeren Stil Senf zu produzieren, für gar nicht so schlecht.

„Wenn Sie dabei mitmachen, könnte es sogar klappen“, meinte sie. André verzog verdutzt das Gesicht. „Ihre Tochter braucht bloß ein gutes Rezept. Und dafür sind Sie genau der Richtige.“ Sie erinnerte ihn an Roberts Bistro – dort waren auch selbst gemachte Delikatessen verkauft worden, und das Ganze war erstaunlich gut gelaufen.

Nun geriet André doch ins Grübeln.

Auch Xaver war wenig begeistert, Sabrina wiederzusehen.

„Nach allem, was du dir in Kanada geleistet hast?“, warf er ihr vor. „Ich habe es mir dadurch so mit deinem Vater verdorben, dass ich ausziehen muss.“

„Ich bedauere es sehr, dass du solche Schwierigkeiten hast“, säuselte sie. „Lass es mich wiedergutmachen, ja? Ich habe nämlich eine todsichere Geschäftsidee. Steig einfach mit ein, da verdienst du in kürzester Zeit mehr als bei jeder Goldsuche.“ Sie erzählte ihm von ihrem Plan, im großen Stil Gourmetsenf zu produzieren. Und Xaver war wider Willen interessiert.

Marlene war frustriert. Trotz des ganzen Trainings machte ihr Bein keine Fortschritte – sie humpelte noch immer. Und hatte furchtbare Angst, dass die Operation schon wieder ein Misserfolg gewesen war. Immerhin war es ihr gelungen, ihrer Mutter klarzumachen, dass sie nicht weiter mit ihr trainieren wollte. Natascha setzte sie zu sehr unter Druck, und das war in Marlenes Situation genau das Falsche.

Jetzt lehnte sie am Zaun des Tennisplatzes und sah wehmütig Natascha und Konstantin zu. Wie gerne hätte sie selbst auf dem Platz gestanden und wäre den Bällen hinterhergelaufen. Da klingelte Nataschas Handy – es lag in ihrer Sporttasche.

„Schaust du bitte nach, wer das ist?“, rief Natascha. Marlene nickte und betrat den Platz, um das Telefon aus der Tasche zu holen. In diesem Moment verrutschte Konstantin der Aufschlag – und der Ball flog mit voller Wucht auf Marlene zu. Instinktiv machte sie einen Schritt zur Seite. Und bewegte ihr operiertes Bein plötzlich ganz natürlich.

„Wahnsinn!“, rief er. „Mach das noch mal!“

„Was denn?“ Marlene wusste gar nicht, was er meinte.

„Was du eben gemacht hast!“ Sie schien es gar nicht bemerkt zu haben. „Du bist gerade meinem Querschläger ausgewichen.“

„Was redest du denn da?“, mischte sich Natascha ein. Auch sie hatte nichts gesehen.

„Los, mach es einfach noch einmal“, drängte Konstantin Marlene. „Du kannst es.“

Aber Marlene schaffte es nicht, das Bein noch einmal zu bewegen. Und sie hatte auch nicht wahrgenommen, dass es ihr kurz vorher tatsächlich gelungen war.

„Es war bloß ein unbewusster Reflex“, vermutete sie.

„Aber genau darum geht es doch“, entgegnete er eifrig. „Dass deine Nerven wieder automatisch reagieren. Du hast dein Bein ganz normal bewegt!“

Konstantin ist wirklich der beste Freund, den ich mir vorstellen kann, dachte Marlene. Immer wieder versuchte er, sie aufzubauen. Wäre das schön, wenn er recht hätte! Und sie ihr Bein wirklich spontan bewegt hätte. Und … Wenn er mehr wäre als nur ihr bester Freund …

2. KAPITEL

Nachdem er Marlene Mut zugesprochen hatte, musste sich Konstantin gleich um die nächste Frau kümmern, die Unterstützung brauchte: seine Mutter. Doris war am Boden zerstört. Sie hatte das Gefühl, dass kein Mann sie um ihretwillen liebte, sondern dass alle nur auf ihr Geld aus waren.

„Dein Vater!“, rief sie anklagend. „Und dieser eingebildete …“ Sie brach ab. Die Geschichte mit Grosswihler war ihr zu peinlich. „Ich habe alles verschenkt“, klagte sie nun. „Alles dahingegeben für meine große Liebe.“ Damit meinte sie Werner. „Aber der wird sich noch wundern. Wenn er so weitermacht, heirate ich ihn nicht. Dann gehört der Fürstenhof mir, und ich mache, was ich will.“

„Aber dein großes Glück war doch immer, ihn zu heiraten?“, entgegnete Konstantin erstaunt. Er verstand Doris’ Problem nicht. „Du liebst Werner, und du bekommst ihn. Und er hat ganz offensichtlich nichts dagegen.“

„Aber liebt er mich auch?“, jammerte sie. „Das muss ich herausfinden!“

„Frau van Norden?“ Doris war bei der Pferdekoppel und hatte missmutig vor sich hin gestarrt. Nun fuhr sie herum. Vor ihr stand niemand anderes als Grosswihler. „Es tut mir leid, ich wollte Sie nicht erschrecken. Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.“ Reserviert sah sie ihn an. „Es war grob von mir, einfach abreisen zu wollen. Und ich verstehe, dass Sie sich ausgenutzt fühlen. Das war nicht meine Absicht.“

„Das ist es nie.“ Bitter lachte sie auf.

„Keine Floskeln mehr.“ Er atmete tief durch. „Ich muss Ihnen ein Geständnis machen: Ich schätze Sie nicht nur als Geschäftspartnerin, sondern auch als Frau.“ Skeptisch runzelte sie die Stirn – immerhin hatten sie eine Menge geschäftlicher Differenzen gehabt in der Vergangenheit. „Trotzdem habe ich es jedes Mal genossen, mit Ihnen zu tun zu haben“, beteuerte er. „Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Werner Saalfeld hat Sie nicht verdient. Weder Ihre Liebe noch Ihr ungeheuer großzügiges Hochzeitsgeschenk.“ Sie seufzte. „Aber sobald wahre Liebe ins Spiel kommt, ist das wahrscheinlich so“, fuhr er fort. „Da gibt man sich eben bedingungslos hin.“

„Und ich dachte immer, nur wir Frauen wären so hoffnungslos idealistisch“, meinte sie spöttisch. „Da wir gerade beim Beichten sind, verrate ich Ihnen auch mal was …“

Grosswihler war ganz Ohr.

Kurz darauf tauchte Grosswihler zu Werners Verblüffung wieder an der Rezeption auf, verlangte die Suite und wollte für den Abend im Restaurant einen Tisch für zwei Personen reservieren.

„Leider müssen Sie schon wieder auf Ihre Verlobte verzichten“, sagte Grosswihler und grinste den Senior an.

Der war kurz davor, vor Wut zu explodieren. „Ich warne Sie!“, knurrte er. „Wenn Sie hier mit Ihrer Bank eine krumme Tour versuchen …“

„Es geht ausnahmsweise nicht ums Geld“, unterbrach ihn der Schweizer. „Jedenfalls nicht nur. Denn sobald eine schöne Frau ins Spiel kommt … Ich gebe Ihnen den guten Rat, sich Ihrer Verlobten nicht zu sicher zu sein.“

„Da seien Sie unbesorgt.“ Werner lachte auf. „Doris liebt mich seit sehr langer Zeit. Das verbindet.“

„Trotzdem weiß man nie, wer sich am Ende für wen entscheidet“, wandte Grosswihler ein.

„Was wollen Sie damit sagen?“ Werner funkelte ihn an.

„Möge der Bessere gewinnen!“ Dem Senior verschlug es kurz die Sprache. Grosswihler drohte allen Ernstes damit, ihm die Frau ausspannen zu wollen? „Frau van Norden ist nun einmal sehr attraktiv. Und noch nicht verheiratet.“

Werner war außer sich vor Zorn. Und er konnte Grosswihler nicht einmal daran hindern, wieder im Fürstenhof einzuchecken, Doris hatte ihm bereits eine Suite versprochen.

„Du bist für ihn doch nur Mittel zum Zweck, um sich den Fürstenhof unter den Nagel zu reißen!“, herrschte Werner seine Verlobte an.

„Was bei dir ja vollkommen anders ist“, erwiderte sie bissig.

„Ich liebe dich“, sagte er ernst. „Und das weißt du auch.“

Kurz geriet sie ins Schwanken, riss sich dann aber wieder zusammen. „Ich brauche auch eine berufliche Perspektive“, erklärte sie. „Und die bietet Grosswihler mir – im Gegensatz zu dir. Denn dir wäre es doch am liebsten, ich hätte als Geschäftsführerin gar nichts zu sagen.“

„Diese Pferdezucht!“ Er schnaubte verächtlich. „Was für eine schwachsinnige Idee!“

„Du bist tatsächlich eifersüchtig.“ Amüsiert betrachtete sie ihn.

„Hätte ich denn Grund dazu?“

„Er hat mich jedenfalls zum Picknick eingeladen.“ Sie genoss es, mit Werner zu spielen. Und zum Abendessen war sie auch mit Grosswihler verabredet. „Wir bauen zusammen ein Unternehmen auf. Da gibt es nun mal einiges zu besprechen.“

„Wie willst du denn in dieses Gestüt einsteigen, ohne Geld?“, fragte er giftig.

„Vielleicht habe ich ja bald welches“, antwortete sie vieldeutig. „Dir ist das Hotel ja sowieso wichtiger als ich.“

„Grosswihler doch auch“, platzte er heraus und hätte sich im nächsten Moment natürlich am liebsten auf die Zunge gebissen.

Traurig sah sie ihn an. „Deshalb erwarte ich, dass die Bedingung bald erfüllt wird, die mit meinem großzügigen Geschenk verbunden ist“, sagte sie dann.

„Ich heirate dich ja!“, rief er genervt. „Du wolltest doch warten mit einem neuen Termin!“

„Damit du endlich deine Gefühle klären kannst“, meinte sie verletzt. „Und bis dahin bin ich ein freier Mensch.“

Langsam wusste sich Werner nicht mehr zu helfen. Also vertraute er sich seiner Exfrau an. Charlotte musste lachen, als sie hörte, dass ausgerechnet Grosswihler Doris van Norden nachstieg.

„Die Lage ist ernst“, meinte Werner übellaunig. Er hatte sich überlegt, dass es besser wäre, wenn er die Tagungsteilnehmer zusammen mit Doris begrüßen würde und nicht mit Charlotte. „Ich weiß, wir haben es dir und deinem Bekannten zu verdanken, dass die Konferenzen überhaupt hier stattfinden. Aber ich möchte Doris’ Eifersucht nicht noch weiter anheizen.“

„Von mir aus gern.“ Charlotte war es wirklich egal. „Aber ob du mit so einer kosmetischen Aktion die Lage zwischen euch wirklich entspannen kannst?“

„Es wäre immerhin ein Anfang“, sagte er. „Seit der Quarantäne, seit wir beide uns so intensiv um Alexander gekümmert haben, nimmt Doris mir alles krumm. Jede Kleinigkeit!“

„Sie spürt nun mal die alten Bindungen …“

Dem hatte er nichts hinzuzufügen.

Doris hingegen saß zur gleichen Zeit mit Grosswihler beim Picknick. Und der ließ seinen ganzen Charme spielen. Sie genoss es, so von ihm umworben zu werden. Und dass er ihr bei der Polopferdezucht vollkommen freie Hand lassen wollte, gefiel ihr auch.

„Wo ich allerdings noch ein kleines Problem sehe, ist die Finanzierung des Projekts“, sagte er. „Zumindest bei Ihrem Anteil, da Ihnen der Fürstenhof nicht mehr gehört.“

„Geht es Ihnen um mich oder um mein Geld?“ Wie beiläufig legte sie ihm eine Hand auf den Arm.

„Ich bin so vermögend, dass Geld mich nicht mehr interessiert“, antwortete er. „Aber ich bin auch Geschäftsmann und kein Narr. Mir ist vollkommen klar, dass Sie mich benutzen, um die Liebe Ihres Zukünftigen auf die Probe zu stellen. Und das akzeptiere ich, unter einer Bedingung: Ich bekomme eine echte Chance, Ihr Herz zu gewinnen.“

„Selbstverständlich.“ Sie lächelte ihr schönstes Lächeln.

Als Werner sie darum bat, am Abend gemeinsam mit ihm die Tagungsgäste zu begrüßen, machte es ihr den allergrößten Spaß, ihm eine Abfuhr zu erteilen: Sie habe keine Zeit, erklärte sie, weil sie mit Herrn Grosswihler zum Essen verabredet sei, das wisse er doch.

„Aber deine reizende Exfrau kann das doch sicher übernehmen“, meinte sie dann betont unschuldig. „Euch beide verbindet doch so viel. Vor allem die Sorge um euer gemeinsames Lebenswerk …“

André hatte sich mit Sabrina zusammengesetzt, um die Idee mit der Senfproduktion noch einmal in Ruhe durchzusprechen. Seine Tochter hatte hochfliegende Pläne.

„Mein Motto ist: Think big!“, sagte sie. Deswegen hatte sie auch so viele Säcke mit Senfkörnern bestellt – die könnten für die nächsten Jahre reichen. „Fliege mit dem Adler und kratze nicht im Dreck wie ein Huhn.“

„In diesem Fall haben sie dir die Flügel aber ziemlich gestutzt“, fand André.

„Ich komme schon wieder auf die Beine, keine Sorge“, meinte sie.

„Wenn das wirklich so einfach wäre, wärst du nicht hier.“

Sie stöhnte auf. „Was ist denn jetzt? Entwickeln wir zusammen ein Rezept für den ultimativen Gourmetsenf?“

„Nur, wenn du mir ab jetzt zuhörst“, verlangte er. „Und bereit bist, auch mal kleinere Brötchen zu backen.“

„Solange wir erfolgreich sind …“, erwiderte sie halbherzig.

Als Erstes schleppte André seine Tochter mit in die Küche. Es gab genug vorzubereiten, und er erwartete, dass sich Sabrina nützlich machte – als Gegenleistung dafür, dass er sie bei ihrer Senfproduktion unterstützen würde. Natürlich murrte sie, als er ihr kiloweise Kartoffeln zu schälen gab. Aber hatte sie eine Wahl?

Die Teilnehmer der Tagung waren inzwischen angereist, zum ersten Mal seit dem Ausbruch des Virus waren alle Zimmer des Hotels wieder belegt. Und jeder wurde an seinem Platz gebraucht – was auch bedeutete, dass Konstantin heute Abend hinter der Bar stehen musste und Natascha bei ihrem Auftritt nicht begleiten konnte.

„Ich singe heute Abend mit Klavierbegleitung“, winkte sie ab. Sie war sich sicher, dass sie Marlene noch einmal davon würde überzeugen können, gemeinsam mit ihr ein Konzert zu geben. Die Befreiungsversuche ihrer Tochter nahm sie ohnehin nicht ernst.

Aber Marlene war schon mit Mandy verabredet, um zu einer kleinen Schmuckmesse nach München zu fahren. Sie hoffte, dort einigen Leuten ihre Entwürfe zeigen zu können – schließlich hatte sie vor, sich mit der Herstellung von Schmuckstücken selbstständig zu machen.

„Du musst absagen“, rief Natascha, als sie von den Plänen ihrer Tochter hörte. „Ich brauche dich heute Abend.“

„Ich muss gar nichts“, protestierte Marlene.

Ihre Mutter spürte, dass sie auf diesem Weg nicht weiterkam, und änderte die Taktik. „Ich weiß, dass du mich nicht mehr begleiten möchtest. Aber heute geht es nicht anders. Ich habe sonst niemanden.“

„Das ist dein Problem“, stellte Marlene fest.

„Du glaubst doch wohl nicht, dass dir auf der Messe jemand etwas von deinem Zeug abkauft!“, platzte Natascha da heraus.

„Warum nicht?“ Mandy gefielen Marlenes Sachen schließlich auch.

„Also bitte!“ Natascha schnaubte abfällig. „Das ist doch nur so dahingesagt. Du denkst doch wohl nicht im Ernst, dass du aus diesem Hobby einen Beruf machen könntest?!“

„Ich habe Spaß daran, Schmuck zu entwerfen!“, verteidigte sich Marlene. „Und ich spüre, dass ich Talent habe. Natürlich muss ich noch viel lernen …“

„Baby, das ist eine Laune“, fiel ihre Mutter ihr ins Wort. „Aber keine ernsthafte Perspektive. Du möchtest auf eigenen Beinen stehen, okay. Aber doch nicht mit irgendwelchen Basteleien wie von einer Zwölfjährigen.“ Marlene war sichtlich getroffen. „Glaub mir: Du hast eine Begabung, und zwar eine große: die für die Musik. Daran darfst du nicht zweifeln.“

„Vielleicht habe ich genau so eine Begabung für Design“, entgegnete Marlene schwach.

„Bitte!“, rief Natascha theatralisch. „Wirf dein Leben nicht weg! Nur, weil du dir eingeredet hast, du müsstest dich von deiner dominanten Mutter lösen.“

„Dir geht es doch gar nicht um mich, sondern um deinen Auftritt!“ Marlene war nun sauer geworden. „Aber ohne mich! Ich fahre mit Mandy nach München!“

Wütend klemmte sich Natascha ans Telefon, um über eine Agentur eine Ersatzpianistin zu finden. Es war gar nicht so einfach, aber schließlich gelang es ihr. Konstantin amüsierte es, Natascha wie eine Furie zu sehen.

„Marlene braucht nun einmal Abstand von ihrer Mutter“, sagte er.

„Soll sie haben“, giftete Natascha. „Aber nicht heute Abend.“ Er schmunzelte, und sie beruhigte sich ein wenig. „Schon kapiert, ich bin zu fordernd.“

„Die Einsicht kommt dir ja früh.“ Er grinste ironisch.

Plötzlich wurde sie ungewohnt ernst. „Hoffentlich habe ich ihr mit meiner Art nicht die Freude an der Musik verdorben. Das wäre wirklich schade.“ Sie glaubte nach wie vor, dass das Klavierspiel Marlenes eigentliche Berufung war.

„Marlene ist eine wundervolle Pianistin“, pflichtete Konstantin ihr bei. „Und sie hat ein Talent zum Schmuckdesign.“ Natascha verdrehte genervt die Augen. „Ich wünsche ihr, dass sie glücklich ist“, fuhr er fort. „Ob mit Musik, Schmuck oder was auch immer.“

Für Marlene fühlte es sich komisch an, Nein zu sagen, wenn ihre Mutter Hilfe brauchte. Aber es ärgerte sie einfach so sehr, dass Natascha immer noch dachte, sie müsse nur rufen, und Marlene sprang sofort. Diese Zeiten waren vorbei. Trotzdem musste Marlene aufpassen, dass sie zwei Dinge nicht miteinander vermischte: die Musik und ihre Schwierigkeiten mit ihrer Mutter. Das war gar nicht so einfach …

„Ich hatte dir ja gesagt, dass du sie nicht mit einer reinen Alibi-Aktion besänftigen wirst.“ Charlotte wunderte sich nicht, dass Doris es vorzog, mit Grosswihler zu essen, anstatt die Tagungsgäste zu begrüßen.

„Es war eine Versöhnungsgeste!“, empörte sich Werner. „Die sie einfach ignoriert hat.“

„Du wirst dir etwas anderes einfallen lassen müssen“, meinte Charlotte.

Aber er dachte gar nicht daran, vor Doris zu Kreuze zu kriechen. „Das sind doch alles nur alberne Spielchen.“

„Aus denen schnell ernst werden könnte“, erwiderte Charlotte. „Was ist, wenn sie dich plötzlich nicht mehr heiraten will? Dann gehört ihr hier am Ende alles.“

Aber das glaubte Werner nicht. Doris liebte ihn, schon seit Ewigkeiten.

Natürlich geriet Natascha mit der Ersatzpianistin, die sie über eine Agentur gefunden hatte, sofort in Streit. Nichts passte ihr, und sie beleidigte die Musikerin in ihrem Ärger sehr. Marlene, die zufällig an der Pianobar vorbeigegangen war, bekam die Auseinandersetzung mit. Ihre Mutter, wie sie leibte und lebte! Kein Wunder, dass Natascha die meisten Menschen, die mit ihr zusammenarbeiteten, vergrault hatte. Auch bei dieser Pianistin würde das schnell der Fall sein.

Seufzend griff Marlene zum Handy, um Mandy abzusagen. Aber die war ganz froh, dass Marlene den Besuch auf der Schmuckmesse verschieben wollte – sie hatte nämlich spontan eine Kundin für eine Kosmetikbehandlung. Insofern war alles in Ordnung, und Marlene konnte ihrer Mutter anbieten, sie heute Abend bei dem Konzert zu begleiten. Das war Nataschas Rettung: Denn die andere Pianistin hatte sich bereits wieder verabschiedet.

„Marlene ist ein gutes Kind“, stellte Natascha fest, als sie sich in Konstantins Gesellschaft vor dem Auftritt in ihrem Zimmer entspannte. „Wenn es hart auf hart kommt, weiß sie, wo sie hingehört.“ Sie wollte noch ein bisschen schlafen. Das Einsingen konnte sie sich heute sparen – mit Marlene am Klavier würde nicht das Geringste schiefgehen.

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