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Liebe dich selbst, als hinge dein Leben davon ab

Für James, Kristine, Sajid, Sal Sydney und Gideon.
Ihr habt dieses Buch verwirklicht. Ich danke euch.

WARUM DIESES BUCH LESEN?

Um ein Haar hätte ich Liebe dich selbst, als hinge dein Leben davon ab gar nicht veröffentlicht. Ich hatte eine Riesenangst davor. Hier war ich nun, ein CEO, für den nach dem Bankrott seiner Firma die Welt zusammengebrochen war, und schrieb ein Buch darüber, wie Selbstliebe mich gerettet hatte. Wahrscheinlich machte ich mich zur Lachnummer und verpasste meiner Karriere den Todesstoß.

Doch ich habe mich meinen Ängsten gestellt und meine Wahrheit mit der Welt geteilt. Was dann geschah, veränderte mein Leben.

Das Buch ging viral und verbreitete sich rasend schnell. Wunderbare Menschen überall teilten es online und in den sozialen Medien. Sie verschenkten es an Freunde und Verwandte. Sie schrieben begeisterte Rezensionen. Für einige von ihnen war es ein Lebensretter. Andere liebten sich nach der Lektüre zum allerersten Mal selbst.

Wenn ich daran denke, wie kurz davor ich war, meinen Ängsten nachzugeben. Eine wichtige Lektion fürs Leben.

Viele Leser kontaktierten mich und berichteten mir, wie sie meine Ratschläge umgesetzt hatten. Sie stellten Fragen, die mir etwas klarmachten. Was ich an sie weitergegeben hatte, reichte ungeachtet des Erfolges noch nicht aus. Um eine bleibende Wirkung zu erzielen, musste ich tiefer gehen und noch mehr von mir preisgeben. Ich war es diesem Buch schuldig. Ich war es allen schuldig, die es lesen würden.

Sieben Jahre nach der Erstveröffentlichung des Textes liegt es nun vor. Alle Fragen, die mich erreicht haben, werden darin geklärt. Wenn ihr das Buch zu Ende gelesen habt, werdet ihr nicht nur darauf eingeschworen sein, euch selbst zu lieben, sondern auch genau wissen, wie ihr es bewerkstelligt. Und was am allerwichtigsten ist, wie ihr es auf Dauer tun könnt.

Teil I, »Der Schwur«, ist die Originalversion in einer erweiterten Fassung – alles, was ich mir damals gewünscht hatte, als ich am Boden lag. Ganz sachlich, ohne jeden Schnickschnack. Nur die einfache und praktische Wahrheit. Ihr könnt es lesen und euer Leben umkrempeln.

Teil II, »Die Anleitung«, ist neu. In ihr ist die Praxis der Selbstliebe dargelegt, die ich im Laufe der Jahre verfeinert habe. Im Anschluss zeigt sie euch, wie ihr Selbstliebe auf die nächste Ebene hebt. Alles hier ist unkompliziert und effektiv. Kurz gesagt: ein Schritt-für-Schritt-Ratgeber, wie man sich selbst liebt. Noch etwas, wovon ich wünschte, es hätte mir damals jemand in die Hand gedrückt.

Teil III, »Die Lektion«, ist das Protokoll einer Zeit, in der ich am Boden lag. Darin lege ich offen, wie ich alles aus diesem Buch umgesetzt habe, um zu gesunden und wieder aufzustehen. Ihr werdet meine innere und äußere Reise mitverfolgen, was ich richtig gemacht und welche Fehler ich begangen habe. Da wir aus Geschichten oft am besten lernen, wird euch das Miterleben meiner Verwandlung helfen, euch selbst zu verwandeln.

Ich teile mein Leben in die Zeit vor und nach meinem Schwur, mich selbst zu lieben. Ich kann mir keine bessere Lebensweise vorstellen. Versucht es bitte. Es funktioniert.

TEIL I:
DER SCHWUR

WIE ES BEGANN

Im Dezember 2011 nahm ich am Renaissance Weekend in Charleston, South Carolina teil. Nicht das, was Sie denken – keine Ritterturniere oder holden Jungfern. Stattdessen eine exklusive Konferenz mit Führungskräften aus dem Silicon Valley und aus New York, mit Hollywood-Typen aus Los Angeles und Politikern samt Mitarbeiterstab aus Washington, DC. Es läuft ähnlich ab wie bei TED-Talks, nur ist jeder dazu angehalten, an Diskussionsforen teilzunehmen oder eben einen Vortrag zu halten. Bei der Anmeldung wird nach Auszeichnungen und Würdigungen gefragt und als Beispiel der Nobelpreis angegeben. Wirklich wahr.

Ich habe keine nennenswerten Auszeichnungen vorzuweisen. Auch keine Ahnentafel. Keine klingenden Firmennamen wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley auf meiner Visitenkarte. Als der Begründer der Veranstaltung mich vor meinem Vortrag dem Publikum vorstellte – das mir zugeteilte Thema lautete: »Wenn ich tun könnte, was ich wollte …« –, sagte er: »Kamal kann nicht still sitzen. Ob als Infanterist in der US-Armee, beim Bergsteigen im Himalaya oder wenn er ganz Spanien auf einem historischen Pilgerweg durchwandert, er ist immer in Bewegung.«

Er hatte gut recherchiert. An den Rest erinnere ich mich nicht, nur an seinen letzten Satz: »Er wird uns bestimmt etwas Interessantes zu berichten haben.«

Ich hatte genau zwei Minuten, um aufs Podium zu steigen und mich an ein Publikum zu wenden, das aus Wissenschaftlern, Pentagon-Amtsträgern, Politikern und CEOs bestand – allesamt viel qualifizierter als ich, um über so gut wie alles zu sprechen. Mein Vorredner war der jüngste Student, der je seinen Abschluss am Massachusetts Institute of Technology gemacht hatte. Natürlich mit Auszeichnung.

Es ist interessant, was einem in solchen Momenten durch den Kopf geht. Die Zeit verlangsamt sich, ja. Es war fast schon ein Klischee. Es gibt nur noch das Podium und das Mikrofon. Man steigt hinauf. Man erkennt das Publikum nur noch verschwommen, wie unscharf eingestellt. Die Uhr tickt.

Und dann wusste ich, was ich tun würde. Ich würde den Menschen etwas bieten, das niemand sonst ihnen bieten konnte. Meine Wahrheit. Etwas, das ich nur aus persönlicher Erfahrung gelernt hatte. Etwas, das mich gerettet hatte. Ich sah das Publikum jetzt wieder scharf.

»Wenn ich tun könnte, was ich wollte«, sagte ich ins Mikrofon, »würde ich das Geheimnis des Lebens mit der Welt teilen.« Gelächter aus dem Publikum. »Ich habe es erst vor wenigen Monaten ergründet.«

In den folgenden zwei Minuten sprach ich über den Sommer zuvor, als ich sehr krank gewesen war und kaum aus dem Bett aufstehen konnte. Die Firma, die ich vor vier Jahren aus dem Nichts aufgebaut hatte, war in Konkurs gegangen, ich hatte gerade eine Trennung durchgemacht, und eine liebe Freundin war plötzlich gestorben.

»Zu behaupten, dass ich deprimiert war«, sagte ich, »wäre die Untertreibung des Jahres gewesen.«

Ich erzählte ihnen von dem Abend, an dem ich noch spät wach war, auf Facebook herumsurfte, mir weinend Fotos meiner verstorbenen Freundin anschaute, mich nur noch elend fühlte und sie vermisste. Ich erzählte ihnen davon, wie ich am nächsten Morgen aufgewacht war und es nicht länger ertragen wollte, und von dem Schwur, den ich ablegte, und wie er alles veränderte. Innerhalb von Tagen ging es mir besser. Körperlich und seelisch. Doch was mich überraschte, war, wie mein Leben von ganz allein besser wurde. Innerhalb eines Monats hatte es sich vollkommen verwandelt. Dabei war die einzige Konstante der Schwur, den ich abgelegt hatte, und dass ich mich an ihn gehalten hatte.

Nach dem Vortrag und bis zum Ende der Konferenz nahmen mich Leute beiseite und sagten mir, wie viel es ihnen bedeutete, wovon ich berichtet hatte. Eine Frau sagte mir, ihr sei, während sie im Publikum saß und mir zuhörte, klar geworden, dass sie genau aus dem Grund hergekommen war. Dabei hatte ich nicht mehr getan, als eine Wahrheit, die ich erfahren hatte, mit anderen zu teilen.

Einen Monat später machte ein Freund von mir eine schwierige Phase durch. Also schrieb ich rasch auf, was ich in jenem Sommer getan hatte, und schickte es ihm. Es half ihm sehr. Monate später mailte ich es James Altucher, meinem Lieblingsblogger, der zugleich ein lieber Freund von mir ist. Er antwortete mir und bot mir an, es als Gastbeitrag auf seinem Blog zu bringen.

Natürlich lehnte ich ab.

Um ehrlich zu sein, ich wurde panisch. Viele meiner Freunde lasen diesen Blog. Ich bin Unternehmer im Silicon Valley. Es ist okay, wenn ich Artikel über Start-ups verfasse. Aber über so was?

Aber du musst, schrieb James zurück. Das ist die einzig wichtige Nachricht.

Ich vertraute ihm meine Befürchtungen an. Was würden die Leute denken? Seine Antwort lautete – und ich werde sie nie vergessen und ihm ewig dankbar dafür sein –: Ich poste inzwischen keinen Beitrag mehr, bei dem ich mir keine Sorgen mache, was die Leute von mir denken könnten.

Also trafen wir eine Abmachung. Ich hatte Notizen darüber aufbewahrt, was ich gelernt hatte, über meine Praxis, meine Erfolge und Misserfolge. Ich würde das alles zu einem Buch zusammenstellen und es ihm schicken. Wenn es ihm gefiele, würde ich es veröffentlichen.

Und hier sind wir nun.

WORUM GEHT ES?

Liebe dich selbst. Es ist der Satz, den deine Mutter dir gesagt hat, den Selbsthilfebücher so oft wiederholen, dass er schon zum Klischee geworden ist. Aber es gibt einen Unterschied. Dies ist kein Lippenbekenntnis. Es geht nicht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Es ist das, was ich aus eigener Erfahrung gelernt habe und was mich meiner Überzeugung nach gerettet hat. Und es geht noch um mehr als das, nämlich darum, wie ich es in Angriff genommen habe. Vieles davon ist so einfach, dass es schon idiotisch erscheint. Aber in Einfachheit liegt Wahrheit. In Einfachheit liegt Macht.

Ich möchte mit dem ersten Entwurf starten, den ich meinem Freund geschickt habe. Es sind meine gesammelten Gedanken über all das, was ich gelernt habe, was funktioniert hat und was nicht. Was mir gelungen ist und woran ich jeden Tag scheitere.

Wie mich ein kluger Freund stets gern erinnert, handelt es sich um eine Übungspraxis. Du gehst nicht nur ein einziges Mal ins Fitnessstudio und denkst, damit hat es sich getan. Genauso ist es hier auch. Meditation ist Übung. Sport zu machen ist Übung. Sich selbst zu lieben, vielleicht das Allerwichtigste, ist Übung.

Die Wahrheit lautet, dich selbst mit derselben Intensität zu lieben, mit der du dich an einer Klippe hochziehen würdest, an die du dich nur noch mit den Fingerspitzen klammerst. Als hinge dein Leben davon ab. Sobald du diesen Weg gehst, ist es nicht schwer. Du brauchst den Entschluss, es zu tun, und ich lasse dich daran teilhaben, wie ich es geschafft habe.

Für mich war es eine Transformation, und ich weiß, es wird dich genauso verändern.

DER ANFANG

Ich war in schlechter Verfassung. Todunglücklich. Es gab Tage, an denen ich mit zugezogenen Vorhängen im Bett lag, während der Morgen draußen allmählich zur Nacht und wieder zum Morgen wurde und ich mich einfach mit nichts befassen wollte. Nicht mit meinen Gedanken. Mit meiner Krankheit. Mit meinem Kummer. Mit dem Zusammenbruch meiner Firma. Mit … dem … Leben.

Folgendes hat mich gerettet.

Ich hatte meine Schmerzgrenze überschritten. Ich erinnere mich gut. Ich konnte nicht mehr. Ich war fertig. Fertig mit allem. Mit dieser Trauer, diesem Schmerz, dieser Angst, diesem Ich-Sein. Ich hatte es satt, ich war fertig.

Fertig. Fertig. Fertig.

In dieser Verzweiflung stieg ich aus dem Bett, wankte an meinen Schreibtisch, schlug mein Notizbuch auf und schrieb:

An diesem Tag schwöre ich mir selbst, mich zu lieben, mich wie einen Menschen zu behandeln, den ich zutiefst und aufrichtig liebe – in meinen Gedanken, in meinem Tun, in den Entscheidungen, die ich treffe, in den Erfahrungen, die ich sammele, in jedem Moment, in dem ich bei Bewusstsein bin, treffe ich die Entscheidung: ICH LIEBE MICH SELBST.

Mehr gab es nicht zu sagen. Wie lange ich zum Niederschreiben brauchte? Weniger als eine Minute. Aber es fühlte sich so intensiv an, als würde ich die Worte durchs Papier ritzen, in die Schreibtischplatte hinein. Ich war von mir selbst angewidert. Ich liebte einen anderen Menschen, aber was war mit mir? Von nun an würde ich mich nur auf diesen einen Gedanken konzentrieren. Für mich.

Wie ich mich selbst lieben sollte, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass ich mir etwas geschworen hatte – etwas, das viel größer war als ein Wunsch oder ein Verlangen, eine Idee oder ein Vorsatz. Ein Schwur. Ich würde mich voll reinknien oder beim Versuch draufgehen. Dazwischen gab es nichts.

In meinem Schlafzimmer, im Dunkeln, in einer Stadt, die keinen Schimmer von meiner Entscheidung hatte, begab ich mich also daran, mich selbst zu lieben.

Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Deshalb tat ich das Einfachste, was mir einfiel. Und was wichtig ist: etwas, das ich tun konnte, egal, wie schlecht ich mich fühlte. Ich fing an, mir zu sagen: Ich liebe mich selbst. Ein Gedanke, den ich immer wieder wiederholte. Zuerst lag ich stundenlang im Bett und sagte: Ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst …

Natürlich schweiften meine Gedanken in alle Himmelsrichtungen ab, doch immer, wenn ich es bemerkte, kam ich darauf zurück, zu wiederholen: Ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst … und so ging es weiter.

Zuerst im Bett, dann beim Duschen, dann, wenn ich online war, dann im Gespräch mit jemandem, immer sagte ich mir in Gedanken: Ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst. Es wurde mein Anker, das einzig Wahrhaftige.

Dann fügte ich alles hinzu, was funktionieren könnte, und wenn es das tat, behielt ich es bei. Wenn nicht, rangierte ich es wieder aus. Im Handumdrehen hatte ich eine einfache Übung geschaffen, die meine Selbstliebe auf eine ganz neue Ebene hob. Ich setzte alles auf eine Karte. Es gab kein Zurück mehr.

Mir ging es immer besser. Mein Körper gesundete schneller. Mir wurde leichter ums Herz. Doch was ich nie erwartet oder mir vorgestellt hätte: Mein Leben wurde besser. Aber nicht einfach nur besser, sondern es geschahen abenteuerliche Dinge, die für mich eigentlich unerreichbar waren, Dinge, die ich mir nie erträumt hätte. Es war, als würde das Leben mir sagen: »Endlich, du Trottel. Jetzt zeig ich dir, dass du dich richtig entschieden hast.«

Menschen traten in mein Leben, Chancen ergaben sich, ich ertappte mich dabei, wie ich das Wort »Magie« benutzte, um zu beschreiben, was geschah.

Und während der ganzen Zeit wiederholte ich im Geiste immer wieder: Ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst. Ich übte weiter.

In weniger als einem Monat war ich gesund, ich war wieder fit, ich war glücklich, ich lächelte. Fantastische Menschen traten in mein Leben, Probleme erledigten sich von allein. Und die ganze Zeit über, ob ich am Computer saß oder in einem Meeting, sagte ich mir in Gedanken: Ich liebe mich selbst.

Ehrlich gesagt glaubte ich anfangs nicht, dass ich mich selbst liebte. Wie viele von uns tun das schon? Aber was ich glaubte, spielte keine Rolle. Wichtig war, es zu tun, und ich tat es auf die einfachste Art und Weise, die mir möglich war: Indem ich mich immer und immer wieder und immer wieder auf diesen einen Gedanken konzentrierte, bis er sich mir eingeprägt hatte.

Stell es dir einmal vor. Stell dir vor, du ertappst dich plötzlich dabei, wie du dich völlig mühelos selbst liebst. Es ist, als würde man einen Sonnenuntergang gerade noch so aus den Augenwinkeln erhaschen. Es wird dich innehalten lassen.

WARUM LIEBEN?

Warum nicht »Ich mag mich selbst« oder »Ich akzeptiere mich selbst«? Warum bloß, warum nur muss es ausgerechnet »lieben« sein?

Meine Theorie ist folgende: Weil wir schon als Baby Liebe erfahren, kennt die Seele das Gefühl auf einer elementaren, sogar archaischen Ebene. Deshalb hat »Liebe« anders als die meisten Worte die Fähigkeit, sich am Bewusstsein vorbei ins Unbewusste zu schleichen, wo Wunder geschehen.

Und wenn ich mir nicht glaube, dass ich mich selbst liebe? Macht nichts. Deine Rolle besteht darin, nach und nach den Pfad zu ebnen, um die Verbindungen deiner Neurone zu verstärken. Das Gehirn verfügt bereits über eine starke neuronale Verschaltung für die Liebe. Der Körper kennt sie auch. Er weiß, dass Liebe ihn ernährt, dass Liebe sanft ist und uns annimmt. Er weiß um die Heilsamkeit der Liebe.

Deshalb musst du dich darum nicht kümmern. Dein Job ist nur, dich selbst zu lieben. Zutiefst und aufrichtig. Fühl es. Immer wieder. Mach es zu deinem einzigen Fokus. Körper und Geist werden automatisch darauf ansprechen. Sie haben gar keine andere Wahl.

Und hier ist das Beste daran, was mich beim Schreiben direkt zum Lächeln bringt: Indem du dich liebst, liebt das Leben dich zurück. Es kann einfach nicht anders. Wie es funktioniert, kann ich nicht erklären, aber ich weiß, dass es wahr ist.

Wenn ihr euch also dabei ertappt, wie ihr euer Leben als magisch beschreibt, habt ihr verstanden, worüber ich spreche.

DIE ÜBUNG

Ich habe aufzuschlüsseln versucht, was für mich funktionierte. Und wie man es wiederholen kann. Es läuft auf vier Dinge hinaus, die ich euch zeigen möchte:

  1. Die Gedankenschleife

  2. Eine Meditation

  3. Der Spiegel

  4. Eine Frage

Alle vier Punkte bringen mich behutsam auf den Weg zur Selbstliebe zurück. Das ist das Schöne an der Übung. Sie ist simpel, sie ist praktisch, und die Ergebnisse sind weit bedeutender, als ihr euch vorstellen könnt. Denn wenn du dich selbst zutiefst und aufrichtig lieben würdest, beschränkst du dein Leben dann auf das, was du zuvor für möglich gehalten hast? Nein. Du würdest dich selbst von den Socken hauen.

Es gibt nur eine Voraussetzung. Der leidenschaftliche Entschluss, sich selbst zu lieben. Ich befürchte, den können wir uns nicht ersparen. Und wenn ich nicht glaube, dass ich mich lieben oder – verflucht noch mal – auch nur mögen kann? Macht nichts. Wenn du es dir erarbeiten musst, ist das okay. Die Übung wirkt auf eine Art und Weise, für die das Gehirn angelegt ist. Das Gehirn hat keine andere Wahl, als sich anzupassen und zu reagieren.

Sei einfach offen für die Möglichkeit, dich selbst zu lieben. Der Rest ist leicht.

FENSTER

Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht. Wenn ihr das im Hinterkopf behaltet, wird es euer Leben verändern. Wie es meins verändert hat. Auf diesem Prinzip basiert die Übung.

Alle negativen Gedanken sind Dunkelheit. Wie du sie beseitigst? Kämpft man gegen Angst und Sorgen an? Verdrängt oder ertränkt man Trauer und Schmerz? Klappt nicht.

Stell dir stattdessen vor, du bist in einem dunklen Raum und draußen ist es hell. Dein Job besteht darin, ans Fenster zu gehen, ein Tuch hervorzuholen und anzufangen, es zu putzen. Nur zu putzen. Und schon bald kommt naturgemäß Licht herein und vertreibt die Dunkelheit.

So einfach ist es. Jedes Mal, wenn Dunkelheit sich deiner Seele bemächtigt – Furcht, Sorge, Schmerz, was auch immer –, putz das Fenster, sobald du es bemerkst. Dann wird Licht hereinströmen.

1. DIE GEDANKENSCHLEIFE

Ich sitze an meinem Schreibtisch. Durch die großen Schlafzimmerfenster funkeln die Lichter San Franciscos. Eine Coca-Cola-Leuchtreklame erlischt und baut sich Buchstabe für Buchstabe wieder auf. Auf der Market Street sehe ich Autos, rote Rücklichter. Der berühmte Turm auf den Twin Peaks wird von der Nacht verschluckt, vom Nebel verdeckt.

Solltet ihr in diesem Moment meinen Kopf öffnen und hineinschauen, würdet ihr euch vermutlich etwas nörglerisch fragen: »Hat der Junge denn gar keine Fantasie?«

Mir geht nur ein Gedanke durch den Kopf: Ich liebe mich selbst. Ich liebe mich selbst. Ich liebe mich selbst.

Seit ich den Schwur abgelegt habe, war das tagelang mein einziger Fokus. Manchmal geflüstert, manchmal stumm. Beim Zähneputzen genuschelt. Laut in der Dusche. Pausenlos. »Ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst.«

Ich habe nichts zu verlieren. Es ist alles, was ich habe. Ich liebe mich selbst, ich liebe mich selbst, alles andere ist mir scheißegal, ich liebe mich selbst.

Ich habe einmal folgende Erklärung für Gedanken wie diesen gehört: Wir als menschliche Wesen glauben, dass wir denken. Stimmt nicht. Meist erinnern wir uns. Wir durchleben Erinnerungen erneut. Wir lassen im Kopf gewohnte Muster und Schleifen ablaufen. Um glücklich zu sein, um Dinge auf die lange Bank zu schieben, um traurig zu sein. Ängste, Hoffnungen, Träume, Wünsche. Wir haben Schleifen für alles.

Diese Schleifen laufen immer wieder in uns ab, und im Gegenzug lösen sie Gefühle in uns aus. Das geschieht so automatisch, dass wir glauben, keine andere Wahl zu haben. Aber das ist bei Weitem nicht der Fall.

Du kannst dir eine Gedankenschleife wie einen Pfad vorstellen, der durch ständigen Gebrauch entstanden ist. Wie eine vom Wasser geschaffene Felsrinne. Mit der Zeit wird daraus ein Fluss.

Wenn dir ein Gedanke nur einmal in den Sinn kommt, hat er keine Macht über dich. Wenn du ihn dir immer wieder wachrufst, vor allem mit emotionaler Intensität, ihn wirklich spürst, formst du mit der Zeit ein Rinnsal für deinen mentalen Fluss. Und dann kontrolliert der Gedanke dich.

Und deshalb ist eine gezielte Gedankenschleife die Lösung. Nimm dir diesen einen Gedanken: Ich liebe mich selbst. Füge die emotionale Intensität hinzu, weil sie die Rinne schneller vertieft als alles andere. Spüre den Gedanken. Ruf ihn dir immer wieder wach. Spüre ihn. Sag ihn dir vor. Ob du es glaubst oder nicht, ist nicht wichtig, konzentriere dich nur auf den einen Gedanken. Mach ihn zu deiner Wahrheit.

Das Ziel ist also, eine Rinne zu erschaffen, die tiefer reicht als diejenigen, die mit den Jahren entstanden sind – diejenigen, die ein Gefühl von Machtlosigkeit erzeugen. Auch sie brauchten ihre Zeit. Manche haben wir schon seit der Kindheit.

Deshalb müssen wir uns bewusst dafür entscheiden. Und deshalb müssen wir auch üben. Halt dich nicht damit auf, die Rinnen der Vergangenheit zerstören zu wollen. Was du erschaffst, ist eine neue Rinne, die so mächtig ist, dass deine Gedanken ganz automatisch durch sie hindurchfließen werden.

Sicher, es braucht Zeit. Ich habe einen Monat für den Weg von Elend zu Magie gebraucht. Aber ihr werdet Veränderungen bemerken, Verschiebungen eurer Gefühle, es werden wunderbare Dinge geschehen. Rechnet damit. Es werden immer mehr und mehr, bis ihr eines Tages durch den Sonnenschein spaziert, euch gut fühlt, das Leben liebt und das Leben euch zurückliebt, und ihr werdet innehalten und feststellen, dass es jetzt euer Normalzustand ist.

Könnt ihr euch ein besseres Leben vorstellen?

2. EINE MEDITATION

Selbst wenn ihr sonst nichts tut, so tut wenigstens das. Es wird tatsächlich etwas bewirken.

Ich meditiere jeden Tag sieben Minuten lang. Warum sieben Minuten? Weil ich ein Musikstück auflege, das mir gefällt, eins, das wohltuend und ruhig ist, Klavier und Querflöte, eins, womit ich positive Gefühle verbinde und das zufällig sieben Minuten lang ist.

Ich setze mich mit dem Rücken an die Wand, setze meine Kopfhörer auf, lausche der Musik und stelle mir Galaxien und Sterne und das Universum vor und male mir aus, wie das ganze Licht aus dem Weltall in meinen Kopf und in meinen Körper fließt und dahin strömt, wo es hinströmen muss.

Ich atme langsam, natürlich. Beim Einatmen denke ich: Ich liebe mich selbst. Dann atme ich aus und lasse alle Reaktionen meines Körpers und Geists hinaus, ob Reaktionen da sind oder nicht. Das ist alles. Simpel.

Einatmen: Ich liebe mich selbst.

Ausatmen: ausatmen, was hochgekommen ist.

Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Ganz natürlich. Die Musik fließt.

Die Gedanken schweifen ab, das liegt in ihrer Natur. Wenn das passiert, nehme ich nur wahr, wo ich mich in dem Atemzug befinde. Atme ich ein, wechsele ich zu Ich liebe mich selbst. Atme ich aus, wechsele ich dazu, alles loszulassen, was in Körper und Geist vor sich geht.

Ab und zu richte ich meine Aufmerksamkeit auf das Licht, das von oben hereinfließt. Manchmal mache ich das bei jedem Einatmen. Bevor ich mich versehe, sind die sieben Minuten um und die Meditation ist vorbei.

Da ist etwas dran, an dem Gedanken, dass Licht von Galaxien und Sternen in meinen Kopf fließt. Das Konzept von Licht selbst.

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