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Lehren kompakt II

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Zur dritten Auflage

TEIL 1: ERZIEHUNGSAUFGABEN IM UNTERRICHT

Kapitel 1: Was ist mit den Jugendlichen los?

Kapitel 2: Womit Jugendliche beschäftigt sind

Entwicklungsaufgaben

Lernen

Mit der Schule kooperieren

Kapitel 3: Pädagogische Leitlinien für den Unterricht

Schulisches Umfeld

Lernklima und Disziplin

Zum Umgang mit Gewalt

Unterstützung der Individualität

Weiterführende Materialien

TEIL 2: UNTERRICHTSGESTALTUNG

Kapitel 4: Selbstgesteuertes Lernen

Merkpunkte: Wie Jugendliche beim selbstgesteuerten Lernen unterstützt werden können

Grundlagen

Wissen aufbauen

Lernumgebungen gestalten

Selbstmanagement für Jugendliche

Weiterführende Materialien

Kapitel 5: Methodik für Jugendliche

Grundsätzliches zu Methoden

Anfangen: Kennenlernen

Anfangen: Informierender Beginn

Interesse wecken: Ins Thema einsteigen

Theorie darbieten

Theorie erarbeiten

Üben, Umsetzen

Lernzielkontrollen, Zusammenfassungen, Repetition

Sich selber besser kennenlernen

Auflockerungen zwischendurch

Merkpunkte: Methodik für Jugendliche

Weiterführende Materialien

Kapitel 6: Beurteilen und Feedback geben

Zwischentests

Prüfen

Soft Skills beurteilen

Rückmeldungen geben

Motivieren

Merkpunkte für das Beurteilen und Feedbackgeben

Weiterführende Materialien

TEIL 3: JUGENDLICHE ZUR LERNLEISTUNG ANSPORNEN

Kapitel 7: Woraus Leistungsbereitschaft entsteht

Hirnbiologische Grundlagen

Die vier Dimensionen des Lernens

Die Entstehung von Leistungsmotivation

Kapitel 8: Spezifische Lernpotenziale Jugendlicher

Aufgaben der Lehrperson

Thesen und didaktische Schlussfolgerungen

Tabellarischer Überblick: Entwicklungspsychologie

Kapitel 9: Was Lehrpersonen können sollten

Kompetenzenkatalog für Lehrpersonen von Jugendlichen

Fazit

Quellenverzeichnis

Vorwort

Die Schul- und Unterrichtsforschung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Erkenntnissen zu Bedingungen und Merkmalen eines guten Unterrichts hervorgebracht. Unterdessen liegt eine kaum mehr überblickbare Fülle von empirisch gestützten Erkenntnissen vor, die aufzeigen, welche Unterrichtsmerkmale einen positiven Effekt auf die fachlichen und überfachlichen Leistungen von Schülerinnen und Schülern ausüben. Als unbestritten gilt dabei, dass sich ein guter, lernwirksamer Unterricht durch einen hohen Anteil von Lernaktivitäten der Schülerinnen und Schüler auszeichnet und dass die Lehrperson diese Prozesse fachkundig begleiten muss.

Was mitunter zu wenig bedacht wird: Wenn diese Erkenntnisse die Unterrichtsgestaltung positiv beeinflussen sollen, müssen sie zunächst Eingang in das individuelle Denken und Handeln von Lehrpersonen finden. Dabei müssen mindestens zwei Anforderungen beachtet werden:

Es braucht ein ganzheitliches und praktikables Unterrichtskonzept, das der Komplexität der Praxis gerecht wird. Dieses muss den aktuellen Stand des didaktischen und pädagogischen Wissens aufnehmen und verfügbar machen, gleichzeitig aber auch dort reflektierte Hilfestellungen anbieten, wo noch keine gesicherten Forschungsergebnisse vorliegen.

Das neue Wissen zum Lehren und Lernen muss in das Erfahrungswissen der Lehrpersonen integriert werden können – andernfalls wird es in aktuellen Handlungssituationen nicht verfügbar sein. Mit anderen Worten: Das neue Wissen muss «anschlussfähig» sein; vor allem muss es auf den speziellen beruflichen Kontext und auf praxisorientierte Fragestellungen ausgerichtet sein.

Das vorliegende Buch von Ruth Meyer erfüllt diese Ansprüche in einer vorbildlichen Art und Weise: Es basiert auf einem Unterrichtsverständnis, das die Lernaktivitäten der Lernenden und die Lernbegleitung durch die Lehrpersonen ins Zentrum rückt. Dabei liegt eine umfassende Sichtweise zugrunde, die auch pädagogische Aspekte (Erziehungsaufgaben des Unterrichts) sowie die Voraussetzungen des Lehrens und Lernens in die Reflexion einbezieht. Gleichzeitig ist das Bemühen um Anschlussfähigkeit des pädagogischen und didaktischen Wissens durchwegs spürbar: Dies zeigt sich einerseits in einer gut verständlichen Sprache, anderseits aber auch in den vielen praxisbezogenen Beispielen sowie in der starken Akzentuierung auf die Praxisfrage «Wie macht man das?» (Methodenwissen, praxisbezogenes Know-how). Und was das besondere Verdienst dieses Werks ist: Die Überlegungen sind ausgerichtet auf das anspruchsvolle Praxisfeld der Lehr- und Lernarbeit mit Jugendlichen.

Ein Buch, das Mut macht, die eigene Praxis zu überdenken, und das dazu anregen kann, neue Formen des Lehrens und Lernens in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen anzupacken und zu erproben.

Aarau, Januar 2011

Prof. Dr. Norbert Landwehr, Pädagogische Hochschule FHNW

Zur dritten Auflage

«Wer Kindern Liebe predigt, lehrt sie nicht lieben, sondern predigen.»

Alice Miller

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Müssen junge Menschen durch ihre Lehrpersonen noch erzogen werden, oder dürfen Lehrpersonen ihnen gegenüber keinesfalls erzieherisch wirken? Wie viel Disziplin braucht es, um Jugendliche optimal fördern zu können? Welche Krisen in der Jugendzeit wirken sich auf den Unterricht aus, und wie können Lehrpersonen damit umgehen? Welche Methoden sind für Jugendliche speziell geeignet? Können Jugendliche von ihrem Entwicklungsstand her überhaupt wie Erwachsene lernen? Auf solche Fragen versucht dieses Buch Antworten zu geben.

Es richtet sich also an Berufsfachschullehrerinnen und -lehrer und alle diejenigen, die mit Jugendlichen arbeiten und sie anleiten (Anbieter von 10. Schuljahren, Brückenangeboten, Übergangslösungen zwischen Schule und Beruf), Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in der Praxis sowie an Gymnasiallehrerinnen und -lehrer.

Sie finden in diesem Buch Impulse, wenn Sie

es überfliegen,

von hinten nach vorne lesen,

sich vom Index ausgehend in ein Thema vertiefen,

das Inhaltsverzeichnis nach möglichen Hinweisen für Ihre Fragestellung absuchen,

Zusatzmaterial auf der Webseite www.hep-verlag.ch betrachten.

Zu dieser Fundgrube haben für die erste und die zweite Auflage beigetragen: Karin Anand (Kantonsspital St. Gallen), Monika Gugger (Axa Winterthur Versicherung, Berufsbildung), Christa Heimgartner (Schweizerische Post, Berufsbildung), Rolf Huwyler (Bühler AG Uzwil, Berufsbildung), Irene Lehmann-Fäh (Schweizerische Post, Berufsbildung), Daniela Lüchinger (Klinik Stephanshorn St. Gallen), Claudia Räber (Räber Treuhand GmbH, Leiterin überbetriebliche Kurse) und Benno Schwizer (Stadt Zürich, Berufsbildung).

Seit der zweiten Auflage ist viel Zeit vergangen. In dieser dritten, vollständig überarbeiteten Auflage war es mir deshalb ein Anliegen, aktuellere Zahlen zur Situation der Jugendlichen zu liefern sowie die veränderte Medienwelt einzubeziehen. Auch das Thema «Lebenskompetenzen» hat sich inzwischen den längst notwendigen Raum in der Bildung verschafft.

Große Teile dieses Buches wurden aus der ersten Auflage übernommen, zu der Daniela Meyer, Flavia Stocker und Werner Henggeler mit ihren kritischen Anmerkungen und ständigen Diskussionsbereitschaft Wesentliches beigetragen haben. Der dritte Teil, den Irene Lehmann-Fäh und Heidi Ehrensperger für die zweite Auflage kritisch gegengelesen haben, blieb im Wesentlichen unverändert.

Für die dritte Auflage stand mir wiederum Irene Lehmann-Fäh (schoenerschulen.ch) mit vielen Ideen zur Methodik und zur Visualisierung bei. Ich bedanke mich herzlich für diese Unterstützung.

Ergänzend dazu kamen viele Einblicke in das aktuelle Leben von Jugendlichen in der Schweiz durch meine jugendlichen Enkel. Mit ihnen kann ich lustvoll und hautnah erleben, wie Jugendliche mit dem Internet und den Social-Media umgehen.

Juni 2019
Ruth Meyer