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Legenden des Wilden Westens 4: Christopher Columbus Slaughter

Pete Hackett

Legenden des Wilden Westens 4: Christopher Columbus Slaughter

Ein Cassiopeiapress Western nach historischen Tatsachen





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Legenden des Wilden Westens 4

Christopher Columbus Slaughter

Western von Pete Hackett

 

Ein Western-Roman um Christopher Columbus Slaughter (1837 - 1919)

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

Das ist die Geschichte von Christopher Columbus Slaughter, der sich schon mit zwanzig Jahren als Trailboss und harter Kämpfer einen besonderen Ruf erworben hatte. Als er mit 26 Jahren Cynthia Anne Jowell kennenlernte, wurde er sesshaft und erwarb eine kleine Ranch in den Hügeln nahe Palo Pinto Canyon. Doch Cynthia starb, und Slaughter wurde wieder der ruhelos Mann im Sattel.

Es ist eine Geschichte, die mit Blut geschrieben wurde …

Als C. C. Slaughter an diesem Abend des Jahres 1877 den Long Branch Saloon in Dodge City betrat, ahnte er nicht, dass er sich in den folgenden Stunden entschließen sollte, sein Leben von Grund auf zu ändern.

Die Tische waren besetzt. An der Theke drängten sich die Männer in Zweierreihe. Grölen, Johlen, Stimmendurcheinander und das helle Lachen der Animiergirls erfüllten den Saloon. Eine Wolke von Tabakqualm schlug Slaughter entgegen. Die Stimmung war ausgelassen. In den verworrenen Lärm mischte sich das Klimpern des Klaviers.

Gestern war Slaughter mit einer Herde von tausend texanischen Longhorns in Dodge angekommen. Heute Morgen hatte er sie an den Mann gebracht und die Mannschaft ausgezahlt. Und jetzt wollte sich Slaughter betrinken. Er drängte sich durch die Männer an der Theke und bestellte sich eine Flasche Whisky. Der Keeper stellte ihm die Flasche und ein Glas hin und Slaughter goss sich ein. In dem Moment, als er trank, rempelte ihn ein Mann und er schüttete sich den Whisky über Hemd und Weste. »Pass doch auf, Dummkopf!«, blaffte Slaughter, stellte das Glas auf den Schanktisch und nahm sein Halstuch ab, in dem Moment aber packte ihn der Gemaßregelte mit beiden Fäusten an der Weste und zog ihn dicht an sich heran. »Passt dir was nicht, Freundchen?« Sein Atem, der Slaughter ins Gesicht schlug, roch nach Whisky und Bier.

»Nimm die Hände von meiner Weste«, sagte Slaughter ruhig. Er war überhaupt ein ruhiger, besonnener Mann. Slaughter war neununddreißig Jahre alt, über einsachtzig groß und verfügte über breite Schultern. Er war frisch rasiert, seine Haare waren geschnitten, er hatte ein Bad hinter sich und fühlte sich wie neu geboren nach dem wochenlangen Viehtrieb von Texas herauf.

Nun drohte ihm Ärger. Der Kerl, mit dem er sich angelegt hatte, war angetrunken. Jetzt knurrte er: »Du hast mich Dummkopf genannt. Entweder du entschuldigst dich auf der Stelle bei mir, oder ich prügle dich zum Saloon hinaus.«

Sofort bildete sich ein Kreis um die beiden Kontrahenten. Ein Mann rief: »Als Dummkopf musst du dich nicht bezeichnen lassen, Charly. Zeig diesem großspurigen Texaner, dass wir Colorado-Leute auch nicht dümmer sind als sie.«

»Nimm die Hände von meiner Weste«, wiederholte Chris Slaughter. Seine Stimme klang gefährlich leise. Eigentlich hätte sein Tonfall diesen Charly warnen müssen.

Vielleicht war es der genossene Alkohol, der den Instinkt des Burschen ausschaltete. Jedenfalls packte er Slaughter noch härter. »Entschuldige dich bei mir, Großmaul. Und dann verschwinde. Ich zähle bis drei. Wenn ich dann nichts höre von dir, wische ich mit dir den Fußboden auf. Also …«

Slaughter rammte ihm die linke Faust in den Leib. Der Schlag drückte Charly die Luft aus den Lungen. Seine Augen weiteten sich, sein Mund klaffte auf. Er knickte in der Mitte etwas ein. Slaughter trat einen Schritt zurück und riss sich los. Und dann knallte er Charly die rechte Faust gegen das Kinn. Ein dumpfer Ton stieg aus Charlys Kehle. Die Wucht des Treffers ließ ihn zwei Schritte zurücktaumeln. Seine Augen wurden glasig.

Slaughter wandte sich ab, griff nach der Flasche und schenkte einen Schluck in sein Glas, nahm es und setzte es an die Lippen. In dem Moment trat Charly von hinten an ihn heran, packte ihn an der Schulter und riss ihn zu sich herum. Und wieder schüttete sich Slaughter den Whisky über das Hemd und die Weste. Charlys Faust schoss auf sein Gesicht zu. Slaughter duckte sich mehr instinktiv als von einem bewussten Willen geleitet, die Faust riss ihm den Hut vom Kopf und radierte über seinen Schädel.

Slaughter ließ Glas und Flasche einfach fallen. Die Flasche rollte über die Dielen, glucksend ergoss sich der Inhalt auf die Bretter und versickerte in den Fugen dazwischen. »Also gut«, stieß Slaughter zwischen den Zähnen hervor und richtete sich auf. »Scheinbar willst du es nicht anders, Charly. Ich werde dir also eine Tracht Prügel verabreichen, die du dein Leben lang nicht vergessen wirst. Komm her, Bursche.«

Charly warf sich mit einem wütenden Aufschrei auf Slaughter. Dieser empfing ihn mit einem weit aus der Hüfte geholten Schwinger. Charly bekam die Faust in den Leib und krümmte sich. Ein Haken richtete ihn wieder auf. Dann donnerte ihm Slaughter eine Doublette gegen den Kopf. Charly ging auf das linke Knie nieder, sein Kopf baumelte vor der Brust. Ein milchiger Schleier schien sich über seine Augen gelegt zu haben. Seine Hände öffneten und schlossen sich.

»Ich hoffe, du hast genug«, knirschte Slaughter.

»Hoch mit dir, Charly!«, rief einer in der Runde der Gaffer. »Du hast noch nichts gezeigt. Gib es diesem großmäuligen Texaner!«

Charly fuhr sich mit der Hand über die Augen und schüttelte den Kopf, als wollte er auf diese Weise seine Benommenheit vertreiben. Dann richtete er sich auf. »Ja«, sagte er und nickte. »Ich gebe es ihm. Wenn ich mit dir fertig bin, Texas, braucht der Keeper Besen und Kehrschaufel, um das, was ich von dir übrig lasse, zusammenzufegen.«

Und mit dem letzten Wort sprang er Slaughter an. Er packte ihn mit beiden Händen. Slaughter schlug Charly zwar die Faust in den Magen, aber Charly ließ nicht los. Sie stürzten zu Boden und wälzten sich einige Male herum. Slaughter kam auf Charly zu liegen. Er hämmerte ihm die Faust ins Gesicht, brachte seinen Oberkörper in senkrechte Haltung und kniete über Charly. Aus dessen Nase rann Blut. Er hämmerte Slaughter die Faust gegen die Brust. Ein Keuchton entrang sich Slaughter. Ansonsten steckte er den Schlag weg. Dann schlug er Charly erst die linke, dann die rechte Faust gegen das Kinn. Charlys Hinterkopf knallte auf den Fußboden. Der Bursche bäumte sich auf und versuchte Slaughter abzuwerfen. Noch einmal donnerte er seine Faust gegen Slaughters Brust. Slaughter schnappte nach Luft, taumelte hoch und trat einen Schritt zurück. Auch Charly rappelte sich auf die Beine. Sein Atem ging stoßweise. An seinem Kinn zeichnete sich ein dunkler Bluterguss ab. Er hob die Fäuste und nahm Kampfhaltung ein.

Slaughter hatte die beiden Treffer gegen das Brustbein verdaut. Charly begann ihn zu umrunden. Sein Mund war in der Anspannung verzogen, er hatte die Zähne zusammengepresst. In seinen Augen kamen Wut und Vernichtungswille zum Ausdruck. Blut rann über seinen Mund und sein Kinn. Slaughter drehte sich auf der Stelle und ließ Charly nicht aus den Augen.

Charly unternahm einen Ausfallschritt. Slaughter blockte einen Schwinger ab und landete seinerseits einen Treffer gegen Charlys Kopf. Dann prallte Charly gegen ihn und zog das Knie hoch. Er traf Slaughter empfindlich, ein verlöschender Ton brach aus seiner Kehle, sein Oberkörper pendelte nach vorn, genau hinein in einen Haken, in den Charly all die Gefühle legte, die ihn beherrschten. Slaughter wurde wieder aufgerichtet, vor seinen Augen schien der Saloon zu explodieren, er wankte nach hinten und prallte mit dem Rücken gegen den Schanktisch. Charly setzte nach. Slaughter sah ihn wie durch dichte Nebel auf sich zukommen. Charly wollte jetzt dem Kampf ein schnelles Ende bereiten. Sein Gesicht drückte wilden Triumph aus. Er schickte seine rechte Faust auf die Reise. Slaughter riss im letzten Moment den Kopf zurück. Der Schlag verfehlte in knapp. Charly wurde von der Wucht seines Schlages halb herumgerissen. Slaughter hämmerte ihm die Faust auf die Leberpartie. Sein nächster Schlag traf Charlys Jochbein, und dann ließ Slaughter seinen Gegner nicht mehr zum Denken kommen. Er verabreichte Charly eine schmähliche Tracht Prügel und erst, als Charly völlig zerschlagen am Boden kniete und nicht mal mehr in der Lage war, die Arme zur Abwehr der Schläge zu heben, hörte Slaughter auf.

Er trat zurück. Seine Hände schmerzten.

Zwei Männer halfen Charly auf die Beine und führten ihn hinaus. Slaughter hob seinen Hut auf, stülpte ihn sich auf den Kopf und bestellte sich eine neue Flasche. Dann trank er einen großen Schluck …

 

*

 

Es ging auf Mitternacht zu, als Slaughter den Saloon verließ. Er spürte die Wirkung des Alkohols. Tief atmete er durch. Seine Lungen füllten sich mit frischem Sauerstoff. In der Stadt war der Teufel los. In jedem zweiten Gebäude auf der Front Street war irgendein Vergnügungsetablissement untergebracht. Musik, Gelächter, Grölen und Johlen trieben über die Straße. Dodge City war ein Hexenkessel, ein Sündenpfuhl, ein modernes Sodom und Gomorrha.

Auf Slaughter wartete Carrie Averill. Er hatte sie bei seinem letzten Aufenthalt in Dodge kennengelernt. Seine Frau Cynthia war vor einem Jahr an einem Klapperschlangenbiss gestorben. Carrie liebte ihn. Slaughter stieg die vier Stufen vom Vorbau auf die Straße hinunter und wandte sich nach links. Das Haus, das Carrie bewohnte, lag in einer Seitenstraße. Unter Slaughters Stiefelsohlen knirschte der feine Sand der Fahrbahn. Leise klirrten seine Sporen. Zwischen den Häusern zu beiden Seiten der Front Street lastete die Finsternis. Die Dunkelheit schien Unheil zu verkünden …

Slaughter kam nicht weit. Plötzlich traten einige Kerle aus der Finsternis einer Passage und umringten ihn. Er wurde gepackt, die Arme wurden ihm auf den Rücken gedreht. Einer sagte: »Jetzt kriegst du es, Texas. Du wirst auf dem Bauch aus Dodge hinauskriechen.«

Es gab keine Gnade und kein Erbarmen. Slaughter hatte diesem Strom aus brutaler Gewalt nichts entgegenzusetzen. Sie ließen erst von ihm ab, als er am Boden lag und sich nicht mehr rührte. Einer versetzte ihm noch einen Tritt in die Seite. Dann entfernten sich die Kerle.

Es dauerte eine ganze Weile, bis bei Slaughter die Lebensgeister erwachten. Es gab keine Stelle an seinem Körper, die nicht schmerzte. Die Nebel der Benommenheit hüllten ihn ein und die gegen sein Bewusstsein anbrandende Ohnmacht drohte ihn zu übermannen. Übelkeit rumorte in seinen Eingeweiden. Er stemmte mit den Armen seinen Oberkörper in die Höhe. Es war eine Anstrengung, eine Überwindung, die all seinen Willen erforderte. Ein langgezogenes Stöhnen brach aus seiner Kehle. Eine Welle der Benommenheit überspülte sein Bewusstsein und ihm wurde es schwarz vor den Augen.

Slaughter überwand sich. Eine Gruppe von Männern ging vorbei, doch niemand kümmerte sich um ihn. Wahrscheinlich waren sie der Meinung, dass ein Betrunkener versuchte, wieder auf die Beine zu kommen.

Stöhnend und ächzend kämpfte sich Slaughter auf die Beine. Schwindelgefühl überkam ihn, vor seinen Augen schien sich die Welt zu drehen. Es gelang ihm, diese Schwäche zu überwinden und er setzte sich in Bewegung. Er bewegte sich marionettenhaft, wie von Schnüren gezogen. Immer wieder drohten seine Knie nachzugeben. Bei einem Tränketrog kniete er nieder und tauchte seinen Kopf hinein. Das kühle Wasser linderte die Schmerzen von den kleinen Platzwunden und Blutergüssen und wusch im das Blut aus dem Gesicht.

Eine ganze Zeit kniete Slaughter vor dem Tränketrog. Schließlich erhob er sich, stand schwankend, kämpfte gegen seine große Not an und setzte sich wieder in Bewegung. Mechanisch setzte er einen Fuß vor den anderen. Er hatte die schlimmsten Prügel seines Lebens bezogen. Schwäche zog wie schleichendes Gift durch seine Blutbahnen. Aber er hielt sich auf den Beinen. Sein Widerstandswille überwand die Schwäche. Und er erreichte Carrie Averills Haus. Hinter einem Fenster brannte Licht. Die Vorhänge waren vorgezogen, sodass Slaughter nicht hineinblicken konnte. Er schlug mit der Faust gegen die Haustür. Das Fenster wurde hochgeschoben.

»Bist du es, Chris?«

»Ja«, sagte er mit einer ihm selbst fremd klingenden Stimme. »Mach auf, Carrie. Aber erschrecke dich nicht. Ein paar Colorado-Cowboys haben es mir ziemlich übel gegeben. Wahrscheinlich kenne ich mich selbst nicht wieder, wenn ich mich im Spiegel sehe.«

Carrie schloss das Fenster. Das Holz knirschte in der Führung. Wenig später öffnete sie die Tür. Laternenlicht fiel auf Slaughter. Geblendet schloss er die Augen. Carrie entrang sich ein erschreckter Laut. Dann sagte sie: »Sie haben dich wirklich schlimm in die Mangel genommen, Chris. Komm herein, ich muss die Platzwunden desinfizieren. Du lieber Himmel, warum haben sie dich derart zusammengeschlagen?«

Er betrat das Haus. Während Carrie seine kleinen Wunden mit Whisky auswusch und Pflaster darauf klebte, erzählte er ihr von seinem Kampf mit diesem Charly und von dem Überfall durch dessen Freunde.

»Das ist kein Leben, das du führst«, sagte Carrie. Sie war eine Frau von zweiunddreißig Jahren, die eine große Reife verströmte und in deren Mundwinkeln sich ein herber Ausdruck festgesetzt hatte. Carrie Averill hatte die Höhen und Tiefen des Lebens kennengelernt. In Dodge City betrieb sie ein Frühstücksrestaurant. Damit hielt sie sich über Wasser. Carrie war keine Schönheit. Aber sie vermittelte Fraulichkeit und Wärme. »Warum willst du nicht endlich sesshaft werden, ein Haus bauen …«

»Ich hatte ein Haus«, murmelte Slaughter. »Es befand sich in den Hügeln nahe des Palo Pinto Canyon in Texas. Ich züchtete Rinder. Aber dann starb meine Frau …«

»Du wirst vierzig, Chris. Ein Mann in deinem Alter muss einen Platz haben, an dem er zur Ruhe kommen kann. Du wirst nicht jünger. Und der Tag wird kommen, an dem du nicht mehr hunderte von Meilen im Sattel sitzen kannst, um Herden nach Kansas zu treiben. Hast du daran schon einmal gedacht?«

»Werde meine Frau, Carrie. Geh mit mir nach Texas. Am Colorado River gibt es vorzügliches Weideland. Wir erwerben dort ein Stück und gründen eine Ranch. Was ist, Carrie, willst du mich heiraten?«

»Ja, Chris. Ich will deine Frau werden und mit dir nach Texas gehen.« Es klang einfach, sachlich und nüchtern. Carrie war eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben stand.

Er erhob sich von dem Stuhl, auf dem er saß, nahm sie in die Arme und dann küssten sie sich. Es war ein inniger Kuss voller Leidenschaft.

 

*

 

Schon drei Tage später traute der Padre Slaughter und Carrie Averill. Als sie die Kirche verließen, waren sie ein Ehepaar. Vor der Kirche stand ein Conestoga-Schoner mit vier Pferden im Gespann. Seinen Fuchs hatte Slaughter am Fuhrwerk festgebunden. Er half Carrie auf den Wagenbock. Sie trug einen breitrandigen Hut, den sie mit einem grünen Kopftuch festgebunden hatte. Ihr Kleid war hellblau und reichte bis über die Knöchel hinunter. Slaughter half seiner frisch angetrauten Ehefrau auf den Wagenbock. Dann stieg auch er hinauf, wickelte die Zügel vom Bremshebel und griff nach der Peitsche. Er ließ die Peitschenschnur knallen. Die Zügel klatschten auf die Rücken der Pferde. Die Tiere zogen an, die eisenumreiften Räder des Prärieschoners begannen sich zu drehen.

Es war um die Mitte des Vormittags. Slaughter und Carrie verließen die Stadt in südliche Richtung. Sie hatten ein festes Ziel vor Augen. Chris Slaughter hatte sich entschlossen, am Colorado River eine Ranch zu gründen. Sogar einen Namen hatte er sich schon ausgedacht. Long-S-Ranch. Er war Feuer und Flamme.

Sie fuhren über die Brücke, die über den Arkansas River gebaut worden war, dann nahm sie hügeliges Terrain auf, und bald war Dodge City hinter den Anhöhen verschwunden. Drei Tage später erreichten sie den Cimarron. Sie befanden sich in dem Streifen Niemandsland zwischen Kansas und Texas. Comanchen und Cheyenne beanspruchten das Gebiet für sich. Sie waren den Weißen nicht gerade freundlich gesonnen. Die großen Herden, die von rauen Mannschaften getrieben wurden, wagten die Indianer nicht anzugreifen. Einen Mann und eine Frau aber, die mit einem Prärieschoner durch ihr Gebiet fuhren, fürchteten sie wahrscheinlich nicht.

Slaughter folgte dem Cimarron nach Westen, bis er eine Stelle fand, an der sie den Fluss gefahrlos überqueren konnten. Die Sonne stand im Westen und begann hinter dem Horizont zu versinken. Wolkenbänke schoben sich vor den Sonnenuntergang. Vögel zwitscherten im Ufergebüsch.

»Wir kampieren am Fluss«, sagte Slaughter und sprang vom Bock. Dann half er Carrie hinunter. Sie half ihm, die Pferde auszuspannen, sie errichteten einen Seilcorral, der zum Fluss hin offen war, und trieben die Gespannpferde und Slaughters Reittier hinein. Dann machte Slaughter ein Feuer. Er stellte das eiserne Dreibein auf, von dem an dünnen Ketten eine runde Eisenplatte hing, auf die man eine Pfanne, einen Topf oder eine Kanne stellen konnte. Sie sollte eine Herdplatte ersetzen.

Die Sonne war versunken und färbte mit ihrem Widerschein den Himmel im Westen purpurn. Rötlicher Schein lag auf dem Land. Von Osten her kam die Abenddämmerung. Slaughter hatte am Nachmittag ein Reh geschossen. Von dem Fleisch briet Carrie nun einige Stücke. Slaughter stellte das Zelt auf.

Es wurde dunkel. Der Mond schob sich über den Horizont im Osten.

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