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Legenden des Wilden Westens 1: Rächer ohne Gnade

Pete Hackett

Legenden des Wilden Westens 1: Rächer ohne Gnade

Ein Roman nach historischen Tatsachen: Cassiopeiapress Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Legenden des Wilden Westens 1

Rächer ohne Gnade

Western von Pete Hackett

 

Pete Hackett Western - Deutschlands größte E-Book-Western-Reihe mit Pete Hackett's Stand-Alone-Western sowie den Pete Hackett Serien "Der Kopfgeldjäger", "Weg des Unheils", "Chiricahua" und "U.S. Marshal Bill Logan".

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

Die Schüsse peitschten. Toga-De-Chuz, der Apachenhäuptling, wurde herumgerissen und geschüttelt und sank schließlich tot zu Boden. Apachen, die um das Lagerfeuer saßen, sprangen auf. Geschrei kam auf.

Pulverdampf wölkte und wurde vom lauen Abendwind zerpflückt. In den Gesichtern der Männer, die geschossen hatten, zuckte kein Muskel. Sie zogen sich langsam zurück und hielten die Gewehre im Anschlag. Niemand wagte es, ihnen zu folgen…

Außerhalb des Feuerscheins warfen sie sich herum und begannen zu laufen. Sie verschwanden in der Nacht.

John Bullis, der Agent von San Carlos, wurde verständigt. Er erfuhr die Namen der Mörder des Häuptlings und ließ Al Sieber, den alten Armeescout zu sich kommen. Der bärtige Sieber hörte sich an, was Bullis zu sagen hatte. Dann murmelte er: »Ski-Be-Nan-Ted wird seinen Vater rächen wollen. Er wird den Mördern folgen.«

»Ich werde ihm verbieten, das Reservat zu verlassen. Die Mörder werden unsere Leute verfolgen. Aber wahrscheinlich haben sie sich nach Mexiko in die Sierra Madre abgesetzt. Sie dort zu finden wird unmöglich sein. In der Felswildnis haben sich schon Victorio und Geronimo mit ihren Leuten monatelang versteckt, ohne dass es gelungen wäre, sie aufzustöbern.«

»Apache Kid wird sich von Ihrem Verbot nicht abhalten lassen, John«, prophezeite Al Sieber.

»Dann lasse ich ihn verhaften und einsperren«, knurrte Bullis. »Ich habe damit kein Problem.«

»Hat man Apache Kid schon über den Tod seines Vaters unterrichtet?«

»Wahrscheinlich. Sprechen Sie mit ihm, Al. Sagen Sie ihm, dass ich ihm untersage, das Reservat zu verlassen, und dass er mit Bestrafung zu rechnen hat, wenn er meine Anordnung missachtet. Sollte er einen der Mörder seines Vaters töten, werde ich ihn wegen Mordes anklagen lassen. Beruhigen Sie ihn damit, dass wir die Mörder verfolgen und ihrer gerechten Bestrafung zuführen werden.«

»Damit wird sich Ski-Be-Nan-Ted nicht beruhigen lassen. Die Chiricahuas unterliegen einem eigenen Kodex, und das wissen Sie auch, Bullis. Ich glaube nicht, dass sich Apache Kid an Ihre Weisung halten wird.«

John Bullis schaute verkniffen drein. »Dann wird er die Konsequenzen tragen müssen.«

Al Sieber verließ die Kommandantur der Reservatsverwaltung. Sein Pferd stand am Holm und ließ den Kopf hängen, peitschte mit dem Schweif nach den blutsaugenden Bremsen an seinen Flanken und prustete manchmal. Es war heiß. Die Hitze füllte beim Atmen die Lungen wie mit Feuer. Die Konturen verschwammen in der flirrenden Luft. Und wieder einmal kam Al Sieber zu dem Schluss, dass San Carlos eine Außenstelle der Hölle sein musste. Hitze, Staub, Felsgestein, Klapperschlangen und Eidechsen. Das Leben hier war eine Strafe …

Einige Apachen lungerten herum. Abgerissene Gestalten, die Al Sieber beobachteten und von deren Mienen nicht abzulesen war, was sie dachten. Sieber dachte daran, dass der Apachenkrieg mit der Kapitulation Geronimos noch nicht zu Ende war. Ein Apache namens Massai sorgte nach wie vor mit einer kleinen Horde von Kriegern für Angst und Schrecken im Arizona-Territorium und in Mexiko. Massai war dem Gefangenenzug nach Florida entkommen. Er war noch wilder und gefährlicher als Geronimo und Victorio.

Sieber seufzte. Das Land würde wohl noch lange nicht zur Ruhe kommen. Er band sein Pferd, einen Fuchs mit breiter Brust und hohen Beinen, los, stellte seinen linken Fuß in den Steigbügel und zog sich den alten, brüchigen Sattel. Unter der Tür der Kommandantur erschien Bullis und blinzelte in den Sonnenschein. Sieber hob die Hand zum Gruß, dann zog er das Pferd herum und schnalzte mit der Zunge, dazu gab er dem Tier leicht die Sporen.

Sieber ritt in die Reservation hinein. Die Gebäude der Verwaltung verschwanden hinter Bodenunebenheiten. Das Land war karg und unfruchtbar. Die Hufe des Pferdes krachten auf dem hartgebackenen Boden. Am Wegrand wuchsen dornige Comas und Mesquites. Hier und dort erhob sich ein riesiger Kaktus. Dieses Land musste der Teufel persönlich geschaffen haben.

Der Scout ritt drei Stunden lang. Dann tauchten vor ihm einige strohgedeckte Hütten auf. Kinder rannten dazwischen umher und schrien. Ein dürrer, brauner Hund, der im Schatten gelegen hatte, erhob sich, streckte sich und gähnte und trollte sich schließlich davon.

Einige Apachen saßen in den Schatten und blickten dem Reiter entgegen. Sieber zügelte das Pferd, legte beide Hände übereinander auf das Sattelhorn und verlagerte das Gewicht seines Oberkörpers auf die durchgestreckten Arme. »Hola«, sagte er auf Spanisch. »Ich suche Apache Kid.«

Einer der Apachen deutete auf einen Hügel, aus dem Felsen ragten und an dessen Flanken dorniges Gestrüpp wuchs. »Sein Herz ist voll Trauer«, sagte der Chiricahua. »Ski-Be-Nan-Ted wollte alleine sein.«

»Er weiß also schon Bescheid?«

»Ja. Ein Bote aus San Carlos hat es berichtet.«

Al Sieber nickte und stieg vom Pferd. »Sein Herz ist sicher nicht nur voll Trauer«, murmelte er. Er schlang den langen Zügel um den Ast eines Busches, dann machte er sich an den Aufstieg. Überall am Boden lag Geröll. Schweiß rann über das faltige Gesicht des Scouts. Stechmücken umschwirrten ihn. Düstere Gedanken zogen durch seinen Kopf.

Der Weg war steil. Sieber ließ sich Zeit. Das Leder seiner Stiefel knarrte. Leise klirrten seine Sporen. Dann stand er vor den zerklüfteten Felsgebilden, die sich aus der Hügelkuppe erhoben. Er schritt an ihrem Fuß entlang und dann sah er Apache Kid. Der junge Krieger saß im Schneidersitz am Boden und starrte auf einen unbestimmten Punkt in der Ferne.

Jetzt vernahm er die mahlenden Schritte und drehte den Kopf. Der Blick seiner dunklen Augen war unergründlich. Sieber ging neben ihm auf die Hacken nieder, legte die Arme auf seine Oberschenkel und ließ die Hände zwischen den Knien baumeln. Eine ganze Zeit schwiegen die beiden Männer.

Apache Kid war fünfundzwanzig Jahre alt. Um den Kopf hatte er sich ein rotes Tuch gebunden, das seine langen, schwarzen Haare hielt. Sein Gesicht war hohlwangig. Irgendwann ergriff er das Wort: »Toga-De-Chuz war ein Mann es Friedens.«

»Weil er Frieden gepredigt hat musste er sterben. Es waren Männer von Massai, die ins Reservat kamen und versuchten, die friedlichen Krieger aufzuwiegeln. Old Rip, Tanankia, Toshawi …«

»Ich kenne ihre Namen«, murmelte Apache Kid. Diesen Namen hatten ihm die Weißen gegeben. Sein Blick war wieder auf einen unbestimmten Punkt in der Ferne gerichtet. Dort ragten die Gipfel der Pinal Mountains in ein Meer von weißen Wolken hinein.

»Was wirst du tun?«, fragte Al Sieber.

»Ich werde die Mörder verfolgen und töten.«

Sieber presste die Lippen zusammen. Sie bildeten nur noch einen dünnen, blutleeren Strich. Dann sagte er: »John Bullis lässt dir bestellen, dass er dir verbietet, das Reservat zu verlassen.«

»Das Gesetz der Apachen fordert von einem Sohn, dass er den Tod seines Vaters rächt.«

»Das Gesetz der Apachen ist überholt, Apache Kid. Im Reservat gilt das Gesetz des weißen Mannes. Und das besagt …«

»Es ist nicht mein Gesetz. Der Mord an Toga-De-Chuz darf nicht ungesühnt bleiben. Ich bin sein Sohn. Mir obliegt es, seine Mörder zur Rechenschaft zu ziehen.«

»Wenn du sie tötest, ist das Mord. Bullis wird dich dafür vor Gericht stellen. Und du weißt, was das Gesetz des weißen Mannes auf Mord für eine Strafe vorsieht.«

»Das kann mich nicht abhalten, Sieber.«

»Überleg es dir gut, was du tust.«

»Es gibt nichts zu überlegen.«

»Komm zur Vernunft, Kid. Dein Vater würde sicher nicht wollen, dass du dich zum Richter und Henker aufschwingst.«

Apache Kid schwieg. Auch Al Sieber verfiel wieder in Schweigen. Minutenlang hing er seinen Gedanken nach. Dann sagte er: »Man wird dich jagen und stellen.«

»Ich tue, was ein Sohn tun muss.«

Al Sieber richtete sich auf. »Ich verstehe dich zwar, Kid, aber ich kann deinen Entschluss nicht akzeptieren. Du solltest es dir gut überlegen.« Der Scout wandte sich ab und stieg den Hügel hinunter. Apache Kid blickte ihm nicht hinterher.

 

*

 

Apache Kid verließ am Abend seine Hütte. Winema, seine junge Squaw, saß auf einer Büffelhaut am Boden und blickte ihm mit brennenden Augen hinterher. Sie hieß gut, was er tat. Der junge Chiricahua war nur mit einem Messer und einem Tomahawk bewaffnet. Er hatte sich schwarze und weiße Striche ins Gesicht gemalt. Die Farben des Krieges …

Es war noch nicht richtig finster. Der Westhimmel erglühte noch vom Widerschein der untergegangenen Sonne. Wolkenbänke, deren Ränder zu glühen schienen, hatten sich vor diese purpurne Kulisse geschoben. Am Westhimmel glitzerte ein einsamer Stern – der Abendstern.

Apache Kid ging schnell. Seine Füße steckten in kniehohen Mokassins. Er trug eine blaue Hose der Armee, von der die gelben Nahtstreifen abgetrennt worden waren. Dazu war er mit einem Hemd aus weichem Rehleder bekleidet. Um die Hüften hatte er sich ein Tuch gebunden, in dem seine Waffen steckten.

Das Rot im Westen verfärbte sich zu Violett und die Dunkelheit kam schnell. Apache Kid fürchtete die Nacht nicht. Meile um Meile lief er durch die Dunkelheit. Das Heulen der Coyoten begleitete ihn. Fledermäuse zogen ihre lautlosen Bahnen auf der Jagd nach Beute. Im Herzen des jungen Kriegers war die Trauer dem Hass gewichen. Es war ein Hass, der kein Entgegenkommen und keine Zugeständnisse kennen würde.

Als der Morgen graute, lagen die Gebäude der Agentur vor seinem Blick. Vom Gila River stiegen weiße Nebel in die Höhe. Das Windrad am Fluss stand still. In einigen Pferchen befanden sich Ziegen, Schafe und Milchkühe. Es gab auch einen Corral mit Pferden.

Heller Schein über dem Horizont im Osten kündete den Sonnenaufgang an. Die Landschaft hob sich schwarz und bizarr vor diesem Hintergrund ab. Es war ein wildes und schönes, aber auch gefährliches Land. Wer in diesem Land nicht seine Lektionen lernte, verschwand sehr schnell in einem namenlosen Grab. Die Gefahr lauerte überall, der Tod war allgegenwärtig.

Die Menschen in der Agentur schliefen. Apache Kid stand im Schutz eines Strauches und ließ seinen Blick schweifen. Nichts deutete auf Gefahr hin. Er lief zu einem der Schuppen und öffnete die Tür. Es dauerte ein wenig, bis sich seine Augen an die herrschenden Lichtverhältnisse gewöhnt hatten. Er fand Sattel- und Zaumzeug und trug es aus der Hütte, ging damit zum Corral und holte ein Pferd heraus. Kid legte dem Tier den Sattel auf und zäumte es, dann führte er es davon. Als er weit genug entfernt war, saß er auf. Er ritt zum Dorf seines Vaters. Die Sonne ging auf und schickte ihre ersten Flammenbündel über das Land.

Toga-De-Chuz war in der Dorfmitte aufgebahrt. Es war ein Gerüst aus Stangen und Ästen, auf das sie ihn gelegt hatten. Ein paar alte Männer hielten Wache. Der Häuptling sollte nach den Ritualen der Chiricahuas bestattet werden. Apache Kid stieg nicht vom Pferd. Das Pferd tänzelte unruhig unter ihm. Er nahm es hart in die Kandare. Einer der alten Krieger griff nach dem Zaumzeug. Das Pferd wollte zurückscheuen, doch der Apache ließ nicht locker. »Es waren Old Rip, Tanankia, Toshawi, Sleeping Rabbit und Scarfaced Charley.«

»Ich werde sie töten«, antwortete Apache Kid.

»Das erwartet dein Vater sicher von dir«, versetzte der alte Krieger.

»Ich weiß.« Apache Kid zog das Pferd um die linke Hand und trieb es an. Im Galopp ritt er davon. Die Krieger blickten hinter ihm her. Der alte Apache sagte: »Er ist ein guter Sohn. Sein Vater wird Ruhe finden beim Großen Geist. Seine Mörder werden ihm in den ewigen Jagdgründen dienen.«

Apache Kid ritt nach Süden, bald überquerte er den Gila River. Der Fluss war in der Strommitte ziemlich reißend. Das Pferd verlor den Boden unter den Hufen und musste schwimmen. Es wurde abgetrieben. Aber Apache Kid schaffte es. Er erreichte das jenseitige Ufer und lenkte das abgekämpfte Tier die Uferböschung hinauf, dort zog er das Tier herum und blickte auf seiner Fährte zurück. Ein heißer Wind wirbelte den Staub auf und trieb ihn vor sich her. Die Sonne stand im Südosten. In rauchiger Ferne erhoben sich die Gipfel und Grate der Santa Teresa Mountains.

Kid war sich im Klaren darüber, dass die Mörder seines Vaters nach Mexiko geflohen waren. Vor ihm lagen fast hundertfünfzig Meilen Wildnis. In irgendwelche Ansiedlungen durfte er sich nicht wagen. Apache Kid ging davon aus, dass ihm John Bullis einige Männer hinterher schickte. Vielleicht sogar Al Sieber, den alten Scout, zu dem Apache Kid Vertrauen gefasst hatte. Sieber kannte das Land wie seine Westentasche. Und er kam mit den Strapazen und Unbillen, die das Land bot, zurecht wie kein anderer.

In der Steinwüste hinterließ Kid keine Spuren. Aber Sieber würde wissen, dass Kid die Mörder in Mexiko suchen würde. Dort hatte sich Massai mit seinen abtrünnigen Kriegern verschanzt. Old Rip und seine Begleiter waren ins Reservat gekommen, um weitere Apachen zu überreden, San Carlos zu verlassen und nach Mexiko zu gehen. Toga-De-Chuz hatte ihnen widersprochen. Er hatte die jungen Krieger gemahnt, dem Ruf der Aufständischen nicht zu folgen. Darum musste er sterben.

Skorpione huschten unter Steine. In der Sonne lag eine Klapperschlange. Es ging durch Schluchten und über Anhöhen. Unverdrossen ritt Apache Kid. Bald tropfte von den Nüstern des Pferdes weißer Schaum. Das Fell des Tieres war klatschnass. Apache Kid lenkte es zwischen Felsen und saß ab. Hier gab es etwas Schatten. Das Pferd begann die jungen Triebe von dem Dornengestrüpp zu zupfen, das hier wucherte. Apache Kid stieg auf einen der Felsen und richtete den Blick nach Norden. Und dann sah er die Staubwolke, mehr Staub, als dass ihn nur der Wind aufgewirbelt haben konnte. Im asiatisch anmutenden Gesicht des jungen Indianers arbeitete es. Da kamen John Bullis' Leute, um ihn einzufangen. Sie hatten Gewehre und Revolver. Nachdem er das Reservat verlassen hatte, war er vogelfrei. Sein Pferd war ziemlich verausgabt. Wenn er es in diesem Tempo weitertrieb, würde es nach wenigen Meilen zusammenbrechen.

Der junge Apache überlegte. Dann ließ er sein Pferd einfach stehen und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Das Gelände stieg an. Zwischen Felsen ging es immer weiter hinauf. Der Schweiß wurde Kid aus allen Poren gedrückt. Er rann ihm in die Augen und entzündete sie. Sein Lederhemd war auf dem Rücken und unter den Achseln dunkel vom Schweiß. Seine Lungen begannen zu pumpen. Schließlich hielt er an. Er lehnte sich gegen den rauen Fels und atmete tief durch. Hufschläge waren zu hören. Das Klirren und Krachen stieg zu ihm herauf und erschien ihm wie ein Vorbote von Untergang und Verderben. Mit geflohenen Apachen machte man oftmals kurzen Prozess.

Kid ging weiter und sah einen Felsspalt, in den er kroch. Ein Pferd wieherte hell und trompetend. Das Hufgetrappel brach ab. Wahrscheinlich waren die Verfolger auf sein Pferd gestoßen. Bei Kid regulierten sich Atmung und Herzschlag. Seine Hand legte sich um den Griff des Messers, das in der Schärpe steckte. Den Dolch hatte ihm sein Vater geschenkt …

Stimmen waren zu hören. Sie sickerten heran, verstummten, erklangen erneut und waren näher als vorhin. Ein Schatten fiel um einen Felsvorsprung. Apache Kid hielt den Atem an. Er lag unter dem Felsen, die Zähne in der Anspannung zusammengebissen, bereit, sich aus dem Spalt zu rollen und sich gegen seine Verfolger zur Wehr zu setzen. Der Mann, der den Schatten warf, erschien. Er hielt den Revolver in der Faust. Der Hahn war gespannt. Apache Kid kannte ihn vom Sehen. Es war einer von John Bullis' Angestellten. Ein zweiter Mann gesellte sich zu ihm.

»Gehen wir zurück«, sagte einer der Kerle. »Er ist sicher tiefer in das Felslabyrinth hineingelaufen. Ihn hier zu finden ist unmöglich. Wir werden wohl umkehren.«

Die beiden wandten sich ab und verschwanden. Apache Kid ließ verbrauchte Atemluft aus seinen Lungen. Die Anspannung seiner Nerven ließ nach. Doch er gab sich keinen Illusionen hin. Noch war er nicht in Sicherheit. Und er hatte kein Pferd mehr. Zu Fuß konnte er den Mördern seines Vaters nicht nach Mexiko folgen.

Einige Zeit verging, dann kamen wieder die Hufschläge auf. Die Geräusche wurden leiser und leiser und versanken schließlich in der Stille, die in der Bergwelt herrschte. Kid kroch unter dem Felsen hervor und witterte wie ein Wolf. Er misstraute den Weißen. Sie waren schlau und wussten, dass er sich in der Nähe befinden musste. Vielleicht waren nur einige von ihnen fortgeritten, um ihn in Sicherheit zu wiegen.

Apache Kid ging den Weg nicht zurück, den er gekommen war. Er stieg höher hinauf, gelangte auf ein Hochplateau und überquerte es. Auf der anderen Seite verschwand er zwischen den Felsen …

 

*

 

Es war Nacht. Kid war an einen Creek gelangt. Am Himmel funkelten Myriaden von Sternen. Der Mond stand im Süden und versilberte das Weideland, das es zu beiden Seiten des Creeks gab.

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