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Leben in Balance

Heribert Fischedick

Leben in Balance

7 Ressourcen für mehr Arbeits- und Lebenszufriedenheit

„Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der alles in Gold verwandelt, das er berührt.“

(Benjamin Franklin)

Inhaltsverzeichnis

Zufriedenheit – ein unterschätztes Gefühl

Erste Ressource „Selbstverantwortung“

Selbstverantwortung

Selbstentwicklung

Selbstfürsorge

Checkliste: Wie zufrieden bin ich mit meiner Selfness

Zweite Ressource „Arbeit“

Kohärenz der Arbeit

Bedeutung der Arbeit

Sinn der Arbeit

Zugehörigkeit in der Arbeit

Checkliste: wie zufrieden bin ich mit meiner Arbeit

Dritte Ressource „Mentalhygiene“

Die Macht der Gedanken

Kann ich das auch anders sehen

Mein inneres Team

Gedankenkontrolle und Distanzierung

Checkliste: wie zufrieden bin ich mit meiner mentalen Hygiene

Vierte Ressource „Soziale Einbindung“

Partnerschaft

Kinder

Freundschaften

Arbeitskollegen und Nachbarschaft

Checkliste: Wie zufrieden bin ich mit meiner sozialen Einbindung

Fünfte Ressource „Ausgeglichener Lebensstil“

Außerberufliche Interessen und Hobbys

Unauflösliche Widersprüche balancieren

Checkliste: Wie zufrieden bin ich mit meiner Lebensgestaltung

Sechste Ressource „Bewegung“

Bedeutung von Bewegung

Wirkung von Bewegung

Persönliche Bewegungsbilanz

Checkliste: Wie zufrieden bin ich mit meiner Bewegung

Siebte Ressource „Sinnkompetenz“

Lebensphilosophie

Werte und Lebensmotive

Religion und Spiritualität

Liebe

Checkliste: Wie zufrieden bin ich mit meiner Sinnkompetenz

Was Sterbende am meisten bereuen

Zufriedenheit -
ein unterschätztes Gefühl

„Zufriedenheit bedeutet Stillstand“ lautet ein Glaubenssatz, der schon seit Längerem berufliche und private Wirklichkeiten bestimmt.

„Schneller, besser, weiter, mehr“ ist einerseits ein Ansporn, der zu vielen segensreichen Entwicklungen geführt hat, die unseren Alltag leichter machen und unser Leben bereichern.

„Schneller, besser, weiter, mehr“ ist – vor allem in Verbindung mit „billiger“ - aber auch zu einem Antreiber geworden, der mächtig Druck in das Arbeitsleben gebracht hat. Denn mit immer weniger Menschen muss immer mehr in immer besserer Qualität zu schaffen sein.

Obwohl der Club of Rome schon 1972 in seiner bahnbrechenden Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft die Grenzen des Wachstums beschworen hat, gilt Wachstum bis heute in Politik und Wirtschaft als der Leitwert und Problemlöser schlechthin.

Und so suggerieren uns die Werbung und das schier unüberschaubare Angebot an Produkten, dass wir immer mehr brauchen und das Neue, noch Bessere nicht verpassen sollten.

Das zeigt schon der bedeutsame Unterschied zwischen „einkaufen“ und „shoppen“. Wer einkaufen geht, hat einen vorher identifizierten Bedarf, dem er gezielt abhelfen will.

Wer shoppen geht, lässt sich dagegen erst einmal anregen, was er alles noch gebrauchen könnte – meist mit Erfolg. Denn Anerkennung findet, wer erfolgreich ist, gut aussieht, viel leistet und sich viel leisten kann.

So hat der Antreiber inzwischen auch die eigene Person zum Objekt gemacht: Selbstoptimierung ist das Schlagwort unserer Tage.

Ständig werden wir dazu angehalten, mehr aus uns zu machen. Mit Fitnessarmbändern bestückt und ausgefeilten Apps und Programmen verbunden arbeitet inzwischen eine stetig wachsende Zahl von Menschen an der Verbesserung ihrer Kondition und Leistungsfähigkeit.

Auch die Verbesserung der Performance, der Außenwirkung, ist für Viele ein wichtiges Anliegen, vor allem im Hinblick auf die Verfolgung ihrer beruflichen Karriere.

Leider betrifft diese Selbstoptimierung in erster Linie berufliche Kompetenzen sowie das Äußere, den Antritt und das Durchhaltevermögen, kaum aber die Optimierung der eigenen Persönlichkeit im Sinne einer Weiterentwicklung als Mensch.

Der von der Wirtschaft ausgegebene Glaubenssatz, dass wir mit nichts zufrieden sein dürfen, sondern immer nach Mehr und Besserem streben müssen, hat inzwischen alle Lebensbereiche vergiftet.

Gerade in den westlichen, reichen Nationen ist die Depression dabei, zur Volkskrankheit Nummer 1 zu werden. In den interkulturellen Vergleichen zum Thema Glück schneiden die ärmeren Regionen regelmäßig besser ab als die reichen Industrienationen.

Krebspatientinnen und -patienten äußern sich in Umfragen zufriedener über ihr Leben als die sie behandelnden Ärzte. Glaubt man den Statistiken, ist die Mehrheit der Deutschen unzufrieden: unzufrieden mit ihrem Aussehen, unzufrieden mit ihrem Beruf, unzufrieden mit dem, was sie haben, unzufrieden mit ihrer Partnerschaft - die Liste ließe sich lange fortsetzen.

So hoffen sie auf eine Veränderung der Lebensumstände und den einen bedeutungsvollen Moment, der sie dann glücklich machen wird.

Dadurch kommt es einerseits zum Phänomen des verschobenen Lebens („wenn …, dann …“, z.B. wenn die Kinder mal aus dem Hause sind, wenn ich pensioniert bin, wenn ich mal im Lotto gewinne, dann wird alles besser). Zum anderen kommt es zu einer Überschätzung der äußeren Lebensumstände („wenn ich … hätte“).

Schon der griechische Schriftsteller Plutarch (45-120 n.Chr.) meinte: „Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle Zufriedenheit in sein Leben.“1

Über Zufriedenheit oder Unzufriedenheit entscheiden also nicht die Lebensumstände, sondern die eigene Einstellung dem Leben und sich selbst gegenüber.

Zufriedenheit scheint tatsächlich „die unterschätzteste positive Emotion in der westlichen Kultur“ (Barbara Frederickson) zu sein. Denn sie wird mit Stillstand gleichgesetzt.

Dabei verbirgt sich hinter ihr eine hohe Aktivität unseres Bewusstseins. Im Zustand der Zufriedenheit sind wir deutlich besser in der Lage, kreative Ideen zu entwickeln, neue Erfahrungen zu sortieren und diese in unser Selbst- und Weltbild zu integrieren.

Zufriedenheit steigert die Lebensqualität.

Während Glück immer etwas Aufgeregtes hat und etwas Momentanes und Vorübergehendes ist, entspricht die Zufriedenheit eher einem ruhigen Gefühl und bezieht sich auf einen längeren Lebensabschnitt.

Unzufriedenheit entsteht aus Vergleich und Defizitorientierung: wir schauen auf das, was nicht stimmt, was wir nicht haben, was nicht so läuft, wie wir es gerne hätten.

Zufriedenheit benötigt keinen Vergleich mit anderen und bilanziert stattdessen die Habenseite. Ihr Geheimnis ist die Fähigkeit, glückliche Momente und Anlässe für Zufriedenheit zu erkennen.

Zufriedenheit setzt daher Achtsamkeit voraus. Achtsamkeit bedeutet eine unangestrengte Wahrnehmung der Gegenwart. Dazu gehört, was ich gerade tue und was sich gerade im Äußeren und Inneren abspielt.

Sie sitzen am Frühstückstisch, essen ein Brot, trinken einen Kaffee, wechseln ein paar Worte mit Ihrem Partner, lesen Zeitung, denken an den Weg zur Arbeit und all die Anforderungen, denen Sie an diesem Tag gerecht werden sollen.

Das sind zusammengerechnet schon 7 Tätigkeiten in einem Augenblick.

Was davon nehmen Sie bewusst wahr?

Und so geht es den ganzen Tag weiter. Sogenanntes Multitasking, das anscheinend einer neuen Anforderungsqualität für Leistungsoptimierte entspricht.

Dabei ist Multitasking Selbstbetrug, denn unser Bewusstsein kann nur an einem Ort sein.

Wer zum Beispiel während des Autofahrens telefoniert, ist mit seinem Bewusstsein im Telefonat, denn hier muss er bewusst Informationen aufnehmen, verarbeiten und darauf reagieren.

Das Autofahren läuft unterdessen unbewusst, auf Autopilot sozusagen.

Achtsamkeit dagegen registriert bewusst, was gegenwärtig ist. „Kein Wächter kann zwei Stadttore gleichzeitig bewachen“ heißt es zum Multitasking im Zen.

Achtsamkeit kann fokussiert sein und alles andere ausblenden. Wer sich in der Meditation beispielsweise auf die Wahrnehmung des Atems konzentriert, wird vieles an Geräuschen und Bewegung im Raum gar nicht mehr mitbekommen.

Achtsamkeit kann aber auch eine frei schwebende Aufmerksamkeit sein, bereit, alles wahrzunehmen, ohne sich gedanklich und emotional in eine Wahrnehmung zu verbeißen.

Achtsamkeit befreit von der Defizitorientierung. Sie weitet Blick und Gemüt für das viele Positive, das uns im Laufe eines Tages zufällt: ein Sonnenstrahl, der offene Blick eines Kindes, eine freundliche Bedienung, eine kompetente Beratung, die Schönheit und Ästhetik eines Gebäudes, ein angenehmes Gespräch, eine nette Geste, der freie Parkplatz am Abend in Haustürnähe, eine verschwenderisch blühende Blume, eine glimpflich verlaufene gefährliche Verkehrssituation, ein guter Auftrag, mit dem nicht zu rechnen war.

Von der Achtsamkeit führt daher ein direkter Weg zur Dankbarkeit.

Wer achtsam registriert, was geschieht, nimmt vieles nicht mehr als selbstverständlich hin. Er erkennt das Geschenkhafte, Unverfügbare vieler Erfahrungen und den Mehrwert, den sie ins Leben bringen.

Wertschätzung ist vielleicht ein anderer Ausdruck für diese Haltung.

Wertschätzung dessen, was wir haben; Wertschätzung dessen, was wir sind und können; Wertschätzung dessen, was uns begegnet und zuteilwird; Wertschätzung anderer und ihres Potenzials und Beitrags. „Niemand kann zufriedener sein als seine Dankbarkeit zulässt.“2

Der Weg zur Zufriedenheit führt also von der Achtsamkeit über die Dankbarkeit.

Zufriedenheit ist letztlich ein Einverständnis mit dem, was war, und mit dem, was ist, und ein Vertrauen in die Zukunft, in das, was sein wird.

Wir bilanzieren die Vergangenheit oder Teilbereiche unseres Lebens und sind zufrieden mit dem, wie es gelaufen ist und was wir erreicht haben.

Dazu gehört auch ein Einverständnis mit den Zumutungen, die das Leben auch bedeutet. Denn mit einem achtsamen und wertschätzenden Blick erkennen wir auch die Gewinne, die Krisen, Verluste und Herausforderungen gebracht haben.

Wir bilanzieren die Gegenwart und sind einverstanden, nehmen das Leben so, wie es ist.

Das hindert uns nicht, aktiv zu sein und Gestalter einer guten Zukunft zu werden – aber ohne die inneren und äußeren Antreiber, deren Merkmale die Angst und der Zwang sind, das unbedingt Müssen.

Zufriedenheit reicht in die Zukunft, denn sie geht davon aus, dass wir auch in Zukunft bekommen werden, was wir zum Leben brauchen.

Wenn Zufriedenheit auch in erster Linie das Ergebnis einer inneren Einstellung ist, so gibt es doch einige Quellen, aus denen sie sich speisen kann.

Beeinflussbare, von uns gestaltbare Aspekte unseres Lebens sind wesentliche Voraussetzungen für Zufriedenheit.

Die Ressourcen für mehr Arbeits- und Lebenszufriedenheit, die ich Ihnen im Folgenden vorstellen möchte, sind meine persönliche Bilanz aus langjähriger Auseinandersetzung mit mir selbst, aus langjähriger psychotherapeutischer Tätigkeit, aus langjähriger Arbeit mit Führungskräften und Keyplayern in Industrie und Non-Profit-Organisationen und aus vielen Auszeiten, die ich mit Stress und Burnout gefährdeten High-Performern durchgeführt habe.

Es ist eine persönliche Einschätzung, die andere natürlich auch anders sehen können.

Ich möchte sie als Anregung verstehen, sich wichtige Bereiche des eigenen Lebens anzuschauen und gegebenenfalls „Stellschrauben“ zu identifizieren, an denen Sie drehen können, um mehr Zufriedenheit in Ihr Leben zu bringen.

Denn Unzufriedenheit ist zumindest zeitweilig und in Teilbereichen insofern wichtig, dass sie uns motiviert, weiter zu gehen und neue Erfahrungen zu machen – mit uns selbst und infolge dessen auch mit unserem Leben.

1 Quelle: Plutarch, Über Tugend und Laster

2 Ernst Ferstl, Zwischenrufe, Libri Books on Demand, Hamburg 2000

„Selbstverantwortung“

Vor vielen Jahren war ich einmal zum Thema Motivation in ein Arbeitslosenprojekt eingeladen.

Ich schrieb damals zu Beginn an die Tafel:

Das Leben, das ich heute führe, ist das Ergebnis von Entscheidungen, die ich in der Vergangenheit getroffen habe.

Da war aber Stimmung im Saale, das wollte niemand so auf sich sitzen lassen. Die Schuldigen an der gegenwärtigen Misere waren leicht ausgemacht: die Anderen!

Ob damit nun konkrete Vorgesetzte oder Kollegen, der Unternehmer, die Asylanten oder die Politik gemeint waren, jedenfalls wurde anderen die Verantwortung für die Gegenwart angelastet.

Selbstverständlich weiß ich, dass bereits in ersten drei Lebensjahren durch das elterliche Verhalten grundlegende Weichenstellungen erfolgen.

Selbstverständlich weiß ich, dass so ein Gebilde wie „Gegenwart“ das Ergebnis vieler Faktoren und systemischer Zusammenhänge ist - aber die eigenen Entscheidungen und Nichtentscheidungen (die nicht bewusst getroffene Entscheidungen) spielen darin eine gewichtige Rolle.

Das beginnt bereits in der Schulzeit.

Ich habe entschieden, zu lernen und Hausaufgaben zu machen oder mich treiben zu lassen und zu schwänzen.

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