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Laufend um die Welt

Danksagung

Auch bei diesem Buch war ich auf die Hilfe vieler Menschen angewiesen, um es zu einem guten Ende zu bringen.

Ein grosser Dank geht an Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Beck, der aufgrund seiner grossen Erfahrung, auch als Autor, mich immer wieder beim Schreiben inspirierte, geduldig auf Fehler hinwies und mich als Lektor begleitete. Er blieb durchweg unterstützend und ehrlich interessiert an dem Thema meines Buches.

Der grösste Dank geht aber an meine Frau und zugleich schärfste Kritikerin Christine, die mir schon bei meinem ersten Buch zur Seite stand, und mich bei „Laufend um die Welt“ immer wieder antrieb, weiter zu schreiben.

Ihrer unermüdlichen und geduldigen Ermutigung habe ich letztendlich zu verdanken, dass der 2. Teil meiner Trilogie überhaupt fertig geworden ist.

Vielen Dank auch wieder den Menschen, die mich bei meinen Laufabenteuern aktiv und passiv begleitet haben, ohne sie, würde es auch dieses Buch nicht geben.

Vorwort

Zu allererst möchte ich mich bei Allen bedanken, die mich nach dem Lesen von „Laufen und Leben auf der Überholspur“ motiviert haben, so schnell wie möglich die Fortsetzung zu schreiben. Es gab noch soviel zu erzählen. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich es jemals schaffen würde, das Buch zu Ende zu schreiben, da mir so oft die Zeit zum Schreiben fehlt.

Nun ist er aber fertig, der zweite Teil meiner Trilogie und ich hoffe, dass ich mit „Laufend um die Welt“ genau so viele Leser gut unterhalten kann, wie mit dem ersten Teil.

„Laufend um die Welt“ beginnt für Leser, die den ersten Teil nicht gelesen haben, etwas rasant, aber das ist dann ein Grund mehr, nochmal zurückzuschauen und „Laufen und Leben auf der Überholspur“, den ersten Band zu lesen.

Ich wünsche allen Lesern dieses Buches viel Spaß beim Lesen meiner Laufabenteuer.

Inhaltsverzeichnis

Glück im Leichtsinn

Mein Lauf zum tiefsten Punkt der Erde

Kaserniert in Thailand

Mein stärkster Marathon

Halbmarathon in der reichsten Stadt der USA

Inselsüchtig

Die absolute Grenzerfahrung auf Sulawesi

Falsche Freunde und Neider kommen irgendwann aus der Deckung

Beratungsresistent in Miami

10 Ich treffe das erste Mal im Wettkampf auf mein Idol

11 Die Ultralaufreise in das 18. Jahrhundert

12 Der längste Strandlauf der Welt

13 Kansas mag mich nicht

14 Wenn, dann muss es gleich der Höchste sein

15 Marathongeburtstag 42 Jahre und 195 Tage alt

16 Der Lauf vom Pazifik zum Indischen Ozean

17 Im Tal des Todes macht die Crew schlapp

18 Die Cliff Young-Taktik

19 Zweimal aus Versehen zum Berlin-Marathon

20 Der „Aus-Versehenlauf“ in Dhaka oder die Bangladesh-Diät

21 100 Marathons gelaufen, 0 Meter trainiert

22 Jubiläumswettkampf an der Stelle, wo alles begann

23 Der Beinahe-Karibik-Super-Gau dank High-Tech

24 Tahtali Dag - Der entweihte Berg oder von Null auf 2365 Meter

25 Mein 1500. Wettkampf

26 Der Lauf auf den höchsten Berg Thailands

27 Langsam laufen macht schnell

28 Notgedrungen Höhentraining in Peru

29 Gipfelsturm in den Anden

30 Das Zauberwort heißt Gehpausen

31 Was wird die Zukunft bringen

32 Laufen ist aufregend, aber muss man vor dem Laufen aufgeregt sein?

33 Sponsoren – da kann nicht jeder kommen

34 Helmut Linzbichler

35 Wieder auf Weltrekordjagd

36 Ernährung – das überbewerteste Thema unserer Wohlstandsgesellschaft

37 Die große Entscheidung

Glück im Leichtsinn

Wir befanden uns in einer scheinbar ausweglosen Situation, aber wie aus dem Nichts tauchte plötzlich ein zweiter Mann auf, der auch als Doppelgänger eines erfolgreichen Basketballhünen durchgegangen wäre. Plötzlich stand er zwischen uns und dem Charles Barkley-Double, dem er in einer blitzschnellen Bewegung mit der Faust auf die Brust schlug. Alles ging wahnsinnig schnell: „Charles Barkley für Arme“ sackte wie ein nasser Sack zusammen und der plötzlich aufgetauchte Robin Hood brüllte in unsere Richtung: „Haut ab hier!“

Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, wir rannten wie vom Teufel gejagt los. Wir bogen um den Block, ohne uns noch einmal umzuschauen und kamen erst nach mehr als einem Kilometer wieder zum Stehen. Für mich war das eine nicht auf dem Trainingsplan stehende Tempoeinheit erster Klasse, aber auch Elias schlotterten die Knie. Und ich hoffte, dass er diesen Vorfall für sich behielt.

Mein Lauf zum tiefsten Punkt der Erde

Nach meiner Rückkehr aus den USA erhielt ich einen Anruf von meinem Freund Lambert Schuurs, den ich einige Jahre zuvor beim 100 Meilen-Etappenlauf im Himalaya kennengelernt hatte. Lambert fragte mich, ob ich Lust hätte, in seinem Team beim 50 km-Ultramarathon in Jordanien zu starten. Das Besondere an diesem Lauf war, dass der Start in der Hauptstadt Amman auf 1300 m Höhe und das Ziel am Toten Meer auf 400 m unter Null waren.

Lambert war als Rekord-Nationalspieler im Handball in Holland sehr populär, wodurch er in der Lage war, mit einem großen und professionellen Betreuungsteam nach Jordanien zu reisen. Ich sagte sofort zu, weil ich diesen Lauf schon seit einiger Zeit auf meiner to-do- Liste hatte.

Gemeinsam flogen wir eine Woche vor dem Ultralauf von Amsterdam nach Jordanien, um mit drei Läufern, die sieben Betreuer zur Verfügung hatten, den Lauf zum tiefsten Punkt der Erde in Angriff zu nehmen.

In Amman fanden wir keine guten Trainingsmöglichkeiten vor, sodass wir einige Male mit dem Auto aus der Millionenstadt flohen, um wenigstens einigermaßen laufen zu können. So konnten wir auch schon mal einige Abschnitte der späteren Wettkampfstrecke begutachten.

Mit Lambert Schuurs, dem holländischen Handball-Rekordnationalspieler, auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde.

Am Vorabend des 50 km-Laufes fand eine große Nudelparty statt, bei der ich viele alte Bekannte traf, mit denen ich früher schon auf Laufreisen war. Manfred Steffny nutzte die Chance, für sein Laufmagazin „Spiridon“ schnell ein Interview mit Lambert zu machen, bevor unsere Gruppe zu dem einzigen großen runden Tisch im Saal geführt wurde. Dezent abgesperrt, hatten wir die Ehre mit dem Bruder des jordanischen Königs zu Abend zu essen.

Am nächsten Morgen ging es endlich los. Im Dunkeln startete der 50 km lange Lauf von Amman zum Toten Meer, von 1300 m Höhe bis auf 400 m unter Null. Allerdings ging es nicht nur bergab. Immer wieder mussten wir kleinere Steigungen überwinden, um zum tiefsten Punkt der Erde zu kommen.

Ich empfand es auch als eher unschön, dass der gesamte Lauf auf öffentlichen Verkehrsstraßen stattfand. Viel schlimmer war aber noch, was ich bei Kilometer 10 erfuhr.

Ich war bei diesem Lauf mit großen Ambitionen gestartet, meine Form stimmte und ich wollte hier um den Sieg mitlaufen. Alle 5 Kilometer wurden wir von unserem Team versorgt und über alles auf dem Laufenden gehalten.

Ich wusste, dass ich auf dem dritten Platz lag. Dass aber die beiden einheimischen Läufer vor mir die 10 km-Marke in einer Zeit passiert hatten, die unter dem jordanischen 10 km-Landesrekord lag, war für mich schon ein kleiner Schock. Mir war sofort klar, dass hier betrogen wurde. Wahrscheinlich waren die beiden einige Kilometer in einem Auto mitgefahren. Meine Motivation sank sofort auf den Nullpunkt und so wartete ich auf Lambert, um mit ihm zusammen die restlichen Kilometer zu laufen. Es dauerte nur knapp zwei Minuten, bis Lambert auch die 10 Kilometer-Marke erreicht hatte und wir zusammen Richtung Ziel weiterliefen. Eine knappe Marathondistanz lag noch vor uns. Nach einiger Zeit wunderten wir uns, als wir immer wieder langsamere Läufer überholten. Sollten die auch alle betrogen haben? Wie sich jedoch herausstellte, waren die Teilnehmer, die hier die klassische Marathondistanz liefen, 8 Kilometer vor uns gestartet. So sammelten wir einen Marathon-Läufer nach dem anderen ein. Plötzlich tauchte vor uns auch Larry auf, den ich schon seit 1995 kannte und der in Zukunft noch so viele Laufreisen bei mir buchen sollte wie kein anderer.

Mit Lambert Schuurs im Ziel

Während des Laufes erfuhr ich noch, dass ein befreundeter Läufer bei Kilometer 30 von einem Lkw angefahren worden war. Für ihn war damit der Lauf vorbei, aber zum Glück blieb er von größeren Verletzungen verschont.

Ohne grosse Quälerei liefen Lambert und ich gemeinsam auf Platz 5 liegend ins Ziel, am Toten Meer.

Den Lauf an sich fand ich nicht besonders spannend, eine andere Sache um so mehr, als ich jetzt im Ziel war. War es wirklich wahr, dass man im Toten Meer nicht untergehen konnte?

Es stimmt wirklich, man kann im Toten Meer nicht untergehen

Nachdem ich in dem zähflüssigen Wasser war, kann ich es bestätigen.

Es funktioniert tatsächlich, man geht einfach nicht unter! Zum Ertrinken eignete sich das Tote Meer also absolut nicht.

Bevor es für uns wieder nach Hause ging, verbrachten wir noch zwei Tage im luxuriösen Mövenpick-Resort direkt am Toten Meer.

Kaserniert in Thailand

Mittlerweile konnte es für mich nicht oft genug nach Thailand gehen, sodass ich mich auf diese Laufreise wieder ganz besonders freute.

Mit Danny auf Wettkampfreise in Thailand

Mit Danny aus Hongkong, der seit einigen Jahren in Thailand lebt, hatte ich die Teilnahme an einem Berglauf im Khao-Yai-Nationalpark geplant. Das war eine der wenigen Gegenden, in denen ich in Thailand noch nicht gelaufen war. Wir hatten herausgefunden, dass es direkt im Nationalpark ein kleines Hotel gab, dort wollten wir die Nacht vor dem Wettkampf verbringen. Mit öffentlichen Bussen machten wir uns auf den Weg, was schwieriger war, als wir gedacht hatten. Danny sprach damals auch nur eine Handvoll thailändischer Wörter, sodass eine Verständigung mit den Einheimischen so gut wie unmöglich war. Nach 9 Stunden erreichten wir einen größeren Ort, von dem wir wussten, dass er am Rande des riesigen Khao-Yai-Na-tionalparks lag.

Nachdem wir aus dem Bus gestiegen waren, standen wir verloren an einer stark befahrenen Verkehrstrasse und wussten nicht, wo und wie wir von dort weiterkommen sollten. Als wir noch überlegten, was wir jetzt tun sollten, hielt plötzlich ein Auto neben uns. Der Fahrer fragte, ob wir zum Berglauf wollten. Wir wunderten uns, woher er das wusste, aber wir sahen natürlich unverkennbar nach Läufern aus. So hatte sich ein Problem von selbst gelöst. Bis zum Startpunkt des Laufes, an dem sich auch das kleine Hotel befand, waren es immerhin noch 12 Kilometer. Dort angekommen, bedankten wir uns fürs Mitnehmen und bevor wir uns für den Lauf anmeldeten, wollten wir im Hotel einchecken.

Dort wurden wir mit der Frage empfangen: „Haben Sie reserviert?“ Dann die Hiobsbotschaft: „Wir sind total ausgebucht!“

Jetzt war es uns natürlich auch klar, dass es bei einer großen Veranstaltung unwahrscheinlich war, dass ein so kleines Hotel noch freie Zimmer hatte. Was sollten wir jetzt tun? Bis auf dieses Hotel war hier nur Wildnis und wir hatten auch kein Transportmittel, um in die Stadt zurückfahren zu können.

Als wir uns für den Lauf am nächsten Morgen anmeldeten, trafen wir zufällig den netten Mann wieder, der uns hierher mitgenommen hatte. Wir erzählten ihm von unserem Problem, ohne auf eine Lösung zu hoffen. Wir trauten unseren Ohren nicht, als er spontan sagte: „Ich nehme euch mit zu mir.“ Als wir wieder in der Stadt waren, sahen wir links von uns einen riesigen Militärkomplex. Seit einigen Minuten fuhren wir schon an ihm entlang. Plötzlich bog unser Auto nach links und steuerte direkt auf das große Tor der militärischen Einrichtung zu. Wo wollte der Fahrer mit uns hin? Als wir den Schlagbaum erreichten und der Wachtposten den Mann hinter dem Steuer erkannte, stand er stramm und salutierte, was ihm sofort alle anderen Soldaten, die sich in der Nähe befanden, nachmachten.

Wir staunten nicht schlecht, wer war unser netter Chauffeur? Wie sich schnell herausstellte, hatten wir es mit dem Kommandanten dieser Militäreinheit zu tun, der ebenfalls auch Läufer war. Wir fuhren zu seinem Haus, das sich auf dem riesigen Gelände befand, und wurden dort von seiner Frau empfangen, die sich dann auch sofort in die Küche entfernte. War es wirklich wahr? Wir befanden uns in einem absolut für die Öffentlichkeit gesperrten Objekt und das als Ausländer!

Nach einem ausgiebigen Abendessen wurden wir in unser Zimmer geführt. Wie wir später erfuhren, mussten die Tochter und der Schwiegersohn des Kommandanten dieses für uns räumen.

In der Nacht regnete es in Strömen, so dass wir doppelt froh waren, ein Dach über dem Kopf gehabt zu haben. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir zum Start in den Nationalpark. Der Berglauf war eigentlich unspektakulär, es ging 10 km bergauf und danach wieder zurück zum Ziel. Auch meine Platzierung war nicht der Rede wert. Was mir von diesen Lauf in Erinnerung blieb, war der Augenblick, als ich den Wendepunkt erreichte. Dieser Lauf war eine große Veranstaltung, bei der mit österreichischer Unterstützung die ChampionChip-Zeitmessung eingesetzt wurde.