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Lassiter - Folge 2234

Drei Bräute aus Newark

Ronny Phelps war ganz ruhig, als er die Schritte auf dem Gang hörte. Die Faust um den Stein gekrallt, wartete er neben der Kerkertür. Frei sein! Ich will frei sein!

In der Gefängniszelle war es dunkel wie in einer Totengruft. Phelps wusste nicht, ob es Tag oder Nacht war. Letzte Woche hatte der Zuchthausdirektor verfügt, dass er in die Zelle ohne Fenster gebracht wurde, im untersten Gewölbe von Fort Yuma. Es war das Quartier für die Todgeweihten, der Vorhof zur Hölle.

Phelps hörte, wie der Wärter vor der Kerkerzelle mit den Schlüsseln klapperte. Der Schlüssel knirschte im Schloss. Der Bart drehte sich und knarrend öffnete sich die massive Zellentür. Trübes Licht fiel in den Raum.

»Ich will dich sehen, Phelps«, sagte der Wächter.

Phelps packte den Stein fester und hielt den Atem an. Sein Herz wummerte wild. Mit zusammengekniffenen Augen starrte er auf die Fackel.

Im Gegenlicht waren von dem Wachmann nur die schemenhaften Umrisse zu erkennen. Doch Phelps wusste, dass eine schussbereite Waffe auf ihn gerichtet war. Beim geringsten Verdacht würde der Gefangenenaufseher auf ihn schießen.

»Tritt ins Helle, Junge!«, hallte die Stimme auf dem Gang.

Nach kurzem Zögern trat Phelps in den Lichtkreis der Fackel.

Nun hielt der Wärter die Fackel tiefer.

Phelps sah ihm ins Gesicht und ließ erleichtert die Luft aus den Lungen. Der Mann, der vor ihm stand, hieß Neil Adams und war mit Abstand der angenehmste Mensch auf dem Gelände der Haftanstalt. Im Gegensatz zu den anderen Aufsehern hatte er sich einen Rest von Menschlichkeit bewahrt. Auf den Lippen des Wachmanns lag ein breites, gemütliches Grinsen.

Die Hand, mit der Phelps den Stein hielt, entspannte sich. Er seufzte schwer. Da hätte er um ein Haar seinen besten Freund erschlagen. Adams war immer fair und anständig zu ihm gewesen. Phelps spürte einen dumpfen Druck in seinem Magen. »Sie sind ein netter Kerl, Neil«, murmelte er kaum hörbar.

»Siehst schlecht aus, Junge«, erwiderte Adams. »Ganz blass um die Nase herum. Schläfst du zu wenig?«

»Mir fehlt das Licht. Die ständige Dunkelheit macht mich fertig.«

Adams steckte die Fackel in den rostigen Wandhalter neben der Tür. »Bin gekommen, weil ich ein paar Neuigkeiten für dich habe.«

»Hat der Direktor die Dunkelhaft aufgehoben?«

»Leider nicht, mein Junge.« Adams schüttelte betrübt den Kopf. »Aber so lange hast du es ja nicht mehr. Was ist schon eine Woche?«

Phelps schob den Stein unauffällig in seine Hosentasche. Er schloss die Augen. Für einen kurzen Moment erschien ihm die traumhafte Vision einer wunderschönen Frau in blutroter Reizwäsche.

»Was sind das für Neuigkeiten?«, erkundigte er sich. »Nachrichten von zu Hause?«

»So ist es.« Adams schob mit dem Colt seinen Hut höher. »Du hattest doch gesagt, ich solle dich auf dem Laufenden halten, sobald ich etwas aus Clanton erfahre.«

»O ja, natürlich.«

»Ich soll dir Grüße ausrichten, von Pam, deiner Süßen.«

Phelps horchte auf. Pamela Cox, die alle Pam nannten, war ein besudeltes Täubchen aus Rosys Freudenhaus in Clanton. Die junge Frau hatte sich in ihn verliebt, kurz bevor Sheriff Morris ihn wegen Mordes ins Gefängnis warf. Als er zu zehn Jahren Zuchthaus in Fort Yuma verurteilt wurde, hatte sie im Gerichtssaal einen Weinkrampf bekommen. Jetzt schrieb sie ihm Briefe, in denen sie ihn über den Klatsch und Tratsch in Clanton informierte.

Leider konnte Phelps nicht lesen. Es war Neil Adams, der die Briefe für ihn las und ihm dann Bericht erstattete.

»Deine Pam ist ein großartiges Mädchen«, sagte der Aufseher. »Sie kriegt es fertig und wartet die ganzen zehn Jahre auf dich. Zum Henker, ein Girl wie sie ist so selten wie ein Stinktier, das auf Stelzen läuft. Junge, du kannst dir den eigenen Hintern küssen, dass du ein Mädchen hast, das so zu dir hält.«

»O ja, Pam ist schon eine Klasse für sich.« Phelps wischte sich mit dem Handrücken über die Lippen. »Was hat sie geschrieben?«

Adams holte tief Luft. Er richtete die Augen auf einen fiktiven Punkt an der Gewölbedecke, dann legte er los.

Phelps ließ sich keine Silbe entgehen. Zuerst erfuhr er, dass Pam ihn über alles liebte. Dann folgte das andere. Im Marlowe Theatre wurde ein Stück aufgeführt, in dem die berühmte Schauspielerin Julie LeGrand aus Laredo mitwirkte. Sheriff Morris hatte einen neuen Deputy vereidigt, weil Jim Holmes, der Vorgänger, der Trunksucht verfallen war. Der Besitzer des Palace Hotel wollte den abgebrannten Maverick Saloon wieder aufbauen. Die Besitzerin des Saloons, Cilla Breck, hatte mit dem viel jüngeren Barkeeper Jason eine heiße Affäre angefangen. Der stadtbekannte Vagabund Hank Stone hatte sich ein neues Pferd gekauft, das er Trudie Second getauft hatte. Der Mädchenhändler John Banks war von einer Schar Cowboys niedergeritten worden und musste in ein Hospital in Newark eingeliefert werden. Eli Judd, der alte Trapper, saß nach wie vor in Bars herum und deklamierte laut die Schlagzeilen aus der Clanton Review …

»Moment«, Phelps hob eine Hand, »hat Pam gar nichts über Lou Jeffries geschrieben?«

»Der Kerl, der dir den Marley-Mord angehängt hat?«

Phelps schnitt eine Grimasse.

»Nein«, sagte der Wachmann und zuckte mit einer Achsel, »über Lou Jeffries hat sie nicht ein Wort fallen lassen.«

Die Fackel in der Halterung flackerte und warf geisterhafte Schatten auf die von Staub und Spinnweben bedeckten Steinwände.

Ronny Phelps wischte sich wieder über den Mund. Er stand noch tief unter dem Eindruck von Adams’ Bericht. Die Freiheit! Wie gern würde er wieder am öffentlichen Leben außerhalb der Gefängnismauern teilnehmen. Mit anderen Leuten reden, in Bars Whiskey trinken und mit Pam über die Mainstreet bummeln.

Bis es soweit war, würden noch zehn Jahre vergehen. Eine gefühlte Ewigkeit.

Dabei hatte er mit dem Mord an Tom Marley nicht das Geringste zu tun. Ganz im Gegenteil. Marley war sein Kumpel gewesen. Gemeinsam hatten sie krumme Dinger gedreht, die meisten mit Lou Jeffries. Das Unglück fing damit an, dass Jeffries seine Liebe zu Cilla Breck entdeckte. Doch er kam zu spät. Ein Dandy namens Lassiter poussierte mit ihr herum. Der verschmähte Jeffries versuchte nun mit allen Mitteln, seinen Nebenbuhler aus dem Feld zu schlagen. Er schob Lassiter sogar einen Mord in die Schuhe und brachte ihn hinter Gitter, aber dem gewitzten Burschen gelang die Flucht. Als Jeffries noch einmal versuchte, bei Cilla auf Tuchfühlung zu gehen, holte er sich den nächsten Korb. Das brachte ihn zur Weißglut, und er sorgte dafür, dass ihr Saloon ein Raub der Flammen wurde.

Am Tag nach dem Brand wurde Tom Marleys Leiche gefunden. Jeffries rannte zum Sheriff und behauptete, er, Phelps, habe den Mord begangen. Damit war sein Schicksal besiegelt. Die Jury schickte ihn für zehn Jahre in das Zuchthaus im westlichen Arizona-Territorium.

Der Wachmann sah Phelps fragend an. »Deine Kleine tut mir Leid«, sagte er. »Sie schickt dir Briefe, aber du beantwortest nie einen.«

»Wie denn?« Phelps presste die Lippen zusammen.

Es entstand eine Pause.

»Du könntest Lesen und Schreiben lernen«, schlug der Aufseher vor.

Phelps lachte freudlos. »Und von wem, wenn man fragen darf?«

»Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht«, erwiderte Adams. »Sobald du aus dem Arrest kommst, sorge ich dafür, dass du in eine Gemeinschaftszelle in Block C verlegt wirst, zu einem Lehrer, der dich unterrichten wird.«

Phelps war wie vom Donner gerührt. »Holy spirit, wenn das klappte, wäre das fabelhaft!«

»Ich werde sehen, was sich machen lässt.« Der Wachmann nahm die Fackel aus dem Halter.

Sekundenlang drehte er dem Häftling den Rücken zu.

Ronny Phelps befühlte den Stein in seiner Hosentasche. Wie sich die Dinge änderten. Vorhin war er drauf und dran gewesen, vor Verzweiflung einen Wachmann zu erschlagen, um eine Flucht zu versuchen. Jetzt, nur Minuten später, kam ihm dieser Gedanke völlig abwegig vor.

Als der Wärter die Tür wieder verriegelt hatte, zog Phelps den Stein aus der Tasche und schleuderte ihn ins Dunkel.

Zehn Jahre, dachte er. Irgendwie werde ich die schon rumkriegen. Andere schaffen das ja auch.

***

Lassiter stand im leeren Zuschauersaal des Marlowe Theatres und blickte nachdenklich auf die Bühne.

In drei Stunden fing die Vorstellung an. Das Stück, das dargeboten wurde, hieß »Der Hölle ein Stück näher« und handelte von einem Revolvermann, der sich in die Tochter eines Kiowa-Häuptlings verliebt hatte. Lassiter, der seit geraumer Zeit auf den neuen Auftrag von der Zentrale der Brigade Sieben wartete, hatte eine kleine Rolle in dem Drama angenommen. Er spielte einen Gambler, der im Saloon Greenhorns zum Pokern animierte.

Da öffnete sich auf der Bühne eine Tür in der prunkvoll gestalteten Kulissenwand, und die Hauptdarstellerin Julie LeGrand erschien. Die rassige Brünette mit dem Antlitz einer Madonna trug ein schlichtes, hellrosa Kleid und einen dünnen Seidenschal um die Schultern.

»He, Joe«, sagte sie. Lassiter war im Marlowe unter dem Namen Joe Rollins bekannt. »An wen haben Sie gerade gedacht? Doch nicht etwa an Cilla Breck?«

Bis vor kurzem hatte er mit der reizvollen Saloonbesitzerin ein lockeres Verhältnis unterhalten. Doch als er mitbekam, dass Cilla es mit ihrem Angestellten trieb, hatte er die Beziehung auf Eis gelegt. Sein Selbstwertgefühl war angeknackst. Schon der Gedanke, sich die Geliebte mit einem anderen Mann teilen zu müssen, war ihm ein Gräuel.

»Nein, ich habe nicht an Cilla Breck gedacht«, antwortete er, obwohl er es doch ein bisschen getan hatte. »Ich dachte an die Vorstellung heute Abend. Ob sie wieder ausverkauft ist?«

»Garantiert.« Julie überquerte die Bühne. Am Rand des erhöhten Podiums blieb sie stehen und blickte von oben auf Lassiter herab. »Ich hörte, Sie wären ein blutiger Anfänger in der Schauspielerei«, sagte sie. »Vorher hätten Sie noch nie auf der Bühne gestanden. Sie kannten das Theater nur als Zuschauer. Ist das richtig?«

»Ja, das stimmt.« Er lächelte. »Im Grunde war’s purer Zufall, dass ich engagiert wurde. Ich traf Sid Bellow, und er meinte, ich wäre die ideale Besetzung für Bill Spock, den Berufsspieler. Versuch macht klug.«

»… sagte der Teufel und setzte sich in die heiße Bratpfanne.« Sie lachte amüsiert.

Sid Bellow war der Sekretär des Theaterintendanten. Er hatte Lassiter, der gerade aus dem Jail entkommen war, Unterschlupf gewährt. Dann hatte er das Äußere des Flüchtlings mit Hilfe von Theaterschminke so sehr verändert, dass Lassiter kaum noch zu erkennen war. Auf diese Weise konnte der Mann von der Brigade Sieben gemütlich in der Stadt herumspazieren, ohne als Lassiter identifiziert zu werden.

Trotz der Verkleidung war er zu jeder Minute auf der Hut. Sheriff Morris war noch immer hinter ihm her.

»Dafür, dass Sie ein Anfänger sind, machen Sie Ihre Sache ziemlich gut«, meinte Julie und strich sich mit gespreizten Fingern durch das dunkle Haar. »Wie wär’s? Soll ich beim Chef ein Wort für Sie einlegen? Dann springt beim nächsten Mal ganz sicher eine größere Rolle für Sie heraus.«

»Nett von Ihnen, aber ich denke nicht, dass ich noch längere Zeit in Clanton bleibe.«

Julie hob ihre gezupften Brauen. »Wie? Jetzt, wo es so gut läuft, wollen Sie fort?«

Er gab sich bedeckt. »Hab da noch ein anderes Eisen im Feuer.«

Sie musterte ihn mit undurchdringlichem Blick. »Sie sollten sich das mit den anderen Eisen nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen.«

»Warum?«

»Weil ich einen ausgesprochen guten Draht zu unserem Intendanten habe. Ein Wort von mir, und Sie könnten Karriere machen – Sie müssen’s nur wollen.«

Lassiter bedachte sie mit einem dankbaren Lächeln. Auf keinen Fall wollte er Julie verärgern. Sie schien es gut mit ihm zu meinen. Wie gern hätte er die attraktive Frau angebaggert, aber da gab es etwas, was ihn davon abhielt. Sid Bellow hatte ihm anvertraut, sie sei die Verlobte eines üblen Menschenjägers: des Auftragskillers Stu Rollins.

Die Offenbarung hatte große Wirkung auf Lassiter gemacht. Stu Rollins war einer seiner Todfeinde. Schon mehrmals hatten sie miteinander zu tun gehabt. Dabei war es Rollins immer wieder gelungen, in letzter Sekunde die Kurve zu kratzen. Dass ausgerechnet die schöne Julie LeGrand seine Braut sein sollte, klang wie ein schlechter Witz. Die langbeinige Theaterdiva war mindestens zwei Köpfe größer als der winzige, immer in Schwarz gekleidete Revolverschwinger.

»Eine Karriere als Schauspieler?« Lassiter wackelte mit dem Kopf. »Oh, Julie, ich denke, dieser Job ist auf die Dauer nichts für mich. Dazu mangelt es mir an Talent.«

»So ein Unsinn!« Julie setzte sich auf die Bühnenkante und ließ die Beine baumeln. »Joe, Sie dürfen Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Sie besitzen großartige Anlagen. Lassen Sie sie nicht verkümmern.«

Lassiter verbarg seine wahren Gefühle. Ein Jammer, dass Julie LeGrand in festen Händen war. Es gehörte zu seinen Prinzipien, mit keiner Frau anzubändeln, die einen Ring am Finger trug. Als Ermittler einer im Untergrund operierenden Geheimorganisation konnte er sich solche Seitensprünge nicht leisten. Die Affäre mit einer verheirateten Frau würde einer Mission zusätzlichen Zündstoff bescheren.

Allerdings hatte er im Moment keinen Auftrag.

Schon seltsam. Die Jungs von der Einsatz-Zentrale in Washington schienen seinen Namen nicht mehr auf der Liste zu führen. Vielleicht wollten sie ihm wieder mal eine kleine Verschnaufpause gönnen …

»Schön, dass Sie so sehr an mich glauben, Julie«, nahm er den Faden wieder auf. »Aber ich fürchte, die Rolle des Bill Spock wird mein erster und letzter Ausflug ins Reich der Dramen sein.«

Sie sah das anders. »Gibt es denn gar nichts, womit man Sie überzeugen kann?«

Lassiter zögerte mit einer Antwort.

In das Schweigen platzte Sid Bellow herein. Er kam durch die Flügeltür, die zum Foyer führte. Als er Julie LeGrand auf der Bühne sitzen sah, vollführte er einen theatralischen Kratzfuß. Dann, ganz plötzlich, schoss er in die Höhe. »Flinke Hufe, Julie! Der Chef verlangt nach Ihnen.« Er klatschte in die Hände, als verscheuchte er ein paar lästige Hühner. »Schnell, schnell, meine Liebe! Mr. Densmore wartet nicht gern.«

Julie stützte sich mit beiden Händen auf und schwang sich vom Bühnenrand. Als ihre Füße den Boden berührten, geriet sie ins Straucheln.

Mit einem Satz war Lassiter bei ihr.

Im nächsten Augenblick lag sie in seinen Armen.

Er spürte Julies Atem auf seiner Haut. Samtrot blühten ihm ihre Lippen entgegen. Ihr Busen bebte und dehnte die Bluse. Am liebsten hätte Lassiter die schöne Frau geküsst. Doch er kämpfte seine aufwallenden Gefühle nieder.

»Sie können mich jetzt loslassen«, sagte Julie LeGrand ironisch.

»Pardon, Ma’am.« Er zog sich zurück.

Julie zog die Brauen zusammen. »Ich warte noch auf die Antwort auf meine Frage«, sagte sie.

Lassiter hatte seine Gefühle wieder unter Kontrolle. »Solche weitreichenden Entscheidungen sollte man nicht übers Knie brechen«, fand er. »Sie sollten wohl überlegt sein.«

»Was heißt das? Brauchen Sie Bedenkzeit?«

»Yeah

»Wie lange?«

»Mindestens eine Woche.«

»Was? Eine ganze Woche?« Julie klimperte mit ihren angeklebten Wimpern. »Meine Güte, haben Sie eine lange Leitung.«

Lassiter lächelte. »Gut Ding braucht Weil«, zitierte er.

Da trat Sid Bellow zu ihnen. Respektlos packte er Julies Hand. »Jetzt ist es genug. Du kommst sofort mit!« Mit diesen Worten zog er Julie den Gang entlang.

»Sid! Sid Bellow, wie gehst du denn mit mir um?« Sie versuchte, ihn abzuschütteln, doch der Assistent des Direktors zerrte sie unbeeindruckt hinter sich her.

Laut schlug die Tür hinter ihnen zu.

Lassiter atmete tief durch. Die Luft roch nach dem betörenden Parfüm, das Julie aufgelegt hatte.

Ich muss stark sein, dachte er. Sie ist mit Stu Rollins zusammen. Auf keinen Fall darf ich mich mit ihr einlassen. Such dir ein anderes Girl, Lassiter!

Mit diesem Vorsatz ging er hinaus auf die Mainstreet. Bevor die Aufführung begann, wollte er noch eine Ladung frische Luft tanken.

Kaum zeigte er sich auf der Veranda, hörte er eine Stimme, die ihm bekannt vorkam.

Er wandte den Kopf. Die Stimme gehörte dem zierlichen Mädchen, dem er neulich beigestanden hatte. Die Kleine arbeitete in Rosys Bordell und wurde von ihren Bekannten Pam gerufen. Ein Kunde hatte sie bedrängt, weil er seine Brieftasche vermisste. Lassiter hatte verhindert, dass der Mann ihr eine Tracht Prügel verabreichte.

»He, Mr. Joe«, sagte Pam und streckte ihm ihre Hand hin. »Schön, dass wir uns mal wieder über den Weg laufen.« Sie kniff verschmitzt ein Auge zu.

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