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Lassiter - Folge 2225

Stadt der Angst

Das Herz bereitete Sheriff Howard L. Maxwell schon seit Jahren Sorge. An manchen Tagen hämmerte es derart wild in der Brust, dass der Gesetzeshüter glaubte, die Rippen müssten ihm zerspringen. Von alledem bekamen die beiden jungen Deputies, die mit ihm von Diablo City aus heraufgeritten waren, jedoch nichts mit.

»Wie viel werden’s sein, Mr. Maxwell?«, fragte Jonathan Earp, der hinter dem Viehzaun kauerte und zu der Ranch am Black Mountain hinüberschaute. »Sieht aus, als wären’s höchstens sechzehn Pferde!«

Der Sheriff fasste sich an die Brust und hockte sich ebenfalls nieder. »Schwer zu sagen, Jo. Sind ’ne Menge.«

Der andere Deputy war ein Hasenfuß namens Rob Feather. »W-wagen wir’s trotzdem, Sheriff? R-räuchern wir sie aus?«

Maxwell verspürte einen dumpfen Stich in der Brust. Er seufzte und schlug Feather auf die Schulter. »Nur keine Eile, mein Junge.«

Das Dutzend mexikanischer Bandidos drängte sich im hinteren Teil der Hütte und starrte Isham Bratton ausdruckslos an. Die Männer trugen zerlumpte Hemden aus Mississippi-Baumwolle, die sie bei ihrem letzten Überfall auf den Rush Mercantile Store erbeutet hatten. Sie waren bis an die Zähne bewaffnet und überließen ihrem Anführer Salvador Opuntes das Wort.

»Zwanzig Dollar für zehn Fässer, Amigo«, knurrte Opuntes und verschränkte die sehnigen Arme vor dem Körper. Er hatte die bronzefarbene Haut eines Mannes, der sich häufiger im Freien als in geschlossenen Räumen aufhielt. »Lieferst du jeden Monat?«

Der andere Mann nickte und legte den Kopf schief. Er war von kräftiger Statur und hatte schulterlanges graues Haar. Er war ohne Begleitung gekommen, was am Black Mountain rasch tödlich sein konnte.

»Monat für Monat«, erklärte Isham Bratton mit der für ihn typischen Gelassenheit. Er steckte sich eine Haarsträhne hinters Ohr und grinste. »Ihr kriegt den besten Branntwein, den wir auf der Buenos-Ranch zustande kriegen. Ist besseres Zeug, als ihr in Nogales oder Tucson bekommt. Ich würd’s selber trinken, müsst’ ich nicht ein paar Fässchen davon verkaufen.«

Der grauhaarige Ire stützte sich mit den Armen auf das Holzfass vor ihm, in dem sich fünfzig Galonen vorzüglichen Branntweins befanden. Seine Männer von der Buenos-Ranch, die zu großen Teilen verarmte Glücksritter aus Diablo City waren, hatten fünf Frachtladungen kalifornische Trauben gekeltert und nach dem Rezept des Franzosen vergären lassen. Der Franzose war bis zum Schluss bei ihnen geblieben. Er hatte mit seinen listigen Schlitzaugen in die Fässer geschaut und vor sich hin gemurmelt. Erst als der Schlot rauchte und das gebrannte Destillat in die Flaschen tropfte, hatte er sich davongemacht. Bratton hatte ihn später in Diablo aufgespürt, wo er die Buenos-Ranch verpfeifen und die Belohnung hatte einstreichen wollen. Um etwas anderes sei’s ihm nicht gegangen, hatte er beteuert.

Aber es hatte dem Franzosen nichts genutzt.

Zwei Kugeln hatten ihm den Schädel zerfetzt, ehe er zu Sheriff Maxwell gehen konnte. Es hatte Tage gedauert, bis der Sternträger Bratton auf die Schliche gekommen war. Maxwell war mit zehn Männern zur Ranch geritten, doch die verräterischen Branntweinfässer hatten zu diesem Zeitpunkt längst in ihrem Versteck im Sycamore Canyon gelegen.

»Zwanzig Dollar«, erhöhte Opuntes sein voriges Angebot und kratzte sich den stoppeligen Hals. »Ist mein letztes Wort.«

Die Männer ringsum setzten finstere Mienen auf und nickten langsam.

Ging es nach Bratton, waren die Bandenmitglieder nichts weiter als versoffene Gestalten, die sich am hart erarbeiteten Gold von Diablo City gütlich taten und dabei vor keiner Schandtat zurückschreckten. Vor zwei Wochen hatte die Opuntes-Bande eine Schar Goldschürfer am Solano River überfallen, die sich gerade zum Baden ausgezogen hatte. Die Mexikaner hatten vier der Männer auf der Stelle erschossen. Den Übrigen hatten sie acht Säckchen Goldstaub abgeknöpft, den die Unglückseligen bei sich getragen hatten. Die anschließende Schießerei hatten fünf der Goldsucher und zwei der Banditen mit dem Leben bezahlt.

Aber Gewalt und Branntwein waren die einzigen beiden Sprachen, die man in Diablo City beherrschte. Die Goldgräberstadt am Fuße der Saucito Mountains war ein gottverfluchter Moloch. Sie erstickte im Morast ihrer eigenen Verkommenheit, die selbst einen Mann wie Isham Bratton erstaunte. Der Ire war Kunstzeichner und Schiffskoch gewesen, ehe ihn der Ruf des Goldes in die Berge des Arizona-Territoriums gelockt hatte. Bratton hatte rasch begriffen, dass in Diablo City der Teufel entweder am Spieltisch oder am Whiskeyfass saß.

»Fünfundzwanzig«, sagte Bratton und sah dem Mexikanerboss in die Augen. »Fünfundzwanzig Dollar und die Fässer zu jedem Monatsanfang. Der Vorrat reicht bis zum nächsten Jahr.«

Die Nervosität des Mexikaners machte sich in dessen zitternder rechter Hand bemerkbar. Bratton wusste nur zu gut, dass es mit Opuntes’ Ansehen Essig sein würde, gelang es dem Banditen nicht, den Handel unter Dach und Fach zu bringen. Die Männer waren seit Tagen quer durch die Berge geritten und lechzten nach jedem Tropfen Alkohol.

»Dreiundzwanzig«, entgegnete Opuntes zerknirscht und streckte die Hand aus. »Die Fässer auf deinem Packpferd bekommen wir gleich.«

Nach kurzem Zögern schlug Bratton ein und schüttelte dem mexikanischen Bandenboss die Hand. Er wischte sich den Schweißfilm von der Stirn, der sich während der Unterredung gebildet hatte, und ging im Kopf durch, wie viel ihm bei dreiundzwanzig Dollar für zwei Fässer unter dem Strich blieben.

Plötzlich sprang einer der Banditen auf und packte Opuntes am Arm.

Er riss den Bandenboss zu Boden und schrie zur gleichen Zeit mit gellender Stimme einen Namen. Bratton verstand ihn erst, als kurz darauf Schüsse fielen.

»Sheriff Maxwell!«, rief der Bandit und sah sich mit wildem Blick um. »Sheriff Maxwell, Compañeros

»Runter!«, befahl der Ire und ging neben dem Fenster in Deckung. »Verfluchte Hurensöhne!«

Vor der verlassenen Bergranch krachten ohrenbetäubend mehrere Gewehre. Der Beschuss hielt über eine halbe Minute an, was darauf hindeutete, dass der Sheriff von Diablo City seine Deputies mitgebracht hatte. Bratton gestikulierte stumm und signalisierte den Banditen in seinen Rücken, dass sie am ehesten überleben würden, wenn sie sich ruhig verhielten und die Köpfe einzogen. Er kannte die Strategien des alten Sheriffs, der ihm seit dem Tod des Franzosen auf den Fersen war. Einer von Opuntes’ Männern lag mit durchlöcherter Stirn in der Ecke.

»Der Hund wird jeden von uns abknallen, der sich vor die Tür wagt!«, raunte Bratton und spähte durch den Türspalt. Er konnte nichts außer Pulverdampf erkennen. »Aber er hat höchstens zwei oder drei Männer bei sich!«

»Hijo de la chingada!«, zischte Opuntes aufgebracht. »Hurensohn! Er wird bezahlen für das Leben von Gonzalez!« Er befahl zweien seiner Leute, sich zu Bratton unter das Fenster zu hocken. Die Mexikaner schnappten sich ihre Gewehre und gehorchten. »Er kann uns nicht halten in Schach mit zwei Männern!«

Abermals lugte Bratton durch den Türspalt. Er sah zwei Gestalten im Dunst, die sich zögerlich auf das Haus zubewegten. Sie hielten zwei glänzende Winchesters in den Armen, die aus den Läufen rauchten.

»Wartet noch!«, raunte Bratton den Leuten unter Opuntes’ Kommando zu. »Sie … sie haben sich aus der Deckung gewagt! Diese Kerle müssen von allen guten Geistern verlassen sein!«

Mit einem routinierten Handgriff betätigte Bratton den Ladehebel seines eigenen Gewehrs. Er richtete sich langsam auf und wagte einen Blick durch das Fenster.

Von Maxwell war nichts zu sehen. Lediglich die Deputies näherten sich dem Haus.

»Holen wir uns die Dummköpfe!«, wisperte Bratton. »Sie haben’s nicht anders verdient!«

Mit diesen Worten trat er die Hüttentür auf und feuerte blindlings in die Morgenluft hinaus.

***

Die beiden Mädchen sprangen mit fliegenden Röcken die Treppe hinunter und prallten an der letzten Stufe aufeinander. Die Blondhaarige wandte sich zu ihrer jüngeren Schwester um und drohte ihr spielerisch mit dem Zeigefinger.

»Zum letzten Mal sag’ ich’s dir, Daffy!«, rief die Ältere und zog die Brauen hoch. »Wenn du mir den ganzen Tag nachläufst, versohl’ ich dir den Hintern!«

Das jüngere Mädchen kicherte, zog übermütig an den Rockschößen ihrer Schwester und ahmte spöttisch deren Gebärden nach. »Nun hör schon auf, Harley! Du glaubst doch im Leben nicht, dass du mich noch versohlst! Seit zwei Tagen bin ich achtzehn Jahre alt. Und du bist schon zweiundzwanzig!« Sie hüpfte lachend um die blonde junge Frau herum und hielt sich mit einer Hand am Geländeraufsatz fest. »Wann hörst du auf, die große Schwester zu spielen?«

»Niemals nicht, solange ich lebe!«, versetzte Harley und trieb ihre Schwester durch den Flur ins Schreibzimmer ihres Vaters. Sie hielt abrupt inne, als sie das Familienoberhaupt mit einem Besucher im Raum antraf. »Oh, Vater, verzeih! Ich wusste nicht, dass du … dass du -«

Der Mann am Schreibtisch war von untersetzter Statur und bewegte sich langsam und bedächtig. Er stand auf, schob sich die runde Nickelbrille auf die Nase und lächelte verschmitzt. »Ist schon gut, Harley. Ich habe euch nichts über meinen Gast gesagt.« Er blickte zu dem breitschultrigen Mann, der die Geschwister mit einem knappen Nicken begrüßte. »Aber es ist gut, dass Ihr gekommen seid. Ihr müsst Mr. Lassiter in die Brendow Street zu Mr. Fall bringen.«

»Zum alten Militärattaché?«, rief Harley aus. Sie stützte entrüstet die Arme in die Seiten. »Der arme Mann kann nicht die Augen von uns lassen, wie du weißt. Außerdem ist’s in der Brendow Street gefährlich, Dad.«

McLeod nickte und kehrte langsam zu seinem Schreibtisch zurück. Er griff nach einem Stück Papier, fasste nach der Feder und kritzelte eine Nachricht darauf. »Ich werde gleich nach Stutsman schicken. Er soll euch einen Mann an die Seite geben. Am helllichten Tag wird euch nichts passieren.«

»Das Gleiche hast du gesagt, als man Martha unter die Postkutsche geworfen hat«, schmollte Harley. Sie trippelte neugierig auf den Fremden zu. »Wenn es nach uns ginge, würden wir das Moonflower nie mehr verlassen, Mister.«

Ein langer Seufzer McLeods ließ erkennen, dass der Saloonbesitzer diesen Disput schon öfter mit seinen Töchtern geführt hatte. Er nahm die Brille ab, setzte sich und wischte die Gläser mit einem Lappen sauber. »Wie lästig mir dieser Streit ist, Kinder! Ihr wisst, was ich darüber denke. Die Stadt ist unser Zuhause. Bevor das Gold und die Spielkarten kamen, war sie ein friedlicher Ort.« Er blickte seine Töchter mit fester Miene an. »Ich will nicht, dass Ihr euch einsperrt und nicht mehr vor die Tür geht. Diablo City darf kein Gefängnis für junge Mädchen wie euch werden.«

Der Salooneigentümer warf einen entschuldigenden Blick zu Lassiter und faltete die Hände auf dem Tisch. »In jüngster Zeit haben sich in Diablo City äußerst unschöne Vorkommnisse ereignet. Meine Töchter und meine Frau wagen sich derzeit lediglich in Gesellschaft von bewaffneten Gewährsmännern auf die Straße. Wie Sie sich vorstellen können, eine überaus ärgerliche Vorgehensweise. Unser Sheriff ist zu alt und zu zaghaft, um Recht und Ordnung in der Stadt zu wahren.«

»Am Herzen hat er’s!«, fiel ihm Harley aufmüpfig ins Wort. Sie blies sich eine ihrer blonden Locken aus dem Gesicht. »Vor zwei Wochen ist Sheriff Maxwell fast erschossen worden. Er hat’s nur überlebt, weil ihm das Herz einen Streich gespielt hatte und die Banditen ihn für tot hielten.«

Die Tochter des Saloonbesitzers stolzierte um Lassiter herum und bestaunte den Gast von allen Seiten. Hätte man sie gefragt, hätte sie an einer Hand abzählen können, wie oft sich ein ansehnlicher junger Mann ins Moonflower verirrte. »Woher kommen Sie, Mister? Daffy und ich bringen Sie gern -«

»Lass ihn in Frieden, Harley!«, unterbrach McLeod das Mädchen. »Er ist gerade aus Tucson gekommen und braucht gewiss kein Geplapper von dir.«

»Schon gut«, brummte Lassiter und lehnte sich im Stuhl zurück. »Ich kann es Ihrer Tochter nicht verdenken, dass Sie neugierig ist.«

»Da hörst du’s, Vater!« Harley wippte trotzig mit ihrem Lockenschopf. »Er hat schon jetzt genug von Diablo City und seinen Absonderlichkeiten.«

McLeod legte die Hände ineinander, als wollte er ein kurzes Stoßgebet zum Himmel schicken. Er setzte einige Male zum Sprechen an, schloss die Lippen jedoch stets wieder. »Die Stadt ist ein Ort der Angst, Mr. Lassiter. Man zittert hier vor mexikanischen Banditen, die aller drei Tage in die Stadt einfallen und einem die Wocheneinkünfte abnehmen. In Diablo haben sich zwei Schutzmilizen gegründet, die sich vor allen Dingen gegenseitig bekämpfen.« Er lachte bitter. »Und unser Sheriff tut nichts dagegen. Sitzt in seinem Büro und lässt alle Fünfe gerade sein.«

»Wenn er nicht gerade zuschaut, wie seine Deputies erschossen werden«, sagte Harley und blickte zum Fenster hinüber. »Als Frau kann man nicht mehr allein auf die Straße gehen.«

»Vor zwei Jahren habt Ihr euch noch im Solano River gewaschen!«, rief McLeod vorwurfsvoll aus. Er verstummte für eine Weile. »Das Unheil ist mit dem Gold gekommen. Als es nur Kupferminen gab, ist keiner Menschenseele etwas zugestoßen.«

Die beiden Mädchen liefen nacheinander zu ihrem Vater und schlangen ihm tröstend die Arme um die Schultern. Die Ältere der Schwestern nickte Lassiter aufmunternd zu.

»Sie dürfen unseren Vater nicht allzu ernst nehmen, Mr. Lassiter«, sagte Harley und strich McLeod durchs Haar. »Er ist verdrossen, seit in Diablo City solch schreckliche Dinge vorgefallen sind.«

»Es ist ihm nicht zu verübeln«, entgegnete Lassiter und atmete tief durch. »Ich muss dennoch auf dem schnellsten Weg zu Mr. Fall. Das Gepäck lasse ich im Moonflower

»Ganz nach Ihrem Wunsch«, erwiderte McLeod und stand auf. »Ich werde Stutsman und seine Männer verständigen.«

Er begab sich zur Tür und zog den Mantel über, indes Harley Lassiter mit langen Blicken musterte. Sie stolzierte zu dem stattlichen Fremden hinüber und betrachtete ihn aus der Nähe. »Schöne Augen haben Sie! Ihnen fällt’s gewiss nicht schwer, eine Frau um den Finger zu wickeln.«

Lassiter quittierte das Kompliment mit einem gelassenen Lächeln. Die Tochter des Saloonbesitzers strich weiter um ihn herum.

»Woher kommen Sie, Mr. Lassiter? Tucson? Oder von weiter her?«

»Ich bin dort, wo mich meine Auftraggeber brauchen«, antwortete Lassiter. »Was ist mit euch? Langweilt euch das Leben in Diablo City nicht?«

»Des Öfteren«, gab Harley zu. »Aber von Zeit zu Zeit meint es das Schicksal gut mit uns und schickt uns einen Mann wie Sie vorbei. Ich möchte wetten, dass Sie nicht derjenige sind, der Sie vorgeben zu sein.«

Die Brauen des Fremden schnellten in die Höhe. »Tatsächlich? Wie kommen Sie darauf?«

Ehe die junge Frau und Lassiter ihre Unterhaltung fortführen konnten, wurden sie vom dumpfen Knallen mehrerer Schüsse unterbrochen. Die Wände erzitterten unter kurzen Donnerschlägen, die sich in dichter Folge ereigneten.

»Was … was war das?«, fragte Harley und rührte sich nicht vom Fleck. Ihr Blick huschte von Lassiter zu ihrer Schwester. »Es kam von der Straße.«

»Bleibt, wo ihr seid«, befahl Lassiter scharf. Er eilte zur Tür, stahl sich auf den Gang hinaus und zog den.38er Remington aus dem Holster.

Harley und Daffy sahen einander voller Furcht an.

Sie wagten dem großen Mann nicht zu folgen.

***

Die Straße vor dem Moonflower Saloon war voller Minenarbeiter, die sich wegen der Schüsse unter die Vordächer der umliegenden Häuser geflüchtet hatten. Sie sprachen leise miteinander und wiesen gestikulierend auf die beiden uniformierten Trupps, die vor dem Saloon Aufstellung bezogen hatten. Die Männer führten langläufige Waffen bei sich, die sie drohend aufeinander richteten. Sie trugen metallene Abzeichen auf der Brust, die Lassiter aus der Ferne nicht erkennen konnte.

»Was ist passiert?«, fragte der Mann der Brigade Sieben, als er James S. McLeod unter den Passanten entdeckte. Der Saloonbesitzer stand starr auf der Veranda des Moonflower. »Ihre Töchter sind außer sich vor Angst.«

»Verdammte Milizionäre«, stieß McLeod zornig hervor. Er deutete die Mainstreet hinauf und hinunter. »Stutsman, Clerk & Co. stehen dort, die Leute von Thomkins Detective Services auf der anderen Seite. Irgendein Spaßvogel muss Thomkins gesteckt haben, dass ich Stutsman beauftragen will. Er hängt immer noch an dem alten Kontrakt mit mir.«

Allmählich begriff Lassiter, dass sich auf der Straße zwei verfeindete Milizen gegenüberstanden. Die Abzeichen auf der Brust mussten Embleme der jeweiligen Companies sein. »Ein Kontrakt mit Thomkins?«

McLeod nickte grimmig. »Seit Sheriff Maxwell die Stadt im Stich lässt, haben Thomkins und Stutsman zwei Milizen in der Stadt gegründet. Sie rivalisieren miteinander um die Goldtransporte oder die Schutzeskorten der Bürger. Mit Thomkins hatte ich zwei Jahre lang eine exklusive Vereinbarung, bis er mir das Geld aus der Tasche ziehen wollte.«

»Welcher von ihnen ist Thomkins?«, fragte Lassiter und blickte zu den Bewaffneten. »Für mich sieht einer wie der andere aus.«

»Seit einigen Monaten tragen sie Uniformen«, seufzte McLeod und kniff die Augen zusammen. »Thomkins ist der Kerl mit dem Spitzbart.

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