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Lassiter - Folge 2222

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Eine Braut für Tex Lucifer
  4. Vorschau

Eine Braut für Tex Lucifer

Durch die nachtdunklen Quergassen El Pasos schlich ein Mann. Hinter dem Utah-Corral bog er auf einen Trampelpfad ein. Der Weg war holprig, von Spurrillen und Hufeisen zerpflügt, doch die Schritte des Mannes waren sicher und lautlos. Von der Ysleta Mission klangen Stundenschläge herüber. Mitternacht.

In der Deckung eines Baumes blieb der Mann stehen, beobachtete das einsame Adobehaus am Ende des Weges. In einem Fenster gewahrte er einen Lichtschein.

Der Mann ging zur Tür, klopfte und wartete. Bald erklangen drinnen Schritte. Ein Riegel knarrte, ein Schlüssel bewegte sich im Schloss. Die Tür quietschte in den Angeln. Durch einen Spalt fiel Licht auf den Vorplatz. »Wer da?«, fragte eine zittrige Stimme.

»Lassiter«, raunte der Mann.

Der Türspalt wurde breiter. Der alte Pförtner hob die Öllampe über seinen Kopf. Das Funzellicht schimmerte düster auf dem Gesicht des nächtlichen Gastes.

»Ich muss John Harding sprechen«, sagte Lassiter. »Führen Sie mich zu ihm, Jason.«

Der Mann mit der Lampe zuckte zusammen. Er wollte die Tür zudrücken, aber sie federte zurück. Lassiter hatte einen Fuß dazwischen gestellt.

Jason blinzelte nervös. »Es ist spät«, sagte er. »Mr. Harding will nicht gestört sein. Kommen Sie morgen, wenn es hell ist.«

Lassiter musterte den Türwächter nachdenklich. Der alte Jason erinnerte ihn an eine Figur aus den alten keltischen Mythen. Mit seinen langen weißen Haaren, dem ungeschnittenen Rauschebart und dem lederartigen Gesicht, in dem zwei stechende Augen blitzten, glich Jason eher einem Zauberer aus der Artussage als dem Sekretär des Rechtsanwalts John Harding aus der Boomstadt am Rio Grande.

Lassiter wurde ungeduldig. »Gehen Sie schon«, sagte er. »Ich habe eine lange Reise hinter mir und keine Lust, hier im Flur herumzustehen.«

Der Alte verlegte sich aufs Bitten. »Sir, kommen Sie morgen wieder, wenn es Tag ist. Ich flehe Sie an. Der Chef wird seine Wut an mir auslassen, wenn ich ihn mitten in der Nacht störe.«

Irgendwo im Haus knarrte eine Diele. Gedämpft erklang ein inbrünstiger Seufzer.

Eine Frau? Lassiter hob lauschend den Kopf. Er sah die schmale Stiege, die in das obere Stockwerk führte. Als er einen Schritt in diese Richtung tat, verstellte ihm Jason den Weg.

»Um Himmels willen! Bleiben Sie hier. Ich … ich werde Sie melden.«

»Kommt nicht in Frage. Wollen Sie mich hier im Dunkeln stehen lassen?«

»Sir, verstehen Sie doch …«

Lassiter blieb hart. »Leuchten Sie mir!«

Der Alte bekreuzigte sich. Hastig murmelte er ein Gebet. Dann fasste er sich ein Herz und trat an den Absatz der Treppe. »Kommen Sie, Sir«, flüsterte er.

Im unsteten Licht der Laterne folgte Lassiter dem schwerfälligen Greis die Stufen hinauf. Auf halber Treppe nahm er den Duft eines süßlichen Parfüms wahr. Hinter einer Tür erklang ein spitzer Schrei, kurz darauf ein inbrünstiges Stöhnen.

Dann kamen sie oben an.

Rechter Hand stand Gerümpel herum, darunter ein Bodenspiegel mit zerbrochenem Ständer. Achtlos hatte man ihn gegen einen Stützpfeiler gelehnt. Vom Strahl des Funzellichts getroffen, leuchtete es im Spiegel auf.

Geblendet hielt Jason die Lampe woanders hin. Langsam tappte er ein paar Schritte nach links und blieb vor einer Tür mit Messingknauf stehen. Auf einmal zitterte er, als stünde er barfuß in einer Schneewehe. Er hatte Angst vor seinem Dienstherrn, aber Lassiter war das egal. Jasons Befindlichkeiten interessierten ihn nicht.

»John!«, tönte es hinter der Tür. »Zeig’s mir, John!«

Jason hatte eine Hand gehoben, um zu klopfen, aber die wollüstige Stimme der Frau ließ ihn zu Stein erstarren. Wie ein Ölgötze stand er da, unfähig, auch nur einen Finger zu rühren.

»Ich kann’s nicht«, hauchte er.

Lassiter schob den Diener des Anwalts unsanft zur Seite. Mit einem Ruck öffnete er die Tür.

Das Licht in Jasons Hand flackerte auf, als der Luftzug über die Schwelle strich.

Im Lichtschein erkannte Lassiter zwei Menschen, die sich auf einem zerwühlten Bett wälzten: den Anwalt John Harding und eine rothaarige Evastochter, dem Anschein nach eine Hure auf Hausbesuch. Beide waren nackt. Die Frau thronte auf der Leibesmitte des Mannes, der sie bei der Taille gepackt hielt. Ein Paar kleiner kugeliger Brüste hüpfte im Takt ihrer Bewegungen. Die Warzen darauf waren unnatürlich lang und spitz. Lange verschwitzte Haare hingen der Frau in Strähnen über den Rücken. Neben dem Bett stand ein Tisch mit einer angebrochenen Flasche Champagner und zwei Gläsern.

Auf einmal blickte die Frau zur Tür. Ohne in ihren Bewegungen zu verhalten, nahm sie eine Strähne aus dem Gesicht und begrüßte den Neuankömmling mit einem erstaunten Augenaufschlag.

Es dauerte einen Moment, bis auch Harding merkte, dass er nun Zuschauer hatte. Er hob den Kopf, ließ die Taille seiner Gespielin los und fluchte wie ein betrunkener Satteltramp. Vermutlich war Lassiter der letzte Mensch, den er in seinem Liebesnest zu sehen wünschte.

»Jason!«, brüllte er. »Jason! Hast du den Verstand verloren? Was fällt dir ein?«

Der alte Mann senkte schuldbewusst den Blick. Leise murmelte er etwas in seinen Bart. Offenbar betete er wieder.

Lassiter hakte den Daumen in eine Gürtellasche. »Stehen Sie auf, Harding! Machen Sie schon! Stehen Sie auf und ziehen Sie sich etwas an. Hab mit Ihnen zu reden, auf der Stelle!«

Der Anwalt starrte ihn ungläubig an. »Lassiter, bei allen Teufeln! Was unterstehen Sie sich? Wie kommen Sie dazu, mich in meinem eigenen Haus zu überfallen?«

»Machen Sie keine Szene!« Lassiter blieb gelassen. »Tun Sie einfach nur, was ich Ihnen sage!«

Harding zerquetschte einen Fluch zwischen den Zähnen. Grimmig stieß er die nackte Rotblonde zur Seite. Er kletterte aus dem Bett und zog sich an.

Die Frau verzog das Gesicht. »Was ist mit mir? Ich bekomme noch Geld.«

»Schreib’s an, wie immer.« Harding machte eine Handbewegung, als würde er ein lästiges Insekt abwehren. »Worauf wartest du? Raus, hab ich gesagt!«

Lassiter schüttelte den Kopf. Am liebsten hätte er Harding einen Kinnhaken verpasst. Wer so respektlos mit Frauen umging, hatte eine Abreibung verdient. Doch der Mann von der Brigade Sieben riss sich zusammen und schwieg.

Die Rothaarige klaubte ihre Sachen vom Fußboden und lief aus dem Zimmer.

Lassiter sah ihr nach. Was für einen hübschen runden Hintern sie hatte! Er seufzte, aber nur ein wenig.

***

»Die Zentrale legt auf Ihre Mitarbeit keinen Wert mehr«, sagte Lassiter, als er mit Harding allein war. »Sie sind ab sofort in den Ruhestand versetzt, und ich hoffe, Sie wissen, was Sie zu tun haben.«

Sie saßen in Hardings Kanzlei im Erdgeschoss. Der Anwalt war Kontaktmann der Brigade Sieben und für den südwestlichen Teil von Texas verantwortlich. Er war ein schlanker Mann von knapp fünfzig Jahren, mit dunklen Haaren, Schnauzbart und regelmäßigen Zügen. Obwohl er sich zu attraktiven Frauen hingezogen fühlte, war er Junggeselle geblieben. Es hieß, aus einer früheren Beziehung mit einer New Yorker Theaterschauspielerin habe er zwei Kinder, für deren Erziehung er von Zeit zu Zeit Geld überwies. Dass die Brigade Sieben ihn als Kontaktmann nicht mehr brauchte, verschlug ihm die Sprache.

Lassiter mochte den Mann nicht. Es war vor fünf Jahren gewesen, als er mit Harding zum ersten Mal zu tun hatte. Damals war ihm aufgefallen, dass der Anwalt für seine Dienste unverschämt hohe Honorare von seinen Mandanten verlangte. Größtenteils vertrat er Leute, die viel Geld auf der hohen Kante hatten. Darüber hinaus kursierten Gerüchte, dass er die Erkenntnisse aus den Dossiers der Brigade Sieben auch für private Zwecke nutzte. Angeblich erpresste er ehemalige Straftäter, die sich inzwischen neue Existenzen aufgebaut hatten.

Das hatte das Fass zum Überlaufen gebracht.

Die Zentrale in Washington hatte Lassiter nach El Paso gesandt, damit er den geldgierigen Winkeladvokaten umgehend von seinen Pflichten entband.

Doch Harding blieb uneinsichtig. »Ich verstehe das nicht«, lamentierte er. »Warum das alles? Sie kommen bei Nacht und Nebel in mein Haus und erklären mir, man lege keinen Wert mehr auf meine Mitarbeit. Was hat das zu bedeuten?«

»Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht.«

»Na, hören Sie mal! Was wirft man mir denn eigentlich vor?«

Lassiter hatte keine Lust auf Wortklaubereien. Oft genug war Harding von der Zentrale angemahnt worden. Innerlich ärgerte sich Lassiter über das Verhalten des selbstherrlichen Anwalts. Der Kerl war eine Zumutung. Menschen wie er hatten bei der Brigade nichts verloren.

»Heizen Sie den Kamin an«, sagte er. »Ich will, dass alle relevanten Unterlagen vernichtet werden, noch heute Nacht.«

»Wie? Was?« Harding prallte zurück. »Sind Sie von Sinnen? Ich bin Anwalt, es gibt etliche laufende Fälle. Ich kann doch meine Papiere nicht verbrennen.«

»Doch, das können Sie!« Lassiter blieb unerbittlich. »Sie tun es hier und jetzt!«

Harding raufte sich die Haare. Er sprang auf und tigerte im Zimmer auf und ab. Der Raum war rechteckig, und das Fenster an der Schmalseite mit einer dunklen Gardine verhangen. Außer dem großen, klobigen Schreibtisch gab es noch zwei Sessel mit gedrechselten Füßen und Lehnen und ein Wandregal, in dem zahllose Ordner und mit großen Blockbuchstaben beschriftete Mappen eingereiht waren. Auf dem Gitterrost des Kamins stapelten sich ein paar verrußte Holzscheite.

»Fangen Sie an«, sagte Lassiter.

Harding zögerte. Die Vorstellung, seine Unterlagen in Flammen aufgehen zu sehen, entsetzte ihn. Mit fahriger Hand fuhr er sich durch sein ungekämmtes Haar. »Was ist, wenn ich mich weigere?«

»Das werden Sie nicht.«

»Ha – Sie scheinen Ihrer Sache sehr sicher zu sein.«

»Ja, das bin ich«, sagte Lassiter und schob seine Jacke zurück.

Das Holster mit seinem Remington wurde sichtbar.

Harding schnaufte schwer. »Sie werden es nicht wagen.«

Lassiter gab sich einen Ruck und trat an den Kamin. Er kramte in seiner Jackentasche und brachte eine Schachtel Schwefelhölzer zutage. »Weiß Jason über Ihren Nebenjob Bescheid?«, fragte er.

»Was?«

»Jason, Ihr Sekretär. Weiß er, dass Sie als Verbindungsmann fungieren?«

Harding tat beleidigt. »Natürlich nicht. Ich habe doch einen Eid geleistet.«

Lassiter wusste nicht, ob er Harding glauben konnte. Der Mann war nun mal nicht seine Kragenweite. Aber dass der Anwalt so leichtsinnig war, einem alten Mann wie Jason die Geheimnisse um seine Position bei der Brigade Sieben vorzukauen, traute ihm Lassiter denn doch nicht zu.

Bald darauf brannte das Feuer.

Harding sprang über seinen Schatten und nahm ein paar Ordner aus dem Regal.

Blatt um Blatt wanderte in die Flammen. Im Zimmer herrschte bald eine stickige Hitze. Übel riechender Qualm breitete sich aus.

Während Harding mit dem Feuerhaken hantierte, öffnete Lassiter das Fenster. Der Westwind wehte kühle Luft in den Raum. Aus der Ferne drang ein Glockenschlag der Ysleta Mission hinüber.

Lassiter verspürte Hunger. Das letzte Mal hatte er im Zug etwas gegessen. Das war mittlerweile viele Stunden her. Höchste Zeit, dass er in seine Unterkunft kam. Wenn er Glück hatte, konnte er trotz der vorgerückten Stunde noch etwas Essbares ergattern. Manchmal besaß der Nachtportier den Schlüssel zur Küche.

Er erwog, ins El Paradiso zu gehen, sein Lieblingshotel in El Paso. Vielleicht arbeitete die hübsche Barfrau noch dort, die ihm damals die vorzüglichen Mint Juleps gemixt hatte. Wie hieß die Kleine noch? Greta, Grace, Giselle, Gwenda? So sehr er sich auch anstrengte, der Name fiel ihm nicht ein. Bei seinen Missionen kam er einfach mit zu vielen Frauen zusammen. Um all die Namen zu behalten, brauchte man einen Kopf wie ein Pferd.

Es klopfte an die Tür.

Die Fistelstimme des alten Sekretärs erklang. Jason fragte, ob alles in Ordnung sei. Ob er helfen könne. Harding fuhr ihm über den Mund und schickte ihn fort.

Die Zeit verging.

Bald hatte sich ein großer Haufen verbrannten Papiers im Kamin angesammelt. Mit dem Eisenstab klopfte Harding die verkohlten Blätter durch das Gitter. Schließlich zog er den Aschenkasten unter dem Rost hervor. Bis zum Rand war er mit den staubenden Überbleibseln seiner Unterlagen gefüllt.

Der Anwalt wandte das Gesicht ab und hustete.

»Keine Müdigkeit vorgeschützt. Weitermachen!« Lassiter nahm den Behälter und trug ihn hinaus.

Auf dem Platz hinter dem Haus stand ein Müllkasten aus zusammengenagelten Holzlatten. Eine dicke Katze sprang heraus, als Lassiter sich näherte. Während er die Asche auskippte, bemerkte er am Rand seines Blickfeldes eine kurze, schemenhafte Bewegung.

Prompt erklang seine innere Alarmglocke.

Er sah sich um. Da musste etwas gewesen sein, etwas, das seine instinktive Warnanlage ausgelöst hatte. Doch er konnte nichts erkennen. Bis auf die Katze, die sich gerade hinter den Schuppen verzog, war kein Lebewesen in Sicht.

Lassiter klopfte den Aschenkasten aus. Der alte Jason fiel ihm ein. Vielleicht stromerte der durch die Gegend, weil er keine Ruhe fand. Immerhin hatte Harding eine Stinkwut auf ihn, weil er des Nachts einen Besucher ins Haus gelassen hatte. Lassiter blickte sich nochmal um. Wieder konnte er nicht das Geringste erkennen. Doch er hatte das untrügliche Gefühl, dass ihn jemand beobachtete.

Gemächlich ging er zu der schmalen Hintertür zurück, durch die er aus dem Haus geschlüpft war. Dabei sah er sich prüfend nach allen Seiten um.

Und dann war da plötzlich die Frau.

Sie sprang hinter dem Schuppen hervor, wie ein Hase aus dem Zylinder eines Magiers. Es war die Rothaarige, die Harding geritten hatte. Mit beiden Händen richtete sie eine stupsnasige Derringer-Pistole auf Lassiter. In ihren Augen flirrte es unstet. Ihre Lippen waren dünn wie Striche.

Lassiter legte warnend eine Hand auf sein Holster. »Tun Sie es nicht, Ma’am«, sagte er ruhig.

Sie hörte nicht auf ihn.

Das »Ma’am« lag noch in der Luft, da blitzte Mündungsfeuer auf.

Der Knall eines Schusses zerriss die Stille der Nacht.

***

Die Kugel war daneben gegangen.

Die Frau stieß einen Schrei aus. Erneut spannte sie den Hahn. Doch schon war Lassiter bei ihr. Bevor sie abdrücken konnte, riss er ihr die Pistole aus der Hand.

»Sie tun mir weh!«, rief sie aus.

Er schob den Derringer in seine Jackentasche. Die Frau lehnte sich gegen die Wand. Sie atmete schwer. Ihre Finger waren um die Schnüre ihrer Umhängetasche gekrallt.

Lassiter wartete. Nach und nach beruhigte sie sich. Im fahlen Mondlicht hatten ihre Augen den Ausdruck gläserner Leere.

»Wie ist Ihr Name, Ma’am?«, erkundigte er sich.

Sie starrte blicklos zu Boden.

Er berührte ihren Arm, da sah sie auf. »Fassen Sie mich nicht an«, zischte sie.

Lassiter griff fester zu. »Warum wollten Sie mich erschießen?«

Sie kniff die Lippen zusammen.

Da ging die Tür auf, und der alte Jason streckte seinen Graukopf hinaus. »Hab ’nen Schuss gehört«, fistelte er. Sein Blick heftete sich auf die Frau. »Warst du das, Becky?«

Sie gab keine Antwort.

Lassiter übergab dem Alten den leeren Kasten. »Bringen Sie das Ding zu Ihrem Chef«, sagte er. »Und sagen Sie ihm, er soll weitermachen. Sobald ich Zeit habe, sehe ich nach ihm.«

Jason zögerte, er blickte von einem zum anderen. Seine Augen blieben auf der Frau haften. »Mach keine Dummheiten, Becky«, sagte er. »Du solltest jetzt lieber nach Hause gehen.« Damit nahm er den Kasten und verschwand im Haus.

Lassiter lockerte seinen Griff. »Warum wollten Sie mich erschießen, Becky?«

Sie hob den Kopf und strich eine Haarsträhne zurück. »Geben Sie mir eine Zigarette.«

»Hab keine bei mir.«

»Sie rauchen nicht?«

»Ganz recht. Hab zu viele Laster, da ist fürs Qualmen kein Platz mehr.«

Die Frau leckte über ihre Oberlippe. »Ich brauche eine Zigarette.« Sie seufzte. »Die Zigarette danach. Sie wissen schon.«

»Ja, ich weiß.«

Die Frau starrte ihn misstrauisch an. Offenbar glaubte sie, er wolle sie foppen.

Lassiter blieb todernst. Er hatte wieder das Bild vor Augen, als Harding sie wegstieß. Wie einen räudigen Hund hatte der Kerl sie aus dem Haus gejagt. Lassiter verspürte den Anflug von Mitleid. Das war seine Schwäche. Er mochte Frauen, und er konnte sie nicht leiden sehen.

Beckys Blick wurde sanfter. »Es tut mir Leid«, sagte sie.

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