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Lassiter - Folge 2214

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Kitty Logan lebt gefährlich
  4. Vorschau

Kitty Logan lebt gefährlich

Das Schreckliche geschah an einem Dienstag, Anfang August. Kitty Logan war mit ihrer Mutter in #Carver’s Drugstore#, als vor dem Geschäft ein Kutschwagen zum Stehen kam. Der Mann hinterm Ladentisch tippte gerade die Preise in die Kasse, da flog die Tür auf und Marshal Myers stürzte herein. Der Sternträger galt als ruhiger, umgänglicher Mann, jetzt war er völlig aufgelöst.

»Mrs. Logan!«, keuchte er. »Sie müssen sofort mitkommen!«

»Was ist los?«, fragte Kittys Mutter.

»Es geht um Jack, Ihren Mann. Ich erklär’s Ihnen vor Ort!«

Sie ließen die Einkäufe im Drugstore zurück und rannten mit dem Marshal zum Wagen. Kaum hatten sie Platz genommen, schwang er die Peitsche und das Fuhrwerk raste die Straße entlang. Kitty schmiegte sich verängstigt an ihre Mutter.

»Es wird alles gut, mein Kind«, sagte Mrs. Logan.

Der Marshal lenkte die Kutsche über die Mainstreet, vorbei an den Häuserblöcken und Baustellen bis zum Market Place, dann ging es in Richtung Stadtrand.

Die Leute auf der Straße sprangen zur Seite, um nicht unter die Räder zu kommen. Ein Cowboy mit einem Zuckerhut-Sombrero riss sein Pony herum und landete auf dem Vorplatz vom Central Saloon. Zwei Schaukelstühle kippten um und die Männer darauf krachten auf die Bohlen. Ein jähzorniger Virginier zog seine Waffe und schoss in die Luft. Überall wurde geschimpft und geflucht.

Marshal Myers kümmerte sich nicht um den Protest. Er lenkte die Kutsche aus der Stadt.

Kitty hatte sich an ihre Mutter gekrallt und war damit beschäftigt, nicht über Bord zu fallen. Der Overland Trail, auf dem sie entlang sausten, war voller Löcher und Spurrillen.

Inzwischen konnte sich die Zwölfjährige denken, wohin es ging. Der Trampelpfad führte zur Bahnstation von Walnut Bluff. Über den baumlosen Hügeln sah Kitty Rauch aufsteigen. Ein Zug stand am Bahnsteig.

Als sie näher kamen, erkannte Kitty eine Lokomotive mit acht angekoppelten Wagen. Der vorletzte war ein Pullman-Speisewagen. In solch einem Abteil arbeitete ihr Vater als Steward. Kitty war sehr stolz auf ihren Dad. Bekleidet mit einem vornehmen, schwarzen Frack servierte er Gästen aus aller Welt Schildkrötensuppe, marinierte Bisonfilets und edle Weine aus Übersee.

Auf dem Bahngelände herrschte Aufregung. Ungefähr ein Dutzend Männer mit Revolvern und Gewehren standen in kleinen Grüppchen herum und debattierten wild. Eisenbahner waren darunter und Männer, die Kitty noch nie in der Gegend gesehen hatte. Zwei Gestalten in langen, ockergelben Mänteln hatten ihre Flinten auf zusammenklappbare Stative gelegt und zielten mit tödlicher Präzision auf den Ausgang des Zugrestaurants.

Langsam rollte die Kutsche an den Scharfschützen vorbei. Kitty musterte sie beim Vorbeifahren. Keiner von ihnen bewegte sich. Sie sahen aus, als hätten sie der Medusa in die Augen geschaut. »Was wollen die Leute?«, fragte Kitty ihre Mutter.

Mrs. Logan hob die Achseln. »Ich verstehe das nicht. Es ist mir ein Rätsel.«

Marshal Myers riss an den Zügeln. Mit einem Schlenker kam der Wagen zum Stillstand. Sofort eilten zwei düster dreinschauende Gesellen mit gezückten Colts auf die Kutsche zu. Der Größere trug ein Abzeichen am Revers, das wie ein Sheriffstern aussah. Kitty hatte Angst vor ihm.

»Das Kind bleibt im Wagen, die Frau kommt mit«, sagte er zu Marshal Myers.

Mutter blickte zum Marshal, der ihr aufmunternd zunickte. »Ich bin gleich wieder da, mein Schatz«, sagte sie zu Kitty. »Du darfst dich nicht hier wegrühren. Ist das klar?«

»Ja, Mom.« Kitty zog die Knie gegen das Kinn und sah zu, wie die Mutter vom Wagen kletterte.

Marshal Myers zeigte auf den hochgewachsenen Mann mit der auffälligen Dienstmarke. »Das ist Captain Beckett, Mrs. Logan. Er hat hier das Sagen.«

»Was ist hier eigentlich los?«, fragte Kittys Mutter.

Am Arm führte Captain Beckett sie ein Stück weiter. Doch Kitty hatte scharfe Ohren und verstand jedes Wort.

»Sie sind Jack Logans Frau?«, fragte er.

»Ja, das bin ich …«

»Und das Mädchen auf dem Wagen ist Ihre Tochter?«

»Ja, aber …«

»Jack Logan hat eine Geisel genommen«, ließ der Captain die Katze aus dem Sack. »Er bedroht sein Opfer mit einer Waffe. Beide sind noch drinnen, im Speiseabteil. Wir müssen mit allem rechnen.«

»Aber warum?« Mom war den Tränen nahe. »Jack ist der friedlichste Mensch auf der Welt. Was ist bloß in ihn gefahren?«

»Das wissen wir nicht.« Captain Beckett wies zum Bahnsteig hinüber. »Vielleicht ist er plötzlich verrückt geworden. So was kommt vor, in den besten Familien.«

»Unsinn. Jack ist nicht verrückt. Jeder, der ihn kennt, weiß, dass er ein besonnener Mann ist.«

»Bisher ist davon nichts zu merken.« Beckett zog seinen Hutrand ins Gesicht. »Mrs. Logan, Sie müssen Ihren Mann dazu bringen, dass er die Geisel gehen lässt, seine Waffe wegwirft und mit erhobenen Händen aus dem Wagen kommt.«

»Was ist, wenn er nicht auf mich hört?«

»Er muss auf Sie hören. Ich verspreche, dass ich auf seine Forderungen eingehen werde. Hauptsache, er lässt Theo Seagram frei.«

Kitty hielt die Luft an. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Ihr Vater – ein Verbrecher, hinter dem ein Aufgebot Bewaffneter her war? Da stimmte doch was nicht.

Auf einen Schlag herrschte Stille. Bis auf das gelegentliche Zischen der Überdruckventile war nichts zu hören.

Der große Mann war mit Mom auf den Bahnsteig gegangen.

»Ihre Frau ist da, Jack!«, rief er. »Sie möchte, dass Sie die Waffe wegtun.«

»Jack … o Jack …!«

Das war Moms Stimme. Kitty hielt es nicht mehr aus auf dem Sitz. Unbeachtet glitt sie von der Kutsche und pirschte sich zum Bahnsteig. Vor dem Fahrkartenschalter blieb sie stehen. Die Scheibe war heruntergelassen, der Platz dahinter leer. Bestimmt hatte sich der Beamte vom Schalter unter die anderen Bewaffneten gemischt.

Kitty stellte sich hinter eine Holzwand, auf der ein Plakat mit der Ansicht einer wildromantischen Canyonlandschaft haftete. Durch einen Spalt konnte sie die erhellten Abteilfenster des Pullmanwagens sehen. Alle Vorhänge waren zugezogen. Hin und wieder zeigte sich ein Schatten dahinter.

»Dad«, murmelte Kitty.

»Lass doch den Mann gehen, Jack«, flehte die Mutter mit lauter Stimme. »Bitte mach uns nicht unglücklich. Der Captain sagt, es wird alles wieder gut.« Vor Rührung geriet sie ins Stocken. »Aber du musst tun, was man dir sagt. Bitte, Jack!«

Kitty bekam eine Gänsehaut. Noch nie hatte die Stimme der Mutter so verzweifelt geklungen. Wie würde der Vater auf Moms Flehen reagieren?

Eine Zeitlang passierte nicht das Geringste. Die Scharfschützen standen, die Waffen im Anschlag, reglos wie die Ölgötzen. Auch Mutter und der Captain rührten sich nicht von der Stelle. Die anderen Bewaffneten warteten und schwiegen. Alle Blicke richteten sich auf den Ausgang des Speisewagens.

Da öffnete sich die Tür. »Ich verlange, dass Theo Seagram der Prozess gemacht wird!«, rief der Vater. »Der Mann muss seine gerechte Strafe bekommen!«

Kitty machte den Hals lang und gewahrte eine Gestalt auf der Bühne des Pullmans. Die tief stehende Sonne blendete sie. Im Gegenlicht konnte sie nicht erkennen, ob es ihr Vater war oder der Mann, den er festhielt.

»Sie werden tun, was du willst, Jack!«, rief Mom. »Aber du musst den Mann freilassen. Hörst du? Lass ihn gehen!«

»Ja, lass ihn frei, Dad«, flüsterte Kitty. »Lass ihn frei und komm nach Hause.«

Da löste sich die Gestalt von der Bühne – ein dicklicher Mann mit Glatze und kurzen Armen. Ungelenk kletterte er das Wagentreppchen zum Bahnsteig hinunter.

»Hierher, Mr. Seagram«, rief eine Stimme.

Der Dicke zögerte kurz, dann watschelte er los und verschwand hinter dem Stationsgebäude.

»Kommen Sie mit erhobenen Händen heraus, Jack Logan!«, rief Beckett.

Kitty sah, wie der Vater aus dem Innern des Lokals ins Freie trat. Er stellte sich auf die Bühne des Waggons, atmete tief durch und schleuderte seinen Revolver von sich. Es klapperte laut, als die Waffe auf den Schotter fiel.

»Theo Seagram ist ein Verbrecher!«, rief er, dass es laut von den Wänden widerhallte. »An seinen Händen klebt Blut. Ich verlange, dass er sofort in Gewahrsam genommen wird.«

»Nehmen Sie die Hände hoch, Jack!«, entgegnete Captain Beckett. Seine Stimme klang scharf wie ein Skalpell.

Jack Logan zögerte.

»Ergeben Sie sich, sonst lasse ich schießen!«

Wieder vergingen ein paar Sekunden.

Schließlich kam der Mann auf der Bühne der Aufforderung nach und streckte die Hände hoch in die Luft. »Geben Sie mir Ihr Wort, dass Sie Theo Seagram …«

Knatternde Schüsse unterbrachen seine Worte.

Kitty schrie auf, als ihr Vater rücklings von der Bühne auf die Gleise stürzte. So schnell sie konnte, rannte sie über den Bahnsteig und sprang auf den Schienenstrang. Hinter sich hörte sie die Schreie ihrer Mutter.

Als Kitty die blutüberströmte Leiche ihres Vaters erreichte, schrie auch sie. Dad war nicht mehr zu erkennen. Eine Kugel hatte ihn mitten ins Gesicht getroffen.

Der Captain sagt, es wird alles wieder gut …

***

Fünf Jahre später.

Theo Seagram saß hinter dem pompösen Schreibtisch in seinem mit Walnussholz getäfelten Arbeitszimmer im Carter House in San Antonio und blätterte interesselos in einem Versandhauskatalog. Er trug ein weißes Hemd mit gerüschten Manschetten und eine dunkle Weste mit Lederbesatz. Seine Glatze schimmerte matt. Immer wieder warf er einen ungeduldigen Blick zur Tür.

Endlich ertönten Schritte im Haus. Es klopfte.

»Herein!« Seagram schlug den Katalog zu.

Stuart Rollins betrat das Zimmer. Er trug einen dunklen Anzug und einen schwarzen Hut, als wolle er zu einer Totenfeier in die Kirche gehen. »Hallo, Mr. Seagram.«

»Schön, dass Sie es so schnell einrichten konnten, Stuart. Bitte setzen Sie sich.«

»Danke, Mr. Seagram. Sagen Sie Stu zu mir.«

»Wie Sie wollen – Stu.«

Der kleine Mann mit dem auffallend blassen Teint pflanzte sich auf einen der beiden Stühle vor dem Schreibtisch. Seagram fragte, ob er etwas anbieten könne, aber Stu Rollins schüttelte den Kopf. »Nicht jetzt, später.«

»Hatten Sie eine angenehme Reise, Stu?«, erkundigte sich Seagram.

»Ging so.«

»Ich hoffe, sie hatten Glück, und im Zug gab’s einen Speisewagen.«

»Ja, den gab es.«

»Der Service okay?«

»Durchschnitt.«

Seagram quittierte die knappen Antworten mit einem stummen Nicken. »Sie haben das Geld für die Spesen, das ich Ihnen überwiesen habe, doch erhalten, oder?«

Rollins sah ihn an. »Sonst wäre ich nicht hier.«

Seagram strich sich brummend über die Glatze. Die Einsilbigkeit seines Gegenübers ärgerte ihn. Aber ob es ihm passte oder nicht, er musste sich wohl mit Rollins’ Macken abfinden. Der Mann war nun mal kein großer Redner. Seagram wollte, dass Stu Rollins einen Auftrag für ihn ausführte. Deshalb hatte er den berüchtigten Menschenjäger extra aus Sacramento kommen lassen. In seinem Metier galt Rollins als die ungekrönte Nummer eins.

»Da gibt es jemand, der Ärger macht«, begann Seagram. »Ich fühle mich nicht mehr sicher. Dieser Zustand nervt mich. Ich will, dass Sie Abhilfe schaffen.«

Rollins griff in seine Tasche, brachte eine kleine Silberdose zutage, öffnete den Deckel, schob sich einen Priem in den Mund und fing an zu kauen. »Weiter«, sagte er.

»Wären Sie bereit, für mich zu arbeiten?«

»Kann schon sein.«

Der Typ macht mich wahnsinnig. »Darf ich das als Zusage verstehen?« Seagram wartete.

Derweil ließ Rollins seine Blicke durch das Zimmer wandern. Er überflog die mit Büchern vollgestopften Wandregale, die Glasvitrine mit den zur Schau gestellten Kristallen und Mineralien sowie die gerahmten Porträts der letzten drei Präsidenten. Seine hellen, wässrigen Augen blieben auf dem Katalog haften, der vor Seagram lag.

Plötzlich hob er den Blick. »Bevor ich loslege, will ich mehr wissen«, sagte er.

»Recht so.« Seagram strich sich mit der Hand über die glatte Kopfhaut. »Ich habe mir schon so etwas gedacht und ein paar Vorbereitungen getroffen.« Damit legte er einige zusammengeheftete Blätter auf den Tisch.

Rollins hörte auf zu kauen und starrte sie an. »Was ist das?«

»Notizen über die Zielpersonen: Gewohnheiten, Tagesabläufe, Bekannte, Angehörige und so weiter und so fort.«

»Geben Sie her.« Rollins streckte die Hand aus.

Seagram hob seinen Hintern und reichte die Unterlagen über den Tisch.

Der Menschenjäger vertiefte sich in die Aufzeichnungen.

Seagram beobachtete ihn verstohlen. Wenn man diesen Rollins so anschaute, konnte man glattweg annehmen, man hat einen halbwüchsigen Oberschüler vor sich. Seagram ging jede Wette ein, dass der Typ nicht größer als fünf Fuß war. Doch ihm eilte ein sagenhafter Ruf voraus. Angeblich war er einer der härtesten salty dogs zwischen dem Missouri und der Sierra Nevada. Niemand könne so schnell und sicher schießen wie er, behauptete man. Selbst Wyatt Earp, Bat Masterson und Doc Holliday machten einen Bogen um ihn. Es hieß, er habe noch nie mehr als eine Woche hinter Gittern verbracht. Wenn es brenzlig wurde, zog er immer einen Trumpf aus dem Ärmel und verschwand für eine Weile von der Bildfläche.

Aber möglicherweise hatte der clevere Zwerg die Gerüchte, die sich um ihn rankten, selbst platziert. In den Kreisen der Revolvermänner war Großmäuligkeit gang und gäbe. Wie auch immer, Seagram war fest davon überzeugt, dass der kleine Mann in Schwarz die richtige Wahl für den Killerjob war, den er ihm anbieten wollte.

»Warum?«, riss Rollins ihn aus den Gedanken. »Warum soll ich die Frauenzimmer umlegen?«

»Wie bitte?«

»Warum ich Kitty Logan und ihre Mutter beseitigen soll?«

Seagram sagte im verärgerten Tonfall: »Das brauchen Sie nicht zu wissen, Stu. Erledigen Sie Ihren Job, und alles ist in bester Ordnung.«

Rollins schob die Papiere auf den Tisch. »Es war nicht die Rede davon, dass ich eine Frau und ein Kind ins Jenseits schicke.«

»Die Details wollte ich Ihnen per Brief nicht mitteilen. Ich wusste nicht, wie sie reagieren.«

»Warum sollen die Zwei sterben?«

»Unwichtig.« Seagram verschränkte die Hände auf dem Katalog. »Ich sagte bereits, dass ich darüber keine Auskunft erteile.«

»Ich will’s aber wissen.«

Der leiernde Tonfall des Schwarzgekleideten ging Seagram auf die Nerven. »Ich zahle Ihnen eine Menge Geld, Stu, und ich bin der, der die Bedingungen diktiert«, sagte er mühsam beherrscht.

»Gefällt mir nicht.«

»Wie?« Seagram hob pikiert eine Braue.

Rollins erhob sich. Die Kaumuskeln bewegten seine weißen, glatt rasierten Wangen. Zielsicher spie er einen braunen Strahl in den Messingnapf vor dem Regal. Er wandte sich zur Tür.

Der Mann hinterm Schreibtisch rang um Fassung. »He, Stu? Wo zum Geier wollen Sie hin?«

»Zur Bahnstation.«

»Was zum Geier wollen Sie da?«

»Auf den nächsten Zug warten.«

»Wie? Was?« Seagram litt jäh unter Atemnot. Er lockerte seinen Kragen. »Meine Güte, wir sind mitten in einer Besprechung. Da können Sie nicht einfach losgehen.«

»Doch, ich kann.« Rollins bewegte sich zur Tür.

»Halt! Warten Sie!« Seagram war aufgesprungen. Er umrundete den Schreibtisch, blieb vor der Vitrine mit den Schaustücken stehen. »Nun gut, ich verrate Ihnen, was ich gegen diese Logans habe. Aber Sie müssen mir schwören, dass Sie meine Geschichte für sich behalten.«

»Mach ich«, leierte Rollins.

Seagram brachte ein Lächeln zustande. »Drink gefällig?«

»Haben Sie kanadischen Whisky oder Scotch?«

»Nur Kentucky.«

»Soll recht sein. In der Not frisst der Teufel Fliegen.«

Theo Seagram langte ins Regal und brachte eine angetrunkene Flasche mit grünem Etikett zum Vorschein. Seine Hand zitterte ein wenig, als er eingoss. Erst als er den Schnaps getrunken hatte, wurden seine Hände ruhiger.

»Also«, sagte er, »da gab’s mal einen Kerl, der hieß Jack Logan …«

***

Lassiter war mit dem Expresszug aus Chicago gekommen.

In San Antonio hatte er eine ergötzliche Nacht im Alamo Hotel verbracht und war anschließend mit einer Kutsche der Chesterfield Overland Mail bis nach Las Casas gefahren. In den Gemäuern eines ehemaligen Klosters befand sich das Hospital, in dem der alte Frank Milland dem Ende seines irdischen Daseins entgegensah. Milland war ein ehemaliger Kontaktmann der Brigade Sieben, ein Einzelgänger ohne Angehörige, und er wollte, dass ein Kollege bei ihm war, wenn er diese Welt verließ. Die Zentrale in Washington hatte den letzten Wunsch des verdienstvollen Mitarbeiters genehmigt und für die Umsetzung Lassiter auserkoren.

Der Arzt, Doc Weston, atmete auf, als der Mann von der Brigade Sieben ...

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