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Lassiter - Folge 2211

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Lassiter und die Frau des Killers
  4. Vorschau

Lassiter und die Frau des Killers

Die Luft flimmerte. Rechts stieg ein Waldhang an, links öffnete sich ein Flusstal. Ein gewisser Major McCain ritt an der Spitze der Schwadron. Ein harter Hund, der seine Leute elend gut im Griff hatte.

Wenn sich Lassiter auf seinem Wagen umdrehte, konnte er immer noch diesen blau schimmernden Streifen am Horizont sehen: das Meer. Ein schöner Flecken Erde, dieses Kalifornien, weiß Gott. Lassiter konnte kaum glauben, dass hier Krieg herrschte. Und doch war es so: Der Häuptling der Modocs, Captain Jack, hatte einen US-General ermordet, und nun war der Teufel los im schönen Kalifornien. Im Schutz der Kavallerie hoffte Lassiter mit heiler Haut durchs Indianergebiet zu kommen. Vergeblich. Plötzlich tönte der Wald von Geschrei und Schüssen. Pfeile sirrten, McCain brüllte Befehle und ein brennender Schmerz zuckte durch Lassiters Körper …

Vom Kutschbock ließ er sich nach hinten auf die Ladefläche des Wagens fallen, rollte sich ab und griff nach seinem Karabiner. Der Schmerz zuckte wie ein glühender Draht vom Oberschenkel bis in die Zehen hinunter.

Lassiter sah den verdammten Pfeil aus seinem rechten Oberschenkel ragen, sah das Blut in die Hose sickern und zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen.

Er hob den Kopf und lugte über den Seitenverschlag seines Wagens. Indianer stürmten aus dem Wald, ritten aus dem Flusstal herauf. Sie griffen von Süden aus die Nachhut an, nahmen Major McCain und die Spitze des Trosses aus der Fahrtrichtung und vom Wald aus unter Feuer.

Modocs.

Das sah übel aus, ganz übel. Lassiter versuchte, Schmerz und Schrecken zu ignorieren, legte den Karabinerlauf auf den Seitenverschlag und zielte auf die Indianerhorde, die aus dem Wald stürmte. Er schloss mit dem Leben ab und feuerte …

Das alles geschah ein paar Jahre vor seiner Zeit bei der Brigade Sieben. Lassiter verdiente seine Dollars damals noch mit einem kleinen Fuhrunternehmen.

Im Frühsommer hatte er einem Drucker aus San Antonio die gesamte Werkstatt hinüber nach San Francisco transportiert. Dort war erst sein Partner abgesprungen, und dann hatte Wells, Fargo & Company ihm auch noch die Fracht abspenstig gemacht, die er für den Rückweg eingeplant hatte. Allein und mit leerem Wagen musste er von San Francisco Richtung Osten aufbrechen.

Und als ob das alles nicht schon genug Pech gewesen wäre, hieß es plötzlich, die Modoc-Indianer hätten das Kriegsbeil ausgegraben. Und dann erwischte ihn auch noch ein verdammter Pfeil.

»Shit, verdammt!« Lassiter spuckte aus, lud durch und schoss. Treffer. Ein Modoc am Waldrand riss die Arme hoch, stürzte ins Gestrüpp. Lassiter lud durch und schoss erneut.

Endlich gellte das Horn der Schwadron über den Waldhang – dreimal blies der Fahnenträger das Signal zum Angriff. Aus dem Augenwinkel sah Lassiter, wie McCain seine Leute hinter sich herwinkte. Lassiter lud durch und schoss, und wieder brach ein Indianer zusammen.

»Attacke!«, brüllte der Major irgendwo an der Spitze des Trosses. Und dann war es, als würde ein Hurrican über die Landschaft jagen: Äste brachen, Hufe donnerten, Laub raschelte, achtzig Männer brüllten »Hurra!«. Vierzig preschten dem Waldrand und den von dort angreifenden Indianern entgegen, vierzig suchten den Nahkampf mit den Modocs, die aus dem Flusstal heran galoppierten.

Lassiter lud durch und schoss, immer wieder. Die verdammten Blauröcke würden ihn und seinen Wagen doch nicht etwa ohne Feuerschutz im Stich lassen? Immerhin stapelten sich Gewehr- und Munitionskisten unter der Plane. Und in der Mitte der Ladefläche erhob sich die wertvollste Waffe der Schwadron. Natürlich hatte er McCain für seinen Geleitschutz Transporthilfe gewähren müssen.

Lassiter traf wieder und gleich noch einmal. Gütiger Gott, wie der verfluchte Pfeil im Schenkel brannte! Wie viel Munition steckte eigentlich noch in seinem Waffengurt?

Kaum eine Handvoll Kavalleristen hatten sich links und rechts seines Wagens hinter toten Pferden in Deckung geworfen. Manche lagen wohl auch unter dem Wagen, jedenfalls stieg Pulverdampf von dort auf. Lassiter lud durch und schoss durch die stinkenden Pulverdampfwolken hindurch.

In einer langgezogenen Angriffskette galoppierten plötzlich indianische Reiter aus dem Wald, überholten ihre Stammesgenossen, die zu Fuß stürmten, und griffen den Major und seine Reiter an. Das sah überhaupt nicht gut aus.

Lassiter hasste Situationen wie diese; er hasste es, auf Indianer schießen zu müssen; er hasste es, die von der Sonne verbrannten Männer in Leder und Fransen stürzen zu sehen und vor Schmerzen schreien zu hören. Er hasste sich selbst für jede Kugel, die er abfeuerte – doch was blieb ihm übrig?

Zwischen Flusstal und Waldrand sah er, wie die Modocs Major McCain und seine schrumpfende Schar umzingelten. Die Zügel zwischen den Zähnen, schossen die Indianer aus kurzläufigen Karabinern auf die Soldaten. Die stürzten reihenweise aus den Sätteln.

Die Modocs aus dem Flusstal hatten die Kavalleristen, die sich ihnen entgegen geworfen hatten, längst zurückgedrängt und ihre Truppe zerrieben. Wenn Lassiter hinter sich blickte, konnte er ein Flussufer sehen, das von Körpern in blauer Uniform übersät war. Grausig! Manche Krieger machten sich schon daran, sich den Skalp ihres Gegners zu sichern.

Dreihundert Schritte weiter brüllte McCain herum wie ein Verrückter. Mit kaum noch zwanzig Männern formierte er eine Verteidigungslinie – oder versuchte es wenigstens. Lassiter sah kniende Schützen im Gras und Schützen, die dahinter standen. Doch ihre erste Gewehrsalve klang einfach nur jämmerlich, und der nächste Feuerstoß der um sie herum reitenden Indianer kostete McCain mindestens ein Drittel seiner Leute.

Der Major selbst stand wie ein Fels in der Brandung und feuerte aus zwei Revolvern auf die Modocs. Die schnürten ihren Ring enger und enger.

»Feuerschutz!«, brüllte Lassiter. Mit Schießen allein kam er hier nicht weiter, und ehrlich: Er wollte noch ein bisschen leben. »Gebt mir Feuerschutz, verdammt noch mal!«

Er hatte nur eine vage Ahnung, wie viele Kavalleristen unter und neben dem Wagen seine Aufforderung überhaupt noch hörten. Gleichgültig: Er zog seinen .38er von Remington, feuerte auf Indianer, die dem Wagen zu nahe gekommen waren, und robbte dabei an Munitions- und Waffenkisten vorbei zu der unförmig ausgebeulten Plane in der Mitte der Ladefläche.

Er riss sie weg. Eine Gatling-Gun kam zum Vorschein. Sie war geladen; natürlich – man bewegte sich schließlich in Kriegsgebiet. Lassiter packte die Kurbel, fasste den Griff, nahm den Waldrand ins Visier und schwenkte den schweren Lauf herum, während der Tod und Verderben spuckte. Der Pfeil in seinem Schenkel schmerzte wie die Hölle, doch er kurbelte weiter.

Über sein Gespann hinweg hielt er schließlich auf die Modocs, die McCain und sein armes Häuflein eingekesselt hatten. Schon der Schusslärm reichte aus, um die Indianer in Panik zu versetzen.

Leider nicht nur die Indianer – die vier Pferde seines Gespanns gingen durch, galoppierten dem Kessel aus Kriegern entgegen, in dessen Innerem Lassiter trotz des Geratters den Major Befehle und Flüche brüllen hörte.

Viele Männer gab es dort nicht mehr, die McCains Befehle verstehen, geschweige denn befolgen konnten. Allerdings lichtete sich auch der Angriffsring der Modoc unter dem Feuer der Schnellfeuerkanone.

Kaum hundert Schritte trennten Lassiter noch von Major McCain und dessen überlebenden Männern, da nahm er auf einmal Bewegung auf der linken Wagenseite wahr. Indianische Reiter waren vom Flusstal herauf geprescht. Ehe Lassiter die Schnellfeuerkanone herumreißen konnte, sprangen drei von ihnen schon auf den Wagen.

Einem konnte er eine Kugel aus seinem Remington in den Leib jagen, doch die anderen beiden packten ihn und rissen ihn zwischen die Kisten.

Lassiter schlug um sich, und es gelang ihm irgendwie, sich über den Seitenverschlag vom holpernden Wagen fallen zu lassen und beide Modocs mit sich zu reißen. Sie dürfen nicht an die Gatling kommen, dachte er nur, die Waffe ist McCains einzige Chance.

Der Wagen war in voller Fahrt, und Lassiter sah Sterne, als er am Boden aufprallte. Einer seiner Gegner brach sich irgendeinen entscheidenden Knochen, denn er blieb wie tot liegen. Der andere jedoch hockte auf seiner Brust und hob ein Messer.

Lassiter packte seinen Arm, überwand die drohende Ohnmacht und rammte ihm die Faust ins Gesicht. Doch kaum wich das Gewicht des Indianers von seiner Brust, stürzten sich die nächsten drei Modocs auf ihn.

Sie wollten seinen Skalp, was denn sonst? Und sie würden ihn kriegen.

Jetzt war es endgültig vorbei.

***

»Das Gespann!« McCain glaubte zu träumen. Vier Pferde galoppierten mitten unter die Indianer. Mindestens drei Modocs gerieten unter ihre Hufe und unter die Räder des Wagens. »Die Gatling …!«

Der Major ließ seine leergeschossenen Revolver fallen, bückte sich nach den Waffen seiner toten Leute und schrie: »Hinter mir her! Entert den verdammten Wagen, wenn ihr leben wollt!«

Folgte ihm jemand? McCain kümmerte sich nicht darum – er spurtete dem Gespann entgegen und sprang dann auf den Kutschbock und die Ladefläche. Erst als er nach Kurbel und Kolben der Schnellfeuerkanone griff, sah er, dass außer ihm noch ein Sergeant es bis auf den Wagen geschafft hatte.

»Ich schieße! Sie kümmern sich um die Munition!« Und schon donnerte der mörderische Schusslärm der Schnellfeuerkanone wieder über Wald und Fluss, spuckte die Gatling wieder ihre tödlichen Geschosse aus.

McCain brüllte seine Angst hinaus, schrie Befehle nach links und rechts. »Auf den Wagen mit euch!« Er wusste nicht, wer noch in der Lage war zu gehorchen, schrie dennoch: »Der Sergeant und ich brauchen Feuerschutz, sonst werden wir alle dem Heiligen Mauritius noch heute die Füße küssen!«

Der Heilige Mauritius war der Schutzpatron der Soldaten, und McCain war katholisch. Er hatte noch lange keine Lust, dem Heiligen Mauritius im Himmel zu begegnen, und in die Hölle wollte der Major schon gar nicht. Also schoss er wie ein Besessener und verfluchte den Sergeant, wenn der nicht schnell genug die nächste Patronenkette nachreichte.

Tatsächlich scharten sich nach und nach knapp zwei Dutzend Soldaten um den Wagen, die traurigen Reste seiner Schwadron. McCain brüllte vor Zorn, als ihm das klar wurde. Doch seine restlichen Männer kämpften todesmutig wie die Spartaner am Thermophylenpass. Sie hatten auch keine andere Wahl.

Und plötzlich sah McCain den jungen Fuhrmann. »Lassiter, dieser Teufelskerl! Er lebt noch!«

Vielleicht dreihundert Schritte entfernt kämpfte der Mann um seine Haut und seinen Skalp. Vier oder fünf Modocs umringten ihn, drangen mit Beilen und Messern auf ihn ein. Das sah böse aus.

McCain erkannte den Anführer der Höllenhunde, einen jungen Kriegshäuptling. Lassiter schwang einen Gewehrkolben und einen erbeuteten Speer.

»Er hat keine Chance«, flüsterte McCain. »Er hat keine Chance!«, brüllte er. »Her mit Ihnen, Captain Burg!« Er spähte nach allen Seiten, entdeckte ein Armeepferd am Waldrand, unverletzt, wie es aussah.

Der Captain tauchte neben ihm auf. »Übernehmen Sie!« Der Major stieß ihn an die Schnellfeuerkanone. »Der Teufel soll Sie holen, wenn ich keinen ordentlichen Feuerschutz kriege!«

»Vergessen Sie den Fuhrmann, Major!«, schrie der Sergeant gegen den Höllenlärm der Gatling-Gun an. »Der ist doch schon so gut wie tot!«

»Er hat uns die Haut gerettet und ich soll ihn vergessen?« McCain sprang vom Wagen. »Ich brauche zwei Revolver!« Er packte die Waffen, die ihm zwei Kavalleristen entgegenstreckten, die unter dem Wagen in Deckung lagen. »Zur Hölle mit euch, wenn ihr mir keinen Feuerschutz gebt!«

Er spurtete zu dem Gaul am Waldrand. Gewehrkugeln heulten ihm um die Ohren, Schussgarben aus der Schnellfeuerkanone rissen links und rechts von ihm die Erde auf. Indianer stürzten von ihren Mustangs.

McCain erreichte den Armeegaul unverletzt und schwang sich in den Sattel. In rasendem Galopp jagte McCain zur Flussböschung hinunter. Der junge Fuhrmann wehrte sich tapfer, schlug dem Kriegshäuptling den Gewehrkolben auf den Schädel, dass es nur so krachte. Die anderen Indianer wichen erschreckt zurück, als sie ihren Anführer fallen sahen.

McCain klemmte sich den Zügel zwischen die Zähne, schoss aus beiden Revolvern auf die fünf Modocs. Zwei gingen gleich zu Boden, einen stach Lassiter mit dem erbeuteten Speer nieder.

Dann war McCain bei Lassiter. »Herauf mit dir!« Er schoss nach links und rechts.

Lassiter bekam den Sattelknauf zu fassen, zog sich hoch und klammerte sich am Sattelriemen fest.

McCain ließ sich seitlich vom Pferd rutschen. Das rechte Bein über den Sattel geklemmt, die Arme um den Hals des Tieres geschlungen, presste er sich gegen dessen Flanke. Lassiter auf der anderen Seite des Pferdes machte es genauso.

Schüsse pfiffen an ihnen vorbei, heulten über sie hinweg. Hufschläge donnerten von hinten heran, wo die Modocs am Taleingang sich wieder zu einem Sturmangriff gesammelt hatten. Die Schnellfeuerkanone ratterte infernalisch und aufgerissene Erde spritzte dem Major ins Gesicht.

Er dachte an seine Eltern in diesen Sekunden, an seine Geschwister und an die Frauen, die er gehabt hatte. Er schwor Gott und allen Heiligen, es doch noch einmal mit einem bürgerlichen Leben zu probieren, wenn sie nur dafür sorgten, dass seine Uhr noch nicht ablief.

Später konnte er sich nie erklären, wie er und der junge Fuhrmann es geschafft hatten, durch den Kugelhagel hindurch zurück zum Wagen zu gelangen. Sie schafften es einfach und Punkt.

Dort lagen sie nebeneinander unter der Ladefläche und schnappten nach Luft. Die Indianer kapitulierten schließlich vor der mörderischen Gatling und flohen ins Flusstal hinein.

McCain spürte den Blick des jungen Fuhrmanns von der Seite. Er sah ihm ins Gesicht und entdeckte so etwas wie Bewunderung in seinen aschfahlen Zügen. Und jede Menge Dankbarkeit. »Hör bloß auf«, keuchte er und kroch unter dem Wagen heraus.

»Danke, Major McCain«, hörte er hinter sich den jungen Lassiter krächzen. »Sie haben mir das Leben gerettet …«

»Hör schon auf.« McCain winkte ab. »Hätt’ ich denn je wieder ruhig schlafen können, wenn ich’s nicht versucht hätte?«

***

An einem Sommertag, ein paar Jahre später, ritt Lassiter über die Mainstreet von Topeka. Niemand beachtete ihn.

Viele Fremde kamen Woche für Woche in die Stadt, blieben ein paar Tage, ritten weiter. Geschäftsleute, Ingenieure der Union Pacific Railway, Abenteurer auf dem Weg nach Westen, arbeitsuchende Cowboys. Unter so viel buntem Volk fiel einer wie Lassiter kaum auf.

Er hatte es nicht eilig. Wenn er dem Telegramm aus Washington in seiner Jackentasche glauben konnte, kam der Mann, den er treffen wollte, erst in den nächsten Tagen nach Topeka. Ein Mittelsmann der Brigade Sieben, ein Viehhändler. Er reiste zwischen Chicago und den Kuhstädten hin und her.

Die Mittagssonne brannte heiß aus einem wolkenlosen Himmel. Lassiter hatte sich das Hemd weit aufgeknöpft und den Hut tief ins Gesicht gezogen. Einige Frauen auf dem Sidewalk waren mit aufgespannten Sonnenschirmen unterwegs.

Eine schwarzhaarige Schönheit in einem weißen Sommerkleid überquerte die Mainstreet. Lassiter hielt sein Pferd an, um sie vorbei zu lassen. Sie lächelte zu ihm herauf und er zog seinen Hut und deutete eine Verbeugung an. Topeka schien es gut mit ihm zu meinen.

Er trieb seinen Grauschimmel an und behielt das schöne Weib im Auge. Es verschwand durch die Schwingtür eines nahen Saloons. Lassiter hob den Blick. William’s Best Western Hotel stand auf dem großen Schild auf dem Flachdach über der Veranda des Saloons.

Moment mal – hieß so nicht das Hotel, in dem er laut Telegramm der Brigade Sieben auf seinen Mittelsmann warten sollte? Er zog das Telegramm aus der Jackentasche und las: William’s Best Western Hotel. Na also.

Lassiter lächelte zufrieden in sich hinein und hielt den Grauschimmel vor William’s Hotel an. Keine schlechte Adresse, wenn man von der neuen Fassade und den frisch gestrichenen Schwingtüren ausgehen wollte.

Er band sein Pferd am Hitchrack unter dem Sidewalk fest, zog seine Winchester aus dem Sattelholster, nahm sein Bündel und schnallte die Mochilla ab. Tasche und Gewehr über der Schulter und das Bündel unter dem Arm, trat er ein.

Da stand sie auch schon, die Lady in Weiß – an der Theke und ins Gespräch vertieft mit dem Salooner. Er schritt auf die Theke zu und beide drehten sich nach ihm um. Als hätten sie ihn erwartet.

Der Mann von der Brigade Sieben legte Gepäck und Gewehr auf einen Stuhl, trat neben die Lady in Weiß und sagte: »Ich brauche ein Zimmer, möglichst eines, das auf der Straßenseite liegt.«

»Kein Problem.« Der Mann hinter dem Tresen wechselte einen verstohlenen Blick mit der Schwarzhaarigen. Lassiter spürte ihren Blick von der Seite. »Wie lange?«, wollte der Salooner wissen und legte ihm Schlüssel und Gästebuch hin.

»Einen Tag, zwei Tage – schauen wir mal.« Der Mann von der Brigade Sieben trug sich ein.

Der Salooner zog die grauen Brauen hoch und las murmelnd den Namen. »Einfach nur Lassiter?« Wieder der Blickwechsel mit der Schwarzhaarigen, doch diesmal gar nicht verstohlen, sondern als hätte er gerade seine verloren geglaubten Sporen wieder gefunden. »Da ist er also.«

»Sind Sie also endlich angekommen!« Die Lady in Weiß legte die Rechte auf seinen Arm. »Wir haben Sie erwartet, Lassiter.«

»Ach?« Lassiter betrachtete die Frau. Sie trug ein weißes Kleid wie gesagt, und zwar eines mit großzügigem Dekolletee und kurzen Ärmeln.

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