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Lassiter - Folge 2203

Mission Texado

Es dämmerte bereits, als der Geschäftsmann Jake Baker auf die Veranda seines Hauses trat. Er hatte sich mit dem Revolvermann Victor Calley verabredet. »Big Vic« sollte die Robinsons dazu bringen, ihre Ranch zu verkaufen.

Baker setzte sich in den Schaukelstuhl neben der Tür. Er hasste Ben und Judy Robinson aus tiefstem Herzen. Seit Jahren betrieb das Ehepaar eine florierende Farm westlich von Texado. Sie liebten einander, und ihre erwachsene Tochter hatte sich in New York einen Namen in der Modebranche gemacht.

Das fremde Glück vor Augen zu haben, war ein Albtraum für Jake Baker. Jedes Mal, wenn er an die Robinsons dachte, wühlte eine Faust in seinem Bauch.

Das wollte er nicht länger hinnehmen …

Jake Bakers Ehe war ein Schlag ins Wasser gewesen. Etta, seine Frau, hatte ihn wegen des Geldes geheiratet und war, als sich eine noch bessere Chance bot, mit einem reichen Finanzier durchgebrannt. Larry, den gemeinsamen Sohn, hatte Etta in Texado zurückgelassen. Der Junge war ein Taugenichts, der sich am liebsten in Saloons und bei Dirnen im Bordell herumtrieb.

Baker spähte über das Geländer die Straße entlang. Der Wind trieb einen Tumbleweed vor sich her, der sich in einem Dornenbusch am Wegesrand verhakte. Hoch über den Dächern, am wolkenlosen Himmel, schwebte fast reglos ein Raubvogel. Irgendwo in der Nachbarschaft bellte ein Hund.

Wo bleibst du? Baker trommelte mit den Fingern auf der Lehne. Wo bleibst du, Vic?

Die Zeit verstrich. Zehn Minuten später war der Revolvermann immer noch nicht da.

Baker schätzte es nicht sonderlich, wenn man ihn versetzte. Big Vic hatte versichert, er würde pünktlich sein. Jetzt war er schon eine halbe Stunde überfällig. Baker knirschte mit den Zähnen. Seine Stimmung näherte sich dem Nullpunkt.

Im Haus klapperte ein Eimer. Schritte ertönten. Marla, das Mädchen für alles, war beim Saubermachen. Außer ihr und ihm war niemand auf dem Grundstück. Keiner brauchte zu wissen, dass er mit Big Vic geschäftliche Beziehungen unterhielt. Daher hatte er seinen Männern den Abend frei gegeben. Und Larry war, wie jeden Freitag, bei seiner Stammhure in Minnies Puff.

Das Hausmädchen erschien. Sie trug einen Eimer schmutziges Wasser. Marla war noch keine zwanzig, besaß aber die üppigen Reize einer reifen Frau. Sie hatte ein helles dünnes Kleid an, durch das ihre braune Haut verführerisch schimmerte. Das lange schwarze Haar hatte sie im Nacken zum Pferdeschwanz gebunden.

Baker beäugte sie kritisch. »Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du dir etwas unterziehen sollst, wenn du zum Putzen kommst.«

»Es ist so heiß, Sir …«

»Egal.« Baker brauchte jemanden, bei dem er sich abreagieren konnte. Marla kam ihm gerade recht. »Was ist, wenn jemand kommt«, schimpfte er, »und du bückst dich gerade, um etwas aufzuheben? Was zum Teufel ist dann, frage ich dich!«

Marla wurde feuerrot und senkte den Kopf.

Baker bemerkte, dass ihre Brustwarzen durch ihr Kleid stachen. Ein erfreulicher Anblick. Die Umrisse ihrer gut entwickelten Brüste waren gut zu erkennen. Er hätte sie gern einmal einer Massage unterzogen. »Antworte gefälligst!«, krächzte er. »Warum verstößt du gegen meine Anordnungen?«

Sie sah verschüchtert auf. »Sir, ich werde mir sofort etwas anziehen.«

»Warte!« Er blickte auf die Straße. Weit und breit keine Menschenseele. »Stell den Eimer ab und komm her«, sagte er.

Marla gehorchte aufs Wort und trat an den Stuhl, in dem ihr Patron lässig auf und ab wippte.

Als die junge Frau vor ihm stand, hob Baker schnuppernd die Nase. Er schluckte schwer. Marlas Duft wirkte wie ein Liebestrank auf ihn. Er war drauf und dran, ihr das Kleid vom Leib zu reißen und sie gleich auf der Veranda zu nehmen.

Sekundenlang fiel kein Wort.

»Es ist noch kaltes Bier da, Sir«, unterbrach Marla die Stille. »Wenn Sie wollen, bringe ich eines.«

»Später.« Er dehnte seinen Brustkorb, dann hob er eine Hand und ließ sie langsam unter Marlas Rock gleiten.

Das Mädchen rührte sich nicht vom Fleck. Fragend hob sie die Brauen, während Baker über die Innenseiten ihrer Schenkel strich.

Er leckte sich die Lippen. Gerade hatten seine gleitenden Finger die Stelle erreicht, wo sich die Schenkel der Frau vereinigten. Sacht zupfte er an den feuchten Fältchen.

Das Mädchen trat von einem Fuß auf den anderen. Sie schaute sich nach allen Seiten um. Auf einmal wirkte sie nicht mehr so schüchtern wie vorhin. Im Gegenteil. In ihren dunklen Augen funkelte die Wollust. Marla schien genau zu wissen, was sie wollte.

So ein Luder, dachte Baker und fragte sie, ob jemand zu sehen war.

»Nein, Sir.« Marlas Busen bebte wie der Blasebalg in einer Schmiede. Als Baker die Hand unter ihrem Rock bewegte, sah Marla ihn schmaläugig an. »Besser, wir gehen ins Haus«, keuchte sie.

»Na schön.« Er stand auf.

Das Haus, in dem Baker wohnte, war eines der größten in Texado. Es war zweistöckig, besaß ein Schindeldach und verfügte über acht Zimmer. An den mit Walnussholz getäfelten Wänden der Halle hing eine Reihe von Gemälden mit wildromantischen Landschaften. Unter dem Bildnis des Monument Valley stand eine Eichentruhe mit halbrundem Deckel.

»Setz dich«, sagte Baker.

Marla ließ sich auf die Truhe nieder und warf ihren Pferdeschwanz zurück.

Baker gab ihr ein Zeichen. Sie streifte die dünnen Träger des Kleides von den wohlgerundeten Schultern. Unter dem Kleid war Marla nackt. Mit Kennerblick besah sich Baker ihre prächtige Oberweite. Marla besaß die hübschesten Brüste, die er seit langer Zeit gesehen hatte. Dagegen waren Ettas Höcker die reinsten Ladenhüter. Ein Kloß würgte Baker im Hals, als er das zarte, unverbrauchte Fleisch berührte.

Das Mädchen bog das Rückgrat durch und warf den Kopf in den Nacken. Den Kopf auf die Seite gelegt, beobachtete sie, wie sich Bakers Hände um ihre Wonneproppen wölbten.

Nach einer Weile schlug sie den Rock hoch.

Bakers Augen fielen auf den entblößten Schoß. Marlas zum Dreieck frisiertes Schamhaar war einen Tick heller als das Haar auf ihrem Kopf. Sie spreizte die Beine und Baker schnalzte genussvoll mit der Zunge. Ruckweise öffnete er seinen Gürtel. Nachdem er sich seiner Kleidung entledigt hatte, hob er Marlas Füße auf seine Schultern. »Zu keinem ein Wort, verstanden?«

»Ich schwöre!« Sie kreuzte die Beine hinter seinem Nacken. Ein leiser Schrei kam über ihre Lippen, als er seinen Pint zwischen ihre Schenkel schob.

Es dauerte keine fünf Minuten und Baker war wie in Schweiß gebadet. Diese verdammte Hitze! Er drosselte seinen Hüftschwung und hielt schließlich ganz inne.

»Leg dich auf den Teppich«, sagte er.

Marla glitt von der Truhe und legte sich auf den Rücken.

»Anders herum«, sagte Baker.

»Okay.« Sie korrigierte ihre Lage. Auf die Ellbogen gestützt, wackelte sie kokett mit den rosigen Pobacken.

Baker wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht. Der Anblick der willigen Frau erfüllte ihn mit rasender Lust. Ich werde sie mir vorknöpfen, bis ihr Hören und Sehen vergeht, freute er sich.

Voller Tatendrang stieg er über sie. Marla empfing ihn mit einem lang gezogenen Seufzer. Baker streichelte ihren Po, den sie ihm entgegenstreckte. Er hatte das Gefühl, gleich platzen zu müssen. Nie zuvor war er so scharf gewesen. Weder bei Etta noch bei den Mädchen in Minnies Freudenhaus. Er fragte sich, warum er Marla nicht schon viel früher auf den Zahn gefühlt hatte.

Kaum war er in Stellung gegangen, da brandete vor dem Haus das Trommeln von Hufen auf. Baker hielt inne und lauschte.

Im Nu war das Hufgetrappel verebbt. Eine laute Stimme rief seinen Namen.

Big Vic Calley! Baker fluchte lästerlich. Auf einen Schlag war der Zauber der Lust dahin. Sein Glied verlor die Spannkraft und baumelte nur noch. Bei diesem Anblick musste er unwillkürlich an einen toten Regenwurm denken.

Tod und Teufel! Jake Baker war in der Stimmung, einen Mord zu begehen.

***

»Ich will, dass Sie den Robinsons Feuer unter dem Hintern machen«, sagte Baker zu Big Vic.

Die beiden Männer saßen in Bakers pompösem Büro auf der schattigen Nordseite des Hauses. Das Zimmer war mit exquisiten Möbeln ausgestattet. Ein Chippendale-Sekretär aus England, wuchtige Bücherregale aus Rosenholz, Stühle mit verzierten Beinen und Lehnen, ein Kruzifix aus der Werkstatt eines berühmten italienischen Künstlers. Eine Menge aufgestellter Fotografien von gut gekleideten Gentlemen bedeckten Vertiko und Sideboard.

Big Vic, ein Rotkopf mit Spitzbart, lehnte sich zurück. Genüsslich leerte er das Glas Whiskey, das Marla serviert hatte. Obwohl er zu den gewalttätigsten Revolvermännern seiner Generation zählte, sah er aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Hinter vorgehaltener Hand nannte man ihn Milkface.

»Darf man fragen, was Sie gegen die Robinsons haben, Jake?«, erkundigte er sich.

Baker nahm kein Blatt vor den Mund. »Ich brauche das Land, auf dem sie sich breitgemacht haben«, erwiderte er. »Je eher, desto besser.«

»Was haben Sie damit vor?«

»Eine Investition.«

»Sie wollen in die Landwirtschaft einsteigen?«

»Das ist meine Sache.« Die Fragerei nervte Baker. »Ihre Aufgabe ist es, die Robinsons zum Verkauf zu bewegen«, sagte er unwirsch.

»Natürlich.« Calley nickte. »Gibt es noch weitere Gründe?«

Baker starrte sein Gegenüber an. Mit seiner ewig zur Schau getragenen Unschuldsmiene wirkte Calley nicht sehr eindrucksvoll. Doch der Schein trog, und zwar gewaltig. Baker hatte Erkundigungen eingezogen. Big Vic galt als der hartgesottenste Kerl im Umkreis von tausend Meilen. Wo der hinschoss, schlug kein Herz mehr. »Nein«, sagte Baker, »keine anderen Gründe. Ich brauche das Land. Das ist alles.«

»Sie haben eigene Leute, Jake«, warf der Gunman ein. »Wie ich hörte, sind einige vielversprechende Talente darunter, zum Beispiel Rex Hobart. Warum lassen Sie sie nicht den Job machen?«

»Die Boys sind zu grün dafür. Die Robinsons sind nicht von gestern. Sie würden Verdacht schöpfen. Das Ganze würde in einem Desaster enden.«

Calley griente. »Sie wollen eine weiße Weste behalten, stimmt’s?«

»Wer will das nicht?« Baker fuhr sich nachdenklich über den Schnurrbart. »Irgendein Schlauberger könnte Lunte riechen: Ein Typ von der Zeitung oder ein Gutmensch, der glaubt, es gibt auf dieser verdammten Erde so etwas wie Gerechtigkeit. Das Risiko will ich vermeiden. Wie auch immer – ich fühle mich wohler, wenn keiner meiner Jungs eine Aktie daran hat, wenn den Robinsons …«

»… ein Unglück zustößt?« Calleys Worte kamen wie aus der Pistole geschossen.

Baker sagte nichts. Zufrieden stellte er fest, dass sein Geschäftspartner genau wusste, worauf es ankam. Calley würde sich um alles kümmern. Die Sache war bei ihm in guten Händen.

»Wie lautet Ihr Angebot?«, fragte der Rotkopf. Er grinste. »Ich meine, das Angebot, das ich den Robinsons machen soll. Für die Ranch.«

Baker hatte die Frage erwartet. Er ging zu dem linken Sekretär, zog eine Schublade auf und entnahm ihr einen dünnen Hefter, den er Calley in die Hand drückte. »Darin finden Sie alle Zahlen, die Sie brauchen.«

Calley schob den Hefter auf den Tisch. »Ich sehe mir die Zahlen später an.« Er reckte den Hals. »Jetzt habe ich Durst. Ich hoffe, das schöne Kind mit dem Whiskey ist noch in der Nähe?«

»Marla!«, rief Baker.

Hinter der Tür trippelten eilige Schritte. Es klopfte zaghaft, und das braungebrannte Mädchengesicht erschien im Türspalt.

»Bring Whiskey«, sagte Baker. »Diesmal lässt du die Flasche stehen.«

»Jawohl, Sir.« Marla verschwand, und als sie wieder ins Zimmer trat, musterte Calley sie ungeniert von Kopf bis Fuß.

Baker spürte den Anflug von Eifersucht. Am liebsten hätte er den Rotkopf aus dem Haus geworfen, allein für dessen notgeiles Starren. Calley glotzte auf Marlas Oberweite, als hätte er noch nie einen weiblichen Busen gesehen. Sie trug noch immer das dünne Kleid, in dem sie geputzt hatte. An einigen Stellen war der Stoff nass geworden und nahezu durchsichtig.

Zum Glück hat sie jetzt einen Schlüpfer an, dachte Baker.

Marla schenkte Calley nach.

»Danke, schönes Kind.« Er wollte ihr einen Klaps geben, aber mit einer blitzschnellen Bewegung brachte sie ihren Hintern in Sicherheit.

Gut gemacht, dachte Baker.

Calley ließ es bei dem Annäherungsversuch bewenden. Er packte seine Rauchutensilien aus und begann, sich eine Zigarette zu drehen. Mit den Augen gab Baker dem Mädchen ein Zeichen. Sie stellte die Flasche auf den Tisch und huschte aus dem Zimmer.

»Wie werden Sie vorgehen, Big Vic?«, fragte Baker. »Mit den Robinsons, meine ich. Gewiss haben Sie schon einen Plan.«

Der Gunman zündete ein Schwefelholz an. »Wir haben noch gar nicht über mein Honorar geredet«, versetzte er. »Ich finde, wir sollten das schleunigst nachholen.«

»Gut, wie Sie wollen. An wie viel haben Sie gedacht?«

»Machen Sie einen Vorschlag.« Calley schlug ein Bein übers andere. Dabei fiel ein Zipfel seines Gehrocks zur Seite und entblößte das Prunkholster mit dem neuesten Modell eines brünierten Smith & Wesson.

»Tausend Dollar«, sagte Baker. »Und noch mal tausend Dollar dazu, wenn ich die Urkunde von dem Robinson-Land mit meinem Namen verziert habe.«

»Das klingt gut«, meinte Calley, »aber nicht gut genug.«

Baker hatte vorhergesehen, dass der Gunman mit dem erstbesten Angebot nicht zufrieden sein würde. Deshalb war er jetzt auch nicht überrascht. »Okay, Big Vic, weil Sie es sind, bin ich bereit, noch eine kleine Prämie beizusteuern. Sagen wir, fünfhundert Bucks?«

Calley blies einen Rauchring. »Fünfhundert Bucks – und eine Nacht mit der Busenlady, die uns den Whiskey kredenzt hat.«

Verdammt. Baker sah aus dem Fenster. Die Dunkelheit brach herein. Das gegenüberliegende Stallgebäude war nur noch vage zu erkennen. Er zwang sich zur Ruhe und begann von anderen Dingen zu reden. Ob Calley Poker spiele? Er habe ein paar prima Spieler an der Hand. Auch das Billard im Lucky Saloon sei nicht schlecht, und Minnies Freudenhaus sei auch nicht von Pappe.

Aber Calley interessierte das alles nicht. »Ich will das Girl«, betonte er. »Tun Sie mir den Gefallen und rufen Sie sie noch mal!?«

Baker zögerte.

»Los, machen Sie schon!« Der Rotkopf hüllte sich in eine Rauchwolke.

Baker fügte sich ins Unvermeidliche. »Marla! Marla, zum Teufel, wo steckst du denn?«

***

Markttag in Texado. Ein bunter Strom von Menschen erfüllte den großen Platz nördlich der Stadt.

Die Händler hatten ihre Waren auf Tischen ausgebreitet und boten sie schreiend an. Flechtkörbe, Geschirr, Pistolen und Gewehre, indianischer Schmuck, getrocknete Kräuter und Lederwaren aller Art wechselten den Besitzer. Immer mehr Menschen rückten an. Sie kamen zu Pferd, zu Fuß oder ließen sich auf einem Fuhrwerk kutschieren. Die Schienenstränge waren noch nicht bis nach Texado vorgedrungen.

Unter dem Laubdach einer Ulme spielten zwei Musiker einen melancholischen Cowboysong auf Gitarre und Banjo. Vor den Marktständen spazierten grell geschminkte Damen hin und her, auf der Jagd nach liebesdurstigen Freiern. Wenn die besudelten Täubchen einen Kunden gefunden hatten, zog man sich diskret in das umliegende Strauchwerk zurück.

Ben und Judy Robinson blieben vor der Bierbude stehen, vor der sich eine lange Warteschlange gebildet hatte. Hinter der Barriere war ein Riesenfass aufgebockt, aus dem der Wirt unablässig Bier zapfte. Sein Gehilfe, ein junger Bursche mit einem Gesicht voller Sommersprossen, nahm das Geld entgegen.

»Ein Himmelreich für ein Bier«, keuchte Ben.

Er stellte sich ans Ende der Schlange. Seine Frau ging ein Stück weiter, zu einem aufgeklappten Verkaufstisch, der in einem Tipi stand. Sie kramte zwischen aufgetürmten Armbändern, Halsketten und Broschen herum. Ben beobachtete Judy eine Weile und seufzte dabei. Wie ungezwungen sie sich mit dem Verkäufer unterhielt. Es war Blue Moon, ein Navajo, der schon seit Jahren auf dem Markt seine Produkte verkaufte. Gelegentlich besuchte der Indianer sie auf ihrer Ranch.

Heute war Judys Geburtstag. Sie wurde fünfundvierzig. Unglaublich. Dreißig Jahre davon kannte Ben seine Frau. Genau zwei Drittel. Ihm kam das wie eine Ewigkeit vor, als hätte es für ihn kein Leben davor gegeben. Er fand, dass sich Judy in den dreißig Jahren kaum verändert hatte. Okay, sie war einen Tick fülliger geworden, aber das stand ihr gut. Sehr gut sogar. Ben guckte sich fest und erschrak, als der Bierzapfer ihn fragte, was er wolle.

»Ich nehme zwei Große«, sagte er schnell.

Der Gehilfe nannte den Preis, und Ben bezahlte, ohne zu murren. Als er das Wechselgeld zurückbekam, steckte er es unbesehen in die Hosentasche.

»Bitte sehr, zwei Große.«

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