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Lassiter - Folge 2191

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Flucht aus den Wolfswäldern
  4. Vorschau

Flucht aus den Wolfswäldern

Die Zweige geißelten Paula Nichols von allen Seiten. Obwohl ihr Gesicht bereits von blutigen Striemen überzogen war, spürte die junge Frau keinen Schmerz. Sich immer wieder ängstlich umblickend, stürmte sie durch den nächtlichen Fichtenwald. Das dichte Unterholz schien nach ihren Füßen zu greifen, um sie festzuhalten. So wurde jeder Schritt zu einer kräftezehrenden Angelegenheit. Zweihundert Yard weiter musste Paula stehenbleiben und Atem schöpfen. Vornübergebeugt und beide Hände auf die Oberschenkel gestützt, wartete sie ab, bis das Dröhnen ihres eigenen Herzschlags in ihren Ohren nachließ.

Der Laut, den sie eine Sekunde später hörte, ließ sie sich ruckartig aufrichten. Ein langgezogenes Heulen drang durch den Wald.

»O nein, bitte nicht.« Paulas Stimme klang so brüchig, als stünde sie kurz davor, in Tränen auszubrechen. Doch ihr war klar, dass ihre Zeit äußerst knapp bemessen war. Jede Sekunde, die sie mit Jammern vergeudete, ließ ihre Chance auf ein Entkommen geringer werden. Die Lippen fest aufeinander gepresst, nahm sie ihre Flucht wieder auf.

Die Bäume standen so dicht, dass der Himmel nicht zu sehen war. Es war so dunkel, dass Paula das Gefühl hatte, als hätte sich ein schwarzes Tuch über ihre Augen gelegt. Trotzdem hetzte sie weiter vorwärts. Sie hielt die Arme ausgestreckt vor sich, um nicht blind in ein Hindernis zu laufen. Ein erfolgloser Versuch, denn die Zweige prügelten auch weiterhin erbarmungslos auf sie ein. Äste verfingen sich in ihrem Haar und rissen ihr den Kopf nach hinten.

Ohne ihren Spurt zu unterbrechen, versuchte die junge Frau, ihre lange Mähne zu einem provisorischen Pferdeschwanz zusammenzuraffen. Doch diese Bemühungen waren zum Scheitern verurteilt, weil ganze Strähnen davon am frischen Harz an ihren Fingern kleben blieben. Paula riss sich los. Als sie die Hände an ihrer Bluse abwischen wollte, bemerkte sie, dass ihr das Kleidungsstück bereits in Fetzen am Körper hing.

Ein Rascheln hinter ihr ließ sie sich erneut umwenden. War dort in der Dunkelheit eine Bewegung zu sehen gewesen? Sie blieb stehen und drehte sich langsam einmal um die eigene Achse. Doch so sehr sich Paula auch bemühte, sie konnte die Herkunft des Geräuschs nicht entdecken.

»Hau ab!«, rief sie, hauptsächlich um sich selbst Mut zu machen. »Bleib mir vom Leib! Oder du wirst es verdammt bereuen!«

Aus der Schwärze des Waldes erfolgte keine Reaktion.

Trotzdem spürte Paula Nicols, dass sie nicht alleine war. Irgendwer oder irgendetwas lauerte dort in der Finsternis. Sie spürte die Augen des verborgenen Verfolgers förmlich auf ihrer Haut brennen. Noch hielt er sich versteckt. Aber das wollte nichts heißen. Sie war fest davon überzeugt, dass er nur auf eine günstige Gelegenheit wartete, um plötzlich hervor zu preschen und über sie herzufallen.

Obwohl die Nacht kühl war, begann die junge Frau zu schwitzen. Zusammen mit der Angst stiegen auch Zweifel in ihr auf. Hatte sie unüberlegt gehandelt? War sie durch ihr kopfloses Vorgehen in eine Lage geraten, aus der es nun keinen Ausweg mehr gab? War es nicht ein bodenloser Leichtsinn gewesen, völlig unvorbereitet einen Fluchtversuch zu unternehmen? Ohne Ausrüstung. Ohne Waffen. Buchstäblich nur mit dem, was sie am Leib trug?

Paula schüttelte den Kopf, als könne sie so die bösen Gedanken daraus vertreiben. Nein, sie hatte absolut richtig gehandelt. Als sich ihr die Gelegenheit zum Entkommen bot, hatte sie gar nichts anderes tun können. Zu lange hatte sie auf eine solche Chance gewartet, als dass sie sie ungenutzt hätte verstreichen lassen dürfen. Nun galt es, keine weitere Zeit mit nutzlosen Grübeleien zu vergeuden, sondern das Beste aus der Situation zu machen.

Paula hob einen armdicken Ast vom Boden auf. Mit der provisorischen Waffe in beiden Händen fühlte sie sich schon deutlich besser.

In diesem Moment setzte das Rascheln erneut ein.

Das Geräusch schien jetzt noch näher zu sein.

Die junge Frau wirbelte herum und stürmte davon. Sie war höchstens fünfzig Yard weit gekommen, als ihr linker Fuß unter eine Wurzel geriet. Paula kam ins Stolpern. Da sie den Prügel noch immer fest umklammert hielt, gelang es ihr nicht, das Gleichgewicht zu wahren. Aus vollem Spurt kippte sie vornüber.

Dreck spritzte ihr ins Gesicht, als sie auf dem Boden aufschlug. Dass sie sich bei ihrem Sturz beide Knie und einen Ellenbogen blutig schlug, bemerkte sie nicht. Ihre gesamte Aufmerksamkeit galt einer Stelle, die ein gutes Dutzend Schritte vor ihr lag. Zwischen den Baumstämmen war eine Wiese zu erkennen, die silbern im Mondlicht schimmerte.

Der Waldrand, schoss es Paula durch den Kopf. Ich habe es geschafft! Wenn ich erst aus dem Wald raus bin, wird es nicht lange dauern, bis ich auch eine Straße finde. Der brauche ich nur bis in die nächste Stadt zu folgen. Von dort komme ich nach Hause. Zurück zu Pete.

Sie musste an sich halten, um vor Erleichterung nicht laut aufzuschreien. Jede Müdigkeit schien sich schlagartig aufgelöst zu haben. Paula schnellte zurück auf die Füße, dann rannte sie auf das fahle Leuchten zu, das zwischen den Nadelbäumen schimmerte.

Obwohl es ihr wie eine halbe Ewigkeit vorkam, dauerte es nur eine halbe Minute, bis sie aus den Fichten hervorbrach und über sich den freien Himmel sah, der mit Tausenden von Sternen übersät war.

Ihre Freude währte jedoch nur kurz. Denn als sie den Blick wieder senkte, musste sie feststellen, dass sie noch immer von Bäumen umgeben war. Sie befand sich nicht am Ende des Waldes, sondern auf einer Lichtung inmitten eines Meeres aus Bäumen. Die Enttäuschung traf die junge Frau wie ein Faustschlag in die Magengrube. Paula Nicols stieß ein verzweifeltes Schluchzen aus. Sie schwankte und wäre sicherlich zu Boden gestürzt, hätte nicht in diesem Moment eine Bewegung am Waldrand ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Dort, wo sie selbst kurz zuvor ins Freie getreten war, teilten sich die Zweige ein weiteres Mal.

Ein Tier schob sich zwischen den Fichten hervor.

Am Rand der Wiese blieb es stehen.

Obwohl das Geschöpf nahezu vollständig mit den nächtlichen Schatten verschmolz, wusste Paula sofort, mit wem sie es zu tun hatte. Der Wolf, dessen Heulen sie im Wald gehört hatte, war ihr gefolgt. Das Licht des Mondes genügte, um seine Augen zum Leuchten zu bringen. Er zog die Lefzen nach oben und entblößte so zwei scharfe Zahnreihen, die zwei Fuß über der Wiese zu schweben schienen. Sein angriffslustiges Knurren war eher zu erahnen, als wirklich zu hören.

Paula wusste, dass sie nicht davonlaufen durfte. Damit hätte sie den Jagdtrieb des Tieres nur noch weiter angestachelt. Sie brauchte ihre ganze Selbstbeherrschung, um die aufsteigende Panik nicht überhandnehmen zu lassen. Sie packte den Knüppel mit beiden Händen, dann baute sie sich breitbeinig auf. »Verschwinde, du Mistvieh!«, rief sie dem vierbeinigen Verfolger zu und hoffte dabei inständig, dass ihrer Stimme die Angst nicht anzuhören war. »Wenn du mir zu nahe kommst, schlage ich dir den Schädel ein! Verlass dich drauf!« Sie ließ das Holzstück mehrmals warnend auf und nieder wippen.

Den Wolf beeindruckte ihre Drohgebärde nur wenig.

Er rührte sich keinen Inch von Stelle. Ohne die junge Frau auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, gab er drei kurze Kläffer von sich. Wieder gerieten die Zweige am Waldrand in Bewegung.

»O mein Gott … nein.« Es fühlte sich an, als würde ihr eine eiserne Hand die Kehle zudrücken, als Paula sah, dass fünf weitere Wölfe zwischen den Fichten hervorkamen. Sie gingen neben dem Leittier in Aufstellung.

Der jungen Frau blieb nicht lange Zeit, um Furcht zu empfinden. Wie auf ein geheimes Kommando stürmte das gesamte Rudel plötzlich los.

Sekunden später hatte das erste Tier sie erreicht. Mit einem gewaltigen Sprung katapultierte es sich vom Boden ab, um seinem Opfer die Vorderläufe gegen die Brust zu rammen und es so zu Fall zu bringen.

Paula schwang den Prügel im Halbkreis vor der Brust. Er traf das Tier mitten im Sprung gegen den Schädel. Ein klägliches Jaulen war zu hören. Die Wucht des Treffers reichte zwar nicht aus, um den Wolf zu töten, doch die Bestie wurde zur Seite geschleudert und rollte mehrmals um die eigene Achse, bevor sie benommen auf der Wiese liegenblieb.

Ihre Artgenossen ließen sich davon nicht beirren, sondern gingen selbst zum Angriff über.

Paula setzte sich mit einem weiteren Schlag zur Wehr. Sie erwischte einen der Wölfe am linken Vorderbein. Der kam nur kurz ins Taumeln, bevor er zuschnappte. Seine Zähne gruben sich tief in das Holz. Mit einer ruckartigen Kopfbewegung brachte er es fertig, der jungen Frau den Knüppel aus der Hand zu hebeln.

Paula riss entsetzt die Arme nach oben. Nun, nachdem sie entwaffnet worden war, war es um ihre Beherrschung endgültig geschehen. Sie stieß einen spitzen Schrei aus, dann wirbelte sie herum. Mit weiten Schritten jagte sie durch das kniehohe Gras davon.

Doch schon wenige Yard weiter war ihre Flucht bereits zu Ende.

Die Wölfe hatten sofort die Verfolgung aufgenommen. Einer von ihnen verbiss sich nach einem kraftvollen Satz in ihrem Arm und zerrte sie zu Boden. Seine Artgenossen waren einen Wimpernschlag später bei ihm. Paulas Angstschreie verstummten abrupt. Nun war nur noch mehrfaches Knurren zu hören, als sich die Wölfe über ihr totes Opfer hermachten.

Minuten später kam ein langgezogener Pfiff aus dem Wald. Einer der Wölfe hob den Kopf und spitzte lauschend die Ohren. Der Pfiff wiederholte sich. Nun ließ der Wolf endgültig von der Leiche ab. Er kümmerte sich nicht weiter um seine Artgenossen und ihre Beute, sondern jagte mit weiten Sätzen dem Waldrand entgegen, wo er kurz darauf zwischen den Bäumen verschwand.

***

»Darf es denn sonst noch etwas sein, Sir?«, wollte Henry Glenson von dem dunkel gekleideten Mann wissen, der ihm am Verkaufstresen gegenüberstand. Auf der Theke waren bereits ein kleiner Sack mit Trockenbohnen, zwei Schachteln Nägel, eine Kiste mit Tomatensetzlingen und drei Kochtöpfe von unterschiedlicher Größe nebeneinander aufgereiht.

»Lassen Sie mich überlegen …« Joshua Lewis presste die Fingerspitzen gegeneinander. Er legte den Kopf in den Nacken und blickte zur Decke des General-Stores, als erwarte er, dort oben eine Liste mit benötigten Einkäufen zu entdecken.

»Etwas Kaffee vielleicht?«, schlug der Ladenbesitzer vor. »Oder Tee? Wir haben auch ganz hervorragenden Tabak da. Sowohl für die Pfeife, als auch um Zigaretten damit zu drehen.«

»Auf keinen Fall.« Lewis wandte ihm ruckartig das Gesicht zu. In seinen hellblauen Augen lag ein eisiger Ausdruck. »Das sind alles Dinge des Teufels, die er nur in die Welt gebracht hat, um uns zu versuchen und unsere Sinne zu vernebeln. Jeder gottesfürchtige Mensch wird ihnen aus dem Weg gehen, wenn er nicht im Sumpf der Sünde untergehen will.« Er bekreuzigte sich zweimal.

»Schon gut, schon gut. Ich wollte Ihnen bestimmt nicht zu nahe treten.« Glenson hob beschwichtigend die Hände. Doch dann stahl sich der Anflug eines Grinsens in seine Mundwinkel. »Wenn Sie so strenge Ansichten haben, bringt es wahrscheinlich auch nichts, Ihnen unseren Whisky oder etwas anderes aus unserem reichhaltigen Angebot an alkoholischen Getränken anzubieten.« Er musterte seinen Kunden mit einer spöttisch nach oben gezogenen Augenbraue. Mit vor der Brust verschränkten Armen erwartete er die empörte Predigt, die nun zweifellos jeden Moment einsetzen würde.

Doch dessen Reaktion fiel ganz anders aus, als der Verkäufer erwartet hatte. »Nicht unbedingt«, widersprach Joshua Lewis. »Gegen Rotwein habe ich nichts einzuwenden. Schließlich handelt es sich dabei um das Blut unseres Herrn. Haben Sie davon etwas vorrätig?«

»Klar doch. Ich kann Ihnen gerne was aus dem Lager holen.«

»Das wäre sehr nett. Ich nehme drei Flaschen.«

»Kommt sofort.« Henry Glenson wollte sich schon umdrehen, als das kleine Glöckchen an der Eingangstür zu bimmeln begann. Zwei junge Frauen betraten das Geschäft, eine hübscher als die andere. Die größere von beiden hatte sich bei ihrer Freundin untergehakt. Deshalb warf sie sich beim Eintreten mit einer energischen Kopfbewegung die hellbraune Lockenmähne in den Nacken, die ihr ins Gesicht zu rutschen drohte. Dieses Problem hatte ihre Begleiterin nicht, denn sie hatte sich das lange, kupferfarbene Haar mit einem Band zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.

Die beiden Frauen steckten beim Näherkommen die Köpfe zusammen, tuschelten und kicherten. Der Ladenbesitzer legte kurz die Stirn in Falten, bevor er den Vorhang eine Handbreit beiseite zog, der vor dem Durchgang zu einem Hinterzimmer hing. »Wir haben Kundschaft, Marsha!«, rief er in den dahinterliegenden Raum. »Kannst du dich darum kümmern?«

»Sicher«, erwiderte eine weibliche Stimme. »Bin sofort da.«

»Einen Augenblick bitte«, sagte Glenson zu seinem anderen Kunden. »Ich werde rasch Ihren Wein holen.« Er verschwand durch eine Tür neben der Theke im hinteren Teil des Gebäudes.

Beinahe gleichzeitig kam seine Frau durch den Vorhang geschlüpft. Ein wissendes Lächeln huschte über Marsha Glensons Lippen, als ihr Blick auf die zwei jungen Frauen fiel. »Ah, Alicia und Cheryl. Schön, euch zu sehen.« Sie trat hinter den Tresen. »Wie geht es euch? Bist du schon sehr aufgeregt, Alicia? Schließlich sind es bloß noch drei Tage bis zum großen Ereignis.«

»Besten Dank, Mrs. Glenson. Mir geht es gut«, entgegnete die rothaarige Kundin mit einem verschmitzten Grinsen. »Noch hält sich meine Aufregung in Grenzen.«

»Wie bitte?« Ihre Begleiterin stieß einen fassungslosen Laut aus. »Glauben Sie ihr kein Wort, Mrs. Glenson.« Cheryl Tucker beugte sich der Ladenbesitzerin entgegen. »Alicia ist etwa so ruhig, als hätte sie sich gerade in einen Ameisenhügel gesetzt. Sie kann nicht eine einzige Minute stillsitzen. Ich habe mir schon überlegt, ob ich ihr nicht einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf kippen soll. Aber wahrscheinlich würde das auch nicht viel nützen. Ihr Fesseln anzulegen, wäre vielleicht die bessere Lösung.«

»Cheryl!« Alicia Tucker machte sich von ihrer Freundin los. »Wie kannst du nur so etwas sagen? Das stimmt überhaupt nicht.«

Die braunhaarige Lady erwiderte nichts, sondern spitzte nur vielsagend die Lippen.

»Mach dir nichts draus, Alicia. Eine Hochzeit ist nun mal etwas ganz Besonderes im Leben einer Frau. Da ist es völlig in Ordnung, wenn man ein bisschen nervös ist«, stellte Marsha Glenson mit einer beschwichtigenden Geste fest. »Aber ihr seid doch bestimmt nicht hier, um euch zu streiten. Was kann ich für euch tun?«

»Meine Mutter hat damit angefangen, die Kuchen für das Fest zu backen«, erklärte Alicia Murphy. »Jetzt hat sie festgestellt, dass sie nicht genug Zucker zu Hause hat. Deshalb hat sie mich losgeschickt, um noch welchen zu besorgen.«

»Jede Wette, das war nur eine Ausrede«, fügte Cheryl Tucker mit einem teuflischen Grinsen hinzu. »Deine Mom wollte dich bestimmt aus dem Haus haben, weil du verrücktes Huhn ihr furchtbar auf die Nerven gegangen bist.«

»Cheryl …« Alicia feuerte einen warnenden Blick auf ihre Freundin ab. »Möchtest du dich nicht einfach ein bisschen im Laden umsehen, während ich meine Einkäufe erledige?«

»Na gut.« Der braunhaarige Lockenkopf schlenderte in Richtung der Regale davon.

»Zucker also.« Die Ladenbesitzerin sah die zukünftige Braut fragend an. »Wie viel soll es denn sein?«

»Fünf Pfund. Ach nein, geben Sie mir besser sechs. Sicher ist sicher.«

»Kein Problem.« Marsha Glenson nahm einen großen Holzlöffel und mehrere Papiertüten, mit denen sie zu einem zugedeckten Fass ging, das in einer Ladenecke stand.

Während sich die Geschäftsfrau ans Abfüllen machte, kam Cheryl Tucker hinter einem der Regale hervor. »Sieh dir das an.« Sie hielt ihrer Freundin ein samtenes Halsband entgegen, das mit unzähligen glitzernden Steinen besetzt war. »Ist das nicht einfach wundervoll? Ich bin mir sicher, es würde fabelhaft zu deinem Hochzeitskleid aussehen. Wenn du es trägst, würdest du funkeln wie ein Diamant.«

»Ja, ja, ganz hübsch …« Alicias Begeisterung hielt sich in Grenzen. »Aber auch ein bisschen aufdringlich, findest du nicht? Außerdem brauche ich keinen Schmuck mehr. Ich habe meiner Mom versprochen, die Kette mit dem Kreuz zu tragen, die sie schon von ihrer Mutter bekommen hat. Ich denke, das ist eine schöne Hochzeitstradition, die ich nicht einfach aufgeben möchte.« Sie bemerkte nicht den anerkennenden Blick, den ihr Joshua Lewis zuwarf. »Also leg es am besten wieder zurück.«

»Meinetwegen.« Cheryl zuckte mit den Schultern. »Es ist deine Entscheidung. Auch wenn ich ein Kreuz, ehrlich gesagt, ziemlich langweilig finde.« Sie zog sich wieder hinter die Gestelle mit den Waren zurück.

»Bitte sehr … der Zucker.« Marsha Glenson stellte drei prallgefüllte Tüten auf der Theke ab. »Darf es sonst noch etwas sein?«

»Ja. Ich hätte gerne ein paar Sachen, um das Haus zu schmücken. Bunte Bänder, Girlanden oder so etwas in der Art. Haben Sie …« Alicias Frage wurde von einem spitzen Aufschrei unterbrochen, der in diesem Moment hinter einem der Regale ertönte.

Beide Frauen wendeten sich zu Cheryl um, die kurz darauf wieder in die Mitte des Stores kam. »Ich habe was gefunden, was du unbedingt haben musst«, verkündete sie mit einem Strahlen im Gesicht. »Was sagst du dazu?« Sie hielt einen winzigen, schwarzen Schlüpfer in die Höhe, dessen Saum mit feuerroten Rüschen verziert war. Der Stoff des Kleidungsstücks war so dünn, dass ihre Finger deutlich hindurch zu erkennen waren.

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